Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 3. 26 Helios n.A.III
Ausgabe 23



Kronkurier

Erste Stadt im Landstrich "Grüner Fleck" gegründet

Saftige, grüne Wiesen grenzen an duftende, poënagesegnete Erde. So fruchtbar, wie kaum ein anderes Land auf der Götter Erdenscheibe, das ist der "Grüne Fleck". Zahllose Gedichte und Weisen sind diesem, von den Göttern verwöhnten, Gebiet zu ehren ersonnen worden. Doch leider wollte der Feind im Norden nie seine klammen Finger vom Grünen Flecke lassen und so ist dieser Landstrich in der Vergangheit immer wieder Anlaß zu erbitterten Kriegen zwischen Carajon und Tlamana gewesen. Bis vor einigen Dekaden, da der Grüne Fleck weise von seiner allerdurchlauchtigsten Majestät, Tlamana heliosbrieflich zuerkannt worden war.
Das bislang nur von einigen, "aus allen Nähten brechende" Dörfern besiedelte Land, erhält nun endlich seine erste Stadt. Arcon, das an Menschen größte Dorf im Umland, wird ab sofort all die Vorteile und Vorzüge einer Stadt geniesen dürfen.
Schreiber Heron Krummbrecht

Carajon zeigt sein wahres Gesicht

Herian, glaubt nicht, Heligonia lasse sich durch Eure heuchlerischen, falschen Worte hinter's Licht führen. Wir gaben Euch die Möglichkeit, Eure Unschuld zu beweisen. Ihr jedoch nutztet die Gelegenheit, um uns schwer zu beleidigen und zu provozieren. Doch Eure Rechnung wird nicht aufgehen, Ihr selbst habt Heligonia Euer wahres Gesicht gezeigt - nun tragt die Folgen!
Leabell von Tlamana, Freifrau von Ardelun, Baronin von Tlamana

Vermißt: Jakob der Wanderer!

Aufruf an die Bevölkerung Heligonias!

Seit der Nacht zum Neujahrsfest ist Jakob der Wanderer scheinbar spurlos verschwunden. Jakob der Wanderer weilte in den Tagen vor jener Nacht in Sarniant, wo er auf dem dortigen Markt seine Waren feilbot. Unseres Wissens gedachte Jakob dort auch das neue Jahr zu feiern, jedoch haben unsere bisherigen Nachforschungen ergeben, das Jakob noch vor den Neujahrsfestlichkeiten verschwunden ist. Wenige Tage nach Neujahr hätte Jakob der Wanderer in unsere Institutionem in Guldenstadt zurückkehren sollen, wo wir ihn erwarteten. Jakob ist jedoch bis zum heutigen Tage noch nicht bei uns angelangt, und hat uns auch weder eine Mitteilung darüber zukommen lassen wo er sich momentan aufhält, noch was die Gründe seines Fortbleibens sind. Unsere Academica hat jedoch ein nicht unerhebliches Interesse daran den genauen Verbleib Jakob's und der Hintergründe welche zu seinem Verschwinden geführt haben aufzuklären. Alle Hinweise die wir bisher erhalten haben deuten daraufhin, daß Jakob der Wanderer noch lebt.
Mit diesem Schreiben möchten wir die Bevölkerung Heligonias daher bitten, uns bei der Suche nach Jakob dem Wanderer behilflich zu sein. Für sachdienliche Hinweise über den Verbleib Jakob's oder Hinweisen über die Ereignisse welche Jakob dazu bewogen haben könnten spurlos zu verschwinden wende man sich bitte an die Academica Taogra in Guldenstadt. Eure Mühen sollen nicht umsonst sein, und wir werden Euch stets zu Dank verpflichtet sein. Ehre und ein nicht unerheblicher Geldbetrag denjenigen, welche sich an der Suche beteiligen.
Egnat, Scholar der Academica Taogra zu Guldenstadt
Gegeben zu Guldenstadt, am 5. Tage des 2.Helios 26 n.A.III
(Reaktionen an: Axel Baune, Bockgasse 27, 89073 Ulm, abaune@neuro.informatik.uni-ulm.de)

Verbotene Schrift aufgetaucht

Die bereits vor Jahren verbotene Schrift "Das Pergament" ist in jüngster Zeit an verschiendenen Märkten unter dem Volke verbreitet worden. Der schändliche Inhalt, dessen Wahrheitsgehalt sehr fraglich ist, führte im Jahre 8 n.A.III zu einem Verbot der Schrift. Seither tauchten immer wieder Ausgaben in geringer Auflage auf. Doch dies änderte sich am Neujahrsfeste zu Sarniant. Erstmals war eine weite Verbreitung und eine große Leserschaft auszumachen. Die Urheber der Schmähschrift konnten jedoch trotz intensiver Nachforschungen noch nicht ausgemacht werden. Bei Ergreifung derselben, haben diese mit empfindlichen Kerkerstrafen zu rechnen.

Endspiel der Utzgan Meisterschaften endete mit Skandal

Das sehnlich erwartete Endspiel der Utzgan Meisterschaften zwischen den besten heligonischen Mannschaften endete mit einem Aufschrei des Entsetzens. Zum ersten Mal in der Geschichte des Königreiches wurde der Pokal von einer nicht heligonischen Mannschaft errungen, deren Zusammensetzung zweifelhaften Ursprungs ist. Dennoch gratuliert die Schreibstube den Frauen und Männern des "Rasselnden Atems" zu ihrem überraschenden Außenseitererfolg.

Drachenhainer Herold

Neuigkeiten über Neuigkeiten aus dem Hause Rebenhain In letzter Zeit erreichten den Heliosboten verschiedene Nachrichten über die Umtriebe des Barons von Rebenhain, die wir hier in der Reihenfolge ihres Einganges in der Redaktion abdrucken.
Rebenhain am 22. Tage des 3. Poëna

Das Gericht zu Sarniant gibt bekannt:

Der Gefangene, der der Räuberei, Entführung, des Mordversuchs und illegalen Wegezolls angeklagt war, wurde gemäß der Halsgerichtsordnung zu 20 Tagen Kerkerhaft und 3 Dukaten Strafe für die Erhebung illegalen Wegezolls nach Kap. 2 Art. 4 und zu 30 Peitschenhieben wegen versuchten Mordes nach Kap. 1 Art. 5 verurteilt. Die Anklagen wegen Räuberei und Entführung mußten wegen mangelnder Beweise und widersprüchlicher Zeugen-aussagen fallengelassen werden.m Der Händler aus Brassach, auf den ein Giftanschlag verübt wurde, und der so überstürzt abreiste, daß er nicht einmal Name und Adresse zurückließ, möge sich bitte zur Sicherung der Beweislage beim Hauptmann der Marktwache melden. Der Aufruf ergeht ebenso an alle Personen, die etwas zu dieser Sachlage beitragen können.

Der arme ,,Blinde", der seit dem Stadtgründungsfest einen weißen, adeligen Seidenschal mit sich herumträgt, möge sich bitte bei der Besitzerin melden!

Öffentliche Bekanntmachung!

Hiermit gebe ich, Krator von Rebenhain allem Volke bekannt, daß ich Baronin Richilda zu Drachenberg die Fehde erkläre, da sie sich mir gegenüber im Vorfeld des letzten heligonischen Adelstages ehrabschneidend verhalten hat.
Rebenhain am 5. Tage des 1. Helios

Stapellauf

Am Morgen des Stadtgründungsfestes fand in der Werft zu Sarniant im Rahmen einer kleinen Feier eine Schiffstaufe statt. Vom Stapel lief eine dreimastige Schebecke, die als Flaggschiff von Wolfenfeld vor allem repräsentative Aufgaben wahrnehmen wird. In Anwesenheit von Werftmitbesitzer Pervai Amer, einigen Gästen und den stolzen Schiffsbauleuten taufte Eignerin Josephina von Drachenhain den Grundstock einer kleinen Wolfenfelder Flotte auf den Namen ,,Blaue Perle". Kapitän Simon vom Auhof äußerte sich begeistert über das schlanke wendige Schiff und konnte es kaum erwarten, auf Probefahrt zu gehen.

Öffentliche Bekanntmachung!

Hiermit gebe ich, Krator von Rebenhain allem Volke bekannt, daß ich dem niederträchtigen Lumpenhund, der eine Länderei namens Niederlormark als sein Lehen bezeichnet die Fehde erkläre, da er sich mir gegenüber feige, hinterhältig und ehrabschneidend verhalten hat. Wir werden also, nachdem Drachenberg niedergeworfen wurde, nach Niederlormark marschieren, und dem liderlichen Ilmenauer zeigen, was eine Drachenhainer Faust vermag!

Neues aus Vogtei Klagenfeld / Tatzelfels :

Mysteriöser Holzstangenfund im Roibensee
wirft Vogt Hagen Fragen auf
Zum Verdruß der, ob ihrer Emsigkeit bekannten, Klagenfelder Fischer, bringt bereits seit einigen Wochen das alltägliche Auswerfen der Fischsnetze lediglich eine große Anzahl seltsamer, stangenartiger Hölzer zu Tage. Da diese, etwa ein Meter langen, gebogenen Balken nicht einmal Brennbarkeit aufweisen, säumten sie bis vor kurzem noch kniehoch die Ufer des Roibensees. Der offensichtlichen Nutzlosigkeit nicht genug, reißen die "Roibenhölzer" beim ungewollten Bergen mit unter auch noch schadhaft große Löcher in die Netze. Erst kürzlich von seinen Fischern über diesen Mißstand aufmerksam gemacht, ordnete der Edle Herr Hagen von Walchsee, Vogt von Klagenfeld, das Einsammeln und Unterbringen der Balken vor seinem Gut an. Dort sollen die aufgetürmten Haufen an Größe bereits die dortigen Mühlen überragt haben.
Gegenwärtig läßt der Edle Herr Hagen vielerorts Untersuchungen anstellen, sogar nach Escandra sendete man einige Proben: "Vielleicht haben diese Dinger ja doch irgend einen Nutzen" hofft der Vogt.
Dem Leser ergebenster Diener,
der Tatzelfelser Hofchronist, Schillwunk, "Die Feder", Radeweyd,
Gesell des Schreibmeisters und Archivars
zu Burg und Land Tatzelfels Jeremias

Neues aus Drachentrutz -

Baron Krator von Rebenhain zum Grafen zitiert
Aufgrund der Vorkommnisse der letzten Zeit ( s.o. ) zitierte Seine Hochgeboren Graf Waldemar von Drachenhain Baron Krator von Rebenhain nach Drachentrutz justament an dem Tage, als die Rebenhainer Haufen Richtung Drachenberg abmarschieren wollten.
Einzelheiten der Unterredung sind nicht bekannt geworden, allerdings marschierten die Rebenhainer nicht los Richtung Drachenberg, sondern Baron Krator schickte nur einen Boten nach Drachenberg. Was dieser auszurichten hatte, ist allerdings unbekannt. Gerüchten zufolge soll Baron Krator von Graf Waldemar aber ein ,,rechtes Donnerwetter" statt eines Lobes seiner Eifrigkeit bekommen haben.

Verhaftungswelle in Angerwalde -

tritt Krator von Rebenhain zum Ceridentum über?
In letzter Zeit fing es erst schleichend an, aber wer die Augen offen hält, kann es deutlich sehen:
Krator von Rebenhain, der Kronvogt zu Angerwalde geht härter gegen aufrührerische Angerwalder vor. Täglich gibt es neue Gerüchte, daß teilweise ganze Familien unter dem Verdacht der Untreue gegen seine Eminenz den Fürstbischof verhaftet werden. Besteht vielleicht ein Zusammenhang zwischen dem verhinderten Kriegszug des Barons und seiner neuen Vorgehensweise? Zuletzt noch das neueste Gerücht: Angeblich steht Krator von Rebenhain kurz vor der Konvertierung zum Ceridentum!
Seit mehreren Tagen schon hält sich der Episkopos von Jolwijl am Hofe in Rebenhain auf Täglich soll er mit dem Baron Gespräche und Diskussionen führen. Dieses Gerücht konnte bisher weder widerlegt noch bestätigt werden, aber die Zeit wird die Wahrheit schon an Helios Licht bringen.

Drei Wanderstäbe liegen zerbrochen vor mir!

Zehn Jahre sind um. Der Fluch verschwand wie Schall und Rauch. Doch sollen die Taten, die damals geschahen nicht ebenso im Nichts verschwinden - sie sollen nicht vergessen sein! Unheil und Tod brachten die Kinder des Grafen von Drachenhain über dessen Land. Ihre bösen Worte und schweren Hiebe ließen Tränen und Blut in Strömen fließen. Durch meine Hand und durch mein Wort hatte dies ein Ende - für zehn Jahre. Man mag sich streiten: Sind zehn Jahre zu kurz, sind zehn Jahre zu lang für diese Taten? Ich hielt es für angemessen. Angemessen einen Eindruck der Unendlichkeit zu verschaffen. Angemessen zur Beobachtung und zur Bewährung. Ich teilte drei frischgeschnittene Wanderstäbe aus - ich nehme drei zerbrochen Wanderstäbe wieder zu mir. Und so ist es an mir, auf das Folgende zu achten. Seid dessen immer gewahr, ihr Kinder des Grafen von Drachenhain.
Saleena

Heilerstätte in Turlachnioch / Luchnar

Nach längerer Planungsphase beginnt nun der Bau der luchnischen Heilerstätte in Turlachnioch. Sie wird sich mit allgemeiner ogedischer Heilkunst in Praxis und Lehre beschäftigen, außerdem mit einem luchnischen Spezialgebiet, der Lehre der Druidh. Die Heilerstätte wird zum einen der Hochland-Universität zu Tairngire als Außenstelle Luchnar angegliedert. Zum anderen hat der Baron zu Luchnar (Koldewaiht von Hautzensteyn) mit dem Baron zu Buchenfels (Thioderik von Wälsung) eine enge Zusammenarbeit mit Spital und Laboratorium der Pretorusianer zu St. Pretorius vereinbart. Dort soll sogar für einige Zeit ein Druidh lehren, was für diese zurückgezogenen Geweihten, die sich selten aus Luchnar fortbegeben, ganz ungewöhnlich ist. Es kann wohl nur mit den im Volk verbreiteten Glauben an eine Verwandtschaft zwischen Luchnarer und Buchenfelser Volk erklärt werden.

Die Hilfsaktionen des Ogedenbundes im ehemaligen Teemoranien
- Versuch einer Chronik-

30. Tag des 3.Poena 25.n.A. - Treffen anläßlich der Stadterhebung von Sarniant
Die Fakten: Die Stadterhebung von Sarniant ist ein kleines Ogedenbund-Treffen. Anwesend sind Josefina von Drachenhain (Wolfenfeld), Nimue von Aue (Lormark), Foranan McDonough (Flaitney), Krator von Rebenhain (Rebenhain), Koldewaiht von Hautzensteyn (Luchnar), Nial Felsenhammer (Angaheym), Brian McPhee (für seinen Bruder Angus, Tagil). Sie beraten zwei Stunden lang. Am Vortag zeigt sich außerdem Nichtmitglied (aber ostarischer Ogede) Jareck von Jolberg (Jolberg).
Der Kommentar: Die Idee zur späteren Hilfsaktion muß vor diesem Treffen entstanden sein; höchstwahrscheinlich stand auch schon die grobe Planung. Die Anwesenheit so vieler Bundesmitglieder anläßlich der Stadterhebung bot aber die ideale Möglichkeit genauer Koordination. Möglicherweise wurden auch hier erst die Gesandten selbst bestimmt. Die Wahl erscheint logisch. Koldewaiht von Hautzensteyn ist von allen anwesenden Ratsmitgliedern derjenige, der seine Baronie zur Zeit am ehesten auf länger verlassen kann - er vertritt die obere politische Ebene des Bundes. Nimue von Aue, einzige anwesende Geweihte neben Josephina von Drachenhain und im friedlichen Thal wohl ebenfalls abkömmlich, verkörpert des Bundes religiösen Hintergrund.

1. Tag des 1. Helios 26 n.A. - Leomar von Tatzelfels in Sarniant
Die Fakten: Der Fluch von Drachenhain ist gebrochen. Leomar von Tatzelfels kann nach Sarniant einreisen und mit den anwesenden Baronen beraten.
Der Kommentar: So unglaublich es klingt - anscheinend hatte niemand vorher Kenntnis von der Anreise des Barons von Tatzelfels. Für die Ogedenbund-Hilfsaktion sicher ein Glücksfall, schließlich war nun dasjenige Ratsmitglied anwesend, dem ein Teil Ex-Teemoraniens auf Zeit unterstellt ist (Emarania). Dies muß die Ausarbeitung der Koordination noch einmal wesentlich vorangebracht haben.

3. Tag des 1. Helios - Leomar von Tatzelfels in Drachentrutz
Die Fakten: Leomar von Tatzelfels trifft seinen Vater, Graf Waldemar in Drachentrutz.
Der Kommentar: Leomar von Tatzelfels hatte sicher vieles mit seinem Vater zu besprechen. Unter anderem wird er die Möglichkeit genutzt haben, dem ceridischen Grafen die geplante Hilfsaktion in positivem Licht zu schildern und vielleicht auch weitere Unterstützung zu gewinnen.

7. Tag des 1. Helios - Koldewaiht von Hautzensteyn in Tatzelfels
Die Fakten: Koldewaiht von Hautzensteyn berät sich mit Leomar von Tatzelfels auf der Burg Tatzelfels
Der Kommentar: Ein in Sarniant oder noch früher geplantes Treffen, bei dem wohl die nähere Planung zum Abschluß gebracht wurde. Hier wurde wahrscheinlich auch die Reiseroute festgelegt.

