Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 1. Poëna n.A.III 27

Ausgabe 32

Kronkurier

 

Hochgeschätzter Fürst Waldemar von Drachenhain,

stellvertretend für den gesamten Adel unserer, dem König unterstellten Ländereien gratuliert der Hochadel Heligonias feierlich zur Erhebung Eurer Durchlaucht in den wohlverdienten Stand eines Fürsten.

Herzog Angilbert I. von Ostarien        Freigräfin Arana von Sedomee

Fürst Bartha von Thal     Graf Dedekien von Darian

Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach
 

Liebe Schreibstubenredaktion!

Es tut mir so leid! Es ist natürlich ganz und gar mein Fehler! Wie konnte ich so leichtsinnig sein und den Satz: "Schließlich zweifelt niemand am Vorrang des Vasalleneides" unterstreichen, in einer anderen Farbe schreiben und dick einrahmen sollen. Schließlich weiß ich ja aus unserer jüngsten Geschichte, was passieren kann, wenn man das nicht tut.
Ich bedaure also zutiefst, nicht deutlicher hervorgehoben zu haben, daß ich selbstverständlich hinter den Gesetzen dieses Landes stehe und nicht die Absicht habe, in irgendeiner Form das herrschende Lehnsrecht in Frage zu stellen. Allerdings darf ich ohne Standesdünkel vielleicht nachfragen, ob es solche von Dir erwähnten Veranstaltungen auch für Leute gibt, die nicht dem einfachen Volk angehören, denn mein Vater war ein Drackensteiger Ritter, und es wäre ihm sicher nicht recht gewesen, wenn ich zu einer solchen Veranstaltung für das einfache Volk gehe. (Mir persönlich wäre das natürlich wurscht, weil das einfache Volk, wie man ja hier sehen kann, immer einen Weg findet, um zu kommunizieren, was offenbar ja beim Hochadel nicht so gut klappt). Aber als Anregung: Vielleicht würde der Herr Professor ja auch mal so was für Barden machen. Ich würde gerne kommen, und Halfnet sicher auch. Mit Sicherheit könnten wir da alle viel lernen!
Also, nichts für ungut und ganz liebe Grüße von Deiner 
Marvenna

Höre, dummes Weib, das auf den verruchten Namen Marvenna von Drachenstein hört!

Bisher habe ich dich und deine Künste geschätzt, aber was du jetzt getan hast, stellt jegliche bisher gesehene Dummheit in den Schatten! Du erdreistest dich im Helios-Boten, über mich und andere zu richten, ohne auch nur einen der betroffenen zu befragen: Wenn in einem Gerichtsfalle ein Richter dergestalt vorginge, würde er sofort seines Amtes enthoben! Woher willst du Unwissende wissen, wer was mit wem nicht besprochen hatte, und wer tatsächlich bereit gewesen wäre, das Schwert ohne vorheriges Verhandeln gegen Schwester oder Bruder zu ziehen?
Du nennst mich dumm, du ekler Wurm, aber hast in deiner engstirnigen Arroganz es dir angemaßt, über mich zu richten: Dafür fordere ich dich vor meine Klinge, wenn in dir noch ein letzter Rest deines Standes geblieben ist.
Glaubst du blödes Gör wirklich, jedes Gespräch, jede Unterhandlung (stell dir vor, es könnte ja auch geheime gegeben haben, von denen du als gänzlich Unbeteiligte nichts erfahren hast und auch nie erfahren wirst) würde - am besten wortwörtlich wiedergegeben - im Boten erscheinen? Stellen wir uns vor, es wären tatsächlich welche unter den Vasallen von Graf Waldemar zum
Ungehorsam bereit gewesen, meinst du in deiner unfaßbaren Dummheit, diese hätten dies gleich im Boten veröffentlichen sollen?
Jedes Huhn in einem Rebenhainer Hühnerstall denkt mehr beim Eierlegen als du beim schreiben. Und nicht jedermann veröffentlicht seine Gedanken sogleich öffentlich im Boten und gibt sich somit - wie du das ja gerade getan hast - als völlig verblödet zu erkennen.
Hättest du doch nur weiter gereimte Sträuße gebunden, als beschissene Prosa zu eruptieren. Ich betrauere den Tod der Marvenna von Drachenstein, die ich einst kannte.
Gegeben am 29. Tage des 2. Saarka von
Krator von Rebenhain

Offener Brief an den Adel Heligonias

Geschätzte Adelige,

für das teilweise unhöfsche Verhalten, welches wir am letzten Adelstag zeitweise an den Tag legten, möchten wir uns in aller Form entschuldigen.
Insbesondere bei seiner Hochwohlgeboren Krator von Rebenhain, welcher sich in seiner Ehre als Gastgeber gekränkt fühlen könnte.
Des Weiteren möchten wir ihre Hochwohlgeboren Liskar von Arnach, für einige unserer Reden um Verzeihung bitten. Die Bemerkungen welche wir aussprachen waren, wie oben schon gesagt, unhöfisch und wir versprechen Euch, nie wieder Worte wie an besagten Tag an Euch zu richten.
Wir hoffen das die Adeligen dieses Reiches, insbesondere die oben angeführten Persönlichkeiten, unsere Entschuldigung annehmen.

Thioderik von Wälsung
Baron zu Buchenfels
Ritter und Herr von Wälsung
Botschafter Ostariens

Drachenhainer Herold

Höret höret,

Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu wissen, dass auf die Erhebung des Landes Drachenhain zum Fürstentum nun eine Änderung des Landes- und Familienwappens folget. So fiel die Wahl auf das alte Halmarwappen, das Hoheitszeichen des ruhmreichen Stammesvaters der Drachenhainer Familie. Graf Halmar, genannt der Drachenprinz, gründete 466 v. A.III das Land. Bis zum heutigen Tage wird Drachenhain von Halmars direkten Nachfahren regiert.
An dieser Stelle soll auf eine detaillierte heraldische Erklärung verzichtet werden, anstelle von Worten soll ein Bildnis des Wappens stehen, damit es sich auch der einfache Gemeine einprägen und künftig erkennen kann. 
Schillwunk "die Feder" Radeweyd, Drachenhainer Hofberichterstatter


Ein neues Wappen

Ein neues Wappen soll ich aufhängen, haben die Herrschaften mir befohlen. Viele Wappen habe ich hier schon auf- und abgehängt im Wappensaal von Escandra. Sogar einige ganz Neue sind hinzugekommen im Laufe meiner Dienstzeit, und die währt schon ziemlich lange. Wieder andere sind verschwunden, ohne Ersatz. Das Wappen hier soll ich abhängen und gegen ein neues austauschen, hat man mir gesagt.
Ich kenne das alte Wappen gut. Es war schon immer eines meiner liebsten. Es ist das Wappen der Grafschaft Drachenhain. Kennt Ihr es? Es zeigt einen gehörnten, goldenen Drachen auf schwarzem Grund. Ich mag es deswegen so, weil mir die Legende, die dazu gehört, so gut gefällt. Die Legende, die besagt, dass Graf Halmar, der Gründer von Drachenhein, einst jenen Drachen in einer langen, blutigen Schlacht geschlagen hat. Ganz allein stellte er sich dem fürchterliche Drachen gegenüber, nachdem dieser die Stadt Jolbruck zerstört hatte und tötete ihn. Blutüberströmt und mit den Hörnern des Drachen in der Hand trat er seinen Männern dann wieder gegenüber und ließ an der Stelle die Feste Drachenzahn erbauen.
Ja, so erzählt es die Legende. Und deshalb ist Jolbruck zwar die Hauptstadt der Grafschaft Drachenhain, aber der Regierungssitz ist die Feste Drachenzahn. 
Aber Drachenhain ist ja jetzt keine Grafschaft mehr. Der König hat den guten Grafen Waldemar nämlich vor ein paar Wochen zum Fürsten erhoben. Wegen seiner großen Verdienste und weil es gerecht ist, sagen die Herrschaften.
Ich weiß nicht, ob sie damit recht haben. Ich bin ja nur ein einfacher Diener. Wer fragt mich schon nach seiner Meinung? Aber ich denke mir immer, dass es so große Helden wie früher in den Legenden wohl nicht mehr gibt. Und manchmal frage ich mich dann, ob es sie wirklich gegeben hat. Aber das muss es wohl, denn sonst würde man sich die Geschichten nicht erzählen. Und den Graf Halmar, den hat es bestimmt gegeben. Ihn und den Drachen, den er erschlagen hat. Und der Graf Waldemar, der ja ein Nachfahre von ihm ist, ist ein guter Mann, deshalb ist es bestimmt recht, wenn er nun Fürst ist.
Deswegen bin ich jetzt auch hier, um das Wappen auszutauschen. Etwas blass ist es ja schon geworden über die Jahre, das alte Wappen. Das Schwarz ist schon angegraut, ist stumpf geworden und brüchig wie der Stoff. Und das Gold des Drachenkopfs glänzt nicht mehr so richtig, wenn der Drache auch recht edel aussieht in seiner alten Goldpatina. Doch etwas mehr Glanz würde ihm schon gut zu Gesicht stehen. Da bin ich aber gespannt, wie das neue Wappen aussieht. Hoffentlich ist der Drachenkopf noch drauf.
Ja, da ist es. Wie der Drache glänzt, keine Patina mehr. Ganz neu und funkelnd ist er. Und kein Kopf mehr sondern ein ganzer Drachenleib ist jetzt auf dem Wappen, mit einem Schwanz, der sich unten ringelt und Schwingen, die sich nach rechts in die Luft recken. 
Mit furchterregenden Klauen, die mit blutigroten Krallen nach links zeigen. Ach, und der Kopf mit dem finsteren Blick schaut nach rechts über die Schwingen und speit sogar Feuer, so rot wie die blutigen Krallen. Das ist ein Drachen! Und wie der Hintergrund auf dem neuen Wappen wieder so richtig samtschwarz ist! Schön ist das!
Armes altes Wappen! Dagegen kommst du nicht an, nicht wahr? So lange hast du deine treuen Dienste geleistet und nun hängt man dich einfach ab. Jetzt gehörst du zum alten Eisen. Man wird dich vielleicht gar wegwerfen. Leid tut mir der Gedanken schon. Wie gern habe ich immer hoch geblickt. Nun muss ich mich an einen neuen Drachen gewöhnen, der da oben hängt. Auch wenn er neu ist und schön, werd ich dich doch vermissen. Warst mir doch lieb geworden über die Zeit.
Ob mich wohl auch jemand vermissen wird, wenn jemand anders hier die Wappen austauscht? Wenn ich eines Tages gegen einen Neuen und Jüngeren ausgetauscht werde? Weil ich die Leiter nicht mehr so gut erklimmen kann oder wenn ich gar wirr im Kopf geworden bin. Der Gedanke tut schon weh. Irgendwann mal ebenso zum alten Eisen zu gehören wie das alte Wappen hier in meinen Händen. Da wünsche ich mir, ich hätte ein bißchen vom Mut des Grafen Halmar in mir. Dass ich ebenso kühn und wohlgemut dem Tod ins Auge lachen könnte wie er damals dem Drachen.
Aber vielleicht ist das ja zuviel verlangt von den Göttern. Vielleicht genügt es ja, wenn ich meine Ablösung hinnehme so wie all die Wappen, die ich hier schon abgehängt habe: mit Würde und mit stiller Duldung, in der Hoffnung, dass etwas Besseres nach mir kommen mag. So mag ich es halten. Das wäre mehr, als ich erhoffen kann. Und wenn eine der Herrschaften hier sich an mich erinnern würde, so wie an eines der alten Wappen, dann wäre das doch schon der Gnade genug. 
Nicht wahr?
 

Erste Kriegsvorbereitungen in Rebenhain

Nachdem die Ödländer jetzt die schwachen neuen Reichsgebiete im Norden am Jolborn angreifen, werden in Rebenhain Kriegsvorbereitungen getroffen. Der Winter behindert sofortiges Losschlagen. Im schlimmsten Falle muß gewartet werden, bis das Frühlingshochwasser abgeebbt und der Fluß schiffbar sicher ist.
Bis dahin ergreift seine Hochwohlgeboren folgende Maßnahmen: 
1.  Späher werden zu Land und zu Wasser ausgeschickt, um den Feind ausfindig zu machen und ihn auszukundschaften.
2.  150 Mann bekommen bis Ende des Frühjahrshochwassers die Gelegenheit, sich zum eigenen und zum Ruhme Rebenhains, zur Aufbesserung des eigenen Beutels und der Kriegskasse an der Suche nach Theo Franzler beteiligen.
3.  Die Bewaffnung wird kriegsmäßig in die Lagerhäuser am Jolborn verbracht.
4.  Schiffe zum Transport der Krieger werden gesammelt und bereitgestellt.


Trink Traubenblut aus Rebenhain,
dann wird das Denken besser sein!

Sehr verehrter Vogt und Ritter Leonidas von Rabenweil!

