Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 2. Helios n.A.III 28

Ausgabe 34

Kronkurier

 

Die Ceridische Kirche hat ein neues Oberhaupt

Das lange Warten hat ein Ende. Am 7. Tag des Wonnemondes im Jahre 90 n.d.E. wählten die neun Prälaten des heiligen Konvents im Kloster Gregorsruh einen neuen Primus aus ihrer Mitte. Nicht ganz überraschend ging dabei Aftalun von Ostarien, Abt von Gunara und Superior der Hilariusiten, als Sieger hervor und trat somit auch in diesem Amt unter dem Namen Pacellus die Nachfolge des Benedict Canesius an.
 

Offenbarung in Gregorsruh

"Mein Name ist Paul, und bin glaub ich so 11 Jahre alt. Ich bin von Pater Gregor, der aber nicht mein Papa ist, in Altmühl aufgezogen. Das ist das Dörfchen, in dem ich wohne. Keiner weiß, wer meine Eltern sind, aber Gregor hat immer gesagt, dass ich ihm als Geschenk des Einen für seine Kirchentür gelegt wurde. Gregor war sehr gut zu mir und er konnte mir immer alles so erklären, dass ich es verstanden habe. Ich bin zwar nicht so schlau, wie die anderen, aber man ist immer nur dann dumm, wenn man Dummes tut. Das hat Gregor mir immer gesagt. Er hat mir viel erzählt vom Einen und von dem was Hilarius gesagt und getan hat. Er hat fast immer Zeit für mich gehabt, und ich habe ihm geholfen, wenn ich es konnte. Beim Essenausteilen oder wenn er Kranke verpflegt hat. Er fehlt mir. Seit der schrecklichen Nacht, wo die Kirche gebrannt hat und er nicht mehr aus dem Feuer rauskam. Ich weiß noch, dass mir Ismael, der Kirchendiener immer wieder sagen musste, dass Gregor nie wieder zurückkommen wird. Ich war oft stundenlang an dem Platz, wo Gregor immer gesessen ist. Er hat immer gesagt, hier findet er Frieden und Ruhe zum Nachdenken. Ganz oben über dem Dorf, an dem alten Ceridengrab war das. Unser liebster Ausguck auf das ganze Tal. Die Geschichte des alten Grabes kennt hier jeder in der Gegend. Schließlich war das ja der erste Ceride hier. So wie Gregor immer erzählt hat, haben ihn böse Menschen erschlagen und einfach liegen lassen. Die Menschen, die ihn gefunden haben, haben aber seinen Namen nicht gewußt. Da hat er eben eine steinerne Tafel mit einer Inschrift bekommen, von der ich aber gar nicht weiß, was eigentlich darauf steht. Lesen und Schreiben kann ich nämlich nicht, obwohl Gregor mir es immer beibringen wollte. Aber jetzt ist er ja beim Einen und wacht von dort über mich, sagt auf jeden Fall der Ismael. Er kümmert sich seit dem Tag um mich. Er kann mir zwar nicht alles so gut erklären, wie es Gregor konnte, aber er ist auch sehr nett zu mir. In der letzten Zeit ist so viel passiert, daß ich noch Zeit brauche, um alles zu verstehen. Da waren so viele Leute da. Hohe Herren, sagt Ismael. Und dann haben die mich befragt und ich wusste doch nicht was sie wollten. Und dann hat so eine Frau mir was geschenkt und gesagt, ich soll nichts sagen. Und dann haben die hohen Herren gesagt, ich soll schon was sagen, weil das nicht richtig ist und auf einmal waren alle dann so verwandelt und lieb und haben den Einen gepriesen, mehr weiß ich nicht..."

"... Und so blieb ich, Prosperian, Prätor der Heiligen Miliz, im Kloster, um dafür zu sorgen, daß nichts und niemand Ihro Heiligkeit in der Ausführung seiner Gebete störte,  während die meisten anderen Konzilsgäste das Grab des Unbekannten untersuchten. Ich nützte die Zeit, um mit Baron Adalbert von Torpstein darüber zu disputieren, um wen es sich bei dem Bestatteten handeln könnte, der laut einer Legende aus dieser Gegend vor mindestens achtzig Jahren ums Leben gekommen war. Sollte es möglich sein, daß es sich um einen unbekannten Jünger des Hilarius handelte? Draußen war mittlerweile ein Unwetter im Gange und wir sorgten uns schon um die Suchenden, als diese einer nach dem anderen vom Regen durchnäßt aber mit froher Mine den Concilssaal betraten und ihre Laternen löschten. Mit sich führten sie den Grabstein des Unbekannten, der von zwei Klosterbrüdern auf den Ratstisch gelegt wurde. Sofort begannen Abt Sabrizius von Gregorsruh und sein Bruder Prior mit der eingehenden Untersuchung des Objektes, in welches unser Glaubenssymbol eingeritzt war. In den Zwischenräumen war das Gebet des Lebens zu lesen, was an und für sich nicht ungewöhnlich war. Außerdem entdeckten wir am unteren Rand der Tafel, schon beinahe unleserlich von der langen Zeit, welche die Lettern unter der Erde verbracht hatten, folgende Worte: "Auf dem anderen Pfad der Zeilen wandelt, wer die Insignie zur Hilfe nimmt. Das Gebet an den Einen, gesprochen von den Gläubigen, wird erhört werden." Schweren Herzens, von den anderen Brüdern gedrängt, entschloß ich mich, Ihro Heiligkeit bei seinen Gebeten zu stören, damit die heilige Insignie, die ich die vergangenen Tage aufbewahrt hatte, examiniert werden konnte. Als ich aber die Kapelle betrat, winkte Pacellus nur huldvoll und deutete auf die Schatulle, in welcher das Zeichen des Primus verwahrt wird, ohne im geringsten in seinen Gebeten innezuhalten. Es war ganz als ob er bereits gewußt hätte, was in der Nacht des 7. Tages im Wonnemond des Jahres 90 nach der Erleuchtung noch geschehen sollte. 
Auf der Insignie befanden sich weitere Worte aus dem Gebet des Lebens und es stellte sich heraus, daß wir es mit einer Anleitung zur Neuordnung unseres wichtigsten Gebetes zu tun hatten. Wie konnte nur in der ganzen bisherigen Geschichte unseres Glaubens verborgen geblieben sein, daß sich in unseren heiligen Schriften noch weitere Texte verbergen? Wie dem auch sei, als die neue Ordnung hergestellt war, versammelten sich alle Gläubigen zum Gottesdienst, welcher vom Prior des Klosters abgehalten wurde. Voller Inbrunst und Demut beteten wir das Gebet, welches uns der EINE heute in seiner Weisheit geschenkt hatte. Jeglicher Zweifel, den die Ereignisse der letzten Tage bei mir hinterlassen hatten, verließ mich und voller Verzückung des Glaubens sank ich darnieder, als ich überall in mir und um mich herum eine allmächtige Stimme vernahm und es war die Stimme des EINEN die da sprach:  
 

Fürchtet Euch nicht, denn ich bin der Eine, der keinen Namen braucht.
Ihr habt mein Wort erbeten. So höret nun mein Wort:
Ihr habt das Grab des Aspitanius gefunden.
Ihr habt das Gebet der Offenbarung erhalten.
Nun ist die Zeit gekommen.
Einst führte ich Mentirius und Aspitanius auf den rechten Weg, so daß sie den Menschen die Weisheit lehren sollten.
Nicht immer hat mir gefallen, wie die Weisheit angewandt wird.
Darum gebe ich Euch eine Aufgabe, um zu wissen, daß Ihr würdig seid.
Und so soll Eure Aufgabe lauten:
Gehet hin und suchet das Tor der Unschuld.
In seiner Obhut liegt das Rad des Schicksals.
Das Wiederentdeckte wird Euch auf den rechten Weg führen.
Doch sei dies Warnung genug:
Der Unwissende stürzt alle ins Verderben. 
Das Für und das Wider dürfen nicht vermischt werden.
Und bedenkt:
Das Rad des Schicksals dreht sich nicht nur in einer Achse.
Weisheit wächst mit der Zeit.


Nur langsam kamen alle wieder zu sich und ein jeder war begierig seine Erfahrung den Anderen mitzuteilen und da stellte sich heraus, daß nur zum Priester geweihten Brüdern und Schwestern  die Offenbarung zuteil geworden war. Und sogleich wußten wir, welches unsere Aufgabe sein sollte von nun an: Wir würden in ganz Heligonia die Worte verkünden, damit ein jeder wahre Gläubige sich auf die Suche mache nach dem Rad des Schicksals, welches zu finden unsere Bestimmung ist. ..."

"...Auserwählte sind all jene, die die Worte dieser Offenbarung vernommen haben. Auserwählt im Angesicht des Namenlosen, auserwählt aus der Gemeinschaft der Ceriden. Auch ich bin dem Ruf nach Gregorsruh gefolgt; Valerianus ist mein Name, dem heiligen Orden der Bannkreuzler diene ich, Probst zu Bornstein bin ich und als Prälat war ich als einer von Neun entsandt worden, der Kirche den Erzprimus zu wählen. Obgleich dieses Ereignis vor der Dimension der Geschehnisse um die Offenbarung an Bedeutsamkeit verlieren mag, hat doch der heilige Convent der ceridischen Kirche in der Person des neuen Erzprimus Pacellus einen Wendepunkt gebracht. Bald schon nach der Wahl empfing er seine Weihe nach alter Sitte in einem kalten, klaren Quellbach unweit des Klosters. Ergriffen und voller Hoffnung wohnten wir der bescheidenen und doch feierlichen Zeremonie bei.
Kaum daß der frühere Prinz Aftalun von Ostarien uns seinen neuen Namen genannt hatte, ging er seine Aufgabe an. Mir selbst - lange habe ich der Inquisition gedient, allzu lange unter unserem Großinquisitor geschwiegen, wenn ich hätte sprechen sollen - war seine erste Amtshandlung die Erfüllung eines alten Traums: Brennend hielt ich den Hexenhammer in meiner Hand; ich sah, wie das Feuer ihn verzehrte, ihn und viele seiner Abschriften, denn Pacellus hatte befohlen, daß jenes verderbte Buch, das soviel Leid über die Menschen in Heligonia gebracht hatte, endlich selbst den reinigenden Flammen des Scheiterhaufens überantwortet werden möge. Noch heute besinne ich mich zu Zeiten, wie leicht der Rauch in den Himmel hinaufstieg... ein kleines Feuer nur hatten wir entfacht, das viele Papier drohte, die Flammen zu ersticken - Bücher brennen schwer und langsam, und doch war am Abend nichts von den Schriften des Großinquisitors übriggeblieben, als das Unwetter nahte, uns ein letztes Mal den Weg zum Grab des Aspitanius zu hindern - vergebens!"
 

Drei bedeutungsvolle Tage im Wonnemond 90 nach der Erleuchtung

Nahezu zwei volle Monate sind vergangen, seitdem sich die Hohe Geistlichkeit der Heiligen Ceridischen Kirche in den ersten Tagen des Wonnemondes des Jahres neunzig nach der Erleuchtung ein neues Oberhaupt erwählt hat: Pacellus, nun im Amte des Erzprimus der Heiligen Ceridischen Kirche, vielen sicherlich noch als Prinz Aftalun von Ostarien bekannt. Aber erst heute erlaubt es mir mein Amt, die Ereignisse um das Kirchenkonzil und die Wahl des Nachfolgers unserer geschätzten Heiligkeit, dem verstorbenen Erzprimus Benedikt Canesius, für die, die uns folgen werden, in diesem Ordensskriptum niederzuschreiben. Hier in der Ballei Silverhorn finde ich nun endlich die Ruhe, die Geschehnisse mit Tinte und Feder auf meinem Papier zu binden, so wie ich sie, ein Templersoldat der Ceridischen Kirche, dato noch in Erinnerung habe. Ich versuche mich im Nachfolgenden auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Ergebnisse der Untersuchung der "Störungen" im geregelten Ablauf des Konzils wird der gelehrte Leser an anderer Stelle niedergeschrieben finden. Möge man mir es nachsehen, sofern ich so manches Detail dieser ereignisreichen Tage vergessen habe oder unerwähnt lasse.

Derfried von Wenten, Landkomtur der Ballei Silverhorn, 
am 29. Tage des Mondes der Erleuchtung im Jahre 91 nach der Erleuchtung 

"Als wir in den frühen Abendstunden des fünften Tages des Wonnemondes das Dorf Altmühl in Carajon mit unserem kleinen Troß erreichten und uns anschickten die Abtei Gregorsruh über den ‚Gregorsweg' zu erreichen, fanden wir das Kloster für den Besuch der verschiedenen Delegation der ceridischen Orden gut vorbereitet. Abt Sabrizius hatte wahrlich alle erdenklichen Vorbereitungen getroffen, um die hohe Geistlichkeit angemessen zu empfangen. Alle seine Bediensteten leisteten gute Arbeit, um den Reisenden den Aufenthalt im Kloster Gregorsruh so angenehm wie möglich zu gestalten. Nachdem unser Troß, bestehend aus äußerst fähigen Soldaten unseres Ordens unter der Führung des Bruders Hauptspittler Benedikt Honorius und meiner Person, Quartier gefaßt hatten, nahmen wir im Beisein der wichtigsten ceridischen Würdenträger unser erstes gemeinsames Mahl ein. Feierlich war schon am Abend die Stimmung der versammelten Ordensmänner, so sollten doch die folgenden drei Tage eine neue Ära in der Geschichte der Heiligen Ceridischen Kirche einläuten. Schon als die Ordensmänner das erste Mal aufeinander trafen, begannen sie sogleich mit der Diskussion der verschiedensten Kirchenthemen an deren Ende letztendlich die Wahl eines neuen Erzprimus stehen sollte. Neun Wahlmänner wurden zu diesem Zwecke berufen, den Führer der Heiligen Ceridischen Kirche zu wählen. Diese ‚Neun', die alle Orden der Ceridischen Kirche repräsentierten, will ich hier namentlich vorstellen:  Für die Hilariusiten seine Hochgeboren Prinz Aftalun von Ostarien, der ehrwürdige Abt Heribert von Rodi sowie der ehrwürdige Abt Sabrizius von Gregorsruh. Für die Bannkreuzer der ehrwürdige Abt Flavius van Orb, der ehrwürdige Abt Falkonius und seine Exzellenz Valerianus, seines Zeichens Inquisitor mit ‚ruhendem Amte'. Für die Pretoriusaner der ehrwürdige, mit hohem Alter gesegnete Abt Ceridan Egidio von Sankt Aluin und der Prior Lupus von Lindfurt als Vertreter des ehrwürdigen Abtes Ditonius. Für die Templer zu Ankur der Bruder Hauptspittler Benedikt Honorius als Vertreter unseres Großmeisters Kalveram von Norrland-Brassach, der ob der Gefahr eines neuerlichen ödländischen Angriffes die Reise nach Carajon nicht anzutreten vermochte.

In vielen Gesprächen und sogar beim Essen vertieften sich die hohen Herren fortan in die wichtigsten Themen der Heiligen Ceridischen Kirche und Heligonias. Über Reformen, Anpassungen und einschneidende Veränderungen wurde gesprochen. An so manchem Gespräch durfte ich als Landkomtur teilnehmen, aber manchmal ward es auch mir nicht vergönnt, ein jedes Wort, welches die neun hohen Herren äußersten, zu hören. So fand doch die eine oder andere Sitzung der Wahlmänner hinter verschlossenen Türen statt. Wer nun denkt, daß diese Beratungen in der Ruhe stattfanden, die hinter Klostermauern herrschen sollte, der irrt. Immer wieder wurden die Sitzungen der Berufenen durch sonderbare Dinge unterbrochen. So entdeckte man beim Essen in mehreren Brotlaiben Blut, welches sich im Nachhinein aber als das Blut eines geschlachteten Huhnes herausstellte. Dann wurde eine Sitzung durch die Sichtung einer bleichhäutigen Gestalt an dem Fenster zum Hofe unterbrochen. Immer wieder wurden die Gespräche der ‚Neun' behindert. Und so wies der Bruder Hauptspittler, der diese ‚Störungen' als Versuch wertete, die Wahl des Erzprimus zu verzögern oder gar zu sabotieren, unsere Soldaten an, die Vorfälle peinlichst genau zu untersuchen.