8.-16. Tag des 1.Helios - Warenlieferungen treffen in Vorberg ein
Die Fakten: Nacheinander erreichen Warenlieferungen aus Rebenhain, Luchnar und Tatzelfels den Ort Vorberg. Geweihte aus Rebenhain (je 1 Helios, Poena, Xurl, Saarka), Tatzelfels (2 Helios), Wolfenfeld (3 Xurl, 2 Poena) und Flaitney (1 Xurl, 1 Poena) treffen ein.
Der Kommentar: Einige Bundesmitglieder, insbesondere die ferner gelegenen wie Welzen und die verschiedenen Gebiete Sedomees werden wahrscheinlich finanzielle Unterstützung geliefert haben, da ein längerer Transport von Grundversorgungsmitteln doch unrentabel ist. Auch die Mittel aus dem Ostarien-Fundus, der der Versteigerung auf dem Welzener Adelstag entstammt, dürften bereits zu dieser Zeit eingetroffen sein (s.u.). Die Hilfe aus Tagil hingegen wird erst für die zweite Hälfte der Aktion bereitgestellt (s.u.).

10. Tag des 1. Helios - Nimue von Aue bricht auf
Die Fakten: Von Lorburg her macht sich Nimue von Aue auf den Weg. In ihrer Begleitung ein Dutzend Lormarker Bogenschützen und ihre junge Verwandte, die Edle Irmgard von Ilmenau
Der Kommentar: Es war nicht bekannt, daß sich Irmgard von Ilmenau in der Lormark befand - die Mitnahme der politisch bisher nicht in Erscheinung getretenen Niederlormarkerin überrascht. Baron Friedrich von Ilmenau, an dessen Hofe sie bisher lebte, scheint auch nicht gänzlich damit einverstanden zu sein. Die kommenden Ereignisse legen Erklärungen nahe (s.u.).

13. Tag des 1. Helios - Koldewaiht von Hautzensteyn trifft Thioderik von Wälsung
Die Fakten: In Fail Morän treffen sich Koldewaiht von Hautzensteyn und der ceridische Baron von Buchenfels, Thioderik von Wälsung.
Der Kommentar: So kurz vor dem Beginn der eigentlichen Ogedenbund-Aktion kann ein solches Treffen eigentlich kaum ein Zufall sein - andererseits läßt sich keine logische Verbindung herstellen. Also doch ein Zufall? Der offizielle Grund ist der Beginn des Ausbaus der Straße zwischen Luchnar und Buchenfels und der Aufbau einer Heilerstätte in Luchnar, die mit dem Orden der Pretorusianer in medizinischer Hinsicht zusammenarbeiten soll.

16. Tag des 1. Helios - Koldewaiht von Hautzensteyn und Nimue von Aue treffen in Vorberg ein

17. Tag des 1. Helios - Gütersichtung in Vorberg
Die Fakten: Unter der Leitung von Koldewaiht von Hautzensteyn und Nimue von Aue werden die eingetroffenen Güter gesichtet. Besprechungen mit den vor Ort verantwortlichen Koordinatoren (u.a. Vertreter der augenblicklichen Drachenhainer Verwaltung, militärische Führer aus der Kriegszeit und einheimische Emeranier). Außerdem Besprechung mit den Geweihten.
Der Kommentar: Hier wurde wahrscheinlich die konkrete Planung der folgenden Tage und Wochen auf den Punkt gebracht. Es dürften auch die beiden Helfer gewählt worden sein, die in der Folge die Barone bei ihren Auftritten unterstützten: ein Rebenhainer Hauptmann und ein Tatzelfelser, die im Teemoranienkrieg an vorderster Front mitkämpften und die im Volk bekannt sind.

18. Tag des 1. Helios - Weihung des Xurl-Heiligtums in Vorberg
Die Fakten: Koldewaiht von Hautzensteyn und Nimue von Aue halten jeweils eine Rede. Unter anderem erfährt man, daß auch Geld aus dem Ostarien-Fundus zur Verfügung gestellt wurde. An der Weihung des Xurl-Heiligtums sind alle Anwesenden Xurl-Geweihten und je ein Geweihter der anderen Götter beteiligt. Anschließend werden einige Waren an das Volk verteilt und ein öffentliches Mahl abgehalten. Die weitere Warenverteilung wird erst in den kommenden Tagen vorgenommen, der als Gesamttroß der Hilfsaktion schon weitergezogen ist.
Der Kommentar: Dieser Ablauf wird auf den weiteren Stationen der Reise beibehalten; mit Abweichungen bei besonderen örtlichen Gegebenheiten. Im Großen und Ganzen bewährt sich die Vorgehensweise auch. Daß für eine ogedische Aktion aus dem Ostarien-Fundus Geld bereitgestellt wurde, muß nicht verwundern. Zwar unterstehen die Mittel, die der Versteigerung auf dem Welzener Adelstag entstammen, der ceridischen Herzogin Walluma von Ostarien - Verwalter aber ist der ogedische Baron Jareck von Jolberg, in Sarniant ebenfalls anwesend.

19. Tag des 1. Helios - Bray und 21. Tag des 1. Helios - Wasserau
Keine besonderen Vorkommnisse

22. Tag des 1. Helios - Treffen mit Angharad Elanor in Seeburg
Die Fakten: Koldewaiht von Hautzensteyn und Nimue von Aue führen ein etwa halbstündiges Gespräch mit der ehemaligen Baronin Teemoraniens, Angharad Elanor.
Der Kommentar: Zum ersten Mal seit Ende des Krieges durften Adlige, die in den Teemoranien-Konflikt nicht direkt verwickelt waren, mit Angharad Elanor sprechen - kein Wunder, da Emaranias oberster Verwalter zur Zeit Leomar von Tatzelfels heißt. Ob mehr als Höflichkeiten ausgetauscht wurden, steht zu bezweifeln. Theoretisch hätten die beiden ogedischen Adligen als Sprachrohr Angharads beim emaranischen Volk dienen können - eine politisch zweifelhafte Vorgehensweise, die denn auch nicht verwirklicht wurde.

23. Tag des 1. Helios - Von Emerania nach Hohenforingen - Perzstein
Die Fakten: Die Hilfsaktion wird in Perzstein frostig aufgenommen, auch nach dem Hinweis, daß die Hilfe allen vom Kriege Geschädigten gelte. Die wenigen Ogeden trauen sich kaum ihre Dankbarkeit zu zeigen.
Der Kommentar: Das Kloster in Perzstein hat - sicher mit Hilfe der ceridischen Kirche - schon einiges für den Wiederaufbau getan, so daß die Hilfe weniger nötig und deshalb auch weniger willkommen war. Das Zitat eines ceridischen Predigers ("Wir sorgen schon für unsere Leute, wir brauchen Euch nicht.") und vor allem einige bösartige Hinweise aus der Menge auf das Massaker von Terrek (s.u.) lassen ein auf Dauer friedliches Miteinander der Religionen in Perzstein unwahrscheinlich erscheinen.

25. Tag des 1. Helios - Lodenstadt
Die Fakten: Zusammentreffen von Koldewaiht von Hautzensteyn und Nimue von Aue mit Finian Sonnenklinge, der neben den ogedischen Baronen eine Ansprache an das versammelte Volk hält.
Der Kommentar: Der gemeinsame Auftritt mit Finian Sonnenklinge, der als einer der "Befreier" Lodenburgs gilt, hat den Vertretern des Ogedenbundes bei dieser wichtigen Station (Hauptort Hohenforingens) sicher geholfen. Für die politische Entwicklung in Ex-Teemoranien interessant: Finian Sonnenklinge ließ anklingen, daß er auf baldige Einsetzung neuer Herrscher über Hohenforingen und Lodenburg hofft - er scheint seine Aufgaben mittelfristig eher im Ödländerkonflikt zu sehen. Noch ist die Ernennung solcher Herrscher nicht in Sicht; es ist auch unklar, wen Herzogin Walluma hierzu im Auge haben könnte.

26. Tag des 1. Helios - Perzstein
Die Fakten: Die Reise nach Nöllingen erfolgt nicht über Kreuzstadt, sondern über Perzstein, ohne dort länger zu verweilen.
Der Kommentar: Aus Kreuzstadt kamen bekanntlich die Verantwortlichen für das Massaker an den Ogeden von Terrek. Es ist sicher sinnvoll, daß bei der Hilfsaktion Kreuzstadt ausgespart wurde - kein einziger Ogede lebt dort und der Empfang wäre wohl noch unfreundlicher ausgefallen als in Perzstein.

30. Tag des 1. Helios - Nöllingen
Die Fakten: Nimue von Aue leitet die Feierlichkeiten allein. Weder Koldewaiht von Hautzenstein noch Irmgard von Ilmenau sind anwesend.
Der Kommentar: Es gibt Hinweise, daß Koldewaiht von Hautzensteyn noch einmal in Vorberg war - wo Irmgard von Ilmenau weilte, ist völlig unbekannt. Dies wirft auf die Anwesenheit der jungen Niederlormarkerin ein ganz neues Licht. Verbindet der Herrscher von Luchnar in diesem Fall das Angenehme mit dem Nützlichen - ist er nicht nur in politisch-religiöser Mission unterwegs, sondern auch auf Brautschau? Das Alter hätte er. Eine Ehe wäre eine Verbindung zwischen Drachenhain und Thal und somit durchaus von allgemeinem Interesse. Was Baron Friedrich von Ilmenau davon hielte, ist fraglich.

2. Tag des 2.Helios.- Efad und 4. Tag des 2.Helios - Brisban
Keine besonderen Vorkommnisse

6. Tag des 2.Helios - Terrek
Die Fakten: Nimue von Aue gedenkt in einer beeindruckenden Zeremonie des Massakers, das vor einem Jahr Hunderten von Ogeden das Leben kostete.
Der Kommentar: Es war klar, daß die Hilfsaktion hier willkommen sein würde. Dieser Tag dürfte als ein positiver Höhepunkt in die Geschichte Terreks eingehen - nirgends ist das Ogedentum in Hohenforingen stärker als hier.

8. Tag des 2.Helios - Luchtenwald
Die Fakten: In dieser von der Pustelplag am schlimmsten versehrten Stadt wird ein neues Heiligtum geweiht. Auch hier kommt Freude auf, allerdings auch vorsichtige Kritik - als die Seuche die Stadt überfiel, sei man allein dagestanden... Koldewaiht von Hautzenstein weist auf die neugegründeten Heilerstätten in Buchenfels und Luchnar hin.
Der Kommentar: Koldewaiht von Hautzensteyn galt bisher weder als fanatischer Ogede noch als sonderlich ceridenfreundlich. Seine Rede von Luchtenwald zeigt, daß er im Zweifelsfall wohl ein Mann des Ausgleichs ist. Vgl. die Auszüge aus seiner Rede.

10. Tag des 2.Helios - Beckerförde
Die Fakten: Am Abend der Ankunft sorgt Nimue von Aue für beträchtliches Aufsehen, als sie bei der Frau des Ortsvorstehers als Hebamme einspringt und hilft, ein gesundes Mädchen zur Welt zu bringen. Später in der Nacht harrt sie am Sterbebett der Mutter eines Leibeigenen aus und spendet der alten Frau Trost. Auf die Frage, warum sie so etwas tue, gibt sie am nächsten Tag während der Ansprache anläßlich einer Poenaschrein-Weihung eine beeindruckende Antwort.
Der Kommentar: In ihrem Handeln und ihrer Ansprache machte Nimue von Aue glaubhaft, daß das menschliche Element Hauptmotivation der Hilfsaktion des Ogedenbundes ist. Inwieweit das für die Aktion als Ganzes gilt, bleibt zu diskutieren; doch zumindest in Beckerförde dürfte jeder Ogede und mancher Ceride nun davon überzeugt sein. Vgl. die Auszüge aus ihrer Ansprache.

12. Tag des 2.Helios - Wanna - Ankunft Brian McPhees
Die Fakten: Brian McPhee trifft in Wanna mit Koldewaiht von Hautzensteyn und Nimue von Aue zusammen. Er bringt Güter aus Tagil mit und wird am weiteren Verlauf der Hilfsaktion teilnehmen.
Der Kommentar: Warum trotz der Nähe zum Sammelpunkt Vorberg die Waren aus Tagil später geliefert wurden, dürfte klar sein: Brian McPhee wollte sie persönlich liefern. Die Frage ist also eher: Warum reiste er erst jetzt an? Vielleicht mußte er sich bei seinem Bruder, Lord Angus McPhee, rückversichern, was zur Zeit ja nicht ganz einfach ist. Tiefer geht eine andere Frage: Warum reiste er überhaupt an? Die beiden Leiter der Hilfsaktion sind erfahrener als er und dürften auch alleine zurecht kommen. Nun, erstens kann er auf diese Weise solche Erfahrung sammeln. Und zweitens gibt es da ja noch ein anderes Ziel: Irmgard von Ilmenau. Ein Konkurrent des Barons zu Luchnar um die Hand der jungen Niederlormarkerin? Möglicherweise mußte Brian McPhee sich hierüber bei seinem Bruder Rat holen...

15. Tag des 2.Helios - Barschstedt
Die Fakten: Beim abendlichen Mahl verschluckt sich Nimue von Aue an einer Fischgräte und droht zu ersticken - Irmgard von Ilmenau leistet ihr Hilfe.
Der Kommentar: Auch wenn ein Medicus das Problem endgültig löste, spricht das Ereignis dafür daß Irmgard von Ilmenau durch die Reise an Selbstbewußtsein und Reife gewonnen hat. Vielleicht unter anderem durch gewisse ihr gegenüber erbrachte Aufmerksamkeiten?

(Fortsetzung folgt)

Aus der Rede von Koldewaiht von Hautzensteyn in Luchtenwald (8. Tag des 2. Helios)

"...Es kam der Vorwurf auf, Luchtenwald und die ganze Gegend sei angesichts der Pustelplag allein dagestanden...Richtig ist, daß zunächst niemand zu Euch kam. Aber warum? Nicht, weil man Euch nicht helfen wollte, sondern weil man es nicht konnte - jedenfalls nicht vor Ort. Anderswo wurde geforscht, um ein Heilmittel zu finden, daß der Krankheit Einhalt gebiete... Richtig ist auch, daß Ihr zunächst abgeriegelt wurdet. Warum? Weil Herrscher dem ganzen Volk verpflichtet sind und die nicht erkrankten Gegenden schützen mußten. Nicht auszudenken, daß ganz Ostarien an der Pustelplag erkrankt wäre. Vielleicht hätten wir mangels Forschern das Heilmittel nie gefunden.
Das hilft uns wenig, werdet Ihr denken. Dann betrachtet die Situation einmal von der anderen Seite. Wann wärt Ihr einem Nachbardorf zur Hilfe geeilt? Wenn Ihr keine Möglichkeit habt, Hilfe zu bringen und selbst beim Versuch sterben müßt - oder wenn Ihr wißt, wie Ihr wirklich helfen könnt? Fragt Euch ernsthaft und urteilt dann.
Jedenfalls haben wir aus der Katastrophe gelernt. In Luchnar wird zur Zeit eine ogedisch-druidische Heiler- und Forscherstätte eingerichtet; in Buchenfels eine ceridisch-pretorusianische. Beide wollen zusammenarbeiten - damit in einer ähnlichen Situation sofort gehandelt werden kann.
[...]
Diese Aktion, die Hilfe, die der Ogedenbund bringt, ist genau das, was Ihr fordert. Denn Luchtenwald ist von den Konflikten in der zurückliegenden Krise nicht zu stark berührt worden. Noch kommt ihr einigermaßen über die Runden... Höre ich da "Aber im Winter?" Richtig, aber im Winter! Deshalb sind wir jetzt hier. Deshalb kommt unsere Unterstützung vor dem Winter, nicht erst, wenn neuerlich Not eintritt. Und wie in ganz Heligonia im Ernstfall alle füreinander einstehen müssen, gilt die Hilfe des Ogedenbundes allen, gleich ob Ogeden oder Ceriden. Diese Waren sind für Euch, weil wir alle Heligonier sind - weil Heligonia nur in Frieden leben kann, wenn alle seine Bewohner leben können - wenn alle sommers wie winters etwas zu beißen haben, Kleider und ein Dach über dem Kopf!..."

Aus der Ansprache von Nimue von Aue in Beckerförde (10. Tag des 2. Helios)

"...Mitgefühl ist keine herausragende Eigenschaft irgendwelcher Ogedengeweihter. Mitgefühl ist vielmehr eine Wesensart, die jedem Menschen zu eigen ist. Denn nur wer fähig ist, anderen gegenüber Mitgefühl zu empfinden und danach zu handeln, ist es wert, ein Mensch zu heißen. Das ist die Eigenschaft, die uns von den Tieren unterscheidet und aus der übrigen Schöpfung heraushebt.
Ich wurde gefragt, warum ich mich dazu herablasse, eine Nacht für den "Pöbel" zu verschwenden. Es scheint jemand von Bedeutung gewesen zu sein, der dies fragte. Zum ersten: Ich habe mich nicht dazu herabgelassen, ich habe es gern getan und ich habe vor, es wieder zu tun, sollte es nötig sein.
Zum zweiten: Es gibt keinen Pöbel, falls mit diesem Wort unfreie Menschen gemeint sind. Auch ein unfreier Mensch ist und bleibt ein Mensch und ist unseres Mitgefühls ebenso würdig wie jemand von edler Abstammung.
Zum dritten: All die Stunden, die ich an den Betten Kranker und Sterbender zugebracht habe, waren niemals verschwendet, sondern gehören für mich zu den kostbarsten Augenblicken, die zu erleben ich das Glück hatte. Und ich danke den Göttern für jeden einzelnen von ihnen. Was mich und meine Begleiter hierhergeführt hat, ist das Mitgefühl mit Menschen, die in ihrem Leid und Unglück weitgehend auf sich allein gestellt sind, denen niemand hilft, weil niemand da ist, der ihnen helfen könnte. In diesem Land leiden Ogeden und Ceriden gleichermaßen unter den Folgen dieses unseligen Krieges, daher laßt uns die Unterschiede zwischen den Glaubensgemeinschaften fürs erste vergessen und allen, die Hilfe und Trost benötigen, nach besten Kräften helfen. Ich sehe gerne fröhliche Gesichter und ein Kinderlachen ist mir ehrlich gesagt lieber als ein teures Weihegeschenk..."
[Die Rede wurde mit Jubel aufgenommen und viele Leute brachten ihre Kinder zur Baronin, die darauf fragte "Hat hier irgendjemand Bonbons?"...]

zu Nöllingen [in Wirklichkeit mußte Koldewaiht noch mal nach Vorberg, Irmgard kuriert einen kleinen Unfall aus- sagen wir, sie hat versucht, ein Schmalrüsselschwein zu füttern und wußte nicht, daß man das mit flacher Hand tun sollte...]