Verzeiht bitte, dass ich mich wegen dieser Angelegenheit an Euch wende, aber die Sache ist einfach zu wichtig, um weiter aufgeschoben zu werden. Und da unser Kloster doch in Eurer werten Vogtei liegt, da ist es doch auch an Euch, sich um uns zu kümmern - wir, Eure ceridischen Nachbarn. Auch wenn Ihr selbst Ogede seid. 
So sehe ich das jedenfalls.
Es ist ja nicht so, dass uns Mönchen in unserem Kloster eine Gefahr an Leib und Leben drohen würde. Bewahre! Ich möchte keine falschen Befürchtungen in Euch wecken. Doch die Nöte, die uns quälen, sind schlimm genug, dass sie dem Geisteszustand einiger Brüder abkömmlich sind. Das Schlimmste ist zu befürchten in dieser Hinsicht, zumal ja keine echte Bedrohung zu finden ist. Wir haben uns da schon in der Nähe und auch im Kloster selbst genauestens umgesehen. Wir 
wollten uns schließlich nicht von Euch vorwerfen lassen, wir wären der Angelegenheit nicht gewissenhaft nachgegangen, bevor wir uns um Hilfe an Euch wenden. Doch nach eingehender Prüfung der Örtlichkeiten und nach fortschreitender Pein meiner Mitbrüder scheint es mir nun geradezu meine Pflicht, Euch um Eure werte Unterstützung zu bitten. Und mir will scheinen, dass es ebenso Eure werte Pflicht ist, uns diese zu gewähren.
Doch ich will nicht vorgreifen. Hört Euch erst die Schilderung der spektakulären Vorfälle an, die uns das Leben im Kloster seit einiger Zeit so erschweren, dass es uns inzwischen fast unmöglich geworden ist, auch nur einen erholsamen Schlaf zu finden. Diese Vorfälle, die inzwischen fast jede Meditation oder inniges Gebet unmöglich gemacht haben. Die einige meiner Brüder in stumpfe Teilnahmslosigkeit verfallen ließ. Andere dagegen zu Exzessen der Selbstgeißelung trieben, da sie ihren eigenen sündhaften Geist für die Bilder in ihren Köpfen verantwortlich machten. Bis zu jenem Einen, der sogar danach trachtete, das Werkzeug seiner Schandtaten, blutig entfernen zu müssen. Wovon wir ihn jedoch, dem Einen sei es gedankt, im letzten Moment abhalten konnten. Und traurigstes Schicksal, das jenem vorbehalten war, der der entsetzlichen Prüfung nicht gewachsen war und aus unseren Reihen ausschied, weil er glaubte, der Eine habe ihn verlassen.
So furchtbare und grauenhafte Dinge haben sich in den letzten Wochen in unseren Mauern zugetragen, dass ich eigentlich nicht darüber reden möchte. 
Unschicklich scheint es mir, Euch mit diesen Dingen zu belästigen und noch unschicklicher, sie einem Ogeden gegenüber überhaupt zu erwähnen. Und doch kann ich nicht anders, ist es ja gerade mein Gewissen, das mich dazu zwingt, endlich einzuschreiten und dem Leiden meiner Mitbrüder damit vielleicht ein Ende zu machen. So der Eine es will und Ihr in Eurer Großmut dazu in der Lage seid.
Ihr müsst diesem Treiben einfach ein Ende setzen, werter Vogt! Das gebietet Euer Adel und Euer Stand. Niemand wie Ihr kann einfach zusehen, wie Mitmenschen in seiner Nähe derart gequält und gefoltert werden - durch die Träume, die ihnen aufgezwungen werden. Ja, aufgezwungen, sage ich! Niemals kann ich glauben, dass diese Träume - Fast sträubt es mich, dieses Wort für die fürchterlichen Szenen, die sich da auch während meines Schlafes in mir abgespielt haben, zu gebrauchen; so obszön und widerlich waren sie! - aus unseren eigenen Seelen stammen. Etwas, oder sollte ich besser sagen, jemand anders muss sie uns beschert haben. Anders kann es nicht sein, sonst müsste ich meinen Glauben an den Einen verlieren. Und das kann ich einfach nicht hinnehmen.
Und so bleibt mir nur ein Gedanke: Dass es Hexen sind, die in der Nähe des Klosters ihre teuflischen Tänze aufführen, die uns zu derlei widerwärtigen Gedanken verführen. Die uns ihre wohllüstigen Leiber im Schlafe vorgaukeln, ihre wippenden, üppigen Brüste, die runden, gespreizten Schenkel mit der Verlockung des weichen, behaarten Hügels der Scham dazwischen, der darauf wartet, mein williges Werkzeug des Vergnügens in sich aufzunehmen, so dass ich es manchmal lieber verdorrt oder gar abgeschnitten sehen möchte wie jener Bruder, der Hand an sich selbst anlegen wollte.
Ich bitte Euch inniglich! Helft uns! Macht diesem Treiben ein Ende! Ich beschwöre Euch! Niemand kann diesem Begehren auf die Dauer standhalten. Schon jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, merke ich schon wieder, wie der Stachel in mir wächst und anschwillt, dass ich kaum noch meine Hand dazu bewegen kann, diese Worte zu beenden, ohne dass es mich zerreißt und der mühsam geschnürte Knoten platzt. Schweiß steht schon auf meiner Stirn bei dem Gedanken, was ich tun soll, da ich diese Feder niederlege. Denn dann hat meine Hand nichts mehr, woran sie sich festhalten kann. Dann ist es allein mein Glaube, der mich noch retten kann.
Und Ihr, werter Herr Leonidas! Deshalb dieses Schreiben, das mich mehr gequält hat, als Ihr vielleicht je vermuten könnt. Das mich mehr Blut und Schweiß gekostet hat, als jede andere Prüfung, die der Eine mir bisher auferlegt hat. Möge Der Eine Euch Euer Opfer lohnen und Euch segnen für Eure Hilfe!
In aufrichtiger Wertschätzung und mit inniglicher Bitte!
Bruder Salbfried vom Kloster Hirschenau

Der Wettlauf um Burg Talwacht

Syria Jaldis von Drachenhain wider Karr dem Jäger, Freiherr von Talwacht
Die Gerüchte haben sich nun tatsächlich bewahrheitet. Ihre Hochgeboren Syria Jaldis von Drachenhain und Freiherr Karr von Talwacht, genannt der Jäger, bestreiten gegeneinander eine Wette zum Ziele der Wiedererlangung der seit Jahren verschollenen Burg Talwacht. Wer diese - mit seinen Mitteln - zuerst betrete, gewinne, heißt es. 
Was nach einem Spiel klingt, ist tatsächlich bitterer Ernst, denn bereits seit Wochen werden von Seiten des Freiherrn zahlreiche Truppen Freiwilliger und Söldner ausgehoben, ausgerüstet und, wie es an entsprechender Stelle heißt: "Auf den Weg gebracht". Gleichzeitig schließen sich nun nach und nach auch namhafte Adlige und Reiche Heligonias dieser Abenteuer ins Ungewisse an. 
Der Heliosbote wird sich in den kommenden Wochen und Monden befleißigen, seinen Lesern ein "Status quo" der beiden Parteien anbieten zu können, in dem Näheres zum "Wer, Wie, Wann, Wo und vor allem Warum" zu erfahren sein wird. Aus diesen Zeilen ist unschwer zu entnehmen, wie sehr Ihre Hochgeboren Syria Jaldis und seine Hochwohlgeboren Karr uns hierin derzeit noch im Dunkeln tappen lässt. Eine jeweilige Erklärung der Noblen wäre daher recht hilfreich und bliebe zu Wünschen, da ja auch sie Gewinn daran haben, wenn unsererseits das Auge der Öffentlichkeit auf jeweils ihre Sache gerichtet wird! Gerüchten zu Folge, soll zumindest einer der beiden Rivalen bereits mit dem Bau eines Lagers, unweit des Parimawaldes, begonnen haben. Baldigst wird mehr zu berichten sein und es bleibt zu hoffen, das die Pfade der Redlichkeit von keiner Seite verlassen werden wird!
Teren Skirgalen, freier Schreiber des Helios Boten


Trink Traubenblut aus Rebenhain,
da schlägst du gleich viel besser drein!

Wesen aus der Anderswelt lassen sich um die Feste Hautzensteyn blicken

Die Hirten, die rund um die Feste Hautzensteyn leben, überwiegend  vom Clan der MadUaine, munkeln in den letzten Wochen, daß sich die Anderswelt ganz ungewöhnlich aktiv zeige. Moosmutzelchen und Dryaden sollen in den Wäldern umherstreifen, Dornlinge die Schafe verletzen, Kobolde gar den Hühnerstall der Feste selbst geplündert haben. Mehrere Hirten wollen Alfar, die Feenwesen Luchnars gesehen haben, und das sogar bei Tageslicht. Vermutlich hängt dies mit der schweren Erkrankung des Hochdruidh vom Quét Deer, dem Element Erde, zusammen. Dennoch ist die Gegend der Feste für derartige Besuche aus der Anderswelt ein ganz unüblicher Ort. Es wird allgemein erwartet, daß die Druidh spätestens nach ihrem Jahrestreffen eingreifen, das noch in diesem Mond stattfinden wird.
 

Das Haus Drachenhain wider die Baronin der Lormark

Eure Hochwohlgeboren Nimue von der Aue, erklärt Euch!
Das leidige Thema "Lormark" nimmt und nimmt für Drachenhain kein Ende. Neuerliche Attacke war die, im letzten Helios Boten veröffentlichten, Schmähschrift des Lorburger Hofberichterstatters Meriadoc ap Fychan "Noblesse oblige", wonach sich das Fürstenhaus nun erstmals genötigt sieht, auch öffentlich seinen Standpunkt zu wahren. Hofberichterstatter Meriadoc ap Fychan erging sich in unsachlichen 
Äußerungen, Beleidigungen gegenüber dem Hause Drachenhain und schweifte in abstrusen Anschuldigungen vom Eigentlichen ab. Allein, die Baronin der Lormark ist jedoch für die Taten und Worte ihrer Untergebenen verantwortlich, auch wenn die unbotmäßigen Worte des Artikels nicht aus ihrem Kopfe entsprangen, trägt Nimue von der Aue doch Mitschuld und Verantwortung, da sie solches hätte verhindern müssen! 
Geboren aus dem Wunsch nach Frieden, aber auch der Klarheit im beidseitigen Verhältnis, wünscht das Haus Drachenhain im folgenden offenen Brief, von Seiten der Lormark eine eindeutige Stellungnahme.
Schillwunk "die Feder" Radeweyd, Drachenhainer Hofberichterstatter
Feste Drachentrutz, Burg Tatzelfels und Sarniant, 2. Tag des 1. Poena n.A.III 27

An Ihre Hochwohlgeboren Nimue von der Aue, Baronin der Lormark

Der Botenartikel Eures Hofberichterstatters Meriadoc ap Fychan "Noblesse oblige" stellt einen Affront gegen das Haus Drachenhain dar. Wir sind nicht gewillt dies ohne weiteres hinzunehmen. Dementsprechend fordern wir Euch auf, 
zum einen die dafür verantwortlichen Personen angemessen zu bestrafen und des weiteren eine, im Helios Boten zu erscheinende, Stellungnahme Eurerseits, im Sinne einer Gegendarstellung, vorzunehmen. 
Im Augenblick betrachten wir unser beider Verhältnis als geklärt. Erfahren wir in unseren Ansinnen Eurerseits Ablehnung, betrachten wir die Äußerungen und Standpunkte Eures Hofberichterstatters als die Euren. Das Haus Drachenhain wird dann, in Absprache mit Eurem Lehnsherrn Fürst Bartha, seine Konsequenzen aus diesem neuerlichen Vorfall ziehen. 

Prinz Leomar von Drachenhain            
Baron von Tatzelfels

Fürst Waldemar von
Drachenhain

Prinzessin Syria Jaldis              
von Drachenhain                 
Vogtin von Tatzelfels               

Erwählte des Xurls
Josephina von Drachenhain
Baronin von Wolfenfeld
 

Weiterbau der Stadtmauer

Baronin Josephina von Wolfenfeld rief kürzlich die Bevölkerung von Sarniant auf, den Bau der neuen Stadtmauer voranzutreiben. Die Arbeiten waren durch die Ereignisse des Sommers zum Erliegen gekommen und sollen nun verstärkt fortgeführt werden. Die Baronin erinnerte daran, wie wichtig eine starke Befestigung für eine wohlhabende Stadt sein muß und bat die Bürger um Mitarbeit oder Geldspenden. Besonders die ceridischen Bewohner Wolfenfelds sollten sich am Bau beteiligen. Schließlich hätten ihre Glaubensgenossen solche Maßnahmen erst notwendig gemacht, da sei es recht und billig, wenn sie einen verstärkten Beitrag zur Verteidigung ihrer Heimat leisten müssten. Zudem würden gerade Überlegungen angestellt, den Brazach noch besser zu sichern und vermehrt Schiffe zu kontrollieren. Es zeige sich immer wieder, daß vom Fluß her die größte Gefahr drohe, so daß eine gemeinsame Vorgehensweise aller Flußanlieger Drachenhains unumgänglich werden wird.
 

Herzöglich Ostarische Hofgazette

Abschließender Bericht über die 1. Ostarische Lautverschiebung

Nicht ohne Stolz gibt das Herzögliche Ostarische Amt Für Schrift- Und Sprachangelegenheiten (HOAFS&Sa) in diesen Tagen bekannt, daß die letzten Schritte zur Durchsetzung der 1. Ostarischen Lautverschiebung erfolgreich getan werden konnten und der in der Vergangenheit oft schwer zu verstehende ostarische Dialekt somit nunmehr entscheidend der heligonischen Hochsprache angeglichen wurde. Der alte, stark mit sog. Ö-Lauten durchsetzte und entwicklungsgeschichtlich dem Altligoniiwelschen entwachsene Taurische Dialekt (ein bekanntes, charakteristisches Beispiel ist in der Encyclopediæ Heligoniæ, S. 106 dokumentiert: “Wirr bögrrüßön allö Ödölleutö aus Södomöö!”) wurde entsprechend bereinigt, nicht zuletzt, weil auch in der Herzöglichen Ostarischen Rechtschreibverordnung eine größtmögliche Übereinstimmung von Wort und Schrift vorgesehen ist.
Hier ein kurzer Auszug aus der Reformverordnung:

“§ 14a (...) so daß in allen Fällen, in denen bisher abweichend vom Hochheligonischen ein Ö-Laut gesprochen, nicht aber geschrieben wurde, ein solcher nicht mehr anzuwenden ist; hingegen aber in allen Fällen, in denen ein Ö-Laut einvernehmlich mit den Regeln der Herzöglichen Ostarischen Rechtschreibverordnung und den Usancen der Heligonischen Hochsprache gesprochen wurde, er auch weiterhin so ausgesprochen werden soll.”
(...)
“§ 32 Ebendso ist die Substitution von i durch y, wie sie zu Zeiten des Edmond de la Cruz (“...der vom Eynen geleytet sey...”) üblich wurde, als ungehörig anzusehen und nicht länger anzuwenden.”

Das HOAFS&Sa gibt zu bedenken, daß die in letzter Zeit an Wichtigkeit zunehmenden Kontakte ins inner- und außerheligonische Ausland die bessere Verständlichkeit unserer Sprache zu einer Angelegenheit von äußerster Dringlichkeit machen und bittet daher die Bevölkerung um die Einhaltung der Verordnung. Grobe Fälle von Nichtbeachtung der Lautverschiebung werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Amtsdirektor Honorius Morgenroth II.

