![]() Helios - Botefreies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes HeligoniaIm 3. Poëna n.A.III 27Ausgabe 33KronkurierAn Marvenna von DrachensteinDer Konflikt selbst entzündete sich an einem Verdacht, der ausgesprochen, aber nicht begründet wurde; dies mit Sicherheit ein Fehler. Ihr schreibt, daß die Drachenhainer Mitglieder des Ogedenbundes dem Ruf des Grafen folgen mußten, "schließlich zweifelt niemand am Vorrang des Vasalleneides". Das ist richtig. Ihr fahrt jedoch fort, "Mußten sie das tun, ohne nachzufragen, ohne zu forschen" und behauptet, "Dennoch folgten sie ihrem Grafen blindlings". Und das ist falsch. Wie Krator von Rebenhain Euch im letzten Boten in sehr harschen Worten vorwarf: Ihr leidet unter Informationsmangel, baut darauf aber Schlüsse auf. In dieser Art Konflikt konnte es eigentlich nur Verlierer geben und eine Verliererin war zweifellos Nimue von der Aue. Sie wollte Josephina von Drachenhain helfen. Sie war nicht die einzige, sie hat aber dafür bluten müssen: Fürst Bartha ließ sie den Vasalleneid neu schwören. Ein persönlicher Konflikt mit dem Haus Drachenhain steht zu befürchten. Ihr schreibt: "Daß es aus politischer Sicht sehr ungeschickt und zudem gefährlich von Nimue war, steht außer Frage." Warum wundert es Euch dann, daß Lord Angus als Vertreter des Ogedenbundes noch ein klärendes Gespräch mit Baronin Nimue führte? Er berichtete uns hernach, das Gespräch sei in angenehmem Rahmen verlaufen und seiner Ansicht nach sei die Situation für den Ogedenbund damit geklärt. Ein ganz normales Vorgehen. Warum behauptet Ihr ironisch "Irgend jemand muß ja auch schuld sein", warum fahrt Ihr fort, "Man braucht ein Bauernopfer"? Der Ogedenbund benötigte jedenfalls keines und die beteiligten Drachenhainer Barone auch nicht. "Bedankt Euch bei Leomar und Josephina."? Josephina war ein Opfer des Drachenhainer Konfliktes, Ihr macht aus ihr eine Täterin. Schließlich folgert Ihr, der Bund habe sich lächerlich gemacht und die Götter gleich mit, klagt ihn an, er habe bestraft, wer Herz zeigte und bemitleidet, wer sich benahm "wie ein Vollidiot". Nochmals: Der Ogedenbund hat niemanden bestraft und hatte auch nicht die Absicht, es zu tun. Nochmals: Der Ogedenbund hat sich niemals selbst bemitleidet, sondern allenfalls Josephina von Drachenhain und die siebzig toten Wolfenfelder. Nochmals: Euch fehlen Hintergrundinformationen - womit ich nicht behaupte, daß ich alle Informationen besitze, jedoch besitze ich zweifellos mehr als Ihr. Eure Anklage entspringt vermutlich dem Ärger über die Unannehmlichkeiten, die die Euch befreundete Nimue von der Aue erdulden mußte. Dies ehrt Euch ja, aber Ihr verfallt in die gleichen Mechanismen, die Ihr anprangert. Ihr sucht ein Bauernopfer für diese Unannehmlichkeiten und den Konflikt mit dem Hause Drachenhain und findet es im Ogedenbund - aber nicht der Ogedenbund hat die Unannehmlichkeiten hervorgerufen und der Ogedenbund ist nicht das Haus Drachenhain. Ihr klagt den Ogedenbund an, die Götter lächerlich zu machen - Euer Artikel zielt auf den Bund, trifft aber ebenso das Ogedentum und die Götter und arbeitet den Ceriden in die Hände. Es geht mir nicht darum, einer Bardin das freie Wort zu verbieten. Ich hätte von Euch lediglich eine durchdachtere Argumentation erwartet, nicht die eines Sängers von geringerer Bildung. Dies wird mein einziger Artikel zu diesem Thema im Helios-Boten bleiben. Wenn Ihr diese Zeilen beantworten wollt, tut dies bitte in einem privaten Brief an mich - ich werde antworten. Weitere Beiträge im Boten hingegen dürften weder dem Ogedentum noch dem Bund, weder Nimue von der Aue noch Josephina von Drachenhain, weder Euch noch mir Nutzen bringen, sondern allenfalls schaden. Wie bereits erwähnt: Von den Beteiligten kann in diesem Konflikt keiner irgendeinen Gewinn erwarten. Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron zu Luchnar
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Das FernrohrGaleeren aus dem Dunklen Reich abgewehrt!aus dem Aturianischen Tageblatt, 54. Jahrgang, Nr. 268
Frieden in Aturiennachzulesen im Aturianischen Tageblatt, 54. Jahrgang,
Nr. 261-268
Fürstlicher Thaler HofchronistWas geschieht im fürstlichen Park von Hochanthen?Im Inneren der Gebäude ergießt sich weißer Stuck in allen Formen wie Zuckerguß über Decken und Wände und nimmt so allen Kanten und Ecken ihre Härte und läßt alle Gebäude in einer harmonischen Leichtigkeit und Beschwingtheit ineinander übergehen. Selbst die Ausstattung, die feinen Möbel und das hölzerne Inventar ist ganz in fließenden runden Formen gehalten. Feinste marmorne Figuren mit lebensechten Zügen und Formen lassen erahnen wer sich hier wohlfühlen sollte. Wie der Helios-Bote in Erfahrung bringen konnte gehen die Pläne des Baus auf Prinz Anselm zurück. Welchem Zweck diese Bauwerke dienen sollten, bevor Prinz Anselm daraus ein Kleinod der heligonischen Baukunst für Baronin Tamara schuf ist unklar. Es ließ sich rekonstruieren, dass wohl mehrere