Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 3.Xurl nach A.III 27
Ausgabe 30


Kronkurier

Letzte Meldung:

Prinz Anselm von Thal zurückgekehrt

Große Freude bei Hofe

Banner und Fahnen in ganz Thal gehißt

Siebentägiges rauschendes Fest in Hochanthen und Thal


 

Kelvin von Algorn im Amt bestätigt 

Der oberste Richter der Stadt Quellstedt hat nun offiziell die Absetzung des Stadtrates für recht-mäßig erklärt. Die Ära dieses Rates wurde als die schlimmste Zeit der Korruption und Manipulation der Stadt bezeichnet. Alle Gesetze aus diesem Zeitraum wurden für nichtig erklärt. Der sich seit 3 Monaten im Amt befindende Richter erteilte Kelvin von Algorn den Auftrag, die Aufgaben des Stadtrates in einer Person wahrzunehmen. Hierfür ernannte er ihn zum Bürgermeister auf Lebenszeit. 
 

25000 Dukaten Belohnung für die Ergreifung von Theo Franzler 

Auf die Erfgreifung von Theo Franzler ist wegen vielfacher Vergehen gegen die Stadt und den König ein Kopfgeld von 25000 Dukaten ausgesetzt worden. Seine drei schwersten Taten sind Hochverrat, Volksverhetzung und Anstiftung zum Mord.
Auch die restlichen inhaftierten Ratsmitglieder werden der ersten beiden Vergehen beschuldigt. "Sollten sie verurteilt werden,"erklärte der oberste Richter, "so droht ihnen der Tod durch Steinigung oder Verbrennung vor den Toren der Stadt." 
 

Identität des angeblichen Teemons geklärt ! 

Die vor dem Rathaus Quellstedts gesichtete Person war nicht der echte Teemon, sondern ein Schauspieler, der diesen bei einem Theaterstück spielen soll. "Die weiträumige Absperrung des Rathauses," so Kelvin von Algorn, "war nötig, um die Proben für das Stück ungestört durchzuführen. Einen solchen Despoten hätten wir nie frei in der Stadt herumlaufen lassen." 
 

Betis Vorbild für Quellstedt 

Bei seiner Einführungsrede auf dem Balkon des Rathauses erklärte der neue Bürgermeister, daß Quellstedt sich verstärkt Betis zum Vorbild für eine ordentlich geführte Reichstadt nehmen will. Er hofft, daß die durch den alten Stadtrat entstandenen Unstimmigkeiten zwischen den beiden Städten, einer Annäherung nicht mehr im Wege stehen. 
 

Ausgangssperre aufgehoben ! 

Die zu Beginn der Entmachtung des Stadtrates erlassene Ausgangssperre in Quellstedt konnte aufgrund der Normalisierung der Situation in der Stadt wieder aufgehoben werden. 
 

An den "Heliosgeweihten" Rawen Eilshorn! 

Mit Euren Äußerungen im Boten 29 habt Ihr die wahren Zustände innerhalb der OfH aufgedeckt! Zur Mißorganisation kommt nun auch noch Inkompetenz dazu. Wir sind überrascht, daß sich die OfH einen Mann zum Anführer gewählt hat, der anscheinend noch nicht einmal in der Lage ist, Botenberichte korrekt zu lesen. Aber vielleicht liegen ja Eure Qualitäten auf einem anderen "Fachgebiet". Wenn man sich die Palette der Verbrechen, die von Mitgliedern der OfH ausgeübt werden, anschaut, findet man nichts, was man nicht gemäß der königlichen Halsgerichtsordnung bestrafen müßte. Wie effektiv nun denn Euer Jinderak Garstson in Ostarien sei, sei dahingestellt. Dies interessiert uns persönlich auch nur bedingt! Wir sind nun mal kein Ostarier! Aber das habt Ihr noch nicht einmal bemerkt! So sprecht Ihr doch ständig von Ankur oder Ostarien. Wir hingegen haben unsere Wurzeln in Norrland-Brassach! Und heute geben wir Euch unser Wort, daß wir es in Norrland-Brassach niemals dulden würden, daß unschuldige Reisende oder Pilger von den verwirrten Schurken und böswilligen Hetzern der OfH belästigt oder gar überfallen werden! 

Auch zeigen Eure Argumente bezüglich einiger fehlgeleiteter Subjekte innerhalb der Reihen der Heiligen Inquisition keinerlei Wirkung. Wollt Ihr als "Heliosgeweihter" etwa den Leuten begreiflich machen, daß ein Lump sein Verbrechen oder seinen Verrat dadurch rechtfertigen kann, daß er auf einen noch großen Lumpen oder Verräter zeigt? Wenn die OfH wirklich hinter dem König steht, wieso überfällt sie dann seine unschuldigen Untertanen? Hat denn nicht gerade unser großer König das Toleranzgebot erlassen? Aber vermutlich habt Ihr auch das nicht richtig durchgelesen. 

Heute wollen wir Euch noch mitteilen, daß seine Hochgeboren, unser verehrter Großmeister, der Markgraf von Norrland-Brassach, den ausdrücklichen Ordensbefehl erteilt hat, daß jeder ceridischen Einwohner Heligonias, der sich unter die schützende Hand des Ordens stellt und seine Hilfe erbittet, unseren Schutz mit Schwert und Schild erhalten soll! Von daher warnen wir Euch heute eindringlich: Laßt ab von der Gewalt gegenüber unseren ceridischen Brüdern! Oder der Schwertarm der Templer wird über Euch kommen! Nun genug der Worte! Die nächste Begegnung, die wir beide haben werden, findet nicht im Boten statt und wird auch nicht mit der Feder ausgetragen! 

Telvin von Durendahl, Vestalin der Templer zu Ankur 

Fürstlicher Thaler Hofchronist 

Fürst Bartha von Thal zitiert Baronin Nimue von Aue nach Hochanthen 

Der innerdrachenhainer Konflikt zwischen Graf Waldemar und seiner Vasallin Baronin Josephina von Wolfenfeld zieht weite Kreise. Nachdem man, Helios sei Dank, ohne Kampf das Schlachtfeld verlassen hat und Drachenhainer Bruder wieder neben Drachenhainer Bruder saß, wurde ein folgenschweres Wettschießen zwischen den Soldaten ausgetragen. Dieses Wettschießen gewannen unerwarteter Weise Lormarker Bogenschützen. Nicht unerwartet deswegen, dass bekanntermaßen die besten Bogenschützen Heligonias dies gewannen, sondern unerwartet da man sich fragte, was die Thaler überhaupt in Drachenhain machten. Wie sich herausstellte hatte die Baronin Nimue von Aue eigenmächtig eine Hundertschaft ihrer Lormarker Bogenschützen zur Unterstützung der Truppen der Baronin Josephina entsandt. Diese unüberlegte Handlung hätte fast einen Krieg zwischen Thal und Drachenhain ausgelöst. Thaler Truppen die gegen die Truppen des Grafen Waldemars standen und das in seinem eigenen Land waren eine Verletzung der Grenzen und der Hoheitlichkeit seines Landes, die man nicht hinnehmen kann. Fremde Truppen ohne Wissen des Landesherren im eigenen Land sind eine Kriegserklärung! Da es jedoch zu keinem Kampf gekommen war und es sich nur um die Truppen eines einzelnen Vasallen Fürst Barthas handelte, wurde beschlossen erst einen Boten zu schicken, bevor man die Grenzen zu Thal schließen würde. Auch angesichts der freundschaftlichen Beziehungen der Häuser Drachenhain und Thal sah man sich zuerst auf den Weg der Diplomatie verpflichtet. Es zeigte sich, dass die Lormarkerin eigenmächtig und "im guten Glauben einer benachbarten Baronie zu helfen" die Hundertschaft geschickt hatte.

Nachdem diese Botschaft wie ein Schwarm Hornissen auf Hochanthen gewirkt hatte, dauerte es nur wenige Tage, bis ein kleines Heer von nicht weniger als drei Hundert Mann vor Lorburg standen mit einer Kutsche und einem Brief für die Baronien. In diesem Schreiben des Fürsten wurde Nimue von Aue aufgefordert, unverzüglich und auf schnellstem Wege nach Hochanthen zu kommen. Nimue kam dieser Aufforderung sofort nach und machte sich zusammen mit fünf Edellingen der Lormark auf den Weg. 
In Hochanthen angekommen, wurde sie in den großen Thronsaal Fürst Barthas gebracht, in dem neben der ganzen fürstlichen Familie, außer dem verschollenen Prinz Anselm, auch alle Vertreter der Barone Thals und etliche Freiherren anwesend waren. Nach einer klärenden Ansprache und einem Verhör eher als einem Vasallenbericht ähnelndem Gespäch mit Fürst Bartha von Thal, gestand Baronin Nimue ihre Schuld ein die sie auf sich geladen hatte, in dem sie den Thaler Frieden mit Drachenhain und das Leben ihrer Vasallen leichtfertig aufs Spiel gesetzt hatte. Um die Ehre der Lormark wieder herzustellen schwor sie den Vasalleneid auf Fürst und Lehen erneut vor aller Augen. Baronin Nimue wird sich auch noch in aller Form bei Graf Waldemar von Drachenhain entschuldigen. 
Nach der Audienz wurde zusammen im Helios Tempel von Hochanthen den Göttern gedankt, dass alles so glimpflich verlief. Erfüllt von der Freude über den Frieden zwischen den Ländern wurde für den Abend ein festlicher Ball anberaumt, zu dem alle gerne kamen. Langfristig gesehen wird dieser bedauerliche Zwischenfall, der die Beziehungen zwischen den benachbarten Ländern kurz auf einen Tiefpunkt fallen lies allerdings keine Rolle spielen, denn gerade hier zeigte sich, wie wichtig diese sind. Ein Krieg zwischen Drachenhain und Thal hätte weite Teile unseres geliebten Landes in eine Wüsteney verwandelt. 
Möge Helios Licht auch weiterhin über den Häuptern unserer Herrscher leuchten. 

Ritinus Federschwinger Hofschreyber zu Hochanthen 


Die Garde von Anthan gibt bekannt: 

Kampfhandlung und Geiselnahme in Betis 

"Während des Aufenthalts in Betis anläßlich der anstehenden Stadtratswahlen kam es zu mehreren Kampfhandlungen sowie einer Geiselnahme ihrer Hochgeboren Prinzessin Celia von Thal. 
Die Ereignisse fanden im Hause der Familie Corvese statt. Sie nahmen ihren Beginn mit der Entführung der "Goldenen Kehle Heligonias" Pavo Rothner. Eine sofort eingeleitete Suche blieb ohne Erfolg. Man konnte lediglich seinen Umhang und seine Mütze finden, welche Kampfspuren aufwiesen. 
Desweiteren wurden einige Leichen aufgefunden, welche auf die unterschiedlichsten Weisen aus dem Leben schieden. Die einzige Gemeinsamkeit bestand darin, daß sie eine abgeknickte Rose in der Hand hielten. 
... 
Am nächsten Tag verdichtete sich der Verdacht um einen ansässigen Zuckerbäcker, sowie einen Betiser Händler. Ebenso sollten Teile der Betiser Stadtwache darin verwickelt sein. Dieser Verdacht wurde Verstärkt, als unsere Untersuchungen der Ereignisse eher behindert als unterstützt wurden.
... 
Als der Hauptmann der Wache dem Zuckerbäcker gestattete, für einen kurzen Moment nach Hause gehen zu dürfen, begleiteten wir vorsichtshalber die Eskorte der Stadtwache. Hinter eine Mauer sprang plötzlich ein Attentäter hervor, der dem Zuckerbäcker nach dem Leben trachtete. Oberleutnant Gentz beschützte weiterhin den Bäcker, während ich die Verfolgung des Attentäters aufnahm. Nach einer Jagd über mehrere hundert Schritt, auf der ich zu meiner Verwunderung allein befand, konnte ich den Übeltäter stellen. Es kam zu einem Kampf, bei dem ich zu allem Unglück durch einen gezielten Tritt mein Schwert verlor. In dem folgenden Handgemenge wurde ich so schwer verletzt, daß an ein Weiterkämpfen nicht mehr zu denken wahr. Zum Glück hatte ein Passant die Szene beobachtet und eilte mir zu Hilfe. Er konnte den ebenfalls verwundeten Attentäter überwältigen. 
... 
Die Ereignisse nahmen einen Höhepunkt, als ein Extremist, welcher sich als Welzener Gardist ausgegeben hatte, Prinzessin Celia von Thal als Geisel nahm. Ein Eingreifen unsererseits kam zu spät, weil niemand diesen Gardist mit den Geschehnissen in Verbindung glaubte. Niemand konnte schon erahnen, daß ein Mitglied des Fürstlichen Thaler Heeres zu einer solchen Tat fähig sei! Ihre Hochgeboren wurde von ihm auf ein Zimmer gebracht, wo er sich mit der Prinzessin unter vier Augen unterhalten wollte. Als längere Zeit kein Geräusch aus dem inneren vernommen werden konnte, wurde das Zimmer gestürmt. Wir fanden ihre Hochgeboren auf dem Fußboden liegend vor, niedergeschlagen von ihrem Entführer, welcher mit Hilfe eines Seils aus dem Fenster fliehen konnte. Eine sofortige Suche wurde eingeleitet. Ein eiligst herbeigerufener Heiler untersuchte ihre Hochgeboren. Den Vieren sei Dank, sie war weitestgehend unverletzt. Sie erzähle uns, was der Geiselnehmer zu ihr gesagt hatte: 
"Man solle keine weiteren Ermittlungen gegen die "Schwarze Lilie" mehr betreiben. Ansonsten wäre dies schlecht für ganz Betis." Ich ließ die Suche nach dem Attentäter sofort unterbinden, doch war es dafür zu spät. Der Geiselnehmer war bereits von mehreren tapferen Kriegern umstellt worden. Ein Versuch, die Szene zu beruhigen, schlug fehl. Es kam zu einem weiteren Kampf, in dem ich ein weiteres Mal verwundet wurde. Der Geiselnehmer konnte dennoch gefangengenommen worden. 
... 
Blickt man auf die Ereignisse zurück, kann man sagen, daß es ein überaus ereignisreiches Wochenende war, welches durch ein beherztes Eingreifen unsererseits, sowie durch die Tatsache, daß Baron Beoric mit einer Abordnung Welzener Gardisten gerade zur rechten Zeit eintraf zu einem guten Ende geführt werden konnten. 
... 
Während meines zweiwöchigen Erholungsurlaubes wird mein Stellvertreter, Oberleutnant Rochus Gentz, sämtliche Amtsgeschäfte übernehmen." 
aus dem persönlichen Bericht von Kilian Weizenkeim Hauptmann der Garde zu Anthan 