Q1 - Hochlandquerstraße in Bau

Der Ausbau der Hochlandquerverbindung hat nun auf allen Teilabschnitten begonnen. Abgehend von der Aximistiliusstraße 1 (A1) in Gwarras/Luchnar wird sie über Flaitney nach Tairngire/Tagil führen und erhielt bereits den Namen Q1, in Anlehnung an die A1.Spötter behaupten zwar , angesichts der voraussichtlichen Benutzer wäre "Schaf 1000" passender. Die Barone von Flaitney und Luchnar zeigten sich jüngst in Sarniant aber hinsichtlich des wirtschaftlichen Potentials der Querstraße sehr optimistisch. Über eine Weiterführung bis zu den Jolborn-Häfen Rebenhains wird bereits spekuliert.

Sarniant zur Stadt erhoben

Zahlreiche hochgestellte Gäste und Besucher hatten sich an den letzten Tagen des alten Jahres in Sarniant eingefunden. Bunte Zelte und Schaubuden schmückten die Wiesen um den Ort, Händler, Barden und Gaukler sah man an jeder Ecke. Baronin Josephina hatte zum Neujahrsfest geladen, und ganz Sarniant freute sich, bald den Titel ,,Stadt" tragen zu dürfen.
Bereits am Abend des Frohntages fanden sich hochgestellte Gäste im großen Angaheymer Zelt zum 2. Uisge-Schädelspalter Convent ein, u.a. Baron Jareck von Jolberg, der nur wegen diesem Ereignis kurzfristig aus Ostarien anreiste. Bis in die frühen Morgenstunden hinein wurden verschiedene Sorten Ischgi und Schädelspalter probiert, getestet und bewertet und können nun in den Export gehen.
Am Redontag begann der Markt und die zahlreichen Händler werden mit ihren außergewöhnlichen Waren bestimmt auch dem Geizigsten unter den Besuchern einige Kreuzer aus der Tasche gelockt haben. Am Nachmittag fand dann die bereits seit Wochen heiß ersehnte Utzgan- Meisterschaft statt. Nach harten Kämpfen erhielt eine Außenseitermannschaft namens ,,Rasselnder Atem" den begehrten Pokal und durfte ihren wohlverdienten Sieg feiern. Nach einem Komödiantenstück über den Bau des neuen Helos-Weges und verschiedenen anderen Darbietungen begaben sich die hohen Gäste der Baronin zu Bett, denn der folgende Festtag versprach anstrengend zu werden.
Der Heliostag begann mit herrlichem Wetter und verlief überraschender, als man sich das vorgestellt hätte. Ein Giftmörder trieb sein Unwesen unter den Besuchern und ein Händler aus Brassach kam nur knapp mit dem Leben davon. Trotz Bemühungen der Stadtwache und des Marktaufsehers konnte die Person in der Menschenmasse nicht mehr ausfindig gemacht werden. Das nächste erschreckende Ereignis war ein Attentat auf Baronin Josephina selbst, das aber durch das rasche Eingreifen der Angaheymer vereitelt wurde. Der Attentäter selbst konnte leider nicht mehr verhört werden, da man ihn mit Angaheymer Gründlichkeit kurzerhand zu Gwon befördert hatte. Auch das plump gefälschte Auftragspapier, das man bei ihm fand, ließ keine Schlüsse darauf zu, wer unserer geliebten Baronin nach dem Leben trachtet. Am späten nachmittag wurde zum großen Festbankett im Freien geladen. In Anwesenheit der Bevölkerung und aller Gäste verlas der Gesandte seiner Majestät, ein Hochgeweihter des Helios, die Schriftrolle mit den Rechten und Pflichten einer Stadt und übergab sie Baronin Josephina. Diese überreichte dem Marktaufseher, der nun zum Stadtkämmerer geworden war, Amtskette, Siegel und einen Zollstock. Ms besonderes Privileg seiner Majestät erhielt Sarniant eine jährliche Tuchhandelsmesse, bei der Landeserzeugnisse und ausländische Waren angeboten werden sollen. Das Bankett verlief zu aller Zufriedenheit, bis eine launige Bemerkung des Heliosgeweihten wohl den Arger Xurls hervorrief und er das Essen mit einem heftigen Regenschauer beendete.
Nach einem fröhlichen Abend mit viel Musik in der Markthalle beging man das feierliche Neujahrsritual. Mit besten Wünschen, guten Vorsätzen und zahlreichen Trinksprüchen wurde das neue Jahr begrüßt. Unerwartet trat darauf die Tatzelfelser Delegation in den Vordergrund und der Vogt von Walchensee überbrachte der überraschten Baronin Josephina die Nachricht von ihrer Ernennung zur Marschallin von Drachenhain. Doch damit nicht genug: Trat doch plötzlich ein junger Mann, der in weißes Leinen gekleidet war, vor die Geweihten, Baron Leomar von Tatzelfels! Er warf sich vor dem Altar der Götter nieder, bat sie um Verzeihung für seine Tat und um die Zurücknahme des nunmehr zehn Jahre dauernden Fluches. Da die Götter kein Zeichen ihres Mißfallens gaben, hob Baronin Josephina ihren Cousin von den Knien auf und schloß ihn in die Arme. Damit kann wohl der Drachenhainer Fluch als beendet angesehen werden. Dieses Glück feierten alle Verwandten und Freunde des Barons und die ganze Bevölkerung ausgelassen bis weit in den Morgen hinein. Und damit ging das wohl außergewöhnlichste Neujahrsfest, das Drachenhain je gesehen hat, feuchtfröhlich zu Ende.

Letzte Meldung:

"Neeeinnnn! Bitte bitte Herr, tut das nicht!"
Niemals in meinem ganzen Leben werde ich in der Lage sein, diesen markerschütternden Schrei vergessen zu können. Gerade machte ich mich daran, endlich mein Werk zu beenden und unter die letzten Meldungen, des Euch nun vorliegenden Helios Boten Nr. 23, den Schlußpunkt zu setzen. Da ließ mich dieser unverschämt schreiende Lümmel, erschrocken aus meiner Arbeit hochfahren. Unbeirrt führte ich dennoch kopfschüttelnd und fluchend die Feder zum Papiere, da geschah das Unfaßbare, dieser Bengel riß mir den Kiel aus der Hand und versteckte ihn, mich wild anstarrend, hinter seinem Rücken. Nun kam es zu einem kleinen Handgemenge, woraus allerdings mein Gegner als Sieger hervorging. Ich war außer mir vor Zorn. Unbeherrscht schrie ich ihn an, was ihm denn einfiele; er befände sich nicht auf einem darianischen Dorfbasar, sondern in der hochvorzüglichen Schreibstube, des hochvorzüglich-heligonischen Helios Boten. Seiner unerhörten Tat nun wohl bewußt, wich er erschrocken einen Schritt zurück, schluckte, faßte sich aber denoch sichtbar ein Herz und führte ungefähr die folgende Rede:
"Verzeiht mir tausendmal Herr, aber ich mußte Euch aufhalten. Ein langer, mörderischer Weg liegt hinter mir - von Kratorpolis und der Leomark aus dem Norden, da komme ich her. Mein Herr der Baron von Rebenhain hat mich geschickt, ich solle euch wackren Mannen vom Helios Boten von einer ungeheuren Sache in Kenntnis setzen. Bitte, hört mich an."
Ob dieser Worte ließ ich mich erweichen - und so lest:

Rebenhain - Tatzelfelser Streitmacht schlagen zusammen mit Kielholer Ödlandhorden vor Kratorpolis und der Leomark
- es berichtet Minhardt Balamus -
Schon einige Wochen sind vergangen, seit wir bei Nacht und Nebel unsere kleinen, schnellen Schiffe betraten und nahezu lautlos, in regelmäßigen Stößen, das Land verließen. Das weit entfernte Kratorpolis war unser Ziel. Wir, ein großer Haufen Mannen aus Rebenhain wurden vom Edlen Adrian von Saras angeführt. Mit uns fuhren und stritten einige Tatzelfelser, drahtige Kerle und auch Soldaten des Grafen, ungefähr fünfzig an der Zahl - mit denen hatten wir nicht allzu viel zu tun, aber das ist jetzt ja unwichtig. Ach ja, die Tatzelfelser und die Drachenhainer wurden vom Ritter Erendel von Baxentor angeführt, den kennt Ihr vermutlich nicht Herr.
Die Hinfahrt verlief, wider Erwarten, ereignislos und so gibt es eigentlich nur zwei Dinge zu berichten. Das eine Mal - wir standen wohl etwa auf Höhe Soltrans - ging die Fahrt ein wenig langsamer. Zahlreiche Schiffe, wie auch wir, warteten darauf, durch einen winzigen Kanal gelotst zu werden. Diese Sache mag für Eure Ohren nicht weiter verwunderlich sein, Ihr fragt Euch: "Warum erzählt er das?" Doch ist der Umstand, der dazu führte sehr wohl verwunderlich. Denn irgend ein Irrer baute da mitten auf einer verstärkten Sandbank, den weißen Grundmauern nach zu schließen, ein riesiges Haus - einen ganzen Tag kostete uns diese Sache. Das andere Ding, ungleich erfreulicher, trug sich wenige Tage später in Jolberg zu, da trafen sich unsere Anführer an Land mit einigen Herren aus Ostarien - wieder ein Tag, jedoch führten diese Verhandlungen dazu, daß uns von da an ein schmuckes ostarisches Schiff begleitete. Als wir erfuhren, daß es sich hierbei um die "Pfeilschnell" mit Kapitän Xurlsen Kielholer handelte, legten wiruns mächtig ins Zeug und tatsächlich, wir konnten mit ihnen doch recht gut mithalten. Unter der kundigen Wegführung Kielholers, dauerte es auch nicht mehr lange, bis vor uns am Horizont die Rebenhainer und Drachenhainer Farben im Wind zu entdecken waren. Groß war da die Freude an Bord, denn wir hatten es geschafft.
So dachten wir jedenfalls, denn als wir etwas näher kamen, entdeckten wir vor den Mauern der Stadt Kratorpolis, lagernde fremde Soldaten. "Verdammte Ödländer", wie es einigen meiner Kameraden entfuhr. Die Wilden waren tatsächlich gerade dabei, mittels langer Leitern die Unsrigen in der Stadt anzugreifen. Eilig hießten wir den letzten Fetzen Segel und fuhren, schnell wie der Wind, in den kleinen Hafen der Stadt. Groß war die Freude bei den Belagerten als sie uns erblickten, waren wir doch die letzte Rettung in höchster Not. Während die Besatzung der "Pfeilschnell" nun erst einmal im Hafen die Stellung hielt, rotteten wir uns zusammen und machten uns im gemeinsamen Ausfall über die bereits gewarnten Ödländer her, welche ihr Heil aber bereits in der Flucht suchten - so schien es. Doch wie der Komandant der Stadt vermutete - und sich später auch als richtig erwies - sammelten sich die Heerscharen der Wilden nur mit einem größeren Haufen der Feinde im Norden, der die Leomark belagerte. Also sprangen wir rasch wieer zurück auf unsere Schiffe und eilten stromaufwärts zur Leomark hin. Schon bald entdeckten wir die unheilverkündenden dunklen Rauchwolken in der Ferne. Für die Tatzelfelser und Drachenhainer gab es nun kaum ein Halten mehr. Fest nahmen wir alle unsre Waffen in die Hand. Erst nach einer Ewigkeit näherten wir uns dem Hafen, eine Totenruhe empfing uns. Hatte die Ödländbrut aufgegeben und war zurück in seine Höhlen geeilt? - Irgend etwas stimmte nicht. Noch bevor auch nur einer etwas sagen konnte, kamen sie mit lautem Kriegsgeschrei über uns. Denn die Feinde hatte die Stadt bereits erstürmt und uns in die Falle laufen lassen.Von überall her prasselten jetzt Pfeile und Sperre an Bord. Nicht einmal auf der "Pfeilschnell" hatte man diesen Angriff erwartet. Schnell suchten wir alle nach Deckung. Von meinem Fass aus, konnte ich erkennen, daß unsere Verluste sich - der Götter sei Dank - in Grenzen hielten. Doch was nun? Aufgeben? Niemals! Dann lieber sterben. Noch schneller als wir es zu hoffen gewagt hatten, kam di Rettung. So plötzlich wie der Angriff eingesetzt hatte, erschlosch er wieder. Statt dessen erschollen "Für Heligonia" Rufe und Kämpfeslärm wurde von der Stadt her laut. Wie wir erspähten, griffen nun, die scheinbar bereits besiegten Soldaten der Stadt Xurl-Saleenia von hinten die Ödländer an. Schnell sprangen wir über die Reeling und machten es ihnen gleich. Wir kämpften mit dem wilden Mute der Verzweiflung. Derart in die Zange genommen, und unter dem fortwährenden Speerbeschuß der Pfeilschnell, dauerte es nicht lange und die ersten Wilden streckten die Waffen nieder. Der Sieg war endgültig unser!
Wie uns später die letzten Verteidigungssoldaten der Stadt berichteten, konnten sich einige tapfere Unbekannten aus ihren Gefängissen befreien, ihre ödländischen Wachen überwältigen und uns zu Hilfe eilen. Wermutstropfen bei den anschließenden rauschenden Siegesfeierlichkeiten war die Erkenntnis, daß fast das gesamte Verteidigungsheer der Leomark zu Tode gekommen war.
Einem jeden von uns war klar, hätten wir die "Pfeilschnell" nebst Kielholer nicht gehabt, hätte uns sicher das selbe Schicksal ereilt.
Mit diesen Worten sackte der junge Mann bewußtlos zusammen und schlief zwei Tage an einem Stück - mag man ihm' s verdenken?

Hansgar Rowen

Ostarische Herzögliche Hofgazette

Neuer ostarischer Botschafter

Der herzögliche Hof zu Ankur gibt hiermit kund, daß das Amt des ostarischen Botschafters mit einem herzogstreuen Mann, Thioderik von Wälsung, besetzt wurde.
Der Baron von Wälsung zeichnete sich für diese Aufgabe aus, da er, treu seiner pretorusianischen Erziehung, das Leid der Bevölkerung in den von Krieg heimgesuchten süd-ostarischen Baronien zu linderte, indem er die Adeligen Ostariens und seiner Nachbarstaaten zur Zusammenarbeit anregte.
Möge er auch weiterhin teilhaben seiner Heimat Ostarien Frieden und Wohlstand zu bringen.
Gezeichnet zu Ankur am 24. Tage des 2. Helios im Jahre 26 n. A. III.

Herzöglich-Ostarische Marine ehrt gefallene Helden

Mit etwas weniger Prunk und Feierlichkeiten als vor vier Monden liefen zwischen dem zweiten und vierten Tag des zweiten Helios weitere Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse vom Stapel. Die Neubauten des bewährten Schifftyps wurden diesmal nach Ostariern benannt, die im letzten Jahr heldenhaft ihr Leben für das Herzogtum gegeben haben. So soll ehrenhaft gedacht werden folgenden großen Söhnen des Landes:
Daron von Brassach, Sirium Silverhorn, Arnsgerd von Brazenberg und Legon von Brazfurt alle gefallen im Kampf gegen die Ödländer; Calon von Buchenfels, gestorben an der Pustelplag während des Kampfes gegen einen Reichsverräter; Alahn von Soltran, feige ermordet. Die Schiffe liefen sofort nach dem Stapellauf gen Norden aus, um dafür zu sorgen, daß Jolborn und Brazach auch in Zukunft ödländerfrei gehalten werden. Zur Zukunft der ostarischen Flotte befragt, erklärte der sich zur Zeit in Brassach aufhaltende Erste Seeherr Ostariens, Jareck von Jolberg: "Die Vergrößerung der Ostarischen Flotten durch Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse, die in Reaktion auf die Ödländische Bedrohung vorgenommen wurde, wird ab sofort deutlich eingeschränkt werden. Ostarien ist jetzt in der Lage die nördlichen Wasserwege Heligonias in ausreichender Weise zu beschützen und möchte keineswegs zur Beunruhigung anderer Flußanrainer beitragen. Vielmehr ist es unbedingt notwendig, daß es möglichst bald zur Zusammenarbeit der heligonischen Flottenmächte kommt, um Piraterie effektiver bekämpfen zu können."