Doch ich will mich nun wieder auf das Wesentliche konzentrieren, denn in der Tat war die Wahl des Erzprimus das Ereignis auf das alle Anwesenden hinfieberten. Schon die Bekanntgabe der sich zur Wahl stellenden Geistlichen sorgte für Aufregung in der Abtei. Lediglich zwei der ‚Neun' stellten sich zur Wahl: Seine Hochgeboren Prinz Aftalun von Ostarien, seines Zeichens Superior der Hilariusiten und Abt von Gunara, und Benedikt Honorius, seines Zeichens Hauptspittler der Templer zu Ankur. Die Bannkreuzer, mit deren Kandidatur man allerorts gerechnet hatte, so strebten sie doch über Jahre hinweg nach dem Amte des Erzprimus, verzichteten zur Überraschung der versammelten Geistlichkeit auf die Aufbietung eines Kandidaten. So gab der Abt Falkonius zu bedenken, daß der Orden im Umbruch sei und man die Bürde dieses hohen Amtes nicht in dieser Stunde auf sich nehmen könne. Diese Handlung überraschte unseren Bruder Hauptspittler so sehr, daß er sich für einige Stunden in die Stille seine Kammer zurückzog. Als nun am Abend die Wahlmänner erneut zusammentrafen, um schlußendlich den zukünftigen Erzprimus zu wählen, zog Benedikt Honorius seine Kandidatur zurück. Über Proteste von Seiten der Pretoriusaner, Prior Lupus von Lindfurt bezeichnete die Wahl nun als Farce, setzte er sich mit den Worten hinweg, daß es ihm als Mitglied des Ordens der Templer zu Ankur nicht zu stünde, im ‚direkten Zweikampf' gegen den Sohn des Ordensgründers, dem verstorbenen Herzog Uriel II. von Ostarien, anzutreten. Somit bewarb sich lediglich seine Hochgeboren Prinz Aftalun von Ostarien, Superior der Hilariusiten und Abt von Gunara, um das hohe Amt des geistlichen Führers der ceridischen Kirche. Als nun die Wahlmänner unter sich offen über Aftalun abstimmten, stellte sich eine imposante Mehrheit für den Sohn Ostariens ein. Ohne Gegenstimmen, bei wenigen Enthaltungen, wählten die neun Wahlmänner den Superior der Hilariusiten zum Erzprimus der Heiligen Ceridischen Kirche! So spektakulär wie die Wahl verlief, war auch die erste Amtstat unseres neuen Erzprimus: Unverzüglich ordnete Pacellus die Verbrennung des Dunkelsteines Hexenhammers an! Möge die Ceridische Kirche unter seiner Führung in ein neues Zeitalter aufbrechen!"
 

Das Fernrohr

Ein Blick über die Grenzen Heligonias

Drachenhain nimmt Beziehungen zu Falkenhain auf 

Das Fürstentum Drachenhain hat offizielle Beziehungen zur Baronie Falkenhain aufgenommen. Dieses westlich von Heligonia gelegene Herrschaftsgebiet wurde vor vier Jahren durch einen Zusammenschluß der Baronien Falkenhain ob des Waldes und Ehrenfeld gegründet. Der neu ernannte Botschafter Drachenhains, Koldewaiht von Hautzensteyn, kam auf seiner damaligen Studienreise just zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses durch Falkenhain und lernte das junge, damals neu eingesetzte Herrscherpaar persönlich kennen, deshalb erschien es Fürst Waldemar angemessen, als erste Aufgabe seines Botschafters diese private Verbindung auch zu einer offiziellen zu machen.
Der offizielle Bericht liegt dem heligonischen Boten nicht vor, jedoch traten in Falkenhain während des Botschafterbesuches ohnehin Ereignisse auf, die die Politik zeitweilig in den Hintergrund treten ließen. Es gelang, den Bericht eines Augenzeugen zu erhalten. (siehe "Der Magus wars!")
 

"Der Magus wars!"

"Eigentlich hätte es ja einer Feier sein sollen, Sommerfest oder so. Gab auch eine schöne Begrüßung. Da haben  zwar ein  paar Bauern schon komische Sachen erzählt, aber da habe ich gar nicht so drauf geachtet, der Met war auch ziemlich gut. Und dann kamen sie plötzlich angewackelt. Es waren wohl Untote, aber das habe ich erst später begriffen. Jedenfalls sprangen die Krieger plötzlich alle davon, auch die Baronstafel war fast leer und... naja, dann kamen sie wieder, aber die Stimmung war schlechter als vorher, die Orks haben angefangen, mit der Garde zu raufen, manche Gäste verzogen sich... Ich habe dann besser die Ohren aufgemacht und gehört, wie der Baron Navarre immer abwiegelte und gar nicht drüber sprechen wollte, während der Magus meinte, wenn er seine Magie richtig ausüben dürfte, wäre das rasch vorbei mit den Untoten. Genau, da habe ichs zum ersten Mal gehört. Ich bin dann ins Bett. Am nächsten Tag ging eigentlich das Fest gemütlich los, wie geplant - dann hieß es plötzlich, die Baronin Isabeau ist entführt! Die wurde dann wieder gefunden mit einer Warnung, "Haut ab!" oder so und als wir das nicht taten, gabs plötzlich wieder einen Angriff, diesmal hab ichs gesehen, Gestalten mit komischen Totenköpfen! Es gab viele Verletzte, richtig schwer, zum Beispiel einer von den Ausländern mit Rock. Ja, die Ausländer haben auch gekämpft. Sogar der ausländische Baron, der bis dahin die ganze Zeit mit unseren beiden Baroninnen herumgepusselt hatte, der hat sich vor sie gestellt und mußte kämpfen. Der hatte aber keinen Rock  an. Überhaupt alle die ein Schwert an hatten, mußten kämpfen. Danach dachte ich, ich geh besser heim, aber die Garde meinte, das geht nicht wegen der Gefahren im Wald... Da wußte ich, was abgeht.
Der Magus sagte, er kümmert sich um die Probleme,  der Baron Navarre versuchte immer noch zu beschwichtigen und rief derweil das Utzgan-Turnier aus, Das war auch hübsch, aber ich war doch sehr angespannt, ich wußte, das geht nicht ewig gut und abends, als es dunkel wurde, wurde es dann richtig ernst, also noch ernster. Wieder diese komischen Halblebigen, immer mehr und wir flüchteten in die Kapelle. Da war zum Glück ein Priester, der konnte Waffen weihen. Die Krieger sind dann wieder raus und kämpften und ich bin mit, obwohl ich gar nicht mutig bin und plötzlich standen wir uns in Reihen gegenüber und der Magus mit auf der anderen Seite. Der Magus wars! Der wurde beschimpft, grinste aber nur frech und sagte, wärt ihr halt abgehauen. Es kam dann zur Schlacht und als wir gewonnen hatten, war der Magier gar nicht mehr da, sondern in der Ruine! Der hat gar nicht mitgekämpft, der Lümmel! Wir sind dann auch hoch, war aber alles verdammt magisch und wir hattens schwer überhaupt hochzukommen. Oben hat der Magus irgendwelche komischen Zauber gemacht und sein Gehilfe hat derweil eine unsichtbare Wand gehext! Wir hatten aber auch Magier , die haben die Wand schließlich zerbrochen, dann kam aber noch eine Wand, da mußten wir uns außenrumsetzen und irgendwie die Kräfte bündeln, der Magus drin im Kreis hat einen nach dem andern ohnmächtig werden lassen. Ich dacht schon, das klappt nicht mehr. Dann ist der Magier plötzlich selbst ohnmächtig geworden und dann haben wir ihn geschnappt und wir hatten gewonnen! Nachher wurde er dann geköpft. Aber ich war trotzdem schlechter Laune, ein ausländischer Krieger mit 3 Schwertern ist richtig gestorben. Naja, ich hab dann  noch was getrunken, s'war dann eigentlich aus die Aufregung, aber ich hab trotzdem die ganze Nacht nicht geschlafen..."
 

Der Trommler

freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach

 

Baronin Leabell von Tlamana zu Gast in der Markgrafschaft 

Zahllose Augenpaare blickten gespannt aus den Rundfenstern und von den Mauerstegen der buntgeschmückten Burg Brassach auf die geöffneten Tore der Stadt Tarnam hinab. Alle verfolgten die Anreise der bereits sehnlichst erwarteten tlamanischen Gäste, die mit drei Schiffen angereist, jedoch zuerst im Hafen der Stadt hatten ankommen müssen. Stunden nahm das mühsame Entladen in Anspruch. Doch was waren Stunden, wenn bereits seit Tagen Burg und Stadt großen tatzelfelser Bienenstöcken glichen, so geschäftig und lebhaft war das Treiben, wollte man dem hohen Gast aus dem Süden des Kronlands Ligonii doch ein möglichst angemessenes Bild vermitteln. Umso größer war die Freude und der Jubel als endlich das Gefolge der Baronin Leabell von Tlamana in Sichtweite war. Ein imposanter Aufmarsch war das, die Wappenröcke und Farben waren gänzlich in tlamanischem Gold und Schwarz gehalten. Dergleichen hatte man in der ehrwürdigen Hauptstadt des jüngsten heligonischen Reiches seither lange nicht mehr gesehen. Schon von der Ferne, vom Fluss aus, hatte man am frühen Morgen die funkelnden Rüstungen der Leichten Tlamanischen Reiterei auf den vorbeifahrenden Schiffen blinken sehen. Jetzt, in nächster Nähe, konnte man sogar die bunten Fähnchen, die in den Farben der Markgrafschaft und der Baronie einträchtig nebeneinander auf den Lanzen der Reiter gesteckt worden waren, erblicken. Inmitten des Trosses bahnte sich eine prächtige Prunkkutsche ihren Weg hinauf zur Burg, doch wer geglaubt hatte, die Herrin von Tlamana säße auf weichem Kissen darin, wurde wahrhaftig eines besseren belehrt, findige Augen entdeckten bald ihre Hochwohlgeboren hoch zu Ross, ihre Reisegesellschaft selbst anführend. An der einen behandschuhten Hand führte Baronin Leabell die Zügel des eigenen, an der anderen, die eines reiterlosen, höchst edlen Pferdes, dessen prächtiger Sattel nebst Zaumzeug aus glänzendem Leder gefertigt war. Der Hengst hatte wohl ein Stockmaß von etwas weniger als sechs Ellen. Ein eleganter, sich nach oben verjüngender Hals, trug ein edles Haupt mit großen, wachen Augen. Das Gebäude des Tieres war mittellang und kräftig und wies einen beachtlichen Rippenbogen auf. Die Beine waren sichtbar hart und röhrenförmig - ein prachtvolles Geschöpf mit Namen „Velan“.    
Unter zahllosen Hochrufen zog das Gefolge aus der Stadt, und kurz darauf endlich in die nahe Feste Brassach ein. Dort wurden die Gäste bereits im Burghof von Markgraf Kalveram und seiner Gemahlin Markgräfin Lenia herzlich in Empfang genommen. Man umarmten sich und zeigte sich in Freundschaft eng verbunden. So stand dem Gastgeber auch die Freude ins Gesicht geschrieben, als die Herrin von Tlamana dem Markgrafen das edle Pferd Velan als Gastgeschenk darreichte. Baronin Leabell ließ verlauten, der Hengst sei der erste Ardeluner aus ihrer Zucht, der das Land Tlamana verlasse, die Aufzucht habe sich „Poena-sei-Dank-und-Ehr´“ als äußerst erfolgreich erwiesen. 
Dies alles ist nun Wochen her, inzwischen ist die Baronin zurück gen Tlamana gereist, doch ihren Aufenthalt in Norrland-Brassach nicht genutzt zu haben, das kann man ihrer Hochwohlgeboren nicht vorwerfen. So besuchte sie bereits in der ersten Woche das Schlachtfeld der Kesselschlacht von Brazfurt, wo die große Heligonische Offensive unter der Führung des Markgrafen Kalveram und des Generalzeugmeisters von Ostarien, Baron Jareck von Jolberg - dem Cousin Baronin Leabells - vor zwei Jahren ihr glückliches und ruhmvolles Ende fand. Auch der Besuch des Grabes von Legon von Brazfurt und des Sammelgrabs der anderen heldenhaft gegen die Ödländer Gefallenen, stand auf dem Plan. In Ahrenburg, der ehemaligen Caronburg, wurde gemeinsam dem abscheulichen Umsturzversuch der beiden Verräter und Umstürzler Anholt und Rhoderich gedacht. An Ort und Stelle sicherte ihre Hochwohlgeboren die sofortige Hilfe Tlamanas zu, falls wieder einmal solches Ungemach geschehen sollte. In wahrhaftiges Verzücken versetzte den Gast die Besichtigung der neuen Befestigungsanlagen an der Ostra. An ein Durchkommen der verhassten Ödländer sei hier wahrhaftig nicht mehr zu denken. Ebenfalls beeindruckt zeigte sich die Herrin von Tlamana nach Sichtung der brassachischen Erzgruben. Lobende Worte fand Baronin Leabell ob der doch sehr ansprechenden Qualität des Stahls und der sehr ergiebigen Steinkohle. Im stillen Gebet nahm sie auch an Andachten des einzigen ogedischen Tempel des Landes teil. Da Xurl geweiht, mochte sie hier für eine sichere Heimreise gebetet haben. Ein weiterer Höhepunkt sollte das Wiedersehen Leabells mit ihrem Patenkind Kara, der Tochter des Markgrafenpaares, Kalveram und Lenia, sein. Innigst hielt die Baronin das zweijährige Kind in ihrem Arm, gerade so, als wollte sie Kara nie mehr hergeben. So wurde das Kind, und auch ihr Bruder Daron, mit sehr wertvollen Geschenken bedacht. Die Kinder erhielten gemeinsam sogar einen wohlerzogenen Purpurfelder Hirtenhund, ein für seine unbestechliche Treue und sprichwörtliche Wachsamkeit weithin gerühmtes Tier. Erfreut stellte Baronin Leabell auch fest, dass die im letzten Jahr verschenkte Ardeluner Pfaue, trotz der fremden Umgebung vortrefflich gediehen und sich in den Gärten Burg Brassach sichtbar wohlfühlten. Gegen Ende ihres Besuches wurde ihre Hochwohlgeboren auch auf der Daronsfeste in Hohentor, der Heimstatt des Ordens der Templer von Ankur, höchst respektvoll empfangen. Mit wohlwollenden Worten würdigte Baronin Leabell von Tlamana die Verdienste der Templer um das Königreich und Norrland-Brassach, ohne ihre standhafte Gegenwehr wider den Wilden aus dem Norden, würden man heute „auf ein anderes Heligonia blicken“. In einer langen Rede wünschte sie den in der Vergangenheit durch Krieg, Hass und Missgunst so sehr gebeutelten Menschen der Markgrafschaft Norrland-Brassach, von Herzen eine glänzende und friedvolle Zukunft, bar jeder Not und Gefahr. Ihre Hochwohlgeboren bemerkte darüber hinaus, dass sich die Baronie Tlamana zu der Markgrafschaft in inniger Freundschaft verbunden fühle, da das Land zu wahrhaft unsicheren und gefahrvollen Zeiten, so treu hinter ihr und ihrer Baronie gestanden habe. 
Tags darauf folgte die Verabschiedung des Gastes im Morgengrauen eines herrlichen Sommertages, herzlich sagte man einander Lebewohl, nicht ohne einen Gegenbesuch des Markgrafen und seiner Gemahlin nach Tlamana vereinbart zu haben. 
Wie angenehm, dass unter manchen Nobeln des Königreiches der unterschiedliche Glaube nicht länger Hinderungsgrund einmütiger Freundschaften und getreuer Verbundenheit ist!
Schreiber Heron Krummbrecht aus Tlamana

Drachenhainer Herold

Bekanntmachung:

Im Namen der Vier. Krator, durch Helios geneigte Huld Baron von Rebenhain, ewig Mehrer des Reiches und gesegneter Lichtbringer seines Volkes.
Wenn Wir aus der Aufgabe unserer Freigebigkeit heraus Edlen etwas übertragen und die Not des Volkes durch unsere Hilfe lindern und sie durch Ermahnung schützen, so wird Uns das, wie Wir fest Glauben, helfen, sowohl das sterbliche Leben in weltlicher Hinsicht zu überstehen als auch das Jenseitige glücklich zu erlangen. Deshalb sollen alle Unsere Getreuen, die gegenwärtigen wie die künftigen, wissen, daß Wir um der Ruhe unserer poenagefälligen Vorgänger willen, zur Mehrung Unseres Ruhmes, sowie zugunsten Unserer geliebten Untertanen dem edlen Rasekorn vom Schinderteich die Vogtei zu Störenweiler übertragen haben. Hierzu gehören die Dörfer Tennstedt und Großenerich , mit Häusern, Gebäuden, Feldern, Äckern, Wiesen, Weiden, bewohnten und unbewohnten Wäldern, Gewässern und Wasserläufen, Wegen und Unwegen, Zugängen und Angrenzungen, Ausgängen und Rückwegen und was sonst per iurem et legem zu den genannten Dörfern gehört, so daß vom heutigen Tage an der Vogt für alle Zeiten und in allen Dingen Unsere freie Vollmacht besitzt.
Er soll von nun an das Recht haben, ein angemessenes Wappen zu tragen, ferner soll er Zutritt zu den Ratsversammlungen haben und in all Unseren Herrschaften als Autorität des Rechtes gemäß der Halsgerichtsordnung, nur Uns selbst, Unseren Lehnsherren und den Göttern verpflichtet, anerkannt werden. Auch soll er Ehrenvorsitzender des Rebenhainer Wein- und Brauchtumsvereins sein, und so die Leitung der Jury bei der alljährlichen Prämierung der Rebenhainer Sprachkunst gewissenhaft übernehmen. Die Kelterei von Pogelsweiler wird hiermit angewiesen, dem edlen Vogte Rasekorn vom Schinderteich jährlich 12 Fässer neuen Traubenblutes zuzustellen, wie es seinem Stand gebührt.