Briefe mit Anweisungen nach der Verlobung Richtung Hochanthen geschickt wurden. Doch was hat dies alles mit heute, mehr als zwei Jahre nach der Verlobung des Paares zu tun? Kürzlich erfuhren wir in Hammerbach, der Handwerkerstadt von Hochanthen wo die meisten der Bauleute die für die fürstliche Familie arbeiten, leben, daß sich in den Gebäuden am Schwanensee wieder etwas tut. Allem Anschein nach, hat Prinz Anselm bereits kurz nach seiner Rückkehr wieder Briefe nach Hochanthen geschickt. Leider ist es uns nicht geglückt den Inhalt zu erfahren. Es war jedoch zu beobachten, das durch die seit zwei Jahren ungeöffneten Tore der Schwanensee-Anlage körbeweise vertrocknete rote Rosen herausgeschafft wurden, sowie ein Teil des Mobiliars. Der kostbare Boden aus Blausteiner Marmor wurde abgedeckt und Bretter darüber gelegt. In der großen Halle und im Kuppelbau wurden die Marmorplatten gar ganz entfernt und außerhalb vorsichtig aufgestapelt. Es soll aber trotzdem schon wieder eine Ladung Marmor nach Hochanthen unterwegs sein. Schubkarren um Schubkarren wird Erde aus dem Inneren der Anlage nach Draußen gebracht und dann über den Fluß weggeschafft. Was dort drinnen genau geschieht ist unklar. Klar ist bisher nur folgendes. Der ursprüngliche Bau geht auf Prinz Anselm zurück, wofür er dies bauen lies ist wiederum unklar. Dann kam der zweite Bauabschnitt. Nach der Verlobung mit Baronin Tamara ließ der Prinz die Anlage zu einem Lustschloß ausbauen. Jetzt beobachten wir gerade den dritten Bauabschnitt, bzw. den zweiten Umbau. Wir werden sehen was daraus wird. Sechs Wochen sind seit dem verstrichen. Die Bautätigkeiten an der prächtigen Schwanensee-Anlage von Prinz Anselm sind in dieser Zeit fortgesetzt worden. Wir haben natürlich aufmerksam beobachtet was dort alles geschieht. Inzwischen ist der endlose Strom der Schubkarren aus dem Inneren der Gebäude versiegt und Richtung Fluß verlegt worden. Ein Graben zog sich nun von dort bis zu den Gebäuden. In diesem wurden Rohre versenkt die in den Keller der Anlage gehen. Danach wurden diese wieder zugeschüttet und Rasen angepflanzt. Langsam verschwindet auch der Berg der Marmorplatten wieder im Inneren der Gebäude, die vorher dort ausgebaut worden waren. Allerdings kam noch einmal ein beträchtlicher Teil neuer Platten hinzu, die ebenfalls verbaut wurden. Zumindest sind diese bisher noch nicht wieder aus dem Inneren der Anlage aufgetaucht. Steinmetze machen sich ebenfalls seit geraumer Zeit an die Arbeit. Das Ergebnis ihres Schaffens ist jedoch etwas befremdlich. Anstatt wie gewohnt herrliche plastische Figuren zu meißeln, von Mensch und Tier in Bewegung, sind es flache Platten, mit lediglich den Köpfen von Menschen und Tieren. Doch sind diese gar nicht lieblich anzuschauen. Zumeist sind es Fratzen mit weit aufgerissenen Mündern, als wollten sie einen auf der Stelle verschlingen. Auffällig viele Xurl-Symbole entstehen unter den Hämmern und Meißeln. Fische, Krebse und anderes Getier aus Meer und Fluß entstehen aus dem Stein. Und auch ein paar sehr hübsche Wasserelfen und Nixen. Auch Bänke und Stühle werden aus dem blau schimmernden Marmor gefertigt, anstatt die bestehenden aus Holz gemachten zu belassen. Läßt Prinz Anselm im fürstlichen Garten von Hochanthen einen der größten Xurl-Tempel Heligonias bauen? Der Erwählten der Saarka, Maline Vogtin zu MahanelFür mein Verhalten Euch gegenüber auf dem Gelehrtenkonvent möchte ich mich entschuldigen - nicht vielmals, sondern einmal, aber das von ganzem Herzen. Zwar wurde ich in Tolens auf eine harte Probe gestellt, doch hätte ich niemals übersehen dürfen, wer da vor mir stand und wen ich ungewollt beleidigte. Ich beuge mich Eurem Ratschluß und werde Euch meine Hand zu jeder Arbeit reichen. Jedoch bitte ich um einen Aufschub. Angesichts der Ereignisse in Luchnar, insbesondere des rätselhaften Fluches, der seit eben jenem Gelehrtenkonvent über mir schwebt, raten mir die Druidh dringend davon ab, mich längere Zeit außerhalb Luchnars aufzuhalten. Ihrem Rat als dem von Vertretern Poënas und der Vier im Gesamten möchte ich nicht zuwiderhandeln. Jedoch scheint es, daß sie sich der Lösung des Rätsels nähern. Ich bitte Euch deshalb noch um einen geringen Aufschub. Sollte Aufhebung der Fluches oder ausreichender Schutz davor nicht rechtzeitig zur Aussaat gelungen sein, werde ich während der Aufzucht der Saat oder spätestens zum Beginn der Ernte in Mahanel eintreffen. Ich hoffe darauf, daß Ihr diese Bitte versteht, die nicht meinem, sondern dem Wunsch der Druidh entspringt. Meine jüngste Schwester Vylaine Roswiht richtet ebenfalls eine Bitte an Euch: Sie würde mich gerne begleiten, um Mahanel zu sehen und sich gleichermaßen nützlich zu machen. Slan leadh, Erwählte
Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron zu Luchnar Die Garde von Thal gibt bekannt : Nachtkauz wieder im Flottenstützpunkt / Leichte Beschädigung am Rumpf"Voller Freude erfuhren wir die friedliche Beendigung der Kolonialkriese.