Neuigkeiten aus Brassach

Nachdem heligonische Truppenverbände unter der Führung des Generalzeugmeisters von Ostarien, Baron Jareck von Jolberg, und des Großmeisters der Templer zu Ankur und Barons von Brassach, Kalveram vom Norrland, in der dritten Saarka achtundachtzig nach der Erleuchtung die alten Landesgrenzen der Baronie Brassach in nördlicher Richtung überschritten hatten, um die Ödlandbrut aus dem herzöglich-ostarischen Gebiet auf ewiglich zu vertreiben, ist nun zu berichten, daß die wackeren Recken in den ersten Wochen des Jahres neunundachtzig nach der Erleuchtung nahezu unbehelligt weitere Meilen ins öde Land vorgedrungen sind.
Da sich der zurückziehende Gegner den Truppen Jarecks und Kalverams nicht mehr stellen wollte, sondern seine wilde Flucht in die Tiefe des Ödlands weiter fortsetzte, beriefen am fünfzehnten Tage des ersten Helios der Generalzeugmeister und der Großmeister der Templer zu Ankur eine 'Versammlung der Obersten' in einem eiligst gerichteten und verschanzten Feldlager in den Ebenen vor Brassach ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Nachdem in den vergangenen Wochen die stark angeschlagenen Einheiten zurück in die alten Stammgebiete der Baronie Brassach verlegt und neue beziehungsweise frischere Einheiten herangeführt wurden, gruppierten sich die Mannen der beiden Heerführer in den letzten Tagen des ersten Helios um, um sich neuen Kriegszielen zuzuwenden. Späher und Kundschafter waren in westlicher, nördlicher Richtung und den Brazach entlang entsandt, um das weitere Umfeld zu erkunden. Ohne die aus Drachenhain und der Lormark entsandten Späher wäre es den ostarischen Armeen wohl nur schwer gelungen, ihren großen Bedarf an Kundschafter abzudecken. Aber die Großzügigkeit Graf Waldemars und die Weitsicht Nimue von der Aue gestatteten den Oberbefehlshabern ihren Kundschafter angemessene Ruhepausen zu gönnen, damit sie erholt zu neuen Missionen aufbrechen konnten, um den Heerführern die doch so nötigen Information 'fcber das Gelände und den vielleicht noch versteckten Gegner zukommen zu lassen. "Nur noch schwache Gegenwehr, wenn überhaupt, sei in den nächsten Meilen nördlich und westlich der momentanen Position zu erwarten. Wenige Wilde seien lediglich gesichtet worden und dies hauptsächlich in westlicher Richtung zum Gebirge hin.", berichteten die Späher. Leider kamen einige von ihnen von ihren nächtlichen Erkundungszügen nicht mehr zurück, so daß man durchaus allezeit gewappnet sein sollte.
Die Mannen aus Jolberg, Soltran und Teile der Herzöglichen aus Ankur, unter dem direkten Befehl des Generalzeugmeisters stehend, wandten sich gen Westen und zogen zu Füßen des Nordmassivs grob in Richtung Jolborn. Ihnen zur Seite die Saarka-Kriegerinnen, die mittlerweile entsetzt wurden, und die verbliebenen Recken aus Drackensteig, die mit dem Baron von Jolberg nach Brassach gekommen waren. Noch durch den Tod ihres Barons tief berührt, waren sie stets bereit ihr Leben für Heligonia zu geben.
Die Truppen des Norrländers, mittlerweile um weitere Aushebungen aus Brassach, dem Norrland und um Entsatztruppen der Templer zu Ankur, die in den jeweiligen Balleien des Ordens zusammengezogen wurden und nahe Brazfurt gelandet waren, verstärkt, wurden in drei Frontarmeen und ein Reserveheer aufgeteilt. Das Reserveheer verblieb im Feldlager, währenddessen die drei anderen Heere in drei verschiedene Richtungen vorstoßen sollten: Die Mannen unter der Führung des Ordensmarschalls der Templer zu Ankur, Hadebrand von Grauburg, vorwiegend Templertruppen, sollten den Heerzug Jarecks noch ein paar Meilen begleiten, um erst dann gen Norden vorzustoßen. Baron Kalveram zog mit dem Gros der Recken, überwiegend eigene brassachische und norrländische Verbände, vom Feldlager aus direkt gen Norden. Hagen von Grauburg führte die ihm Anvertrauten längst dem Brazach gegen den Strom flußaufwärts in nord-nordöstlicher Richtung . Die Heliosritter, die nachwievor tapfer in Brassach kämpfen, begleiteten den ersten Ritter der Provin Grauburg. Lothar von Einbrück, der zusammen mit den Heliosrittern das Gebirge bei Dahnen überschritten hatte, übernahm nun den Oberbefehl über das Feldlager, die dort zurückgelassenen Reserven und den leicht angeschlagenen Verbänden. Eine Position, die nicht zu unterschätzen sei, denn hierhin sollte der Nachschub verbracht werden, den ostarische Koggen ständig in der Nähe des geschliffenen und bis auf die Grundfesten niedergebrannten Brazfurts entluden, um ihn mit Karren und Fuhrwerken ins Lager und von dort aus zu den Mannen der Heerführern zu schaffen.
Kurz nachdem sich die Truppen Hadebrands und Jarecks getrennt hatten, stieß der Generalzeugmeister auf "Höhe" des brassachischen Schwarzgrunds, aber nördlich des Gebirgszuges, auf die gemeldeten Rotten der Ödländer, die noch immer in den Felsnischen der Berge ausharrten. Von der Streitmacht des Jolbergers unbeeindruckt schickten sich die Wilden nun an, die Ostarier zu bedrängen. Geschickt hatte man bis zum Ansturm der Ödländer die Soltraner und Saarka-Kriegerinnen im Hintergrund gehalten, die nun von der Flanke her die Ödländer angingen. Binnen weniger Minuten ward dem bösen Treiben der Ödländer unter geringen heligonischen Verlusten ein rasches Ende gesetzt. Der Vormarsch in westlicher Richtung wurde unverzüglich fortgesetzt.
Der Ordensmarschall, Hadebrand von Grauburg, führte nun sein Heer in den Ebenen nordwärts bis zu einem namenlosen Bach, der wohl seinen Ursprung irgendwo im westlichen Teil des Nordmassivs fand. Wohin dieser hier nur schmale Bach nun letztendlich floß, war noch ungewiß, aber Hadebrand ließ seinen Baron wissen, daß er nun dem Verlauf des Flusses folgen wollte und ihn dieser anscheinend in nordöstliche Richtung führen würde. Vielleicht würde dieser Strom ja irgendwo in den großen Brazach münden. Hadebrand ließ absitzen und wies die ihn begleitenden Priesterbrüder der Templer an, eine Messe zu lesen. Am Ende der Lesung gab Hadebrand in Anlehnung an das Herzogtum Ostarien und der östlichen Fließrichtung dem Strom den Namen "Ostra".
Viele Meilen weiter östlich trieben Kalveram vom Norrland und Hagen von Grauburg ihre Mannen entsprechend ihren Zielen an. Meile für Meile wälzte sich der unter brassachischer Führung stehende Troß gen Norden, um neue Gebiete für die Baronie Brassach und Ostarien zu vereinnahmen. Und Tag für Tag mußten die eigenen oder entliehenen Späher den weiteren Verlauf der Strecke auskundschaften, aufdaß dem Heerzug niemals eine Überraschung bereitet werden sollte.
Genaueres über den weiteren Verlauf der Missionen und das weitere Vorgehen der handelnden Heerführer konnte bis dato nicht in Erfahrung gebracht werden, denn von den vorrückenden Verbänden ging bis zum fünfzehnten Tage des zweiten Helios keine weitere Kunde ein.

Teemon endlich gefaßt!

Kurz vor Redaktionsschluß erreichte uns eine Neuigkeit, welche bei offizieller Stelle schon einige Zeit bekannt zu sein schien, ob ihrer brisanten Bedeutung jedoch bisher noch zurückgehalten wurde.
So sammelte Teemon nach dem Fall der Seeburg seine letzten Getreuen um sich und marschierte gen Ankur. Auf dem Weg durch Lodenburg stieß der vogelfreie Shirkon Sherendil zu den Marodeuren. Die genauen Umstände über den weiteren Verlauf wurden uns nur soweit mitgeteilt: Es muß zu einer Meuterei auf dem Vormarsch gekommen sein, als Teemons Getreue die Hoffnungslosigkeit ihres Unternehmens realisierten. Dabei kam der ehemalige Baron von Oraneck ums Leben, während Teemon festgesetzt und an herzögliche Streitkräfte übergeben wurde. Die Meuterer gaben zugleich ihr Schicksal in die Hände der Herzogin Walluma. Ihr Urteil in dieser Sache ist noch nicht gefällt. Auch was weiterhin mit Teemon geschehen soll, muß noch abgewartet werden. Weiteres soll demnächst im Boten öffentlich bekanntgegeben werden.

Dank an den Adel Ostariens

Viele Bürger Ostariens haben in der Vergangenheit ihre Gesundheit für ihre Lehnsherrn geopfert. An den Grenzen zum Ödland und im Bürgerkrieg gegen den Ursupator Teemon waren Verstümmelungen jeglicher Art an der Tagesordnung. Oftmals konnten die Feldlazarette den Verletzten nur notdürftig versorgen, so daß er am Ende doch noch an den Wunden oder an deren Folgen zugrunde gingen. Doch es gab Hoffnung für die vielen verletzten Menschen.
Am Anfang war es uns, den Brüdern des Ordens der Pretorusianern, vergönnt, nur wenigen Menschen zu heilen. Jedoch ermöglichten uns Spenden des Herzogshauses, der Templer zu Ankur, der Familie Wälsung, den Baronen von Jolberg und Luchnar und viele anderer Spender, unser Mutterhaus auszubauen, oder bessere Möglichkeiten den Leidenden ihre Schmerzen zu nehmen. Mittlerweile besitzt unser Mutterhaus genügend Betten und Heilmittel um jeden Hilfsbedürftigen die nötige Pflege angedeihen zu lassen.
Wir möchten uns an dieser Stelle im Namen der Menschen in unserer Obhut bedanken.
Der herzöglichen Familie für das viele Geld, ohne das wir niemals die nötigen Heilmittel hatten kaufen können.
Den Templern zu Ankur und der Familie Wälsung, mit deren Spenden wir niemals unser Mutterhaus in so großen Maße hätten ausbauen können.
Dem Baron Jareck von Jolberg, welcher uns Heiler, Betten und Zelte gab, mit denen wir der großen Anzahl Hilfesuchender habhaft werden konnten.
Dem Baron Koldewaith von Hautzensteyn, der uns weitere Heiler und einen Druiden sandte, die uns bei unserer Arbeit tatkräftig unterstützen.
Und den vielen Spendern, die an dieser Stelle nicht erwähnt werden wollen, da sie es als ihrer Pflicht ansahen, den Menschen welche sich für sie einsetzten, das Leid zu erleichtern.
Gezeichnet am 3. Tage des 2. Helios im Jahre 26 n. A. III.
Ignatius von Nordmark, Superior des Ordens der Pretorusianer
Abt des Klosters " St. Pretorius"

Wisset, hochgeschätzte Adlige und Volk von Heligonia,
dato verleihen wir, Kalveram vom Norrland, Großmeister der Templer zu Ankur, seiner Hochwohlgeboren Thioderik von Wälsung, Baron zu Buchenfels, für seinen unermüdlichen und uneigennützigen Einsatz bei der Versorgung der Verletzten des Ödlandkonfliktes den Ehrentitel 'Großkreuzritter' der Templer zu Ankur. Wahrlich edel hat sich dieser gute, ostarische Baron in den letzten Wochen und Tagen um die Verwundeten dieses schrecklichen Krieges bemüht. Möge ihm der Eine noch oftmals die Möglichkeit geben, Gutes zu bewirken. Der Dank des Ordens ist im gewiß.
Ballei Amien, am 15. Tage des 1. Helios 89 nach der Erleuchtung
Kalveram vom Norrland, Großmeister der Templer zu Ankur
Landmeister von Ligonii

Einberufung des III. Konzils der Heiligen Mutter Kirche

Patriarch Benedikt Canesius Erzprimus der Ceridischen Kirche verkündete zur großen Freude aller, daß das III. Ceridische Kirchenkonzil am 1.des 8. Mondes in Ankur stattfinden soll. Seine Heiligkeit kündigte im voraus Reformen innerhalb des Aufbaus des Kirchenstaates an. Ein weiterer wichtiger Punkt, der beraten werden soll, sei die reformierte Ceridische Kirche welche durch ihre verschrobene und teilweise schwachsinnige Weltanschauung viele ceridische Gläubige verunsichert und beleidigt.

Öffentlicher Vermißtenaufruf

Die ostarische Handelsflotte hält jedweden Seefahrer zur Mitarbeit an, der sachdienliche Hinweise zum Verschwinden des im Nachfolgenden beschriebenen Seefahrzeugs geben kann:

Holk Stolz von Wiesloch
Kapitän Jens-Henrik Nilsson, auch "Der Rote" genannt
Mannschaft: etwa 12 Matrosen, verschiedentlicher Herkunft
Last: Holzkohle
Bestimmungsort: Darbor/Darian

Das Schiff hat zum 20. Tag des 2. Xurl des Jahres 25 nach Aximistilius III. den Flußhafen zu Jolberg/Jolberg verlassen, um oben benannte Güter an oben bezeichneter Destination im Auftrag der Reederei Güldentaler/Jolberg gewinnbringend zu veräußern. Ein aktenkundiger Hinweis, demzufolge das Schiff im 3. Xurl im Hafen von Waldroden/Tolens angelegt und versucht haben soll, die ordnungsgemäße Anlegegebühr zu umgehen, liegt uns vor. Seit dem Ablegen der Stolz von Wiesloch fehlt jeder Hinweis auf den weiteren Verbleib des Fahrzeugs.
Die Reederei Güldentaler bietet Dk 50,- für jegliche Hinweise, die zum Wiederauffinden des Schiffes führen. Nachrichten sind zu entsenden an folgende Adresse:

Herzöglich-Ostarische Admiralität
Registraturrevisionsdezernat IV
Abteilung Jolborn-Handelsflotten ga-pr
Amtsrat Friedbert Gernot Arg-Schmidtzke
Schustergasse 3b (Hinterhaus)
0001 Ankur

Unbezahlte Boten werden auf eigene Kosten zurückgewiesen.
Dieser Aufruf ist amtlich und bedarf keiner Unterschrift.

Lang lebe Herzog Uriel II.!

Fürstlicher Thaler Hofchronist

An den stillen Beobachter,

Ich möchte mich bei Euch auf diesem Wege recht herzlich Dank für Euer reichlich mit Komplimenten an meine Persona versehenes Schreiben im letzten Boten bedanken. Jedoch fühle ich mich gewissermaßen gezwungen einige kleinere Berichtigungen an Euch zu richten. Zum ersten fühle ich mich zwar geehrt, daß Ihr mich mit ´Fräulein´ anredet, jedoch war mir bis dato noch nichts darüber bekannt das ich mich eines nennen dürfte, es sei denn man hat ohne mein Wissen das Geschlecht meiner Persona vertauscht. Zum zweiten habe ich in meinem Traktat die breite Meinung vieler heligonischer, zum teil hochrangiger, Personen wiedergegeben. Ich hoffe für Eure Person, daß Ihr in Eurem Schreiben nicht vorsätzlich ausdrücken wolltet, die heligonischen Persönlichkeiten seien infantil, naiv und realitätsfremd. Zum dritten war es mir mit meinem Traktat im vorletzten Boten sehr ernst, und keinesfalls in romantischer Natura, und ich möchte bemerken, daß ich solide auf dem Boden der Tatsachen stehe. Aber wie ich im vorletzten Botenebenfalls lesen konnte scheint sich die in meinem Traktat vorgeschlagene Vorgehensweise von selbst ad absurdum gelegt zu haben, denn wie mir scheint hat sich der Bräutigam darselbst nunmehr verflüchtigt. Zum vierten habe ich nie behauptet, daß die ogedische oder die ceridische Ehe in der heligonischen Halsgerichtsordnung verankert sei: Ich sprach vielmehr davon, daß es sich bei der betreffenden Heirat um ein gesamtheligonisches Interesse handelt, wie Umfragen meinerseits ergeben haben. Ein gesamtheligonisches Interesse, also die breite Meinung heligonischer Personen, muß im Normalfall nicht in der Halsgerichtsordnung verankert sein. In einem Punkte muß ich Euch jedoch recht geben, das gesamtheligonische Interesse darf der Halsgerichtsordnung nicht widersprechen! Zum fünften möchte ich mir noch eine kleine Bemerkung zu Eurer Abschlußbemerkung erlauben: Die Geschichte hat gezeigt, das Hochzeiten in den hohen Kreisen in den seltensten Fällen auf einem Vollzug der Hochzeit beruhen, sondern vielmehr das Schließen der Hochzeit die Hauptsache bildet.
Ragabun, heligonischer Meinungsforscher nicht -in

Verehrte Leserschaft des Heliosboten,

da ich nun die Gewißheit habe, daß dieser Brief nicht nur an das Hochverehrte und von uns allen geschätzte Monarchenpaar, Fürst Bartha von Thal und seine Gemahlin die Fürstin von Thal geht, wende ich mich diesmal direkt an alle geneigten Leser.
So habe ich diesmal eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Prinz Anselm sitzt nicht in einem muffigen Kerker ein und wartet, einem Komplott in die Falle gegangen, auf seine Hinrichtung. Die Schlechte: Auf unserer Suche nach Baronin Tamara sind auch wir ihm nicht begegnet. Mein Begleiter gab sich als Anselm aus, um leichter an Informationen über Tamara zu kommen, da er mit der Sympathie der Leute rechnete. In Wirklichkeit ist er ein Söldner wie er mir damals im "blutigen Einhorn" auch erzählte, der jahrelang in der thaler Miliz diente, daher sein Dialekt. Thoralf ist sein wirklicher Name. Diese Enthüllung seiner Täuschung mir gegenüber kostete ihm ein paar Blaue, und mir ebenso, da er meine Faust nicht so ohne weiteres probieren wollte. So sind wir Söldner eben, rauh, aber wenn es darauf ankommt, können wir uns aufeinander verlassen.
Und zum Schluß die ganz schlechte Nachricht: diejenigen die im Kerker auf ihre Hinrichtung warten sind wir. Thoralf Guthwulf und Simon Arden