Falls aber irgendeiner Unserer Nachfolger, was, wie Wir glauben, keineswegs geschehen wird, versuchen wird, diese Unsere Translatio zu brechen, und sich entschließt, das, was hier per scriptum über die von Uns gewährte Immunität und Wahl festgehalten wird, zu verletzen, so besteht kein Zweifel, daß ihn der Zorn der Götter ereilen wird, und ihm soll keineswegs unbekannt bleiben, daß er über das Wissen der üblen Versuchung vor Helios Antlitz darüber zitternd wird Rechenschaft ablegen müssen. Und damit diese Unsere Translatio fester beachtet und für alle künftigen Zeiten von Unseren Getreuen besser bewahrt und für wahrer beachtet wird, bestätigen Wir sie unten mit eigener Hand und ordnen an, sie mit dem Aufdruck Unseres Ringes zu siegeln.
Ich, Wolfher, habe es als Kanzler in Vertretung des Erzkanzlers 
geprüft und unterschrieben.
Gegeben am XV. Tage im III. Saarka im XXVII. Regierungsjahre des erlauchtesten Königs Helos Axistimilius III.
 

Werte Prinzessin Syria Jaldis!

Bitte laßt mich Euch auf diesem Wege noch einmal mein tiefstes Bedauern über den Unbill, den Ihr auf dem Methfest erleiden mußtest, ausdrücken.
Es ist gelungen, etwas mehr Licht in diese uns alle bedrückenden Vorkommnisse zu bringen. Die Identität des Rädelsführers dieser Banditen, die sich erdreisteten, ihre Hand gegen Euch und Eure Begleitung zu erheben, ist zweifelsohne geklärt.
Der Name des Toten ist Bouchard Vergenthiel, und er sprach die Wahrheit, als er sagte, den Tod nicht zu fürchten. Er war beteiligt an den Jolbensteiner Aufständen und Euer Vater, Fürst Waldemar, verhängte ein zehnjähriges Exil über ihn. Wären wir uns seiner Person gewahr geworden, so hätte der Strang seinem verruchten Leben ein Ende bereitet.
Vergenthiel ist verantwortlich für den Tod des echten Markaufsehers, und durch Einnahme seiner Position war es ihm möglich, einige seiner Getreuen unerkannt auf den Markt zu bringen. Die Echtheit deren Heliosbriefe kann nicht angezweifelt werden, doch liegt ihre Herkunft noch im Ungewissen. Ein Gefangener konnte gemacht werden; wir hoffen mehr aus seinem Munde zu erfahren. Doch eines steht schon fest: Alle Streitfälle auf dem Markt und die Überfälle auf Euch können diesem Gesindel zur Last gelegt werden.
Euer Augenmerk möchte ich jedoch besonders auf eines lenken. Vergenthiel wird eine gewisse Nähe zum "Hexenjäger" Karr nachgesagt. Wie sich diese Nähe gestaltet hat oder ob sie je wirklich existierte, läßt sich mit meinen bescheidenen Mitteln nicht besser klären. Doch bin ich sicher, Ihr vermögt hier mehr zu erreichen.
Bitte vernehmt noch einmal meine Entschuldigung, daß Euch dies alles auf Burg Rabenhag zustoßen mußte.
Ritter Leonidas von Rabenweil, Vogt von Distelwiel

Verehrter Konkurrent!

Ich habe Euch als einen recht impulsiven und konsequenten Mann kennenlernen dürfen. Dachte ich jedoch anfangs noch, in Euch einen ehrlichen oder zumindest ehrenhaften Streiter gefunden zu haben, haben mich Eure letzten Taten eines Besseren belehrt. Mir will scheinen, Ihr habt den Sinn einer Wette nicht richtig verstanden. Der Grundgedanke einer Wette ist ein fairer Wettstreit mit einem hehren Ziel. Doch liegt Euch der Begriff Ehre wohl weniger am Herzen als der Ehrgeiz, als Erster jenes Ziel zu erreichen.
.Da Euch anscheinend jedes Mittel für den Sieg recht ist, sehe ich mich nun genötigt, mich den neuen Wettstreitbedingungen anzupassen. Ich fasse daher zusammen, welche Bedingungen Ihr neu ins Feld geführt habt, nämlich zum Einen unseren gemeinsamen Glauben, um mir das Anwerben von Abenteurern und Mitstreitern zu erschweren. Eine nette Intrige fürwahr und so geschickt eingefädelt. Meine Ehrerbietung. 
Leider habt Ihr dadurch das größte und schönste Fest der Baronie Tatzelfels empfindlich gestört und viele Personen dadurch vergrätzt. Ein kluger Mann weiß, wann er zu kämpfen und wann er zu ruhen hat. Ihr habt über Euren fanatischen Gedanken, mich zu schädigen, vergessen, daß Ihr Euren Kampf auf den Schultern des Volkes ausgetragen habt. Ihr habt etwas gestört, was noch nie von bösen Machenschaften überschattet wurde - das Methfest. Freunde schafft man sich dadurch bestimmt nicht. Aber, vielleicht unterschätze ich Euch, und Ihr habt doch noch etwas mit dem Unbill des Volkes vor, der sich nun gegen Euch gerichtet hat.
Nun, ich war gerade dabei aufzuführen, welche neuen Mittel Ihr ins feld geführt habt. So fahre ich fort. Ich schätze Anschläge, die auf meine Person gerichtet sind, nicht im Mindesten. Sie sind störend und könnten zudem andere verletzen. Aber wenn Ihr mich schon als Euer bevorzugtes Ziel ausgesucht habt, dann bitte ich Euch auch darum, es dabei zu belassen. Denn ich weiß mich zu schützen. Andere Personen aus meinem Umfeld laßt jedoch bitte aus dem Spiel. Sie haben nichts mit unserer Wette zu tun. Doch werde ich mich, wenn Ihr dies in Zukunft nicht unterlaßt, an jenen Punkt der neuen Wettstreitbedingungen gerne anpassen.
Es sollte Euch zu Denken geben, daß es einer eurer Männer ist, der Euch diesen Brief überreicht. Ihr solltet ihn ebenso unversehrt zu mir zurücksenden und hoffen, daß ich mich nicht doch dazu entschließe, sofort und mit den gleichen Mitteln auf Bourchards unverschämten Aufwiegelungsversuch auf Burg Rabenhag zu antworten, wie Ihr und Eure Handlanger es eigentlich verdient hätten.
Wahrscheinlich wollt Ihr mir jetzt beteuern, daß Bouchard auf eigene Verantwortung handelte und Ihr mit den Vorfällen auf Burg Rabenhag nichts zu schaffen hattet. Vielleicht entspricht dies sogar tatsächlich der Wahrheit. Doch ist Bourchard Euer Mann, und Ihr tragt damit auch die Verantwortung über sein Handeln. Vielleicht solltet Ihr Euch in Zukunft die Personen genauer ansehen, die Ihr in Euer Vertrauen zieht.
Eigentlich hätte ich gerne Bourchard mit dieser Botschaft an Euch gesendet, doch ist dies leider nicht mehr möglich. Sicherlich war Euch bekannt, daß Bourchard in diesem Land ein gesuchter Verbrecher war. Man hatte ihn des Landes verwiesen und sollte er zurückkehren ... Ich erspare Euch lieber die Einzelheiten.Ich habe für Bourchards Seele gebetet. Dafür, daß der Eine ihm seine Missetaten vergeben und ihn in sein Reich aufnehmen möge.
Syria Jaldis
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Irritationen in Hochaskenstein 

Nach dem Auszug des Edlen Cederic aus dem Lande seiner Väter - der Baronie Luchnar - fand der junge Von Hautzensteyn in der Baronie Hochaskenstein offenbar nicht nur eine neue Heimat... 

Gleichwohl trug die Annährung zwischen Cederic und Alia, Tochter Baron Jagons, allerdings erstmals recht ärgerliche Früchte. War man anfangs erfreut über das enge Einvernehmen zu einer der hehrsten Drachenhainer Adelssippe, nahm diese willkommene Beziehung im letzten Mond doch eine handfeste Wendung, als seine Hochwohlgeboren Cederic zum Methfest gen Tatzelfels reiste, wohin ihn allerdings die Edle Alia ungefragt und geheim nachfolgte. Sie tat dies nicht ohne ihren Eltern ein Schreiben zu hinterlassen, dass wohl mit Fug und Recht auch als ein Brief zum endgültigen Abschiede hätte missdeuten werden können. Erschüttert und besorgt entsandte Baron Jagon eine Schar Soldaten zur Baronie des Prinzen von Drachenhain, um der offenbar entführten Tochter wieder habhaft zu werden. Man wurde fündig und überführte die Tochter des Barons, nebst dem scheinbare Schurken Cederic, zurück nach Hochaskenstein, wo den beiden ein großes Donnerwetter drohte. Den heftigen Worten des Streits folgten Worte der Erklärung und Mäßigung, worauf die Herrschaften doch noch zur Einsicht, ob des Missverständnisses gelangten und sich wieder vertrugen. Unbestätigte Gerüchte besagen, der Baron soll Cederic gar das "Du" angeboten haben!

Hochaskensteiner Hofberichterstatter Wolfger Trimühl


Bouchard der einzig Schuldige der Vorfälle auf Burg Rabenhag

Die Redaktion kommt trotz der obskuren Herkunft der folgenden Schrift nicht umhin, diese Zeilen zu veröffentlichen, da sie sich genötigt fühlt, die absurden Gedankengänge des Verfassers aufzuzeigen. Zudem wird hier auch neues Licht auf die Vorgänge auf Burg Rabenhag geworfen, bei denen die Prinzessin Syria Jaldis aufs Gröbste beleidigt wurde.

Auszug aus einer Schrift, die ein Unbekannter dem Heliosboten zugespielt hat:
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Der Delinquent, der auf Burg Rabenhag gefangen genommen wurde, zeigt sich noch immer verstockt. Auf Anraten meines Herrn werde ich nun mit der Befragung beginnen. Als Beginn einer selbigen hat sich bisher die Behandlung Nummero 12 stets als erfolgreich erwiesen. Auch dieses üble Subjekt wird hiernach sein Schweigen brechen. Davon bin ich überzeugt.
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Die Kreatur hat mich beschimpft und bespuckt. Wie ich, ein Ceride mit einem ceridischen Herrn, ihn derart unwürdig behandeln könne. Sei er doch auch Ceride und wir somit alle Diener des Einen. Wie könne sich da ein Glaubensmitglied erdreisten über den anderen zu Gericht zu sitzen. Das dürfe nur der Eine.
Mein Herr sagt, er sei der Arm des Einen. Man dürfe nicht zulassen, dass Subjekte wie der Delinquent gegen die Ogeden, und seien es auch Zauberer oder Schlimmeres, vorgehen. Da dies ein denkbar schlechtes uns falsches Licht auf uns Ceriden werfen würde. Sind wir doch diejenigen, die Verzeihung üben und Gerechtigkeit walten lassen.
So wie ich an meinem Delinquenten, den ich mit des Einen Hilfe dazu bringen werde, die Wahrheit zu sagen, auf dass der Eine ihm vergeben kann.
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Ich habe nunmehr Objekt Nummero 5 anwenden müssen. Eigentlich tue ich das nur ungern, da die meisten Delinquenten recht bald danach versterben. Aber um der Seele des armen Mannes willen muss ich es tun. Wenn er seine Untaten nicht bekennt und den wahren Schuldigen nicht preisgibt, dann wird auch der Eine ihn nicht mehr retten können.
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Der Delinquent bleibt bei seiner Behauptung, dass Bouchard derjenige gewesen ist, der ihn zu den üblen Machenschaften auf Burg Rabenhag angestiftet hat. Von einem Karr wisse er nichts, mit einem Mann dieses Namens habe er nie zu tun gehabt. Selbst die Beschreibung, die er mir gegeben hat, stimmt. Sie passt auf Bouchard.
Nachdem ich nun auch Objekt Nummero 23 angewandt habe, ist fast jeder Zweifel ausgeschlossen, dass der Delinquent lügt. Doch mein Herr sagt immer, man müsse mit Genauigkeit vorgehen und stets jedes Bekenntnis mit Härte prüfen. Es ist immerhin nur zum Seelenheil des Delinquenten.
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Nachdem ich zur Überprüfung des Bekenntnisses Objekt Nummero 3 angewendet habe, ist aus dem Delinquenten kein vernünftiges Wort mehr herauszukriegen. Er lallt nur noch und ruft nach dem Einen, dass er ihn von seiner Pein erlöse. Mir scheint, er weiß wirklich nichts von Karr.
Doch aufgrund seiner Reden komme ich zu dem Schluss, dass er mit dem Widersacher des Einen in Verbindung stehen muss. Anders kann ich mir seinen Wunsch nach dem Tode nicht erklären. Denn nur, dass der Widersacher ihm die Macht gegeben hat, dem Tod auf widernatürlich Art und Weise zu trotzen, kann seine mangelnde Angst vor demselbigen erklären. Ich muss mich mit meinem Herrn deswegen beraten.
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Der Delinquent starrt nur noch dumpf vor sich hin. Ich habe ihm geholfen, sein Geständnis zu unterschreiben, da er mit den zerquetschten und gebrochenen Fingern kaum noch die Feder halten konnte. Nun hat mein Herr es schwarz auf weiß, dass der Herr Karr nichts mit den Geschehnissen auf Burg Rabenhag zu schaffen hatte, sondern allein Bouchard die Fäden dort in der Hand hielt. Wobei jedoch immer noch nicht klar ist, ob Bouchard und seine Helfershelfer nicht doch mit dem Widersacher des Einen in Verbindung standen. Dies muss noch geklärt werden.
Als ich dem Delinquenten daraufhin sagte, dass ein Gottesurteil entscheiden soll, ob er mit dem Widersacher des Einen einen Pakt geschlossen habe, hat er gelächelt und gesagt, der Eine habe ihn endlich erhört. Er ist wirklich gar verstockt. Warum gibt er denn nicht zu, dass der Widersacher des Einen sein Herr ist? Dann müsste er sich doch nur bekehren lassen, und seine Seele wäre gerettet.
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Das Gottesurteil Nummero 2 hat zu einem überraschenden Ergebnis geführt. Wider Erwarten ist der Delinquent in den Fluten ersoffen. Also hat er doch nicht mit dem Widersacher des Einen in Verbindung gestanden, sondern war ein gläubiger Anhänger des Einen. Doch bin ich nun sicher, dass der Eine sich gnädig seiner Seele annehmen wird, da seine Unschuld nun bewiesen und er ein unterschriebenes Geständnis abgegeben hat.
Es erfreut mein Herz jedes Mal, wenn das Ende einer Befragung ein solch gutes Ergebnis zeitigt. Auch mein Herr war darob sehr zufrieden und hat mich aufs höchste gelobt. Er fände es außerordentlich schade, dass nach der Verbrennung des Hexenhammers Leute meines Formats nicht mehr von der ceridischen Kirche gebraucht würden. Doch auch er wisse meine Talente zu schätzen und würde mich auch in Zukunft gerne mit derlei Arbeiten betrauen.
Mir scheint, ich habe einen feinen Herrn gefunden, der mich gut aushalten wird und ein Auge für meine Arbeit hat. Was kann sich ein einfacher Mann wie ich mehr wünschen?
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Sehr geehrter Baron Leomar!