Hatten doch alle gehofft, einen Kampfvermeiden zu können. Unsere Freude
wurde jedoch gedämpft, als wir den Befehl des Flottenkommandos erhielten,
die unmittelbare Umgebung des Atolls zu patrouillieren, während der
Großteil der gesamt-heligonischen Flotte den Heimweg antreten durfte.
Mit Wehmut blickte man den Segeln hinterher, die in Richtung Festland steuerten,
während die Nachtkauz Kurs auf die offene See hielt. (...)
Erdbeben in HochwaldenVoller Furcht schreckten die Bewohner der Provinz Hochwalden aus ihrem Schlaf, als in den frühen Morgenstunden die Erde unter ihren Füßen zu beben begann. Viele rannte schreiend nach draußen, flüchteten in Panik auf die Straße, damit sie nicht von ihren eigenen Häusern erschlagen werden. Die Erdstöße hatten jedoch eine geringe Stärke und waren nur von kurzer Dauer, so daß kaum irgendwelche Schäden zu vermelden waren. Hier und da war eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen, ein Bild von der Wand gefallen. Der größte Schaden, welcher gemeldet wurde, war der Einsturz einer alten Holzscheune, welche jedoch aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr benutzt wurde. Gegen Mittag hatte sich die allgemeine Unruhe jedoch wieder gelegt und jeder ging seinem Tagesgeschäft nach. Der TrommlerEin trauriges JubiläumIn drei Monaten, genau am siebzehnten Tag des zweiten Helios neunzig
nach der Erleuchtung, wird sich zum ersten Mal der Tag jähren, an
dem die Markgräflichen mit dem Sturm und der Einnahme der Stadt Caronburg
den Putsch Anholts von Brassach beendeten, der sich vier Monate zuvor gegen
den rechtmäßigen Herrscher von Norrland-Brassach erhoben hatten.
Auch in diesem Konflikt stand Grauburg, diesmal als Baronie, tapfer an
der Seite des Rechts und wiederum floß grauburger Blut, um die von
seiner Majestät Helos Aximistilius III. gegebene Ordnung aufrecht
zu halten. Auch wenn dato noch nicht alle Verantwortlichen für diesen
Umsturz gefaßt werden konnten, Anholt von Brassach und Berkan sind
trotz eines hohen Kopfgeldes noch immer nicht dingfest gemacht worden,
zeigt die Geschichte wohl, daß die Ländereien Norrland-Brassachs
kein guter Spukort für das Gespenst "Verrat und Umsturz" sind. Zu
stark sind hier wohl die Bande von Freundschaft und Loyalität.
Betiser TribüneDie unverzichtbare Liste des guten Geschmacks
StadtgesprächMusikliebhaber sind gespannt auf einen möglicherweise bevorstehenden Auftritt des Wunderkindes Bonifazio. Ort und Zeitpunkt sind allerdings noch nicht bekannt geworden. Arl von Lagerfels kündigte an, die kommende Sommermode bestünde aus (wörtlich): "Einem Nichts , verfeinert mit Seide und Thaler Bärenfell." Die Modewelt diskutiert zur Zeit intensiv über diese Äußerung und deren Bedeutung. Bürger des Monats Die Ehrung zum Bürger des Monats fiel in diesen Tagen auf Fürst Waldemar von Drachenhain. Da seine Durchlaucht unsere schöne Stadt mit einem solch erfreulich ausgedehnten Besuch beehrte und die gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Betis und dem Fürstentum noch weiter augebaut wurden. Der Handelsprophet
Das Tatzelfelser Metfest war zumindest für die Honig und Metherstellende
Wirtschaft ein voller Erfolg. Der gesteigerten Nachfrage entsprechend stieg
der Metpreis an.