Diesmal gelangte mein Bericht auf noch ungewöhnlicherem Wege als sonst zu Euch. Es sind Wege die der unbedingten Geheimhaltung bedürfen, damit sie auch weiterhin noch anderen offen stehen. Denn diesen Bericht kratzte ein verrückter Alchemist in der Zelle neben uns in kleine Wachstäfelchen ein. Zwar nervte er den ganzen Gang mit seinem Weltuntergangs Gefasel und seinen Theorien, aber er kann wenigstens Schreiben. Laut wird das Geschrei nur wenn der Alchemist mal wieder versucht uns zu erklären, daß es gar keine Götter gebe die unser Schicksal lenkten, sondern alles sei nur Zufall, der Mensch sei nur für sich selbst verantwortlich. Wenn man ihm entgegenhielt, daß Blitz und Donner doch die sichtbaren Zeichen des Streites der Götter Xurl und Helios seien, kommt er mit dummen Gewäsch von "erklärbaren Naturphänomenen", der Donner entstehe aus der Geschwindigkeit des Lichtes, ja des Blitzes selbst. Für Unterhaltung ist also gesorgt, trotz der Eintönigkeit der Stunden hier im Kerker gibt es doch immer etwas tun, zu besorgen, zu reden. Ungefähr sechs weitere vergitterte Zellen, soweit ich die gegenüberliegende Seite einsehen kann, sind mit Häftlingen besetzt. Unsere eigene Seite kann ich nicht sehen, da mein Kopf nicht durch die Stäbe paßt. Die Gefangenen aus der Nachbarzelle kenne ich nur von ihren Händen wenn wir etwas weitergeben, ihre Gesichter habe ich noch nie gesehen. Der Alchemist ist links neben uns allein in der Zelle, da er hat schon mehr als einmal versucht hat seinen Mitgefangenen in einen Frosch oder eine Maus zu verwandeln, damit dieser fliehen und Hilfe holen könnte. Diese Behandlung hat dem armen Tropf natürlich nicht gut getan, wenn ich daran denke welch ekliges Zeug er trinken mußte, wird es mir jetzt noch speiübel. Natürlich hat keines seiner Mittel, die er aus Rattenkot, schimmeligem Stroh, vergorenen Botresten und körpereigenen Säften braute irgend etwas bewirkt. Außer das der Delinquent sich wochenlang den Magen verrenkt hatte. Aus diesen Mauern ist noch keiner lebend herausgekommen, das Einzige, daß die Wachen nicht aufhalten können sind die kleinen Nachrichten, die doch immer wieder an die Außenwelt gelangen.
Doch ich zäume das Pferd wieder von Hinten auf.
Deswegen will ich darauf auch gar nicht weiter eingehen, und muß diesmal von einem eher unrühmlichen Teil unserer Reise berichten. Um nicht mit liebgewordenen Gewohnheiten zu brechen, nenne ich meinen Schützling weiter Anselm, obwohl er sich mir inzwischen anvertraut hat und eigentlich einen anderen Namen hat.
Nachdem wir im letzten Gasthaus die kleine Zeichnung der Statue aus dem Garten von Palast Mirain gefunden hatten, versorgten wir uns eiligst mit Proviant und brachen früh auf. Nach Wochen der Niedergeschlagenheit wirkte diese kleine Zeichnung auf uns belebend wie der erste Frühlingstag nach einem langen und harten Winter. Voller Tatendrang brachen wir auf, denn nach den Beschreibungen der Ortsansässigen gab es drei volle Tagesritte weit keine Abzweigung von der Straße. Die nächste größere Ansiedlung lag einen vollen Wochenritt vor uns. Wir waren guter Dinge die Entführer bald eingeholt zu haben. Helios schenkte uns endlich wieder ein paar wärmende Strahlen und selbst Saarka zeigte uns nicht die kalte Schulter, sondern schenkte uns eine laue Nacht.
Nach drei Tagen strammen Marsches, wir traten eben aus einem lichten Laubwald heraus, sahen wir in einiger Entfernung dicken schwarzen Rauch aufsteigen. Feuer! Wir rannten los und was sich dort unserem Anblick bot war grauenhaft. Ein Bauerngehöft stand lodernd in Flammen. Wir hörten keine Schreie aus dem Haus. War das knattern der Flammen wirklich so laut, daß es jeden Hilferuf übertönte? Dicker schwarzer Rauch quoll aus Tür und Fenster, der erste Stock, gänzlich aus Holz bot gute Nahrung, als krachend der Dachstuhl in sich zusammenbrach und einen Funkenregen auslöste. Hitze schlug uns ins Gesicht und nahm uns den Atem, als weiteres Krachen an unser Ohr drang. Wir eilten um das Haus und sahen die Feuersäule die aus einem Holz und Stroh Haufen hervorschoß, der wohl einmal die Scheune war. Am Rande des Brandherdes lagen verkohlte Tierkadaver, halb verbrannt, in der Glut. Das verbrannte Fleisch hing in Fetzen von den kohlrabenschwarzen Knochen. Es stank fürchterlich. Die Tiere hatten keine Chance zu entkommen ghabt, sie waren alle verendet. Das obere Geschoß brach mit den brennenden Resten des Dachstuhles in sich zusammen, durchbrach den Boden und füllte die Grundmauern mit heißer Glut. Wie aus einem großen Kohlebecken reckten sich die Flammen in den Himmel. Wenn überhaupt noch jemand in dem Haus gelebt haben sollte, dann fand er spätestens jetzt den endgültigen Tod.
Keine Schreie seit wir die Stelle erreichten. Nicht ein menschlicher Laut. Niemand hier, soweit wir sehen konnten. Wo waren die Bauern die dieses Gehöft bewohnten? Wo waren Nachbarn die den Brand löschen halfen? Ein brennender Hof und keinen der Ansässigen bemerkt es? Was für eine merkwürdige Gegend war das in der der Nachbar den Nachbarn im Stich läßt, der Herr sich nicht um seine Untertanen schert, der Bauern nicht um sein Vieh. Friedland?
Wir warteten einige Zeit, bis das Feuer weiter heruntergebrannt war. Zu löschen gab es eh nichts mehr. Wir fanden noch abseits in einem kleinen Geräteschuppen Schaufel, Hacke und Rechen und begannen vom Rand her die verkohlten Überreste des Wohnhauses zu durchsuchen. Wir wollten wenigstens versuchen den Toten ein würdiges Begräbnis zu geben. Wir wurden auch fündig und machten eine grausige Entdeckung. Die Gliedmaßen waren stark verbrannt, sonst aber in einem Stück, nur der Kopf fehlte. Nach dem Körperbau mußte es ein Mann sein. Dann fanden wir die Überreste einer Frau, auch hier fehlte der Kopf. Die Asche gab beide ein Stück entfernt frei. Als wir aber versuchten bei der Bestattung sie wieder an die richtige Stelle zu setzen, sahen wir das das Genick gebrochen war. Man hatte diese Familie regelrecht exekutiert. Daher also keine Schreie. Es waren alle schon Tod bevor das Feuer sie erreichte. Deshalb hielten sich auch die Bauern der Gegend fern. Wir mußten noch mehr Gräber als zwei Schaufeln, was wir fanden wa furchtbar. Selbst ich als abgebrühter alter Kämpe, der schon so manche Schlacht schlug, war bis ins tiefste Mark erschüttert. Sie hatten keinen verschont. Anselm mußte sich mehrmals übergeben, schaufelte aber tapfer weiter.
Bei Einbruch der Dunkelheit verließen wir diesen grausigen Ort, obwohl wir eigentlich zu müde zum weiterlaufen waren wollte doch keiner von uns hier übernachten. Erst nach Mitternacht, als wir einige Meilen zwischen uns und der dünnen Rauchsäule gebracht hatten fanden wir einen unruhigen Schlaf.
(Anm.d.Red.: ...to be continued)

Meine Weniglichkeit, Uriella, Hofschreiberin in und zu Gloozlanden, berichtet hiermit über Neuerungen von, aus und über die Lux-Perle Thals:

Heliosweg

Es freut uns ausserordentlich, mitteilen zu können, dass der Heliosweg durch Gloozlanden fertiggestellt wurde. Das nahezu 3.5 km lange Prunk-Teilstück der wichtigsten Handelsrute Heligonias verfügt zudem über beachtenswerte Sehenswürdigkeiten. Es wurde an jeder 500 m-Markierung eine Gloozlanden-Hecht-und-Zwergenkloss-Bude errichtet, wo vorbeigehende den bekannten Nationalgerichten Gloozlandens frönen können. Von dem mit extra aus Tikon eingeführten Beduinensand gesäumten Weg hat man eine grossartige Aussicht auf Gloozingen samt Gloozburg und den Gloozologischen Garten. Ein Stand mit typischen Handelswaren aus Tikon wie Kameldung, Sitzkissen, Kamelsättel, Gewürzen, Kinder-Reit-Kamele, Mus-el-Manen-Teppichen und Wimpel mit dem Konterfei des Regenten verlockt die vorbeiziehenden zu einem ausgiebigen Einkaufserlebnis und einem Schwätzchen. Ermüdete Gäste finden Ruhe in den nahegelegenen Herbergen. Zu einer neuen Attraktion dürfen das soeben eröffnete Hakrid's Oasenparadies zählen, welches mit Dattelpalmen, echten Kamelen, unzählbaren Tikonischen Teppichen und echten Betreuerinnen aus Shilo die Besucher verwöhnt . Das Oasenparadies ist direkt am Gloozsee gelegen. Gloozingen kann in 10 Minuten bequem zu Fuss erreicht werden.

Nachwuchs im Gloozologischen Garten

Die neuesten Frühjahrsattraktionen des Gloozologischen Garten sind der Nachwuchs im Goblin-Gehege und in der Flugasselhöhle. Zum ersten Mal in Gefangenschaft hat die achtköpfige Goblinsippe Junge zur Welt gebracht. Es konnte beobachtet werden, dass die kleinen, unscheinbaren Goblins in einem Gebüsch gepflanzt worden sind, wo sie durch ihre grüne Hautfarbe fast nicht zu erkennen sind. Jetzt in den ersten Wochen gleichen die Goblinjungen noch einem grünen Pilz oder dickem Spargel. Voller Neugierde warten die Tierpfleger auf die weitere Entwicklung. Leider ist nicht bekannt wer die Eltern sind, da die Pfleger die Goblins nicht auseinanderhalten können. Auch die zwei Tikonischen Flugasseln sind stolze Eltern geworden. Die kleinen Asseln haben noch keine ausgewachsenen Flügel und reiten auf dem Rücken der Eltern mit. Die rund 400 jungen Flugasseln wiegen zusammen bereits gegen acht Kilo und bereiten den Eltern erhebliche Mühe beim abendlichen Ausflug. Übrigens wartet man nun schon seit geraumer Zeit darauf, dassaus dem von einem Seth-Priester erworbenen Ei eines Vogel Geuss ein Junges schlüpft. Ein ausgewachsener Vogel Geuss erreicht eine Spannweite von bis zu zehn Metern. Es wird aber langsam vermutet, dass es sich bei dem hühnereigrossen Ei um eine Fälschung handeln könnte.

Soldaten in Bereitschaft

Durch den in Tikon herrschenden Machtkampf sind die in Gloozlanden stationierten Mehari-Reiter und Elitesoldaten der Gloozburg in ständiger Bereitschaft. Man merkt an der Stimmung rund um die Burg, dass ein Einsatz im nahen Tikon bald unumgänglich ist. Trotzdem werden im Ernstfall nicht alle Truppen aus Gloozlanden abgezogen, um die Sicherheit Gloozlandens gewährleisten zu können. Ebenso wurden am neu erstellten Heliosweg fünf mal zwei Mehari-Reiter stationiert. Die für ihre Kampfkunst bekannten Kamelreiter bürgen für die Sicherheit des Heliosweges innerhalb Gloozlandens. Die Befürchtungen, dass König Bogomil aus Dracconien Truppen gegen das Kalifat Tikon senden könnte, erwies sich glücklicherweise als falsch.
Grenzen erweitert
Durch das unerwartet grosse Wachstum der Stadt Gloozingen wurden die Grenzen Gloozlandens erweitert. Das Gebiet Gloozlandens wurde somit fast vervierfacht. Einige Siedler haben am Gloozsee ein Dorf errichtet, Gloozdorf. Gloozdorf zählt 90 Einwohner. Die Einwohner Gloozdorfs profitieren selbstverständlich ebenfalls von den steuerpolitischen Vorteilen Gloozlandens. Im Gegensatz zu dem fremdenverkehrsorientierten Gloozingen gehen die Bewohner Gloozdorfs vorwiegend landwirtschaftlichen Tätigkeiten nach. Wegen der grossen Nachfrage nach Hechtklösschensuppe wurden Versuche gestartet, Hechte im Gloozsee zu züchten. Leider ist dieser Versuch bisher gescheitert. Die Hechte wollen sich trotz gutem Zureden einfach nicht vermehren.

Grosses Zwergenklosswettessen zur Jahreswende

In der Nacht zur Jahreswende wurde die bereits traditionelle Jahreszwergen-klösschenwettessenfestlichkeit abgehalten. Hunderte von Zwergenklösschen mit Zwergenklösschensauce in Zwergenklösschentöpfen wurden für die Festlichkeit zubereitet. Das Wettessen fand auf dem grossen Marktplatz Gloozingens statt. Dieses mal nahmen 24 Teams à je sieben Teilnehmer und zahlreiche Schaulustige teil. Für diejenigen, welche die Regeln des Wettessens noch nicht kennen: Beim Startschuss beginnt je ein Teilnehmer einer Gruppe mit dem Aufstechen eines Klösschens. Hierbei muss der aufspiessende laut herausschreien, um den wievielten Kloss es sich handelt. Weiss er die Zahl der bereits verspeisten nicht (mehr), muss er seinen mit Met gefüllten Becher leeren, der daraufhin wieder gefüllt wird. Dieser Wettkampf dauert so lange, bis keine Klösschen mehr vorhanden sind oder bis nur noch eine essende Gruppe übrigbleibt. In diesem Jahr hat eine Gruppe aus altersschwachen Druiden überraschenderweise im Finalkampf über die letztjährign Gewinner, sieben Barbaren aus Angaheym gesiegt. Die Druiden freuten sich über ihren Sieg so sehr, dass einer an einer ein Herzversagen erlitt und ein anderer seine künstlichen Zähne in der Zwergenklösschenbrühe verlor. Mit dem gewonnen Preisgeld wollen die Druiden eine Baumschule eröffnen.

bazaar darians

Besonders aktuelle Zeitung aus allen Regionen Darians

Unlängst hatte ich das große Glück, den Jahreswechsel auf den überaus festlichen Markttagen zu Sarniant begehen zu können. Für einen Kaufmann wie mich war dies eine gute Gelegenheit, neue Geschäftsverbindungen zu knüpfen; einerseits, um meinen Absatz zu vergrößern und andererseits, um neue Geschäftsverbindungen zu knüpfen - letztlich liegt für einen Händler aus Betis der Gewinn in der Hauptsache im Einkauf.
Außerdem ergaben sich auch wieder viele Möglichkeiten, außerhalb meiner Geschäftsbeziehungen Menschen kennenzulernen, die mich in ihrer Eigenart, ihrem Wesen und Tun oder auch in ihrer Skurrilität erstaunten. Obwohl ich schon viel erlebt habe, fasziniert es mich beispielsweise immer wieder aufs Neue, mich mit Zeitgenossen auszutauschen, deren Tagwerk sich von dem meinen grundlegend unterscheidet.
Menschen wie Mahmud etwa, einem Buraitreiber aus den öden Wüsteneien von Darian, den ich über Fahramud - einen alten Geschäftspartner und Freund - kennengelernt habe.
Doch genug erzählt, ich will ihm das Wort lassen:

Eine Morge komme Chefe Fahamud zu de Mahmud. Chefe sage Mahmud solle gucke für daß Burai seie fertig für gehe mit Karawan bringe de Salz und de Zimt wo Chefe sage für treibe Handel mit Leut wo brauche disse Sache und habe nix aber habe Geld für bezahle. Chefe Fahradut immer gehe zu disse Leut, drum Chefe seie so reich. Mahmud immer gehe mit Chefe und schaffe und mache und treibe die Burai wo Chefe sage. Aber Mahmud zamme mit Ali und Ibrahim mache disse alle Sache. Also Mahmud denke Tag werde lang und wecke Ali und Ibrahim und schaffe und mache. Wenn fertig Chefe komme und sage Mahmud solle nehme Kittel mit für nix friere weil gehe wo de Wasser fallt von Himmel und wo gibt's Wald wo der Vogel pfeift - nixe wie Darian wo isch warm und frierschte nix, hä. Mahmud denke, darauf könne Chefe Sand schnupfe, aber sage nix, weil Chefe meistens weiß richtig, nit wie Mahmud, der wo wisse nix aber denke trotzdem.
Dann Chefe Fahdamud sage alle solle gehe los und alle gehe los. Dann alle wandere viele Tag. Am Anfang war wie immer: Komme mit de Karawan vorbei an de alte Oase wo seie trocke, dann an de Buraiskelett wo alle mache Rast und andere Tag an de alte durchglaufene Elchstifel mit de schöne Stickerei und nach viele Tag in die Land wo de Gras wachst aus de Bode wie Bart wachst in de Gsicht von Mahmud weil laufe so lang. Und dann gehe weiter und weiter wenn der Mond seie groß bis Mond seie hungrig und gange fort und komme zruck und nochmal. Mahmut habe braucht viel von de psychologische Viehfürung mit de lange Treiberstecke wenn de Burai lauft so weit. Und eine Tag Chefe sage jetzt seie da wenn kommt Stadt wo heiße Sarniant. Mahmud nie glaufe so weit!

