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Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im 3. Saarka n.A.III 26
Ausgabe 26
Kronkurier
Verehrte Leserschaft
An der Universität zu Escandra finden zur Zeit Studien zur Heraldik statt. Dabei soll herausgefunden werden, wie die einzelnen Wappen des Königreiches entstanden sind. Wer hierzu etwas beitragen kann, möchte dies doch bitte an die Schreibstube senden. Kennung : "Heraldik".
Wenn keine Reaktionen eingehen, werden unsere eigenen Erkenntnisse veröffentlicht.
Mit heligonische Grüßen,
Locutus Junghans
Bekanntgabe des Ogedenbundes
Im Rahmen der Sitzung des Ogedenrates am II. Tag des 1. Saarka auf Burg Jolberg wurden folgende Beschlüsse gefaßt:
1. Ein Symbol, das den Bund repräsentiert, wird hiermit in der Öffentlichkeit eingeführt. Es besteht aus einem auf die Spitze gestellten Quadrat, das die Vierheit der Götter darstellt. In ihm befindet sich ein Kreis, der für die Einheit des Bundes steht. Dies ist die einfache Form des Zeichens, die erweiterte und repräsentative Form umschließt dazu noch die vier Symbole der Götter.
2. In einer kurzen Zusammenkunft des Rates am folgenden Tag wurde dem Aufnahmeantrag des Leonidas von Rabenweil entsprochen. Der Ogedenbund freut sich, den Ritter von Tatzelfels als sechzehntes Mitglied begrüßen zu dürfen.
Josephina von Drachenhain, Sprecherin des Ogedenbundes
Werte Mitglieder des Ogedenbundes!
Für die Aufnahme in den Ogedenbund und das damit verbundene Vertrauen, möchten wir uns beim Ogedenrat nochmals in aller Form bedanken.
Wir sind sehr glücklich, daß ihr uns die Möglichkeit gegeben habt, von nun an in noch besserer Form für den Erhalt des ogedischen Glaubens und den Frieden in ganz Heligonia eintreten zu können. Auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Ogedenbundmitgliedern freuen wir uns.
Für Baron Sihran von Tolens
Die Edle Fendra von Aueneck
Waldroden im ersten Saarkamond 26 n.A.III
Wiedergutmachung an Ogeden
Die Bürger der Stadt Quellstedt entschuldigen sich hiermit offiziell bei den Initiatoren und Durchführenden der Hilfe des Ogedenbundes für die schlechte Behandlung innerhalb unserer Stadtmauern. Als Wiedergutmachung spendet die Stadt 5000 Dukaten an hilfsbedürftige Ogeden.
Schmuck für die Stadtmauer von Quellstedt
Helga Gutknecht, Sprecherin des Frauenrates von Quellstedt, hat vor dem Stadtrat den Wunsch geäußert, die Verschönerung Quellstedts in die Tat umzusetzen. Im Rahmen dieses Programms soll als erstes die Stadtmauer durch Blumenkästen geschmückt werden. Da es um diese Jahreszeit in der freien Reichsstadt Quellstedt und der umliegenden Provinz Ostarien keine Blumen gibt, wird Helga Gutknecht und eine Abordnung Frauen eine Reise nach Sedomee tätigen, wo sie Blumen kaufen wollen.
Alte ceridische Kirche in Quellstedt eingestürzt
Die alte ceridische Kirche mußte, nachdem das Dach beim Gottesdienst vor drei Tagen einbrach und 30 Bürger tötete und 50 verletzte, geschlossen werden.
Der Stadtrat beschloß daraufhin, die Kirche abzureißen, falls im nächsten halben Jahr von der ceridischen Kirche kein Geld für die Restauration zur Verfügung gestellt werden sollte.
Skandalöse Rede des Quellstedter Stadtratältesten
Der Stadtratälteste Theo Franzler hielt im Gasthaus "Zum kopflosen Markgräfchen" vor erlauchtem Publikum eine imposante Rede:
"Bürger Quellstedts, Bürger Heligonias, lang lebe unser König. Wie oft ist uns diese Ehrbekundung in den letzten Jahren über die Lippen gekommen. Sehr oft ! Und von Herzen kam sie und kommt noch immer von dort. Doch was ist mit diesen sogenannten feinen Herren, den Adeligen, die sich Landesväter und Landesmütter schimpfen. Auch sie geben diese Ehrbekundung von sich, doch im Gegensatz zum einfachen Volk, das dies ehrlich meint, ist es für sie nur eine Floskel, um weiter ungestört ihre fetten, aufgequollenen Leiber mit den Früchten der harten Arbeit des Volkes für den König zu füllen. Ab und zu zeigt ein solcher Schmarotzer sein wahres Gesicht, weil sein Größenwahn mit ihm durchgeht. Den anderen adeligen Maden kommt ein solcher Despot recht, können sie sich dann doch auf ihn stürzen und so ihre eigenen Verbrechen vertuschen. Die eigentliche Arbeit dabei haben aber immer wir, das Volk. Wir halten nämlich als Soldaten unseren Kopf für ihre Machtspielehin. Die adeligen Nattern heimsen dann beim König den Ruhm ein und lassen sich als große Feldherren feiern. In der langen Geschichte Heligonias hat das Volk immer zum König gestanden. Die bisherigen Übeltäter und Hochverräter in Heligonia waren ausschließlich immer diese Adeligen.
Braucht der König diese Adeligen? Nein! Ohne diese Adeligen würde es in Heligonia keine Machtkämpfe geben. Es herrschte Ruhe und Frieden. Die jährlichen Erträge würden ansteigen und der König würde die gesamten Steuerzahlungen bekommen. Nun stellt ihr sicher die Frage, wer denn die Ländereien des Königs verwalten sollte. Nun, wir das Volk. Hier in Quellstedt zeigen wir doch gerade, daß es ohne adelige Lehnsherren besser läuft als mit ihnen. Seit Quellstedt nur noch unserem geliebten König untersteht, wächst die Stadt und ihr Reichtum von Tag zu Tag. Nirgendwo sonst in Heligonia scheint das Volk glücklicher zu sein als hier, denn wir sind frei.
Ich weiß, unser geliebter weiser König sieht dieses Malheur auch und wird sicher zu gegebener Zeit den unnützen Adel abschaffen und das Vertrauen des Volkes in seine Weisheit belohnen.
Lang lebe unser König !
Anmerkung der Redaktion: Nach reichlicher Überlegung entschied die königliche Schreibstube, diese Hetzrede, die sich gegen die Lehensnehmer des Königs, und damit gegen die von den Göttern gegebene Ordnung richtet, doch nicht an den Leser weiterzugeben. Aus diesem Grund wurde der Abschnitt unleserlich gemacht.
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Bester Barde Heligonias von Graf Dedekien gewürdigt
Beim Bardenwettstreit auf Burg Jolberg wurde bestätigt, was hierzulande jeder weiß: Darian ist die Wiege der Kunst. Der Barde Salah ben Anwar Nur ed'Din, Neffe des Kefirs von Sofastan, ging eindeutig als Sieger dieses Wettbewerbs hervor.
Unter dem Jubel der Bevölkerung zog Salah in den Palast ein, wo ihn der Graf mit allen Ehren empfing. Der einfache Mann aus dem Volke durfte an des Regenten Tafel speisen und in dessen Gemächern weilen. Weiterhin erhielt der Barde ein wertvolles Gewand und eines größere Summe Dukaten. Graf Dedekien entließ als Geste seiner freudigen Stimmung 54 Gefangene aus den Kerkern.
Sind alle Leut jetzt ruhig wenn Mahmud verzehlt.
Eine Tag Chefe Fahrafurt komme zu de Mahmud un sage daß Karawan gehe zu de reiche Pfeffersäck in Tikon für treibe lukrative Handel mit alle disse Leut wo wohnet da. Mahmud nixe wisse was eigentlich heiße lukrativ aber denkt wenn Chefe findet lukrativ gut, Mahmud finde au gut.
Ha ja, und dann kommt schnell Tag wo Chefe sagt alle gange los und alle gange los. Und dann geht lang und aber auf einmal alle seie in Tikon.
Wenn Shayedi gangt wo Chefe sagt für treibe Handel mit andere Leut alle Sache seie komisch, zum Beispiel wie in Sarniantstadt. Aber wenn Mahmud gangt wo Tikon kommt alle disse Sache seie ziemlich komisch. Da kommt Mann wo heißt Darian und hat kei Ahnung, daß heißt wie e Sandhaufe und kommt alle disse Leut wo mache Zauberei und Schwätzerei und wieder Zauberei und immer laufe in de Wald wo dr Vogel pfeift und gucke für wer gangt zerscht durch magische Tor in Stadt wo dr Elf wohnt und kriege Prügel ins Kreuz von de Bandite. Aber Bandite habe gmacht Rechnung ohne de Mahmud.
Nähmlich kommt andere Mann mit Blech vor de Bauch und sagt: Kommsch du Mahmud für Bandite fange und kriegsch du eine Kreuzer. Mahmud denke, wenn gehschdu mit, kannschdu verdiene Geld für zwei Tag, weil weischdu, Chefe Farankfurt gibt eine halbe Kreuzer jede Tag und zwei mal halbe isch ganze Kreuzer, wa (äh, oder...?). Aber Mahmud denkt au daß Bandite sind bös wenn Mahmud kommt für fange disse Leut und drum fragt, ob darf benutze Schwert von Mann mit Blech vor de Bauch. Und dann Mahmud kriegt riesig große Axt. Haja, au gut, denkt Mahmud.
Also aber wenn alle Leut im Wald schtehed und Mahmud sieht Bandite, erscht rennt weg und aber kommt dann zruck und von hinte und haut de Oberbandit de Axt auf de Buckel und dann kriegt Schwert von disse Mann und Mahmud hat jetzt au Schwert wie alle Leut wo sind wichtig. Und alle andere au mache Schlägerei und dann Bandite renne weg und Mahmud renne hinterher und Bandit denkt seie schneller aber Mahmud rennt sowieso alle Tag rum und schaffe wie e Aff und Bandit hat halt denkt falsch wegedem, hä? Hähä!