Gunst und Kunst
Drachenhainer Herold"Slán leadh, Lhirmon Ard-Druidh!"Luchnar trauert um Hochdruidh LhirmonSein Leib wurde dem Land zurückgegeben, doch Lhirmon selbst wird unvergessen bleiben, denn das Vergessen ist der Tod der Toten. Singt von ihm an den Feuern, erzählt von ihm auf den Märkten, denkt an ihn in Wald, Heide und Hügeln. Die Hochdruidh und Druidh für
die Luchner
Bouchard Vergenthiel ist der Größte ...So kam es dazu, daß ich, zusammen mit anderen "Bouchard-Händlern", auf dem Markttag in Tatzelfels meinen Stand eröffnete. Bouchard hatte sich um alles gekümmert - er hatte die Standgebühr bezahlt, für unsere Bewaffnung gesorgt und er hatte den Marktleiter Albin Johach entführen lassen, um an seiner Stelle den Markt in seinem Sinne zu leiten. Bouchard machte seine Sache wirklich ausgezeichnet, besser als er Karr jemals hätte tun können. Einmal sagte er selber zu uns : "Karr ist eigentlich ein Schwächling ! Er sitzt nur herum und hofft, das Talwacht ihm in den Schoß fällt. Doch ich bin ein Mann der Tat. Zusammen mit euch werde ich Syria Jaldis der Hexerei überführen und einen Großen Sieg erringen !" Leider kam es nicht zu unserem erhofften Sieg. Als Bouchard mutig vor sie trat und sie öffentlich der Hexerei anklagte, versteckte sich das feige Weib hinter ihrer Leibgarde. "Wieso versteckst du Dich, du Hexe ?" rief ihr Bouchard entgegen. "Karr ist zu schwach, um sich mit Dir zu messen, aber ich bin stark. Ich, Bouchard Vergenthiel, werde es mit dir Aufnehmen, du Hexenweib. Ich werde einen großen Sieg erringen und Dich als der schwarzen Magie überführen. Karr legt nur die Hände in den Schoß, doch ich werde Dich nicht davonkommen lassen." Als Syria Jaldis es nicht für nötig hielt, sich zu rechtfertigen, ergriff Bouchard die Initiative : "Dann eben mit Gewalt." So kam es zu einer erbitterten Schlacht, bei der viele von Bouchards Anhängern ihr Leben ließen. Nur wenige, darunter auch ich, konnten eine Möglichkeit zu Flucht ergreifen, um unsere Haut zu retten. Karr, wenn Ihr das hier lest, so seid Euch gewiß : Auch wenn Bouchard Vergenthiel keinen Auftrag von Euch hatte, so ist er dennoch für Euch gestorben. Anonym
Das Tatzelfelser Methfest - Manfreda und die falschen Händler"Mein Name ist Manfreda Grieskrämer, seit genau fünf Jahren leite ich nun das große und allseits bekannte Handelshaus "Grieskrämers Allerley" (Beridheim: nah am Paigorbrunnen - nicht zu verfehlen!) in unserer schönen Hauptstadt Beridheim. Und seit dieser Zeit besuche ich nun das große Tatzelfelser Methfest. Doch was heuer auf dem Markte geschah, habe ich in all den Jahren nicht erlebt und soll deshalb nicht verschwiegen werden! Der eine oder andere mag mich gesehen haben, grün und blau geschlagen, mit zerrissenem Rock, dass ich überhaupt leibhaftig beim Feste ankam und nun auch diesen Bericht abgeben kann, das habe ich einzig und allein dem jungen Ritter Arandis von Schwarzensteyn zu verdanken, jawohl! Doch will ich von Vorn beginnen: Wie jedes Jahr machte ich mich auch heuer frohgemut auf, meine Waren zum Markt des Methfestes zu tragen und dort zur Freude aller feilzubieten. Das ganze Jahr hatte ich bereits auf diese frohen Tage hingearbeitet. Habe mir weder Rast noch Ruhe gegönnt, bis alles beisammen und fertiggestellt war. So machte ich mich also, heiter und beschwingt, auf den Weg. Seit jeher treffe ich mich dort auf dem Markte mit meiner Base Hilda Laubenbusch, die wie ich, allerdings in Lukanor, einen Laden samt Kontor betreibt ("Hilda Labenbuschs Nutzwerk aus Holz und Ton", Luckanor: Ecke Südtor, ebenfalls nicht zu verfehlen!). Es war bereits sehr spät, als ich endlich mit meinem Karren in die Nähe der Burg kam, und so eilte ich mich. In der Ferne konnte ich schon die Fackeln der Torwachen sehen, als ich im Dunkeln neben mir am Wegesrand sechs bis acht Gestalten kauern sah. Als die Gruppe meiner gewahr wurde, kamen sie auf mich zu. Ich sah bald, dass sie verhüllt waren. Bedrohlich bauten sich einige Männer sich vor mir auf und befahlen mir still zu bleiben, während andere meine Waren begutachteten. Mir war von Anfang an bewusst, dass es sich hierbei nicht um eine Kontrolle der Tatzelfelser Wachen handelte - die sind viel netter - sondern um einen schmutzigen Überfall. Dies wurde umso deutlicher, als einer am Wagen, nachdem er alles durchstöbert hatte, den anderen zurief: "Honigwaren und Wachslichter hier. Den Krempel nehmen wir, das ist perfekt!" Das war doch wohl eine bodenlose Frechheit! Meine guten Waren Krempel? Da hatten sich die Herrschaften mit der Falschen angelegt, denn wie es meine Gewohnheit ist, verberge ich stets einen Dolch unter meinen Röcken, den ich nun just, den Herren entgegen