Mahmud denkt, Sarniantstadt seie komisch. Mahmud habe gschwätzt mit viele Leut und manche verzehle wie daß Stadt jetzt seie wichtig weil seie früher gwese Dorf und nixeso wichtig und jetzt seie besser. Ha ja, Mahmud nix wisse warum wichtig und Leut mache Fest und freue wie Kind aber Fest seie auch gut für Mahmud und vielleicht Stadt seie für Leut au gut. Weischdu, Stadt seie scho nit schlecht und auf jede Fall besser wie scheiße in die hohle Hand, wa? Und Leut seie lustig und schwätze mit Mahmud und verzehle Gschichte wo Mahmud interessiere.

Aber nix alle Leut wo gehe rum in der Stadt seie nett. Eine Mann groß wie e Burai un mit Blech vor de Bauch sage zu Mahmud Mahmud seie Spion und Spion seie nixe gut und de Mann wird Mahmud hole lasse seine Kiel. Aber Mahmud nix wisse wo de Mann hat seine Kiel und Mahmud sage daß de Mann zu Mahmud seie so nett wie Nacht seie finschter und de Mann soll hole seine Kiel selber und Mahmud seie nix e Spion sondern treibe Burai de ganze Tag und schaffe wie e Aff und Mann solle nixe seie bös blos weil de Mahmud gucke was seie los in de Zelt wo die Adlige sind und schwätze de ganze Tag mit was mache für Diplomatie und wo solle gehe Soldate und wer solle bezahle und wer solle sitze wo wenn kommt Esse und wer solle wische wem de Arsch und wer solle schreie laut wenn die Wach lauft rum und schiebt de arme Mahmud in die Gosse zu de Dreck wenn einer von de Adlige lauft hinterher und braucht wohl ganze Sraß wo isch aber breit, hä! Aber Leut wie Adlige und de Mann mit de Blech vor de Bauch gibt's viele in Sarniant und Mahmud denke, disse Leut solle gehe wo Pfeffer kommt. Chefe Fahrrad-gud immer sage, muß einer halt aufpasse, wenn kommt in Stadt zu de wichtige Leut aber ha ja, Mahmud au nix wisse.
Manchmal Mahmud denke wie daß Leut in de Norde seie dumm weil komme so viel Wasser von de Himmel und fallt auf de Kopf von de Leut so daß de Licht von de Helios gehe naus und Wasser kommt und Leut nit mal wisse, was seie Burai weil habe so weiche Kopf! Mahmud habe erklärt viele Sache über Burai und daß habe dicke Füß mit Wasser drin wie alte Frau aber nixe wege schlechte Herz oder so sonden für laufe auf de Sand und nix einsinke. Aber hat kei Zweck mit erkläre weil komme immer neue Leut und frage dumm und wisse nix aber erzähle selber gscheit. Haja, disse Leut seie halt gscheit und wichtig. Gscheit und wichtig wie Tag seie lang, hä? Haha!

Aber de Mahmud au hat viele nette Leut getroffe wie die Elfefraue aus de Norde oder de Angarheymer aus de Berg wo verstehe gut mit de Mahmud. Und wenn Mahmud sitze in de Zelt mit Chefe Fangdahud und de andere wo Mahmud immer mache Tee und trinke ausde volle Glas (weischdu, Mahmud kriege normalerweis eine halbe Kreuzer und eine halbe Tass Tee am Tag) de Tag war gemütlich. Aber einmal war nit gemütlich wenn kommt Gwitter wo laufe über Darianerzelt wie de Karawan lauft über e Maus. Und aber Mahmud nix denke komisch, weil: Wenn kommt Gwitter in Darian, dann so!
Und einmal Ali und de Mahmud ware gwese auf alte Burg. Aber Burg war total kaputt und habe viele Löcher und keine Dach. Ali sagt, Burg seie vorne hui und hinte pfui. Mahmud denke, Mann wo gehöre Burg vielleicht habe gmacht schlechte Geschäft und jetzt kei Geld für repariere seine schöne Haus. Aber ha ja, Leut in disse Land immer mache komische Sach. Und aber weischdu, wenn die Leut in de Norde seie langweilig, machese lustige Spiel wo Mahmud nixe kapiere aber trotzdem hat mitgmacht weil nixe so schwierig: Alle musse renne im Viereck rum und schreie und schlage und nix laufe über de Strich auf de Bode und zahle Geld an de Mann wo sagt Bscheid und dann könne gwinne oder verliere. Spiel seie lustig und Mahmud hat müsse lache wegedem.

Und wenn d Sonn geht weg mache die Leut im Norde Musik und singe und tanze und saufe und gehe nit ins Bett. Mahmud denkt, de Norde seie komisch aber gar nit so schlimm und hoffentlich Cefe Fagemud gehe mal wieder hin da, wa?


Soweit der Bericht des Buraitreibers, dem ich nichts hinzufügen will. Auch mir haben die Markttage gefallen und ich denke, ich werde noch mehr Geschäftsreisen nach Heligonia unternehmen...

Gideon Kohlbrenner, Kaufmann

Wer eigentlich alles gewonne habe Pokal von Utzgan:
Schon an Anfang von Wettstreit kame so viel Leute zu mir, wie Fliegen an Arsch von Burai und biete mir Haufe Geld zu spiele falsch. Waren von Ostarien und Friedland, wie hab später ich gesehe. Aber ich sagen: "Nein! Soviel Geld wie gutes Dedekien biete für nettes Pokal, Du niemals haben in Tasch! Weil Dedekien wolle habe Pokal für nehm für Farb, wo nehme für Stiefel." Und so Leut zogen wieder ab und versprachen zu gebe mir im Spiel Prügel wie anscheinend noch nie erlebt. Doch das war großes Lüge, denn wir gar nicht gespielt habe gegen Friedland und Ostarien. Ich dummes Mann also hätte nehmen sollen alles Geld. Aber schon zu spät, sowieso egal, weil sie geschlagen mich, Machmut und Ali eh die ganze Zeit. Doch das ich erzähle später. Weil jetzet schon Spiel Darian gegen Angaheim und ich noch beschäftigt zu Haue Friedländer Nase platt wie Fladen von Burai, da kommen aber Torir und sage "Komme schnell Lavas!" Also Lavas komme schnell und eben lasse Friedländer Nase krumm und spitz. Wir gerade noch stecken Schiedsichter zu zwei Dukaten und dann Spiel schon gehen los. Jetzet ich gucke auf Gegener und kriege große Schreck, das ich beinahe fallen laß Geldbörs von Burggräfin Isaboll, weil ich sehe Angaheimer zum erstes Mal. Ihr dürfe jetzt nicht lachen, weil nämlich Angaheimer groß und stark, wie Burai! Dann schon Spiel beginnt und ich sehe Utzgansocke fliegen auf mich zu, ich denken "Jetzet aber los Lavas, sonst..." doch Lavas gar nicht gedacht zu Ende, da flieg Lavas mit Rücke auf Boden, weil Angaheimer jetzet stehen dort, wo eben stand noch Lavas und fange Utzgansocke. Da springe plötzlich heran Ali und halte sich fest an Bein von Angaheimer, wie kleines Äffchen an Palme, ich denke "Gut Ali, jetzet mache großes Burai fertig!" doch Angaheimer gar nicht merken Ali an Fuß und mache erste Punkt. Jetzet aber ich, Machmut und Ali aber bös und spiele schnell wie Mischeln Darok - und habe auch erste Punkt. Da ich krieg Schlag auf Kopf und sehe großes lustiges Blitz und dann ich nix mehr weiß, was ist passiert. Lavas erst wieer da, als Josefina - nettes Frau, ich erzählen nachher warum, aber jetzet müsse warte - weil die Josefina sage "Angaheim gegen Darian drei zu eins", da ich Machmut und Ali kriege Wut in Bauch und sagen "Gar nicht kann sein! Du zwei habe vergesse!" Lavas, Machmut und Ali bringe Schiedsrichter (der mit den zwei Dukate) und der sage auch das Josefina zwei vergesse und so stehe jetzet drei zu drei. Jetzet ich gehe zu Aurazitha Pomeranza, das meine Frau, und hol Kuß und nochmal zwei Dukate und gebe Dukate zu Schiedsrichter, der nehme und lächle, Lavas auch lächle und Spiel geht weiter. Plötzlich laufe alle Angaheimer auf mich, Machmut und Ali und wir nix wie weg und da stehe vier zu drei - Scheiße von Burai - Darian verlore! Dedekien nix bekomme Pokal für nehme für Farb, wo nehme für Stiefel. Ich, Machmut und Ali und andere gute Freunde aber finde, daß das nicht gut und so wir gehe zu, wo aufbewahrt wird nettes Pokal und nehme unter Torir Hemd und schnell mache das komme weg. Jetzet ich gehe zu Aurazitha und erz'e4hle die Sach, da haue Pomeranza auf Lavas, wie auf Teppich und sage "Du dumm wie Arsch von Burai, gleich haben alle Spiel zu ende und alle suchen Pokal!" Lavas finde, daß Aurazitha da habe recht. Also Lavas, Machmut und Ali verstecke zusammen mit Mann, wo ich nicht sag wer, Pokal in Zelt von Angaheim. Am nächsten Tag das war lustig, weil Angaheimer selbst bekomme Auftrag zu suche überall. Nachdem Angaheim nix gefunden Pokal und habe in Darian Lager gesucht fünfe Mal, Angaheimer habe gucken müssen in eigenes Zelt - und habe Pokal gefunde und geguckt wie Burai wenn Blitz und Donner. Ja, ja das ware so lustig, Lavas habe gelacht, das Bauch hat getan weh, ich hoffentlich werd nie vergessen, deshalb Lavas hat aufgeschrieben die Geschichte, damit immer wenn traurig, nehme, daß dann lache, daß Bauch tun weh!
Ach ja, Lavas fast schon jetzet vergessen, Angaheimer waren auch lustig, weil nehmen uns weg Stücke von Zeltstange, daß Zelt von Faramud, das sein Oberdarianer und bester Kerl, sehen aus wie Spuckschal von Dedekien. Und auch wie Angaheimer finde Pokal, habe die fast alle auch habe lachen müsse.
Ach ja, falls jemand frage Lavas wie sein ausgegangen Spiel, "Rasselnder Atem" Lavas zwar nicht wissen, was das sein, aber haben trotzdem gekriegt Pokal am nächste Tag. Nachdem Angaheim habe gewonne Pokal für eine Nacht, die da aber leider nix wisse davon.

Von nix kommt nix
Diese Worte hat schon mein Großvater zu meinem Vater gesagt, der hat sie widerum an mich weitergegeben. Ich sage euch, noch nie waren sie so wahr, wie bei meinem letzten Aufenthalt im Schuldturm von Lasogas. Ich war wieder einmal von unzähligen durchzechten und durchspielten Nächten völlig abgebrannt. Ja, da landet man dann im Schuldturm und knüpft so lange, bis man seine Schuld getilgt hat oder getürmt ist. Das ist nichts Neues für mich, und meine Geschicklichkeit beim Teppichknüpfen ist daher beachtlich. Schon viele schöne Stücke sind aus meiner Dukatennot entstanden. So sitze ich dann, ein Liedlein auf den Lippen, und knüpfe vor mich hin, als mich ein entsetzliches Jammern in meiner Ruhe stört. Ich gehe also dem kläglichen Geräusch nach und entdecke, daß es von meinem Zellennachbarn kommt. Ich werfe einen Blick durch die Gitter und erspähe einen kräftigen Mann mittleren Alters. Ich frage ihn: "Eh, Kollege, was heulst Du so?" Er schreckt auf und zeigt mir seine wunden Hände. Oh, bei allen Göttern, hat der Blasen an seinen Fingern, die eigentlich viel zu zart für einen Mann sind. Nun erfahre ich, daß der Mann noch nie im Schuldturm geknüpft hat und auch sonst keine Arbeit gewöhnt ist. Ich sehe da kein Problem, besteche den Aufseher, gehe in die Zelle des zarthändigen Herrn und knüpfe für ihn seine Schulden ab. Warum, fragt ihr mich? Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Paares wundervoller Elchslederstiefel und die Frauen werden ganz wild, wenn ich sie anhabe.
Haimamud ben Hilal

Fürstbischöflicher Hofkurier

Das Jolberger Wettschießen

Generalkapitän Ambrosius Baltasar von Krogenhogen, Oberbefehlshaber des mächtigen Jolborngeschwaders der Fürstbischöflich - Friedländischen Hochseeflotte, lud am 10. des 5. 89 n.d.E die Offiziere und Kommandanten seines Geschwaders zu einer Stabsbesprechung nach Sydarburg in den Pallazzo Seerosenhof, dem Sitz des Ersten Seeherrn Friedlands, ein. Der wichtigste Punkt der acht Stunden andauernden Diskussion war der starke Ausbau der Ostarischen Jolbornflotte mit neuen Schiffen der Herzog-Uriel-Klasse, welche derzeit unter dem Kommando der Großadmiralin Agatha von Oggnitz-Garstfelden stehen. Die Großadmiralin, die in Friedland nur die alte Seekuh genannt wird, gibt der Friedländischen Admiralität unter ihrem Ersten Seeherrn Eduard de Lyroe mit ihrer starken Präsenz auf dem Jolborn Grund zu Argwohn und Mißtrauen. Es wurden hitzige Debatten geführt, und die Unmengen an Dunkelsteiner Starkbier und Pottenpruzzer Rum trugen dazu bei, daß sich der Zorn bald entlud. Am frühen Abend des 10. gab der sturzbetrunkene Kommandant der Saleasse "Stolz von Bornburg", Kapitän Bertel von Besansteeg, seiner ebenso angetrunkenen Mannschaft den Befehl zum auslaufen. Ziel der Reise sollte der Hafen von Jolberg sein, wollte man doch der alten Seekuh einen Besuch abstatten und ihr mal tüchtig die Leviten lesen. Die Dracconianischen Ruderer vollbrachten eine wahre Glanzleistung, und die Lederpeitsche des bulligen Bootsmanns gab den Dracconianern einen zusätzlichen, nicht unerheblichen Ansporn. Am frühen Morgen des 11. des 5. Mondes 89.n.d.E. kreuzte die "Stolz von Bornburg" dann dicht vor dem Jolberger Hafen. Nachdem das unbeflaggte Schiff vom Jolberger Hafenmeister und einigen Jolberger Bürgern bemerkt wurde, begannen die Friedländischen Seesoldaten wüste Spottlieder zu singen, laute Verwünschungen wurden gebrüllt und einige hatten sogar das Abbild einer Kuh mit üppigem Euter, die den Kopf der Großadmiralin trug, auf das Hauptsegel gemalt. Doch zum großen Ärgernis der Friedländer schienen sich die Jolberger Bürger nicht für das Schauspiel, welches sich ihnen da auf dem Fluß bot, zu interessieren. Die gelangweilten Gesichter der wenigen Jolberger Bürger, die sie da am anderen Ufer anglotzten, stachelte die aufgebrachten Friedländer noch mehr an. Kapitän Bertel Besaansteeg gab daraufhin den Befehl zum Beschuß des Jolberger Hafens. Sehr schnell entdeckten die Friedländer jedoch, daß man keinerlei Munition an Bord hatte, die Kombüse jedoch war zur Freude aller reichlich gefüllt. So bestand die erste Salve der schweren Seebombarden der "Stolz von Bornburg" aus Drachenberger Steckrüben, die die nun sehr aufgebrachten Jolberger Bürger dazu brachte, Deckung zu suchen. Die zweite Salve bestand aus zwei Dutzend großen Watzgensteiner Kohlköpfen, die den Hafenmeister traf, welcher daraufhin, wüste Verwünschungen rufend, die geballte Faust in Richtung Fluß streckte. Die dritte Salve, welche wohl der größte Erfolg der Friedländer war, bestand aus dicken Thaler Bauernbroten, welche mit lautem Krachen das Dach des Jolberger Rathauses durchschlugen, worauf auf der "Stolz von Bornburg" lautes Jubelgeschrei ausbrach. Im Jolberger Hafen hatte man inzwischen die Stadtwache alarmiert, die mit einem schweren Kriegskatapult anrückte. Die Friedländer hatten inzwischen arge Munitionsprobleme bekommen, woraufhin der Pferdeverschlag des Schiffes leergeräumt und die schweren Seebombarden mit noch gut erhaltenen Roßäpfeln geladen wurden. Doch die siegestrunkenen Friedländer kamen nicht mehr dazu, diesen letzten Gruß Friedländischer Pferde nach Ostarien zu senden. Ein Wohlgezielter Schuß aus dem Katapult der Jolberger Stadtwache, welches mit einem leeren Faß Schädelspalter beladen war, traf den armen Kapitän Bertel Besansteeg, derart am Kopfe, daß die verdutzte Mannschaft eiligst die Segel setzte und sich aus dem Staub machte. Wie der Fürstbischöflichen Schreibstube mitgeteilt wurde, befindet sich Kapitän Bertel Besansteeg auf dem Weg der Besserung, jedoch macht er nach Aussage des Admiralmedicus der Friedländischen Hochseeflotte Helmar von Hotzenberg noch einen leicht verwirrten Eindruck; besonders die Behauptung des Kapitäns, der einzig wahre Kaiser Teemon zu sein, veranlaßte seine Wohlgeboren, den Admiralmedicus, dazu, den armen Kapitän vorläufig in die Obhut der Pretoriusaner nach Bornburg zu übergeben. In einem sind sich die Friedländer und Ostarier nun nach dieser ersten Schlacht auf dem Jolborn wohl einig: der Jolberger Ischgi hat seinen Namen Schädelspalter wohl verdient.
Ludmilla von Huldrig
Freie Berichterstatterin des Fürstbischöflichen Hofkuriers.