Und dann Bandit geht Puste fort und Mahmud fangt und schreit laut für daß alle Leut komme weil Mahmud normalerweise benutzt kei Schwert und vielleicht kann Bandit besser benutze und Mahmud hat Angscht wegedem aber sagt nix sondern sagt, wenn seie fertig und kriege Geld Mann kann gehe eine trinke mit Mahmud und Mann soll kei Angscht habe weil wenn andere komme alle seie nett und passiert nixe und so. Und dann komme de Mann mit de Blech vor de Bauch und fange de Bandit und schlage in de Viereck rum und de Bandit weiß jetzt was seie Verspreche in Darian, hä...
Und dann alle komme zruck und Mann mit de Blech vor de Bauch sagt Mahmud hat gmacht gutt und Chefe Fahrtnitgud sagt Mahmud ise jetzte befördert zu General und erste militärische Berater von de Salzkarawan und kriegt zwei halbe Kreuzer jede Tag. Mahmud wird verzehle Ali wenn kommt nach Darian zruck.
Und überhaupt passiert viel in Tikon: einmal komme Mann aus de Wald und isch arg krank und sagt Bandite habe gschlage ihn und blutet wegedem und alle disse Sache. Aber dann kommt Pecunia wo isch Händlerin und Tanzerin und Heilerin und was mer halt braucht und macht Mann gsund und arm. Ha, Pecunia seie scho irgendwie schlau, sagt Chefe.
Ha ja, mer eigentlich nixe seie passiert in Tikon, aber alle disse Leut seie ganz nett und komme aus Mondrun und Elfenstadt und wo isch halt interessant, wa. Mahmud gern erinnert und vielleicht Leut in Tikon au und vielleicht sehe mal wieder (aber nur wenn Mahmud hat Zeit, weil jetzt isch ja erschte Militärische Berater, hä).
Valmerisches Prunkgrab entdeckt
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von der Entdeckung einer alten Grabkammer im südlichen Schlangenkamm. Rein zufällig wurde bei den Erforschungen der Ruinenstadt nach einem leichten Beben ein Spalt freigelegt, der direkt in eine große, prächtig geschmückte Kammer führte. Die anwesenden Gelehrten begutachteten sofort den neuen Fund und kamen schnell zu dem Schluß, daß dieses Grab nicht gleichen Ursprungs ist wie die Ruinenstadt mit ihrem einzigartigen Baustil. Anwesende Ogeden sprachen von einem Geschenk Poënas, die die Schätze der Verstorbenen wieder an Helios' Antlitz zu bringen versucht.
Genauere Untersuchungen ergaben, daß es sich bei den Bestatteten um ein Herrscherpaar valmerischer Herkunft handeln muß. Beide lagen in einem reichlich verzierten Steinsarkophag. Die Wände zeigen detaillierte Schilderungen von wichtigen Ereignissen aus dem Leben des Paares. Die einzige Tür des Raumes führt in einen Gang, welcher jedoch schon nach wenigen Metern zugemauert ist. Diese Mauer soll nun geöffnet werden, um zu ergründen, wo der tatsächliche Eingang des Grabes liegt. Auch versuchen die Gelehrten zu ergründen, wer das Herrscherpaar gewesen ist. Viele der gefundenen Grabbeigaben stellen noch Rätsel dar, welche wir vielleicht schon im nächsten Boten dem wissbegierigen Leser enthüllen können.
Bemerkenswertester Gegenstand der Grabkammer ist eine lebensgroße Statue eines Burai. Nun will mancher sagen, ein Burai sei nichts besonderes, doch besitzt die Steinstatue zwei riesige Schwingen, welche sie schützend über die beiden Sarkophage hält. Der Zeichner, den wir beauftragt hatten, den allzu denkwürdigen Fund für unsere Leser mit dem Federkiel festzuhalten, ist leider noch nicht zurückgekehrt. Wir werden das Bild in der nächsten Ausgabe mit weiteren, sensationellen Details präsentieren.
Hasriella, Berichterstatterin aus Darbor
Fürstlicher Thaler Hofchronist
Die Garde zu Anthan gibt folgendes bekannt
Nach seiner Rückkehr vom Adelstag auf Burg Jolberg erließ Hauptmann Kilian Weizenkeim folgenden Befehl
Änderung des allgemeinen Dienstplanes
Der wöchentlich stattfindende Unterricht ,,Wie halte ich mich fit" wird bis auf weiteres gestrichen.
An seine Steile treten Übungen zur ,,Koordination von Körperbewegungen".
Das Ziel dieser Übungen soll sein
- Kennenlernen des eigenen Körpers,
- Bessere Körperbeherrschung,
- Erlernen von Bewegungsabläufen,
- Steigerung der eigenen Einsatzfähigkeit
Dies soll erreicht werden durch folgende Maßnahmen
- Vorlesungen zur Lehre des Körpers
- Praktika zur Körperbeherrschung
- Spielerisches Erlernen von bestimmten Bewegungsabläufen (u.a. Hupfgummi)
Darüber hinaus hat sich ein jeder mindestens einmal in der Woche im Kraftraum einzufinden.
Der Befehl ist mit sofortiger Wirkung gültig.
Gez. am 15. Tag des 1. Saarka n.A. III
i.A. Hartmut Hohlbein, Schreiber der Garde von Anthan
Die Suche geht weiter.
Man will am Fürstlichen Hof in Hochanthen wohl nicht wahrhaben, daß der Thronfolger abhanden gekommen ist. Wie sonst läßt sich der Aufruf im HeliosBoten 25 erklären, in dem ein Jeder, der sich berufen fühlt, aufgefordert wird, Anselm zu finden. Aus zuverlässiger Quelle erfuhren wir, daß nun sogar Hauptmann Kilian Weizenkeim mit einer Abordnung der Garde aufgebrochen ist, den Prinzen aufzustöbern. Hauptmann Weizenkeim wurde durch das Auffinden einiger Relikte des Thaler Bernsteinzimmers bekannt. Vielleicht denkt man sich am Hof : "Wer verschollene Antiquitäten findet, macht auch entlaufene Prinzen ausfindig !”
Adebar Kornvogel, Berichterstatter des Thaler Hofchronist
Drachenhainer Herold
Audienz auf der Drachentrutz - Graf Waldemar proklamiert Herrscher der neu gegründeten Provinzen Lindfurt, Sankt Aluin und Hoch-askenstein; Baron Rodar zum Truchseß der Stadt Jolbruck ernannt
Vier Monde sind seit Graf Waldemars Einschreiten in den Jolbensteiner Aufstand und der damit verbundenen Teilung der Baronie (H.B.25 berichtete) vergangen, da legen am 8. Tag des III. Saarka, 89 n.d.E., feierlich Baron Jagon von Hochaskenstein, Abt Ceridian Egidio von Sankt Aluin und Abt Ditonius von Lindfurt vor dem Grafen den Vasalleneid ab. Sie sind die neuen Herren der neuen Provinzen.
Nur wenig Leut´ wohnten den Feierlichkeiten im großen Thronsaal der Feste bei. Lediglich Drachenhainer waren zugegen, wenige von hohem Rang, noch weniger mit großem Namen. Ob dies, wie man munkelt, in der Absicht des Grafen lag und ob an die Drachenhainer Noblen überhaupt keine Einladungen entsandt worden waren, wurde nicht verlautbart. Statt dessen befanden sich unter den Gästen eine große Zahl Priester und Mönche in Ornat; an dieses Bild wird man sich in Drachenhain wohl gewöhnen müssen - zwei der drei neuen Provinzen werden in der Gemeinschaft von Klosterbrüdern, sprich als Abteien, geführt.
So war das Fest auch geprägt von den anwesenden Mönchen. Sie bestimmten das Protokoll, lasen die Messen, führten die Zeremonien und bestimmten den Speiseplan: aufgetischt wurde, ganz nach Weisung des Heiligen Pretorius, Einfaches Brot mit verdünntem Wein. Die Zeremonie zur Amtseinsetzung fand zur vorgerückten Stunde in der Burgkapelle statt. Baron Pretorius, Einfaches Brot mit verdünntem Wein. Die Zeremonie zur Amtseinsetzung fand zur vorgerückten Stunde in der Burgkapelle statt. Baron Jagon von Hochaskenstein, Abt Ceridian Egidio von Sankt Aluin und Abt Ditonius von Lindfurt schworen Leben und Streben in den Dienst der Grafschaft Drachenhain zu stellen, um deren Ruhm und Reichtum zu mehren und sich mit ihrem Leben für die Sicherheit und die Gerechtigkeit, im Sinne des Königs, einzusetzen. Zur offensichtlichen Verwunderung aller wurde der nicht anwesende Baron Rodar von Jolbenstein am Ende der Zeremonie, ob seiner Verdienste für die Grafschaft, von seiner Hochgeboren Graf Waldemar zum Truchseß der Hauptstadt Jolbruck ernannt.
An dieser Stelle mag der geneigte Leser sich nun fragen: "Wer sind denn diese neuen Vasallen des Grafen, mit wem haben wir es zu tun?" Der HEROLD versucht hierin Licht ins Dunkel zu bringen. Während über Baron Jagon von Hochaskenstein nur wenig, bis gar nichts bekannt ist, wird mancher in Abt Ceridian Egidio von Sankt Aluin, den ehemaligen Prior der Drachentrutz wiedererkennen. Der rüstige Pretoriusaner war es, der einst das Grafenpaar traute, all deren Kinder taufte und bis zuletzt auch gräflicher Beichtvater war.
Der weit jüngere Abt Ditonius, ebenfalls dem Orden des Pretorius zugehörig, war bis zu seiner Einsetzung zum Herrn von Lindfurt, Prior von Jolbruck. Seinem unermüdlichen Ehrgeiz ist es zu verdanken, daß die neue prachtvolle Kapelle der Drachenhainer Hauptstadt nun nahezu fertiggestellt ist.