hielt. Ich befahl ihnen sich schleunigst aus dem Staube zu machen, doch bin ich leider kein Mann und noch weniger Soldat und so geschah schneller noch, als ich schauen konnte, dass sich eines meiner "Opfer" schnellen Schrittes außer Reichweite meines Hiebes gebracht hatte, mich im nächsten Moment am Handgelenk packte und mir die Hand so lange drehte, bis die Waffe darin, gefahrlos auf den Boden fiel. Hernach schlugen die Männer auf mich ein, so dass ich Sternlein sah. Bestimmt hätten sie mich zu Tode geprügelt, doch wie aus dem Nichts, vernahm ich auf einmal das Schlagen von Pferdehufen, das sich stetig näherte. Ich erkannte die Gelegenheit und schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Nur ein kurzer Schrei gelang mir, dann hielt man mir den Mund zu. Doch den Göttern Lob und Preis, hatte dieser flüchtige Laut ausgereicht, um den wachen Reiter aufzuschrecken und stutzig zu machen. Kurze Zeit verging, in der kaum ein Laut an unser Ohr trat und dann kam hoch zu Ross, mit wütendem Gesicht und gezogenem Schwert dieser Ritter über meine Peiniger. Er schrie zornentbrannt den Räubern entgegen sie sollten mich in Frieden lassen, wenn sie nicht sein Schwert spüren wollten. Dieses hatten die feigen Hunde wohl nicht im Sinn, denn sie verschwanden hastig im Dickicht. Ich war gerettet. Ich sah mich um, doch leider war nirgends mein Karren zu sehen, wahrscheinlich hatten die Gauner ihn schon fortgebracht "Sei`s drum" dachte ich mir, "Hauptsache, dein Leben ist gerettet" und so dankte ich dem fremden Reiter. Ich muss schlimm ausgesehen haben, jedenfalls senkte sich dieser zu mir herunter, er strich mir den Schmutz aus den Haaren und da geschah es: gleich einem dunklen Blitz schnellte aus der Dunkelheit ein Bolzen in den Körper meines Retters und blieb dort stecken. "Verdammte Hunde!" entfuhr es ihm - dies stellte wohl den Abschiedsgruß der Lumpen dar. Bevor noch mehr Bolzen geflogen kamen, hob mich der Kämpe schnell in seinen Sattel und wir ritten in hoher Geschwindigkeit zur Burg, wo ich, trotz aller Widrigkeiten, dennoch die nächsten Tage verbringen wollte. Schließlich hatte ich doch meiner Base mein Kommen versprochen und so suchte ich sie, um eben ihr beim morgigen Verkauf der Waren behilflich zu sein. In tiefer Dankbarkeit verabschiedete ich mich sodann von meinem Retter, dessen Namen, wie ich jetzt erfuhr, Ritter Arandis von Schwarzensteyn lautet. Noch einmal bedankte ich mich für seine selbstlose Tat - ohne ihn wäre es mir wahrlich schlimm ergangen! Ritter Arandis erstattete dem Herrn der Burg, seiner Hochwohlgeboren, Vogt Leonidas von Distelwiel, schnellen Bericht. Der Vogt sandte sofort eine große Zahl Mannen aus, um meines schönen Karrens samt Räuber habhaft zu werden, doch wie sich später herausstellen sollte, natürlich umsonst. Es war, als habe der Erdboden sie verschluckt, und so kamen die Suchenden bald wieder zurück. Wer hätte damals wissen können, dass die Halunken gar nicht weit entfernt waren? Glücklicherweise traf ich bald darauf meine Base Hilda, die entsetzt meinem Bericht lauschte, jedoch hocherfreut über mein Angebot zur Hilfe war: "Na, dann hat die Sache wenigstens ein Gutes!" sagte sie... Am Abend saßen wir dann noch mit den anderen Marktbeschickern in der Taverne beisammen, eigentlich wollten wir alte Freunde treffen, doch erstaunt stellten wir fest, dass wir nur eine Handvoll kannten und die anderen scheinbar mit uns nur wenig zu tun haben wollen. Also verließen wir bald die Taverne, denn erstmals wurde ein Theaterstück zum besten gegeben. Es handelte sich um eine Komödie über diese Wette ihrer Hochgeboren Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain und diesem Karr dem Jäger, den ich bereits damals - vor all dem - verabscheute. Das treffliche Stück erwies sich als äußerst kurzweilig und spaßhaft, was mich des öfteren zum lauten Lachen anregte und mich mein Leid vergessen ließ. Bald nach dem Ende des Stückes gingen Hilda und ich zu Bett, der nächste Tag versprach anstrengend zu werden. Wir standen mit den anderen Händlern recht früh auf und kümmerten uns um unseren Stand. Bald darauf kamen auch die ersten Kunden herbei. Bei den Göttern, was hätte ich heuer für ein Geschäft gemacht, aus aller Herren Länder waren die Menschen angereist. Und so klingelte nur Hildas Kassen. Nachdem uns die ogedischen Handelsschwüre abgenommen wurden, nutzte ich ab und an die Zeit und verließ die geschäftige Base, um nachzuschauen, was denn die anderen Händler so anpriesen. Da sah ich einen Rüstschmied, Kräuterhändler, Lederwaren, Schmuckstände, gar einen Stand Rauchwaren aus Darbor, die Hirschenauer Vogelfänger mit einem Schießstand und vieles vieles