Gut Aue in der letzten Woche des 3. Heliosmondes 

Alle sind voll und ganz mit der Getreideernte beschäftigt. Auch die Baronin der Lormark und Gutsherrin ist von Sonnenaufgang bis in die Nacht hinein ruhelos auf den Beinen, weist die Erntehelfer ein, verteilt die Arbeit der Knechte und Mägde, auf dass niemand unbeschäftigt herumstehe, überwacht das Einkochen und Darren von Obst und Gemüse und legt bisweilen beim Garbenbinden selbst Hand an. Kurz; es ist eine arbeitsreiche Zeit und das schon seit Wochen, aber es ist auch eine fröhliche Zeit, denn wenn das Tagwerk getan ist, wird die Tenne gefegt und zum Tanzen bereit gemacht, und dann gibt es reichlich zu Essen und zu Trinken und die Leute feiern. 
Dann kann man den Schatten vergessen, der seit dem Helios über der Lormark hängt und immer häufiger die Gesichter verdüstert. Man redet nicht mehr so viel über die hingemordeten Schafe, die in der Heide gefunden werden. Auch Grim Eichenland, der Schweinehirt der Lormark, denkt nicht mehr so oft an seine Lieblingssau, die er eines Morgens mit aufgerissenem Bauch tot im Stall fand, in dessen Wand ein Loch klaffte, so groß, dass ein Bär hätte durchschlüpfen können. 
Man ist mit den Gedanken völlig bei der Ernte und der Blick wendet sich häufiger gen Himmel, ob wohl Helios Xurl im Zaume halten kann, damit das Öhmd trocken eingebracht werden kann, da hat man keine Zeit, an die anderen Sorgen zu denken. 
Nur einmal verdüstert ein kleiner Schatten das bunte Treiben auf dem Gut, als nämlich Niall Langbogen mit etlichen Bogenschützen kommt und alle ein Gesicht machen, als hätten sie in eine unreife Quitte gebissen. Die Baronin schaut sie an und geht ihnen schweigend voran in die Halle. Man weiß nicht genau, was geschehen ist. Hat das mit dem gemordeten Vieh zu tun? Aber Niall hat da immer anders dreingeschaut. Oder etwas mit dem "Ausflug" nach Wolfenfeld? Als die Baronin mit Niall wieder herauskommt, höre ich sie noch sagen: "Da kann man jetzt auch nichts machen. Euch trifft keine Schuld, du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen. Ich muss zusehen, wie ich aus dieser ver.... Lage wieder herauskomme und wenigstens noch einen Rest meiner Ehre rette. Wenn du Ailron siehst, sag ihm einen Gruß und ich brauche ihn möglichst schnell hier." 
Dann geht wieder alles seinen gewohnten Gang. Die Mäher mähen das Korn, die Kinder binden Garben, die Drescher dreschen das Korn.... 
Einige Tage später gibt es jedoch wieder eine Unterbrechung. Eine große Gruppe von Reitern aus Drachenhain wird von Grenzwachen auf den Hof begleitet und alle machen furchtbar ernste Gesichter. Lord Angus McPhee aus Tagil ist auch darunter. Plötzlich ist die Stimmung eine ganz andere. Das fröhliche Lachen und Scherzen verstummt allmählich und es wird kühler. Die Reiter aus Drachenhain sitzen ab, bleiben aber draußen, während die Baronin Lord Angus begrüßt und in die Halle bittet. Und eigenartigerweise tauchen plötzlich recht viele Langbögen in den Händen der Knechte auf. Man weiß nicht so recht, was man mit den Gästen (sind es Gäste?) anfangen soll, und tritt unbehaglich von einem Fuß auf den anderen. 
Dann kommt der Majordomus heraus und läßt verlauten, dass die Gäste (also sind es doch welche) willkommen sind und sich wie zu Hause fühlen sollen, ein Stalljunge eilt herbei und führt die Pferde der Reiter zu den Stallungen, Mägde tischen im Hof an dem langen Tisch ein Mahl auf und alle atmen erleichtert auf und machen sich wieder an die Arbeit. Man fängt mit den Drachenhainern ein Gespräch an, über die Pferde, denn das ist ein unverfängliches Thema, kommt dann über das Wetter und die Ernte auf den eigentlichen Grund des Besuches und da fällt wieder dieses Wort: Wolfenfeld. Der Graf sei ernstlich "verstimmt über den kriegerischen Akt" und habe seinen Schwertführer entsandt, um die Baronin zur Rede zu stellen. Zur Rede stellen? 
Unsere Baronin?? 
Diese entsendet inzwischen Eilboten auf die Güter der Edelinge, um den Rat einzuberufen, und den Gesichtern der Eilboten nach ist die Baronin nicht gut gelaunt. 
Aber die Ernte ist wichtiger als alle "kriegerischen Handlungen", denn auch die Herren Soldaten wollen im Winter etwas zu essen haben, und deshalb müssen alle, die anpacken können, mithelfen, damit die Arbeit getan wird. Aber am Abend ist wieder Zeit mit den Soldaten aus Drachenhain zu reden und allmählich tauen sie auf, erzählen von zu Hause und schließlich singt und lacht man miteinander. 
Lord Angus gibt der Einladung der Baronin nach und verspricht, ein bis zwei Tage zu bleiben, bis "die Sache geklärt und beraten sei", aber wahrscheinlich ist er auch nur froh, einige Tage ausspannen zu können.
Von der Beratung, die am nächsten Tag in der Halle stattfindet, dringt nicht viel nach außen, nur dass die Baronin sehr erregt gewesen sei, ach ja, und man hörte doch im Hof, dass sie manchmal recht laut wurde. Es scheint um Ehre und "der Lächerlichkeit preisgegeben" gegangen zu sein. Da kann ich schon verstehen, dass die Baronin böse wurde, denn auf ihre Ehre und die der Lormark gibt sie recht viel. Einmal hörte man etwas wie "Was haben sich Leomar und Josephina eigentlich dabei gedacht? Und wie stehe ich jetzt da? Kinder, alle zusammen!" Da scheint ziemlich dicke Luft gewesen zu sein. Aber wenn man die Baronin und Lord Angus zusammen sieht, scheinen sie nicht im Streit miteinander zu liegen. Man sucht offenbar gemeinsam nach einer Lösung. 
Als der Baron von Tagil nach zwei Tagen mit seinen Mannen wieder auf die Pferde steigt, die vor lauter Hafer fast platzen, läßt ihm die Baronin ein Ehrengeleit bis zur Grenze geben und sagt zum Abschied noch: "Versichert dem Grafen, dass der Lormark nicht an einem Streit mit Drachenhain gelegen ist und dass die Einladung zur Jagd wirklich ernst gemeint ist. Es tut mir aufrichtig Leid, dass ich aufgrund einer Verkettung von Missverständnissen zu dieser Tat verleitet wurde." Der Baron nickt und sagt noch etwas, dann reiten alle in einer großen Staubwolke vom Gut. Von draußen höre ich noch einen Plumps und einen unterdrückten Fluch. Eines der Pferde scheint zuviel Hafer gefressen zu haben. 
 

Lormark erwägt Austritt aus dem Ogedenbund 

Aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Missverständnissen und mangelhafter Informationslage kam es zu einer militärischen Notsituation, in der sich lormarkische Bogenschützen anderen Ogedenbundmitgliedern als potentiellen Gegnern gegenübersahen. Aufgrund dieser Verletzung der Bundesstatuten erwägt nun Nimue von der Aue, die Baronin der Lormark, aus der von ihr zu verantwortenden Situation heraus die Konseqenzen zu ziehen und den Ogedenbund zu verlassen. Zitat: "Mein Handeln hat dem Bund Schande angetan und seine Ehre befleckt. Daher kann ich nicht länger Mitglied des Ogedenrates oder des Bundes sein, denn mein weiteres Verweilen im Ogedenbund würde dessen Ansehen schaden und Zweifel an seinen Zielen aufkommen lassen." 
 

Letzte Meldung: 

Zwei bange Jahre sind zu Ende. Zwei Jahre des Hoffens, des Betens, des Bangens, des Wartens. Zwei Jahre voller Ungewißheit über den Verbleib unseres geliebten Prinz Anselm von Thal. Zwei Jahre, in denen zu Anfang noch manch Gerücht über den Prinzen noch zu vernehmen war. Zwei Jahre, an deren Ende niemand außer den Göttern noch wußte, ober lebt oder ob Gwon schon seine Seele zu sich genommen hatte. Zwei Jahre können eine lange Zeit sein. 
Doch völlig unerwartet, ebenso schnell wie er verschwand ist er zurückgekehrt. Prinz Anselm wurde laut Bericht eines Betiser Grenzsoldaten im Hafen von Betis gesehen. Er soll dort von einem Schiff an Land gegangen sein. Ihn anzusprechen hat allerdings niemand gwagt, schließlich ist er der Sohn des Fürsten, auch wenn er in diesem Moment auf der Planke des Schiffes eher weniger danach aussah. Diese Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch das ganze Land. Überall wurde spontan das fürstliche Banner gehißt. Die Menschen liefen zusammen und erzählten sich mit großen Augen die phantastischsten Geschichten über die Reise und die Rückkehr Anselms. Feste wurden vorbereitet und bis in die Nacht wurde getanzt. Es war als ob ein schwerer Stein von der Brust eines jeden Menschen genommen wurde und zum ersten mal seit langer Zeit das ganze Land wieder frei atmete. Fürst Bartha und Landesmutter Fürstin Genofeva von Thal können es noch nicht fassen und glauben erst dann an die Echtheit der Nachricht, wenn Anselm im Fürstenpalast von Hochanthen eintrifft, wo er voller Freude erwartet wird. 
Diese Nachricht erreichte uns kurz vor Ende der Schreibstubenarbeiten.Mehr konnte von der Redaktion des Boten über diese unglaubliche Nachricht noch nicht herausgefunden werden. Wir bemühen uns jedoch aufs Äußerste bis zur nächsten Ausgabe alle wahren Umstände über Prinz Anselms Rückkehr herauszufinden. 
 

Lykarion Lasalle ist tot! 

Der ehrlose Mörder des Barons von Drackensteig mit einer silbernen Harfensaite in Lorburg hingerichtet Gar vieles gibt es vom diesjährigen Bardenwettstreit in Lorburg zu berichten. 
Doch sei zuvörderst allen Leuten, die es hören wollen, und auch jenen, die es nicht hören wollen, laut und vernehmlich kundgetan, dass ein abscheulicher Unhold, welcher die Lormark schon seit vielen Wochen heimsuchte und in seiner Mordlust nicht vor Schafen und Schweinen halt machte, sondern sich auch an unbescholtenen Landleuten vergriff, sein elendes Leben ausgehaucht hat. 
Am Nachmittag des 30. Tages im 2. Xurl wurde der Werwolf Lykarion Lasalle im Burghof der Lorburg auf Geheiß der Baronin der Lormark mit einer silbernen Harfensaite erdrosselt. 
Und das geschah so: 
Am Abend des 29. Tages des 2. Xurlmondes fanden sich gar vielerlei Gäste auf der Lorburg ein, die alle am nächsten Tag das Zwetschgenfest und den Bardenwettstreit feiern wollten. Es herrschte eine fröhliche Stimmung, denn man war willkommen geheißen worden, hatte ein Bett auf der Burg und etwas zu trinken im Becher. Die Baronin erwies sich als äußerst charmant und verwirrend volksnah, wies sie doch Grim Eichenland, den Schweinehirten der Lormark, nicht fort, als er anfing, mit den Leuten über die Eichelmast zu disputieren, sondern lobte seinen Schinken (er war wirklich ausgezeichnet) und seine Schweine. Der Abend fing gut an. Plötzlich ertönten Rufe vom Tor: Ein Toter sei gefunden worden. Die Baronin eilte hinaus und kurz darauf hörte man ihren lauten Schreckensschrei. Allen, die herbeieilten, bot sich ein gar erschröckliches Bild, die Baronin hatte sich über eine am Boden liegende, blutüberströmte menschliche Gestalt gebeugt und versuchte, diese am Leben zu erhalten. Doch die Wunden erwiesen sich als tödlich, der Mann gurgelte noch einige kaum verständliche Worte, danach verschied er. Voll Trauer ordnete die Baronin an, den Leichnam aufzubahren, doch kam kurz danach Unruhe auf, denn die Katze Tashia hatte den Mörder am Geruch erkannt und es fielen die Worte "Werwolf" und "Lyk Lasalle", ein Name der auch Nimue von der Aue wohlbekannt war. Die Angst davor, der Verstorbene könne als Untoter und Werwolf wiederkehren und auf der Lorburg blutige Ernte halten, wuchs so stark, dass, noch während die Baronin mit einem anwesenden Magier über eine angemessene Lösung beriet, die übrigen einen Scheiterhaufen errichteten und den Toten verbrannten. Doch entboten sie dem Verstorbenen die geziemende Achtung, sammelten seine Asche in eine Urne und überbrachten sie seiner Familie. 
Von Ruhe konnte nun keine Rede mehr sein. Die Wachen am Tor wurden verdoppelt und zu höchster Aufmerksamkeit ermahnt (als ob das nötig gewesen wäre) und einige Gäste wollten tatsächlich auf nächtliche Werwolfsjagd gehen. Die Baronin sträubte sich, Gäste sind Gäste und man ist für sie verantwortlich, gab aber schließlich nach und stellte ihre eigenen Gaidin zum Schutz der abenteuerlustigen Schar zur Seite. Nach einiger Zeit hörte man in der Halle laute Stimmen, der Suchtrupp hatte einen Zeugen des Unglücks gefunden und war mit ihm zurückgekehrt, um ihn auszufragen. Dies erwies sich als recht fruchtbar, denn der arme Mann - Meister Rabensang, glaube ich - schilderte die Tat in den lebhaftesten Farben. Ein Unhold sei über den armen Schäfer hergefallen, groß wie ein Berg und haarig wie ein Bär. Seine Augen glühten wie feurige Räder und seine Krallen waren so lang wie meine Unterarme. Und die Zähne..... Und er habe geknurrt, gefaucht und gebrummt, dass ihm selbst fast das Herz im Leibe stehengeblieben sei. Nur seine Geistesgegenwart und ein hoher Baum in der Nähe habe ihn gerettet. Dort oben habe er gesessen und befürchtet, sein letztes Stündlein habe geschlagen, ihm seien fast die ..... abgefroren, weil er nicht wagte, herunterzukommen. Doch dann habe er das Licht gesehen und die Stimmen gehört und daraus gefolgert, der Unhold sei weit fort und könne ihm kein Leid mehr zufügen... "Und jetzt brauche ich etwas zu trinken und zwar viel, damit ich diesen Schrecken vergessen kann." 
Da man inzwischen annahm, dass der Unhold über alle Berge sei und man in dieser Nacht ohnehin nichts mehr unternehmen könne, beschloss man, schlafen zu gehen. 
Dennoch ließ die Baronin noch in der Nacht den Schmied aus dem Bett holen und aus dem Silber, welches auf der Burg vorhanden war, silberne Pfeilspitzen anfertigen, um gegen alles gewappnet zu sein. 
Am anderen Morgen hatte sich die Aufregung etwas gelegt, die Sonne lugte durch den Hochnebel und man rüstete sich zum Erntedankfest. Da wurde der Baronin der Wunsch der Gäste zugetragen, sie möge doch die Waffen der Recken segnen. Etwas irritiert schaute sie schon drein, schließlich ist sie ja eine Poenageweihte, und da sollte sie Waffen segnen? 
Doch sie wollte die Gäste nicht enttäuschen, lächelte und tat es. Was danach geschah, musste man mit eigenen Augen sehen, um es glauben zu können. Vier Recken ließen ihre Waffen segnen und vier Recken waren im Lauf des Tages immer wieder dabei anzutreffen, wie sie mit ihrem Schwert oder ihrem Kriegshammer andächtig die Erde umgruben und das Rosenbeet auflockerten. Ob man ihnen hätte sagen sollen, dass Poena die Göttin der Fruchtbarkeit ist? 
Die Erntedankzeremonie verlief friedlich ohne jede Störung und nachdem die Baronin den Burgfrieden verkündet hatte, war jedermann zum Feiern bereit, besonders als zum Bogenschießwettbewerb geladen wurde. Außerhalb der Burg hatte man auf einer Wiese einen Parcours aufgebaut und Schweinsblasen als Ziele aufgehängt. Es gab viel Gelächter, bewundernde Blicke, die den Gaidin galten, und auch manches mürrische Gesicht, wenn der Pfeil nicht das Ziel traf, das man sich gesteckt hatte. So war man gerade mitten im dritten Durchgang, als sich zwielichte Gestalten näherten, von denen eine eine gespannte Armbrust bei sich trug. Sofort nahmen die Gaidin die Baronin in ihre Mitte, denn die ungebetenen "Gäste" verbreiteten eine beklemmende Stimmung und allgemeine Unsicherheit machte sich breit. Dennoch betrugen sie sich keineswegs so, dass man sie sofort als Verbrecher hätte erkennen können; sie waren Störenfriede, die sich provozierend verhielten, aber trotzdem war da eine gespannte Armbrust. Plötzlich kam große Unruhe auf, der Name "Lyk Lasalle" fiel und endlich gab sich der Übeltäter zu erkennen, aber leider zu spät, zu spät. Zuvor hatte er sich an Logris herangemacht, den Barden, der das Haupt des Gesanges in der Lormark gewesen war, bevor er von den Feen entführt worden war, und der der Baronin sehr nahe steht. Den nahm er sich plötzlich als Geisel und hielt ihm einen Dolch an die Kehle. Die Situation war zum Zerreißen gespannt. Da stürzte der Gaidin Jack vor in dem verzweifelten Unterfangen, den Werwolf zu einem Kampf zu verleiten, der die Geisel befreien sollte, doch der hob die Armbrust und drückte ab. Jack stürzte zu Boden, der Übeltäter zog sich mit seinen Spießgesellen zum Waldrand zurück, von wo aus er den Versammelten und der Baronin Schmähungen zurief. Dann ging alles andere sehr schnell. Die Anwesenden griffen nach ihren Waffen und stürmten unter der Führung Baron Teamons, eines Gefolgsmannes Sirium Silverhorns, den Entführern hinterher, um den Werwolf zur Strecke zu bringen und Logris aus dessen Händen zu befreien. Die Baronin wollte sich derweil um den schwerverletzten Jack kümmern, doch der war inzwischen wieder auf den Beinen, geheilt von einem magiebegabten Bardenlehrling, und stürmte allen anderen hinterher. 
Kurz darauf erreichte ein heftig winkender Recke die wenigen, die noch auf der Wiese standen, und rief, man brauche dringend einen Heiler, die Geisel sei vergiftet worden. Kaum hatte die Baronin dies gehört, rannte sie selbst so schnell sie konnte und des Schlammes und Morastes nicht achtend in die Richtung, in die der Mann zeigte, und erreichte Logris, der gelähmt und wie tot am Boden lag. Nun endlich konnten sich die Einhornspäne aus Sedomee bewähren und Logris das Leben retten. Auch für einen anderen tapferen Mann, der von derselben Waffe des Werwolfs niedergestreckt worden war, erwies sich das starke Heilmittel als rettend. 
Doch hatte Lykarion Lasalle einen schweren Fehler gemacht. Wer in die Augen der Baronin blickte, sah Unheilverkündendes, und drohend funkelten diese, da der Unhold es gewagt hatte, Hand an einen Mann zu legen, der ihr teuer war. So ließ sie derweil die Verletzten auf die Burg bringen und wartete mit finsterer Miene auf neue Kunde. Enttäuscht und schmutzbedeckt des Werwolfs zu töten, doch der Hauptschuldige war ihnen nach zäher Gegenwehr über einen Fluss entkommen. Aber nicht unverletzt! Reinherr zu Lammstein hatte ihm einen Pfeil mit Silberspitze hinterhergeschossen und ihn getroffen. 
"Das ist doch schon etwas, jetzt werden wir ihm keine Ruhe mehr lassen," meinte daraufhin die Baronin und ließ Waldläufer und Wolfshunde auf die Fährte setzen. 
Tatsächlich sollte es nicht mehr lange dauern. Arandis von Schwarzenstein, der tapfere Knappe aus Tatzelfels, und Torgyr Hochschild hatten sich wie Bluthunde auf die Fährte gesetzt, fest entschlossen, nicht eher aufzugeben als bis sie den üblen Wicht gefasst hätten, und ihnen hatten die Götter Erfolg beschieden. 
Just als man im Burghof über das weitere Vorgehen beriet, kehrten die Recken mit dem gefangenen und gefesselten Lykarion Lasalle zurück. Die Wut des Bösewichts war groß und er war trotz seiner schweren Verwundung - er hatte sich den verwundeten Arm selbst abgetrennt - nur mit Mühe zu bändigen und auf die Knie zu zwingen. Wüste Beschimpfungen flossen aus seinem Mund und er verfluchte die Baronin und die Lormark. 
Sie aber lachte und sprach das Urteil über den Mörder Sirium Silverhorns und vieler anderer Unbescholtener mit kalter Unerschütterlichkeit: "Über Euren Fluch lache ich, denn ich weiß mich unter dem Schutz der Götter. Ihr könnt das Urteil nicht beeinflussen. Der Tod sei Euch gewiss, Lykarion Lasalle. Doch wird es kein ehrenvoller Tod sein. Das Schwert ist viel zu gut für Euch, daher sollt Ihr hängen!" 
Unruhe machte sich unter den Anwesenden breit, der Werwolf hatte ein wahrhaft wölfisches Grinsen auf dem Gesicht, als sich die Stimme Marvennas vernehmen ließ: "Entschuldigung, aber ich habe da extra für diesen Anlass eine silberne Harfensaite aufgehoben, seit der Baron von Drackensteig getötet wurde." 
Es war in der Tat mehr als sehenswert, wie das Grinsen auf dem Gesicht Lyk Lasalles gefror, als er diese Worte vernahm und noch mehr, als die Baronin sagte: "Wohlan, so soll er mit der silbernen Saite erdrosselt werden." Har Falkenau vollstreckte das Urteil und als der Tod festgestellt worden war, ließ die Baronin Teamon den Kopf des Werwolfs abtrennen, damit er ihn seinem Herrn nach Drackensteig in Friedland bringen konnte. Den restlichen Körper und die Waffen des Unholds wurden dem Feuer überantwortet, bis alles zu Asche verbrannt war, damit jede Erinnerung an Lykarion Lasalle ausgelöscht werde und fortan mit ihnen kein Unheil mehr angerichtet werden könne. 
Und hier endet die Geschichte, wie der verbrecherische Unhold Lykarion Lasalle sein elendes Leben aushauchte. 
 