Die Erzkanzlerin von Friedland reist nach Wolfenfeld

Wie der Heligonischen Schreibstube durch die Fürstbischöfliche Hofkanzlei mitgeteilt wurde, wird sich ihro Gnaden, die Burggräfin Isabeau von Caspelbrunn, Erzkanzlerin von Friedland, auf ihre erste Inlandreise begeben. Erstes Ziel der
neuen Erzkanzlerin Friedlands wird die Stadt Sarniant in der Baronie Wolfenfeld sein, wo ihro Gnaden als Vertreterin seiner durchlauchtigsten Eminenz, des Fürstbischofs von Friedland, beim Stadterhebungsfest Gast der Baronin Josefina
von Wolfenfels sein wird. Die Burggräfin unternimmt ihre Reise auf dem neuen Flaggschiff des Brazzachgeschwaders der Fürstbischöflich-Friedländischen Hochseeflotte, der 'Wolfram von Drachenhain', einer schweren, in Sydarburg gebauten Saleassse. Kommandiert wird das Schiff von Kapitän Alfredo de Cosenzo, dem eigentlichen Sieger der Schlacht von Naglimund.

Erneuter Schlag gegen den Friedländischen Widerstand

Einen großartigen Erfolg erzielte der Friedländische Geheimdienst, die Fürstbischöfliche Evidenzkammer in der Baronie Finsterhorn. Der Gardemiliz der Evidenzkammer welche im Volksmund auch schwarze Garde genannt wird, gelang es unter ihrem Oberst, Gerhard von Turmweiler, ehemaliger Baron von Falkenhain und Hauptmann der legendären Niederwerner Garde in Balstadt in der Baronie Finsterhorn ein geheimes Waffenlager der berrüchtigten Widerstandsgruppe den Wächtern wahrhaftiger Treue ausfindig zu machen. Dabei konnten zusätzlich acht Rebellen lebend gefaßt werden, neun weitere wurden bei ihrem schmählichen Versuch zu entfliehen getötet.

Gott mit uns und dann auf nach Dunkelstein Teil II

Einer der Ritter im Gefolge des so Grimmig schauenden Herrn mit Marschallstab rief nun mit kehliger tiefer Stimme in meine Richtung:" Seine Hochgeboren Prinz Eduard de Lyroe Baron von Watzgenstein wünscht an Bord kommen zu dürfen!" Mein Herz blieb mir beinahe stehen, der Erste Seeherr Friedlands, hastig sprang ich auf und half zwei Matrosen die sich damit abmühten die dicke Heckplanke auf den Pier zu schieben. Der Baron war inzwischen von seinem schwarzen Rappen abgesessen und schritt eilig die Planke nach oben. Auf dem Oberdeck kam er zum stehen und musterte mich kurz und sprach im Typisch Lyrischen Akzent : eh Jünge isch offe du bist kräftisch denn du wirst die Ehre habent mein neuer Leibdiener zu sein. Mit diesen Worten deutete er auf zwei riesige eisenbeschlagene Truhen die am Hafenpier standen. Ich äußerte das sein Wunsch mir Befehl sei und rannte die Heckplanke nach unten um die Truhen in die Kapitänskajüte zu bringen. Nach dieser anstrengenden Arbeit erfuhr ich von seiner Hochwohlgeboren das sein Knappe von Wolkowischen Rebellen auf der Reise von Sydarburg nach Salzach getötet wurde, und er daher mich als Ersatz nehmen würde. Der Kapitän unseres Schiffes Eomar von Jesawitz war sichtlich nervös als er erfuhr das der Erste Seeherr an Bord seines Schiffes war und nicht auf seinem Flaggschiff der Stolz von Sydarburg. Doch der Baron und das fand ich bald heraus war ein sehr gerechter, großzügiger Mann er gab dem Kapitän zu verstehen das er nicht die Absicht hatte das Kommando selbst zu übernehmen und das er mit der Arbeit des Kapitäns und der Mannschaft sichtlich zufrieden war. Er gab dem Kapitän jedoch den Befehl dem Hauptmann meiner Compagnie seiner Gnaden Marchese Fillipo de Gadolo auszurichten, das ich bis auf weiters abkommandiert sei und dem ersten Seeherrn zu Verfügung stehen würde. Damit begann für mich das wohl aufregendste Abenteuer meines Lebens. Wie ich von seiner Hochwohlgeboren erfuhr sollte das Ziel unserer Reise der Hafen der Stadt Jolberg in der gleichnamigen Baronie sein. Nachdem wir das Friedländische Seekriegsbanner und den Admiralswimpel gehißt hatten segelten wir los. Die Seereise nach Jolberg verlief ruhig, ohne irgendwelche Zwischenfälle. Ich hatte auf der sehr eintönigen Seereise viel Zeit, da ich außer dem Baron seine Mahlzeiten zu bringen nichts zu tun hatte, verbrachte ich die meiste Zeit mit dem Bootsmann ein stiernackiger einäugiger aber recht gutmütiger und zudem ein recht schlechter Darockspieler. Am dritten des fünften Mondes 89 n.d.E. erreichten wir endlich denn kleinen Hafen der Stadt Jolberg. Auf einer Landzunge erblickte ich einen trutzigen Zollturm von dem man den Jolborn und den Zufluß des Jolborn den Nigram gut schützen kann. Gegenüber der Stadt führt über den Nigram eine steinerne Brücke auf dessen anderer Seite, auf einem wohl künstlich aufgeschütteten Hügel sich die Jolburg befindet, der Sitz des Barons Jareck von Jolberg des Generalzeugmeisters von Ostarien und wie es heißt heimliche Liebhaber der Herzogin von Ostarien. Unser Schiff ging als erstes in dem kleinen Flußhafen vor Anker. Am Pier wartete bereits eine Eskorte der Leibwache des Barons von Jolberg mit einem gesattelten Pferd. Ich hatte meinen Baron inzwischen fertig angekleidet. Er trug den Wappenrock und den Brustpanzer der Friedländischen Seearkebusiere der Friedländisch - Fürstbischöflichen Hochseeflotte. Dann verließ ich in Begleitung Baron Eduards de Lyroe das Schiff, grußlos bestieg er das Pferd das der Weibel der Jolberger Garde ihm an den Zügeln entgegenhielt dann deutete er mir, auf dem Pferd des Weibels Platz zu nehmen. Wir gaben unseren Pferden die Sporen zu schmecken und ritten los. Als wir wenig später durch das Burgtor der alten Festung ritten konnte ich meinen Augen kaum trauen. Im Burghof standen der Freiherr Sigbert von Albang, Kronvogt von Welmerena, Großsiegelbewahrer Friedlands, der Baron Jareck von Jolberg, der Baron von Finsterhorn, Gargamel von Frostürmen eine Kriegerin die sich als die Marschallin des Lanera-Ordens vorstellte, ein gewisser Freiherr Rustl von Murom aus Soltran und seine durchlauchtigste Eminenz Edmond de Cruz Fürstbischof von Friedland mein Landesherr. Es kam zu einer herzlichen Begrüßung, mein neuer Herr Baron Eduard de Lyroe mußte viele Hände schütteln, lediglich der Kronvogt von Welmerena der die ganze Zeit ein frostiges Grinsen auf den Lippen hatte schlug die Hand meines Barons aus. Es gibt da so ein Gerücht das es eine Fehde zwischen den beiden edlen Herren geben soll, es muß etwas mit einer Peitsche zu tun haben aber mehr weiß ich auch nicht darüber.
Nach der Begrüßung gingen die hohen Herrschaften in das Palasgebäude der Burg, in den großen Saal. Ich folgte ihnen unauffällig als würde ich dazugehören. In dem großen, jedoch schlichten Saal herrschte ein reges treiben, Stabsoffiziere und Adjudanten in ihren prächtigen Uniformen standen um einen großen Tisch auf dem eine große Feldkarte lag. Die erlauchten hohen Herrschaften, versammelten sich um den Tisch, dann ergriff Baron Jareck von Jolberg das Wort und erläuterte kurz die derzeitige Sachlage während er wild mit einem Stock auf der Karte herumfuchtelte, er erzählte den Anwesenden das Seine durchlauchtigste Eminenz der Fürstbischof zum Oberbefehlshaber des Friedländisch-Ostarischen Heeres in Dunkelstein ernannt wurde, und das Herzogin Walluma von Ostarien diese Ernennung zum Wohle Ostariens vollzogen hätte. Mein Landesfürst Edmond de la Cruz bedankte sich daraufhin bei Jareck von Jolberg und begann mit ernster Miene den Anwesenden die Stärke des Friedländisch - Ostarischen Heeres anhand der einzelnen Trupppenteile zu erläutern, die zur Verfügung standen. Die leichte Reiterei bestand aus zwei Schwadronen Templerulaken aus Friedland und Drachenhain, das Regiment der legendären Welmerenischen Totenkopfhusaren, zweihundert Mann leichte Jolberger Reiterei sowie ein Schwadron Kürassiere, die Eisernen Cavaliere der Burggräfin von Caspelbrunn. Der Oberbefehl wurde dem Kronvogt von Welmerena übertragen, der daraufhin meinen neuen Herrn, Baron Eduard mit einem schadenfrohen zynischen Lächeln musterte. Die schwere Reiterei bestand aus drei Schwadronen Herzögliche Garde, dem II. Fürstbischöflichen Gardelanzierregiment " Daron von Brassach ", die wegen ihrer schwarzen Helmbüsche auch die schwarzen Lanzer genannt werden, neunzig Saarkakriegerinen des Lanera - Ordens sowie zweihundertdreißig Ordensrittern der Templer von Ankur und der Schwertbrüder von Friedland. Die Befehlshabenden waren die Barone Eduard de Lyroe und Jareck von Jolberg. Seine Eminenz, der Fürstbischof übernahm zusätzlich noch zum Oberbefehl persönlich das Kommando über die Ceridischen Ordensritter. Die Fußsoldaten bestanden aus sechshundert Mann Ostarische Heimwehr, zehn Banner Friedländische Landwehr und circa tausend Söldner. Zusätzlich kamen noch drei Banner Bornburger Bombardiere mit dreißig Feldschlangen und fünf großen Feldbombarden sowie dreihundert Soltraner Bogenschützen die legendären Veitsberger Grünen hinzu. Das Kommando über die Fußsoldaten wurden dem Freiherr Rustl von Murom, dem Baron von Finsterhorn, sowie dem Prior Silvan Ignatio von Grachen übertragen. Die Reserve bestand aus zwei Schwadronen Heilige Miliz, einem Banner Dunkelsteiner Rundhelme, zwei Banner Ostarische Heimwehr, circa vierhundert Troß und Wagenknechte und zu guter letzt noch meine Entsatzcompagnie schwere Arkebusiere aus Salzach. Die Reserve unterstand einem gewissen Colonello de Bretagne aus Caspelbrunn der jedoch an der Lagebesprechnung nicht teilnahm sondern schon wie ich später erfuhr bereits in Dunkelstein verweilte. Dieser Lagebesprechung folgte die Stabsbesprechung mit den Offizieren welche weitere drei Stunden andauerte. Dann endlich zur späten Stunde des Abends lud Baron Jareck zum Festmahle, an dem die Adligen Offiziere teilnahmen. Der Fürstbischof Edmond de la Cruz verkündete nach dem üppigen Mahl das die Späher berichteten das sich der Feind nun endlich zur Schlacht gestellt habe und sich das Ödländische Heer vor der Dunkelsteiner Stadt Eiswalden in breiter Front in Richtung des kleinen Dorfes Feldbach bewegte und drohte die Ostarischen Stellungen zu Durchbrechen. Seine Eminenz gab daraufhin den sofortigen Abmarschbefehl. In Windeseile wurden die Pferde gesattelt, Befehle wurden gebrüllt und wenig später saßen wir auch schon in unseren Sätteln und ritten los.
In einem sehr erschöpfenden Gewaltmarsch Führte mein Landesfürst ihro Eminenz Edmond de la Cruz seine Truppen nach Dunkelstein. Am frühen Morgen des 16. des fünften Mondes 89 n.d.E. erreichten wir endlich den Ostarischen Frontabschnitt. Unsere Truppen waren zwar erschöpft auch hatten wir einige Nachzügler doch desertiert war lediglich ein Halbbanner Darianische Söldlinge aus Darbor. Während seine durchlauchtigste Eminenz in ein eilig aufgestelltes Feldzelt mit den anwesenden Offizieren eine Lagebesprechung abhielt ritt ich mit Baron Eduard von Watzgenstein die Front ab. Hinter den Ostarischen Stellungen die sich an von dem Niedergebrannten Dorf Feldbach entlang dem gleichnamigen Fluß entlangschlängelten konnte man die Ödländischen Horden sehen die in breiter Front Aufstellung genommen hatten und bewegungslos ausharrten. Das was ich da sah ließ mich erschauern neben wilden Barbarenfratzen konnte man zu meiner Überraschung einige Vjoshavener Nordländer erkennen, an den Flanken standen mehre Dutzend wilde Brazzachkatzen die von gewaltigen zweiköpfigen Riesen an rostigen Eisenketten geführt wurden. In der Mitte umgeben von einigen Dutzend in Schwarze Kapuzen gehüllte Recken die zudem schwarz getünchte schwere Eisenpanzer trugen konnte ich eine in einem grünen Mantel gehüllte Gestalt erkennen, die auf einem Feuerrotem Echsenartigen Wesen saß. Der kahle Kopf sowie das Gesicht der Gestalt war durch und durch mit Merkwürdigen Runen und Symbolen verziert.
Das Friedländisch - Ostarische Heer hatte inzwischen seine Stellung eingenommen. Wie Ich später von Baron Eduard erfuhr hatte seine Eminenz den linken Flügel des Heeres vor dem kleinen unbewaldeten Bärenhügel postiert und zudem recht schwach, mit lediglich sechs Bannern Ostarischer Heimwehr besetzt. Dies sollte den Feind dazu bringen dem unseren Heer in die linke Flanke zu fallen. hinter dem Bärenhügel war in einem kleinen Wäldchen die schwere Reiterei postiert, um so den, den Bärenhügel herunterkommenden, Feind zu zerschlagen. Der Rechte Flügel bestand aus der leichten Reiterei unter dem Kommando des Freiherr Sigbert von Albang Kronvogt von Welmerena und dessen Flügeladjudant Oberst von Dernau - Niederberg. In der Mitte standen in vorderster Linie, Soltraner Bogner und die Bornburger Bombardiere gefolgt von Tausend Söldnern welche in dritter Linie von zwei Friedländischen Landwehr- Hellebardierregimentern verstärkt wurden. Gegen Mittag ritten dann seine Durchlauchtigste Eminenz, zur Überraschung aller gekleidet im Waffenrock eines Landmeisters der Templer von Ankur und seine Hochwohlgeboren Baron Jareck von Jolberg und den anderen Adligen die Reihen der Soldaten ab. Dann hielt Seine durchlauchtigste Eminenz zur Freude aller eine kurze Rede deren Inhalt ich dem erlauchten Leser nicht vorenthalten möchte.: Wir sind Stolz, heute den Rock der Ehre und Tapferkeit tragen zu dürfen, den Rock der Templer, das Symbol des Göttlichen Zornes der über unsere Feinde hereinbrechen wird. Nichts ist heiliger als die Liebe zum Vaterland meine Kinder und heute ist nun der Tag der Wahrheit, an dem sich das Schicksal unseres Reiches entscheiden wird. Endlich hat sich der verruchte Feind zur Schlacht gestellt, wir wollen ihn darum nicht warten lassen. Viele Tapfere Untertanen haben bereits ihr Leben für König und Vaterland hingegeben, wahre Heilige wie Baron Sirium von Drackensteig oder wackere Helden wie unser väterlicher Freund Baron Daron von Brassach, das trutzige Schild Heligonias. Ja da wo Tapfere Brassachen streiten da wollen wir Friedländer nicht beiseite stehen. Wir wissen wohl das ihr euer bestes tun werdet keinen blinden Opfertod wollen wir von euch, denn das Leben ist Gott und das Leben Lieben heißt Gott Lieben. Und Nun auf Für Gott, König und Vaterland.
Nach dieser kurzen Rede gab seine durchlauchtigste Eminenz den Angriffsbefehl, der mit einem Tödlichen Pfeilhagel der Soltraner Bogenschützen begann. Dann folgte ein Hagel an Brandgeschossen der modernen Feldschlangen und Feldbombarden der wackeren Bornburger Bombardiere. Die Ödlander verloren zwar aufgrund des Beschusses mehre Hundert ihrer Krieger doch sie Wichen zur Überraschung aller nicht zurück. Dann folgte ein wuchtiger Gegenangriff der Ödlandbarbaren welche die Erste Linie des Friedländischen Ostarischen Heeres überrannte doch dank der Söldner und der schwer gepanzerten Friedländischen Hellebardiere der Landwehr aufgehalten wurde.
Alsdann entdeckten die Ödländer endlich den schwach besetzten linken Flügel des unseren Heeres und warfen sich mit tödlicher Entschlossenheit auf ihn. Der Linke Flügel, der aus sechs Bannern Ostarischer Heimwehr bestand zog sich daraufhin hinter den Bärenhügel zurück während die Ödländer ungeordnet schon im Siegesrausch wild schreiend die Verfolgung aufnahmen und auf der anderen Seite des Hügels ungeordnet den Hang hinunter rannten. Doch dem Siegesgebrüll folgten bald Entsetzenschreie, denn aus dem kleinen Wäldchen preschte die schwere Reiterei allen voran seine Durchlauchtigste Eminenz Fürstbischof Edmond de la Cruz sowie Baron Jareck von Jolberg. Der Generalzeugmeister Ostariens hatte persönlich das Kommando über die schweren Reiter der Herzöglichen Garde übernommen in einem tollkühnen Manöver umging er die Ödlander und postierte sich somit im Rücken der Barbaren auf dem Bärenhügel damit war der fast tausend Mann starke linke Flügel der Ödländer eingekesselt und vom Hauptheer abgeschnitten. Ein blutiges Gemetzel begann, Tempelritter, Schwertbrüder aus Friedland und Kriegerinnen des Lanera-Ordens fochten Seite an Seite. Das blutige Scharmützel das den unseren den entscheidenden Sieg in dieser Schlacht bringen sollte, dauerte eine Knappe Stunde. Mein neuer Herr Baron Eduard von Watzgenstein wurde während der Schlacht am Bein verletzt auch er focht in vorderster Reihe wie seine Hochwohlgeboren Baron Jareck von Jolberg der durch einen feige von hinten geführten Säbelhieb am Rücken verletzt wurde. Seine durchlauchtigste Eminenz der Fürstbischof von Friedland wurde während der Schlacht in vorderster Front von acht berittenen Ödländern schwer bedrängt. Die Schildwache seiner Eminenz, die aus zwei Friedländischen Tempelrittern bestand wurde eingekreist und brutal niedergemacht. Seiner Eminenz gelang es noch in einem heldenhaften Kampf, vier der Niederträchtigen Barbaren zu ihren Göttern zu schicken bis auch er aus vielen Wunden blutend schwer verletzt aus dem Sattel sank. Einzig und allein der Marschallin des Lanera Ordens ist es zu verdanken das seine Eminenz den Kampf überlebte mit drei ihrer Schwestern warf sie sich in Bresche und konnte die restlichen drei Mordbuben unschädlich machen und rettete so seiner durchlauchtigsten Eminenz das Leben. Nachdem diese blutige Kesselschlacht gewonnen war zog sich auch das Hauptheer der Ödländer in wilder Panik Richtung Norden zurück. Seine Hochwohlgeboren Jareck von Jolberg gab daraufhin dem Rechten Flügel, der leichten Reiterei unter Freiherr Sigbert von Albang Kronvogt von Welmerena und Großsiegelbewahrer von Friedland den Nachsetzbefehl. Dem Kronvogt gelang daraufhin in mehren kleinen Scharmützeln das Flüchtende Ödländische Heer gänzlich aufzureiben. Auch konnten sechshundert der Barbarenkrieger gefangen genommen werden. Auf seiten der Friedländer und Ostarier dank hielten sich die Verluste dank des strategischen Geschicks der Heeresführung in Grenzen. achthundertsieben Gefallene und eintausenddreihundert Verletzte konnten verzeichnet werden. Unter den Gefallenen waren zur großen Trauer aller, der Baron von Finsterhorn Gargamel von Frosttürmen, sowie seine Hochwürden der Prior von Dunkelstein Silvan Ignatio von Grachen. In großer Eile ließ Baron Eduard De Lyroe, Erster Seeherr Friedlands und Landmeister Friedland der Templer zu Ankur unseren mit dem Tode ringenden Landesherrn Fürstbischof Edmond de la Cruz auf schnellsten Weg in Begleitung einer großen Eskorte Heiliger Miliz nach Ankur bringen. Der Kronvogt von Welmerena Freiherr Sigbert von Albang ist und dies war er letzte Befehl seiner Eminenz auf dem Wege nach Brassach, in Begleitung der Gefürchteten Welmerenischen Totenkopfhusaren und fünfhundert berittenen Söldnern um dem stolzen Brassachischen Heer im hoffentlich letzten Kampf gegen die Ödländbarbaren beizustehen.
Hardus Tiefengrund, Knappe des Baron Eduard von Watzgenstein