mehr. Umrahmt wurde der Markt von den traditionellen Wettkämpfen, wie der Eremitenmarkt, dem Utzganturnier, einem Wettessen, dem Silberner Stich, der Wahl der Methkönigin und auch dem Freibitten. Als ich dann gegen Mittag die hinteren Stände besah, hätte es mir beinahe den Atem verschlagen, denn was glaubt ihr musste ich dort sehen? Frech wie ein Darianer bot da einer meine gestohlenen Waren an und grinste mich unverschämt an, als er mich staunen sah. Natürlich machte ich meinem Ärger sofort Luft, was einige umstehende Reisende wohl hörten und mich darauf höchst interessiert ansprachen. Auch dem Marktaufseher berichtete ich von meinen Beobachtungen, aber zu meinem Ärger ließ ihn das vollkommen unberührt! Daraufhin setzte ich mich verärgert in die Taverne und schluckte meinen Zorn mit reichlich Meth hinunter. Der Tag plätscherte dann so vor sich hin und es begann zu Dunkeln - es scherte mich nicht. Später, noch nicht ganz mit der Welt versöhnt, wollte ich mich wieder zu Hilda gesellen. Doch was sah ich im Burghof? Eine Schar Bewaffneter hatte sich um Vogt Leonidas und einer mir Unbekannten (später erfuhr ich, dass es sich um Prinzessin Syria Jaldis höchstpersönlich handelte) gruppiert um diese vor dem Marktaufseher und einiger bewaffneter Schergen zu beschützen. Ich verstand nun gar nichts mehr und musste mich erst einmal setzten. So hörte ich den Marktaufseher wie wild schreien und schimpfen. Den Inhalt möchte ich hier lieber nicht wiedergeben, aber es waren schlimme Worte, die sich meist gegen die Prinzessin richteten. Er schimpfte sie eine Hexe und wolle sie brennen sehen! Kann man sich so etwas vorstellen? Was dann geschah, raubte mir wahrhaftig den Atem. In seinem offensichtlichen Wahnsinn schoss der Marktaufseher einen Bolzen auf ihre Hochgeboren ab, der allerdings geistesgegenwärtig von einem tapferen Recken mittels eines Schildes abgefangen wurde. Dies sollte das Signal zum Angriff sein. Jetzt endlich wurde mir klar, wer diese vielen fremden Marktleute gewesen waren. Sie alle erhoben nun die Schwerter gegen die Herrschaften der Burg - es steckte also ein Plan dahinter! Sie alle waren unter der Maskerade Händler zu sein, in böser Absicht in die Burg geschmuggelt worden - hat es so etwas schon einmal gegeben? Es war ein kurzer, aber übler Kampf. Kaum einer der falschen Händler überlebte und die wenigen, die davonkamen wurden sogleich abgeführt. Wahrlich, so hatte ich mir den Markt heuer nicht vorgestellt, nur gut, wenn wir das nächste mal wieder in Hundertsingen feiern, da wo der Markt hingehört, jawohl!" Fürst Waldemar folgt Einladung zum Staatsbesuch nach BetisWas bei diesem Treffen jedoch tatsächlich gesprochen wurde, darüber wurde von beide Seiten Stillschweigen gewahrt. Seine Durchlaucht logieren für die Dauer seines Aufenthalts, man spricht von mindestens einem Mond, im Drachenhainer Stadthaus. Die Regierung des Fürstenhauses übergab seine Durchlaucht für die Zeit seiner Absenz seinem Sohn Prinz Leomar. Gerüchten zufolge würde Fürst Waldemar gerne noch weitere Länder des Königreiches, beispielsweise die Freigrafschaft Sedomee, bereisen. Drachenhainer Hofchronist, Schillwunk "die Feder" Radeweyd
Neuer Stern am Heliporn-HimmelMan merkt gleich, da weiß einer aus ganz vielfacher Anschauung, was da für Spangen prangen. Und aus gleich vielfacher Anfühlung weiß er auch, wohin der Brüder Stangen drangen: "merke ich schon wieder, wie der Stachel in mir wächst und anschwillt, daß ich kaum noch meine Hand dazu bewegen kann, diese Worte zu beenden..." So muß ein Lustschreiber sein: bringt seine Ergüsse und die von andern direkt aufs Pergament. Nur eine, eigentlich die einfachste Übung hat er scheints noch nicht gelernt: "Schweiß steht schon auf meiner Stirn bei dem Gedanken, was ich tun soll, da ich diese Feder niederlege, denn dann hat meine Hand nichts mehr, woran sie sich festhalten kann." Warum an den fernen Schweifen? Sieh, das Gute hängt so nah! Aber das lernt er sicher noch beim Heliporn, der Bruder Salbfried aus Hirschenau, wo noch so manchen friedlich salben wird, allerdings nicht Halfnet, wo sich fragt, wer eigentlich im Nonnenstift
die Beichte abnimmt
Herzögliche Ostarische HofgazetteErste Ergebnisse bei der "Pruzzenausgrabung"Papyros des SüdensDer dritte Dieb bekennt seine SchuldDer vierte und letzte Übeltäter, ein Ceride, langjähriger Halunke und Erzbetrüger aber ist verstockt und will anscheinend versuchen, die Mondkatze in Betis, Jolbruck oder Escandra zu verkaufen . So ist denn dahin seine letzte Möglichkeit, Gnade zu erlangen. Wehe ihm - wehe aber auch jedem, der das Kleinod kaufen will, denn auch ihm ist der Zorn der Göttin gewiß! Der Tanzbär"Wo kommst du her ?"