Wie ich Euch schon in meinem letzten Brief andeutete, ist das Vordringen des Moors nun endgültig zum Erliegen gekommen. Den Ratschlägen der Geweihten folgend, habe ich endlich die Verantwortung auf mich genommen und bin ins Herz des Moors gewandert, um mich derjenigen zu stellen, die mich und das Land derartig gestraft hat. Sie - die einige Moorfee nennen würden, die ich aber lieber als Versuchung bezeichne - erschien tatsächlich und hörte mich an. Ich bat sie in den artigsten Worten um Verzeihung für mein Verhalten und überzeugte sie davon, dass sie weniger mich als vielmehr die Menschen in der Vogtei Schattenau mit ihrem Handeln bestrafte. Menschen also, die nichts mit ihrem Leid zu tun hatten. Sie zeigte Einsicht und versprach, dem Moor Einhalt zu gebieten. Sogar die Urbarmachung und den Verkauf des Moors billigte sie mir zu - so wir einen kleinen Teil davon in alle Zukunft unberührt lassen würden. Welcher das sei, würde sie uns Menschen wissen lassen. Ich sagte sofort zu, in Eurem Namen, und hoffe sehr, dass Ihr mit meinem Handeln einverstanden seid. Eine weitere Bedingung betraf nur mich, soll also an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.
Da ich nun alles getan habe, um den Menschen in der Vogtei Schattenau endlich wieder zu einem besseren Leben zu verhelfen, möchte ich auch in die Tat umsetzen, was ich Euch schon vor einiger Zeit angedeutet habe. Ich lege mein Amt als Vogt von Schattenau nieder. Die Schuld, die ich auf mich geladen habe, verlangt ein solches Vorgehen von mir. Alles andere wäre unredlich.
Wie ich von Euch erfahren habe, habt Ihr Euch schon für eine Nachfolgerin entschieden: die Freifrau Yolande von Schwarzensteyn. Ich kann Euch zu dieser Wahl nur beglückwünschen. Die Freifrau wird von ihren Leuten heiß und innig geliebt, sie würden ohne zu zögern für sie durchs Feuer gehen. Ihre Ländereien werden von ihr vorbildlich verwaltet, und den Menschen geht es dort so gut wie nirgendwo sonst in der Vogtei. Da mag man über einige Eigenheiten der Freifrau schon hinwegsehen, wie z.B. dass sie angeblich nur Männerkleidung trägt, mit einer Waffe umzugehen vermag und mindestens schon sechs verschiedene Ehemänner an ihrer Seite hatte. Weniger nachsehen mag man, dass sie angeblich mit ihren Bediensteten um die Wette trinkt, flucht wie ein Fuhrmann und soviel von höfischer Etikette versteht wie ein Esel vom Schreiben.
Sicherlich fühle ich mich auch dazu in der Lage, der Dame dieses undamenhafte Verhalten auszutreiben. Wenn Ihr glaubt, dazu wäre eine Poena-Ehe vonnöten, so bin ich gerne bereit, als Freundschaftsdienst an Euch auf diesen Vorschlag einzugehen - sofern die Freifrau in den Handel einwilligt. Jedoch muss ich eine wie auch immer geartete Fortführung meiner Pflichten als Vogt ablehnen - aus genannten Gründen, die ich eingangs schon andeutete. Sollte die Freifrau Yolande von Schwarzensteyn also in die Ehe einwilligen, so steht von meiner Seite aus, der von Euch angestrebten Verbindung nichts im Wege.
Hochachtungsvoll, Helior von Lutzenau

Werter Baron Leomar,

dass Ihr mir das Amt der Vogtin von Schattenau antragt, lässt mich frohlocken. Denn damit wird endlich der Stellung meiner Familie als altes Beridhaner Adelsgeschlecht in Eurer Baronie Rechnung getragen. Ich versichere Euch, dass Ihr damit keinen Fehler begehen werdet und viele Leute Euch dies hoch anrechnen werden. Ich sage das nicht, weil es meinem Hochmut schmeichelt, Vogtin zu werden. Ich sage Euch das als treue Vasallin, die schon lange erkannt hat, dass es einigen Menschen in der Baronie zu viele „Auswärtige“ gibt, die die Ämter bekleiden, die man in den Händen von Beridhanern sehen möchte. Wobei ich sagen muss, dass Helior von Lutzenau sein Amt bisher hervorragend ausgefüllt hat - sieht man einmal großzügig über seine Weibergeschichten hinweg.

Nichtsdestotrotz brauche ich ihn nicht an meiner Seite, damit er mir ein Handwerk beibringt, das ich schon lange beherrsche. Noch mehr nimmt es mich Wunder, dass Ihr mir zur Bedingung stellt, ihn zu ehelichen, auch wenn dies nur auf ein Jahr sein sollte. Wie Ihr sicherlich wisst, ist der Mann der größte Weiberheld des Fürstentums Drachenhain. Was also erhofft Ihr Euch durch diese Heirat?
Ich kann nur annehmen, dass es Euch um politische Ausgewogenheit geht. Insofern mag ich Eure Bedingung annehmen und dieser Heirat zustimmen. Allerdings nur, wenn Ihr nicht von mir den Vollzug der Ehe erwartet. Denn einer solchen Bedingung würde ich mich niemals beugen. Dessen seid gewiss! So gewiss, wie ich Euch meine volle Meinung niemals vorenthalten würde.
So mag denn unter dieser Voraussetzung die Ehe geschlossen werden - sofern auch der Herr von Lutzenau Eurem Ansinnen entspricht.
In Erwartung Eurer Antwort,

Yolande von Schwarzensteyn

Neue Vogtin und Hochzeit in Schattenau

Nachdem das Vordringen des Moors in der Vogtei Schattenau durch die persönlichen Bemühungen des Vogtes Helior von Lutzenau endlich aufgehalten werden konnte, legt der ehemalige Tatzelfelser Ritter sein Amt als Vogt nieder. Als Nachfolgerin hat Baron Leomar die Freifrau Yolande von Schwarzensteyn bestimmt. Sie ist die einzige Tochter des toten Freiherrn Aarhus von Schwarzensteyn, und verwaltet seit dem tragischen Tod ihres Vaters vor dreiundzwanzig Jahren die Ländereien der Burg Wehrklamm mit großem Geschick. Kein Anderer wäre wohl derartig gut dazu geeignet, das Amt des Vogtes auszufüllen, wie die Freifrau aus dem Hause Schwarzensteyn.
Um des weiteren ein Zeichen zu setzen und ein Bündnis zu schmieden zwischen dem Hause Drachenhain und den alten Beridhaner Adelsgeschlechtern, werden Helior von Lutzenau und Yolande von Schwarzensteyn am Tage des Amtsantritts der neuen Vogtin den Poena-Bund eingehen. So hoffen wir, dass als Zeichen der Verbundenheit aus dieser Ehe ein Sproß erwachsen werde, um zum Symbol der Zukunft von Tatzelfels zu werden. Möge Poena den Bund segnen und reiche Frucht tragen lassen!
Die Feierlichkeiten werden am 1. Tag des 1. Heliosmondes zum Neujahrestag stattfinden. Alle Tatzelfelser Adligen sind herzlich dazu eingeladen. Mit gleichem Tag wird auch die Burg Wehrklamm wieder Zentrum der Vogtei Schattenau, so wie es den Ansässigen aus alten Zeiten noch bekannt sein dürfte. Für das Volk wird anlässlich der Ereignisse ein Fest ausgerichtet mit Freibier, Meth und Spanferkel, auf dass sich die Menschen der Vogtei noch recht lange an diesen freudenreichen Tag erinnern mögen! Die neue Vogtin freut sich über jeden Gast, mag er auch noch so arm und hungrig sein.
 

Prinzessin Syria Jaldis auf der Feste Hautzensteyn

Die Tochter des Fürsten von Drachenhain, Prinzessin Syria Jaldis erwies Luchnar und seinem Baron die Ehre, im letzten Mond des Jahres mehrere Tage auf der Feste zu verweilen. Gründe hierfür sind wohl zum einen die seit dem Baronientausch und dem Bau der A1 enger gewordenen Verbindungen zwischen Tatzelfels und Luchnar, zum anderen die seltsamen Erscheinungen von Wesen aus der Anderswelt  um Hautzensteyn. Gegen Ende des Mondes reiste die Prinzessin weiter auf die nahegelegene Drachentrutz, Residenzsitz ihres Vaters. Der Baron folgte ihr pünktlich zum Neujahrfest nach.
 

Ein seltsamer Gast auf Burg Hautzenstein

Das Methfest auf Burg Rabenhag war für mich ja trotz der unglückseligen Vorfälle um Bouchard und Prinzessin Syria Jaldis - Der Mann hat sich doch tatsächlich erdreistet, die Prinzessin als Hexe zu beschimpfen und anzugreifen! Ungeheuerlich! - äußerst erfreulich. Habe ich dort doch zum Einen einen unglaublichen Erfolg mit meinem Lustspiel „Die Prinzessin, Karr und die Wette“ errungen und zum Anderen dort meinen lieben Hanosch gefunden und geheiratet. Ja, ich weiß, was man sich über ihn erzählt: dass er ein Heiratsschwindler wäre. Meine Freundin Svenja hat mir sogar erzählt, dass sie ihm Geld gegeben hätte, das sie nie wiedergesehen habe. Aber nunja, das war Svenja! Mit mir wird Hanosch das nicht machen, denn wir lieben uns ja.
Also jedenfalls habe ich nach dem riesigen Erfolg meines Lustspiels beschlossen, damit noch ein bisschen durch das Fürstentum Drachenhain zu wandern und bin schließlich mit meinem Hanosch und meiner Truppe auf Burg Hautzenstein in Luchnar gelandet. Auch den Luchnern hat das Stück gut gefallen, und Baron Koldewaith hat uns sehr dafür gelobt. Der Mann hat Geschmack! Nicht umsonst hat er einen Gedichtband herausgebracht. So wie auch die Prinzessin mein Stück sehr gelobt hat, die es auf dem Methfest gesehen hat, aber davon will ich ja gar nicht berichten.
Jedenfalls geschah es also mitten in der Nacht nach der Aufführung - Ich war gerade mit meinem Hanosch etwas auf den Wehrgängen flanieren - dass jemand stürmisch ans Tor klopfte und Einlass verlangte. Als ich vorsichtig über den Rand der Brüstung lugte, konnte ich zwei Reiter erblicken. Einer der beiden war eindeutig ein Luchner, der andere derartig vermummt, dass ich ihn nicht erkennen konnte. Es war jedoch ersichtlich, dass der zweite Reiter schwer verletzt sein musste, denn die Wachen, die die beiden hineinließen, mussten den Mann vom Pferd heben und in die Burg tragen.
Mein Hanosch und ich wollten ja eigentlich sofort hinterhereilen, um herauszufinden, wer denn da so spät angekommen war, aber der wenig respektierliche Anblick unserer Gewandung hielt uns davon ab. So hörten wir uns denn in der Nacht nur noch etwas bei den Wachen und Dienern um und konnten folgendes herausfinden:
Bei dem Luchner handelte es sich um Llelvin Mad'Ruad, genau jenen Luchner, der seit dem Methfeste als Leibwache der Prinzessin dient. Er kam wohl direkt von Burg Aarhorst in der Baronie Tatzelfels, und so wie er aussah, muss er sich auf einem Eilritt befunden haben und das trotz des Verletzten, den er bei sich hatte.
Das war ja nun sehr mysteriös! So beschloss ich, mich noch etwas weiter umzuhören, wenn auch mein Hanosch meinte, ich würde mich mit meiner Neugier noch in Teufels Küche bringen. Aber schließlich bin ich Bardin und Gauklerin, und da ist man auf neue Nachrichten angewiesen, wenn man Geld machen will. Und so schaffte ich es doch tatsächlich, das Bruchstück eines Gesprächs zwischen dem ehrenwerten Baron Koldewaith und jenem Llelvin zu ergattern:
Der Verletzte war der Ritter Arandis von Schwarzensteyn! Der erste Ritter der Tatzelfelser Ritterschaft, Cawadoc, hatte ihn zum Duell gefordert, weil Arandis sich seinem Befehl widersetzt hatte. Llelvin gab sich die Schuld an dem Vorfall, weil er Arandis dazu angestiftet habe, die Prinzessin trotz Cawadocs Verbot zum Ceridenkonvent zu begleiten. Die beiden hatten wohl Angst gehabt, dass Karr seine Männer auf die Prinzessin hetzt.
Na, das waren ja Neuigkeiten! Aber es ging noch weiter. Eine mächtige Magieentladung hätte es gegeben, als Cawadoc Arandis niedergeschlagen hatte. Llelvin erzählte irgendetwas von einem Amulett, dass Cawadoc dem Unglückseligen beim Kampf abgerissen hatte. Jedenfalls lag der Erste Ritter danach da wie tot. Da war Llelvin klug genug gewesen, seinen ebenfalls bewußtlosen Freund Arandis nach Luchnar in Sicherheit zu bringen. 
Der Baron war über diese Eröffnungen sehr aufgebracht, er benutzte Schimpfworte gegenüber Cawadoc, die ich noch nie zuvor gehört habe bei einem Mann seines Ranges. Überhaupt war er sofort bereit, Arandis bei sich aufzunehmen und zeigte sich sehr besorgt um ihn. Letzteres nicht zu Unrecht, wie mir scheinen wollte. Denn so oft, wie der Heiler in der Kammer weilte, in die man den Verletzten gebracht hatte, musste es ihm sehr schlecht gehen. Auch Llelvin und der Baron waren abwechselnd fast die ganze Zeit dort zu finden.
Aber nicht genug der Sonderbarkeiten! Wenige Tage später kam sogar Ihre Hochwohlgeboren die Prinzessin Syria Jaldis höchstselbst auf der Burg an. Man erzählte sich, sie wäre hier, um dem seltsamen Tor zur Anderwelt auf den Grund zu gehen. Das mag ja seine Richtigkeit haben, aber ich frage mich, warum die Prinzessin dann als erstes in jene Kammer eilte und dort lange Stunden verbrachte? Ich will ja keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber ich denke, dass es für den Besuch wohl noch andere Gründe gab.
Ja, und dann hörte ich die Neuigkeiten aus der Baronie Tatzelfels: Cawadoc hat den jungen Arandis in Abwesenheit geächtet und ihm sogar die Ritterwürde aberkannt. Er glaubt, dass Arandis die Magie absichtlich gegen ihn eingesetzt hat. Wörtlich soll Cawadoc gesagt haben, dass er den ehrlosen Hund umbringt, wenn er ihn in je auf Tatzelfelser Boden in die Finger bekommen sollte.
Also ich muss sagen, dass ich höchst erschüttert bin über all diese Vorfälle. Ich habe ja den jungen Arandis auf dem Methfest kennengelernt. Er ist ein netter und ruhiger, junger Mann, von dem ich niemals glauben kann, dass er so ehrlos handeln würde. Aber auch der Ritter Cawadoc ist höchst respektierlich, immerhin hat er Hanoschs und meine Trauung bezeugt. Ich weiß ja, dass es mich nichts angeht, was die hohen Herrschaften so beschließen. Schon gar nicht steht es mir an, mich in irgendwelche Ehrenhändel einzumischen. Aber so wie ich das alles vernommen habe, muss da ein ganz fürchterliches Missverständnis vorliegen, das es zu beheben gilt. Und genau das ist auch der Grund, warum ich es wage, all diese Dinge in so schonungsloser Form darzulegen.
Ich bin nur eine einfache Frau, aber dennoch hoffe ich sehnlichst, dass diese Zeilen vielleicht Licht ins Dunkel zu bringen vermögen. Auch wenn mein Hanosch sagt, ich solle es besser bleiben lassen, da die Leute es mir nur übelnehmen würden. Doch nehme ich mir das Recht der Barden und Gaukler heraus, die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie nicht genehm ist. Oder Mißstände aufzudecken, so ich sie entdecke. Und ich wüsste keinen übleren Mißstand, als wenn ein Mann zu Unrecht oder aufgrund eines Missverständnisses so Schlimmes erdulden muss wie der arme Arandis von Schwarzensteyn.
So mag man mich nun schimpfen oder dumm nennen! Ich hoffe dennoch, dass ich mit diesem Bericht etwas bewirken kann - und wenn er nur einige Personen zum Nachdenken bringen mag. Das würde mir genügen.
Carina Jännert

Der Fluch über Baron Koldewaiht - ein Tor zur Anderswelt

Die Druidh haben mit ihrem hartnäckigem Bemühen endlich Licht ins Dunkel gebracht. Es gelang ihnen, zwei der überreichlich über Luchnar hereingebrochenen Rätsel zu verknüpfen und großenteils zu lösen: den Fluch, der seit dem Ogedenbundtreffen bzw dem Gelehrtenkonvent über Koldewaiht von Hautzensteyn schwebt und die Schwemme von Wesen aus der Anderswelt im Gebiet der Feste Hautzensteyn. 
Nahe der Feste hat sich offenbar ein neuer Cearn gebildet, eine Zone, in der die Grenzen zur Anderswelt sehr dünn sind und ein Übertritt den Alfar und anderen Wesen leicht fällt. Dies geschieht in der Regel beim Tod eines Druidhs. Ungewöhnlich ist der Manifestationsort des Cearns, denn die Feste Hautzensteyn liegt in einer Gegend, in der die Grenzen zur Anderswelt eigentlich als sehr dicht galten, fast so dicht wie an den Außengrenzen Luchnars. Die Druidhs fanden heraus, daß der Cearn räumlich nicht eindeutig gebunden ist, sondern vielmehr an eine Person geknüpft - nämlich an den Baron des Landes, an Koldewaiht von Hautzensteyn. Eben darin besteht sein Fluch, der sich, wie damals angedroht, nach Monden manifestiert hat. Die Auswirkungen zeigten sich natürlich vor allem um den häufigsten Aufenthaltsort des Barons, um seine Feste. Genaue Untersuchungen erbrachten , daß der Fluch sich kaum auswirkt, wenn der Baron außerhalb Luchnars weilt. Der Cearn überschreitet die Landesgrenzen nicht; sondern kehrt dann in die Gegend um die Feste zurück, ist jedoch fast inaktiv.
Unklar ist noch, auf welche Weise eine solche Wirkung zustande kommen konnte. Schon in Tolens erkannte der Hochdruidh Hagmore, daß dem Fluch der rätselhaften Rowaine Alfar- und Druidhmagie innewohnt. Das Geheimnis um diese Frau ist ungelöst. Dem Baron selbst sind mit keinen Mitteln mehr Spuren des Fluches anzumerken. Die einzige Verknüpfung scheint die nur innerhalb des Landes bestehende Verbindung mit dem Cearn zu sein, weshalb die Druidh nun - entgegen ihrer vorherigen Meinung - die Empfehlung aussprachen, Luchnar vorerst nicht mehr zu betreten. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß sich der Baron damit fast in der selben Lage befindet wie sein Bruder Cederric.
 