Betiser Tribüne

Bericht von den Betiser Markttagen

Es war kurz vor der Wahl zum Stadtrat als ich spät am Abend in Betis eintraf. In der Stadt herrschte eine unbeschreibliche Aufregung. Die Nerven der Würdenträger waren durch eine in der Luft liegende, fast spürbare Spannung bis aufs Äußerste strapaziert. Voller Angst und Konzentration harrte man der Dinge, die da kommen sollten. Alteingesessene Mitglieder des Stadrates bangten um ihr Amt und klammerten sich wie der Ertrinkende an den Strohhalm, an die letzte Hoffnung einer Wiederwahl, da andere Familien auf dem politischen Parkett von Betis immer mehr an Einfluß gewannen.
Völlig unberührt von diesem Trubel zeigte sich die breite Masse des Volkes. Ein weitaus wichtigeres Gesprächsthema wie die sowieso nicht beeinflußbare Stadtratswahl war die bevorstehende Aufführung im Betiser Theater. Der berühmte und überaus beliebte Hauptdarsteller Pavo Rothner sollte dort in seiner Glanzrolle als Mahmud auftreten. Zu allem Unglück war dieser kurz vor der Aufführung auf mysteriöse Weise verschwunden und trotz größter Bemühungen nicht wieder auffindbar. Hatte etwa der Daimon Pavo Rothner geholt??? 
Vor Einbruch völliger Dunkelheit gelang es mir, bei einer mir bekannten Familie, den Corveses, Unterschlupf zu finden. Was haben sich Niccolo und Mama Corvese gefreut, mich wiederzusehen... und erst die zwei Dukaten die ich ihnen noch schuldete... ebenso der in ganz Heligonia bekannte Betiser Modeschöpfer Georg am Armi, der gerade dort im Hause verweilte. Er wedelte zum Gruße affektiert mit seinem bestickten Tüchlein; mit einer gewagten Kollektion in den diesjährigen Modefarben mint und grün angetan. 
Auf alle Fälle herrschte große Aufregung, da auf bestialische Weise hingemetzelte, vormals recht einflußreiche Städter mit einer abgeknickten Rose in der Hand aufgefunden wurden. Eine der Leichen hatte sogar einen total geschwärzten Hals und einen Drudenfuß auf der Brust aufgemalt... ekelhaft!!! Eine andere fand man an einem Baume hängend ebenfalls mit einer abgeknickten Rose in der Hand und einem Schild um den Hals "Ich war ein Feind der OFH!". Es wurde gemutmaßt, daß dies mit der bevorstehenden Stadtratswahl zu tun hätte. Aber irgendwas hatte das doch mit dem Daimon zu tun... Da bin ich ganz sicher! Nur habe ich das nicht weiter verfolgt, da ich von Natur aus an meinem Leben zu sehr hänge... Dies rief auch einen Inquisitoren mitsamt Anhang auf den Plan, der sich natürlich dieser Sache als Koryphäe höchstselbst annahm. 
Tatsächlich wurde eine Organisation aufgedeckt, die durch Bestechung und andere kriminelle Machenschaften den Ausgang der Wahl beeinflussen wollte. Kurzerhand wurde diese zerschlagen und die Mitglieder festgesetzt! Sogar die Stadtwache war an den dunklen Machenschaften beteiligt. Nach einigen handfesten Argumenten gestanden diese sogar, Pavo Rothner entführt zu haben, damit er keinen politischen Einfluß mehr ausüben könne, da er ja mit allen wichtigen Familien in Betis bekannt ist. Pavo Rothner wurde endlich befreit und hatte so die Gelegenheit, vor Baron Beorric von Welzen, der spät am Abend noch eingetroffen war, seine Dicht- und Sangeskunst vorzuführen.
Ach ja, ein Utzgan-Turnier hat auch stattgefunden. Dabei wurde natürlich wieder das Sportgerät vernichtet... vielleicht sollte man doch die Angaheymer Variante der Utzganscheibe aus Stahl anstatt eines alten Fußmantels bevorzugen... Obwohl damit nachgewiesenermaßen der Sockenverbrauch in Heligonia angekurbelt wird.
Die Wahl zum Stadtrat am nächsten Tag habe ich natürlich mit Spannung verfolgt. Dazu gäbe es zwar viel zu berichten, das überlasse ich aber lieber anderen Leuten.
Tags darauf habe ich mich mit den besten Wünschen von den Corveses verabschiedet und Betis in Richtung Süden verlassen, um den Winter im sonnigen Darian zu verbringen.

Alfonce Pastorius Riedemester, Assistent am Lehrstuhl zur Erforschung Heligonischer Sitten und Gebräuche, Escandra


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Neuer Stadtrat gewählt

Am 26. Tag des 1. Xurl n.A.III 27 wurde in der freien Reichsstadt Betis der neue Große Rat gewählt. Die große Spannung der Bevölkerung auf das Ergebnis war in den Stunden und Tagen nach der Wahl überall zu spüren, und so verbreiteten sich die Resultate bei ihrer Veröffentlichung, drei Tage nach der Stimmabgabe, in Windeseile in der ganzen Stadt. So wird hier nun die Verteilung der 40 Sitze des Großen Rates anhand der den Familien zugedachten Stimmen bekannt gegeben:

  die Familie Corvese  - 8 Sitze
  die Familie Amer  - 6 Sitze
  die Familie Mahonn  - 2 Sitze
  die Familie Petterson  - 4 Sitze
  die Familie Stäubesand - 2 Sitze
  die Familie Montbars  - 1 Sitz
  die Familie Quintanilla - 2 Sitze
  die Familie Vermeer  - kein Sitz
  die Familie Esteban   - 4 Sitze
  die Familie Seferin  - 4 Sitze
  die Familie Remberdt  - 1 Sitze
  die Familie Raphlecia  - 3 Sitze
  die Familie Fiedrischinger - 1 Sitz
  die Familie Pasdrigosa - 2 Sitze

Die neu einberufene Versammlung wählte sodann am 3. Tag des 2. Xurl den Hohen Rat, welcher wie folgend besetzt sein wird:
Niccolo Corvese,
für die Familie Corvese
Doge von Betis
Stadtratsvorsitzender der freien Reichsstadt Betis
8 Stimmen aus dem Großen Rat

Viastan Amer,
für die Familie Amer, 
stellvertretender Stadtratsvorsitzender
6 Stimmen aus dem Großen Rat

Berthold Seferin,
für die Familie Seferin
5 Stimmen aus dem Großen Rat

Severa Esteban, 
für die Familie Esteban
4 Stimmen aus dem Großen Rat

Konrath Petterson,
für die Familie Petterson
4 Stimmen aus dem Großen Rat

Vincent Corvese,
für die Familie Corvese
4 Stimmen aus dem Großen Rat

Sofia Raphlecia,
für die Familie Raphlecia
3 Stimmen aus dem Großen Rat

Thalesa Amer,
für die Familie Amer
3 Stimmen aus dem Großen Rat

Jolanda Mahonn,
für die Familie Mahonn
2 Stimmen aus dem Großen Rat

Beorric von Wulfenstein,
Baron von Welzen
Ehrenmitglied des Hohen Rates zu Betis

Da die Wahl des Hohen Rates durch den Großen Rat unter Ausschluß der Öffentlichkeit vollzogen wird, kann an dieser Stelle nicht über das genaue Zustandekommen des Ergebnisses berichtet werden. 
Durch diese Wahl hat Betis nun mit Niccolo Corvese also ein neues Stadtoberhaupt, welcher fortan den Titel “Doge von Betis” tragen wird. Es gab aber noch mehr Strukturveränderungen. So konnte die Familie Vermeer, bisher noch vertreten im Hohen Rat, mangels Zustimmung aus der Bevölkerung keinen einzigen Sitz im Großen Rat erringen. Die Familien Stäubesand, Montbars und Quintanilla verloren ebenso ihren Sitz im Hohen Rat. Als neue Mitglieder des Hohen Rates sind die Familien Seferin und Raphlecia zu verzeichnen. Die im Großen Rat dominierenden Familien Corvese und Amer konnten beide ihre Sitzanzahl im Hohen Rat auf zwei vergrößern.
 

Der Handelsprophet

Tageskurse
Aurazith 1 heligonische Unze  1 Dukaten und 5 Kreuzer
Quecksilber 10 gr    7 Dukaten und 6 Kreuzer
Tabak 1 kg     4 Groschen und 8 Kreuzer
Kuh      77 Dukaten und 2 Groschen
Schaf (Hochland, spez. Luchnar)   8 Dukaten und 5 Groschen
Schaf (restl. Hochland)   7 Dukaten, 1 Groschen und 2 Kreuzer

Ganz besonders die Wertung des Schafpreises löste in Händlerkreisen Überraschung aus.
Der immer noch in sehr niedrigen Regionen stagnierende Preis der Hochlandschafe kommt wohl durch die ungelöste Hochlandkrise zustande. Die im Vergleich dazu extrem hohe Wertung der Hochlandschafe aus speziell luchnischer Herkunft wird auf den großen Erfolg der Hochland-Schafschau auf dem Betiser Viehmarkt zurückgeführt. Der Kauf eines Hauses in Betis durch Rechmond von Soilach erweckte wohl zudem das Vertrauen der Händler in die luchnische Wirtschaft, und die Hoffnung auf mehr Transparenz der Hochlandpolitik.
 

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt
- neuer Stadtrat 
- Urlaub auf dem 
  Herzog-Uriel II.-Atoll
- Seemannsgarn
- Untersuchungshaft
- OFH, Onkel Faisals Helden
- Halfnets Freilassung
Und was nicht
- vermißte Professoren, 
  Prinzen, Bernsteinzimmer,...
- Hauptfeldwebel Reershemius
- Familie Vermeer
- der Gaunermarkgraf
- Theo Franzler
 

Vereidigung des neuen Stadtrates

Dicht gedrängt voller begeisterter Bürgerinnen und Bürger war am 24. Tag des 2. Xurl n. A.III 27 der zentrale Helosplatz in Betis. Hier wurde an dem herbstlichen Heliostag sowohl der neu gewählte Große als auch der Hohe Rat von seiner durchlauchtigsten Majestät Helos Aximistilius III vereidigt. An der Zeremonie beteiligt waren ebenso seine Durchlaucht Fürst Bartha von Thal und seine Hochwohlgeboren Baron Beorric von Wulfenstein. Als Gäste der Feier wurden neben seiner Hochwohlgeboren Baron Herian von Carajon unter Anderem auch Fridolin von Harkenberg, Amtsdirektor im auswärtigen Amt von Ostarien, stellvertretend für Regentin Walluma von Ostarien, und Wolfgrimm vom Nigramsfall, Admiralssekretär der herzöglich ostarischen Flotte, gesichtet. Die Einzugsparade der hohen Gäste und des neuen Stadtrats auf den Helosplatz war in ihrer Prächtigkeit kaum zu übertreffen. Artisten, Musikanten und Gaukler aus dem ganzen Königreich waren anwesend und entzückten die Feiernden mit ihrem Können. An diese Zeremonie angeknüpft war sodann auch die Vereidigung des neuen Dogen von Betis, Niccolo Corvese. Aus Respekt gegenüber der Religionsvielfalt sowohl der Betiser Bürger als auch des Betiser Rates wurde anschließend ein ogedisches und ein ceridisches Gebet gesprochen. Gerade in diesen Zeiten, in denen Ausschreitungen zwischen den Anhängern der beiden Religionen immer wieder geschehen, sei dies ein Zeichen der Versöhnung und der Hoffnung auf eine friedvolle Zukunft , so der neue Doge.
 

Bürgerin des Monats (1.Xurl n.A.III 27)

Im Monat des Wahlkampfes, der Stadtratswahl und der damit verbundenen Schwierigkeiten erhob die Jury die Betiser Stadtgardistin Mirella zur Bürgerin des Monats. Sie habe, ganz besonders bei den Tumulten als Reaktion auf die Entführung des Opernsängers Pavo Rothner, ihr Möglichstes getan, um die öffentliche Ordnung in der Stadt zu bewahren. Ihr pflichtvolles Verhalten hat ebenso dazu beigetragen, einen Fall der Korruption in den Reihen der Stadtgarde aufzudecken. Völlig überrascht war sie von ihrer Ernennung zur Bürgerin des Monats aber wohl nicht. So stand, dank ihrer Verdienste,  schon am 23. Tag des 1. Xurl eine Beförderung an. 
 