"Es ist nichts los,
"Wo kommst du her ?"
"Gibt es einen Ort auf dieser Welt,
"Ja, es ist ein Kaff.
- Loki -
Nicht an, sondern für Baron Krator von RebenhainGeschätzter Herr von Rebenhain,Hochwohlgeborener Baron, Ihr wolltet von mir einen Reim, Nun wohlan, hier ist er schon. Hab ich Euch so sehr verletzt,
Und ich erinnere mich zu keiner Stunde,
Im Zorne sehe ich entflammt
Ich weiß, Ihr seid ein Mann von schnellem Zorn
Doch sorgt Euch nicht, ich bin nicht böse
Im Zorne war auch ich entbrannt,
die ich ins Herz geschlossen habe -
Ich will mich Euch ein wenig erklären
Es ist der Barden verbürgte Freiheit,
In diesem Sinne nahm ich mein Recht
Und wir kenne uns schon lange
Natürlich war ich nicht dabei
Und niemals, Krator, wiederum,
um Eure Meinung kundzutun
Es ist mir gleich, wer was im Boten schreibt.
Denn wer hat irgendwas gewonnen?
Was mich unendlich traurig macht,
Und hätt ich nicht noch Freunde dort
Doch ist es so, ich sag es frei,
Und Gefahr für Leib und Leben
Und wofür? Für weniger als nichts!
Mag sein, ich trag mein Herz stets auf der Zunge.
Ich hab mich nicht verändert, bin nicht tot
Wohlan, wenn ich Euch gekränkt, verletzt,
Ist's Euer Wunsch, so komme ich nach Rebenhein
Dann mögt als weitres Opfer dieses Krieges
Daß Ihr die Schmach gerächt, an Drachenhain begangen
Euer Herz ist es, das Ihr zerreißt
Doch sag ich Euch: Mein Leben nicht und auch mein Tod
Wenn Ihr mich tötet, Herr von Rebenhain
Marvenna
Termine06.10. - 08.10.00 Helicon 16 - Gelehrtenkonvent auf Schloß Ebersberg 12.01. - 14.01.01 5. Heligonischer Adelstag auf Burg Wernfels 23.03. - 25.03.01 Helicon 17 (Burg Wildenstein)
© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés & Marc Hermann Berichte von Guido Brand, Arnulf Breuer, Ulrike Clauss, Julia Fischer,
Henning Frank, Tobias M., Benjamin Rampp, Andreas Reicke, Amdreas Riedlinger,
Markus Spree
Letzte NachrichtenLuchnar: Alfar auf HautzensteynDrachenhainNachdem ich euch alle verlassen habe, um auf Abenteuer zu gehen, wollte ich mich mal bei euch melden, damit ihr wisst, dass es mir gut geht. Ich war die Tage auf dem Methfest in der Baronie Tatzelfels. Und ob du es glaubst oder nicht, ich habe meinen ersten Kampf hinter mich gebracht und habe mich gar ruhmreich geschlagen. Aber ich will es dir der Reihe nach erzählen. Als ich am Freitag Abend auf Burg Rabenhag ankam, wo die Feierlichkeiten stattfanden, war Vogt Leonidas von Rabenweil gerade dabei, Gäste anzuwerben als Hüter der Flamme. Vielleicht kennst du den Brauch ja nicht, deshalb will ich ihn dir schnell erklären. Baron Leomar hat ihn wieder eingeführt. Es geht darum, dass außerhalb der Burg zu Beginn der Feierlichkeiten ein Feuer entzündet und von ogedischen Geweihten gesegnet wird. Solange die Feierlichkeiten am Laufen sind, darf dieses Feuer nicht erlöschen. Ich überlegte gerade, ob ich mich den Hütern der Flamme anschließen wollte, müde von dem langen Tagesmarsch wollte ich keine rechte Lust dazu empfinden, als mich der Vogt ansprach. Leonidas selbst! Was sagst du nun? Ob ein so prächtiger junger Mann wie ich denn nicht Lust hätte, sich diesem Brauch anzuschließen. Das hat er mich gefragt. Konnte ich da noch nein sagen? Sicher nicht. So saß ich also wenig später mit vielen anderen draußen am Feuer und wartete darauf, dass die Nacht vorüberging. Bruder, ich sage dir, eine Nacht kann verdammt lange werden, wenn du sie durchwachen musst. Insbesondere wenn deine Füße schmerzen vom Marsch, wenn dein Kopf umnebelt ist vom Starkbier und du dir nichts sehnlicher wünscht als ein Bett. Ich muss nicht erwähnen, dass die ersten Hüter schon recht bald aufgaben und sich in die Burg verzogen. Wenn auch die Zurückbleibenden mit Fortschreiten der nacht den Weichenden sehnsüchtig hinterher sahen, so blieben doch einige unentwegte übrig. Und ich war dabei! Mir wollten schon die Augen zufallen, trotz der unbequemen Lage, als plötzlich ein Mann auftauchte und fragte, ob es sich wohl zu uns gesellen dürfe. Natürlich haben wir