Die Ernennung des Adalbert von Torpstein zum neuen Baron von Hohenforingen

und wie der ehemalige Vogt von und zu Torpstein und darnach von Teemon Vertriebene nach langwierigen Kämpfen schließlich die Baronswürde erlanget hat
Es soll nun gesagt sein, daß es zumalen eine Überraschung sei, wenn Hohenforingen zu solch baldiger Zeit einen neuen Baron erhalten sollt. Auf der anderen Seite nimmt es niemanden Wunder, daß ausgerechnet der frühere Vogt von Torpstein diese Würde innehalte. 
Ist dieser Mann doch nicht nur von keinem geringen Adel, sondern auch bestens bewandert in der Politik und Verwaltung der Ländereien. Saß er nunmehr fast vier Jahre auf dem Sessel des Vogtes, so kann angenommen werden, daß er sich dorten eine gewisse Kenntnis erworben hat. Und seine Absetzung wegen des Todes des ehrenwerten Rates und geschätzten Mitbürgers Friedrich Mercator, dessen Ableben wir in stiller Trauer gedenken, wurde von vielen seiner Clienten, denen er wohl ein guter Regent war, als ungerecht empfunden. 
So nutzte er aber dennoch sein Exil im Ehlerwald, in dem er vor den Schergen des Teemon Zuflucht gefunden hatte, um dort Verbindung zu den Herren der umliegenden Baronate zu suchen und diese in ihrem Vorhaben, dem Treiben des Teemon ein Ende zu bereiten, zu unterstützen. So zeigte er sich nicht nur der Krone Heligonias im allgemeinen und des Herzogtums Ostarien und des nun verstorbenen Herzogs Uriel, der uns allen als geliebter Landesvater in Erinnerung bleiben wird, sowie seiner Gattin Walluma, die das Herzogtum jetzt leitet, im besonderen als Ostarischer und Heligonischer Patriot, er bewies in gelegentlichen Scharmützeln mit Anhängern des Teemon seine Fähigkeit Leute anzuführen, dies auch im Kampfe. 
So wurde Adalbert von Torpstein, nun Baron von Hohenforingen, als der geeignete Mann gesehen, das Land wieder aufzubauen und als Gegner des Teemon die Gegend von dessen Anhängern zu befreien. Zur Stunde erwarten die Bürger und Leute der Städte Torpstein und Teemburg die Rückkehr aus Ankur, wo Adalbert in seine neue Würde investiert wurde und der Herzogin seine Aufwartung machte. Der bis dato als Vogt aller Ländereien eingesetzte Reichsritter, der werte Maligor von Thardanus, wurde ebenfalls in Ankur zur gleichen Zeit von seiner Vogtschaft retiriert und wird nun für unseren König, seine allerdurchlauchtigste Majestät Helos Aximistilius III., wieder andere Aufgaben für das Reich wahrnehmen. 
Gerüchten zufolge will Adalbert, selbst Ceride, im Norden Hohenforingens bei Vliss eine neue Abtei stiften, um dem Einen für seine Ernennung und sein Glück zu danken. 
 

Telnaron zieht Streitkräfte zurück - Kolonialkrise friedlich beendet !

Wir erinnern uns: Die gesamtheligonische Flotte unter der Führung von Admiral Hinrich von Harkenberg und die Telnaronischen Blockadeschiffe standen sich in den Gewässern um das Herzog-Uriel II.-Atoll gegenüber und belauerten sich. Jedoch wollte keine der beiden Seiten einen Schuß abgeben, bevor nicht die Mittel der Diplomatie vollends ausgereizt wären. Denn währenddessen verhandelte der Ostarische Botschafter, Thioderik von Wälsung, unermüdlich mit dem Rat der Drei in Telnaron. Es war sein höchstes Bestreben den Tod vieler Seeleute und Soldaten zu verhindern und so bemühte der Baron sich darum eine Lösung zu finden, die für beide Seiten akzeptabel wäre. Doch war dies in der "Höhle des Löwen" ein schwieriges Unterfangen und es ist als großer Erfolg zu werten, daß Seine Hochwohlgeboren den Rat schließlich dazu überreden konnte, das Aushandeln der Sache auf den Heligonischen Adelstag zu verschieben, zu dem auch diesmal wieder eine Gesandtschaft aus Telnaron kommen sollte.
Schließlich, nach einigen Wochen trafen sich auf der Freudenfeste zu Rebenhain jene Gesandte mit den politischen Befehlshabern der verschiedenen Heligonischen Flottenteile. Da sich Seine Allerdurchlauchtigste Majestät nun aber selbst der Sache angenommen hatte, waren dazu der Direktor des Königlich Heligonischen Liegenschaftsamtes, Amtsdirektor Winkelbrecht, sowie Talimee, Leiterin der königlichen Schreibstube bei den Gesprächen zugegen.
Eben jenem Herrn Winkelbrecht sind wir zu großem Dank verpflichtet, denn er war es, der durch seine ausgezeichneten Kenntnisse unseres Rechtssystems den edlen Gesandten in kürzester Zeit die Lage der Dinge begreiflich machen konnte: Das Herzog-Uriel II.-Atoll liegt schon seit der Reichsgründung in Heligonischem Hoheitsgebiet und wenn Telnaron dieses Eiland bisher angelaufen hatte, so war dies geschehen, ohne Seine Majestät um Erlaubnis zu fragen. So sahen die Gesandten des Stadtstaates schnell ein, daß ein Telnaronischer Anspruch nicht zu halten wäre. Jedoch einigte man sich darauf in Bälde über die Verpachtung von Land auf der Insel zu verhandeln.
Nach Beendigung der Gespräche atmeten alle auf, denn soeben war ein Krieg verhindert  worden, der schreckliche Opfer gefordert hätte und man konnte sich nun endlich auch den ausländischen Gästen gegenüber ungezwungener zeigen - für das Gelingen des anschließenden Festes eine wichtige Voraussetzung. 
Es scheint als ob die Herren Gesandten schließlich auch den Rat der Drei überzeugen konnten, denn einige Wochen später verschwanden die Barken und Pinassen der Seefahrer des östlichen Stadtstaates genauso schnell aus den Heligonischen Gewässern, wie sie zu Beginn der Wintermonde aufgetaucht waren.
Da nun also keine Gefahr mehr drohte kehrten die meisten Teile der großen Flotte nach Hause zurück. Nur die Kolonialflotte Ostariens und einige der Schiffe aus Thal und Betis blieben vor Ort und bereiteten sich auf die Landung vor, welche auch ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden konnte.
Die Insel scheint tatsächlich unbewohnt zu sein ganz wie es Jens-Henrik Nilsson und Leutnant Güldentaler berichtet hatten. 
Während nun die Mannen des Herzogtums gemeinsam mit Thaler Seeleuten einen provisorischen Hafen, sowie einfache Unterkünfte errichten, haben die Betiser Expeditionsmitglieder schon das Fundament für das von ihnen geplante Fünfsonnenhotel gelegt. Bis Gouverneur Nilsson allerdings seinen Palast beziehen kann, wird es wohl noch einige Zeit dauern.

Widmest dem Einen Du Dein Leben, wirst Du Glückseligkeit erstreben

Der Kolonialvertrag - Ostarien und Thal beschließen Zusammenarbeit

Ebenfalls zu Rebenhain verhandelten Prinz Anselm von Thal als Vertreter Fürst Barthas mit Generalzeugmeister Jareck von Jolberg, welcher in dieser Sache von Regentin Walluma bevollmächtigt war, über die genauen Modalitäten einer gemeinsamen Kolonialpolitik. Was Ihre Erlaucht scheinbar schon Monate zuvor dem Fürsten von Thal vorgeschlagen hatte und auf einer schon seit langem erfolgreich betriebenen Kooperation in Sachen Flotte fußt, ist nun beschlossene Sache:
Zu gleichen Teilen werden Thal und Ostarien das neubesiedelte Herzog-Uriel II.-Atoll, den dortigen Flottenstützpunkt  nutzen und durch Kriegsschiffe schützen sowie gemeinsam über zukünftige Bauvorhaben entscheiden und sie finanzieren. Weiterhin soll eine Schule für Seeoffiziere errichtet werden, die von erfahrenen Seeleuten aus Herzog- und Fürstentum geleitet werden wird. 
Die zweite Maßnahme ist die Gründung einer Compagnie, welche die Erschließung des Handels von Kolonialgütern für das Heligonische Mutterland zur Aufgabe haben wird. Zahlreiche Niederlassungen sollen demnächst in verschiedenen Häfen Heligonias gegründet werden. Der Name und die genaue Organisation der Gesellschaft konnte bisher von uns nicht in Erfahrung gebracht werden.  
 

Regentin Walluma ehrt Friedrich Bartolomäus Sigur von Ilmenau

Daß Großzügigkeit zu den Charakterzügen Ihrer Erlaucht gehört, bewies die Regentin Ostariens dieser Tage durch Ihre Entscheidungen bezüglich der Lehenszugehörigkeit des als "Herzog-Uriel II.-Atoll" bekannten Eilands. Obwohl die Belehnung des Herzogs als Verweser des Krondepartementes schon verbrieft war, ließ Ihre Erlaucht die Berichte der Expeditionsteilnehmer jener Reise, welche schließlich zur Entdeckung besagter Insel führte, noch einmal prüfen. Ein Vergleich der Aussagen Gouverneur Nilssons und des Barons der Niederlormark ergaben zwar keine Klarheit in den Frage, ob das Land, welches vom Ostarischen Bevollmächtigten in Besitz genommen wurde mit der "Pfefferinsel" des Herrn der Niederlormark identisch ist, allerdings wurde offenbar, daß die Entdeckung des Herzog-Uriel II.-Atolls  zum großen Teil der Entschlossenheit Friedrichs von Ilmenau zu verdanken war, ja daß es ohne seine Risikobereitschaft nie zu jener Fahrt gekommen wäre. Auch wenn also die Insel aus rein rechtlicher Sicht Ostarisches Lehen sein müßte, - so erklärte Regentin Walluma - wäre es ein Zeichen von Engstirnigkeit und übermäßigem Bürokratismus, solchen Heldenmut nicht in angemessener Weise zu belohnen.
So kam es, daß die Herrin Ostariens folgenden Vorschlag nach Escandra sandte, und daß alsbald mit dem Einverständnis Seiner Majestät vom königlich Heligonischen Liegenschaftsamt ein neuer Heliosbrief für das erst jüngst entstandene Koloniallehen, ausgestellt wurde: 
Die Insel wird zu Ehren des großen Ostarischen Herzogs die geographische Bezeichnung "Herzog-Uriel II.-Atoll" behalten. Das dazugehörige Lehen allerdings, verliert seinen Status als Ostarisches Krondepartement und ist von nun an eine Provinz der Baronie Niederlormark, gehört damit zu Thal und erhält zu Ehren des Entdeckers den Namen "Friedrich-Bartolomäus-Atoll". Der Baron der Niederlormark selbst wird sich von nun an Freiherr des Friedrich-Bartolomäus-Atolls nennen dürfen. Die Verwaltung vor Ort übernimmt der bereits ernannte Gouverneur  Jens-Hendrik Nilsson, da ja auch er entscheidend zur Entdeckung der Insel beigetragen hatte. Außerdem handelt es sich im Gegensatz zum Thaler Ogeden Friedrich von Ilmenau bei Nilsson um einen Ostarischen, ceridischen Ritter, was den Gesamtheligonischen Charakter der Kolonie unterstreichen sowie die Voraussetzung für die zukünftige Kooperation Ostariens und Thals schaffen soll. 
So hat sich von Ilmenau auch in allen seinen Entscheidungen an den in obigem Artikel erwähnten Kolonialvertrag zu halten, der Regentin Walluma und Fürst Bartha jeweils auch ein Vetorecht gegen alle Entscheidungen der Inselverwaltung einräumt.        
Bleibt abzuwarten, ob der bisher nur in der Schiffsführung erfahrene Gouverneur Nilsson, die Erwartungen der Regentin erfüllen kann. Fehlende Motivation kann man dem Amtsneuling in keinem Fall nachsagen. Mit großer Begeisterung beaufsichtigt er bereits die derzeitigen Bauvorhaben auf "seiner" Insel. 

Frommheit, Treue und Liebe vertreiben unzüchtige Triebe

Soltran im Ogedenbund

Der Ogedenbund freut sich mitteilen zu können, daß Baronesse Odina von Soltran als siebzehntes Mitglied aufgenommen wurde. Die Baronesse stellte, auch im Namen ihres Vaters, im Rahmen des Adelstages zu Rebenhain den Aufnahmeantrag, dem noch am selben Tage einstimmig entsprochen wurde. Soltran ist damit die erste ostarische Baronie im Ogedenbund.
 

Eine Volkssage aus Hohenforingen

Auf meinen Reisen war es mir immer ein besonderes Anliegen gewesen, dem Volksmund jene einfachen Geschichten zu entlocken, die uns doch soviel erzählen über das Leben der Menschen in Heligonia heute und zu vergangenen Zeiten. Vieler Länder Märchen, Sagen und Legenden habe ich im Laufe der Jahre zusammengetragen und diesmal soll es eine noch recht junge Volkssage aus Hohenforingen sein, die ich dem geneigten Leser als Lektüre anempfehlen will. Zu Zeiten Teemons verboten, unter der Herrschaft des neuen Barons Adalbart von Torpstein zu einer oft erzählten Geschichte avanciert, wird sie nun abends den Kindern erzählt, die zu jung sind, sich an die kurze Zeit des verderbten Kaiserreichs zu erinnern. Obwohl sie sich auf die jüngsten Ereignisse um die Herrschaft des Teemon bezieht, verfügt sie doch über alle Merkmale einer klassischen Volkssage: Autor unbekannt...
Karlon vom Storcheneck

Der Teufel und der Vogt

Es war in jenen schlechten, unseligen Jahren, da gab es einen Vogt, und er war von Teemon eingesetzt. Einer von der allerschlimmsten Sorte war er, ein rechter Leuteschinder, von den Bürgern gemieden und von den Bauern verhaßt; und eines Tages bekam er Besuch vom Teufel selbst, der zu ihm sprach:
"Nie höre ich anderes von den Leuten als: ´Unsern Vogt, den soll der Teufel holen!´ Und weil es nun an der Zeit ist, mußt du mit mir kommen!"
"Ja, wenn du auf alles hören willst, was die Leute sagen, dann mußt du wohl hinter mehr herjagen, als du aushalten kannst", entgegnete verschlagen der Vogt. "Wenn du aber ein gerechter Teufel bist, der auf das Bitten der Leute hört, dann könnte ich diesmal vielleicht noch frei ausgehen!"
Und es gelang dem Vogt, den Teufel herumzukriegen, denn der war wirklich gutmütig. Sie kamen überein, eine Strecke weiterzugehen, der erste Mensch aber, der ausrufen würde: "Dich soll doch der Teufel holen!", der solle dem Teufel verfallen. Der Vogt aber sollte dann frei sein.
"Aber so recht von Herzen muß es schon kommen,", meinte der Teufel noch.