Die Zukunft wird zeigen, ob, wie manche Kritiker behaupten, das empfindliche Gleichgewicht der verschiedenen Glaubensrichtungen durch diese Maßnahme nachhaltig gestört wurde. Ist der innere Frieden in der Grafschaft in Gefahr? Der Graf selbst soll dazu gesagt haben: "Das Gleichgewicht soll durch die drei ceridische Baronien gestört worden sein? Nein, im Gegenteil, das Gleichgewicht ist nun wieder hergestellt!"
Es berichtete der Drachenhainer Hofberichterstatter
Meister Schillwunk Radeweyd
Gedanken zu Drachenhain
Oh Drachenhain Du Wandelbare. Es sind weniger Jahre vergangen als eine Hand Glieder zählt seit Deinem "Baronientausch" und wieder treten in den Kreis Deiner Lande neue Namen und neue Gesichter. Elf Baronien und die Drachentrutz zählen Deine Glieder. Dem Ceridentum ein Gewinn. Doch bist Du nun wirklich reicher?
Ein stiller Beobachter
Helos - Weg eröffnet
Die ersten Strahlen der Frühlingssonne wärmten Escandra, als am frühen Morgen die königliche Kutsche mit einem kleinen Gardekontingent zum südlichen Stadtrand fuhr. Nur wenige Menschen, Reisende und Frühaufsteher, fanden sich bei der kleinen, aber erlauchten Gesellschaft ein, die sich dort versammelt hatte. In einer kurzen Ansprache würdigte Seine Majestät die Leistungen aller Beteiligten, namentlich die anwesende Baronin Josephina von Wolfenfeld, der es zu verdanken sei, daß alle betroffenen Anlieger sich an der Aufgabe beteiligt hätten. Sei die Große Straße bisher ein Durcheinander an Breite, Qualität, Unterkünften und Sicherheit gewesen, so gebe es jetzt einen einheit-lichen, hervorragend ausgebauten Weg , komfortable Raststationen im Abstand von halben Tagesmärschen und neue, exakt plazierte Meilensteine. Habe man bisher für die Strecke Betis - Escandra bei schlechtem Wetter oft mit dem Wagen zehn Tage benötigt, so seien es jetzt nur noch sechs. Seine Majestät machte deutlich, wie wichtig ein gutes Straßennetz für die Wirtschaft und das Heerwesen eines Landes sei. Er hoffe, dies sei für die anderen Adeligen ein Anstoß, den Ausbau ihrer Straßen zu fördern oder ihre Instandhaltung zu betreiben. Nach diesen Worten enthüllte er zum Applaus der anwesenden Ehrengäste feierlich den ersten Meilenstein: ,,Betis 568 HM" stand auf der einen, ,,Escandra" auf der anderen Seite, dazwischen liest man ,,Helos - Weg", den Namen den die alte Große Straße von nun an zu Ehren der königlichen Dynastie tragen soll. Nach diesem kleinen Festakt begab sich die Gesellschaft zurück in den Palast, um dort das Frühstück einzunehmen, bevor man sich den Geschäften des Tages widmete.
Nach dem Adelstreffen in Jolberg ist die Lage im Hause Hautzensteyn noch angespannter!
Wie bereits beim Treffen des Ogedenbundes zu spüren war, ist die Lage im Hause Hautzensteyn, seit dem Wiederkehrens Cederrics von Hautzensteyn und der Ermordung des früheren Barons Luchnar Eckwald von Hautzensteyn, gespannt. Hat doch die anfängliche Wiedersehensfreude der beiden Brüder sich schnell in ein tiefes Mißtrauen um gewandelt.
Doch jetzt nach dem diesjährigen Adelstreffen in Jolberg hat dieser Brüderzwist einen neuen Höhepunkt erreicht. Der jetzige Baron Koldewaith und sein Bruder Cederric von Hautzensteyn haben seit dem nur noch im Streit mit einander gesprochen, sofern sie überhaupt mit einander redeten. Sie benutzen bisweilen die Bediensteten des Hauses als Kontaktmänner untereinander. Bedrückendes Schweigen, das oft Tagelang ausgehalten wird, unterbrachen von lauthals Streit ist momentan normal in der Feste Hautzensteyn. Die Bedienstet wissen bisweilen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Einerseits haben sie Mitleid mit Cederric, da er die Welt nicht mehr versteht und es als Strafe der Götter ansieht, das er sich bei seinem Vater hat nicht mehr Entschuldigen können! Andererseits ist Koldewaith zu verstehen, hat er doch jetzt die alleinige Verantwortung über Luchnar und kann sich keinen Rat mehr von seinem Vater holen und was au seiner Sicht noch dazu kommt ist das unmögliche Verhalten von Cederric. Alle Bediensteten der Feste Hautzensteyn hoffen und beten zu den Göttern, das wieder Ruhe in die Feste Hautzensteyn einkehrt und das der Mörder Eckwalds gefunden wird.
Der Autor möchte ungenannt bleiben
Urschafskopf in Luchnar gefunden
In der Nähe seiner Behausung fand Harec Diljec einen Knochenschädel, eines Ihm unbekannten Wesens. Markant an diesem ist wohl seine markante Form, die scharfen großen Zähne und die drei Hörner auf der Schädeldecke. Zu Hause forschte er Tage nach um herauszufinden, was dies für ein Wesen einmal war. Mit großer Begeisterung fand er heraus, daß dies der Schädel eines Urschafes ist, eines dieser Wesen was die Ureinwohner der Hochlande gezähmt und gezüchtet haben, bis das heute allerorts bekannte Hochlandschaf. Was weiter mit dem Kopf geschieht, wollte Harec Diljec der Redaktion nicht mitteilen.
Kann jemand Wolf von Nybelschütz helfen?
Kennt überhaupt noch jemand meinen armen Bruder Wolf von Nybelschütz? Es ist noch keine zwei Jahre her, da war er auf dem Weg in die höchsten Kreise Heligonias. Mit dem Vogt von Esclarmond hat er den Baron von Hautzensteyn vertreten und für Luchnar war er auch bei der Gründung des Ogedenbundes dabei. Und ich bin sicher, der Baron hätte ihm seine Dienste wohl gedankt, war Wolf doch immer treu und nie so sehr auf sich selbst bedacht wie dieser... nein, ich sage nichts mehr dazu.
Aber noch vor der Rückkehr des Barons fiel die Krankheit auf ihn nieder und er liegt nur noch zu Bette und erkennt keinen Menschen mehr. Und ich will so sehr, daß er lebt, mein Bruder, aber das ist kein Leben mehr. Aber er kann weder leben noch sterben, es bleibt immer gleich um ihn. Jetzt hat der Baron veranlaßt, daß Wolf in die neue Heilerschule in Turlachnioch gebracht wird. Er hätte sich längst darum kümmern können, dachte ich; nun ist er seit zwei Wochen dort, aber es hat sich nichts geändert. Gibt es niemand, der sich mit solchen Krankheiten auskennt, die Körper und Geist zugleich betreffen? Ist es ein Fluch der Götter? Kann niemand meinem Bruder helfen?
Wer will die Schafseuche nach Luchnar verschleppen?
In Luchnar wurde unweit der Grenze ein Schaf gefunden, das an der Flaitneyschen Schafseuche verendet ist. Es war eindeutig eine Flaitneysche Züchtung, so daß jemand den Kadaver aus Flaitney dorthin transportiert haben muß. Wer kann Luchnar ein derartiges Übel antun wollen? Ein Hirt aus Flaitney? Kaum vorstellbar - Luchnar und Tagil helfen Foranan McDonough im Kampf gegen die Seuche und falls kein Gegenmittel gefunden wird, beruht Flaitneys Hoffnung auf der Gesundheit der Herden in den anderen Hochlandbaronien. Das Clan-Oberhaupt des MadRuadh, auf deren Gebiet das Schaf gefunden wurde, hat seinen Clan nach dem alten Clanrecht in den Vor-Waffenstand berufen. Dies geschah mit der ausdrücklichen Billigung des Barons Koldewaiht von Hautzensteyn.
Belohnung!
Am letzten Markttage in Sarniant ging Uns ein Papier verloren. Auf selbigem war ein Strahl des Helios festgehalten. Hinweise auf den Verbleib sind Uns 500 Dukaten wert!
Ein schwarzer Vogel
Spione an der Universität Escandra?
Seit Wochen haben sich offenbar Unbekannte an der Universität Escandra systematisch über den Verlauf des Studiums einzelner Studenten informiert. In einem Gespräch entdeckten ein Professor und ein Bibliothekar zufällig, daß sie jemand über die gleichen Studenten um Auskunft informiert hatte. Eine vorläufige Untersuchung zeigte, daß auch an anderen Stellen, sogar beim Leiter der astronomischen Fakultät, verschiedene Personen entsprechende Informationen eingeholt hatten.
Bisher ist unklar, wo die Gründe für diese Aktion liegen und wer hinter ihr steckt. Die untersuchten Studenten haben sämtliche in den letzten vier bis acht Jahren Astronomie studiert; sie stammen aus unterschiedlichen Provinzen, darunter Tatzelfels, Luchnar, Flaitney, Tagil, Hohenforingen und Dunkelstein. Es scheint, daß manche unter ihnen an der Universität in undurchsichtige Angelegenheiten verstrickt waren, doch hat keiner von ihnen deswegen je eine Abmahnung oder ähnliches erhalten.
Prominentester der untersuchten Studenten ist Cederric von Hautzensteyn. Weder von ihm noch von seinem Bruder Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron zu Luchnar, war eine Stellungnahme zu erhalten.
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Freunde, frohlocket!
Feinde, erzittert!
Die Gründung der OFH steht bevor!
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Herzögliche Ostarische Hofgazette
Der Adelstag zu Jolberg im Jahre 26 n.A.III.