Stadtgeschehen

Schockiert waren die zahlreichen Verehrerinnen des Opernsängers und Frauenlieblings Pavo Rothner über die Nachricht seiner Entführung. Glücklicherweise konnte er jedoch schon nach kurzer Zeit wieder befreit werden.
Bestaunt wurde in den vergangenen Wochen die fertiggestellte Brazachfeste. Trotz des wohl unanfechtbaren Nutzens des Bauwerks wurde vor allem aus Künstlerkreisen Kritik laut. So urteilte Arl von Lagerfels: “Groß und häßlich.”
Vermessungen des Fürsten-Kanals machten denselben am vergangenen Gwontag für kurze Zeit unbefahrbar, was zu erneuten Protesten der Lotsengilde führte. In den Kanälen der gesamten Stadt kam es zeitweilig zu Verzögerungen im Personenverkehr.
Eine Verstauchung zweier Finger veranlaßte das Wunderkind Bonifazio zwei bevorstehende Konzerte in Betis und in Escandra abzusagen. Grund der Verletzung ist unbekannt.
 
 

Herzögliche Ostarische Hofgazette


An den Rat der Drei zu Telnaron

Da sich die Herzöglich-Ostarische Hofgazette an den leider entstandenen Mißverständnissen zwischen Heligonia und Telnaron nicht ganz schuldlos fühlt, haben wir einen Versuch unternommen die ganze Sache endlich zu einem Ende zu bringen und haben mit unserem Redaktionskutter die Ostarische Flotte auf dem Brazach abgefangen, um ein kurzes Gespräch mit Jareck von Jolberg zu führen, da er Dank seiner umfangreichen Verpflichtungen, keine Zeit für einen regulären Termin hatte. Der Erste Seeherr Ostariens ließ sich von uns über unser Begehr informieren. "Ach ja", meinte Seine Hochwohlgebohren, "diese leidige Geschichte mit Telnaron soll nun endlich aus der Welt geschafft werden. Meine Herren, ergreifen wir also die Gelegenheit! Folgende Worte mögt Ihr dem Rat der Drei überbringen!" Daraufhin diktierte uns der Baron den untenstehenden Brief, welchen wir im Interesse der Leserschaft auf diesem öffentlichen Wege den Adressaten zukommen lassen wollen. Schließlich verabschiedete sich Jareck von Jolberg von uns. Für unsere Dienste erhielten wir ein Fäßchen Schädelspalter aus den Flottenvorräten. Dann bestiegen wir unseren Kutter, während sich die Ostarische Flotte schnell entfernte, um weiterhin ihren äußerst wichtigen Aufgaben nachzugehen. 
Dies nun ist die Botschaft des Barons von Jolberg an den Rat der Drei zu Telnaron:

"Edle Herren!
Es hat uns sehr verblüfft welch turbulentes Nachspiel der Brief eines einfachen Wachsoldaten hervorrufen kann. Die Personen, welche sich für uns mit der Klärung der Angelegenheit befaßten, schienen das Problem ebenfalls über Gebühr ernst genommen zu haben, was bei uns die Erkenntnis aufkommen ließ, daß wir uns besser selbst mit dieser Sache beschäftigt hätten. 
Ebenfalls erstaunt hat uns die Nachricht, daß von Seiten des Marquis de Satre eine Fehde beigelegt wurde, welche angeblich zwischen unserer Person und ihm selbst geherrscht haben soll. Abgesehen davon, daß eine solche Fehde niemals erklärt worden ist, hegten wir auch niemals feindliche Absichten gegenüber irgendeinem Vertreter Telnarons oder der Stadt selbst.
Wir wollen keineswegs ein Hinderungsgrund für das Entstehen guter Beziehungen zwischen Heligonia und Telnaron sein, obwohl uns unbegreiflich ist, wie es dazu kommen konnte. Damit also endgültig alle Mißstimmungen aus der Welt geräumt werden, erklären wir hiermit, daß von unserer Seite aus alle Worte der Gesandten Telnarons, die in den darauf folgenden Mißverständnissen und einem erhitzten diplomatischen Briefverkehr gipfelten,  vergeben und vergessen seien. 
Jetzt, wo alle beteiligten Personen ihre Lehren aus der Angelegenheit gezogen haben, wünschen wir, daß ein Schlußstrich unter dieses Ärgernis gezogen wird. Es gibt wichtigere Dinge, mit denen man sich als Staatsmann herumschlagen muß, und auch der Rat der Drei zu Telnaron, dem wir zu der neuen Botschaft in Escandra beglückwünschen wollen, hat sicherlich dringendere Beschäftigungen als unnötigen Briefverkehr zur Klärung von außenpolitischen Bagatellen.
gez. Jareck von Jolberg"

2 Tatsachen und ein Schluß zur Landnahme des Herzog-Uriel-Atolls (auch Nieloma-Fritzen-Atoll genannt)
1) Die Eroberung von dem Atoll war also die erste rechtlich tadellose Landnahme seit der Eroberung von Brazfurt in den Nordlanden vor 400 Jahren? Dann wißt Ihr Schlaumeyer sicher auch, daß dabei manches nicht-rechtliche danebenging und Brazfurt deshalb weder zu Ostarien  noch zu Ligonii gehört - und zu Brühland-Naßmach schon  gar nicht. 
2) Es ist da neulich eine bekannte Piratin aus dem Kerker abgehauen, die Schwarze Klitoria oder so. Angeblich will die jetzt ihren Schatz holen - auf einer unbekannten Insel von irgendeinem Atoll.
Schluß: Wenn ich das HU- Atoll entdeckt hätte, würde ich jetzt ganz schnell auf Schatzsuche gehen und mich dann verpissen, denn wenn sich die Schwarze Klitoria erst über Dich beugt, bleibt kein Auge trocken.

Halfnet, wo für diesen Tipp gern seinen Anteil vom Schatz hätte


Schloß Seeburg im Emaransee, am 28. Tage des 1.Xurl, 27 n.A.III

An das Volk von Brassach

Dem jüngst erschienenen Heliosboten entnahmen Wir, daß im Volke von Brassach Unverständnis herrsche über Unsere Wiedereinsetzung als Baronin von Emarania. Nun, es handelt sich zum Einen um das Urteil eines königlichen Gerichtes, dem wir alle uns beugen müssen, ob es uns gefällt oder nicht. Auch Wir sind nicht in allen Punkten glücklich über die Formulierung dieses Urteils, das Uns nicht als Person rehabilitiert, sondern Uns der Schuld ledig spricht aufgrund einer geistigen Schwäche und Beeinflussung zur Zeit der Rückkehr des falschen Baron Teemons. Aus diesem Urteil spricht Mitleid, das Wir wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Ob es in allen Dingen gerecht ist - für Uns und für alle, die sich in irgend einer Form davon betroffen sehen, sei dahingestellt. Es steht Uns und auch keinem anderen, sei er hohen oder niedrigen Standes, an, dieses Urteil in Zweifel zu ziehen. 
Des Weiteren: Jawohl, es fehlten teemooranische Mannen im Kampf gegen die Ödlande. Es fehlten die Hohenforinger, die Lodenburger und auch die Emaranier. Doch dies war keine Frage des Wollens - zumindest nicht in den Anfängen des Ödlandkonfliktes. Wie Ihr Euch wohl erinnern mögt, wurden die Grenzen Teemooraniens aufgrund der Pustelplag geschlossen. Es hätte einem heligonischen Heer sicher nicht gedient, Mannen in ihren Reihen zu haben, die von dieser schlimmen Krankheit, die der Eine von uns fernhalten möge, befallen waren oder deren Keim in sich trugen. (Mag sein, es hätte Sinn gemacht, die Krankheit zu den Ödländern zu tragen). Darin werdet Ihr Uns wohl zustimmen.
Zum Dritten mögt Ihr Euch erinnern, daß es Baron Teemon war, der gemeinsam mit Baron Daron, Lord Angus, Baron Sirium und wohl etlichen anderen, als einer der Ersten das Krisengebiet erreichte, im Auftrage von Herzogin Walluma, die Kunde darüber haben wollte, was im Parimawald vor sich gehe. Wie Ihr wißt, verlor Baron Daron dort sein Leben, und Baron Teemon kehrte nicht zurück - und ist, wie wir heute wissen, noch immer nicht zurückgekehrt. Und ehrlichen Herzens wünschten Wir lieber, er wäre tot und müßte niemals sehen, was aus seinem Land geworden ist, das er gesund und aufstrebend verließ. Wir sind betrübt über seinen Verlust und erleichtert, daß jener Betrüger, der sich über alle Maßen erhob und Uns und alle anderen zu täuschen vermochte, nicht Baron Teemon war. Wir werden sein Andenken in Ehren halten, umso mehr,  da sein Name durch die schrecklichen Ereignisse in Teemooranien in den Schmutz gezogen wurde. Jeder weiß, was danach geschehen ist. Unter dieser Schuld wird mein Land noch lange stehen, und die Zeit wird weisen, was davon abzutragen ist. Aber das Urteil ist gefällt, und wir alle müssen das Beste daraus machen. Wir sind die Baronin von Emarania - mit oder ohne das Wohlwollen Brassachs oder eines jeden anderen. Es spielt für Uns auch keine Rolle. Wir werden Unsere Aufgabe wahrnehmen mit allen Kräften, mit Unserem ganzen Willen und Vermögen, zum Wohle Unseres Landes und Unseres Volkes. Das letzte Urteil über all diese Dinge wird der Eine sprechen. Das Urteil über Fehler und Verrat, über Hilfsbereitschaft und Ehrgefühl, über Lieblosigkeit und Arroganz. In diesem Sinne möge auch das Volk von Brassach darüber nachdenken, welchen Sinn es dem Volke von Emarania künftig entgegenbringen will. Nicht von Adel zu Adel, sondern von einem geschlagenen Volk zu einem Anderen. Wir - und damit können Wir guten Gewissens auch von Unserem Volke reden - werden jedem so begegnen, wie er Uns begegnet.
 Angharad Elanor von Emarania

Bericht aus Arnach

Vermutlich sind in den letzten Jahren selbst in der nächsten ostarischen Nachbarschaft selten Nachrichten aus Arnach verbreitet worden. Weil sich aber gerade in der letzten Zeit doch einiges getan hat in unserem Land, möchte ich die Gelegenheit nutzen und berichten, was sich im Schatten der großen Politik Ostariens im Laufe der Jahre verändert hat in unserem geliebten Arnach.
Man könnte durchaus sagen, daß ich mir in diesen Tagen die alte Zeit zurückwünsche, in der noch alles in geregelten Bahnen ablief und Ordnung herrschte in der Linie derer zu Arnach. Früher, als seine Hochwohlgeboren, Baron Richard von Arnach, das Land noch mit weisem Geist und strenger Hand regierte, hat mir so manches besser gefallen als in den turbulenten Jahren, die uns die Regentschaft der wunderlichen Triade Bertrand, Maurice und Elaine später bescheren sollte. Heute wird das unglückliche Ende dieser Epoche von den meisten Arnachern als bedauerliches Ereignis beklagt, einige jedoch hoffen nun allerdings auf bessere Zeiten.
Doch ich sollte nicht zu weit vorgreifen; die spärlichen Kontakte der Arnacher zu ihren Nachbarn lassen auch die Gerüchte langsamer Verbreitung finden, als es für gewöhnlich der Fall ist. Hier also die ganze Geschichte, erzählt von einem, der trotz der stets wechselnden Verhältnisse dem Haus Arnach fast sein Leben lang gedient hat; erzählt von mir, Bruder Kilian vom Ebersbrunn, Kleriker vom heiligen Orden der Bannkreuzler und Ritter des alten Barons Richard.
Wie sich der geneigte Leser sicherlich erinnern kann, wurde die Regentschaft über die Baronie vor einigen Jahren an den Sohn Richard von Arnachs, Bertrand von Arnach, übertragen. Der gealterte Richard, der den Tod seiner geliebten Ehefrau Annabell von Drachenhain nie verwinden konnte, hatte während der Jugend seines Sohnes mir die Führung der Regierungsgeschäfte überlassen. Nach der Rückkehr der beiden Söhne des Barons aus der gleichermaßen fernen wie schönen Grafschaft Karentiae waren wir froh, daß Bertrand (in Begleitung der Tochter des Grafen von Karentiae, die zu ehelichen er ebendort die Ehre hatte), nunmehr zum rechtmäßigen Baron ernannt werden konnte.
Nun sollte es sich jedoch leider alsbald herausstellen, daß der junge Bertrand, seine Frau Elaine und sein Bruder Maurice nicht in der ostarischen Tradition des Familienvaters regierten, sondern sich vielmehr den Privilegien ihres Standes hingaben und die Regierungsgeschäfte in den Augen vieler (auch meiner) vernachlässigten. Kostspielige Projekte wurden angegangen: Allein die mit großem Aufwand errichtete und betriebene Parfumerie der Baronin Elaine von Arnach verschlang allein wohl an die tausend Dukaten schon im ersten Jahr - von der teuren Waffenmanufaktur des edlen Maurice ganz zu schweigen. Der Bruder des Barons war mit großem Eifer dabei, die Waffen- und Militärtechnik mit seinen phantasievollen Neuentwicklungen zu bereichern, allerdings mit wechselndem Erfolg. Noch heute muß manche Scheune im Land angemietet bleiben, um schwimmenden Streitwägen, Kampfbadezubern oder Ballisten mit rückholbarem Geschoß Platz zu bieten. Auf das einzigartige Werk "Der mechanische Schwan", ein in den letzten Jahren auf 2272 Seiten angewachsenes Register aller in Arnach entwickelten technischen Errungenschaften, soll hier nur nebenbei verwiesen werden.
Das Volk hatte bedauerlicherweise zu keiner Zeit Verwendung für alle diese klugen Erfindungen und die Interessensbekundungen aus dem Ausland hielten sich leider auch in engen Grenzen. Der alternde Richard, seit dem Tod seiner geliebten Frau Annabell sehr zurückgezogen auf dem Landsitz der Familie lebend, interessierte sich bald kaum noch für das Tagesgeschehen in Arnach und war nicht mehr zu sehen. Das herrschaftliche Hofgut, wenige Wegstunden von der Landeshauptstadt Arnstein (damals jedoch vermutlich auf Drängen der aus der schönen Grafschaft Karentiae stammenden Dracconierin Elaine "Cluny" genannt) im nahen Sternwald gelegen, diente ihm als Altersruhesitz, den er, von kurzen Ausflügen in den Wald abgesehen, nicht zu verlassen pflegte. Neben mir hatte nur Liska Joutsen, die junge, erst vor kurzem eingesetzte Verwalterin des herrschaftlichen Hofguts Kontakt zu ihm. Sogar die wenigen Bediensteten des Hauses bekamen Richard selten zu Gesicht, und so mag es nicht verwundern, daß bald das Gerücht die Runde machte, daß Richard und die Verwalterin gemeinsame Jagdausritte unternähmen und womöglich gar ein heimliches Liebespaar seien. Mein Amt verbietet es mir, näheres zu berichten, jedoch ist es freilich selbst mir als Ordensmann nicht entgangen, daß besagter Liskas auffallende Ähnlichkeit mit der längst verblichenen Annabell von Drachenhain nicht von der Hand zu weisen ist.
Meine Vorahnungen bestätigten sich eines kalten, verregneten Abends im 3. Xurl des vergangenen Jahres, als Richard mich unerwartet eilends zu sich auf seinen Landsitz rief. Ich kann mich noch gut erinnern, daß es sehr kalt war an jenem Tag; dennoch machte ich mich umgehend mit meiner Kutsche auf den Weg - mein Stand verbietet es mir, auf einem Pferd zu reiten. Tief zogen die Wolken über die entlaubten Bäume, wenngleich geschwind verlaufend, kam mir die Fahrt in die heraufbrechende Nacht dennoch sehr lange vor. Die vom Wind zerzauste Plane des Wagens hatte den peitschenden Regen nicht abhalten können, mich völlig zu durchnässen, als ich endlich das große, dunkle Haus zwischen den Bäumen gewahrte. Eine Laterne in der Hand haltend, empfing uns ein Bediensteter, der offensichtlich seit geraumer Zeit im Hof stand und uns erwartete. Während ich ausstieg, kam er nicht minder durchnäßt als ich eilends zur Kutsche gelaufen. Er trat frierend von einem Bein auf das andere und drängte mich, sofort Seine Hochwohlgeboren aufzusuchen. Auf meinen triefenden Mantel hingewiesen, zuckte er nur mit den Achseln und machte sich daran, mit meinem Kutscher die Pferde zu versorgen.
Offensichtlich war die ganze Dienerschaft weggeschickt worden, das Haus war völlig dunkel; einzig die große Halle war erleuchtet. Richard und Liska waren allein und das hatte einen besonderen Grund: Richard verlangte (ich hatte ihn seit langem nicht mehr so entschlossen erlebt) von mir als Ordensmann die sofortige Eheschließung zwischen ihm und der viel jüngeren Liska Joutsen. Natürlich äußerte ich meine Bedenken, schließlich war die Verwalterin, wenn auch aus begütertem Haus, doch bürgerlich und damit weit unter dem angemessenen Stand eines ehemaligen Barons, der zudem seine Ehe schon hinter sich hatte. Jedoch waren beide von ihrem Vorhaben derart überzeugt, daß ich meine Zweifel schließlich beiseite ließ und die Ehe schloß.
Meine Integrität verbietet mir, mich über meine Einwände hier weiter auszulassen, ich will aber doch soviel sagen, daß Liska von Arnach, wie sie seither heißt, mit jener Nacht ein großes Glück beschieden war und sie seither einem weitaus besseren Stand angehört...
Nun, es blieb weiterhin ruhig um den früheren Baron und bis vor einigen Wochen sind genügend andere Dinge geschehen, die mich dieses Ereignis vergessen ließen.