Zuerst kamen sie an eine Hütte; davor stand die Hausfrau beim Butterstoßen. Als sie Fremde daherkommen sah, mußte sie sich umwenden, um zu sehen, wer es sei. Indessen watschelte das Stubenferkel heran, schnüffelte gemächlich am Butterfaß herum und steckte seinen Rüssel in die Buttermilch. Da fiel das Butterfaß um, und das Ferkel schleckte schmatzend die Sahne auf.
"Gibt es wohl ein dummeres Vieh als so ein Schwein?" rief die Frau. "Dich soll doch der Teufel holen!"
"Nimm das Ferkel!" sagte sogleich der Vogt zum Teufel.
"Meinst du, sie gönnt mir das Schweinefleisch?", wollte der Teufel wissen. "Was hätte sie dann noch im Winter zum Festtagsschmaus? Nein, das kam nicht von Herzen."
Sie gingen weiter und kamen bald an einer anderen Hütte vorbei. Hier hatte der kleine Junge sich schlecht aufgeführt.
"Nein, ich mag dich gar nicht mehr!" rief die Frau. "Die ganze Zeit muß ich hinter dir Schmutzfink her und putzen und waschen. Dich soll doch der Teufel holen!"
"Nimm den Jungen", sagte abermals der Vogt zum Teufel.
"Wenn eine Mutter über ihr Kind loszieht, das kommt sicher nicht von Herzen", erwiderte der Teufel.
Sie gingen also weiter, da begegneten ihnen zwei Bauern.
"Siehst du dort unseren Vogt?" fragte der eine.
"Der Leuteschinder! Den soll doch gleich der Teufel bei lebendigem Leibe holen!" rief der andere.
"Das kam von Herzen. Her mit dir!" sagte der gutmütige Teufel. Und dem Vogt half kein Bitten und kein Betteln, er mußte mit und ward nimmer gesehen.

Der nächste Vogt, vom neuen Baron Adalbert von Torpstein eingesetzt, war menschenfreundlicher.
 

Betiser Tribüne

Unerwartete Reaktion auf den Mord an Guillaume Montbars

In der Nacht zum 17. Tag des 1. Saarka wurde Guillaume Montbars, der seit den letzten Stadtratswahlen für die ogedische Familie Montbars im Großen Rat saß, ermordet aufgefunden. So stand es im letzten Heligonischen Boten zu lesen. Wie erst jetzt bekannt wurde, fanden die vier ceridischen Familien, die im großen Rat vertreten sind (die Familien Corvese, Raphlecia, Pasdrigosa und Remberdt ) wenige Tage später zweierlei Dinge. Zum einen war jeweils an einer Mauer ihrer Stadthäuser ein riesiges zerbrochenes Kreuz aus Holz angebracht. Zum anderen war zu Fuß des Kreuzes eine Botschaft niedergelegt, deren Inhalt nun dem Heligonischen Boten bekannt wurde:
"Ein Ogede ist gestorben - seid froh, Ihr Glaubensabtrünnigen im Rate, daß nicht vier Ceriden dafür bluten müssen. Noch nicht. Denn sollte ein weiteres der ogedischen Ratsmitglieder zu Tode bekommen - oder einen Unfall haben - oder auch nur einen Schnupfen bekommen, der länger als sieben Tage währt, so wissen wir, an wen wir uns halten werden.                     OfH"

Auch die Familie Montbars soll eine Botschaft der OfH erhalten haben, über die allerdings nichts bekannt ist. In der Umgebung des Rates wird behauptet, ein Satz darin laute: " Wer aber zum Ceridentum übertritt, dessen Leben ist verwirkt." Doch muß dies bisher als haltloses Gerücht gelten.


Enthaltsamkeit ist der beste Weg zur Erleuchtung durch den Einen


 
 

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt
-Befreiung des Herzog-Uriel II.-Atolls
-Wetteifern
-das große Heligonia-Quiz
-folkloristische Hochlandlieder
-bärtige Sänger und Sängerinnen 
-Pfefferinselmitsinghymnen
-Weiterbildung im Lehensrecht
 
Und was nicht
-unentschuldigtes Fehlen auf dem Adelstag
-arme, harmlose Raubkatzen verprügeln
-ostarische Würdenträger welche sich im 
 (hoffentlich) angeheiterten Zustand an   
 verheiratete Baroninnen heranmachen
-Kritik am König
-Missionierung per Klage vor dem Hohen  
 Gericht

Theater von Betis eröffnet neue Saison

Es war einmal wieder soweit: Am 19.Tag des 1.Poena, als vom Winter langsam aber sicher Abschied genommen werden konnte, wurde in Betis die Theater-Spielzeit des Jahres 28 n.A.III eröffnet. In diesem Jahr war der Ehrengast, welcher die Saison eröffnete, kein geringerer alsPrinz Anselm von Thal. Seine Rede zu dem denkwürdigen Anlaß offenbarte dem Betiser Publikum eine bisher viel zu wenig gewürdigte Seite des Prinzen: Fachkundig ließ er das vergangene Theaterjahr revue passieren und wagte dann, bestens informiert, eine Prognose für die kommende Spielzeit. Er beeindruckte die Menschen mit diesem Wissen, vor allem vor dem Hintergrund seiner langen Abwesenheit. Als er mit feierlichen Worten seine Rede beendete und damit die Spielzeit 28 n.A.III eröffnete, war wohl in ganz Betis nur noch Jubel zu vernehmen.
Wie in jedem Jahr gab es auch wieder einen bunten Umzug der Menschen durch die Stadt, sodaß ein jeder wußte was es zu Feiern gab. Das abschließende Fest am Theater war dann in diesem Jahr wohl so groß, prächtig und erfolgreich wie selten zuvor. Dies lag sicherlich auch daran, daß Prinz Anselm seit seiner Rückkehr nun zum ersten Mal wieder die Stadt offiziell besuchte.
 

Bürger des Monats  (1.Poena n.A.III 27)

Der Titel Bürger des Monats wurde dieses Mal  Amtsdirektor Winkelbrecht vom königlich heligonischen Liegenschaftsamt verliehen. Seine profunden Kenntnisse des heligonischen Rechts halfen entscheidend die Streitfrage um das Herzog-Uriel II.-Atoll friedlich und gerecht zu lösen. Um ihm den Titel zu verleihen und als weitere Anerkennung seiner Taten wurde er fürderhin in den Stand des "Betiser Bürger im Sonderstatus" erhoben. Die Ehrungwurde im Großen Rat der Stadt vollzogen.
 

Der Handelsprophet

Tageskurse

Aurazith 1 heligonische Unze    1 Dukaten und 7 Kreuzer
Schaf (Hochland als auch spez. Luchnar)   8 Dukaten und 1 Kreuzer
Ziegenleder 1m²      6 Groschen und 2 Kreuzer
Sumpfgas 1l       2 Dukaten und 9 Groschen
Der Friedensschluss im Hochland brachte auch den Schafpreis endgültig wieder auf einen respektablen Kurs. So hat sich nun auch der Preis der Schafe speziell luchnischer Herkunft wieder dem Kurs der Waren des restlichen Hochlands angeglichen. Dieser leichte Preisverfall geht aber wohl auch auf die Ungewissheit über die auf den Baron gewirkte Magie zurück.
 

Karr der Jäger in Betis

Zu Beginn des 1.Poena war Karr der Jäger zu Gesprächen in Betis bei der Familie Corvese. Diese Nachricht, welche sich in der Stadt in Windeseile herumsprach, bestätigte Vincent Corvese mit der Erklärung, man habe über eine Mithilfe der Familie in dem inzwischen bekanntgewordenen Wettstreit zwischen Karr dem Jäger und Syria Jaldis diskutiert. So werde die Familie Corvese in der nächsten Zeit noch genauer ausloten wie sie Karr am besten unterstützen könne.

Liebe geht durch den Magen - also faste für den Einen

Fürst Waldemar wird erwartet

Ein Sprecher des Großen Rates zu Betis kündigte nach dem herzlich gefeierten Besuch des Prinzen von Thal nun einen weiteren hohen Gast in der Stadt an. So soll in den ersten Wochen des 2.Poena der aus Norrland-Brassach zurückgekehrte Fürst Waldemar von Drachenhain nach Betis kommen und die Stadt besichtigen, welche er schon seit längerer Zeit nicht mehr besucht hatte. Der Doge persönlich, so der Sprecher, habe sich um diesen Besuch des Fürsten bemüht.
 

Stadtgeschehen

Aberkannt wurde Hagen Wehteich der Rekord "Schnellster Verzehr des halben Schweins". Unter dem Tisch half ein luchnischer Schäferhund die Fleischmasse zu vertilgen.
Kurz nach Bekanntgabe der Befreiung des Herzog-Uriel II.-Atolls fand eine Verlosung von Berechtigungen zur Teilnahme an der Versteigerung von Reisen auf das Atoll statt. Obwohl der Zeitpunkt der Reisen noch nicht bekannt ist, gab es rege Teilnahme an der Verlosung.
Teile des "Redon-Bades" konnten wegen Renovierungsarbeiten mehrere Tage nicht in Anspruch genommen werden. Nun steht es wieder mit all seiner Schönheit zum Besuch bereit.
In der Taverne "Brazach-Eck" gab es einen handfesten Streit zwischen Verehrern des Wunderkindes Bonifazio und einer Gruppe von Kritikern desselben, welche am echten Talent des Künstlers zweifelten. Das Erscheinen der Stadtwache beendete den Zwist vorerst.
 
 

Kleinanzeigen

Kunstsammler und Raubtierliebhaber sucht stetig neue Stücke für sein privates Museum der Bildhauerei. Kontakt: Am ersten Gwontag jedes Mondes in der "Mausefalle" am Hafen.

Wollt Ihr auch im Trauerfall oder bei einem Einbruch chic und geschmackvoll gekleidet sein oder einfach nur im angemessenen Stil das Betiser Nachtleben genießen? Das Ganze noch dazu zu günstigen Preisen? Dann kommt jetzt und kauft bei SCHWARTZ!
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Erlösung durch den Einen erlangt, wer ihm für seine Gaben dankt

Schlägerei im Blauen Eber

Am 10. Tag der 1. Poena wurde die Beitser Stadtwache wieder einmal spätabends ins Hafenviertel gerufen: Im berüchtigten "Blauen Eber" sei eine Prügelei im Gange, die Nachtruhe der Anwohner werde dadurch empfindlich gestört. Der eintreffenden Wache bot sich ein chaotisches Bild, zahlreiche Möbel waren zertrümmert, auch lagen noch einige Beteiligte herum. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, da durchwegs zu hören war, es handle sich nur um ein paar Betrunkene, außerdem sei man müde und wolle in Ruhe weiterschlafen. Der Wirt räumte ein, es sei eben etwas lustig gewesen, der Schaden werde schon geregelt. Da die Hauptschuldigen, ein Kapitän, eine Frau und mehrere zwielichtige Seeleute, den Schauplatz offenbar rechtzeitig verlassen hatten, konnte die Wache den Wirt lediglich verwarnen und mußte sich mit der sicheren Verwahrung der übrigen "Betrunkenen" begnügen. Gerüchten zufolge handelte es sich um Mitglieder zweier Mannschaften, die sich aus unbekannten Gründen zuerst Beleidigungen und dann Stühle an den Kopf warfen. Dem Gesindel nach zu urteilen, das für gewöhnlich im "Blauen Eber" verkehrt, könnte es sich um verfeindete Piraten gehandelt haben.
 

Der Trommler

Freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach

Die 'Wacht' an der Ostra

Mit großer Anteilnahme hat das Volk der Markgrafschaft Norrland-Brassach die traurige Kunde vom Angriff der Ödländer auf die nördlichsten Landesteile des Fürstentumes Drachenhain, Kratorpolis und die Leomark, vernommen. Obwohl nun schon einige Monate ins Land gezogen sind, seitdem die einstige ostarische Baronie Brassach überraschend überfallen wurde, sieht man vielerorts Sorge und auch Angst in den Gesichtern der einfachen Leute. Auch der Adel zeigt sich von dem erneuten Auftauchen dieser schrecklichen Gefahr äußerst betroffen. Allerorts unvergessen sind die grausamen Taten der Wilden in den Landesteilen der Markgrafschaft, die früher zur Baronie Brassach gehörten. An eine Aufhebung des Kriegsrechtes, welches am vierundzwanzigsten Tag der dritten Poëna im Jahre siebenundachtzig nach der Erleuchtung in der Baronie Brassach verhängt wurde und über dessen Außerkraftsetzung man in den letzten Wochen bereits sprach, denkt heute niemand mehr.
Schwebt nun in den ersten Tagen der dritten Saarka neunzig nach der Erleuchtung erneut die Gefahr eines Angriffes der grausamen Wilden wie ein Schatten über die erst vierzehn Monate junge Markgrafschaft Norrland-Brassach? Kundschafter und Späher, die auf der norrland-brassachischen Seite der Ostra patrouillieren oder das ungastliche Nordufer der Ostra von den bereits gebauten Türmen der Grenzbefestigungen überschauen, konnten keine aufmarschierenden Heere ausmachen. Zwar läßt die ‚Unwirklichkeit' der anderen Seite eine genaue Überwachung nur schwerlich zu, das Land nördlich des Flusses ist ständig mit einem mysteriösen Nebelschleier verhangen, aber dennoch bemüht man sich redlich, jede Veränderung wahrzunehmen. Auf das gegenüberliegende Ufer wagt sich niemand freiwillig, denn dort vergeht die Zeit nach anderen Gesetzen. Zu groß ist vielen die Gefahr sich bereits nach wenigen Schritten im zunehmenden Nebel zu verirren und dann auf ewig verloren zu sein. So wie die Norrländer seit Zeiten den Parimawald meiden, so sehen alle Bewohner des westlichen Brazachufers davon ab, die Ostra in nördlicher Richtung zu überqueren. 
Obwohl man in den letzten Monaten vorrangig und mit aller Kraft an der Sicherung der Nordgrenze der Markgrafschaft gearbeitet hat (HB26 und spätere Boten berichteten), ist die Befestigungslinie am Ostraufer nicht an allen Stellen fertig. Einige Verteidigungsstellungen, Wehranlagen und Türme sind noch zu bauen und auch der zum Schutz vor Feuer mit Mörtel bestrichene Palisadenzaun, auf dem Südufer wenige Schritte vom eigentlichen Flußlauf entfernt gebaut, weist an so mancher Stelle noch eine Lücke auf. Viele Bäume sind in den letzten Monaten dem Bau zum Opfer gefallen und weitere grenznahe Wälder werden alsbald mit der Säge und der Axt Bekanntschaft machen. Gleichwohl man bei der Befestigung der Nordgrenze jede Mulde oder Senke aber auch jeden Hügel oder Wall mit einbezieht, sind zudem noch etliche Gräben auszuheben, die nach Fertigstellung mit Wasser zu füllen sind. Hierbei leistet jeder seinen Beitrag: Die Schwerter, Lanzen, Armbrüste und Bögen der Krieger wurden gegen Hämmer, Sägen, Äxte und Schaufeln ‚eingetauscht'. Soldaten der Templer und des norrland-brassachischen Heeres arbeiten Hand in Hand mit den Bauern und Handwerker, die entsprechend der norrland-brassachischen Militärstatuten zum Arbeitseinsatz gerufen wurden. Auch die Frauen und Kinder der Templertruppen, die der Ordensmarschall Hadebrand von Grauburg in der großen Templer-Ballei Hohentor angesiedelt hat, helfen bei der Sicherung ihrer neuen Heimat, indem sie für die ‚Arbeiter' kochen und waschen. Die Geistlichen des Templer-Ordens unter der Führung ihres Hauptspittlers Benedikt Honorius tragen zum Gelingen bei, indem sie sich um das Seelenheil kümmern und beim Bau erlittene Verletzung versorgen.
Mit Hochdruck arbeitet man also weiterhin an der Fertigstellung des Bollwerks, denn die noch milden Tage des anscheinend spät einsetzenden Winters in der Markgrafschaft sollen nicht ungenutzt verstreichen. Aber schon jetzt wäre man auf einen möglichen Angriff besser vorbereitet als dies in den Poëna-Monaten des Jahres siebenundachtzig nach der Erleuchtung je der Fall war. Nicht noch einmal würde es den Ödländer gelingen, ihre Füße auf den Boden zu setzen, den seine allerdurchlauchtigste Majestät dem Markgrafen unmittelbar als Erblehen anvertraut hatte. Niemals wieder soll es dem unerbittlichen Feind gelingen, Frucht und Schrecken auf nun markgräflichen Boden zu tragen. Der Vorteil der Überraschung ist dem Gegner allemal genommen worden. Vielerorts sind die Truppen seiner Hochgeboren postiert: Ob es nun die ‚Eigenen', die Mannen des Barons von Dachsrode, des Barons von Grauburg oder die Templersoldaten unter der Führung ihres Ordensmarschalls sind, allesamt bilden sie eine Einheit, die nur schwerlich zu schlagen ist. Sollte es ein Gegner wagen, unerlaubt die norrland-brassachische Nordgrenze zu übertreten, würde man ihn bereits auf der Ostra von den Türmen herab mit Pfeilen und Bolzen eindecken. Die ebenfalls dort postierten Melder würden indessen durch Flaggen- und Sturmglockensignale den jeweiligen ‚Grenzkommandeur' informieren, der daraufhin die Truppen in Bewegung setzen würde. Die Reiterei kann sodann binnen kurzer Zeit in das Kampfgebiet preschen. Fußtruppen würden zielgenau folgen, um dem Gegner vollends Einhalt zu gebieten. An strategisch günstigen Stellen einige Meilen hinter der Grenze errichtet man zudem Vorratslager, um Material für die kämpfende Truppe zu horten und somit den Nachschub für die Front zu sichern.
Nein, es wäre überaus töricht, in der Markgrafschaft Norrland-Brassach einen Angriff zu wagen! Sicherlich wird keine heligonische Grenze so gut bewacht und kontrolliert, wie die Nordgrenze der Markgrafschaft Norrland-Brassach von Dachsrode bis Ostramünd. Vielleicht traf deshalb auch der jüngste Angriff der barbarischen Ödländer die Leomark und Kratorpolis ...
 