ihm die Bitte gewährt. Aber der Kerl saß kaum bei uns, als er auch schon begann, uns alle der Reihe nach madig zu machen. Er schimpfte auf die Feier, auf den Vogt und den Baron. Insgesamt war er so unverschämt, dass wir ihn schließlich baten zu gehen. Da wagte er sogar, uns zu drohen, der unverschämte Wicht! Wir würden dies noch bereuen. Wir hatten den unangenehmen Gast gerade verdaut, als wir den Hilferuf einer Frau vernahmen. Sofort eilten ein paar der Hüter der Flamme in die Nacht, um der Unbekannten beizustehen. Doch sie waren kaum gegangen, als wir überfallen wurden. Acht bis zehn Männer griffen uns wenigen Verbliebenen an und trachteten danach, die Flammen auszutreten. Fast hätten sie es auch geschafft, als unsere geleimten Kameraden zurückkehrten und uns beistanden. Bruder, du hättest es erleben sollen. Der Kampf wogte hin und her. Keinen Fuß Boden gaben wir kampflos preis. Das Schwert unseres Vaters sang nur so in meinen Händen. Ich habe gekämpft wie ein Löwe. Du wärst stolz auf mich gewesen. Warte nur ein Weilchen, dann werden die Barden Lieder über mich singen. Jedenfalls haben wir sie alle überwältigt. Einer nach dem anderen fielen sie unter unseren Waffen, und das Feuer war gerettet. Ach, immer wenn ich an diesen Moment zurückdenke, an die Erschöpfung und den Stolz, dann weiß ich, dass dies nicht mein letzter Kampf gewesen sein wird. Ich bin zu höherem berufen. Glaub es mir! Du wirst schon sehen, oder besser davon hören, wenn die Barden ihre ersten Lieder über mich singen. Ich wünsche euch alles Gute! Grüß Mutter von mir und sag ihr, sie braucht sich keine Sorgen um mich zu machen und dass der Mantel warm genug ist, so dass ich auch sicherlich keinen Schnupfen bekommen werde. Es grüsst dich! Dein Hendric Neues aus Dunkelstein"Es war um die ärgste Winterzeit, da habe ich die Ziegenherde in
die Stadt hinuntertreiben müssen, weil der Schnee, der ist ja heuer
bis ins Tal heruntergekommen, und da hatte ich Angst, daß mir die
Ziegen erfrieren, wissen Sie, die gehören ja nicht mir, sondern den
Bauern von Finsterdorf und wenn mir so ein Stück stirbt, dann bin
ich das dem Bauern schuldig und das wäre furchtbar, weil, wissen Sie,
ich bin ja nur eine einfache Frau und ich kann nicht so einfach eine Ziege
ersetzen. Ja, und mittags, als ich mit der Herde am Berge Golinat vorbeikomme,
wissen Sie, wo die Burg Niederwerrn steht, oder stand, und da, wo auch
die Herren von der Niederwerrner Garde sind, oder waren, da wurde es ganz
schlimm mit dem Schneien und ich hatte wirklich Angst, daß mir ein
Stück Vieh erfriert bei dem Wintersturm, aber was glauben Sie, nicht
genug damit, es hat auch noch geblitzt und gedonnert, so daß ich
geglaubt habe, das Totenheer sei hinter mir her und mein letztes Stündlein
hätte geschlagen. Zum Abend hin wurde es dann aber besser mit dem
Wetter und ich konnte mit den Ziegen weiter ins Tal hinunter. Dem Einen
zum Dank durfte ich mit meinen Ziegen bei Verwandten in Dunkelnau die Nacht
im Stall verbringen.
(Die Zeugin verläßt den Zusammenhang) "Na, also, wie wir dann auf dem Berg hoch droben ankommen, da seh´ ich, und ich glaub meinen Augen nicht, daß die Burg, die da immer gestanden hat, wissen Sie, die Burg von den Niederwerrner Herren, ja, die stand da also nicht mehr, weil sie war wohl bei dem Blitzschlag angebrannt und dann abgebrannt und jetzt, ja, jetzt steht sie nicht mehr, und ich weiß auch nicht, aber ich glaube, daß der Eine schon gewußt hat, warum er das macht, aber jetzt rede ich lieber nicht weiter, da sollen sich die Herren Bannkreuzler selber ein Bild machen, wenn sie die Ruine examinieren und da brauchts wohl auch mehr Verstand dazu, als so ein einfaches Weib wie ich es bin, aufbringen kann." Das war alles, was die Zeugin Lene Wiesenblum zu Protokoll geben konnte. Eine Abordnung des Hauptklosters Dunkelstein wird die Ruine in Bälde einer Examination unterziehen. Waldrat Helgefels, Stadtschreiber
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