Wolfenfeld für ein Jahr vom Zehnt befreit

Die Arbeiten an der Stadtmauer zu Sarniant schreiten fort, und die Bruchsteine aus Eberwildern treffen täglich mit dem Ochsenkarren auf der Baustelle ein. Der Aufruf Baronin Josephinas scheint jedoch ungehört verhallt zu sein: Bisher hat sich kein Einwohner ceridischen Glaubens dazu bereit gezeigt, den Bau mit seiner Arbeitskraft oder einer Geldspende zu unterstützen. Deshalb ließ Ihre Hochwohlgeboren wenige Tage nach den Neujahrsfeiern eine Anordnung verlesen: Alle arbeitsfähigen ceridischen Einwohner Sarniants würden nochmals aufgefordert, drei Tage lang an der Stadtmauer ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Dazu gebe es die Möglichkeit, diesen Dienst durch die Zahlung von sechs Groschen pro Person abzuleisten. Alle Einwohner seien dazu angehalten, etwas für die Sicherheit der Stadt zu tun. Da die Maßnahmen zur Wehrfähigkeit von Sarniant auch von Fürstlicher Seite erwünscht seien, habe Landesherr Waldemar von Drachenhain beschlossen,  auf den Zehnt Wolfenfelds für das Jahr 28 zu verzichten und das Geld für weitere Vorkehrungen zur Landesverteidigung zu verwenden. Überall nahmen die Menschen diese Mitteilung mit Verwunderung auf, verhaltener Beifall war zu hören. Kaum jemand wagte es, offen seine Zustimmung zu zeigen, doch hörte man in Gassen und Schenken zahlreiche Gerüchte über das sonderbare Verhalten der Baronin und ihre ungewöhnliche Härte.
Brennus Palimpsest

Neujahrsfeier auf der Drachentrutz

Menschen, die schon zu Lebzeiten der Gräfin Richilda auf der Drachentrutz - besser gesagt, der damaligen Feste Drachenzahn - weilten, mochten sich heuer zum Neujahrsfest wie von Zauberhand in jene glückliche Zeit zurückversetzt gefühlt haben. Der Klang von Lachen, Gesang, Musik und Tollerei hallte durch die Arkadengassen und erfüllte auch noch den dunkelsten Winkel der altehrwürdigen Feste mit erfrischendem Leben. Die Straßen waren von Fackeln und Lampen hell erleuchtet und verschwenderisch mit bunten Blumen und farbigen Bändern geschmückt. Der Duft von Lavendel und Jasmin hing angenehm in der Luft und beflügelte die Sinne, dass das Herz frohlockte. Regelrecht die ganze Feste war bereit, das neue Jahr, nebst den heraneilenden Sommer, mit dieser rauschenden Feier zu begrüßen. Seit Jahren ließ man erstmals wieder die Feuerräder aus Heu und Holz zu Ehren Helios den steilen Abhang entlang des Bergmassivs, auf dem die Drachentrutz thront, mit Juchhauzen und Gelächter herunterrollen. Während man zugleich die hellen Glocken der Richilesruh-Kirche ertönen ließ. In der wiedereröffneten Taverne "Zum Goldenen Stechapfel" sammelte sich das gemeine Volk, um sich mit freiem Bier, Wein und Meth zu verköstigen und nicht zuletzt war auch für das leibliche Wohl vortrefflich gesorgt. Auf dem Großen Marktplatz stieß man nach der langen Rede des Fürsten auf die Gesundheit des "neuen Drachenhains" an, das dort oben im engen Kreis, fast komplett beisammen stand , einzig die Nichte des Fürsten, Baronin Josephina von Wolfenfeld, hatte wegen dringenden Staatsgeschäften ihr Kommen absagen müssen. 
Von einer Balustrade aus beobachtete Fürst Waldemar und seine beiden Kinder, nebst einem weiteren Gast, Baron Koldewaiht, beseligt das bunte Festtreiben. Auf Prinz Leomars Lippen spielte ein leichtes Lächeln, er schien zufrieden.
Doch nicht allein zum Festen, waren die noblen Herrschaften früh am Tag vor dem Fest zusammengekommen, es galt auch eine bedeutsame Angelegenheiten zu beschließen, wurde doch Baron Koldewaiht von Hautzensteyn feierlich zum Botschafter des Fürstentums Drachenhain ernannt. Der Herr von Luchnar erhielt Würdering, nebst Heliosbrief, nach Beendigung der huldvollen Zeremonie und nach Besiegelung des Amtsantrittes mit dem Vasallenkuss. Anzumerken ist, dass damit Prinz Leomar nun auch das letzte der drei Drachenhainer Erzämter aufgab, da bekanntlich seine Cousine, Baronin Josephina von Wolfenfeld, den Posten des Marschalls und Lord Angus McPhee, Baron von Tagil, den des Schwertführer des Landes, inne haben. Als weitere Neuerung wurde den drei Haltern dieser hohen Ämter Räumlichkeiten auf der Feste Drachentrutz eingerichtet, auf dass einer möglichst häufigen Präsenz der Drei am Hofe nichts im Wege steht. Noch am selben Abend bezog Baron Koldewaiht, neuer Botschafter des Fürstentums Drachenhain, sogleich die Zimmer nahe der Bibliothek, die ehedem der Familie zu Studienzwecken gedient haben. 
Hernach waren Fürst Waldemar und seine Gäste, wie berichtet, auf die Brüstung, hoch über dem großen Marktplatz getreten. Dort hielt seine Durchlaucht eine, an all seine Untertanen gerichtete Rede, in der zum einen, der neue Botschafter vorgestellt wurde, und zum anderen allen Menschen im Land für das neue Jahr froher Mut zugesprochen wurde. Solch schlimme Dinge wie im vergangenen Jahr, sollte im Neuen der Vergangenheit angehören. Fürst Waldemar sprach: "...Dergleichen Ungemach soll es heuer nicht mehr geben, dafür bete ich! So ist es mir eine Freude mein treues Drachenhainer Volk zu loben und zu preisen, wie tüchtig und redlich es doch ist. Keinen Tag bereue ich seinem Wohl und Segen mein Leben verschrieben zu haben. Und darum: Mit Sporn und Schneid in eine neue Zeit!" 
Unter Hochrufen erwiderte das Volk den alten Gruß und wer jetzt noch nicht ausgelassen feierte, der tat es nimmermehr!
Dem Leser ergebenster Diener, 
Schillwunk Radeweyd, Drachenhainer Hofberichterstatter

Große Freude beim Neujahrsfest in Wolfenfeld

Zahlreiche Überraschungen gab es dieses Jahr beim Neujahrsfest in Wolfenfeld, und die Freude war groß: So ließ Baronin Josephina in allen Orten des Baronie verkünden, dass von heute an die Dörfer Rêlony, Korval, Findling, Wolfenfeld und Eberwildern zu Märkten erhoben seien. Die damit verbundenen Rechte würden unter anderem Wochen und Jahrmärkte beinhalten, sowie auch den Bau von Palisaden rund um den Ort und die Vergrößerung der Wachmannschaften. Weiterhin würden folgende Personen in die Freibauernschaft entlassen: Aus dem Land Wolfenfeld die Bauern Ahlan Derbinger und Peter Uhlenvogel, aus Eberwildern Bern vom Tannenhof und Erlan Fudelbacher und aus Korval Quintus Ulsamer und Georg vom Moosbach. Der Jubel war groß über diese unerwarteten Ereignisse und die Menschen liefen in den frischgebackenen Märkten zusammen und begannen ausgelassen zu feiern. 
Bei den Feierlichkeiten im Schrein zu Sarniant war die Baronin zwar anwesend, wiederum in schlichtes Leinen gekleidet, nahm aber nur als Zuschauerin außerhalb des Steinkreises an den Handlungen teil, was zu neuerlichen Gerüchten in der Bevölkerung Anlaß gab.
Am Vormittag des neuen Tages trafen die vier Landräte auf der Burg ein. Ihre Hochwohlgeboren überreichte die Markturkunden und sprach mit jedem von ihnen längere Zeit hinter verschlossenen Türen. Diese etwas formlose Übergabe scheint wiederum darauf hinzuweisen, dass die Baronin größere Auftritte in der Öffentlichkeit vermeiden will. Man sah sie lange Zeit nicht mehr zur Jagd reiten, auch die Reise nach Anthan wurde in einem Wagen mit geschlossenen Vorhängen unternommen. Fast täglich arbeitet sie jedoch im Schrein und im Siechenhaus. Als ich es dort wagte, sie anzusprechen, gab sie mir nur eine ausweichende Antwort und wandte sich wieder den Kräuterkörben zu. Nur manchmal konnte ich ein müdes Lächeln sehen, wenn sie mit Kranken sprach, die sie aber häufig wegen ihres schlichten Gewandes gar nicht erkannten.
Am Nachmittag des Neujahrstages wurde in der Burg gepackt, Pferde und Wagen standen bereit. Der Maior Domus teilte mit, dass die Baronin einer Einladung Leabells von Tlamana folgte und einige Tage zu den heißen Quellen von Tlamana reisen werde. Ob sie dort nur Erholung sucht oder etwas anderes dahintersteckt, bleibt abzuwarten.
Brennus Palimpsest

Belohnung

Baronin Josephina von Wolfenfeld setzt für die Ergreifung des Hochverräters Kadhan von Hochaskenstein eine Belohnung von 1000 Dukaten aus. Unter seinem Befehl wurde im 3. Helios des Jahres 27 auf Wolfenfeld ein Überfall verübt und das Dorf Wiesensteig ausgelöscht. 35 Einwohner wurden dabei im Schlaf überrascht und getötet. Kadhan ist seitdem untergetaucht. Die Baronin bittet um lebendige Auslieferung, da der Mörder öffentlich seiner gerechten Strafe zugeführt werden soll.
 

Gab es tatsächlich einen vierten luchnischen Clan?

In den Sumpfgegenden Luchnars finden sich uralte Zivilisationssspuren - wenige und verstreute Spuren zwar, jedoch deuten sie auf eine ehemalige Besiedlung dieser gänzlich unwirtlichen Landstriche hin. Sagen berichten von einem vierten Clan, der in den Sümpfen lebte. Obwohl oder gerade deshalb, weil sich die Druidh in den letzten Monden häufig mit unüblichen Aufgaben beschäftigen mußten, untersuchen sie die Siedlungsspuren jetzt neu. Baron Koldewaiht von Hautzensteyn bot Unterstützung durch seine Verbindungen zum heligonischen Altertums-Arbeitszirkel an; es ist noch unklar, ob die Druidh das Angebot annehmen werden.
 

Meine Ehre für Ylvis verschwundenes Kind - meine Ehre für den gefundenen verwirrten Mann

Ich bin Fanyan Mad'Ruadh und ich spreche und schreibe an dieser Stelle für meine Schwester Ylvi und meinen ganzen Clan. Mein Neffe ist verschwunden. Das Kind meiner Schwester ist einfach verschwunden. Das Kind, dessen Vater Thyrwald Ragnarsson ist, Statthalter irgendwo in Tlamana. Thyrwald, wenn Du es warst, der seinen Sohn entführt hat, dann wird Poëna kein Mitleid kennen!  Schlimmer: Wir werden kein Mitleid kennen! Aber ich glaube nicht, daß Du es warst. Wölfe, wenn Ihr es wart, die Ihr meinen Neffen holtet: Cauthesh co nai Cauthesh bringe Euch zur Strecke und Cuatha Orn, Eure Ahnmutter, spucke auf Eure Gebeine! Aber ich glaube nicht, daß Ihr es wart. Es ist nicht Eure Jahreszeit. Außerdem, Ihr Wölfe heutzutage hinterlaßt Spuren. 
Welche Bande auch immer dahinter steckt: Ich und Ylvi werden Euch finden. Kindra wird Euch verfolgen. Und Tulberlate wird Euch den Hals umdrehen, auch wenn er grade im Norden Utzgan spielt.
Es kann sein, daß Poëna bereits einen von Eurer Bande gestraft hat. Ein paar Meilen weiter wurde ein Mann im Wald gefunden, verwirrt, gut 20 Jahre alt und nackt. Er erinnert sich an gar nichts. Allerdings spricht er luchnisch, doch wir kennen ihn nicht. Und die Luchner kennen alle Luchner. Falls er zu Euch gehört, so hat Poëna ihn gezeichnet und gesegnet, denn sie hat ihm unsere Sprache gegeben und zu einem von uns gemacht. Falls nicht, muß das Land ihn uns gegeben haben. Wir werden ihn umsorgen und pflegen.
Aber Ihr werdet so billig nicht davonkommen!!!
 