Ein Versprechen wird eingelöst

Am zwanzigsten Tage der dritten Saarka war es nun also soweit. Eben an jenem Heliostag erreichte der stattliche Troß des Fürsten von Drachenhain die südliche Landesgrenze der Markgrafschaft Norrland-Brassach. Und somit erfüllte sich ein vor einigen Monaten gegebenes Versprechen Waldemars, die Markgrafschaft zu besuchen. Da der Fürst ein wenig Zeit mitgebracht hatte, sollte sein Besuch wesentlich länger ausfallen als der Aufenthalt Prinz Leomars in der Markgrafschaft vor einigen Monaten. Markgraf Kalveram beauftragte den Baron Hagen von Grauburg, dem Fürsten entgegen zu reiten und ihn mit einer Ehreneskorte gleich an der Grenze, ein paar Meilen südlich von Bogenfeld, im Namen seiner Hochgeboren herzlich zu begrüßen. Im Troß Waldemars reiste auch der Baron von Tagil, der mit einer Einheit tagiler Mannen eigens angereist war, um den Zug des Fürsten zu verstärken, nachdem sich die Kunde über den Angriff der Ödländer auf die Leomark und Kratorpolis verbreitet hatte. Über diese Verstärkung herrschte etwas Verwirrung. Hatte man etwa vergessen, daß durch die allgegenwärtige Präsenz der Templer zu Ankur und der markgräflichen Einheiten der Anteil der Soldaten an der Bevölkerung der Markgrafschaft wesentlich höher war, als dies in anderen Teilreichen Heligonias der Fall war? Immerhin sichert man doch die Nordgrenze des zivilisierten Teiles des Königreiches und ward allzeit bereit, gegen Feinde loszuschlagen. Da diese Verstärkung des Trosses vermutlich wohl alleine aus Sorge um den Fürsten geschah, ein ehrenwertes Motiv, ging man in Norrland-Brassach über diesen Vorfall ohne eine Bemerkung hinweg.
Baron Hagen von Grauburg geleitete sodann den Herren der Drachentrutz nach Tarnam, wo Markgraf Kalveram, Baron Gilbert von Dachsrode und Hadebrand von Grauburg, der Ordensmarschall der Templer zu Ankur, bereits auf den hohen Gast warteten. In den folgenden Tagen und Wochen nutzten die hohen Herren die Zeit für intensive Gespräche, Jagdausflüge oder kleine Reisen, um dem Fürsten die Markgrafschaft zu zeigen. Da der Fürst besonderes Interesse an den neuen Landesteilen zeigte, verbrachten die Herren letztendlich mehr Zeit in Feldlagern im Norden als etwa auf Burg Brassach. Mit großer Aufmerksamkeit beobachtete der Landesherr von Drachenhain auch die Arbeit des Ordens der Templer zu Ankur, der in der Markgrafschaft seine Heimat gefunden hatten. Der Aufbau der Templer-Ballei Hohentor und der Burg Daronsfeste schienen den alten Strategen besonders zu interessieren, denn hier wurden die neuesten Erkenntnisse des Festungsbaus umgesetzt. Als Waldemar anschließend die Grenzbefestigungen an der Ostra in Augenschein nahm, zeigte sich der Fürst sichtlich beeindruckt. Zu seinen Begleitern sagte er wörtlich: "Meine Hochachtung, Markgraf Kalveram! Das ist der Weg, den auch wir zu gehen haben, um die Leomark und Kratorpolis dauerhaft für Drachenhain und unseren König in Besitz zu nehmen!". 
Während der Ausflüge und Besichtigungen erörterten die beiden Hochadligen die verschiedensten heligonischen Angelegenheiten. Auch der Drachenhain-Konflikt war ein Thema, über das man sprach. Nachvollziehbar sei sein Handeln gewesen, versicherte Markgraf Kalveram, der sich noch gut an den Umsturzversuch des ehemaligen Barons zu Caronia, Anholt von Brassach, erinnern kann, dem Fürsten. Auch wenn die Situation in Drachenhain, dem Einen sei Dank, im nachhinein vollkommen anders zu bewerten sei als die in Norrland-Brassach, so zeigen dennoch beide Situationen, daß es Momente gibt, in denen man handeln muß, ohne alle Fakten zu kennen und die königliche Ordnung über familiäre Bande zu stellen hat. Nicht unerwähnt blieb auch die Verwicklung der Lormark in diesen unglücklichen Vorfall. Auch wenn die Lormark im Ödlandkrieg der Baronie Brassach mit der Entsendung von Spähern ausgeholfen hatte, sieht sich der Markgraf in diesem Fall außerstande eine Lanze für Nimue von Aue zu brechen. Eine Außerachtlassen des königlich-heligonischen Vasallenrechtes, aus welchen Gründen auch immer, kann nicht toleriert werden.
Als Fürst Waldemar nach fast fünf Wochen wieder zur Drachentrutz aufbrach, trennte man sich in aller Freundschaft. Nach einer erneut ausgesprochenen Einladung durch den Fürsten versprach Markgraf Kalveram alsbald für einen Gegenbesuch nach Drachenhain zu reisen.
 

Der Orden der Templer zu Ankur sichert Karr seine Unterstützung zu

Die Schreiber des Trommlers konnten unlängst in Erfahrung bringen, daß der Großmeister der Templer zu Ankur, Markgraf Kalveram, dem Freiherren Karr zu Talwacht, seines Zeichens Großkreuzritter der Templer, bei seiner Suche nach den vermißten Mitgliedern der Familie von Celvar und der verschwundenen Feste Talwacht Hilfe zugesichert hat. Nach einer dringlichen schriftlichen Bitte Karrs, ihm bei seinem Vorhaben zur Seite zu stehen, war es dem Markgrafen ein besonderes Anliegen, den Freiherren bei seiner Suche nach den ligoniischen Adligen, die man zudem persönlich kannte, zu unterstützen. Unverzüglich ließ seine Hochgeboren in der norrländischen Stadt Rahl ein Lager für Karrs Mannen errichten. Da man in Anbetracht einer neuerlichen ödländischen Gefahr keinen eigenen Mann entbehren möchte, unterstützt man den Freiherren und seine Mannen bei ihrer ehrenvollen Suche mit Waffen, Proviant, Lasttieren und anderen hilfreichen Dingen. Lediglich ein Priester, der sich um das Seelenheil der an der Mission beteiligten Mannen kümmern soll, wird die Expedition begleiten.

Folge dem Pfad der Tugend, das erhält Dir die innere Jugend

Bazaar Darians

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Er hatte sie liebgewonnen, die allmonatlichen Ansprachen an seine Bevölkerung. Graf Dedekien - mächtiger Herrscher über ein prächtiges Volk von Darianern - stand auch heute wieder zufrieden auf dem Mittagsbalkon seines Schlosses am Redonsplatz in Darbor, mit halbgeschlossenen Augen die nicht enden wollenden Beifallsbekundungen entgegennehmend. Selbst die begeisterten Betiser Bürger, dachte er im stillen, würden kaum zu einer so überschwenglichen Huldigung imstande sein...
Minuten später öffnete er die Augen und erhob die Arme, um so dem Applaus Einhalt zu gebieten und sein Wort an die Menge richten zu können:
Rede des Grafen Dedekien an sein Volk, gehalten auf dem Redonsplatz zu Darbor am 14. Tag des 1. Poëna des 27. Jahres der weisen Herrschaft Helos Aximistilius des III.
 

"Geliebtes Volk!"

(Die Menge war außer sich)
"Ist es nicht das größte Glück, das einem Heligonier widerfahren kann, das in unseren Händen liegt: Das Glück, unter der Sonne Darians geboren zu sein? Kaum ein Schatten trübt unser Angesicht, und wir verbringen unsere Tage in Wohlstand und Prosperität!"
(Tosender Applaus)
"Doch Neid und Mißgunst sind es, die dieser Reichtum in den Augen der Anderen erregt! Der kluge Kaufmann hütet seinen Besitz, auf daß nicht die Katze des Nachbarn den getrockneten Fisch von der Stange stiehlt! So heißt es bei den Händlern. Geliebtes Volk, ich schaue auf Euch herab und ich sehe in die Augen ehrenwerter Geschäftsleute. Doch scheint es unter uns einige Fehlgeleitete zu geben, deren Freude es ist, sich an Besitz zu vergreifen, der ihnen verboten ist!"
(erstauntes Raunen in der Menge)
"Jedermann weiß, daß es mein Liebstes war, das Prächtigste, mein Augenstern. Viele Namen hatte sie, doch bekannt ist sie als Luneyka, die vom Mond behütete. Jemandem hat es gefallen, sie mir zu nehmen!"
(Empörte Zwischenrufe)
"Und eines, meine geliebten Untertanen, kann ich Euch auf die Hand versprechen: Ich werde nicht eher ruhen, bis mein Lieblingsburai wieder sicher und wohlbehalten in meinem Stall steht! Die Strafe für diese schändliche Tat wird so groß sein wie mein Zorn auf die Täter, mit meinem Grimm will ich sie strafen, auf daß sie erfahren, wer Herr ist in Darian!
Doch wenn sich unter Euch jemand befinden sollte, der dem Verbrechen tatenlos zugesehen hat oder gar daran beteiligt war, so will ich ihm dies eine sagen: Mitgefangen soll er sein, doch nicht mitgehangen, wenn er mir bei der Ergreifung der Schuldigen behilflich ist. Ich biete ihm Straffreiheit und ein treffliches Sümmchen zur Belohnung obendrein. Und ihr, geliebte Untertanen, wisset: Es soll auch Euer Schaden nicht sein, wenn Ihr mir in dieser traurigen Stunde Eure Treue beweist und mir bei der Ergreifung der unseligen Strauchdiebe zur Seite steht! Denjenigen, denen ich nach der Rückkehr des einzigartigen weißen Burais meinen Dank aussprechen kann, biete ich die Wahl zwischen einer Erholungsreise zu einer Urlaubsinsel in der Jolsee, einem von der jährlichen Gebühr befreiten Marktstand im Bazaar oder einem Platz an meiner Tafel bei dem alljährlichen exklusiven Festbankett zu meinem Geburtstag!"

Das Ende der Rede des Grafen konnte wegen der überschwenglichen Sympathiebekundungen seiner Untertanen leider nicht dokumentiert werden und wird für die Geschichtsschreiber somit für immer verloren bleiben. Der Rest jedoch wurde noch am selben Tag von den Verkündigungstürmen in der ganzen Grafschaft verbreitet.
 

Höret Höret!

Zum diesjährigen Tatzelfelser Methfest lädt herzlich Vogt Leonidas von Distelwiel alle Menschen von Nah und Fern auf Burg Rabenhag ein. Erscheinet zahlreich und erlebt Fest und Markt von höchster Güte. Wettkampf, Spiel rund um Honig und Meth, erwarten Euch. Labt Euch am Honigwein und laßt`s Euch wohl ergehen. Besonders willkommen sind Spielleut´, Gaukler und Possenreißer. Spielet auf zum Singen, Tanzen, Lachen, Lustigsein. Euch Marktleuten und Händlern aus aller Länder ist die Möglichkeit geboten, Eure Waren und Eure Kunst auf dem größten und buntesten Markt der Baronie Tatzelfels feilzubieten. Errichtet Eure Stände und verkauft reichlich. 
 
 

Fürstlicher Thaler Hofchronist

Hochverehrte Leserschaft des Heliosboten,

zwischen den vielen Verpflichtungen die allem Anschein nach nur auf die Rückkehr von Prinz Anselm gewartete um ihm nun all seine Zeit zu rauben, gelang es uns doch ihn höchstpersönlich zu treffen. In der Magna Bibliotheca von Betis gewährte uns der Prinz eine Audienz, die wir hier getreu wiedergeben möchten.

Helios-Bote: "Euer Hochgebohren, wir freuen uns, Euch wieder wohlbehalten in Heligonia zu wissen. Nach Eurer Rückkehr, spürte man förmlich, wie das Volk zusammen mit der Thaler Fürstenfamilie aufatmete. Ihr wurdet mit nicht gekanntem Jubel und spontanen Freudenfesten wieder in der Heimat begrüßt."