Die Versuche von Maurice von Arnach wurden immer obskurer. Sein "Teemoranischer Dreihänder", eine Auftragsarbeit für das ehemalige Kaiserreich Teemoranien, konnte als Erfindung noch eine gewisse Originalität aufweisen und brachte dem Haus Arnach auch ein paar Dukaten ein. Das darauffolgende "Cocktailschwert", das zu feierlichen Anlässen von jungen Edelleuten getragen werden sollte, blieb allerdings ein absoluter Ladenhüter. Schließlich wandte sich Maurice wieder tieferen Studien über eine völlig neuartige Technik zu, mit der er die bereits erfundenen "Kampfbadezuber" zu revolutionieren gedachte. Wenn ich mich richtig entsinne, sollte es sich um völlig geschlossene Badezuber ohne Wasser handeln, die von seiner neuartigen Technik getrieben in die Luft gehoben werden und aus eigener Kraft über dem Schlachtfeld fliegen sollten.
Seine ersten Versuche mit dem Antrieb dieses Fahrzeugs waren verheerend. Schließlich ordnete sein Bruder an, daß das Labor des Erfinders vor die Stadtmauern verlegt werden sollte, um Schlimmeres zu vermeiden, doch seine Bedenken kamen zu spät: Die seltsamen, für ihre Gefährlichkeit bekannten Ingredienzen jenes Pulvers, mit denen Maurice den "Flugzuber" (so nannte er die Gerätschaft) antreiben wollte, gingen mit den Düften aus der benachbarten Parfumerie eine gar unheilvolle Liaison ein und hoben das ganze Palastviertel aus seinem Fundament, so daß es mit viel Getöse in den Himmel flog und bis zum heutigen Tage nicht mehr gesehen ward. Das war das Ende von der Herrschaft von Maurice, Elaine und Bertrand in Arnach.
Nun war es für mich wieder an der Zeit, die Verhältnisse in der Baronie zu ordnen. Richard war alt geworden; so alt, daß ich Zweifel hatte, ob er als Regent seinen Verpflichtungen genügend nachkommen könnte. Voller Sorge darüber, nun wieder selbst die Regierungsgeschäfte führen zu müssen, ließ ich die nötige Pietätszeit verstreichen und fuhr hernach auf den herrschaftlichen Gutshof im Sternwald. Dort stellte ich allerdings fest, daß Richard und Liska willens waren, wieder in die Stadt zu ziehen. Sie wollten im ehemaligen Palastviertel auf den Grundmauern des früheren Schlosses eine stattliche Burg bauen und das Land wieder selbst regieren. Nun, daraufhin war ich zumindest froher Hoffnung. Vielleicht würde alles wieder so werden wie früher, dachte ich insgeheim.
Im 3. Helios dieses Jahres war es schließlich soweit. Mit einer großen Feier kehrte der alte Baron in seine Stadt zurück, die er fortan wieder Arnstein zu nennen gedachte (was für mein Empfinden weniger an seinem Hang zur Landestradition zu liegen schien, sondern vielmehr an seiner wachsenden Vergeßlichkeit). Immer noch sehr zurückgezogen lebend, bekommt ihn sein Volk heute zwar kaum öfter zu Gesicht als früher (was nicht zuletzt an der fürsorglichen Betreuung seiner früheren Verwalterin Liska liegt), der Herrschaftswechsel jedoch brachte manche Verbesserung für die einfachen Leute mit sich, und dafür sind sie dem Baron und seiner neuen Ehefrau natürlich mehr als dankbar.
Und obwohl ich selbst der Hochzeit noch immer ablehnend gegenüberstehe, muß auch ich es Liska von Arnach doch eingestehen, daß ihr von Anfang an wachsender Einfluß auf die Regierungsgeschäfte dem Land bisher einen merklichen Aufschwung gebracht hat. Marode Straßen wurden befestigt, öffentliche Gebäude ausgebessert, die Handelsbeziehungen zu den ostarischen Nachbarn wurden wieder aufgenommen und als Reaktion auf die von markgräflicher Seite wieder eingeführten Schlagbäume an unserer Grenze wurden die von Maurice ersonnenen "Drei-gegen-einen-Pferd"-Gestelle zu Zollhäuschen umgebaut und entlang der brassachischen Grenze aufgestellt. Es geht uns wieder gut in Arnach!
Arnstein, im Xurl des Jahres 90 nach der Erleuchtung
Kilian vom Ebersbrunn
 

Wissenswertes für den Kenner von Gerstenbrannt

Ein Ereignis, auf das sich alle Schädelspalter- und Uisgefreunde schon mal freuen dürfen, steht im Jahre 52 n. A. III. bevor. Zum einen feiert hier die Distillerie Wiesloch ihr fünfhundertjähriges Bestehen, so daß wir hier mit Fug und Recht vom Jahr des Schädelspalters reden können. Zum anderen hat Baron Jareck von Jolberg eine limitierte Sonderausgabe des beliebten Getränks angekündigt, welche in besagtem Jahr nach zwanzigjähriger Lagerzeit die Fässer verlassen soll. Was aber steckt hinter diesem Wundertrunk? Josephina von Drachenhain überreichte dem Jolberger am Adelstag ein Gefäß mit einer besonderen Züchtung von Getreide, welches zusätzlich noch mit dem Segen der Götter versehen worden war. Nun zeigte sich, daß diese Pflanzen an den fruchtbaren Hängen des Nigramtales vorzüglich gedeihen und die Samen von wahrhaft hohem Gehalt und ungewöhnlicher Größe sind. Nun soll also aus diesem wahrlich schmackhaften Korn eine neue Variante des Schädelspalters entstehen, wobei mit dem Destillieren erst begonnen werden kann, wenn genügend Erträge vorhanden sind. Wir können uns auf jeden Fall schon einmal bei der Baronin von Wolfenfeld bedanken, die uns diesen Genuß ermöglicht hat. Bestellungen für die begehrten Flaschen werden im übrigen schon entgegengenommen. Hier zu sende man rechtzeitig eine Nachricht an das Handelshaus Güldentaler in Jolberg. Nun sollte man damit nicht zu lange zögern, da Experten schätzen, daß schon in fünf Jahren alles restlos ausverkauft ist. Informationen darüber und Bestellformulare erhält man übrigens auch im Uisge- und Schädelspaltermuseum in Beridheim zu Tatzelfels.
 

Neuigkeiten in der Herzöglich-Ostarischen Marine

Zum ersten Mal nach dem Ödlandkonflikt wurden die Schiffsbestände der Ostarischen Flotte um ein weiteres Kontingent aufgestockt. Am 12. Tag des 3.Xurl liefen in Ankur zwei neue Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse vom Stapel, um die, durch die Übertragung zweier Schiffe an die Markgrafschaft Norrland-Brassach, reduzierte Flottenstärke wieder auf das alte Maß zu bringen. Gleichzeitig entstand in den Werften am Jolborn, Veitsburg und Jolberg, eine komplette, aus einem Geschwader von vier Kriegskoggen bestehende,  neue Flotte. Diese Einheit, welche den Namen Kolonialflotte erhalten wird, ist laut Admiralität für den Schutz des Heligonischen Krondepartements Herzog-Uriel-II.-Atoll bestimmt. Wann nun allerdings die Schiffe voll bemannt und auslaufbereit sein werden und wer letztendlich das Kommando über das Geschwader innehaben wird, ist noch nicht bekannt. Der Bau des Flaggschiffes der Emaranseeflotte wurde ebenfalls bereits im 3.Helios abgeschlossen, so daß nun ersteinmal nicht mehr mit Neubauten zu rechnen ist.
Die Namen der neuen Schiffe sind Benedict Canesius, Silvan Ignatio von Grachen (Brazach-Flotte), Anselm von Thal (Emaransee-Flotte) - fast alle Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse wurden nach berühmten, verstorbenen Persönlichkeiten benannt - Ambrosia, Xurliana, Redon  und Dellana (Kolonialflotte).
 

Drachenhainer Herold

Friede und Eintracht in der Grafschaft – der Zwist zwischen Drachenhain und Wolfenfeld ist beigelegt 

Tatsächlich hat es auf Drachenhainer Boden eine Verschwörung wider den Grafen gegeben, dennoch führte der „Zug gen Sarniant", am 20. Tag des 3. Helios n.A.III 27, zu keiner Schlacht, es ist niemand gerichtet worden und kein Drachenhainer hob das Schwert wider einen Drachenhainer, es herrscht wieder Frieden im Land - einzig die Bluttat von Wiesensteig betrübt uns.  
Wie dies alles möglich ist? 

Lest nun, was sich vor den Toren der Stadt Sarniant zutrug:

Der Zug gen Sarniant - 19. Tag des 3. Helios n.A.III 27 
Morgens in aller Frühe betraten seine Hochgeboren Graf Waldemar von Drachenhain und seine getreuen Vasallen mit großem Heeresaufgebot aller Baronien des Landes, Wolfenfelder Boden. Einzig Baron Krator und Baron Foranan nahmen am Aufmarsch nicht teil, der Baron von Rebenhain lag krank auf der Drachentrutz darnieder und der Herr von Flaitney ging einem unaufschiebbaren Auftrag des Grafen nach. Ihre Soldaten wurden dem Befehl anderer Barone unterstellt. Seine Hochwohlgeboren  Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron von Luchnar, wurde zum Botschafter der Grafschaft, und damit zum Unterhändler des darauffolgenden Tages, ernannt. Außerdem lud der Graf zu seiner Unterstützung den Drachenhainer Schwertführer, Lord Angus McPhee, Prior Lupus, stellvertretend für den Abt von Lindfurt und Freiherr Korbian von Hochaskenstein für seinen Vetter Baron Jagon von Hochaskenstein, an den Strategentisch. Regentin Leabell von Tlamana nahm ebenfalls an den Besprechungen und Planungen teil, bekräftigte aber die Passivität der Baronie Tlamana während dieses Konflikts, einzig bei einem Angriff der Gegner, wolle ihre Hochwohlgeboren ihre schwere Reiterei ins Feld führen, damit das Land ihres Gatten vor Schaden geschützt sei. 

Vor den Toren der Stadt Sarniant - 20. Tag des 3. Helios n.A.III 27
Das Drachenhainer Heer rückte bis auf Sichtweite der Stadt vor, hier wurde auf einer Anhöhe Stellung bezogen. Späher machten, zum Erschrecken aller, einige Truppenverbände Getreuer Josephinas aus. Die Drachenhainer ließen sich aber nicht beirren, unter Parlamentärsflagge ritt Baron Koldewaiht zur Unterhandlung nach Sarniant. Kurz darauf kehrte seine Hochwohlgeboren zusammen mit der vermeintlichen Verräterin Josephina ins Drachenhainer Lager zurück. Vor den Augen seiner Vasallen sah sich endlich Graf Waldemar seiner Nichte gegenüber. Gerade wollte man mit dem Prozeß beginnen, da erschien plötzlich seine Durchlaucht Fürst Nial mit einem Trupp bewaffneter Angaheymer. Über die Maßen erbost forderte Graf Waldemar den Fürsten auf, sein Land umgehend zu verlassen. Der Streit, der im Vorfeld des Zuges bereits über Briefe begonnen hatte, weitete sich aus, ein wort ergab das andere, so daß Angaheym Drachenhain die Fehde erklärte und dann das Feld, bis auf weiteres, räumte. Nun hatte Josephina Rede und Antwort zu stehen. Von Anfang an stritt sie jeglichen Versuch eines Komplottes ab, keiner Schuld war sie sich bewußt. Im Laufe der recht hitzig geführten Unterredung aber trat der Grund des Konflikt zu Tage. Ein schrecklicher Irrtum wurde aufgedeckt, dessen Ursprung die Geheimnistuerei zwischen Baronin Josephina, Prinz Leomar und Regenten Leabell, um ein besonderes, dem Grafen zum Geburtstag angedachten, Geschenkes war. So war es auch die Mithilfe seiner Schwiegertochter, die Graf Waldemar von Josephinas Unschuld überzeugte. Tief bestürzt gestand seine Hochgeboren ein, einige Gegebenheiten schrecklich mißdeutet zu haben, sein Augenmerk habe aber einzig und allein dem Wohle der Grafschaft und damit des Königreiches gegolten. Selbstredend erhielt Josephina von Drachenhain umgehend Land und Titel zurück. Die Sanktionen gegen den Ogedenbund auf Drachenhainer Boden wurden aufgehoben. Noch an Ort und Stelle bat seine Hochgeboren seine fälschlich beschuldigte Nichte um Verzeihung an. Die alte und neue Baronin von Wolfenfeld wollte dies gerne tun, falls Graf Waldemar einen Beweis seiner Unschuld am Angriff auf das Dorf Wiesensteig erbringe. Der Onkel solle einen Becher vom letzten Wiesensteiger Wiffelbeerwein dieser Welt trinken. Er leerte im Beisein aller den Becher ohne zu zögern bis auf den Grund - der Friede zwischen Nichte und Onkel war wieder hergestellt. Hernach kündigte seine Hochgeboren Graf Waldemar an, umgehend zum König nach Escandra zu reisen, um dort seiner allerdurchlauchtigsten Majestät Rechenschaft über das Geschehene abzugeben. Sofort wurde mit dem Aufbruch begonnen, Graf Waldemar zog sich zurück. Zeitgleich beendete der Drachenhainer Schwertführer, Lord Angus McPhee im ehrenvollen Zweikampf die Fehde zwischen dem Fürstentum und der Grafschaft. Eilends wurde ein Fest anberaumt, zu dem alle zusammenkamen. Die Gunst der Stunde nutzend, machten Prior Lupus und Freiherr Korbian, der Baronin von Wolfenfeld ihre Aufwartung und entschuldigten sich, stellvertretend für die Abtei Lindfurt und die Baronie Hochaskenstein, bei ihrer Hochwohlgeboren Josephina in aller Form für die schreckliche Bluttat von Wiesensteig. Lindfurt bat um Vergebung, da es den Hochaskensteinern, Khadan blind vertrauend, das Einschiffen in den Brazach ermöglichte. Am Abend des Festes aber, entdeckte Lord Angus McPhee während eines Wettschießens eine Hundertschaft Lormarker Bogenschützen auf Seiten der Wolfenfelder Wehr, was unter den Drachenhainer Vasallen zu heftiger Bestürzung führte. Am darauffolgenden Tag reiste der Schwertführer eilends zur Lormark, um Baronin Nimue diesbezüglich zu befragen... 
Schreiber Vilpo Deldinger, gegeben am 30. Tag des III. Helios

Die Zeittafel der Ereignisse:
19. Tag des 3. Helios n.A.III.27 
Drachenhainer betreten Wolfenfeld. Baron Koldewaiht wird zum Botschafter und Unterhändler ernannt. Am Strategentisch vertreten: der Schwertführer, Lord Angus McPhee, Prior Lupus, stellvertretend für den Abt von Lindfurt und Freiherr Korbian von Hochaskenstein für seinen Vetter Baron Jagon von Hochaskenstein. Regentin Leabell nimmt nur passiv teil. 