25 Jahre nachdem der Adelstag das letzte Mal in Jolberg, damals noch von Baron Jarulf, ausgerichtet worden war, gab sich dieses Jahr sein Sohn Jareck als Gastgeber und holte damit auch den Austragungsort das erste mal seit zehn Jahren wieder nach Ostarien, wo zuletzt im Jahre 16 n.A.III. in Ankur getagt worden war. Man kann es vielleicht dem Ende der größeren militärischen und religiösen Konflikte zuschreiben, in die Ostarien während der letzten Dekade verwickelt war, daß endlich wieder eine Baronie des Herzogtums als so sicher eingestuft worden war, eine gefahrlose Anreise der Mächtigen des Reiches zu gewährleisten. Ob bei der Wahl von Jolberg auch die Tatsache eine Rolle spielte, daß Jareck von Jolberg einer derjenigen war, die maßgeblich an der Wieder-herstellung des Friedens in Ostarien beteiligt waren, läßt sich nur vermuten.
In erster Linie ist dieser Adelstag wohl als lustiges und ausgelassenes Fest zu sehen, bei dem man deutlich merkte, wie wenig dem Gastgeber der Sinn nach Auseinandersetzungen stand. Die häufig mit Erkrankungen angereisten Gäste - wohl eine Folge der Saarka-Kälte während des Treffen des Ogedenbundes in Luchnar - hatten somit reichlich Gelegenheit durch Frohsinn ihre Gesundheit wiederherzustellen. Reichlich vetreten war in diesem Jahr auch das Ausland. So kam ein Vertreter aus Allerland, in Form des Markgrafen von Greifenstein, und ein Abgesandter Aturiens. Gleich zwei Gesandtschaften hatten sich von Telnaron in den wilden Landen aus auf den Weg gemacht, um mit Heligonia Handelsbeziehungen zu knüpfen, und sogar der Jarl von Loghard Der Adelstag zu Jolberg im Jahre 26 n.A.III.
25 Jahre nachdem der Adelstag das letzte Mal in Jolberg, damals noch von Baron Jarulf, ausgerichtet worden war, gab sich dieses Jahr sein Sohn Jareck als Gastgeber und holte damit auch den Austragungsort das erste mal seit zehn Jahren wieder nach Ostarien, wo zuletzt im Jahre 16 n.A.III. in Ankur getagt worden war. Man kann es vielleicht dem Ende der größeren militärischen und religiösen Konflikte zuschreiben, in die Ostarien während der letzten Dekade verwickelt war, daß endlich wieder eine Baronie des Herzogtums als so sicher eingestuft worden war, eine gefahrlose Anreise der Mächtigen des Reiches zu gewährleisten. Ob bei der Wahl von Jolberg auch die Tatsache eine Rolle spielte, daß Jareck von Jolberg einer derjenigen war, die maßgeblich an der Wieder-herstellung des Friedens in Ostarien beteiligt waren, läßt sich nur vermuten.
In erster Linie ist dieser Adelstag wohl als lustiges und ausgelassenes Fest zu sehen, bei dem man deutlich merkte, wie wenig dem Gastgeber der Sinn nach Auseinandersetzungen stand. Die häufig mit Erkrankungen angereisten Gäste - wohl eine Folge der Saarka-Kälte während des Treffen des Ogedenbundes in Luchnar - hatten somit reichlich Gelegenheit durch Frohsinn ihre Gesundheit wiederherzustellen. Reichlich vetreten war in diesem Jahr auch das Ausland. So kam ein Vertreter aus Allerland, in Form des Markgrafen von Greifenstein, und ein Abgesandter Aturiens. Gleich zwei Gesandtschaften hatten sich von Telnaron in den wilden Landen aus auf den Weg gemacht, um mit Heligonia Handelsbeziehungen zu knüpfen, und sogar der Jarl von Loghard und somit ein Vertreter Friedlands war mit samt seinem Gefolge über den Jolborn gekommen. Nicht mehr ganz zu jener Rubrik Gäste gerechnet werden konnte wohl Gloozi, Regent von Tikon, der ja als gleichzeitiger Vasall Seiner Majestät, noch andere Gründe hatte auf dem Adelstag zu erscheinen.
Nachdem der Herr der Burg noch am Abend des Frohntags jede der Reisegruppen kurz in seinem Audienzraum, dem Gemäldesaal, wo das berühmte "Gelage der dreizehn Pruzzen" hängt, empfangen hatte, wurden die Gäste auf einen kleinen Umtrunk ins Jagdzimmer gebeten, wo es eine Spezialität mit dem Namen Pruzzisch Kaffeh zu testen gab, sozusagen eine Fusion aus dem Besten Darians und Jolbergs.
Im Anschluß daran hatte der durchaus auch den Wissenschaften zugewandte Gastgeber der Gelehrtenschaft die Möglichkeit gegeben, ihre Theorien dem versammelten Adel näherzubringen, was dann auch in Form zweier Vorträge geschah. Zum einen konnte man sich hier bei der, in Form einer kommentierten Modenschau vorgestellten, "Reise durch die textile Landschaft Heligonias und deren historisch kulturelle Bedeutung" weiterbilden. Äußerst fundiert stellten die beiden Dozenten aus Escandra vor, was man in den verschiedenen Regionen des Reiches unter seinem Übergewand trägt. Zum anderen wiederholten die beiden tagiler Problematisten, Scirpus Illuminates Petasites und Pretius Callidus Calluna ihren erfolgreichen Vortrag von Gelehrtenconvent in Escandra und erklärten auf verständliche und überzeugende Weise ihr Prinzip des Kreisausschlußverfahrens.
Der Rest des Abends stand den Gästen dann zur freien Verfügung. Es wurden Gespräche geführt, getrunken und gelacht. Zu später Aufregung führten dann schließlich doch noch zwei Sitten von eher volkstümlicher Art, welche in Zusammenhang mit der bevorstehenden Hochzeit zwischen Leomar von Drachenhain und Leabell von Tlamana standen. Noch fröhlich ging es bei der traditionellen Junggesellenverabschiedung des Prinzen von Drachenhain zu, bei welcher der Herr Leomar mit allen anwesenden Junggesellen unter den Herren anstoßen und dann den Reizen einer Darianischen Tänzerin widerstehen mußte, was ihm in ausgezeichneter Art gelang. Leider von einigen Herren mißverstanden wurde die, durch einige Damen inszenierte, Brautentführung der Regentin von Tlamana. Es lag wohl an der ein Jahr zurückliegenden echten Entführung ihrer Schwester, daß plötzlich so mancher Recke in Alarmzustand versetzt auf der Suche nach Übeltätern durch die Burg stürmte. An der "Rettung" beteiligte sich wiederum in vorbildlicher Weise der inzwischen wieder nüchterne Herr Leomar, dessen Braut sich nach diesen zwei Prüfungen nun sicher sein konnte einen Ehemann zu bekommen, der es ernst meint.
Der Redontag begann mit einer Tombola, bei der gegen eine Spende für die Universität von Escandra und den Wiederaufbau von Brassach Lose erworben werden konnten. Die Glücklichen, deren Lose gezogen wurden, gewannen solche Kostbarkeiten, wie das Schwert des Rodenutz, einen antiken Utzganpokal, echtes Thaler Elchsleder und andere Kleinodien.
Beim anschließenden Bardenwettbewerb, mit Schwerpunkt auf der Verbreitung von Neuigkeiten, wählte die Jury der Ausländischen Gäste schließlich einen Künstler aus Darian, den Herrn Salah ben Anwar Nur ed'Din, den Neffen des Kefir von Sofostan, zum Sieger, der in bekannt unterhaltsamer Darianer Art seine Lieder vortrug und damit zum derzeit besten Barden Heligonias gekürt wurde. Doch fiel den Preisrichtern ihre Wahl sicherlich nicht leicht, den auch die Vorträge der anderen Teilnehmer, wie Balladen, Geschichten und Puppenspiel waren von außerordentlicher Qualität.
Den Abschluß des Unterhaltungsprogramms des Tages bildete ein Theaterstück, welches vom leichtfertigen Umgang mit den arkanen Künsten handelte und stellte somit eine Warnung an alle Subjekte dar, welche in leichtsinniger Weise mit Mächten spielen, die sie nicht verstehen können. Besonders die Darsteller der beiden Besen ernteten viel Lob von Seiten des Publikums.
Einen offiziellen Akt stellte die anschließende Ordensverleihung dar, bei welcher Baronin Nimue von Aue und Baron Koldewaiht von Hautzenstein jeweils die Velan Ehrenbrosche für ihren Einsatz im Namen des Ogedenbundes in Ostarien verliehen bekamen. Die Corenus Feldmedallie erster Klasse bekam der frischgebackene Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, der sich bei der Verteidigung des Reiches gegen die Ödländer hervorgetan hatte. Aus eben jenem Anlaß hätte auch Baron Angus Mc Phee die gleiche Auszeichnung im Namen des Königs empfangen sollen, doch lehnte dieser aus unverständlichen Gründen ab, was zu einiger Entrüstung bei den Anwesenden führte.
Die nun folgenden Pause nutzten die anwesenden Vasallen Ostariens und Norrland-Brassachs, um der Unterzeichnung eines umfangreichen Vertragswerks zwischen dem Herzogtum und der Markgrafschaft beizuwohnen, welcher das zukünftige Verhältnis der beiden Nachbarn regeln sollte. Bei dieser Gelegenheit erhielten dann auch zwei neue Vasallen Ostariens, die Barone zu Lodenburg und zu Kendas-Pailat ihre Heliosbriefe aus der Hand des Botschafters des Herzogtums, Thioderik von Wälsung. Die Ernennung des neuen Barons zu Oraneck lag noch so kurz zurück, daß dessen Heliosbrief in so kurzer Zeit nicht von Ankur nach Jolberg überstellt werden konnte.