Höret höret, 

Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu wissen, dass der als  "Schlächter von Wiesensteig" bekannte Kadhan von Hochaskenstein für vogelfrei erklärt wird. Überdies wird auf seine Ergreifung und Überführung zur Feste Drachentrutz bei lebendigem Leibe eine Belohnung von 1000 Dukaten ausgesetzt, während 500 Dukaten dem Überbringer seines Leichnams ausbezahlt werden wird. 
Den Schurken und Landesfeind hat man zuletzt nahe des Parimawaldes, Höhe Brazfurt in den Nordlanden, gesichtet. Dort wurde Kadhan bei dem Versuch bei Freiherr Karr von Talwacht unter falschen Namen anzuheuern, von selbigen als Mörder von Wiesensteig erkannt und festgesetzt. Allerdings konnte der Hochaskensteiner einmal mehr seinen vom Fürsten entsendeten Häschern entkommen, wobei man ihm aber schwere Verletzungen zufügte.
20. Tag im Mond der Erleuchtung 91 n.d.E. 
Ruland vom Kerbelgehr, Schreiber des Fürsten von Drachenhain

Höret höret, 

Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu wissen, dass Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, ab dem heutigen Tage an, neue Herrin der Baronie Tatzelfels ist. Die Tochter des Fürsten von Drachenhain tritt die Nachfolge ihres Bruders Prinz Leomar an, der sich fürderhin auf der Drachentrutz auf das Amt des Fürsten von Drachenhain vorbereiten wird. 
Hoch, Baronin Syria Jaldis von Tatzelfels! Der Eine möge seine Hand über Euch halten und Euch eine lange und segensreiche Regierungszeit schenken.
1. Tag im Heumond 91 n.d.E. 
Ruland vom Kerbelgehr, Schreiber des Fürsten von Drachenhain


Gedanken einer Prinzessin

Es war ein ganz anderes nach Hause kommen. 
Burg Tatzelfels lag hoch oben auf dem Felsen, eine Silhouette vor der sinkenden Sonne. Die Mauern sprachen von einer neuen Zeit, die anbrechen würde, einer neuen Zeit, die nun sie gestalten würde.
Die Kutsche rumpelte über die Straße hinauf zur Burg und der sich schließende Wald verbarg sie für einige Zeit vor ihrem Blick. Die Prinzessin lehnte sich in die Kissen zurück und starrte gedankenverloren hinaus auf die vorbeiziehenden Bäume.
Sie hörte wieder den Jubel der Menschen von Beridheim, als ihre Kutsche in der Begleitung der Gardisten durch die Hauptstadt von Tatzelfels gefahren war. Es war alles so schnell gegangen. So schrecklich schnell.
Vor wenigen Wochen war sie Gast auf dem Ceridenconzil in Altmühl gewesen und hatte von Leomars Idee noch nichts geahnt. Nachdem ihr Cousin Aftalun von Ostarien an die Spitze der Ceridischen Kirche gewählt worden war, war sie zurück auf Burg Tatzelfels gereist, um sich auf die Ereignisse der kommenden Zeit vorzubereiten. Es war natürlich alles anderes gekommen, wie sie es geplant hatte.
Die Vorbereitungen für die Expedition in den Parimawald kamen nachhaltig zum Stillstand.
Prinzessin Syria Jaldis ballte ihre Hand zu einer Faust, als sie sich daran erinnerte, wie zornig Cavadoc zu ihr gekommen war, alle Regeln der Etikette vergessend. Er war einfach auf ihre Gemächer gestürmt und hatte sie selbst in ihrer Person zur Rede stellte. Sie fühlte die Wut wieder heiß in sich emporkochen, als sie sich daran erinnerte.
Schwarz und bedrohlich hatte er sich vor ihr aufgebaut und sie zur Rechenschaft ziehen wollen. Viele Personen, nein sehr viele Personen, wären augenblicklich in Ohnmacht gefallen oder hätten ihr Heil in der Flucht gesucht, wenn sie derart mit Cavadoc konfrontiert worden wären. Aber nicht die Prinzessin.
Cavadoc hatte sie erbost gefragt, ob es ihre Idee gewesen war, Ritter Arandis, einen Ogeden, mit auf das Konzil der Ceriden zu nehmen, und sie hatte ihm kühl geantwortet, daß sie es nach den Ceridischen Übergriffen auf ihre Person auf dem Methfest durchaus in Betracht gezogen hatte, einen Ogeden an ihrer Seite zu wissen. Dann hatte sie Cavadoc ausgelacht, daß ihre Wahl schwerlich ihn selbst hätte treffen können. Außerdem war Arandis nicht der einzige Ogede gewesen, der sie begleitet hatte. Llevin Mad’Ruadh, sie hatte den Namen gerade ausgesprochen, um daraufhin Luft für eine weitere Beleidigung zu holen, als er ihr mit einer zornigen Handbewegung das Wort abgeschnitten hatte: “Ich will nur wissen, ob Ihr Arandis den Befehl gegeben habt, Euch zu begleiten.”
“Ja, habe ich!”
“Wußtet Ihr nichts davon, daß ich ihm den Befahl erteilt hatte, Euch nicht nach Altmühl zu begleiten?”
Die Prinzessin hatte verneinend den Kopf geschüttelt, und Cavadoc war davongestürmt. Wenig später erfuhr sie dann, dass Cavadoc Arandis die Ritterwürde, die er ihm einst selbst gegeben hatte, mit zorneslauten Worten wieder aberkannt hatte. Weiterhin verbannte er ihn vom Boden von Tatzelfels. Die Prinzessin bemühte sich daraufhin, zu erfahren, was vorgefallen war, doch niemand konnte oder wollte ihr Auskunft dazu geben. Einen Tag später erschien dann spät am Abend Llevin bei ihr und brachte Licht ins Dunkel. Folgendes konnte der Luchner der Prinzessin berichten:
Als Arandis und Llevin auf Burg Aarhorst zurückkehrten, hatte Cavadoc Arandis schon im Hofe wie ein Mahnmal erwartet. Ohne große Umschweife forderte er Arandis zum Duell, weil dieser seinen Befehl, Syria nicht auf das Ceridenkonzil zu begleiten, ignoriert hatte. Llevin selber war es, der ihn dazu überredet hatte. Arandis betonte Cavadoc gegenüber noch, dass Syria nichts von alledem gewusst habe, dann kam es zum Kampf.
Arandis gab sich zwar alle Mühe, gegen Cavadoc zu bestehen, doch dieser konnte ihm recht bald eine schwere Wunde beibringen und ihn entwaffnen. Voller Zorn ging der erste Ritter daraufhin auf Arandis zu, um ihm den Waffenrock mit den Tatzelfelser Farben vom Leib zu reißen. In dem Augenblick, als Llevin jedoch das Reißen des Stoffes hörte, gab es eine gewaltige Magieentladung und Cavadoc stürzte wie tot zu Boden.
Besorgt um seinen Freund Arandis, nutzte Llevin die Gelegenheit, um nach diesem zu sehen. Arandis war schwer verletzt und starrte Llevin aus glasigen Augen an: „Das Amulett?“ sagte er immer wieder, „das Amulett.“ Als Llevin nichts vernünftiges aus ihm herausbekommen konnte, entschloss er sich kurzerhand dazu, Arandis über die Grenze nach Luchnar in Sicherheit zu bringen, bevor Cavadoc wieder zu sich kommen konnte. In Luchnar gab er ihm bei einem Angehörigen seines Clans in Obuht und bat diesen darum, den mittlerweile besinnungslosen Arandis zu Koldewaiht zu bringen, nach Hautzensteyn.
Die Prinzessin begriff recht schnell, was geschehen war: Arandis Magie, einst erweckt und dann gebannt, hatte sich in einer Explosion aus dem Jungen befreit. Zudem erkannte sie, dass sie in dieser Beziehung geschlagen war. Zwar hatte Arandis keine Magie gewirkt, um Cavadoc zu besiegen, aber er hatte sich dem dunklen Ritter widersetzt. Cavadoc war völlig im Recht. 
Einen Tag später machte sich die Prinzessin zusammen mit Llelvin Mad’Ruadh auf den Weg nach Luchnar. Ihr Ziel war die Bedrohung, die Llelvins Heimat heimsuchte. Tore in die Anderswelt hatten sich geöffnet, und Wesen, anders als die Menschen ,begannen sich hier herumzutreiben. Die Prinzessin hatte geglaubt, eine Parallele zu den Vorkommnissen im Parimawald entdecken zu können. Doch wurde ihr, einer Ceridin, der Zugang zu den Toren von den Druids verwehrt. Selbst Baron Koldewaiht konnte sie nicht davon überzeugen, daß die Prinzessin eine Hilfe darstellen mochte.
So begnügte sie sich damit, in den zehn Tagen das Land zu bereisen und sich die Hochlande anzusehen. Manchmal sah sie sogar eines der Wesen aus der Andersweltler. Sie waren von Gestalt und Gesinnung so vielfältig, wie die Blumen auf einer Wiese.
Auf Burg Hautzensteyn traf sie dann auch auf Arandis, der hier Zuflucht gefunden hatte. Er sah schlimm aus, nicht nur sein Körper hatte bei der Begegnung mit Cavadoc Wunden davongetragen, sondern auch seine Seele. Der Schatten eines Geas lag darüber, wie ein fein gewobenes Spinnennetz. 
Allerdings verweilte sie nur einen Tag bei ihm, da sie eine Nachricht ihres Vaters erreichte. So schnell es ihr möglich war, reiste sie daraufhin weiter auf die Drachentrutz.
Die Prinzessin in ihrer Kutsche mußte leise lachen.
Von den vielen Reisen derangiert ritt sie damals auf ihrem Pferd in einen geschmückten Palasthof. So herausgeputzt war die Burg ihres Vaters noch nie gewesen, wenn sie auf Besuch gekommen war.
Man hatte sie in ihre alten Gemächer geführt und dort wieder zu einer Prinzessin herausgeputzt.
Am Abend dann war die Familie zusammengetroffen. Fürst Waldemar, Baron Leomar und sie selbst Prinzessin Syria. Es war spürbar, die beiden Männer hatten etwas ausgeheckt und wollten es ihr während des Essens mitteilen.
Die Eröffnung hatte sie bleich auf ihren Stuhl zurücksinken lassen.
Es hatte eine kleine Feierlichkeit gegeben, und nun saß sie hier in ihrer Kutsche.
Rumpelnd kam sie auf dem Pflaster des Innenhofes von Tatzelfels zum stehen. Sie wartete, bis man ihr die Tür geöffnet hatte und trat hinaus. Das Burgpersonal hatte sich versammelt und stand für sie Spalier, für sie, die neue Baronin von Tatzelfels.
 

Bekanntmachung

Es wird hiermit allen Bürgern des Landes Heligonia kund getan, dass Arandis von Schwarzensteyn
seine Ritterwürde verlustig gegangen ist. Aufgrund der Verweigerung des Gehorsams und der Anwendung von Magie in einem ehrenhaften Duell hat der Erste Ritter der Tatzelfelser Ritterschaft Cawadoc Gwar´U Madh Arandis von Schwarzensteyn den Titel des Ritters, den er ihm selbst vor kurzem verliehen hat, und alle damit verbundenen Rechte aberkannt. Arandis von Schwarzensteyn ist ab sofort nicht mehr berechtigt ein eigenes Wappen zu führen, sondern gilt fürderhin nur noch als gewöhnlicher Krieger.
 

Der vierte Hochdruidh

"Nein, es sind keine geheimen Informationen. Auch die Druidh sind nicht allwissend, seit langem fragen wir uns, wer der neue Hochdruidh sein wird und wir wissen, daß auch unser Volk sich fragt..." 
So sprach zu mir Raswelley, der Druidh, dem ich viel zu verdanken habe. Lhirmon, der Hochdruidh des Quét Deer, des Elements Erde starb im 1. Poëna. Es ist richtig, daß wir uns alle fragten, wer sein Nachfolger wird. Üblicherweise erkennen die Druidhs dies rasch, einer aus ihren Reihen wird neuer Hochdruidh - nicht unbedingt der Älteste oder Erfahrenste, nicht unbedingt der, von dem es vermutet wird, aber lang warten mußten wir nie. Diesmal jedoch verstrich das Frühjahr und niemand spürte den Ruf in sich, niemand wurde erwählt. So sammelten sich die Druidh und beteten zu Poëna, sie möge doch den neuen Hochdruidh, den Hochdruidh ihres eigenen Elements bestimmen. Poëna antwortete! und sie antwortete jedem in anderen Worten, aber der Sinn war immer der gleich. Was Raswelley vernahm, war folgendes:
"ÖFFNET DIE AUGEN UND DIE GEDANKENUND IHR WERDET FINDEN, DASS DER VIERTE HOCHDRUIDH LÄNGST UNTER EUCH WANDELT!"
Die Druidh blieben sprachlos zurück und genauso geht es mir...
Conor Hweyllan MadGlas, Druidhanwärter

Herzögliche Ostarische Hofgazette

Schauplatz Jolsee: 

Dreister Überfall durch ausnehmend ortsfremde Piraten

„Unbewaffnete, langsame, vollkommen überladene  Lastkogge auf Steuerbord!“ rief der Ausguck mit kräftiger Stimme. Mit zufriedenem Grinsen ließ der Kapitän der „Schattenhammer“ Kurs auf die sichere Beute setzen. Jetzt würde alles gut werden! Vor ein paar Monden hatte er sich entschlossen die Heligonischen Gewässer heimzusuchen, hatte Rumpf und Segel noch einmal des Effektes wegen frisch schwarz angestrichen (Der einzige, der große Vorräte schwarzer Farbe hatte, war ein Händler aus der heligonischen Metropole Betis gewesen. Welch Ironie!), und war dann frohen Mutes in See gestochen.
Jedoch war die Stimmung immer mehr gesunken, als man wochenlang keinerlei Segel sichtete, und fast hatte der Kapitän schon aufgegeben, als sich das bereits beschriebene Schiff am Horizont zeigte.
„Zwei unbewaffnete, langsame, vollkommen überladene Lastkoggen voraus!“ tönte es aus der Höhe. Das Grinsen des Kapitäns wurde breiter und breiter, als sich nach und nach herausstellte, daß hier insgesamt vier Kähne der  Fette-Beute-Klasse unterwegs waren und nur darauf warteten geentert zu werden. 
Das war einfach! Fast zu einfach! Der Kapitän spürte ein Zwicken im großen Zeh, das er immer hatte, wenn etwas ganz und gar nicht  in Ordnung war. Dazu kam, daß die Koggen überhaupt nicht zu fliehen versuchten, obwohl sie die Schattenhammer längst hätten entdecken sollen. 
So kam es, daß der Kapitän nicht besonders verwundert war, als der Ausguck seinen Verdacht bestätigte: „Zwei schwer bewaffnete, schnelle, streitlustige Kriegschiffe voraus!“ Etwas kleiner als die Koggen und dicht hinter ihnen verborgen, hatten die Piraten diese unangenehme Begleiterscheinung, deren Flagge eine schwarze Schlange zeigte,  nicht wahrnehmen können, bis diese zwischen ihren Schützlingen hervorbrachen, um Kurs auf den Angreifer zu nehmen. Schon flogen brennende Geschosse durch die Luft, die zum Glück alle ihr Ziel verfehlten, und es war abzusehen, wer in diesem Gefecht den Kürzeren ziehen würde.
„Volle Wende über Backbord!“ befahl der Kapitän und brachte die Schattenhammer durch einige gewagte Manöver außer Reichweite der gegnerischen Geschütze, was um so leichter viel, da die Heligonier sich mit dem Erreichten zufrieden zeigten und keine Anstalten machten, die Verfolgung fortzusetzen. 
Enttäuscht ließ der Kapitän Kurs auf neue Jagdgründe setzen. Mit diesen Heligoniern war nicht zu spaßen! ...
... „Kommt ja nie wieder zurück ihr Pißpötte!“ schrie Xurlsen Kielholer, Kommandant des Geleitschutzes für Konvoi AA27/HOKV (Herzöglich-Ostarisches Konvoiverzeichnis), dessen Bestimmung es war, Baumaterial zum Herzog-Uriel II.-Atoll zu transportieren. Während er der Herzogin Walluma Signale geben ließ, sich gemeinsam mit seiner Prinz Aftalun wieder in den Konvoi einzugliedern, und sein Pfeifchen wieder ansteckte, welches er vorher eilig aus der Hand hatte legen müssen, dachte er noch einmal über das soeben Geschehene nach: „Bei Xurls Harnschlag! Es mögen zwar keine Telnaroner gewesen sein aber eines ist gewiss: Komische ausländische Seeleute können wir hier für den Tod  nicht ausstehen!“ 
 