20. Tag des 3. Helios n.A.III.27
Das Heer rückt bis Sarniant vor. Späher machen Truppenverbände Getreuer Josephinas aus. Unter Parlamentärsflagge beginnt Baron Koldewaiht mit der Unterhandlung. Sofort folgt Josephina ihm ins Drachenhainer Lager. Fürst Nial tritt auf. Graf Waldemar fordert den Fürsten auf, das Land zu verlassen. Es kommt zum Streit, Angaheym erklärt Drachenhain die Fehde und geht. Während der Verhandlung streitet Josephina von Beginn an jegliche Komplottabsichten ab. Im Laufe der Unterredung und unter Mithilfe Leabells wird der wahre Grund des Konflikt aufgedeckt, das Mißverständnis klärt sich. Bestürzt sieht der Graf  seine Irrtümer ein, verteidigt sich aber nur dem Wohle der Grafschaft und des Königs gedient haben zu wollen. Josephina von Drachenhain erhält Land und Titel zurück. Die Sanktionen gegen den Ogedenbund werden aufgehoben. Seine Hochgeboren bittet um Verzeihung. Die Baronin von Wolfenfeld wünscht vom Grafen einen Beweis seiner Unschuld am Angriff auf Wiesensteig, in Form eines gefüllten Bechers letzten Wiesensteiger Wiffelbeerweins. Graf Waldemar stimmt zu und besteht die Probe. Hernach kündigt Graf Waldemar an, umgehend nach Escandra zu reisen, um dort über sein Tun Rechenschaft abzugeben. Abends beendet Lord Angus McPhee im Zweikampf die Fehde mit Angaheym. Ein gemeinsames Fest wird anberaumt. Prior Lupus und Freiherr Korbian entschuldigen sich stellvertretend für ihre 
Lehnsherren für die Bluttat von Wiesensteig. Während der Feier entdeckt Lord Angus 100 Lormarker Bogenschützen auf Wolfenfelder Seite, Bestürzung bei den Drachenhainer. 

21.  Tag des 3. Helios n.A.III 27 
Lord Angus reist zur Lormark, um Baronin Nimue wegen dieses Vorfalls zu befragen.

25. Tag des 3. Helios n.A.III.27 
Zum Dank und zur Anerkennung ihrer Dienste bedenkt Graf Waldemar seine Vasallen mit Geschenken. Lord Angus McPhee erhält für seine Baronie Tagil das Münzrecht, Baron Koldewaiht für Luchnar das Dorf Aymiar im Grenzsaum zur Drachentrutz. Regentin Leabell wird von ihrem Schwiegervater mit einem Ring aus dem Nachlaß seiner verstorbenen Frau Richiles beschenkt. Was die übrigen Vasallen des Grafen erhielten, wurde nicht verlautbart.

Die Drachenhainer Verschwörung - Wie es zum Zwiste zwischen Onkel und Nichte kam 
Am Adelstag in Jolberg, einige Monde ist es her, da planten Hochwohlgeboren Baronin Josephina von Wolfenfeld, Regentin Leabell von Tlamana und Prinz Leomar von Tatzelfels, ein gemeinsames Geschenk zum Geburtstag des Grafen Waldemar im nächsten Jahr. Die Wahl fiel auf den Bau eines prächtigen Jagdschlosses, im Wolfenfelder Horst, alles ging im Geheimen vonstatten, schließlich sollte es eine Überraschung werden - und damit nahm das Unglück seinen Lauf. Denn, Graf Waldemar mißverstand die Geheimnistuerei um ihn, als eine gefährliche gegen sich gerichtete Intrige. Seine Hochgeboren vermutete, sein, im Augenblick auf Reisen in die Leomark befindlicher, Sohn, könne die Zeit bis zu seiner Einsetzung zum Grafen nicht abwarten und wolle jetzt bereits und mit Gewalt nach der Herrschaft in Drachenhain greifen. Als dann auch noch Waffen aus der Drachentrutz verschwanden - als Jagdwaffenarsenal für das Schloß angedacht - weihte Graf Waldemar, seine Nichte Josephina in seine Befürchtungen, Leomar betreffend, ein. Die Baronin von Wolfenfeld war zwar sehr darauf bedacht, die Bedenken ihres Onkels zu zerstreuen, dann aber erfuhr Waldemar durch Spione, wohin die Waffen entschwanden. Hinzukommend wurden beim Major Domus der Feste Drachentrutz auch noch ein Beutel mit 50 Dukaten gefunden, welche eigentlich, von Prinz Leomar zurückgelassen, die Kosten des heimlichen Umzugs hatten decken sollen, vom Grafen aber als Bestechungsgeld verkannt wurden. Jetzt glaubte Waldemar zu wissen, wer tatsächlich hinter diesem „Komplott" steckte - seine Nichte, in deren Land schließlich auch die Waffen geliefert wurden. Eilends rief er seine Vasallen zu den Waffen, alle Drachenhainer Barone sollten sich umgehend auf der Drachentrutz einfinden, um ein gemeinsames Heer zu vereinen. Graf Waldemar gab Josephina Zeitpunkt und Ort bekannt (Sarniant, den 20. Tag des III Helios), wann und wo sie sich, ihm im Beisein aller Drachenhainer Vasallen, zur Aburteilung stellen solle. Ferner warnte Graf Waldemar die direkten Nachbarn Wolfenfelds vor einer möglichen Flucht seiner Nichte und drohte indirekt mit dem König, falls irgendwelche Hilfeleistungen für Josephina erfolgen sollten. Während eines diesbezüglichen Briefwechsel geriet Graf Waldemar und seine Durchlaucht Fürst Nial von Angaheym in heftigen Streit, der bei ihrem Zusammentreffen vor Sarniant, seinen Höhepunkt, aber auch die Auflösung aller Irrtümer, finden sollte. Seither ist viel Zeit vergangen, der Ehrentag des Grafen rückt stetig näher. Seine Hochgeboren soll aber vom Hofe in Escandra aus verlautbaren lassen, dieses Geschenk zwar annehmen, vorerst aber nicht betreten oder gar bewohnen zu wollen.
Bruder Pankraz von der Drachentrutz, am 20. Tag des 1. Xurl n.A.III.27

Der Wolfenfeld-Konflikt - Jerrocks Geschichte
Ich weiß, daß Du die Schreiberin von Baron Koldewaiht bist, Kiondre. Wenn ich Dir was erzähl, stehts morgen irgendwo geschrieben. Wunsch vom Baron? ... Gut, aber wehe, wenn... nein, ich weiß, daß Du mich nicht anlügst.
[...]
Der Baron hatte uns gesagt, daß er auch Krieger aus Flaitney anführt und die MadRuadh unter uns waren stinkwütend deswegen, sagten aber nichts. Sie stießen auch erst zu uns, als wir von der Drachentrutz abrückten. Es waren keine Burathys dabei, die ja an der Grenze zu den MadRuadh leben, wo das an der Schafseuche verreckte Schaf gefunden wurde. Es war, glaube ich auch ein Burathy, den sie kurz danach ermordet gefunden haben. Aber das weißt Du alles, Kiondre.
Jedenfalls gingen die MadRuadh sofort zum Baron und fragten, ob die Burathy inzwischen in ihr Gebiet einmarschieren, während ihre besten Krieger in Wolfenfeld lagern. Der Baron sagte, die besten Burathy sind mit Foranan woanders und wir mußten es glauben, waren aber inzwischen alle angespannt wie Bogensehnen. 
[...]
Unterwegs marschierten wir getrennt, aber im Lager gingen dann nach ein paar bösen Blicken gleich die Prügeleien los. Der Baron ging dazwischen und sagte, wir sollten uns wenigstens zusammenreißen, bis wir den Kampf hier hinter uns haben, wenn dann überhaupt noch jemand übrig ist zum Prügeln. Das half eine Weile. Als Melloan MadRuadh und einer von den Schafkany-Blökern wieder anfangen wollten, hat er sie noch vor dem ersten Schlag ins Zelt verbannt. Dann war Ruhe.
[...]
Ich saß mit den anderen am Feuer, denn Warten ist schlimm, aber gemeinsam noch am besten. Da kam der Baron auf mich zu und sagte: "Jerrock, wir kennen uns schon eine ganze Weile und ich weiß, daß ich mich auf Dich verlassen kann. Komm mit."
[...]
Es war ein gutes Gefühl, als Bannerträger an der Seite des Barons ins Land zu schreiten, auch wenn mir sonst ein Schwert lieber ist. Wir kamen aber nicht weit, da wurden wir aufgehalten. Angaheymer! Der Baron sagte, wir wären Botschafter Graf Waldemars für Baronin Josephina, aber sie wollten uns nur zu Niall Felsenhammer führen und auch noch die Augen verbinden. Ich habe laut gesagt, daß mir das nicht gefällt, aber der Baron wollte es und ich dachte, gut, du traust noch viel lieber einem Angaheymer als irgendeinem Tiefländer.
[...]
Dann wurden wir vorwärts gestoßen und der Baron sagte, er sagt überhaupt nichts, bevor man uns nicht die Binde abnimmt. Die wo uns führten, riefen "Vorwärts", der Baron sagte nochmals "Binde ab!" und dann hörten wir Nialls tiefe Stimme: "Nehmt sie ihnen ab". Wir sahen Niall Felsenhammer auf einem hohen Thron, sah übrigens ziemlich gut aus, und er rief so etwas wie "Koldewaiht, ich hätte nicht gedacht, daß wir uns mal so gegenüberstehen" und mein Baron war der gleichen Meinung. Ich weiß nicht mehr genau, was sie sagten, aber es ging ungefähr darum: Niall sagte: Josephina will nur mit Waldemar selbst sprechen; mein Baron sagte Waldemar besteht darauf, daß Josephina erst mit meinem Baron spricht und er ist so unberechenbar, daß es sicher zum Kampf kommt, wenn Josephina das verweigert. Es war wie ein Duell, auf die erste Verwundung, nicht auf dem Tod. Ich möchte aber nicht sagen, daß einer das Duell gewonnen hat. Jedenfalls wurden uns wieder die Augen verbunden, was ich mir schon gedacht hatte.
[...]
Der Baron trat also in das kleine Zelt, wo die Baronin drin war und ich stand mit der Wache draußen; wir schauten uns beide an und sagten natürlich nichts. Es dauerte eine ganze Zeit, bis er wieder herauskam und ich sah Baronin Josephina. Sie sah ganz abgehärmt und ziemlich schlecht aus. Der Baron sprach leise mit ihr und dann verstand ich, daß sie gleich mit uns zu Graf Waldemar kommt.
[...]
Wir langten bei unseren Posten an und schickten einen von ihnen zum Lager. Zum Glück war kein Flaitneyer dabei; ich war ziemlich aufgewühlt und wenn einer was Falsches gesagt hätte, hätte ich ihn wohl mit dem Banner niedergeschlagen. Der Baron stand etwas abseits und ich fragte ich, was nun mit Josephina ist und er sagte: Wenn die Baronin wirklich eine Verräterin ist, dann nur durch Wahnsinn oder einen Bann und wo er mit ihr gesprochen hat, glaubt er keins von beidem und er hofft, daß Graf Waldemar jetzt endlich mal das Maul aufmacht, worum es hier geht und mit der Köttelkotzerei aufhört.
[...]
Anscheinend war es eigenmächtig von meinem Baron, daß er die Baronin gleich mitgebracht hat, aber was hätten sie auch noch lang rummachen sollen, es war Zeit, daß das Ganze endlich zu Ende geht. Niall Felsenhammer war natürlich auch gekommen und Graf Waldemar bellte ihn an, was er hier in Drachenhain zu suchen hat und Niall bellte zurück, daß er die Beleidungen an Baronin Josephina nicht duldet und so weiter. Beide hatten ihren Stolz und mir war ganz klar worauf es hinausläuft, nämlich ein Duell oder eine Fehde und so kam es auch: Irgendwann hatte Niall es satt, sprach die Fehde aus und rauschte mit all seinen Männern ab. Baronin Josephina sah aus, als ob der Wolf ihr die ganze Herde gerissen hätte und mein Baron schaute grimmig zum Grafen, aber er hats natürlich genauso vorausgesehen wie ich.
[...]
Dann standen nur noch die Heerführer da, mein Baron und Lord Angus, Baronin Leabell, irgendein Ceride und ein paar Unterführer und Bannerträger wie ich - und natürlich Baronin Josephina und Graf Waldemar. Die Luft zwischen den beiden hätte man mit dem Schwert durchtrennen können. Dann redeten sie, aber sie redeten genauso aneinander vorbei wie vorher Niall Felsenhammer und Graf Waldemar. Die Baronin fragte immer: "Was habe ich denn getan?" und Graf Waldemar antwortete: "Das weißt Du genau, Du Lügenmaul!" Es war unerträglich. Als der Graf sagte: "Ich könnte Dich schlagen!" und Josephina murmelte: "Das hast Du immer gerne getan", hätte ich dem Grafen am liebsten eine verpaßt; der Graf hat es aber nicht gehört. Schließlich kam dann doch heraus worum es ging und ich habe überhaupt keine Lust, über diese Lächerlichkeit noch nachzudenken. Ein Jagdschloß als Geschenk - nein Kiondre, ich will nichts mehr davon hören.
[...]
Ich hab das Fest vor allem genutzt, um mich vollaufen zu lassen und ich war nicht der einzige. Ein paar von den Jungs haben sich dann noch mit den Schafkany geprügelt; der Baron hatte zu uns nur gesagt "Waffen stecken lassen" und wir wußten Bescheid; ich glaube, er hätte am liebsten selbst einfach irgend jemand eine reingewürgt, aber so was macht er nicht. Die Prügeleien waren auch nur halbherzig; es ging gar nicht so sehr um den Ärger mit dem Burathy-Clan, die waren eh nicht da, es ging vielmehr um diesen schwachsinnigen Feldzug und da waren wir, die Flaitneyer und Tagiler, die Angaheymer und Wolfenfelder und Tatzelfelser und ich glaube sogar diese Ceriden aus Linsenfurt oder so derselben Meinung. Der Graf hat sich hier ganz schön was zerstört, unser Baron wird sichs dreimal überlegen, ob er uns für so was noch mal ins Tiefland führt. Ich bin immer noch stolz, daß ich für Luchnar und die MadUaine Bannerträger war, aber ich bin auch froh, daß ich für so einen ehrlosen Händel nicht meine Klinge zücken mußte. 

Also Kiondre, schreibs auf und sei froh, daß Du nicht dabei warst.

Aufgeschrieben von Kiondre MadRuadh nach dem Bericht des Jerrock MadUaine. Für den Helios-Boten gekürzte Version.

Schafseuche in Flaitney  endlich aufgeklärt
Endlich, nach monatelangem Forschen, ist die Schafseuche in Flaitney endlich aufgeklärt worden. Viele Gelehrte, Geweihte und Heiler waren lange damit beschäftigt, die Ursache für das Schafsterben in der Hochlandbaronie herauszufinden.
Der entscheidenden Tip kam von Thilo Faßstürzer, einem Schafhirten aus Angaheym, der in Kräuterkunde sehr bewandert ist. Dessen Onkel ist zudem einer der verborgenen Hochweisen, die abseits in Angaheyms Wäldern leben. Durch Zusammenarbeit von Foranan Mc Donough, einem Poenahochgeweihten und Thilo Faßstürzer wurde nun die endgültige Ursache für das Schafsterben in Flaitney gefunden.
Durch den Bau der Q1 wurde bei den Umgrabungsarbeiten eine Pflanzenwurzel an die Oberfläche gebracht. Diese Wurzel ist hochgiftig. durch die Vergiftungssymptome, die die Schafe zeigten, wurde Thile Faßstürzer auf die Pflanze aufmerksam. Durch das Fressen der Pflanzenwurzel, bläht sich der Magen des Tieres so stark auf, daß dieser auf die Lunge drückt und das Tier jämmerlich erstickt. Die Pflanze, die sogenannte Wildrunkel wurde daraufhin nach Escandra zur Untersuchung gebracht. Nach Thilo Faßstürzer Erfahrung sind nur die Blätter der Wildrunkel, die auch in Angahyem vorkommt, giftig. Die Untersuchung in Escandra ergab allerdings, daß bei der aus Flaitney gebrachten Wildrunkel die Knolle giftig sei. So wurden den Wildrunkeln von den Gelehrten zu Escandra zwei verschiedene Namen gegeben. Die Hochland-Wildrunkel, wie sie in Angahyem vorkommt, und die Tiefland-Wildrunkel, wie sie in Flaitney vorkommt, wenngleich dieser Name auf das Hochland Flaitney wohl nicht zutrifft. Des weiteren wurden in der Pflanze wertvolle Öle entdeckt, die sich hervorragend als Lampenöl oder ähnliches verwenden lassen. Baron Foranan Mc Donough ist froh, daß dieses Unglück nun ein Ende hat und bedankt sich noch einmal bei allen, die ihm in dieser Stunde der Not zur Seite gestanden haben. Besonderer Dank gilt jedoch Thilo Faßstürzer, der den Grundstein für den Erfolg geliefert hat.
 

Der Wolfenfeld-Konflikt - ein Mißverständnis??