Dann schließlich kam es zum großen Ereignis des Tages, als Regentin Leabell von Tlamana und Prinz Leomar von Drachenhain sich unter dem traditionell von den Trauzeugen, der Schwester des Bräutigams, der Dame Syria Jaldis und dem Cousin der Braut, Herrn Jareck von Jolberg, über ihre Köpfe gehaltenen Tuch, das Ja-Wort gaben und sich gegenseitig die Kränze aufs Haupt setzten. Die Zeremonie wurde in stimmungsvoller Weise von Freigräfin Arana von Seedomee durchgeführt, die dem Paar die Hände mit einem Band umlegte und den Segen der Götter herbeirief. Hierauf erhielten die beiden von guten Freunden die fünf Gaben: Brot gegen den Hunger durch Baron Foranan Mc Donough und Wasser gegen den Durst von Baron Krator von Rebenhain. Ein Ei, welches Baronin Nimue von Aue, in ihrer Funktion als Poëna Hochgeweihte, übergab sollte für Fruchtbarkeit sorgen und den Efeu des Baron Koldewaiht von Hautzenstein war dazu bestimmt von Braut und Bräutigam eingepflanzt und gehegt zu werden. Der Goldstaub, den Baron Beorric von Wulfenstein darreichte symbolisierte den Reichtum der das Paar immer begleiten möge. Nachdem Freigräfin Arana noch einmal den Segen der Götter über die anwesenden Edlen sprach und die Poëna-Ehe also geschlossen war, konnte sich das junge Paar kaum vor dem Ansturm der Gratulanten retten, welche ihnen mannigfaltige Geschenke darreichten. Erwähnenswert ist wohl ein Schwert aus Angaheymer Stahl, welches der zukünftige Graf von Drachenhain von Seiner Cousine, Baronin Josephina von Drachenhain, erhielt. Auf diesem Schwert, so sprach die Dame, läge ein Zauber, der dem Träger erlaube, während seiner Herrschaft immer die richtige und gerechte Entscheidung zu treffen
Nach dem opulenten Hochzeitsmahl, bei dem es als Hauptgang echten Garstbock zu kosten gab, folgte dann der große Ball, der als Maskenball begann und in temperamentvoll schnellen, altpruzzischen Kreistänzen endete. Wie auch schon in Welzen führten die Tanzmeisterin und die Musiker aus Angaheym ihr großartiges Können vor und brachten die Tänzer zum Schwitzen, was wohl auch zum raschen Ablegen der aufwendig gestalteten Masken führte. Die wohl anderorts als etwas unhöfisch geltende Tanzauswahl des Gastgebers war bestens dazu geeignet den Gästen den Jolbergisch-Pruzzischen Geist näherzubringen, dem sich die noch nicht ganz genesene Baronin von Lormark wohl etwas zu sehr hingab und dann schließlich dann beim letzten Tanz einen Schwächeanfall erlitt, von dem sie sich dann in der Woche nach dem Fest auf Burg Jolberg auskurieren mußte.
Als der Ball nun zu Ende war, zerstreute sich die Gesellschaft über die Burg, und auch der Gastgeber zog sich, von seinen zahlreichen Pflichten erschöpft, zurück, so daß er auch nicht erscheinen konnte, als der Burgfrieden durch einen Streit zwischen einigen Kapitänen aus Telnaron und den Herrschaften aus Loghard beinahe doch noch gestört wurde. Durch seine bekannt diplomatische Art konnte Baron Thioderik von Wälsung jedoch die Situation entschärfen und machte somit seinem Amt als Botschafter alle Ehre.
Am Heliostag fand nun die Abreise statt, wobei einige der Adligen, wie das Hochzeitspaar und ihr Gefolge, die Barone von Flaitney, Welzen und Kendas-Pailat zusammen mit Baron Jareck auf Garstbockjagd gingen und noch eine Weile in dessen nordwestlich gelegenem Jagdschlößchen verweilten.
Zusammenfassend kann man sagen, daß dieser Adelstag tatsächlich einen Schlußstrich unter die bewaffneten Konflikte der Jahre 25/26 n.A.III. setzte und man dies den Gästen auch deutlich anmerkte.
Aus: "Chronik der Adelstage Heligonias", Band 17
Herzog Uriel II. von Ostarien ringt mit daimonischen Mächten
Des Leids geprüft ist der Hof des Herzogtums Ostarien in diesen Zeiten. Nach den schweren inneren und äußeren Konflikten und Verstrickungen der letzten Jahre soll das Schicksal nun ein weiteres Mal die Standhaftigkeit der wackeren Herzogsfamilie auf die Probe stellen. Wie Waldrom von Weidental, erster ostarischer persönlicher herzöglicher Hofleibarzt seiner Erlaucht, Herzog Uriel des II. von Ostarien nach langer Conferenzia mit Walluma von Ostarien, seinen Beratern und Zunftbrüdern mitzuteilen hat, haben die bedenklichen Veränderungen, die der geliebte Landesherr in den letzten Wochen erfahren mußte, den Verdacht aufgeworfen, daß es gar finsterliche Mächte sind, die mit dem allerorts für seine Stärke gerühmten Herzog um dessen Wohl und Wehe ringen. Es soll, so der Hofleibarzt, deshalb eine Examination durch einen in der Kunst des Exorzismus erfahrenen Ordensmann vorgenommen werden, um die finstren Mächte aus der sterblichen Hülle unseres geliebten Landesherren zu bannen.
Es sei die Hälfte seines Körpers von einer dunklen Wesenheit gefangen, die den Herrscher auch nicht reden und verstehen läßt und bösliche Abtrünnige des ogedischen Xurl sollen sich seiner Lunge bemächtigt haben, sodaß sie nunmehr nicht länger in der Luft, sondern im Wasser verwurzelt ist. So die Worte des Hofleibarztes.
Herzogin Walluma bittet indes den einzigen Nachkömmling des Hauses, Prinz Aftalun von Ostarien, um baldige Rückkehr in das elterliche Haus.
Karlon vom Storcheneck
Lest, Ihr Leut, gar Folgendes:
Ich bin zwar kein Schreiberling, aber ich möchte an dieser Stelle trotzdem eine Lanze brechen für die braven Jolberger Wachsoldaten. Deren Hauptmann hat nämlich mich beauftragt, die Aussage eines Barons richtigzustellen, der verschiedene Dinge gesagt hat über die Wachen und wie sie ihren Dienst tun, das habe ich mit eigenen Ohren gehört (was der Baron gesagt hat). Weil ich und die anderen nicht von edlem Stand und Blut sind, können wir nicht seinen Namen nennen, denn das darf ja nur der ohnehin für seine Vorsichtigkeit bekannte Baron Jareck von Jolberg, unser allergütigster Dienstherr und der hat gesagt, daß der Baron (der die Dinge gesagt hat) das vielleicht falsch verstehen könnte und es uns übelnähme (also, was wir jetzt sagen).
Und zwar hat er gesagt:
- Die Jolberger Wachen sind immer betrunken und haben ja gar keine Waffen. Das stimmt nicht! Die Jolberger Wachen sind immer nur betrunken, wenn sie nicht im Dienst sind. Und natürlich sind sie dann auch unbewaffnet, ist doch klar.
- Die Jolberger Wachen sind ja gar nicht so viele, daß sie für die Sicherheit der edlen Gästeschaft sorgen können.
Das stimmt auch nicht! Die Jolberger Wachen verteidigen die Jolburg nach Außen gegen jeden Angreifer, ob aus Teemooranien, den Ödlanden oder anderswo (z. B. jenseits des Jolborn) und garantieren die Sicherheit des Geschehens innerhalb der Festgesellschaft weil sie zwar schon immer da sind aber halt nicht so sichtbar und deswegen auch nicht immer am karierten Rockzipfel des Barons hängend der das gesagt hat.
- Die Jolberger Wachen sind gar nicht da, wo man sie braucht, sondern woanders.
Wenn man uns gebraucht hat waren wir schon da, zum Beispiel bei dem von einem dieser komischen ausländischen Seeleute angezettelten Duell, bei dem der Baron nicht vermitteln konnte weil er weg war und das dann von mir und dem Baron von Buchenfels geregelt wurde (also nicht geregelt sondern abgewendet, weil wir kein Duell wollen am Jolberger Hof)!
So, das sollte wohl mal gesagt werden. Wenn einer kommt und sagt, die Jolberger Wachen taugen nichts, dann kann er sich eins hinter die karierten Ohren schreiben: Das ist gar nicht wahr und er soll es doch erstmal besser machen an seinem Hof und sich erstmal um seinen eigenen Kram scheren denn so leicht wie früher habens seine Schafhirten nämlich auch nicht mehr und er kann froh sein, daß unsere Hochwohlgeboren, Baron Jareck von Jolberg, so ein netter Kerl ist.
Aber nix für ungut und zurück zum Geschehen in Ostarien.
Thorvind, Jolberger Wachsoldat
Das Erbe Teemons: Die Entdeckung
Ungeheuerlich ist vieles, doch nichts ist ungeheuerlicher als die Winkelzüge der Ödländer, die mit lasterhafter Magie eine wahrhaft unglaubliche Wesenhaftigkeit geschaffen haben, die nunmehr für vieles Blutvergießen in Teemooranien verantwortlich gemacht werden wird: Einem finstren Schatten seiner Selbst gleich sitzt er seit bald schon einem Jahr vor den wachenden Augen der ehrwürdigen Gelehrten des Nexus Corenæ: er, der dunkle Bruder des: Teemon.
Folgendes haben die unbeschreibbaren Experimente der für ihre schonungslosen Vorgehensweisen bekannten Ordensleute an Helios´ Licht der Wahrheit gebracht: In Teemons Namen wurde unsägliches Leid über Ostarien gebracht - doch welcher Menschen Blut aus dem leidvollen Bruderkrieg tatsächlich von dem Namen Teemon tropft ist ungewiß, denn Teemon selbst ist verschwunden seit dem Tag, an dem er durch den verderbten Ödländer ersetzt wurde, der sein Bild und seine Stimme durch die Welt trug und nichts als Haß und Zwietracht säte wo er nur konnte und darum auch heute vor Sonnenaufgang von unseren Eiferern vor dem Portal des Augustinusdoms zu Ankur gevierteilt und den reinigenden Flammen des Einen übergeben wurde - wie es auch mit seinem mutmaßlichen Gefährten, dem shurkishen Shirkon Sherendil geshehen wäre, wäre er nicht schon vor Monaten von seinen einstigen Getreuen gerichtet worden...
Allein dies blieb den Weisen vom Nexus Corenæ verhüllt: Was geschah mit dem wahren Teemon? Wurde er durch seinen dunklen Bruder ersetzt und somit zu Tode gebracht oder wurde er mit dem unheilvollen Zwilling vertauscht und duldet bis zum heutigen Tag die Schmach eines ödländischen Kerkers samt Pein des zugehörigen Kerkermeisters? Oder zieht er einer Tod und Verderbnis verbreitenden Fackel gleich durch die Ländereien seines ehemaligen Kaiserreichs?!