Heligonia im Utzganfieber

Auch dieses Jahr, zum insgesamt 317. Male, lud der Herzöglich Ostarische Utzganbund (HOUB) zum größten Utzganturnier Ostariens, den  Offenen Ostarischen Meisterschaften. Es ist nicht allein die Aussicht auf die schmucke Ehrenscheibe, die Mannschaften aus ganz Heligonia nach Ankur führte, zusätzlich können die besten Teams hier auch Punkte für den Heligoniapokal sammeln. Drei Wochen wird das Spektakel dauern, bei dem zuerst die jeweils besten zwei Teams aus vier Gruppen bestimmt werden, die dann in Direktausscheidungsspielen bis zum Finale gegeneinander antreten.  
Da ein Spiel ohne Utze niemanden vom Hocker reißt, wird nach der aktuellen Herzöglich Ostarischen Utzganordnung gespielt. So gibt es nicht nur Punkte für Siege (5) und unentschieden ausgefallene Spiele (2), sondern auch einen Punkt pro Utz. 
Eine exquisite Mischung von interessanten Mannschaften nehmen an dem Spektakulum teil. Topfavoriten wie Krönung Escandra oder Burai Breath  werden gegen Außenseiter wie Die Stämmigen Buchen oder die Landesmannschaft Dunkelstein antreten. Ja, es werden noch Wetten angenommen und auch einige wenige  Eintrittskarten soll es noch geben (100 Dukaten unter der Hand). Wir sind sehr gespannt, ob die Herzöglich Ostarische Marinemannschaft ihr Versprechen wahrmachen wird: "Wir werden dieses Jahr zum 34. Mal Ostarischer Meister!" 
In sämtlichen Utzganmetropolen herrscht bereits großes Rätselraten um den kommenden Star des Turniers. Wird es Ramon Maria Canonero von Sturm Betis, der mit seiner famosen Spieltaktik in der letzten Saison für Furore sorgte, oder "Vollstrecker" Levoldér, von Heldenmut Hüttstadt, der in der Tlamanischen Liga vor zwei Monden sein 2431. Utz utzte. Ein weiterer heißer Favorit ist Wilbert von Dahnen, der bei den Markgräflichen beinahe als Heiliger verehrt wird.
Auch für die weiblichen Zuschauer ist einiges geboten. So werden die Luch'nari wieder in typischer Hochlandtracht antreten. Bei den üblichen Rangeleien um die Scheibe sind tiefe Einblicke also nicht zu vermeiden.
Aber nicht nur die Mannschaften sondern auch die Sponsoren haben große Namen. Da ist zum einen Sempert Priselbusch, dessen Mitarbeiterinnen in den Spielpausen seinen "Priselbusch Met" an Spieler und Publikum ausgeben werden. Desweiteren Notker von Golbach, der mit "Kauft jeder 3 Paar Notkersocken, dann bleiben Eure Füße trocken" auf den Spielfeldbanden wirbt. Auch das Haus Güldentaler preist den Jolberger Schädelspalter auf den Trikots der gleichnamigen Mannschaft an, und die von Ladislaus Schwartz gestellte Bekleidung von Auswahl Ankur überzeugt durch ihre kräftigen Schwarztöne. 
Die Sicherheitsvorkehrungen sind zum letzten Jahr noch verbessert worden, denn die Übergriffe zwischen den beiden Jolbrucker Mannschaften sind vorprogrammiert. Ein großes Aufgebot der Ankurer Stadtgarde, sowie einige Beamte der Behörde zur Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung, Abteilung Utzgan, wird in der Lage sein Störenfriede schnell und leise zu entsorgen.
Freuen wir uns also auf die Eröffnungsfeier am 9.Tag des Heumondes, bei der Regentin Walluma von Ostarien höchstpersönlich den Beginn der Meisterschaften verkünden wird.
Damit unsere Leser aufs Trefflichste informiert sind, möchten wir hier die teilnehmenden Mannschaften, sowie die Termine für die einzelnen Spiele auflisten:
Gruppe Eins:  Die stämmigen Buchen    (Hohenforingen)
   Jolberger Schädelspalter   (Jolberg)
   Sturm Betis    (Betis)
   Thaler Gulden     (Anthan)

Gruppe Zwei: Landesmannschaft Dunkelstein  (Dunkelstein)
   Jolbrucker Hafenbüttel    (Jolbruck)
   Die Markgräflichen    (Norrland-Brassach)
   Jolbrucker-Stadt-Patrouille   (Jolbruck)

Gruppe Drei:  Luch'nari      (Luchnar)
   Auswahl Ankur     (Erzmark)
   Onkel Faisals Helden    (Darwena)
   Burai Breath     (Darbor)

Gruppe Vier: Heldenmut Hüttstadt    (Tlamana)
   Herzöglich Ostarische Marine Utzganmannschaft 
   Krönung Escandra   (Escandra)
   Lindwurm Lodenburg    (Lodenburg)

 1. Vorrundenspiel am  10. Tag des Heumonds  
 2. Vorrundenspiel am 13. Tag des Heumonds
 3. Vorrundenspiel am 16. Tag des Heumonds
 Viertelfinale am 20. Tag des Heumonds
 Halbfinale  am 25. Tag des Heumonds
 Finale     am 30. Tag des Heumonds


Im nächsten Boten werden wir von Verlauf und Ausgang des Turniers berichten.
 

Rätselhaftes Gefäß entdeckt!

Wie wir kurz vor Einsendeschluß erfuhren, haben Archäologen der vermutlich altpruzzischen Ausgrabungstätte "Dombauinsel" im Jolborn die Bruchstücke eines rätselhaften Gefäßes entdeckt, dessen Innenseite, wie bisher zu erkennen ist, von zahlreichen rätselhaften Zeichen bedeckt ist. Experten vermuten, daß dem Topf eine kultische Bedeutung innelag, weshalb der genaue Fundort vermutlich auch als Kultstätte diente. Wir hoffen, daß bis zum Gelehrtenkonvent in Tlamana eine Restauration des heiligen Gegenstandes gelingt und er dort für die Gelehrten zur Ansicht zur Verfügung steht.
 
 

Fürstlicher Thaler Hofchronist

An den Fürsten von Drachenhain

Mein Fürst, wie einer Magd habt Ihr befohlen,
Ich solle Rechenschaft ablegen hier.
Der Ton gereicht Euch nicht zur Zier!
Und dieses sag’ ich unverhohlen.

Denn ein Gefild’ Ihr habt erwählet, 
Das Eures Stands nicht würdig ist.
Ich sag’ es frei: es riecht nach Mist;
Drum hab’ ein andres ich gewählet.

Hoch in der Dichtkunst dünnen Sphären
Woll’n tragen wir den Wettkampf aus.
Jed’ andres Terrain wär’ ein Graus,
Unser nicht wert; als ob wir Bauern wären.

In Eurer Würde fühlt Ihr Euch beschnitten,
Weil jüngst mein Barde offne Worte hat gesagt
Und auch die Leiden Drachenhains beklagt.
Drum glaubt Ihr nun, es habe Eure Ehr’ gelitten.

Was war’s, das Euren Zorn erregte?
Dass es kein Untertan, der solches sprach?
Dass einer nicht von Eurem Stande bereitete Euch Ungemach?
War’s dies, das Unmut in Euch weckte?

Ihr pocht sehr laut auf Eure Ehre,
Doch was habt Ihr der meinen angetan?
Als ich ein königlich Geschenk aus Reue Euch bot an,
Habt Ihr geschwiegen, als ob ein Lump ich wäre!

Wohlan, mein Fürst, was macht die Ehre eines Edlen aus?
Was ist es, das vom schlichten Bauersmann ihn unterscheidet?
Dass die Geschicke eines Lands er leitet?
Ist’s gar sein Blut, das ihn hebt aus dem Volk heraus?

Autorität nehmt Ihr für Euch in Anspruch.
Die habet Ihr; Ihr seid ein Mann von großer Macht,
Der wachsam und misstrauischen Blicks die Edlen seines Lands bewacht.
Doch wenn jemand nicht denkt wie Ihr, dann nennt Ihr’s einen Ausbruch.

Gehorsam heischet Ihr mit großem Eifer
Und fordert, dass man Euch vertrau.
Will ein Mitmensch von Euch Aufklärung, so bleibt Ihr misstrauisch im Bau,
Und wer dies anspricht, ist ein Keifer.

Mein Fürst, habt jemals Ihr bedacht,
Dass Liebe, Treue und Vertrauen
Auf Gegenseitigkeit sich bauen;
Geschenke sind, die man den andern macht?

Wenn einer offne Worte spricht,
Und mögen noch so sehr sie schmerzen;
Sie kommen immer aus dem Herzen,
Doch dies, mein Fürst, erkennt Ihr nicht.

Was hebt den Edlen denn empor,
Wenn nicht Großzügigkeit und Edelmut?
Vergebung tut stets beiden Seiten gut
Und kommt selbst bei Todfeinden vor.

„Großzügigkeit” und „edler Sinn”:
Was ist der Inhalt dieser Worte?
Zum Adel bilden sie die Pforte,
Sagt man, und führen zu ihm hin.

Dem hohen Adel steht es frei,
Die unbequemen Worte zu vergeben
Und nicht zu fordern ein das Leben,
Weil man, wie’s scheint, beleidigt sei.

Dies ist’s, was Edelmut man nennt.
Er adelt Hohe und Geringe,
Rückt recht ins Licht des Streites Dinge
Und macht, dass man als Mensch den Kontrahenten noch erkennt.

Wollet nun immer noch Ihr grollen,
Dass ich, die nur Baronin bin,
Euch hab’ zurechtgerückt den Sinn:
Nun denn: Ihr habt das Recht zu schmollen.

Gez. Nimue von der Aue

Der fürstliche Thaler Hof läßt verkünden:

Des Fürsten Worte darselbst fließen durch unsere Feder um sie an Euch alle zu richten. So höret sie und nutzt Euren Verstand für diese weisen Worte:

„Vernehmt dies, ihr alle aus Nah und Fern.
Es gibt Tiger und es gibt Katzen. Beide sind sich ähnlich, denn beide sind ähnlicher Herkunft und ehrwürdiger Abstammung. Beide sind klug, geschmeidig und schnell. Doch ist der Tiger größer und der Katze an Kraft überlegen. Und mag sich die Katze auch noch so stark, schnell und klug dünken, sie ist und bleibt dem Tiger unterlegen. Denn so ist das Gesetz der Götter, der Wille die Viere und es wird auch nie eine Zeit anbrechen werden, in der die Katze dem Tiger überlegen sein wird. Denn wenn wir nicht einmal mehr den Göttern vertrauen könnten, wem sollte der Menschen dann noch trauen? Wenn nicht der Schutz der göttlichen Ordnung wäre, welcher Schutz hätte dann noch Bestand?
Und doch gibt es immer wieder Katzen die meinen, die göttliche Ordnung sei nur für andere gemacht, um dann in das Revier des Tigers wider besseres Wissen zu gehen. Doch bemerkt natürlich der Tiger die Katze und fletscht die Zähne und grollt ein bisschen um auch Katzen die vielleicht nicht wissen sollten, dass Tiger gefährlich sind zu zeigen, dass sie im Revier des Tigers nichts verloren haben. Spätesten jetzt wird die letzte Katze verstehen, oder nicht?
Nein, es gibt Katzen die dann erst recht einen Buckel machen, die Haaren aufstellen und selbst fauchen, denn sie ist ja nun der Meinung selbst angegriffen worden zu sein, völlig die Ausgangssituation verkennend, da ja sie selbst es ist, die sich auf fremden Boden aufhält. Der Tiger erhebt sich langsam und brüllt. Und die Katze? Voll verletztem eitlem Stolz faucht sie als wolle sie damit deutlich machen, dass das feine Fauchen eines Kätzchens viel kunstvoller und edler sei, verkennend das es einfach kraftloser und nichtiger ist.
Und nun sage ich Euch Katze, seht in die Augen des Tigers und erkennt Eure Position. Erkennt das Ihr es seid die aufblickt, die nach Oben schaut. Und warum schaut Ihr nach Oben? Weil Ihr Unten seid. Weil es der Tiger ist der nach Unten schaut. Und wenn ihr, die Katze nach Unten blickt, dann erkennt worin Eure vier Füße stehen. Im Abdruck einer einzigen Tatze des Tigers. Denn das ist die göttliche Ordnung ohne die nur Mord und Totschlag, das Chaos wäre.
Ihr Katze, in Eurem Stolz Euch verletzt sehend, beklagt Euch selbst bereits in Euren ersten Worten „Mein Fürst wie eine Magd habt ihr befohlen,“ Was zetert Ihr da und greint? Was seid Ihr denn anderes als eine Magd? Und wäre die Katze ein Kater so ward sie ein Knecht! Und Ihr seid so sehr Magd wie ich eben der Bauer bin. Uns was bin wiederum ich anderes als der Knecht meines Königs? Nichts anderes! Katze und Tiger, Magd und Bauer, Fürst und König sind Splitter des gleichen Kruges. Zeichen dafür, dass der Wille der Viere überall und für alle gleich gilt und ein jegliches Geschöpf davon durchdrungen ist, die göttliche Ordnung alles umfasst und in allen Ebenen die Gleiche ist.
Doch auch dies gebe ich Euch noch mit auf Eurem Wege der inneren Einkehr, Katze. Kein Bauer ist so verblendet seinen Apfelbaum zu fällen, nur weil die Äpfel des Baumes einer Ernte wurmstichig sind. Doch sei Euch ein für alle mal gesagt, Katze, dass dies in dieser Sache Euer letztes Fauchen war. Die Sache ist erledigt. Geht in Euch und bedenkt unsere Worte. Denn trägt der Baume saure Äpfel, ist dies ein untrüglich Zeichen, dass der Stamm selbst krank und hohle ist. Und dann fällt man den Baum, bevor der Sturm den schwachen Stamm knickt.“
So sprach der Fürst, solle ich seine Worte hinaustragen. Und tiefe Enttäuschung sprach aus seinen Worte darüber, dass diese überhaupt gesagt werden musste.
Ritinus Federschwinger, Schreiber des fürstlichen Hofes zu Hochanthen.
 

Entlaufen

In der Niederlormark sind Uns Herrchen und Hund entlaufen. Das Herrchen trägt eine samtene Schabracke, der Hund eine goldene Kette um den Hals. Achtung: Eine Verwechslung zwischen den beiden ist möglich. Wer sie Uns zurückbringt, erhält einen Finderlohn von 500 Dukaten für das Herrchen und 1000 Dukaten für den Hund. Das Schwesterchen ist nicht von Interesse. Lebend bevorzugt, bestrafen werden Wir sie selbst.
Ein schwarzes Frauchen mit nassen Federn
 

Expedition zur Camspitze gestartet

Sethnara, den 2. Tag der 3. Poëna
Heute startete eine Expedition zur Camspitze, um die Ursache des kürzlichen Erdbebens zu untersuchen. Man vermutet, daß die Gründe des Erdstoßes in der unmittelbaren Umgebung des höchsten Berges in Hochwalden zu suchen sind. Die verschiedenen Gelehrten wurden von einer Gruppe Thaler Gardisten begleitet, da man nicht weiß, auf was man bei den Untersuchungen stoßen wird. „Die Soldaten sind eine reine Vorsichtsmaßnahme.“ versicherte uns Freiherr Ansgar von Beraht.  „Des weiteren  hoffen wir, daß die Ursache für das Erdbeben eine natürliche ist. Ich bin jedoch zuversichtlich, daß sich ein solches Ereignis in der nächsten Zeit nicht wiederholen wird.“ In der Zwischenzeit ist auch Baronin Roxana von Beraht in Begleitung von ihrem Ehemann Baron Beorric von Welzen nach Sethnara gereist, um sich vor Ort ein Bild der Ereignisse zu machen.
 

Höhlensystem vermutet / Steinschläge erschweren Arbeit

Sethnara, den 15. Tag der 3. Poëna
Die Expedition zur Camspitze entpuppt sich als spannender, als zunächst angenommen wurde. Die Gelehrten vermuten im inneren des Berges ein System von unterirdischen Gängen und Höhlen. Diese Vermutung wird gestützt durch eine Entdeckung, welche an der Westseite der Camspitze gemacht wurde. Man fand einen kleinen Krater, welcher durch einen unterirdischen Einsturz entstanden sein muß. Die Suche nach einem Eingang zu dem vermuteten Höhlensystem wurde jedoch durch mehrere Steinschläge stark behindert. Um die Expeditionsgruppe nicht weiter zu gefährden, ließ man von einer weiteren Suche ab und faßte man den Entschluß, einen künstlichen Eingang zu Graben. Man rechtet mit einer Dauer von mehreren Wochen, bis man zu der Höhle vorgedrungen ist.
Die Soldaten der Thaler Garde wurden inzwischen wieder abgezogen, da man von keiner weiteren Gefahr mehr ausgeht.