Ein großes Aufatmen war durch die Menschen gegangen, als sich die Nachricht verbreitete, daß der Konflikt zwischen Graf Waldemar und seiner Nichte Baronin Josephina ohne Kampf gelöst worden war. Sicher ist dies dem Willen aller Beteiligten zu verdanken, ein größeres Blutvergießen zu vermeiden, obschon ein kleiner Funke genügt hätte, es auszulösen... Irgendwie wurde die Krise also beigelegt und die beiden Heere verbrachten die Nacht sogar an gemeinsamen Lagerfeuern. Dennoch versammelte sich am nächsten Tag eine große Menschenmenge auf dem Marktplatz zu Sarniant und verlangte nach einer Erklärung. Schließlich erschienen Tallrim Stabschwinger und Nial Felsenhammer mit Gefolge und geboten Ruhe. Der Fürst von Angaheym betonte, daß der Frieden im Lande nun wiederhergestellt sei und niemand mehr etwas vom Drachenhainer Heer zu befürchten habe. Er zeigte sich beeindruckt von der Entschlossenheit, mit der die Wolfenfelder bereit seien, ihre Heimat zu verteidigen und lobte die schnelle Reaktion der Heerführer, die Schlimmeres verhindert hätte. Das Ganze sei durch eine Verkettung unglücklicher Umstände entstanden. Der Graf habe ein ihm verdächtiges Verhalten falsch gedeutet, und deshalb sei es zu einem fatalen Mißverständnis gekommen, das aber zum Glück noch rechtzeitig aufgeklärt werden konnte. Seine Hochgeboren befinde sich mittlerweile auf dem Weg nach Escandra, um dem König Rede und Antwort zu stehen, auch habe er das verbot gegen den Ogedenbund aufgehoben. Mittlerweise sei auch erwiesen, daß der Überfall auf das Dorf Wiesensteig ohne Wissen des Grafen durchgeführt wurde. Es handelte sich dabei um einen Alleingang eines Vetters des Barons von Hochaskenstein, der sich inzwischen auf der Flucht befinde. Gesandtschaften von Lindfurt und Hochaskenstein hätten inzwischen bei der Baronin um Verzeihung angesucht. Sie müßten auf jeden Fall für den angerichteten Schaden aufkommen, auch habe die Baronin Hilfe für die Angehörigen der Opfer zugesagt. Felsenhammer warnte noch davor, sich dem geheimnisvollen Nebel zu nähern, der seit dem Überfall auf dem Dorf liege, bis sich die Geweihten über seine Natur im Klaren seien. Dann begab sich der Fürst zurück in die Burg, während Stabschwinger zum Heerlager ritt, um die Rückkehr der Truppen zu überwachen. Im Volk herrschte darauf Unmut, da man sich mehr Einzelheiten erhofft hatte. Auch die Abwesenheit der Baronin wurde bemängelt. So mancher hätte sich ein paar persönliche Worte der Herrscherin gewünscht, stattdessen schickte sie nun einen Landesfremden! Viele vermißten die sonst so gewohnte Volksnähe der Baronin, ein öffentliches Zeichen der Trauer oder ein Wort des Trostes. Wer das Glück hatte, sie im Lager von Mühldorf zu erblicken, der spricht von einer müden Gestalt, die am Ende ihrer Kräfte schien. Gerüchte sprechen von zuviel Alkohol, einer schweren Krankheit oder gar einer geistigen Verwirrung, ausgelöst durch den Vertrauensbruch des Grafen. Ihr Verhalten ist jedenfalls ungewohnt und besorgniserregend und trägt nicht zur Ruhe in der Bevölkerung bei.
Brennus Palimpsest

Ein Beitrag zu Aufklärung

Peinlichkeiten hält man für gewöhnlich geheim. Baronin Josephina bat mich jedoch, der ich Einblick in die Vorgänge hatte, die Ursache des Konfliktes kurz darzulegen. Sie ist der Auffassung, daß gerade die Angehörigen der Opfer ein Recht darauf haben, zu erfahren, warum diese sterben mußten, sei die Wahrheit auch noch so unangenehm. Die Baronin und Prinz Leomar planten in den vergangenen Saarkamonden ein Geburtstagsgeschenk für Graf Waldemar: Das alte Jagdschloß von Wolfenfeld sollte wiederhergestellt und angemessen ausgestattet werden. Die Beteiligten wurden zu Stillschweigen verpflichtet und die Arbeiten schritten voran. Baron Leomar ließ Einrichtungsgegenstände aus allen Besitztümern der Familie Drachenhain heranschaffen, darunter auch die umfangreiche Jagdwaffensammlung des Grafen. Bedauerlicherweise beging er den Fehler, dies unter den Augen des Grafen zu veranlassen. Dieser wurde mißtrauisch, erhielt aber auf seine Fragen hin nur scherzhafte Ausflüchte. Durch Nachforschungen fand er heraus, daß die Waffen nach Wolfenfeld gebracht wurden und vermutete eine Verschwörung. Mehrere Briefe wurden gewechselt, doch da der Graf seinen Verdacht nicht klar äußerte und die Baronin nach wie vor das gebotene Stillschweigen einhielt (zudem Leomar inzwischen in die Leomark abgereist war), konnte das Mißverständnis nicht aufgeklärt werden. Ein letzter Brief erreichte die Baronin, in dem der Graf sie aus der Familie ausstieß und ihre Eltern beleidigte. Bei einem Besuch entdeckte Leif Stahlschulter, aus dessen Familie Josephinas Mutter stammt, den Brief und gab dessen Inhalt seiner Sippe bekannt. Nun trat auch Angaheym in den Konflikt ein. Ich bin sehr froh darüber, daß zu diesem Zeitpunkt Jareck von Jolberg auf der Burg weilte, denn ich allein hätte die Baronin wohl nicht mehr von Schlimmerem abhalten können. Von da an übernahm ich selbst die Regierungsgeschäfte, da Josephina nicht mehr in der Lage war, Briefe zu beantworten. Sie reiste zwar noch einmal nach Drachentrutz, um mit dem Grafen zu reden, wurde aber nicht vorgelassen und auf einen vom Grafen festgesetzten Tag verwiesen. Als dann das Dorf überfallen wurde, glaubte auch ich nicht mehr an eine friedliche Lösung. Überraschenderweise kehrte am Vorabend dieses besagten Tages Nial Felsenhammer zurück. Dieser Umstand scheint der Baronin die Kraft gegeben zu haben, vor den Grafen zu treten und von ihm eine Erklärung zu verlangen. Als sich das Mißverständnis aufklärte und allen klar wurde, warum einhundertzwanzig Menschen sterben mußten und sich zwei riesige Heere kampfbereit gegenüberstanden, wandte sich der Graf entsetzt ab und  sagte mit leiser Stimme, er müsse sofort zum König. Soweit nun das, was ich selbst erlebt habe. Absurd sind die Geschehnisse und ihre Folgen, und ich kann nur hoffen, daß sie als Warnung dafür dienen, wie aus kleinen Anlässen durch so manche Unbedachtheit das größte Unglück entstehen kann.
Rhyged von Relony, Major Domus der Baronin

Bluttat in Hochaskenstein

Am 28. Tage des 1. Xurl wurden in Hochaskenstein sieben Männer und Frauen einer ceridischen Familie vergiftet aufgefunden, und zwar auf einem einsamen Gehöft in der Nähe der Grenze zu Jolbenstein. Angeblich tagte etwa zeitgleich in Jolbenstein, nur wenige Meilen entfernt, die Drachenhainer Abteilung der OfH. Diese Organisation strenggläubiger Ogeden hat bereits vielfach anti-ceridische Hetzparolen verbreitet. Leider gelang es dem Helios-Boten nicht, mit der OfH-Führerin Drachenhains Lara Saarnen selbst zu sprechen, doch wird von ihr folgender Ausspruch kolportiert: "Die Askenschweine sollen froh sein, wenn für zehn tote Wolfenfelder nur einer von ihnen verreckt. Eigentlich müßte es umgekehrt sein."
 

Bekanntmachung

Aufgrund der vergangenen Ereignisse kann die Sicherheit von Reisenden aus den Baronien Lindfurt und Hochaskenstein in Wolfenfeld nicht mehr gewährleistet werden. Um möglichen Übergriffen aus der Bevölkerung vorzubeugen, muß die Ein- beziehungsweise Durchreise von Angehörigen dieser Herrschaftsgebiete bis auf weiteres leider untersagt werden. Die Wolfenfelder Grenzposten haben entsprechende Order erhalten. Den betroffenen Reisenden wird empfohlen, auf die Q1 oder Thal auszuweichen.
 Tallrim Stabschwinger, im Auftrag der Baronin

Hochland - Kurzmeldungen

Heimkehr der in den Wolfenfeld-Konflikt gezogenen Hochlandkrieger - Luchnarer Druidh drängen weiter auf Friedensschluß im Hochland - scheinbar geht es um weit wichtigere Probleme als einen  einfachen Clankrieg - kommt es auf dem Ogedenbundtreffen, wo Foranan McDonough und Koldewaiht von Hautzensteyn anwesend sein werden, zu einer Lösung? - Treffen von Cederric von Hautzensteyn und Foranan McDonough führte wohl nicht zu einer Annäherung der beiden
 
 

Angaheymer Rufhorn

Nials Erzählung

Die Abenddämmerung des 27.3.H. setzte bereits ein. Allmählich kehrte in dem geschäftigen Ort Felsbach Ruhe ein. Doch immer wieder sah man Leute, die sich auf den Weg zum Langhaus des Stammesfürsten machten. Warmes Licht schien aus dem großen Eingang, dessen zwei schwere, mit Tierornamenten und Eisenbeschlägen verzierten Türflügel weit offen standen. Ich hatte mich schließlich nach der Stallarbeit auch eingefunden. Denn heute wollte Nial Felsenhammer weiter von seiner Reise erzählen.
In der Mitte des Hauses prasselte in der mit Lehm eingerahmten Vertiefung das große Feuer. Und da saßen, hockten und standen sie nun, die Einwohner 
von Felsbach. Und auch aus Lairg, Skagen und Aithil waren viele gekommen. 
Die einen hockten auf Holzschemeln, die anderen saßen auf Fellen und wieder andere lehnten an den schweren Holzbalken oder ließen gleich im Gebälk sitzend ihre Füße baumeln. Die meisten drängten sich wie üblich um das riesige Ischgifaß, das Leif auf seinem Karren mitgebracht hatte.
Weiter vorne am Feuer saßen Leif Stahlschulter selbst, Tallrim Stabschwinger, der über sein Horn hinweg die kleine Ragna angrinste, die sich frech hinter einem Hocker versteckt hielt und Thorkar Mauerbrecher. 
Neben dem hoch aufgebauten Sockel, der mit Fellen über und über bedeckt war, saß Josephina, die schon wieder etwas Farbe im Gesicht hatte. Die Augenringe waren aber dennoch nicht zu verleugnen. Auf seinem Hochsitz saß Nial, unser Thingsprecher, in der Hand ein Horn mit Ischgi, neben sich die schwere Grubenhacke aus Doromanosch, wie mir Gorm erzählte.
Gorm berichtete mir schnell, was ich verpasst hatte, denn die Erzählungen waren bereits in vollem Gange. Von der überstürzten Abreise, den Abenteuern in Doromanosch, den üblen Machenschaften des Xetochpriesters und von König Paulosch hatte Nial bereits auf dem Thing berichtet. Heute fuhr er fort an der Stelle, als Sonia und Grimbold in Doromanosch eintrafen.
Nial hatte von den Geschehnissen in der Heimat erfahren und sofort seinen Aufbruch vorbereitet. Als Dank hatte er von König Paulosch 400 Zwergenkrieger mit auf den Weg bekommen, die ihn bei seinen Vorhaben unterstützen sollten. Über große Umwege gelangte er schließlich durch den Schlangenkamm bis Wolfenfeld.
In den letzten Tagen vor der großen Begegnung der beiden Heere geschah dann im einzelnen folgendes:

15.3.H
Nial trifft auf seinem Weg Karg Schweigsam aus Birkenhain, der zwei Jahre auf Wanderschaft war. Dieser schließt sich Nials kleiner Armee an, um ihn 
nach Angaheym zu begleiten.

16.3.H
Es sind nur noch wenige Tage bis zur Ankunft und Karg reitet im Eiltempo voraus, um die Lage in Wolfenfeld auszukundschaften.

18.3.H
Nur wenige Meilen vor der Wolfenfelder Grenze trifft Karg wieder auf Nial, völlig außer Atem berichtet er von einem 2000 Mann starken Drachenhainer Heer, daß sich für den 20.3.H zum Marsch auf Sarniant vorbereitet. Nial treibt seine Männer zu noch schnellerem Tempo an. Die Zwergenarmee bekommt von vielen Seiten Unterstützung und Verstärkung.

19.3.H.
Nial trifft in Wolfenfeld ein. Mit 400 Zwergenkriegern überquert er am Nachmittag die Brazachbrücke in Sarniant. Unter dem lauten Jubel der Bevölkerung ziehen die Truppen durch die Stadt und über den Marktplatz zum Schloß. Während die Zwerge davor Aufstellung nehmen, reitet Nial in den äußeren Schloßhof ein. Wenig später ziehen die Zwerge ab, um südlich von Sarniant Aufstellung zu nehmen und sich dort mit Angaheymer und Wolfenfelder Truppen zu vereinigen.
Angaheymer Truppen unter Leif Stahlschulter sind seit den Geschehnissen von Wiesensteig auf Wolfenfelder Boden. Die Wolfenfelder Wehr, geführt von Tallrim Stabschwinger, dem Waffenmeister Wolfenfelds, befindet sich ebenso seit fünf Tagen in Bereitschaft. Dennoch dauern die Vorbereitungen für den nächsten Tag bis tief in die Nacht. Die gesammelte Streitmacht würde die Drachenhainer Truppen mit Stahl und Mut erwarten.

20.3.H.
Morgengrauen
Im Morgengrauen erreichen die ersten Späher das Hauptquartier in Wolfenfeld. Drachenhainer Truppen haben unter der Führung des alten Waldemar und Angus McPhee von Tagil Wolfenfelder Boden betreten. Eine massierte Streitmacht befindet sich südlich des Dorfes Mühlberg flankiert, von einem kleineren Trupp Reiterei und Bogenschützen im Westen. Die Kundschafter berichten von 2000 Mann, bestehend aus Reiterei, Fußvolk und Bogenschützen. Auch Einheiten schwerer Reiterei mit den Farben Tlamanas sollen darunter sein.
Nial Felsenhammer ist sehr erbost über diese Vorfälle und bespricht sich mit seinen Beratern. Ein Wolfenfelder Bote wird den Drachenhainern entgegengesandt und Mühlberg wird als Austauschpunkt für die Unterhändler vereinbart.
Während sich die Zwerge und der Großteil der Wolfenfelder in der Ebene halten, zieht sich Leif Stahlschulter mit seinen Angaheymern auf die Anhöhen zurück.

Vormittag
Schon kurze Zeit später wird ein Bote von zwei Wächtern in das Angaheymer Hauptzelt geführt. Seine Augen sind verbunden. Auf Nials Geheiß nimmt einer von ihnen dessen Binde ab. Der Bote ist Koldewaiht von Hautzensteyn, der Baron von Luchnar. Die Stimmung im Zelt ist angespannt. Zwei Freunde stehen sich als Gegner gegenüber. Nach harschem Wortwechsel, in dem beide den jeweiligen Standpunkt dargetan haben, überreicht Koldewaiht Nial einen Brief von Waldemar mit dem Geheiß, sich nicht in Drachenhainer Angelegenheiten einzumischen. Lachhaft! Waldemar schien nicht gemerkt zu haben, daß inzwischen weit mehr aus seinen wirren Gedanken entstanden war.
Der Bote verläßt das Lager wieder mit verbundenen Augen. Die Stunden vergehen, weitere Späher geben Kunde von den Geschehnissen.

Mittag
Gegen Mittag kommt es im Lager der Wolfenfelder und Angaheymer Truppen zum Aufruhr. Zwei schwer Bewaffnete Krieger stürmen halb besorgt, halb grinsend in das Zelt von Nial Felsenhammer und werfen einen Fremden grob vor dem Hochsitz auf den Boden.
Es ist der Anführer von 200 Tagilschen Fußsoldaten. Diese hatten sich hinter den Wolfenfelder Linien in einem Waldstück eingegraben. Wollte Waldemar 
einen Zweiflankenangriff vorbereiten, oder hat er seine Truppen noch genausowenig unter Kontrolle wie bei Wiesensteig? Wie auch immer, die Tagilschen Truppenteile werden entwaffnet und bis auf weiteres ehrenvoll festgesetzt.
´´Wenn Waldemar es so will, kann er es auch so haben!!!´´ ruft Nial laut durch das Lager.