Wer weiß. Aber lesen sie mal im nächsten Boten nach, wenn es heißt: "Das Erbe Teemons: Die Suche"
Gispel Hennenschnabel, Schreibknecht des Nexus Corenae
Leserbrief:"Quellstedter Sittenverfall"
Meine Damen und Herren,
Ich sehe mich dazu gezwungen meine Mahnungen, die ich im Boten 24 S.16 begonnen habe, fortzusetzen, denn es scheint als ob einige Herrschaften nicht dazu in der Lage waren, aus den Fehlern Anderer zu lernen. Obwohl man die Folgen schlechten Betragens am Schicksal des Fürstbischofs von Friedland und seines Landes deutlich sehen konnte, fahren jene Menschen fort, sich auf unangenehme Weise durch inadequates Benehmen hervorzutun. Wie dem Herrn Edmond de la Cruz gab Seine Allerdurchlauchtigste Majestät dem Stadtrat zu Quellstedt eben jene Ansiedlung zum Lehen und obwohl dies offensichtlich zum Zeichen eines Neubeginns geschah wird nun jener Fehler begangen, der auch Friedland zum Verhängnis wurde, welcher ist, auf dem alten Wege fortzuschreiten. Man bedient sich bei diesen ewig Gestrigen also der Methoden des verräterischen Teemons und beruft sich auf das verräterische Teemooranien, ja man trägt sogar dessen Waffenrock. Man lockt Bevölkerung in die Stadt, obwohl es abzusehen ist, daß aufgrund von Nahrungsmangel bald eine "teemooranische" Steuer erhoben werden muß. Man verstößt gegen tausenderlei Vorschriften, indem man sich in die Belange der ceridischen Kirche einmischt und ihr den durch königliches Gesetz gegebenen Kirchenzehnt vorenthält. Schließlich versucht man eine Art späte Rache Teemons durchzuführen, indem man Vorfälle inszeniert, um Adlige, die es gewagt hatten, Kritik an Teemon zu äußern, zu diffamieren, wie es im Falle des edlen Markgrafen Kalveram von Norrland-Brassach geschah, der vermutlich nur die Nummer die Eins in einer langen Liste mit Persönlichkeiten ist, mit denen man abrechnen will. Zeugen für jenen "Mordanschlag" waren natürlich nur Mitglieder des werten Stadtrates von Quellstedt. Man kann gespannt sein, in welcher Weise hier auf stümperhafte Weise fortgefahren wird, die Feinde des ehemaligen Teemooranien, sprich: Heligonia, zu traktieren.
Ich muß schon sagen, meine Damen und Herren, das ist ein Armutszeugnis! Unser König vergibt doch nicht seine Gunst, um sie so mit Füßen getreten zu sehen! Ist das die Art, wie man sich für die Ehre, freie Reichstadt zu sein, bedankt? Nicht einmal in Bethis, wo tagtäglich, weiß der Eine, genügend Vorschriften übertreten werden, hat man sich nie solches geleistet. Ich kann nur noch einmal wiederholen: Seid endlich höflich, achtet auf Eure guten Manieren, fangt bei Euren Kindern an!
Lang Lebe Herzog Uriel II.!
Amtsdirektor Egbert von Vogelberg
Herzöglich Ostarischer Rechnungshof Ankur
Die Rückkehr - Teil 1.
Weil es mir so sehr gefehlt hatte, das große, stille Land mit dem einsamen Flecken voll emsiger Umtriebigkeit mitten darin, hatte ich im späten Xurl des Jahres 26 n. A. dem III. meine Dienstherrin Walluma, Herzogin von Ostarien, darum gebeten, wieder nach Yaldering zurückkehren zu dürfen. Ich hatte viel erlebt in den vielen Kriegstagen der vergangenen Monate, doch war dieser uralte Ort, zugleich jüngste aller Städte Heligonias, mir die deutlichste Erinnerung geblieben.
Oft gleiten meine Gedanken nun ab von meinem Tagwerk und steigen hinauf in das entlegene Hochtal am Nordrand des unüberwindlichen Gebirgszugs im Norden Ostariens. Mühelos umspielen sie die mächtigen Gipfel, senken sich jenseits hinab in die weiten Wälder; sie plätschern mit den Bächen und Flüssen und ziehen mit den Nebelschwaden über den felsigen Hügel, auf dem die festen Bohlen der Stabkirche unweit von Yaldering ruhen. Immer wieder schaue ich in diesen windigen und verregneten Tagen auf, hinaus durch das Fenster zu den Bergen hin. Zwar würden selbst bei klarem Wetter die für ihren scharfen Blick gerühmten Turmwachen Ankurs allenfalls die Vorberge des Nordmassivs ausmachen können, doch glaube ich manchmal dennoch, verschneite Gipfel und tiefe Wälder ausmachen zu können. Ich bedaure beinahe den Umstand, daß es für mich als Ostarischen Herzöglichen Hofchronisten im lebensströmenden Ankur natürlich viel wichtigere Aufgaben zu verrichten gibt als in einer so kleinen Stadt am menschenfliehenden Rand der zivilisierten Welt.
Als würden meine Gedanken als Rauchzeichen zum Himmel steigen, bekam ich in diesen Tagen hohen Besuch: Der Leiter und Verweser der Reichsbibliothek zu Escandra, Rolvanus Esgadran von Carajon erschien zusammen mit einer Gruppe Bibliothekaren und Schreibern in unserem Amt. Es sei, so klärte mich der Gelehrte auf, eine für die Wissenschaft wichtige Expedition in die vor kurzem entdeckte und unbekannte Ordensburg südlich von Yaldering zu entsenden, die ja bisher aufgrund der aufsehenerregenden Ereignisse im letzten Xurl einzig vom ostarischen Generalzeugmeister, Baron Jareck von Jolberg erkundet werden konnte. Er bat mich, den in meinen Augen eilends zusammenge würfelt anmutenden Teilnehmern dieser waghalsigen Exkursion bei der Planung und Vorbereitung ihrer Reise behilflich zu sein.
Nun war ich anfangs sehr von Zweifel erfüllt ob der wilden Gestalt des Landes nördlich der Berge. Es würden sicherlich nicht nur die beißenden Saarkawinde darauf lauern, den gelehrten Reisenden manches Hindernis auf ihrem Weg zu lassen, doch der für seine Überzeugungskraft bekannte Rolvanus Esgadran machte mir schnell klar, daß es sich bei der Entsendung der Schriftgelehrten um eine Angelegenheit handle, die keinen Aufschub dulde. Bald schon begann ich, die Teilnehmer zu beneiden...
Kurze Zeit nach dem heligonischen Adelstag in Jolberg, bei dem ich aus protokollarischen Gründen zugegen sein mußte - eine Bürde, die mir angesichts des für seine Gastfreundschaft gerühmten Jolberger Hofes eher ein freudiges Vergnügen war - bekam ich, noch immer bei meinem ehemaligen Heerführer weilend, Besuch von Iklan Jhulim, dem vor wenigen Tagen ernannten Regenten des neuen ostarischen Lehens um Yaldering. Einer jungen Baronie ebenso junger Baron, das war mein erster Eindruck von ihm. Geringe politische Erfahrung, stattdessen ausgefüllt in vollem Tatendrang ungeduldig sein Amt erwartend, hatte er auf dem Adelstag eifrig neue Kontakte geknüpft.
Wir hatten uns in der von einem munter prasselnden Kaminfeuer erwärmten kleinen Halle zum gemütlichen Nachmittagstee eingefunden. Durch die Glasfenster der Jolburg war das Flüßchen Nigram mit dem für meine Begriffe überdimensionierten Jolberger Hafen gut zu überblicken. Man sah das umtriebige Völkchen der Jolberger ihren Geschäften nachgehen und auf dem Wasser vielerlei Schiffe ankommen, wartend vor Anker liegen oder die Segel setzend den Bug gegen den mächtigen Jolborn wenden. Der Iklan war noch immer von seinen Eindrücken und Gedanken derart erfüllt, daß er sich nicht an den Kamin setzen wollte und so hörte ich mir an, was er zu berichten hatte. Bald erzählte er mir flammenden Herzens von zukünftigen Plänen, bald berichtete er mit andächtig leisen Worten von seinem Treffen mit Walluma von Ostarien, das dem Adelstag vorangegangen war.
Ich hörte ihm mit einem Ohr zu. Aufmerken ließen mich seine Worte nur, wenn er von seiner neuen Baronie, insbesondere von der Stadt Yaldering erzählte. Nun, im selben Maß, wie ihn die Begeisterung für die von herrschaftlicher Macht gelenkten, ereignisreichen Länder im Süden ergriffen hatte, war ich wohl der Einsamkeit und Abgeschiedenheit Yalderings verfallen, die mir das Gefühl eines Zustandes gegeben hatte, den ich bisher nie gekannt habe. Dort ist es nicht die von Winkelzügen weniger Machtbesessener gelenkte Politik, nicht der prächtige und doch von Falschheit erfüllte Hof, es sind nicht Gesetze, Mißgunst, dekadente Herrscher und ihre Intrigen, die das Geschehen lenken. Dort sind es die Menschen selbst, die ihr Leben bestimmen.
Schließlich berichtete Iklan Jhulim von seinem Vorschlag der Einrichtung eines Ostarienhauses - einer Institution, die dem Austausch von Nachrichten, der Vertretung herzöglicher Interessen in Kendhas Pailat und der Verwaltung der ostarischen Soldaten und Beamten dienen sollte. Ich mochte die Idee und begann gerade, mir vorzustellen, wie eine solche Einrichtung aufgebaut und verwaltet werden könnte als, gerade im rechten Moment, sich die hohen Flügeltüren der kleinen Halle öffneten und Baron Jareck von Jolberg, die Arme voller Torfscheite, den Raum betrat. Ich hatte in den letzten Tagen oft die Gelegenheit, ihn zu beobachten und manches mal bemerkt, daß er es war, der Brennholz oder Torf zu den Feuerstellen trug. Oft waren die Feuer ausgegangen in den letzten Tagen des Ödlandfeldzugs, und manch ein tapferer Soldat war der Kälte zum Opfer gefallen. Vielleicht war es das Andenken an die verlorenen Untergebenen, die ihn diesen Dienst tun ließen. Doch ich wagte nicht zu fragen.