Prinz Anselm von Thal: "Ja, das stimmt. Wir hatten nie mit einer derartigen Welle der Begeisterung ob unserer Rückkehr gerechnet. Völlig gerührt waren wir von dem prachtvollen Empfang, den uns die Thaler in Hammerbach, Hochanthen, Jarun oder wo auch immer wir waren bereiteten. Ein außerordentlich herzlichen Empfang war es auch, als wir völlig unerwartet auf Burg Tannenstein nicht nur unsere Schwester Prinzessin Celia, sondern auch viele andere befreundete Adlige dort antrafen.
Nach so langer Zeit der Abwesenheit vermuteten wir eher, das wir in Vergessen geraten wären und man bereits für unsere Seele betete, doch war dem nicht so. Es ist ermutigend zu sehen, wie viel Hoffnung nicht nur die Thaler hatten, und wie unerschütterlich der Glaube an den Willen der Götter, die schützend ihre Hände über uns alle halten.
Was das Vergessenheit angeht, haben da allem Anschein nach eher einige Dichter, die unsere volle Anerkennung verdienen, ihre Hand und Schreibfeder im Spiel gehabt, als die Viere."

Helios-Bote: "Eine Frage die uns alle brennend interessiert ist natürlich ob Ihr Eure Verlobte, Baronin Tamara von Tlamana gefunden habt."

Prinz Anselm von Thal: "Um es gleich vorwegzunehmen, ja wir haben sie gefunden, unsere Suche war erfolgreich. Baronin Tamara geht es gut und sie ist bei bester Gesundheit. Ihren momentanen Aufenthaltsort möchte sie in Ruhe genießen. Sollte es jedoch ein mal notwendig sein, so wissen ihre Schwester und ich, wo wir sie finden können. Sollte ihr geliebtes Tlamana einmal in Gefahr sein, so wird sie gewiss keine Sekunde zögern um ihm zu helfen. Baronin Tamara gab mir auch den Siegelring derer von Tlamana und ein Schreiben mit, damit ihre Schwester Leabell ihre rechtmäßige Nachfolgerin wird."

Helios-Bote: "Soweit zur politischen Seite, doch was wurde aus der Verlobung?"

Prinz Anselm von Thal: "Baronin Tamara war ohne ihr Wissen oder Zutun an viel ältere Gelübde gebunden. Der Urheber dieser Gelübde war ihr Vater gewesen und die Entführung diente, wie wir später erfuhren gewissermaßen zur Erinnerung an diese Gelübde. Doch ihr Vater hatte ihr aus irgendeinem Grund nie davon erzählt.
Die Suche dauerte über ein Jahr, bevor wir sie fanden. Sie lebt in einem Land und bei einer Familie, die sie hoch achtet und schätzt. Der älteste Sohn und zukünftige Stammesführer des Landes hatte sie in dieser Zeit schon mehrfach zur Heirat gedrängt. Doch wie sollte Baronin Tamara zwischen uns beiden wählen? Auf der einen Seite die Gelübde ihres Vaters die sie banden und nach dieser langen Zeit auch eine gewisse nicht zu leugnende Zuneigung zu diesem neuen Land und den dortigen Menschen und auf der anderen Seite unsere Liebe und Verlobung und die Ungewissheit uns je wiederzusehen. 
Als wir Baronin Tamara endlich fanden, hatten wir den langen und harten Winter über viel Zeit über all die Dinge zu sprechen die inzwischen vorgefallen waren. Sie hatte sich in diesem neuen Land und bei diesen Menschen neu eingelebt und ihr Leben in die Bahnen lenken können, in die sie wollte, es aber als Baronin ob ihrer Pflichten nie hätte tun können. Meinerseits hatte ich mich durch die Reise und der Erlebnisse dieser Reise ebenfalls verändert. Denn es war keine Reise wie viele zuvor, da wir als Fürstensohn in einer Kutsche oder auf unserem Lieblingsfuchs umgeben von Garde nach einem anderen Hofe oder einer Burg reisten um dann die Nacht im Schutze befreundeter Mauern zu verbringen. Auf dieser Reise war ich kein Fürstensohn, sondern ein Wanderer unter vielen. Dies versuchte ich als Tarnung zu nutzen, um die vermeintlichen Entführer in Sicherheit zu wiegen das niemand ihnen folge. Doch barg dieser Weg manche Überraschung und Gefahr. 
Beide, Tamara und ich merkten, dass wir nicht mehr die Gleichen waren die sich auf dem Adelstage in Welzen verlobten. Durch die Befreiung von unseren Pflichten für eine gewisse Zeit, konnten in uns andere, neue Gedanken reifen. Vielleicht gerade wegen unserer Liebe, verstanden wir einander und verstanden den anderen bald besser als jeder sich selbst. Und schließlich gaben wir uns frei. Wir lösten unsere Verlobung. Sie blieb bei ihrer neuen Sippe wo sie nun hingehört und glücklich ist. Ich kehrte wieder dorthin zurück wo ich hingehöre."

Helios-Bote: "Wie war Eure Reise, Euer Hochgebohren?"

Prinz Anselm von Thal: "Mit einem Wort, beschwerlich. Aber wir haben uns nicht zu beschweren, denn während unserer Reise lernten wir viel Neues kennen. Orte und Menschen, die uns lieb und teuer geworden sind. Erfahrungen und Erinnerungen haben wir von dieser Reise mitgebracht, die wir nicht mehr missen möchten. Was wir jedoch teilweise erlebten möchten wir freiwillig nicht noch ein mal mitmachen müssen, und wüschen wir auch keinem anderen, das er dies durchmachen muß. Was wir jedoch erlebten hat uns stark beeinflusst. Das Leben selbst ist eben immer noch der beste Lehrmeister."

Helios-Bote: "Euer Hochgebohren sei Dank für dieses Gespräch. Es war uns eine Ehre und Freude. Möge Helios seine gütigen Hände über Euch halten."

Prinz Anselm von Thal: "Die Freude war ganz meinerseits. Möge Saarkas Weisheit auch in Zukunft aus den Zeilen des Boten sprechen."
 

Ansgar von Berath schwört Lehnseid

Auf dem diesjährigen Adelstag wurde Ansgar von Berath offiziell zum "Freiherr von Hochwalden" ernannt. Den Lehnseid schwor Ansgar vor aller Augen Prinz Anselm von Thal im Rahmen einer Festrede. Er tritt damit die Nachfolge seiner Schwester Roxana von Berath an, welche Baron Beoric von Welzen ehelicht und somit den Titel "Baronin von Welzen" führen darf. Nach Ansgars Rückkehr nach Hochwalden feierte man ein rauschendes Fest, um den neuen Freiherrn gebührend zu empfangen.
 

Rauschkraut im Dienst

Es sei mir fern, die Entscheidungen meiner Dienstherrn in Frage stellen zu wollen, doch scheint es mir notwendig, die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen auf einen Mißstand zu lenken, der schwer genug wiegt, die Einsatzfähigkeit der Anthaner Garde zu beeinträchtigen - richtig, ich spreche von dem Verbot des Rauchkrautgenusses zu Dienstzeiten. Das Verbot gründet sich einerseits auf die angebliche Ablenkung, die durch die Beschäftigung mit Pfeife oder Krautröllchen entsteht. Dies brauche ich wohl nicht weiter zu widerlegen, denn jedem verständigen Menschen muß es doch offensichtlich sein, daß so ein Utensil im Ernstfall jederzeit einfach fallengelassen werden kann. Weiter gründet das Verbot auf dem lächerlichen, von gewissenlosen, profilierungssüchtigen Quacksalbern in die Welt gesetzten Gerücht, der Genuß von Rauchkraut sei der Gesundheit abträglich. Neueste Forschungen escandrischer Gelehrter haben ergeben, daß das Gegenteil der Fall ist. Als Beleg meiner Feststellung möchte ich hier den hervorragenden Aufsatz des Medicus Eisenbart zitieren, der als erster den medizinischen Nutzen des Pfeifenkrauts (von ihm "Toback" genannt) erkannt und erforscht hat. Seine Orthographie mag etwas ungewöhnlich sein, was jedoch nichts über seine Qualifikation aussagt, da er ja Medicus ist und nicht Schreiber.
"Was seinen innerlichen Gebrauch anlanget/ hat der Toback eine zertheilende Krafft/ dahero der Toback-Safft und Syrup in Keichen und schwerem Athem/ in Seiten Stechen/ in Lungen- und Schwindsucht innerlich zu gebrauchen recommendiret wird. Ingleichen das Decoctum von frischen Blättern in desperaten Brust-Geschwüren und in dem Husten/ wenn er schon auch zur Lungen Sucht incliniret(...) Der Syrup hilfft auch die Würme tödten und abführen. Nächst dem hilfft auch der ordentlich gebrauchte
Toback dem aufgeschwollenen Zahn-Fleisch/ und hebet den davon entstehenden Schmertz. Nicht weniger hat er seinen Nutzen im Reissen und Flüssen an Ohren/ in Brust-Beschwerungen/ im Husten/ im schmertzhafften Reissen der Glieder/ Podagra, Gonagra, Chinagra etc.(...) Toback mit der Pfeiffen getruncken dienet denjenigen/ so viel Schleim im Haupte/ um die Lunge/ Hertz/ Leber/ Miltz/ Nieren und am Magen haben/ heilet die Geschwüre der Lungen/ und stillet den alten Husten/ benimmt den Leuten/ so überaus fett sind/ die schäd- und hinderliche Feuchtigkeit/ wehret den Flüssen/ verwahret vor Schwindel und böse Kranckheit. Es wird hiernächst der durch ein Rohr ins Ohr gelassene Rauch als ein Mittel des verlornen Gehörs gelobet. Ingleichen soll auch der in die Nase oder in den Mund gelassene Rauch diejenigen ermuntern/ so die schwere Not haben. Zu geschweigen des sonst äuserlich applicirten Rauchs vor nächtliches Harnen und wider die Mutter Beschwerungen."
Letzteres betrifft Gardisten zwar weniger, aber zur Verhütung der übrigen genannten Krankheiten (Lungengeschwüre et al.) wäre eine regelmäßige Einnahme von Rauchkraut, wie wir gesehen haben, überaus geeignet. Weiter wurde beobachtet, daß ein Gardist, der seine Pfeife gewohnt ist, deutliche Leistungsabfälle zeigt, wenn er längere Zeit darauf verzichten muß - er wird reizbar, was die Moral in der Truppe schädigt, und seine Hände zittern, was der Schwertführung nicht gerade dienlich ist. Daher, um zu einem Ende zu gelangen, meine Conclusio: Legalisiert Rauchkraut im Dienst!
 

Die Garde von Thal gibt bekannt

Alarmbereitschaft aufgehoben / Kriegsschiffe bleiben vor Ort
Hochanthen am 5. Tag des 3. Saarka

"Es war schon vorbei, bevor es richtig angefangen hatte. ... Das Atoll ist und bleibt heligonisch ." Mit diesen Worten berichtete Hauptmann Kilian Weizenkeim dem Thaler Generalstab von der Sitzung bezüglich des "Herzog-Uriel II.-Atoll". 
Aufgrund dieser neuen Entwicklung konnte die erhöhte Alarmbereitschaft der Fürstlichen Flotte aufgehoben werden, der Generalstab konnte wieder zum Tagesgeschäft übergehen. Dennoch verbleiben die beiden Thaler Kriegsschiffe zunächst beim Atoll. Während die Kriegskogge Nachtkauz unter dem Komando von Korporal Albrecht Krumbargen die nähere Umgebung patrouillieren wird, geht das Flaggschiff der Thaler Flotte, die Silberpfeil unter dem Komande von Admiral-Leutnant Ardelan von Aichfelden direkt beim Atoll vor Anker. Um auf dem Atoll zusammen mit der herzöglichen Ostarischen Flotte eine Gemeinsame Ausbildungsstätte für See-Offiziere zu errichten, wird das gesamte Areal komplett vermessen.
Wie lande die Patrouille der Nachtkauz noch aufrechterhalten wird, kann zur Zeit noch nicht vorhergesehen werden, da noch mit der Ankunft mehrerer Friedländischer Schiffe am Atoll gerechnet werden muß.

i.A. Hartmut Hohlbein
Schreiber der Fürstlichen Garde von Thal

Hochzeitsfeier in Welzen

Am 11. Tage der 1. Poena brach für Wulfenstein der Tag an, auf den sich die ganze Stadt bereits wochenlang vorbereitet hatte. Die Hochzeit zwischen 

Baron Beorric von Wulfenstein     &     Freifrau Roxana von Beraht

sollte für alle Gäste eine unvergessliches Fest werden.
Für die Wulfensteiner und für ganz Welzen war es eine Überraschung, daß ihr als zurückhaltend bekannte Baron Beorric von Wulfenstein nun doch noch eine Frau gefunden hatte. Das Ereignis der Hochzeitsfeier lockte daher auch viele Bewohner des Landes in die Hauptstadt Welzens, die sich für diesen großen Tag besonders geschmückt und festlich gestimmt hatte.
Zunächst schien es, als wolle Helios seine Strahlen noch hinter dichten Wolken verstecken, aber zu Mittagszeit war es trotz der frühen Jahreszeit warm genug, die Vermählung auf dem großen Platz der Stadt abzuhalten. Auf Wunsch des Brautpaares leitete Nimue von Aue, die Baronin der Lormark und Geweihte der Poena, die Hochzeitszeremonien.
Der schier endlose  Zug der Freunde, Gäste und Verwandten des Paares, die alle den beiden frisch Vermählten ihr Glückwünsche und Geschenke überbrachten, verzögerte die zeitliche Planung ein wenig. Aber das störte an einem solchen Tag niemand. Das Bankett mit anschließendem Tanz dauerte bis in den nächsten Morgen und die ganze Stadt feierte mit. Auch noch, nachdem sich das Brautpaar und die adligen Gäste längst in die Burg zurückgezogen hatten.
An den folgenden Tagen schien das Feiern kein Ende nehmen zu wollen. Zunächst fanden Turniere und Wettkämpfe statt. Dann eine große Falkenjagd statt, bei der Roxana mit ihren Jagdfalken, einem Geschenk von Beorric, so manchen Hasen erbeuten konnte. Im Gegenzug führte der Baron die Jagdgesellschaft am nächsten Tag auf einem prächtigen Roß an, dem Geschenk Roxana`s aus der Zucht des Gestütes von Anthan.
Nach den Tagen der Festlichkeiten kehrte in Wulfenstein bald wieder der Alltag ein. Die Bewohner der Stadt wünschen ihrer neuen Landesherrin, daß sie sich bald in Welzen zuhause fühlt und dem Paar weiterhin glückliche Tage und den Segen der Götter. 
Rowen Carim, Berichterstatter aus Wulfenstein
 