Nachmittag
Am späten Nachmittag erreicht Grarim Eisenfaust das Zelt seines Neffen Nial und berichtet diesem, daß Josephina mit Geleit auf dem Weg ins Drachenhainer Lager sei. Gleichzeitig treffen Späher ein, die von einem massierten Truppenrückzug auf Drachenhainer Seite berichten. Nial Felsenhammer bricht ohne zu zögern mit fünf seiner erfahrensten Pratzen auf und prescht in vollem Galopp in Richtung des Drachenhainer Lagers.
Dort angekommen, sieht er sich Waldemar gegenüber. Kaum daß dieser Nial erblickt, wendet er sich von Josephina ab. Ein heftiger Streit entbrennt, der monatelange Zwist zwischen Drachenhain und Angaheym soll hier seinen Höhepunkt finden. 
Waldemar fordert Nial auf, sein Land zu verlassen und sich nicht in seine Angelegenheiten einzumischen. Nial Felsenhammer regiert zuerst leicht verwundert ob der Anmaßungen des Grafen, waren ihm doch aus Doromanosch andere Sitten in Erinnerung, dann immer gereizter auf die Verhaltensweisen von Waldemar. Letztendlich droht die Sache Außmaße anzunehmen, die das ganze Reich betreffen könnten. Auge in Auge mit dem Grafen erklärt Nial diesem die Fehde zwischen Angaheym und Drachenhain und zieht sich vom Ort des Geschehens zurück. Drei Pratzen folgen ihm.

Abend
Zurück im Zelt werden hitzige Beratungen geführt. Waldemar hatte den Angaheymer Truppenabzug gefordert. Aber so schnell würde er diesen nicht bekommen. Die Leibwache wird verstärkt, und alle Angaheymer befinden sich in erhöhter Bereitschaft. Gegen Abend treffen erneut Gesandte aus dem Drachenhainer Lager ein. Es handelt sich dabei um Josephina, die in Begleitung von Koldewaiht von Hautzensteyn und Angus McPhee erscheint. Die vier Speerwachen am Hochsitz lassen keinen der beiden Vasallen Waldemars aus den Augen. Es herrscht brüllende Stille bis Josephina beginnt zu erklären, oder dies jedenfalls versucht. Den Tränen nahe klärt sie ein böses Mißverständnis zwischen Onkel und Nichte, welches fast zu einer Schlacht mit mehr als 4000 Mann geführt hätte, in der viele den Tod gefunden hätten. Nial unterbricht sie, als sie zur Flasche greifen will, er hat genug gehört, während Leif Stahlschulter seine Base sanft aber bestimmt das Gefäß entreißt.
Eingehende Beratungen der Sippenoberhäupter scheinen es zu bestätigen: Der drohende Konflikt zwischen Drachenhain und Wolfenfeld scheint beigelegt. Aber die Fehde mit Angaheym besteht nach wie vor. Wie soll man weiter vorgehen? Angus McPhee, der Baron von Tagil und zeitgleich Schwertführer von Drachenhain löst dieses Problem. In Vertretung für Waldemar fordert er Nial Felsenhammer, den Angaheymer Stammesfürsten zum ehrenvollen Zweikampf, um die Fehde beizulegen. Ohne einen Gedanken an den feudalen Stand zu verschwenden, stellt sich Nial. Noch im Zelt findet die Auseinander-setzung statt und nach kurzer, harter Anstrengung unterliegt der Baron von Tagil. 
Auge in Auge stehen sich die Gegner gegenüber. Nach einigen stillen Momenten, in denen nur das Knacken der Fackeln zu hören ist, scheint es entschieden zu sein. Beide Parteien sind zufrieden. Die Fehde, die nur von kurzer Dauer war, ist beigelegt. Ein kräftiger Handschlag besiegelt die Entscheidung.

Nachts
Die am Mittag festgesetzten Tagilschen Fußsoldaten bekommen freies Geleit. Auf Einladung von Josephina und Angus McPhee wird im vereinigten Heerlager von Drachenhain-Wolfenfeld-Angaheym noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Im Langhaus war es schon längst stiller geworden. Das Feuer war bis auf eine schwache Glut heruntergebrannt. Josephina war schon früh zu Bett gegangen und das Ischgifaß war fast leer. Die kleine Ragna war schon fest am Bauch von Feach, dem riesigen Hofhund eingeschlafen. Nial hob leise noch einmal das Ischgihorn, und dann gingen auch die letzten ins Bett. Viele Angaheymer dachten in dieser Nacht an ihre Abenteuer im Nachbarland, an die neue Verbindung zwischen Angaheym und Wolfenfeld, an die pruzzischen Vorfahren und das legendäre Zwergenreich von Doromanosch.

Asker, der Waldläufer


Aus diesem Grunde:

Tatzelfelser Honigmeth
Wenn etwas aus dem Lot gerät!



 

Der Trommler

freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach

Verdienter Ritter übernimmt die Vogtei Ostramünd

Mit der Ausgabe eines entsprechenden Heliosbriefes hat seine Hochgeboren, Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, Ritter Wendlor von Tarin, den ersten Sohn Wenberts, am ersten Tag des dritten Xurls zum Vogt von Ostramünd ernannt. Der kampferprobte Ritter, der seine Wurzeln im Norrland hat und im Ödlandkrieg als einer der ersten norrländischen Kämpfer nach Brassach übersetzte, um für die bedrängten ostarischen Freunde zu kämpfen, wurde somit mit der großen Aufgabe bedacht, das Lehen an der Mündung der Ostra in den Brazach aufzubauen und gegen alle möglichen Gefahren zu verteidigen. Der norrland-brassachische Kriegsrat, der Markgraf Kalveram den jungen Ritter als zukünftiger Verwalter des wichtigen Lehens an der Flußmündung empfahl, sieht in dem jungen Vogt einen zielstrebigen Mann, der die nötige Hartnäckigkeit und Härte besitzt, sich einer so großen Aufgabe zu stellen und diese zum Wohlwollen der norrland-brassachischen Herrscher zu meistern. Wendlor, sich der vollen Unterstützung seiner Familie und insbesondere seines Vaters, dem Herren der norrländischen Stadt Tarin bewußt, hat sich sogleich auf den Weg in den äußersten Norden der Markgrafschaft gemacht, um sein Wappen über die unfertige Feste Ostramünde zu hissen, mit deren Bau man zwar bereits in der zweiten Saarka des Jahres neunundachtzig nach der Erleuchtung begonnen hatte (der Heliosbote Nummer 26 berichtete), sie heute allerdings eher einem stark befestigten Feldlager mit wenigen massiven Steinbauten als einer wehrhaften Festung mit geschlossenem Mauerwerk gleicht.

Erneute Untaten des Verräters und Brudermörders Berkan im Norden der Markgrafschaft!
Am achten Tag des dritten Xurls fand man in einer halbfertigen Bauernkate in der Provinz Bastien die Leichen dreier Männer, die erst vor wenigen Wochen mit der Urbarmachung einer kleinen Parzelle im Herrschaftsbereich derer von Bastien begonnen hatten. Der Bauer Lorgan, sein Bruder Lorwin und der Knecht Elon wurden anscheinend im Schlaf von Räubern überrascht, die sich der wenigen Habseligkeiten der Neusiedler bemächtigen wollten. Die Vorratskammer des Hofes fand man vollständig ausgeräumt vor. Auch fehlten Seile, Lampen, Lampenöl und Kerzen. Wie sich nach der Befragung anderer Siedler dieses Landstriches herausstellte, handelt es sich bei einem der Verbrecher wohl um den gesuchten Schurken Berkan! Die Befragten bezeugten nach der Vorlage eines Steckbriefes, daß sich der auf dem Papier abgebildete Mann samt einiger weiterer Spießgesellen mehrere Tage in dieser Gegend aufgehalten hatte. In seiner Begleitung befand sich auch Garenwil, der unter ‚Hauptmann' Berkan als ‚Leutnant' in der verräterischen Garde von Thalion gedient hatte. Die Suche nach den noch nicht dingfest gemachten Umstürzlern wurde nochmals ausgeweitet und das auf den mehrfachen Mörder Berkan ausgesetzte Kopfgeld um weitere fünfundzwanzig auf einhundertfünfundzwanzig Dukaten aufgestockt. Steckbriefe wurden nun auch an allen öffentlichen Plätzen und an den Geschäften der Händler im äußersten Norden der Markgrafschaft ausgehängt. Die Soldaten der Markgrafschaft wurden angehalten, alle Personen und ihre Planwagen oder Fuhrwerke streng zu kontrollieren. Im Zusammenhang mit der Erhöhung des Kopfgeldes für Berkan wurde auch das Kopfgeld für den meistgesuchten Mann der Markgrafschaft, dem ehemaligen Baron zu Caronia und Anführer der Umstürzler, Anholt von Brassach, um weitere einhundert Dukaten auf nunmehr fünfhundert Dukaten erhöht.
 
 

Papyros des Südens

Sedomeesische Neuigkeiten

Fluch dem, der die Mondkatze stahl

Wie jedem gebildeten Heligonier bekannt ist, feiern wir in Jalamanra im 2. Xurl jeden Jahres das Katzenfest, zu Ehren der Mondkatze, die einst der Göttin Saarka und allen Bewohnern der Jolborn-Auen half. Auch in diesem Jahr erfreuten wir und unsere Gäste uns an Tanz, Gesang und am Geschichtenerzählen. Jedoch entdeckte man am nächsten Morgen, daß die herrliche, aus hellem Sandelholz geschnitzte Mondkatzenstatue aus  dem größten Poìna-Tempel verschwunden war. Vermutlich wurde sie von frechen darianischen Dieben gestohlen; eindeutige Spuren fanden wir jedoch nicht. Doch verflucht seien die, die der Katze Gewalt taten, der Katze, die Saarka selbst half! Wer über den Verbleib der Statue etwas herausfindet, soll dies umgehend nach Jalamanra melden. Jeder, der bei der Suche hilft, erhält eine hohe Belohnung, falls die Mondkatze wiedergefunden wird.
 

Der Tanzbär

Streifzüge durch das kulturelle Leben Heligonias

Die Geschichte von Grimm dem Schweinehirten

  REFRAIN
  “Eichelmast, das ist das Beste!”
   erzählt der Grimm gleich allen Gästen.
  “Mit Eicheln werden Schweine dick.”
   Und darin hat der Grimm Geschick.

Grimm, der Schweinehirte, schrieb ein kleines Lied
über seine Schweine. Die hat er furchtbar lieb.

 Am Bardenwettstreit sang er das Lied dann allen vor.
 Und mit den Barden allen ging er durchs Feentor.

Vorm Tor standen die Gäste. Sie sorgten sich gar sehr.
“Was solln wir tun”, sie dachten. Ein guter Rat war schwer.

 Sie wollten schon aufgeben, da hört man einen Schrei.
 Der Grimm stürzt durch das Tore. Die Feen ließen ihn frei.

Die Feen hört man rufen: “Schluß mit Eichelmast!
Wir wollen nichts mehr hören über Schweinemast!”

 Die Moral von der Geschichte: Ein Lied ist nicht ein Lied.
 Für Reden über Schweinemast kein Platz bei Feen ist!

Melodie: Marwenna
Text: Arandis
Original: “Schlafe, kleine Schweinchen” von Grimm, dem Schweinehirten


Die Rose von Tatzelfels

Die Blumen, sie blühen im Garten so schön,
doch die ich ersehne, ist selten zu seh´n.
Kann sie nicht umhegen, seh sie nur von fern.
Ich wart auf die Zeit, zu der sie mich erhört.

Denn sie liebt die Stille und das Dunkel der Nacht.
Sie kennt das Verborg´ne und die Worte der Macht.
In der Stille des Kellers ihr Antlitz erglüht.
Die Rose von Tatzelfels, dort sie erblüht.

Der Blumen erblühen im Garten so viel.
Die Schönste von allen, nur sie ist mein Ziel.
Ich pflückte die Blumen, wand daraus ein Band.
Ich schmückte mit Blumen gar Himmel und Land.

Doch wenn all die Blumen verdorrt sind und tot,
geh ich zu der Einen, so lieblich und rot.
In der Finsternis´ Leere der lauernden Nacht,
die Rose von Tatzelfels dort sie erwacht.

Wenn die Nacht auf das Land fällt und in Dunkelheit hüllt,
das Glitzern der Sterne mein Sehnen erfüllt.
Dann führt mich mein Weg schnell und leise zu ihr,
denn in diesen Stunden gehört sie nur mir.

Mag die Welt auch erkalten im Atem der Nacht,
ich vergeß all die Pein, die ich hab durchgemacht.
Ich fand all das Glück, das ich hab mir ersehnt.
Die Rose von Tatzelfels hat mich erwählt.

Denn sie liebt die Stille und das Dunkel der Nacht.
Sie kennt das Verborg´ne und die Worte der Macht.
In der Stille des Kellers ihr Antlitz erglüht.
Die Rose von Tatzelfels, dort sie erblüht.

Text: Arandis von Schwarzensteyn
Musik: Meg Davis (My Winter Rose)


Was erwartet Ihr denn?

Das Kind, das Du im Suff gemacht
Das pißt Dir übers Bein
Du bist noch blau von letzter Nacht 
Und würgst ihm eine rein
Das Kind schreit unter Deiner Hand
Es kotzt Dir auf Dein Festgewand
Was willst Du vom Kindl, dem zarten
Auch andres erwarten

Der Mönch gießt sein Gemüsebeet
Du rufst, weil man Dich jagt:
"Versteck mich Bruder, wenn es geht
Die Wache kommt!" Er sagt:
"Da kann der Eine nichts dafür
Doch zwei Karotten geb ich Dir!"
Was willst Du vom Mönch im Garten
Auch andres erwarten

Der Sänger singt ein Lied am Hof
Denn Ihr, Ihr zahlt ihm Gold
Er findet Euch zwar eher doof
Doch singt er, was Ihr wollt
Da rückt ein Heer in Euer Land
Schon ist der Sänger fortgerannt
Was wollt Ihr von durch Gold Genarrten
Auch andres erwarten

Der Barde singt, was viele freut
Man eilt, um ihn zu sehn
Doch manchen gibt's, der schnell bereut
Man schickt sich an zum Gehn
Denn was gefällt, das singt er nicht 
Und was er singt, geht ins Gesciht
Was wollt Ihr von einem Barden
Auch andres erwarten

Der Wachsoldat hat zugehört
Im Krieg, da war er gut
Ob Freund, ob Feind, wer ihn gestört
Lag bald in seinem Blut
So spielt er seine eigne Schlacht
Verhaftet den, ders Maul aufmacht
Was will ich  von einem Soldaten
Auch andres erwarten

Der Barde sitzt im Kerker ein
Und wird bald aufgehängt
Man lacht: "Wie schön, daß dieses Schwein 
Uns niemals mehr bedrängt!"
Sein Liederbuch, das wird verbrannt
Doch die Lieder singt längst das ganze Land...
Was wollt Ihr von einem Barden
Auch andres erwarten
Was wollt hier von mir als Verscharrtem
Einst andres erwarten!

Halfnet, wo sich freut, daß nicht nur er im Land das Maul aufmacht


Termine

14.01. - 16.01.00  4. Heligonischer Adelstag auf Burg Spalt/Wernfels 
24.03. - 26.03.00  Helicon 13 - Markt in Tatzelfels (Burg Wildenstein) 
05.05. - 07.05.00  Helicon 14 - Kirchenkonzil in Carajon (Hoppelmühle)
28.07. - 30.07.00  Helicon 15 - Hochland-Con (Karlsbrunnen) 
06.10. - 08.10.00  Helicon 16 - Gelehrtenkonvent (Schloß Ebersberg)
Dez. 00 / Jan. 01  5. Heligonischer Adelstag auf Burg Spalt/Wernfels
 


Das kleine Hymnar ist da!

Rechtzeitig zum Ogedenbundtreffen, das diesmal zusammen mit dem Gelehrtenconvent in Thal stattfindet, wurde das von Baronin Josephina von Drachenhain zu Wolfenfeld gesammelte Büchlein fertig. Interessierte Ogeden können das Büchlein, das eine Vielzahl von Gebeten rund um die vier Gottheiten enthält, bei der Schreibstube der Baronin in Wolfenfeld bestellen.



 

© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés Balluff, Marc Hermann

Berichte von Jochen Brenner, Arnulf Breuer, Ulrike Clauss, Thilo Döring, Julia Fischer, Henning Frank, Oliver Friese, Andreas Hils, Petra Jörns, Heike Kettner, Oliver Kraus, Daniela Lochner,  Johannes Pilz, Benjamin Rampp, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger, Eike Simon,  Markus Spree, Melanie Walker, Ellen Weiß und Winfried Zweig

Bilder von Susanne Schlott und Marc Hermann