Bald hatte Jareck von Jolberg über dem verglimmenden Kohlehäufchen ein stattliches Feuer entfacht und schloß sich unserer Runde an. Er beteiligte sich anfangs nicht an unserer Unterhaltung über die Idee des Ostarienhauses und nahm von Zeit zu Zeit einen Schluck dampfenden Tees. Schließlich stellte er mir aber die Frage, die mir später geschäftige Saarka- und abenteuerliche Poënamonde bescheren sollte: Er erkundigte sich, ob er bei der Herzogin meine Abkommandierung als Leiter des Ostarienhauses bewirken sollte.
Eine Idee, die mich von Anfang an faszinierte. Vor allem, weil sie für mich eines bedeuten könnte: die Rückkehr.
Zurück in der Erzmark versuchte ich, wieder meinen gewohnten Tätigkeiten im Ostarischen Herzöglichen Hofarchiv zu Ankur nachzugehen. Doch die Erlebnisse der letzten Zeit ließen mir die Arbeit schwer von den Händen gehen; viel zu aufgewühlt hatte mich das Kriegshandwerk gemacht. Es würde eine Weile dauern, zu meinem früheren Tagwerk zurückzufinden.
Wochen später, als ich die Unterredung auf der Burg Jolberg beinahe schon vergessen hatte, bekam ich Nachricht von herzöglicher Stelle: Ich wurde verpflichtet, die Einrichtung des Ostarienhauses in Yaldering bis zum Jahresbeginn 27 n. A. III. nach den Vorstellungen Iklan Jhulims zu verfügen und es danach für ein Jahr zu leiten. Von allen laufenden Pflichten entbunden, sollte ich mich unverzüglich der Planung und Vorbereitung meiner Aufgabe widmen.
Ich war überglücklich, den Schritt tun zu dürfen, von dem ich insgeheim schon lange geträumt hatte. Damals habe ich gehofft, mit der Rückkehr nach Yaldering in eine ganz andere Richtung zu gehen. Die Bücher, die früher immer zu mir gesprochen hatten, waren längst zu stummen Beobachtern meiner Gedanken geworden - etwas war mit mir geschehen in den Wirren des Teemooranienkonflikts und den Ödlandfeldzügen, und ich hatte es nun erkannt.
Nichts hat sich geändert seit den lange vergangenen Tagen, in denen ich auf dem elterlichen Gut in der niedergeschriebenen Sprache unterwiesen wurde. Bücher waren mir auch damals schon eine ruhende Insel im Fluß der Ereignisse um mich herum gewesen. Vor langer Zeit schon mußte mein Vater, damals Vogt Rogan vom Storcheneck, die Herrschaft über unser Lehen einem Verwalter des habgierigen Baron Vetsul übergeben. Alsbald wurden die Zustände derart schlecht, daß meine jüngere Schwester und ich zu den Sägebrechts, einer befreundeten Familie nach Ankur geschickt wurden und nur mein älterer Bruder bei der Familie blieb. Dem Einen sei Dank hatte ich nach einem Jahr die Gelegenheit, in der Stadtschreiberei zu Ankur eine Stelle anzunehmen, um das Auskommen meiner Schwester und mir zu erbringen.
Als uns endlich Baron Teemon von der Herrschaft Vetsuls erlöste, freuten wir uns auf bessere Zeiten. Mein Vater bekam zwar nicht sein Lehen, aber doch unser Landgut wieder zurück. Schon nach kurzer Zeit hatten wir es wieder zu bescheidenem Wohlstand gebracht - nicht zuletzt, weil ich immer noch in Ankur im Dienst der Stadtschreiberei stand.
Doch es sollte eine kurze Zeit des Glücks werden, nur eine Unterbrechung unseres nahenden Niedergangs. Jene unheilvollen Tage, in denen wir uns gar die Mißwirtschaft der Verwalter Baron Vetsuls zurückwünschten, begannen mit umfassenden Truppenaushebungen unseres neuen Landesherrn Teemon. Alle arbeitsfähigen Männer des Gutes wurden eingezogen; diesmal war es mein Bruder, der bei mir in Ankur unterkam. Wieder standen wir in der Schuld der Sägebrechts.
Die geforderten Abgaben überstiegen bald die Möglichkeiten unserer Wirtschaft, so daß meine Familie den zu erbringenden Leistungen nicht mehr nachkommen konnte und schließlich sogar hungern mußte. Mein Vater, nicht willens, den Druck an die Bauern des Guts weiterzugeben und sie somit zunehmend in die Leibeigenschaft zu drängen, wagte ein offenes Wort bei den Stadtoberen von Beckerförde. Er wurde daraufhin von den Schergen des Teemon umgebracht.
Der Krieg brach herein über Teemooranien. Auch mein Bruder und ich, Offizier und Hofberichterstatter, waren darin verwickelt, auf herzöglicher Seite. Insgeheim hofften wir beide, unsere Mutter und unsere Schwester zu finden und aus der unsagbaren Not, die wir überall am Wegesrand sahen, befreien zu können, doch waren sie entweder schon vor Wochen ins nahe Oraneck geflohen oder vom furchtbaren Landfluch der Pustelplage dahingerafft worden, die gerade bei uns in Lodenburg ganze Landstriche entvölkerte. Es war dies die dunkelste Stunde unserer Familie.
Ich bin kein streitbarer Mann, und so war das Kriegshandwerk auch nie eine meiner Leidenschaften gewesen. Ich habe selbst erfahren, daß es kein Ruhen gibt inmitten der Mißgunst und Niedertracht der Menschen; darum ist mir heute nicht mehr so wichtig, was in den Büchern steht. Vielleicht träume ich deswegen mit wachen Augen von den Siedlern im Norden. Ich hoffe, daß es ihnen anders geht, dort, am Rande der Welt.
Vater und Sohn sitzen sich gegenüber in einer Kutsche, den Blick nach vorn und nach hinten gewandt. Sie streiten, woran sie ihr Tun messen sollen: An den Dingen, die sie vor sich sehen und die in der Zukunft kommen mögen, oder an den Dingen, die zurück liegen und die vergangen sind. Ich weiß nicht, welchen Platz ich in diesem alten Bild einnehme. Doch ich hoffte, in Yaldering ein Jahr lang friedlich leben und arbeiten zu können.
Ankur ist als Stadt ist gleichermaßen groß wie wichtig. Nicht wenige Besucher kommen in die ostarische Kapitale, allein um sie zu sehen. In mindestens einer Hinsicht jedoch kann Ankur getrost als Dorf angesehen werden: In der Entstehung und Verbreitung von Gerüchten. Seien es gewisse geheime Machenschaften in Hohenforingen, die harmlosen Wehwechen eines ausländischen Fürstbischofs oder die gefährlichen Liebschaften eines altgedienten nordwestostarischen Barons, gewisse Leute in Ankur wissen heligonische Neuigkeiten manchmal sogar schon bevor sie sich ereignen.
In Birkners Ratsstube, wo ich mich wie meistens zum Frühstück einfand, war der Gegenstand des Stadtgesprächs an jenem Tag ein einzelnes Floß, das - den Gerüchten nach - aus der neuen ostarischen Kolonie nördlich der Ödlandberge kam.
Ich konnte mir gut vorstellen, was das Eintreffen des Floßes zu bedeuten hatte und versuchte mein Glück daher zuerst in den Markthallen. Und tatsächlich: Von einer dichten Menschentraube umringt stand ein einzelner Mann, den ich vom Ödlandfeldzug her kannte. Er versteigerte gerade einen Posten Elchsleder. Ich habe nie erfahren, woher die Mengen an Rohmaterial für die gerühmten Thaler Elchslederstiefel kommt, in der Markthalle jedoch fand das seltene Material reißenden Absatz; ebenso auch verschiedene Felle und das Holz des Floßes, das den insgesamt vier Reisenden wohl den größten Ertrag brachte. Weil ich nur wenig Zeit hatte und die Versteigerung noch andauerte, beschloß ich, später zurückzukommen.
Als ich um die Mittagszeit zurückkam, hatten die Reisenden aus Yaldering wie die meisten Händler ihre Waren schon abgestoßen. Größere Geschäfte werden in den Markthallen für gewöhnlich morgens abgewickelt, später stehen die Stände für die Bürger Ankurs bereit, die hier ihren täglichen Bedarf an frischen Nahrungsmitteln decken. Ich erfuhr bald, daß die Fremden im Spelunkenviertel nahe des Radovan-Hafens Unterkunft genommen hatten.
Es war nicht schwierig, im Hafen die Unterkunft der vier Fremden zu ermitteln. Ich erfuhr schnell, daß sie sich für ein paar Tage im "Schlüssel", einem kleinen Gasthaus in einer der Seitengassen des Hafens Quartier bezogen hatten. Der leuchtende Glanz Ankurs erhellt das Hafenviertel wohl am allerwenigsten; sehr zur Verärgerung der Stadtoberen, die sich schon oft gewünscht haben, dem hier ansässigen Bodensatz von Handel und Wandel Ankurs die Tür (oder besser: die Stadttore) zu weisen. Als Chronist denke ich, daß keine Stadt von der Größe der ostarischen Kapitale ohne ein vergleichbares Viertel auskommen kann, persönlich jedoch habe ich nicht das Geringste gegen die doppelten Wachpatrouillen einzuwenden, die seit zwei Jahren hinter dem Radovan-Hafen nicht über Langeweile klagen können. Der "Schlüssel" fand sich in einer dunklen, etwas abgestanden riechenden Gasse direkt am Hafen. Das Haus, ein schmales, zwischen einem Kontor und einer alternden Seilerei eingezwängtes Gebäude, schien mir kaum breit genug, eine Gaststätte mit Unterkünften aufzunehmen. Und tatsächlich erwartete mich ein winziger, völlig überfüllter Schankraum.