Von Barden, Feen und Zwetschgamännla

der Bardenwettstreit in der Lormark
Liebe Leute, glaubt ihr an Kobolde? Glaubt ihr, dass es in der Lormark Kobolde gibt? Wenn ihr einem Lormarker erzählt, dass ihr in seiner Heimat einen Kobold getroffen habt, wird er euch fragen, ob der Most zu stark war. Aber es gibt dort welche! Kobolde, meine ich.
Gleich am Abend des 29. Tages im 2. Xurl dieses Jahres bekamen wir es mit welchen zu tun, als wir mit einer rußenden Laterne auf dem Weg zur Lorburg waren. Den Göttern sei Dank, sie verschonten uns mit dem üblichen Koboldunsinn und hexten uns keinen Buckel und auch keine Klumpfüße an, sie waren nur unglaublich albern. Mit der Hartnäckigkeit ihrer Art sangen sie uns einen Vers auf, den wir auswendig lernen sollten, und verdrehten ihn so, dass sie ihn am Ende selbst kaum mehr zustande brachten. Von Flöten, Melodien und goldenen Nüssen war darin die Rede, und, schwupps!, zeigten sie ein solches Kleinod her und schenkten es der Katze, die von den lästigen Wichten so begeistert war. Stirnrunzelnd gingen wir dann weiter zur Burg und wurden dort mit Brot, Salz und Dörrzwetschgen willkommen geheißen. In der Halle war bereits verschiedenes Volk eingetroffen und tat sich am Abendessen gütlich, und auch wir stellten fest, dass unsere Mägen unverschämt laut knurrten. Ein älterer Mann fiel mir durch seine laute Rede auf. Mit Inbrunst sprach er von den Vorzügen der Eichelmast, die seinen Schweinen so pralle Schinken beschere und "Gell, Frau Baronin, Euch schmecket se doch au, die Schinka." Frau Baronin? Das war die Frau, die Chadoum und seine Begleiter für eine Kräuterfrau gehalten hatten? Oh, wie peinlich! Aber sie lächelte und war nicht im geringsten böse. Aber ich war wegen dem Bardenwettstreit und dem Zwetschgenfest hier und nicht wegen der Eichelmast von Grim Eichenland. Als ich gerade ins Bett gehen wollte, gab es eine große Unruhe, doch davon habe ich ja schon erzählt, also werde ich es euch ersparen, die Geschichte von der Gefangennahme und Hinrichtung Lykarion Lasalles noch einmal hören zu müssen. Obwohl mir immer noch ein Schaudern über den Rücken rinnt, wenn ich an die verzerrte Fratze des Werwolfs denke.
Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, der erste Abend. Ich traute meinen Ohren nicht, als mir am nächsten Morgen jemand erzählte, er habe einen merkwürdigen Traum gehabt. "Aber sag es keinem weiter! Wer träumt denn schon nachts von Zwetschgamännla." Von Zwetschgamännla??? War der Schnaps doch zu stark gewesen? Aber da gab es noch mehr Leute, die von Zwetschgamännla geträumt hatten. Sehr merkwürdig. Aber es war keine Zeit, sich zu lange damit zu beschäftigen, geschweige denn die Zwetschgamännla auf dem Kaminsims der Lorburg zu untersuchen (es waren auch nur Zwetschgamännla), denn man traf sich vor der Burg zur Poenazeremonie, um der Göttin Dank zu sagen für ihren reichen Erntesegen. Helios war uns auch gewogen und lachte vom Himmel herab. Der Tag fing also sehr gut an und ich war ebenfalls sehr gut gelaunt, denn es warteten viel Vergnügen, gutes Essen und noch bessere Unterhaltung auf mich. Die begann schon, als einige Recken sich ihre Waffen von der Baronin segnen ließen und danach eifrig nach Blumenbeeten Ausschau hielten, die sie umgraben wollten. Beim Bogenschießen gab es viel zu sehen. Die schießen ja auf Schweinsblasen! Gut, dass ich nicht mit dem Bogen umgehen kann, ich hätte meine Pfeile nie wieder gefunden. Jetzt glaube ich allmählich auch das Gerücht, dass die Gaidin nachts einer Eule das Auge ausschießen, wenn die auf 40 Schritt Entfernung Schweinsblasen kaputtschießen. Ich schwöre es bei der Seele meiner Großmutter, der Gaidin Jack hat es getan. Also mit der Leibgarde der Baronin möchte ich da keinen Streit haben. Für seinen Schuss bekam er abends von der Baronin einen schönen Zinnbecher überreicht. Eigentlich hätte er das Turnier gewonnen, aber die Gaidin schießen immer ohne Konkurrenz mit, und so wurde Arnulf, der Magierlehrling, Sieger des Wettbewerbs und bekam ein Paar Armschienen für Bogenschützen. Ob er wohl wusste, was für ein Talent in ihm schlummert? Ja, dann wurde der Spaß rüde mit dem Auftauchen dieses Wichts unterbrochen, ihr wisst schon, wen ich meine. Aber glücklicherweise konnte er gefasst und hingerichtet werden. Dem Fortgang des Bardenwettstreits stand also nichts mehr im Weg.
Und das war in der Tat ein Bardenwettstreit! Unter den aufmerksamen Blicken der Baronin, Baron Koldewaihts, des Hauptes des Gesanges, Logris' und Lady Rowenas trugen die Barden ihre Lieder, Gedichte, Balladen und Tänze vor, dass mir vor lauter Musik der Kopf schwamm und die Beine zuckten. Meister Cordovan Rabensang begeisterte durch ein schwungvolles Liedgedicht, Tarnor trug ein flugs verfasstes Lied über das Ende des Werwolfs vor und erntete begeisterten Applaus, und Marvenna... Marvenna war überglücklich, dass ihr Schwur, den sie vor zwei Jahren getan hatte, nun aufgehoben war und sie wieder Harfe spielen konnte. So war sie kurz nach der Hinrichtung des Werwolfs mit den Worten "Ich muss üben!" in die Halle der Lorburg gestürmt, um die dort vorhandene Harfe zu stimmen und zu üben. So vieles gäbe es zu berichten über die Vorträge der anderen Barden: Cestric, Thalianna vom Silberwald, Reinher zu Lammstein, dessen Pfeil Lyk Lasalle die Verderben bringende Wunde zugefügt hatte, und Kalina, die als Lehrling bei Schneeflöckchen lernt, doch dies würde alle Rahmen sprengen. Alle trugen zu einer Stimmung bei, die keinen Zuhörer ruhig auf seinem Platz hielt, es wechselten sich ernste, künstlerisch anspruchsvolle und heitere Stücke ab, und ein Höhepunkt der Heiterkeit war erreicht, als die Baronin mit ungläubiger Stimme Grim Eichenland, den Schweinehirten der Lormark, als Teilnehmer am Bardenwettstreit vorlas. Es war ganz offensichtlich, dass sie bis dato keinerlei Kenntnis von dem Vorhaben ihres Schweinehirten hatte. Wortreich erklärte Grim seine Kühnheit, in so erlauchter Runde aufzutreten, und er bat so inständig, sein "Schlaflied für die Schweinchen" vortragen zu dürfen, dass die Baronin ihm dies mit einem Lächeln gewährte. Aber welcher Angriff auf unsere Lachmuskeln wurde da gestartet. Selbst die Baronin kämpfte vergeblich gegen den Lachkrampf an, und das nicht, weil Grim nicht etwa nicht singen konnte, im Gegenteil, er konnte es sehr gut, sondern weil das Lied so komisch vorgetragen wurde, und Marvenna begleitete Grim auf der Harfe. Dem Applaus nach hätte ihm die Ehre des ersten Platzes gebührt, doch stellte das Schiedsgericht andere und hehrere Ansprüche. 
Solchermaßen bestens unterhaltend nahm der Wettstreit seinen Fortgang, doch wurde die Stimmung empfindlich getrübt, als die Wache einen Gast ankündigte, der sich nicht angemeldet hatte: Halfnet aus Brazfurt. Er kam hereinspaziert und kümmerte sich wie üblich weniger um Umgangsformen als darum, dem Adel die Meinung zu sagen. Er gab Dinge zum Besten, die ihn anderswo wohl den Kopf  hätten kosten können, doch in der Lormark gilt für Barden das Freie Wort und so gewährte die Baronin ihm dieses, obgleich Halfnet kein Barde ist und sie nicht erfreut war über seine Art der Darstellung. Mit den Worten "Ihr seid eine Geißel, Halfnet, aber eine Geißel, die dieses Land wohl braucht. Es gehört Mut dazu, immer die Wahrheit zu sagen, und es gehört noch mehr Mut dazu, sie den Adligen offen ins Gesicht zu sagen. Deshalb lasse ich euch unbehelligt Eurer Wege ziehen, aber geht schnell und mit einer Eskorte, damit Euch nicht jemand auf meinem Boden ermordet." ließ sie ihn gehen. Die entrüsteten Barden bemühten sich nach Kräften, die heitere Stimmung wieder herzustellen, was ihnen auch gelang. Als alles wieder fröhlich war, bat das Schiedsgericht die Gäste, etwas Luft zu schnappen, derweil man sich beraten wolle.
Und während sich das Schiedsgericht der schweren Aufgabe hingab, die vier besten Barden aus so vielen guten herauszufinden, spielte sich im Hof der Lorburg und vor derselben Unglaubliches ab. Alle Barden, die am Bardenwettstreit teilgenommen hatten, gingen einer nach dem anderen, allmählich zum Burgtor hinaus  und  kehrten nicht wieder!
Liebe Leute, stellt euch die Aufregung vor, als wir nachsahen, was los war, und vor der Burg ein Tor entdeckten, das hell strahlte und aus dem geheimnisumwitterte Musik erklang. Natürlich sagten wir sofort in der Burg Bescheid, alle kamen heraus und die Gaidin erkannten in dem Gebilde ein Feentor. Anscheinend gibt es in der Lormark einige davon, aber normalerweise sind sie für sterbliche Augen unsichtbar und fest verschlossen. Das war dieses auch, wie wir feststellen mussten. Frederik warf sich mehrmals dagegen, aber er hatte keinen Erfolg damit, nur eine geprellte Schulter. Als wir alle mit der Baronin ratlos davor herumstanden und überlegten, wie man die verschwundenen Barden da wieder rausholen könne, hörten wir plötzlich eine laute Stimme rufen: "Nein! Ich will nichts mehr von Eichelmast hören!!" und es kam einer Hals über Kopf herausgeflogen. Ihr könnt es euch denken, wer es war. Grim Eichenland, auf beiden Backen kauend und in der Hand ein Stück Schinken. Den hatten die Feen wohl nicht haben wollen, obwohl es ihm um die Schweine der Feenwelt leid tat.
Die Leute zogen sich in die Burg zurück, um dort den Schweinehirten auszufragen und über einen Weg nachzudenken. Einige Zeit später ließ sich wieder jemand ankündigen. Diesmal war es ein Herold des Feenvolkes. Die Baronin stellte sich dem Hauptmann der Feengarde entgegen und fragte ihn, welch ein Spiel die Feen hier zu spielen wünschten, ob ihnen der Sinn nach Krieg stehe, doch der Hauptmann lehnte lachend ab. Es ginge in der Tat um ein Spiel und wenn die Sterblichen sich darin bewähren würden, würden ihnen die Barden zurückgegeben werden. Zähneknirschend ging die Baronin darauf ein, wohl wissend, dass der Feenherold alle Trümpfe in der Hand hatte. Und prompt stellte er die erste Aufgabe: "Verschafft uns einen eingefangenen Sonnenuntergang! Ihr habt Zeit bis morgen." und ging wieder. Nach kurzer Denkpause stellte sich diese Herausforderung als nicht sehr schwer heraus, eine Gruppe begab sich auf die Suche nach Farben, eine andere begab sich in die Gefilde der hohen Poesie, um den Sonnenuntergang in Verse einzufangen. Tatsächlich, man war fest entschlossen, es diesen Feen zu zeigen.
Am nächsten Morgen spielte sich wieder Unglaubliches ab. Eben noch war man gemütlich beim Frühstück gesessen, verspürte in dem warmen Sonnenschein ein gar großes Behagen und gab dem Bedürfnis nach einem kleinen Nickerchen an der warmen Burgmauer nach, da wachte man wieder auf und stellte fest, dass mehr Zeit verstrichen war als angenommen, dass die Gefährten, mit denen man sich zur Siesta begeben hatte, fort waren und dass man die Burg nicht verlassen konnte, besser gesagt, man konnte schon, aber egal, wohin man seine Schritte lenkte, nach dem vierten Teil einer Stunde stand man wieder vor dem Burgtor. Diese verflixten Feen!
Eine Durchsuchung der Burg ergab, dass gegen sechs Gäste fehlten, darunter die Katze und der Knappe aus Tatzelfels, und auch die Baronin war nicht da, aber die war nach Auskunft der Gaidin bereits in den frühen Morgenstunden ins Dorf gegangen, um einem Kind auf die Welt zu helfen. Wenn wir also schon nicht aus der Burg heraus konnten und auch keine Barden da waren, konnten wir uns wenigstens um die Träume kümmern. Ja, ich hatte auch einen. Von Zwetschgamännla, die um Hilfe baten. Zuckt da etwa in Eurem Gesicht ein Lachmuskel? Es wird noch besser! Allmählich gelang es uns in der Burg, das Rätsel der Kobolde zu lösen, die drei Teile der Melodie zu finden, die drei Teile der Flöte aufzutreiben - mir tun noch immer die Ohren weh, wenn ich an das Getröte des Stallwichtels denke, und als er den Pudding mit Sahne haben wollte.... - und die drei goldenen Nüsse zu finden. Aber eine war ja mit der Katze verschwunden. Aber was damit machen??? Mit der Flöte die Melodie spielen? Das schien eindeutig zu sein, aber was weiter? Und welche Rolle spielten die zwei Zwetschgamännla vom Kaminsims, bei denen man inzwischen eine magische Aura festgestellt hatte, und die sich nicht zerlegen ließen?  Jemand vom Gesinde knackte aus Versehen eine der goldenen Nüsse und laut war das Geschrei, aber nichts geschah, außer dass ein kleiner Zettel heraus fiel, auf dem ein Teil eines Satzes stand.
Flugs knackten wir die zweite Nuss und fanden einen weiteren Zettel. Aber wie ja bereits gesagt, die Katze mit der dritten Nuss fehlte. Dann endlich gegen Nachmittag kehrten die Verschwundenen in Begleitung einiger Waldläufer zurück. Was die zu erzählen hatten, war noch viel unglaublicher als unsere Abenteuer. Sie seien im Wald aufgewacht, fern von der Burg, und hätten geglaubt, in die Feenwelt entführt worden zu sein. Dann hätten sie von dem Feenherold weitere Aufgaben gestellt bekommen. Da war von Erdbeeren (was denn, um diese Jahreszeit?), Eichhörnchen und Kobolden die Rede. Die hatten die Karte für den Weg nur herausgeben wollen, wenn jeder einen Handstand machte. Und dann brachten die Wichte die Karte in Gestalt einer Torte an. Ihr haltet das für blödsinnig? Ich dachte ebenso und lachte alle aus. Besonders das mit den frischen Erdbeeren wollte ich nicht glauben, bis ich mit eigenen Augen die Beere sah, die Sir Henry für die Baronin aufgehoben hatte. Und den Schleier aus einem gesponnenen Sonnenuntergang, den der Hauptmann der Feengarde der Katze geschenkt hatte und in den sie sich ganz stolz eingewickelt hatte.
Apropos Katze! Die Nuss! Eifrig knackten wir die letzte goldene Nuss und konnten das Puzzle zusammensetzen:  "Sechsmal sechs zur sechsten Stund
     Sollen stehen in des Burghofes Rund!"
Die sechste Stund sollte bald anbrechen, also noch rasch die Leute zusammenholen und durchzählen. Oh weh, es waren zu wenig! Nun kam die Phantasie ins Spiel, denn alle wollten unbedingt bei der Erlösung der Zwetschgamännla dabei sein. Es war ja nur die Zahl und die Uhrzeit festgelegt, aber nicht die Art der Zeugen, also holte man rasch ein Schaf und zählte die Zwetschgamännla dazu. Und wie von einer höheren Macht geschickt, kamen in genau diesem Augenblick einige verspätete Barden an, die die Zahl exakt voll machten. Es schlug sechs Uhr, einer der Anwesenden hob die geheimnisvolle Flöte und begann die Melodie zu spielen.....
Wie durch Zauberei spielte die Melodie von selbst weiter, Nebel stieg auf, die Zwetschgamännla, vordem kleine Puppen, wurden groß wie Menschen und begannen plötzlich, sich zu bewegen. Das Weible ließ seinen Besen fallen und besah sich die Hände, das Männle warf seinen Wanderstab fort und dann begannen sie, die schwarze, runzlige Haut der Zwetschgen von sich zu reißen, die Kleider fielen zu Boden und ganz allmählich kam ihre wahre Gestalt zum Vorschein: ein Feenpaar von unbeschreiblicher Schönheit stand vor uns! Als die Beiden sich erblickten, sank der Mann auf ein Knie und schloss die Frau in die Arme. Reglos verharrten sie für einige Augenblicke in dieser Haltung, dann begannen sie selbstvergessen zu tanzen, nur um langsam zur Burg hinauszugehen, als die Musik verklang. Alle Anwesenden waren von diesem Erlebnis so verzaubert, dass nicht einer auf den Gedanken kam, den Feen zu folgen.
Keiner dachte in diesem Augenblick an die entführten Barden. Doch nach einiger Zeit erklang vom Tor her Fanfarenklang und es bot sich ein phantastischer Anblick: herein kamen die beiden Feen, deren Verwandlung wir eben beobachtet hatten, mit Hofstaat und dahinter folgten alle Barden, die ins Feenreich entführt worden waren. Wie groß war unser Erstaunen, als wir erfuhren, dass es sich bei den Verwandelten um das Prinzenpaar des Feenvolkes handelte, das nun voll Dankbarkeit seinen Rettern gegenüber war, denn hätte der Fluch, der auf ihnen lag, nicht gelöst werden können, wären sie auf ewig in der Gestalt der Zwetschgamännla gefangen gewesen. 
Die Baronin lud die neuen Gäste zur Feier und besonders zum zweiten Durchgang des Bardenwettstreits ein, denn jetzt sollte das Haupt des Gesanges des Bardenwettstreits ermittelt werden. Als die vier Besten hatten sich qualifiziert: Marwenna von Drachenstein, Kalina, Tarnor und Cordovan Rabensang. Wieder war die Spannung groß, die Beiträge ausgezeichnet, aber diesmal fiel die Entscheidung rasch (wohl auch zugunsten des Festmahls): Tarnor aus Tagil erhielt den Siegerkranz für seine ausgezeichnete Leistung, innerhalb kürzester Zeit ein Lied über die Verwandlung des Feenprinzenpaares und die Rückkehr der Barden zu verfassen und es trotz einer schweren Erkältung vorzutragen.
Alle vier Barden erhielten gemäß der Tradition eine Einladung, den Winter auf der Lorburg zu verbringen, und außer Marwenna nahmen alle mit Freuden an. Marwennas Platz wurde an Cestric weitergegeben, der vor Freude ganz rot wurde. Besonders groß war der Jubel bei den Barden, als sie erfuhren, dass der Koch der Baronin auch auf der Burg bleiben werde, denn der hatte sie mit seinen Kochkünsten in seinen Bann geschlagen - oder lag es am Liebreiz seiner Töchter?
Der weitere Abend wurde zu dem Fest, das es am Abend zuvor hätte werden sollen, es wurde gegessen, getrunken, gesungen, gelacht und gefeiert, gefeiert, gefeiert... Gegen Mitternacht verabschiedeten sich die Feengäste von der Baronin und bedankten sich bei allen Anwesenden mit einer zaubrischen Feennuss. Mir scheint sie Glück zu bringen, die Nuss, denn als ich im Morgengrauen ins Bett taumelte, fiel ich keine Treppe hinunter, stieß mir auch nicht den Kopf an irgendwelchen Balken an und hatte, als ich wieder aufwachte, keinen Kater, obwohl ich mit einer ganzen Affenhorde schlafen gegangen war.
Nun will ich Euch nicht länger langweilen. Wenn Ihr aber dasVerlangen verspüren solltet, beim nächsten Bardenwettstreit dabei zu sein, kann ich es Euch nur empfehlen, obwohl Ihr vielleicht nicht so viel Aufregung wie dieses Mal haben werdet. Gehabt Euch wohl!
Einer, der beim Bardenwettstreit dabei war und viel Spaß daran hatte.
 