Die Garde von Thal gibt bekannt

Fortschritte auf Atoll / Segelschulschiff in Bau

Roggenhain, am 25. Tag des 3. Poëna
Der Aufbau eines gemeinsames Flottenstützpunktes auf dem Herzog-Uriel-II-Atoll nimmt immer deutlichere Formen an. Die Vermessungsarbeiten sind abgeschlossen, erste Mannschaftsunterkünfte sowie die Hafenbefestigungen sind nahezu fertiggestellt. Das Hauptquartier, was zur Zeit noch gleichzeitig Gouverneurspalast ist, steht ebenfalls kurz vor der Fertigstellung. In Planung steht der Ausbau der Hafenanlage, sowie die Gebäude für die gemeinsame Offiziersschule. Die Baumaterialien werden vom Festland mit Hilfe mehrerer Lastkähne der Ostarischen und der Thaler Flotte übergesetzt. Für die Sicherung wurden an geeigneter Stelle einige Schiffsgeschütze postiert. Neben drei Ostarischen Schiffen befindet sich immer noch die Silberpfeil beim Atoll. Die Nachtkauz wurde nach ihrer Reparatur ebenfalls wieder zum Atoll beordert.
In der Werft des Thaler Flottenstützpunktes wird zur Zeit eine Karavelle gebaut. Sie soll das neue Segelschulschiff des Herzog-Uriel-II-Atoll werden. Sie Bauzeit beträgt nach ersten Schätzungen fünf Monate. Ein geplanter Name lautet : „OTS Garstbock“.
i.A. Hartmut Hohlbein, Schreiber der Fürstlichen Garde von Thal
 

Was ist  in Hochanthen los? 2.Teil

Das Fest – die Rückkehr – die Überraschung
Im letzten Boten stellten wir uns noch die bange Frage, was in der prächtigen Schwanensee-Anlage im fürstlichen Garten von Hochanthen eigentlich geschieht. Nach erheblichen Umbauten und großen Anstrengungen der Steinmetze die aus simplen Marmorquadern die Fauna und Flora des Meeres und der Flüsse schufen und allerlei anderes, vermutete man ob Prinz Anselm vielleicht einen Xurl-Tempel baue. Allerdings war während der ganzen Bauzeit kein Xurl-Geweihter anwesend, der normalerweise einen solchen Bau hätte begleiten müssen. Nun lüftete sich das Geheimnis. 
Der Prinz lud die Familie, befreundete Adlige aus dem ganzen Königreich und Personen von Bedeutung aus Thal ein. Namentlich erwähnt seien hier Fürst Bartha und Fürstin Genovefa von Thal und Prinzessin Celia. Fürst Waldemar von Drachenhain mit seinem Sohn Prinz Leomar und dessen Gemahlin Baronin Leabel von Tlamana. Reichsritter Finian Sonnenklinge, ein enger Freund des Prinzen die sich seit ihrer Zeit auf der Helios-Akademie kennen. Markgraf Kalveram von Norrland-Brasach nebst Gemahlin und dem kleinen Daron, Stammesfürst Nial Felsenhammer und Freigräfin Arana von Sedomee. Aus Thal kamen der Doge von Betis, Niccolo Corvese, der frisch verheiratete Baron Beorric mit seiner Gemahlin Baronin Roxana von Welzen, Baron Sihran von Tolens mit der Edlen Fendra von Aueneck und Baron Friedrich von Ilmenau nebst seiner Gemahlin Baroness Irmgard von Ilmenau. Aus Drachenhain reisten Baronin Josephina, Lord Angus McPhee, Baron Krator, Baron Foranan und Baron Koldewaiht an. Auch Baron Jareck von Jolberg folgte der Einladung nach Hochanthen und reiste mit einem Schiff der Herzöglich Ostarischen Flotte an.
Am Abend des Freitages begann ein großes Fest bei dem die Rückkehr des Prinzen im engen Kreis ausgiebig gefeiert wurde. Schlemmereien aller feinster Güte wurden beim großen Bankett serviert und der Hochanthener Hof erstrahlte beim anschließenden höfischen Ball wie schon seit langem nicht mehr. Wie geblendet war man beim Anblick der Gewänder der Adligen und betäubt vom Zauber der Musik. Der laue Abend trug mit seiner angenehmen Wärme ein Übriges zu einem gelungenen Fest bei. Der Hochanthener Schlosspark wurde von vielen hundert Fackeln erleuchtet und der Höhepunkt des Festes bildete ein prächtiges Feuerwerk.
Nach einer ausgiebigen Jagd am Nachmittag des Samstages wurden alle Gäste durch den Park zur inzwischen fertigen Schwanensee-Anlage geführt. Die Spannung was einen dort erwarten würde führte zu wilden Spekulation unter den Gästen. Das Fest war also nicht nur zu Ehren des Prinzen gegeben worden, sondern auch zur Eröffnung der neuen Schwanensee-Anlage.
Der Prinz selbst führte durch die von ihm gestalteten Räumlichkeiten der Anlage die aus mehreren großen, untereinander verbundenen Gebäuden besteht (Wie Bote 33 berichtete). Man betritt die Anlage über einen von schlanken Säulen getragenen Porticus welcher an seiner dreieckigen Stirnseite mit einer herrlichen Uferszenerie geschmückt ist. Dahinter befindet sich eine große rechteckige Halle in deren Boden in hellem und dunklem, blauschimmerndem Marmor die Thaler Eule eingelassen ist. Durch eine Tür in der linken Wand kommt man in einen Raum in dessen Wänden lauter kleine Nischen und Kästchen eingelassen sind, die jedoch allesamt leer waren. Durch eine Tür in der rechten Wand geht es weiter unter die großen Kuppel. 
Rufe des Erstaunens und der Bewunderung waren zu hören, als die ersten Gäste, vor allem die Fürstliche Familie und die hohen heligonischen Adligen den Raum betraten. Als auch ich in meiner Funktion als Schreiber des Helios-Boten endlich hinein durfte, war ich wie geblendet. Nicht von dem Gold, welches hie und da blitzte und in zurückhaltender und angenehm unaufdringlicher Weise verwandt wurde, sondern von der Pracht und der Lebendigkeit und Vielfältigkeit der hier zum Leben erweckten Tiere, Pflanzen und Fabelwesen der Unterwasserwelt. In der Mitte des Raumes befindet sich ein großes mit Wasser gefülltes Bassin, an dessen gegenüberliegender Seite über Steine und einer phantastischen Szenerie, das Wasser aus unzähligen Öffnungen, Fischschlünden, Felsenvorsprüngen und Blumenkelchen hervorspringt, entlang läuft, Beine von Figuren umspielt um sich dann in das Rund des Wassers zu ergießen. Unzählige Formen nur aus weißem Stuck und dem blauschimmerndem Marmor geschaffen geben dem Raum eine angenehme Kühle. Die Lichtspiele des Wassers lassen die Figuren an den Wänden und an der Decke noch lebendiger erscheinen, denn sie scheinen sich durch ihre Schattenspiele zu bewegen. Man wähnt sich selbst im Wasser, am Grunde eines Sees zu sein und muss sich fast zum Atmen ermahnen, denn man meint sobald man den Mund zum Luft holen öffne, Wasser zu schlucken. So lebensnah und echt wirkt der Raum und die ganze Szenerie. Selbst die Helios-Sonne an der Kuppeldecke ist so eigenartig aus dem Stuck herausgearbeitet, als ob man sie durch das Wasser hindurch verzerrt sehe.
Durch eine kleinere Halle die mit ihren marmornen Bänken zum Ausruhen und Verweilen einlädt, geht es weiter in die große Halle. Ganz im Gegensatz zu der eindrucksvollen Szenerie des Kuppelraumes sind die Stuckverzierungen hier fast gänzlich verschwunden. Zwei große Brunnen flankieren ein riesiges, rechteckiges Wasserbecken, welches den größten Teil der Halle einnimmt. In der Wand sind größere Nischen eingelassen, die bequem Platz für mehrere Leute zum Sitzen bieten. Aus einem großen Löwenkopf strömt das klare Wasser in das Becken. An den Rundbögen der Decke die das Dach tragen sind nur ein paar stilisierte Xurl-Symbole und Fische zu finden. Doch das Hauptaugenmerk liegt schnell auf den riesigen goldenen Kerzenlüstern die den ganzen Raum umranken und Unterwasserpflanzen nachgeformt sind. In je einer der Blüten zwischen den vielen güldenen Blättern brennt eine Kerze. Es müssen Hunderte sein die den riesen Raum erhellen. Auf dem Grunde des Bassins ist wieder das Thaler Wappen zu erkennen. 
Also doch einer der größten Xurl-Schreine die es gibt? Diese Frage schien auch von den adeligen Gästen an Prinz Anselm gestellt zu werden, den bisher hatte der Prinz in eher verhaltenem Ton durch die Räumlichkeiten der Schwanensee-Anlage geführt. Nun hob der Hauptmann der Thaler Garde, Kilian Weizenkeim seine Stimme über das allgemeine bewundernde Gemurmel und bat um Ruhe. Als endlich alle in dem riesigen Raume standen und es ruhig war, trat der Prinz nach Vorn an den Rand des Wasserbeckens und wartete bis es ganz still wurde. Man vernahm nichts mehr, außer dem plätschern des Wassers.
„Verehrte Freunde und Gäste des Thaler Fürstenhauses aus Nah und Fern“, begann der Prinz. “Wir freuen uns über Euer zahlreiches Kommen an diesem Tage. Dieses Haus soll dem Wohlbefinden und der Entspannung dienen. Hiermit erkläre ich das erste Heligonische, namentlich die Schwanensee Schwimmbad für eröffnet!“ Sprach der Prinz und sprang vor den erstaunten Augen aller ins Wasser und schwamm wie ein Fisch die aller erste Runde in der großen Halle der Schwanensee-Schwimmhalle. Staunend folgten ihm die Augen der Anwesenden, denn bisher ist es nur den wenigsten Heligoniern vergönnt zu schwimmen. Wozu sollten sie es auch können müssen? Das Schwimmen hat der Prinz wohl auch auf seiner Reise gelernt. Wo er wohl alles gewesen sein mag?
Unter großem Beifall aller Anwesenden wurde das Fest des gestrigen Abends in und um die Schwanensee-Anlage fortgesetzt. Als Speisen gab es feinstes Wildbret, welches die Adligen bei der Jagd erlegt hatten. 
Am Sonntag erfolgte die große Abreise. Nachdem sich alle voneinander und von der Fürstlichen Familie verabschiedet hatten, setzten Schiffe ihre Segel, fuhren unzählige Kutschen und trabt unzählige Pferde vom Fürstlichen Hof und von Hochanthen aus in alle Richtungen des Himmels. Möge Helios sein Licht leuchten lassen und Saarka über die Wege wachen, auf das ein jeder wohlbehalten seinen Weg nach Hause finde.
Ritinus Federschwinger

Erste Erkenntnisse

Kurz nachdem die Frage des Eigentums bezüglich des Herzog-Uriel II. Atoll mit den ausländischen Seeleuten aus Telna Ron geklärt war verließen bereits vorbereitete Schiffe mit Baumaterial für Unterkünfte und den neuen Inselhafen auf dem Atoll das Fürstentum Thal. Mit diesem Konvoi fuhr auch die „Wachsame Eule“ ein Explorationschiff der Fürstlichen Thaler Gelehrtengesellschaft. Auf dem Schiff befinden sich Ausrüstung und eine Gelehrtengruppe die die Jolsee vermessen soll. Auch soll endlich eine brauchbare Karte des Atolls und seiner Lage erstellt werden.
Kein geringerer als der Magister Rorodot von der Gelehrtenschaft von Jarun, der den Lehrstuhl für Geodäsie innehat leitet die Gelehrtengruppe auf der „Wachsame Eule“. Für die Führung des Schiffes konnte ebenfalls eine bedeutende Person gewonnen werden, Kapitän Ehrund Füllhorner, der hochdekoriert schon viele Stürme unbeschadet überstanden hat und Schiff und Mannschaft mit Xurls Segen immer heil und vollzählig nach Hause brachte.
Nachdem die Lage und Topographie des ostarisch-thaler Herzog-Uriel II. Atolls vermessen war, wurden die Karten mit einem der nun fast regelmäßig pendelnden Versorgungsschiffe nach Thal, Ostarien und Escandra geschickt. Das Explorationsschiff nahm nun Kurs in die noch unbekannte See. Wenige Wochen später wurde neuerlich Karten, Aufzeichnungen, Skizzen, Proben, Anschauungsobjekte und Berichte an die Fürstliche Thaler Gelehrtengesellschaft zur Auswertung geschickt. Offenbar hat man eine oder mehrer neue Inseln in der Jolsee entdeckt. 
Besonders die fremdartigen Pflanzen und deren mitgeschickte, fremdartige Früchte erregten das Interesse der Gelehrten. Untersucht wird unter anderem die Essbarkeit der bunten Früchte, wobei nur Früchte mit einer extrem harten Schale, oder getrocknete Früchte die lange Reise überstanden. Einige Früchte waren schlicht verfault, stanken und waren in einen dichten Schimmelpelz gehüllt.
Auf Nachfrage des Helios-Boten stand uns Magister Baton von der Fürstlichen Thaler Gelehrtengesellschaft Rede und Antwort. Spannend seien vor allem die unglaubliche Variation der Düfte und Geschmacksrichtungen der Früchte, von denen viele noch nicht einmal einen Namen haben, berichtete uns Magister Baton. Deswegen lud man die besten Köche Thals in die Runde der Gelehrtenschaft um eine Eignung als Gewürz oder Rohmaterial für neue Speisen und Thaler Spezereien festzustellen. 
Wir dürfen gespannt sein mit welchen neuen Kreationen an Kochkunst uns die Thaler durch diese neuen Entdeckungen überraschen werden. Das Explorationschiff „Wachsame Eule“ wird auf jeden Fall noch länger in der Jolsee unterwegs sein.
 

Betiser Tribüne

Neues Lokal in Betis?

Umfangreiche Bauarbeiten in der Nähe des Theaters führen derzeit zu zahlreichen Gerüchten unter den Betiser Einwohnern. Zwei nebeneinanderliegende große Stadthäuser, die schon seit längerer Zeit leer standen, wurden offenbar verkauft und werden nun in aufwändiger Arbeit instand gesetzt. Als Verantwortliche auf der Baustelle gab sich eine gewisse Tessa Falkenhagen. Zum Beantworten unserer Fragen zeigte sie sich eher ungeneigt, der Besitzer wünsche dies nicht. Nur soviel war zu erfahren: Es werde hier in Kürze ein neues Vergnügungslokal eröffnet, dass der Betiser Gesellschaft Gelegenheit zu gehobener Unterhaltung und gepflegtem Spiel bieten werde. Unseren dezenten Hinweis auf eine mögliche Konkurrenz zu Mamma Nelli quittierte sie mit einem Schulterzucken. Das sei nicht ihre Angelegenheit. Steht Betis ein Krieg in der Unterwelt bevor?
 

Bürger des Monats

Die Ehrung zum Bürger des Monats fällt dieses Mal auf Ramon Maria Canonero, den Kapitän der Betiser Utzganmannschaft "Sturm Betis". Seine überragende Technik im Zusammenspiel mit dem vorbildlichen Zweikampfverhalten und die grandiose Spielübersicht machen ihn zu einem der komplettesten Utzganspieler der Gegenwart. Er ist maßgeblich verantwortlich für das schön anzusehende und auch effektive Spiel von "Sturm Betis". Aber er ist nicht nur ein hervorragender Spieler, er ist gleichermaßen ein überaus beliebter Bürger der Stadt, ein volksnaher Held.
 

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt
-Utzganturniere
-göttliche Eingebungen und Wunder
-Entschuldigungen von ganzem Herzen
-neue Kirchenoberhäupter
Und was nicht
-schlechtes Wetter
-Verlassen des Zusammenhangs
-unangekündigte Erdbeben
-Nichteinhalten von Versprechungen

Gunst und Kunst

Was die Heligonier am liebsten hören
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Die Buß-Brüder - "Beichten, Beichten, Beichten"  *)
Ostarische Utzgannationalmannschaft - "Utzgan ist unser Leben"
Findabair Spinnentöter (begleitet vom Emeranseeflottenchor) - "Pfefferinselreggae"
Die Wüstenlerchen - "Bärte"
Barde Grützi - "Nial aus Angaheym"
Betiser Gassenpfeiffer - "Wir lieben die Frauen mit zweifelhaftem Ruf"
Wunderkind Bonifazio - "Oh, Du mein Einer"
Heiser Hochanthen - "Hurra, Hurra, der Anselm der ist wieder da"
Salah ben Anwar nur ed'Din - "Burai Breath"
Pavo Rothner - "Scheiße in die hohle Hand"

*) Die ursprüngliche Version des Liedes, "Brauen, Brauen, Brauen", wurde vom Vorstand der Vereinigung frommer betiser Ceriden, Kreszensus Einlob, zensiert. Als Begründung gab er an, daß durch das Lied der Eindruck entstehen könne, alle Mönche gäben sich der Völlerei hin.
 

Der Tanzbär

Streifzüge durch das kulturelle Leben Heligonias

‘S HALF NET

Es war ein Unglück passiert !
Man versuchte das eine ...  doch ´s half net.
Man versuchte das andere ...  doch ´s half net.
Man versuchte das Unmögliche ... doch ´s half net.
Man schwieg betroffen ... außer ´s Halfnet !



Termine

06.10. - 08.10.00  Helicon 16 - Gelehrtenkonvent auf Schloß Ebersberg
12.01. - 14.01.01   5. Heligonischer Adelstag auf Burg Wernfels 
23.03. - 25.03.01  Helicon 17  auf Burg Wildenstein
24.05. – 27.05.01  Helicon 18 im Schwarzhornhaus bei Schwäbisch      Gmünd


© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés &  Marc Hermann

Berichte von Arnulf Breuer, Julia Fischer, Henning Frank, Oliver Friese, Deborah Gläser, Inés & Marc Hermann, Andreas Hils, Petra Jörns, Sylvia Koch, Daniela Lochner, Benjamin Rampp, Michael Rausch, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger,  Markus Spree und Ellen Weiß