Die vier Männer aus Yaldering feierten offensichtlich gerade den erfolgreichen Handel in den Markthallen. Ich setzte mich zu ihnen. Obwohl er mich in den Tagen des Ödlandfeldzugs selten gesehen und nie gesprochen hatte, schien der Anführer der Gruppe, ein Mann namens Todje Harkenfels, erfreut, ein bekanntes Gesicht begrüßen zu können.
Wir kamen schnell ins Gespräch; alles, was er zu erzählen hatte, stieß bei mir auf neugierige Ohren. Der Winter im Norden war härter als erwartet gewesen, doch hatte es dank der bereits im Xurl errichteten Lagerbauten kaum Zwischenfälle gegeben. Allein in den Tagen der Wolfskälte forderte der schneidende Nordwind einige Opfer, darunter ausgerechnet den einzigen Priester der Stadt, deren Bewohnerschaft ja ansonsten eher aus verdienten Kämpen besteht. Lange Wochen mußten die vielen ceridischen Bewohner Yalderings ohne geistlichen Beistand ausharren, bis endlich Markgraf Kalveram von Norrland einen Ordensbruder entsandte, der beim ersten Einsetzen der Poënazeit in die ferne Kolonie aufbrach, um in der kleinen Stabkirche auf dem Hügel nahe der Stadt den Meßdienst wieder aufzunehmen.
Weil ich schon vor dem im 2. Poëna aufbrechenden Versorgungszug in Yaldering sein wollte und mir keine andere Reisegruppe bekannt war, der ich mich anschließen konnte, fragte ich Harkenfels, ob ich mit ihm zusammen reisen könnte. Die Gruppe wollte eigentlich in zwei Tagen aufbrechen, ich erbat mir jedoch einen weiteren Tag Aufschub, um die letzten Vorbereitungen zur Abreise der kleinen, zur Errichtung des Ostarienhauses bereitstehenden Reisegruppe zu treffen, die sich dem Versorgungszug im Frühjahr anschließen würde. Wir würden nicht direkt nach Brazfurt reisen sondern auf einer brassachischen Burg am Südrand der Berge Station machen, wo Harkenfels ein wichtiges Geschäft abzuschließen hatte und drei weitere Reisende aufnehmen wollte.
Karlon vom Storcheneck
Der Trommler
freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft
Norrland-Brassach
Die Ernennung neuer Barone und die Neuordnung verschiedener Lehen in der Markgrafschaft Norrland-Brassach
Am ersten Tage der zweiten Saarka des Jahres neunundachtzig nach der Erleuchtung erhob Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach seinen verdienten Gefährten, den Herrn von Grauwiel, Ritter Hagen von Grauburg, und den Großcousin der Markgräfin, Ritter Anholt von Brassach, Herr von Caronburg, wie auf dem Adelstag am dreizehnten Tage der ersten Saarka angekündigt, in den Stand eines heligonischen Barons. An eben diesem Tage kamen nun alle Vasallen des Markgrafen im festlich geschmückten großen Saal von Burg Brassach zusammen, um dieser feierlichen Zeremonie beizuwohnen. Mit der Verleihung der beiden Baronstitel geht auch eine Umverteilung der Ländereien der Markgrafschaft Norrland-Brassach einher. So wird es fortan drei Baronien innerhalb des Herrschaftsbereiches seiner Hochgeboren geben: Die Baronie Norrland-Brassach, die Baronie Grauburg und die Baronie Caronia. Entsprechende Heliosbriefe, die Titel, Ländereien, Rechte und Pflichten der Barone beurkunden, wurden beiden neuen Baronen bei diesem Festakt überreicht. Markgraf Kalveram selbst wird von nun an zusätzlich den Titel des Barons von Norrland-Brassach führen.
Mit dem Beginn der zweiten Saarka wird es die Baronie Brassach mit ihren fünf Provinzen in ihrer alten Form innerhalb der Markgrafschaft Norrland-Brassach nicht mehr geben! Die Ballei Amien und die Provinz Grauburg fallen allesamt unter die Herrschaft des jungen Barons Hagen von Grauburg. Rhoderich von Thalion, erster Ritter der Provinz Thalion, wird fortan sein Knie vor Baron Hagen beugen. Zudem wird die Gemarkung Tharagonien aus der Provinz Brassach herausgelöst und erhält als Bestandteil der Baronie Grauburg erstmals in ihrer Geschichte Provinzstatus. Die Provinz Caronia hingegen bildet fortan das ‚Herz' der Baronie Caronia, die zwei weitere allerdings bis dato lediglich auf dem Papier existierende Provinzen aus den neu hinzu gewonnenen Ländereien erhält. Die nördlichere der beiden Ländereien fällt unter die Domäne derer von Dachsrode, ein aufstrebendes junges Geschlecht in der Markgrafschaft. Die verbliebenen Ländereien der Provinz Brassach werden zusammen mit der Provinz Norrland und den neuen Provinzen Bastien und Brazfurt zur Baronie Norrland-Brassach vereint. Die jeweiligen Ritter, die von nun an die Regierungsgewalt in den einzelnen Provinzen übernehmen werden, wurden oder werden in Zukunft von den jeweiligen Baronen selbst ernannt. Obwohl die Umstellung der Ländereien doch einen erheblichen Einschnitt in das bisherige Landesgefüge Brassachs darstellt, rechnet seine Hochgeboren Kalveram mit dem Verständnis der jeweiligen Ritter und Landesherren, die fast alle ihre jeweilige Position verbessern konnten.
An den Orden der Templer zu Ankur wird im Rahmen einer Landvergabe der neuen Landflächen ein recht großes Stück Land nördlich der alten Landesgrenze der nun nicht mehr bestehenden Baronie Brassach als Lehen verpachtet. Über die Benennung des Landstriches wird zur Zeit noch beraten. Hadebrand von Grauburg, der Ordensmarschall der Templer zu Ankur und Bruder des neuen Barons von Grauburg, wurde mit der Verwaltung dieses ebenfalls noch zu besiedelnden Landstriches betraut. Der Ordensmarschall ließ verkünden, daß er den noch zu errichtenden Hauptsitz der Ballei Daronsfeste nennen wird. Die Burganlage soll auf der höchsten Erhebung der Ballei, einem größeren Hügel von dem aus sich das gesamte flache Land überblicken läßt, gebaut werden. Weiterhin brachte er zum Ausdruck, daß man fortan mit Eile an dem Bau verschiedener Befestigungsanlagen und Wohnstätten arbeiteten wird, damit das Land möglichst schnell ein ordentliches Heim für die Templer zu Ankur wird. Aus Friedland zurückkehrende treue Mannen des Großmeisters Kalveram sollen unter anderen hier ihr neues Zuhause finden, nachdem in der ersten Saarka der Befehl an die Templer ergangen war, sich aus dem Fürstbistum Friedland zurückzuziehen. Neben der neuen Ballei wurden noch drei Vogteien in die Karte der Markgrafschaft Norrland-Brassach eingezeichnet, dessen Vergabe an verdiente Mannen aus den norrland-brassachischen Untertanen noch aussteht.
Nachdem die Späher bereits seit etlichen Wochen die neuen Landesteile Norrland-Brassachs bereist und ausgekundschaftet hatten, empfahl nun der Norrland-Brassachische Kriegsrat dem Markgrafen den Bau von Burgen und Schutzanlagen, einhergehend mit dem Beginn verschiedener Siedlungsprojekte, an strategisch günstigen Stellen. So gilt es zu berichten, daß die Baumeister mit dem Bau einer Feste an der Stelle begonnen haben, an der die Ostra in den Brazach mündet. Diese Siedlung wird unter dem Namen Ostramünde Einzug in die Karten der Markgrafschaft halten. Die im Ödlandkonflikt nahezu komplett zerstörte brassachische Stadt Brazfurt wird nach eingehender Beratung nicht wieder aufgebaut werden. Als ‚Ausgleich' soll eine Stadt an strategisch günstigerer Position im Süden der neuen Provinz Brazfurt erreichtet werden: Legonsfall, benannt nach dem Helden Legon von Brazfurt, der tapfer gegen die Ödländer stritt und im Kampfe bei der Verteidigung Brazfurts fiel.
Der Tanzbär
Streifzüge durch das kulturelle Leben Heligonias
Liebe Heligonier!
Angaheym hat die Ehre, im April das Festival für Alte Musik in München eröffnen zu dürfen!
Wir spielen am Donnerstag, den 15.4.99 am Abend im Spectaculum Mundi, Dies ist unser erstes großes Konzert und wir laden euch alle sehr herzlich dazu ein!!!
(Es erwartet uns Lampenfieber Stufe 3, das nur durch Üben +10 zu besiegen ist, also verzeiht uns bitte den Regen...)
Termine
12.02. - 14.02.99 SL und NSC Treffen am Karlshof
12.03. - 14.03.99 Helicon 9 auf Burg Wildenstein
02.07. - 04.07.99 Helicon 10 im Landschlößchen Rockenbach
29.08. - 31.08.99 Koggenfahrt von Bremerhaven nach Helgoland
17.09. - 19.09.99 Helicon 11 in der JH Rothenburg o.d.T.
26.11. - 28.11.99 Helicon 12 auf Burg Hornberg bei Tübingen
14.01. - 16.01.00 4. Heligonischer Adelstag auf Burg Spalt/Wernfels
Verehrte Leserschaft
Da bisher nur wenige Leser den Aufruf im letzten Boten wahrgenommen haben, bitten wir abermals um den alljährlichen Obulus von fünfeinhalb Silberlingen für die Botenlohnkasse der Schreibstube.
Mit heligonischen Grüßen, Talimee
© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés Balluff, Marc Hermann
Berichte von Inés Balluff, Arnulf Breuer, Julia Fischer, Henning Frank, Marc Hermann, Thorsten Hess, Andreas Hils, Daniela Lochner, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger, Eike Simon, Markus Spree und Melanie Walker
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