Großer Sieg der friedländischen Landwehr

Das große Flußdelta, welches die beiden Flüsse Brazach und Jolborn zusammenführt und ein Dreiländereck zwischen Thal, Drachenhain und Friedland bildet, wurde in einem großartigen Feldzug von Truppen des Kronvogts Grimm von Hohenstolzach, besetzt. Diese wurden von einem Regiment friedländischer Landwehr unterstützt. Am 25. des 1. Helios 89. n.d.E. besetzten drei Banner Gardemiliz des Kronvogtes Grimm von Hohenstolzach und das Neunte Friedländische Landwehrregiment unter Oberst von Dorneck die Inseln, das als Niemandsland geltenden Flußdeltas. Oberst von Dorneck verkündete beim Regimentappell, welcher am frühen Morgen des 26. vollzogen wurde, daß das Flußdelta nunmehr als friedländisches Hoheitsgebiet zu betrachten sei. Außerdem wurde auf den Inseln das Kriegsrecht ausgerufen. Am 27. des 1. Helios 88 n.d.E. begannen die Soldaten der Landwehr mit dem Bau von Befestigungen, des weiteren wurde ein Bauerngehöft mit einem Palisadenzaun umgeben. Dieses soll bis zum Bau einer friedländischen Festungsgarnison den Soldaten der Landwehr als Unterkunft dienen. Die wenigen welzener Bürger, meist Fischer und wenige Bauern, wurden nach freundlicher Manier der friedländischen Soldaten mit Langbooten aus Welmerena nach Welzen übergesetzt.

Oh Ostarien,

es richtet an Dich einer sein Wort, der vieles für Dich getan hat und deshalb vieles zu sagen hat! Vollkommen uneigennützig haben wir den langen beschwerlichen Weg von Friedland bis in den höchsten Norden Teemooraniens auf uns genommen und stritten dort tapfer und verlustreich gegen die Übermacht des daimonbündigen Teemon und der Hexe Angharad um Dein Wohl. Niemand stand uns zur Seite, alleine führten wir diesen Krieg für Dich und Deine schutzlosen Kinder! Ist es da nicht angebracht Dankbarkeit zu zeigen?
Die Kinder, welche in Vliss unter dem Feind lebten, zeigen sie - man zollte uns Dank und Respekt. Denn wenn man das eine nicht erhält, so erwartet man wenigstes das andere, doch beides wurde uns von Deinen "Noblen" versagt. Schlimmer noch, zynisches und spöttisches Geschwätz müssen wir über uns ergehen lassen. Mit nur einem Wort ist dieses Gebaren zu beschreiben: Hoffart!
Wahrlich Ostarien, Du bist mit einer solchen Schar Wichtigtuer und Aufschneider von Herzen zu bemitleiden. Wir hätten mit unserem rettenden Tun Dich sogar angegriffen, heißt es, so haben Deine Noblen keine Ahnung vom Kriegsrecht, welches mit dem Bruch des Heligonischen Friedens Teemoornien die Vogelfreiheit verlieh.
Und so hilft kein Wehklagen, wir und unsere restlichen 700 Mann verlassen Dich sofort und kehren nie mehr zurück - egal was mit Dir auch geschehen mag!
Leb wohl.
Karr der Hexenjäger, Baron von Trisselbach, Freiherr von Talwacht,
Großkreuzritter der Templer zu Ankur, Befreier von Karrdank

Die Befreiung von Bornburg - Bericht eines Augenzeugen

...Seit Tagen schon harrten wir in Bornburg aus. Vor der Stadt lagerte das friedländische Heer unter General von Windischkrez. Keiner kam herein oder hinaus. Es war eine klassische Pattsituation. Doch an diesem Abend ging alles plötzlich ganz schnell. Wir saßen im grünen Saal des Erzkanzlerpalais beim Abendessen, als Baron Eduard De Lyroé hereingestürmt kam. Der Kommandant unserer lyrischen Kronprinzengarde eilte ihm entgegen, sie wechselten ein paar hastige Worte, deren Inhalt wir nur erahnen konnten, und sahen zum Fenster hinaus. Der Kommandant wurde blaß, auf seiner Stirn erschien eine Falte, die nichts Gutes verhieß, und seine Lippen zogen sich zu einem schmalen Strich zusammen. Einen Augenblick lang starrte er zum Fenster hinaus, dann sah er den Baron an, nickte ihm zu und wandte sich zu uns. Nur einen Satz sagte er, doch der ließ unsere Herzen höher schlagen: "Bis zum letzten Mann!" Später erfuhren wir, daß von Windischkrez dem Parlamentär des Barons den Kopf vor die Füße gelegt hatte, ohne dessen Nachricht überhaupt zu lesen. Den Kopf des Armen ließ er in einem Korb vor der Stadtmauer niederstellen. Inzwischen waren auf der anderen Seite der Stadt die Tore von der Stadtgarde geöffnet worden, und die friedländischen Truppen strömten in die Stadt. Die dort anwesende lyrische Garde gab ihr Bestes, konnte aber nicht mehr tun, als uns Zeit zu verschaffen und es den Friedländern so schwer wie möglich zu machen.
Indes waren wir ausgerückt, allen voran unser Kommandant. Wir eilten in Richtung der offenen Tore, doch wo wir auch hinkamen, empfing uns der Pfeilhagel der Friedländer. Viele Tapfere ließen ihr Leben auf beiden Seiten, und Straßenzug um Straßenzug drängten sie uns zurück. Gegen eine solche Übermacht nützt auch die größte Tapferkeit nicht viel. Schließlich blieb uns - wir waren nur noch eine Handvoll - nichts anderes übrig, als uns wieder in das Erzkanzlerpalais zurückzuziehen, wo wir wenigstens den Baron beschützen wollten, solange wir dazu noch imstande waren. Wir verbarrikadierten die Tür mit dem Himmelbett der Erzkanzlerin und warteten.
Doch plötzlich wurde es draußen ganz still. Als wir einen Blick aus einem der Fenster riskierten, sahen wir eine Gasse zwischen den friedländischen Soldaten, durch die ein älterer Mann kam, dem man den Soldaten auf hundert Schritt ansehen konnte. An seinem Arm - eine Frau! "Was für eine Verrückte kommt mitten im Kampfgetümmel in die Stadt?" sprach der Kommandant meine Gedanken aus, als ein einzelner Mann zu den Fenstern kam und uns rief. Die Erzkanzlerin wünsche den Baron zu sprechen, sagte er. So, das war also die Erzkanzlerin. Die Frau, deretwegen der Baron nächtelang fluchend durch Schloß Sydarburg gerannt war. Doch wie kam sie hierher? Kein Mensch hatte gewußt, wo sie sich aufgehalten hatte, seit jenem merkwürdigen Fest auf Schloß Weißenfels. Naja, das ist ja auch Sache des Adels. Ich wußte nur, daß sie den Baron von Watzgenstein mit allen möglichen Vollmachten ausgestattet hatte, unter anderem mit dem Oberbefehl über die friedländischen Truppen, weshalb der Baron von Windischkrez als einen Verräter ansah, der die Macht an sich reißen wollte.
Später erfuhren wir dann, daß der General genau das selbe von Eduard De Lyroé dachte, weil er von den Vollmachten keine Kenntnis hatte. Nun, nach einigem Hin und Her wurde die Erzkanzlerin eingelassen. Sie kam allein, ohne Schutz. Ich will hier keinen Gedanken darauf verschwenden, ob das Tollkühnheit oder Dummheit war. Vielleicht vertraute sie einfach auf die Ehre des Barons.
Ich weiß nicht, was die beiden zu besprechen hatten, jedenfalls wurden sie zwischendurch ziemlich laut. Doch als die Erzkanzlerin wiederkam, hatte sie ein kleines Lächeln in den Mundwinkeln, das uns wieder hoffen ließ. Innerhalb der nächsten halben Stunde verließen alle friedländischen Truppen die Stadt, wohl auf Befehl der Erzkanzlerin, denn das Gesicht von General von Windischkrez war alles andere als begeistert. Der Baron erteilte mit finsterer Miene etliche Befehle, worauf wir unsere Toten und Verwundeten bargen, die Verletzten notdürftig versorgten und dann, ungefähr zwei Stunden später, Bornburg in Richtung Sydarburg verließen. Ich kann nicht sagen, warum wir so überstürzt aufbrachen, aber ich hörte, wie der Baron zu unserem Kommandanten sagte: "Mit einem Mann, der Parlamentären den Kopf abschlägt, setze ich mich nicht an einen Tisch!"
Was weiter geschah, kann ich nicht sagen, denn in Sydarburg wurde ich abgestellt, dafür zu sorgen, daß die Toten in unsere Heimat zurückgebracht werden konnten. Aber ich bin ganz sicher, daß diese Geschichte noch ein Nachspiel haben wird. Keiner vergießt ungestraft lyrisches Blut!

Baron Karrs Antwort auf die freche Rede des Barons von Tristenberg
Sagt, was ist das nur für ein seltsames Getier, das sich bei Donner und Blitz, zitternd in seine sichere Höhle verkriecht, um dann bei eitlem Sonnenscheine eilig wieder ans Licht zu treten und dort großspurig, allen, die tatsächlich etwas vollbracht haben, zu sagen, was sie alles falsches und unehrenhaftes getan haben, während er in Sicherheit war.
Baron Angron, Euer Verhalten ist es, das unehrenhaft ist - mehr noch, ich nenne es feige!
Karr der Hexenjäger, Baron von Trisselbach, Freiherr von Talwacht,
Großkreuzritter der Templer zu Ankur, Befreier von Karrdank

Caspelbrunn, am ersten Tage des 2. Sommermondes, 89 n.d.E.

Bekanntmachung

Wir, Isabeau De Fénelon, Erzkanzlerin von Friedland, geben im Namen Seiner Eminenz des Fürstbischofs von Friedland, Edmond de la Cruz, Folgendes bekannt:
Siegbert Freiherr von Aalbang wird mit sofortiger Wirkung seines Amtes als Kronvogt von Welmerena und als Großsiegelbewahrer von Friedland enthoben. Jegliche Unterstützung, die dem Freiherr von Aalbang bezüglich dieser Angelegenheit zuteil wird, betrachten Wir als Landesverrat und ahnden es als Solchen.
Dies ist Unser Wille
Isabeau De Fénelon, Erzkanzlerin von Friedland
Burggräfin von Caspelbrunn

Höret und staunet Ihr Kinder des Einen

- dies auch Euch Heiden, die Ihr irre gegangen seid!
Jetzt, da endlich Friede herrscht in Heligonia, ist die Zeit gekommen, unser Versprechen einzulösen. Wahrlich es ist soweit, IHM zur Freude und zur Ehr endlich ein angemessenes Haus zu bauen. Dazu werden wir, seine wahren Kindern, den Fehlgeleiteten und Verblendeten zeigen, wie groß die Macht ist, die uns der Eine in seiner Weisheit und Größe verlieh. Denn sehet, der Wille des Einen beugt die Natur und die falschen Götzen der Heiden. Inmitten des gewaltigen Flusses Jolborn, werden wir, mit Hilfe des Einen, eine Kathedrale errichten, die alles bislang bestehende buchstäbliche in den Schatten stellt.
Singet und lobpreiset dem Einen, schon bald wird der erste Stein der Kathedrale, die dem Heiligen Sankt Glaccius geweiht sein wird, gesetzt werden können.
Baron Karr von Trisselbach, Freiherr von Talwacht, Großkreuzritter der Templer zu Ankur, Befreier von Karrdank, genannt "der Hexenjäger".

Im Heliporn-Briefkasten geschnuppert - Was die Leser sich so denken

" ...muß ich aus eigener jüngster Erfahrung mitteilen, daß es sich bei der auf Seite 8 abgebildeten Dame nicht um die Baronin Tamara von Tlamana handelt. Eine Verwechslung mit Leabell von Ardelun? Mit der Bitte um künftig genauere Recherchen Ihres ansonsten hervorragenden Lustblattes verbleibt"
(ein Leser, der nicht genannt werden will)

"I han des Hefd uf meim Schiff verbiede müsse. I han nämlich rausbracht, wenn I schlafe gang, no tut der erschde Offizier mit de Madrose onder einer Decke schdecke ond des Heliporn läse. Neilich semmer faschd kendert deswäge. I hans also verbodde ond konfisziert. Wo der erschde onderm Kiel durchgange isch, hen se des au glei eigsäh."
Safran Forrell, Schiffskäbdn, Thal

"Es ist mir eine Pflicht und ein Anliegen, Ihnen kenntlich zu machen, daß in juristischem Sinne niemand das Recht hat, sich durch Ihre Texte und Abbildungen beeinträchtigt zu fühlen, erfolgt Erwerb und Ansicht der Druckware doch durchaus freiwillig und infolgedessen auf eigenes Risiko."
Rostan Samtrock, Rechtsgelehrter, Escandra

"Ich würde mich über einen Sonderband mit rasierten Schafen freuen, am liebsten von Hinten."
Canoch McPhee, Tagil

"Wie kommt man an die Schlüssel von so einem Dunkelsteiner Schrank?"
Mirl, Hetäre mit Ambitionen, Darian

"Mir ist es gelungen, flüssigkeitsabweisendes Pergament herzustellen. Dies wäre für die Leser zukünftiger Heliporn-Luxusausgaben sicher sehr praktisch. Wenn Sie das Rezept erwerben wollen, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung."
Jakob der Andere, Alchimist, Betis




(C) Copyright Stefan Rampp, Anton & Inés Balluff Berichte von Axel Baune, Arnulf Breuer, Ulrike Clauss, Julia Fischer, Oliver Friese, Philip Gloor, Steffen Heiß, Andreas Hils, Andreas K., Daniela Lochner, Lars Malcher, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger, Markus Spree