Werter Baron Koldewaith von Hautzensteyn,

zwar ist der Gelehrtenkonvent zu Burg Tannenstein schon ein paar Monde her, doch seid Ihr mir noch in lebhafter Erinnerung geblieben. Ob es Euch ebenso ergeht kann ich nicht nachvollziehen, doch sei Eurem Gedächtnis etwas nachgeholfen: Ich bin die Frau, vor der ihr lauthals brüllend Euren Metbecher auf dem Boden geworfen habt. Heute schätze ich mich glücklich, daß ich ob des Burgfriedens nicht sofort mein Schwert gegen Euch gezogen habe, denn dies wäre eine Handlung gegen Euch im Zorne gewesen und hätte schlimme Folgen haben können. Erst am nächsten Morgen habe ich den Grund Eures Grolls erfahren und konnte dann ein gewisses Verständnis für Euch aufbringen. Jedoch kann ich will ich die Beleidigung gegen meine Person nicht so einfach hinnehmen. Da ihr bereits mit Flüchen verschiedenster Art belegt seid, erscheint es mir nicht sinnvoll, einen weiteren hinzuzufügen. Daher habe ich im Kreise meiner Schwestern Rat gehalten und wir sind zu folgendem Entschluß gekommen:
Nun, da die Monde der Poëna anbrechen und damit die Zeit der Aussaat beginnt, werden wir jede helfende Hand brauchen. Seid Ihr also nicht nur ein Mann der gewaltigen Worte, sondern auch der Tat, dann beweist es uns, indem Ihr uns für einige Wochen in Mahanel bei den schweren Arbeiten behilflich seid. Solltet Ihr dazu bereit sein, so sei Euch verziehen und die Gunst der Saarkani sei Euch sicher. 

Eure Antwort in Ungeduld erwartend

Maline, Erwählte der Saarka, Vogtin zu Mahanel


Keuschheit ist die schönste Zier des Weibes


 

Papyros des Süden

Sedomeesische Neuigkeiten

Der zweite Dieb ist gerichtet

Fliehet nicht, Übeltäter, sondern bringt die Mondkatze zurück oder einen nach dem anderen von Euch wird der Fluch ereilen! Die zweite der Schurken wurde an den Ufern Welzens gefunden und auch auf ihrem Rücken fand sich das Abbild der heiligen Katze, diesmal aber nicht in bräunlichen Linien, sondern gezeichnet mit feinen Blutergüssen, wie mit einem winzigen Hämmerchen und die Haut getrieben. Nicht friedlich war ihr Gesicht, wie das des ersten Diebes, sondern verzerrt vor Angst und zu spät erkannter Schuld - Poënas Mitleid hat ein Ende.
Dennoch flehen wir zu Poëna, daß sie jedem mildtätig vergeben möge, der die Katze zurück ins prächtige Jalamanra bringt und die Göttin wird wahre Reue erkennen. Wer aber weiter den Dukaten hinterhergeifert, die er für die heilige Mondkatze zu erlangen glaubt, kann keine Gnade mehr erhoffen. Wenn die Göttin ihn richtet, wird seine Pein ihm nicht nur ins Gesicht geschrieben stehen!
 

Der Tanzbär

Streifzüge durch das kulturelle Leben Heligonias

Ein neues Lustspiel über die Ereignisse in Luchnar!


Hauptpersonen:

Ceride-rik in Hautzensteyn
Holde Maid in Hautzensteyn
Voran McDonald in Flaitney

C:  Ich werde jetzt nach Flaitney gehen, lieber Bruder, denn du bist ja so mit deinem Gedichtsband beschäftigt und ich werde dich dort in allen Tönen loben! Hilft dir das?
H: Oh vielen Dank, Ceride-rik!

Ceride-rik wandert ein lustiges Liedchen pfeifend nach Flaitney. Unterwegs findet er die Amsel von Thal, was er gleich wieder vergißt, da er seinem Bruder helfen will!

C: Seid gegrüßt, Voran McDonald, ich möchte euch nur sagen, daß Holde Maid sehr beschäftigt mit seinem Gedichtsband ist und deswegen komme ich.
V: Oh, ich verstehe, es ist viel Arbeit und ich werde meine Clankrieger zurückziehen, damit er sich endlich Holde Maid in Flaitney nennen kann.
C: Der Eine sei euch gnädig gestimmt und mein Bruder wird gerne auch noch Flaitney übernehmen, denn er hat in mir ja eine so große Hilfe! Gehabt euch wohl, ich werde meinem geliebten Bruder sofort Bericht erstatten.

Ceride-rik ist wieder pfeifend unterwegs nach Luchnar und trifft unterwegs KannDoch Quarz Uhr´mach, welchen er sofort zu einem Tee auf die Feste Hautzensteyn einlädt, da die dortige Uhr kaputt ist.

C: Holde Maid in Hautzensteyn, mein geliebter, verehrter, geschätzter und sehr beschäftigter Bruder. Deine Arbeit wird noch mehr, denn Voran McDonald hat dir Flaitney geschenkt.
H: Scheiße, ich glaube, mein Leben ist verflucht, noch mehr Arbeit! Aber ich habe ja dich!
C: Richtig!!!!

Ceride-rik dreht sich weg und klopft mit seinem Zeigefinger an die rechte Schläfe, was Holde Maid sieht.

H: Ceride-rik, was fällt dir ein!
C: Ich wollte nur, daß wir uns wieder streiten, denn dann macht unsere Schwester Ist Ärmer in Hautzensteyn wieder ihren leckeren Kuchen!
H: Ja, mir läuft schon wieder das Wasser im Munde zusammen. Aber wie kannst du KannDoch Quarz Uhr´mach mitbringen, du weißt doch, er ist so teuer und deswegen soll er Luchnar nicht mehr betreten!

Fortsetzung folgt!!
Thalion Barden
 

Gunst und Kunst

Was die Heligonier am liebsten hören

1(1) Findabair Spinnentöter (begleitet vom Emaranseeflottenchor) – „Pfefferinselreggae“
2(3) Salah ben Anwar Nur ed’Din– „Burai Breath“
3(7) Ostarische Utzgan-Nationalmannschaft – „Utzgan ist unser Leben!“
4(2) Pavo Rothner – „Scheiße in die hohle Hand“
5(-) Die Güldenen Thaler Minnesänger – „Der hohen Frouwe“
6(5) Cestric van Kenn-Dallir – „Karr der Jäger“
7(-) Betiser Gassenpfeiffer – „Wir lieben die Frauen mit zweifelhaftem Ruf“
8(10) Die Wüstenlerchen – „Bärte“
9(4) Die Jolbornschiffer – „Redonslob“
10(-) Wunderkind Bonifazio – „Oh, Du mein Einer“

*ermittelt von der HEMA (Heligonische Musiker Assoziation)
 

Adelstag


Spät nachts komm ich heim
Weit war ich fort
bin wieder allein
an einem herrlichen Ort.

Meine Hütte ist dunkel
Gegen der Kerzen Gefunkel
kalt ist der Herd
ist der Kienspan nichts wert.

Still ist es wieder
Gespräche und Lieder
es rauscht nur der Bach
und ich lach:

Gedanken fliegen wie Schwalben
Soviel Applaus meinethalben
und segeln hin und her
für mich so große Ehr!

Am alten Holztisch ich nun sitz
Der festlichen Tafel silber Geblitz
in meinem alten, geflickten Hemd
teure Gewänder, für mich so fremd.

Das große Buch in meiner Hand
Das beste Lied ich, scheints, erfand
in meinem Herzen Stolz und Dank
ich werd noch träumen nächtelang...

Spät nachts kam ich heim
Weit war ich fort
bin wieder allein
an einem herrlichen Ort.
 

Termine

24.03. - 26.03.00  Helicon 13 - Markt in Tatzelfels (Burg Wildenstein)
05.05. - 07.05.00  Helicon 14 - Ceridisches Konzil an der Hoppelmühle
21.07. - 23.07.00  Helicon 15 - Zeltcon am Karlsbrunnen
06.10. - 08.10.00  Helicon 16 - Gelehrtenkonvent auf Schloß Ebersberg
12.01. - 14.01.01   5. Heligonischer Adelstag auf Burg Wernfels


Schon bei den Pruzzen bekannt und geliebt wurde dieser Sport bis in die heutige Zeit überliefert.
Utzgan
-der Nationalsport Heligonias-

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© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés &  Marc Hermann

Berichte von Guido Brand, Arnulf Breuer, Ulrike Clauss, Julia Fischer, Henning Frank, Deborah Gläser, Steffen Heiß, Inés & Marc Hermann, Thorsten Hess, Andreas Hils, Petra Jörns, Thomas Kessler, Niklas Konzen, Lars Malcher, Benjamin Rampp, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger, Markus Spree und Ellen Weiß