Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 2. Saarka n.A.III 28

Ausgabe 36


Kronkurier

Bericht des Fährtenlesers Ansegisel Schlingenleger über die Ödlandexpedition

Nachdem uns jene riesige Flutwelle mitsamt den Schiffen und dem ganzen Heer beinahe vernichtet hätte, und wir gezwungen waren, in Jolberg zuzuwarten, bis alle Schäden repariert und alle Blessuren verheilt wären, richteten wir uns so gut als möglich in der neuen Situation ein, um uns wenigstens ein paar Annehmlichkeiten zu gönnen. Mein Kommando, die "Rebenhainer Traubenschützen", erhielt seinen Lagerplatz unweit des Gasthauses zum goldenen Würfel, so dass es uns eigentlich an nichts zu mangeln scheinen wollte, denn Wein und Gesang sind doch in jedem Falle dem tristen Feldlager vorzuziehen. 
 Jedoch war unsere Behaglichkeit nur von kurzer Dauer. Der Ärger kündigte sich bereits an, als seine Hochwohlgeboren Baron Krator von und zu Rebenhain, unser Heerführer und Befehlshaber, unserer Abteilung einen neuen Anführer vorsetzte. Der gutmütige Hauptmann Bolgar musste sein Kommando abgeben und ihm wurde der Edle Rasekorn vom Schinderteich, Landvogt zu Störenweiler und Lehnsmann des Barons, als Vorgesetzter vor die Nase gesetzt. Für uns ein Zeichen, dass etwas bevorstand, denn für eine Quartierung in der Stadt hätten wir sicher keinen Adligen Befehlshaber für unsere 100 Mann starke Truppe gebraucht, der dem Feldherr so nahe steht. 
 Tatsächlich sollte sich unsere Ahnung auch bald bestätigen, denn schon 2 Tage später, am 21 Tag des 3. Xurl erging der Befehl zum Ausrücken. Zu unserer Verwunderung ging es jedoch nicht hinunter zum Hafen, im Gegenteil, der Vogt führte uns nach Nordosten hinaus aus der Stadt und bald in das sumpfige Ufergebiet des Jolborn, wo wir nur unter Mühen vorankamen. Da mein Kommando aber für schnelle Aktionen ausgebildet ist, und wir eher heimlich operieren, als in offener Schlacht, und deshalb nur leichte Bewaffnung bei uns trugen, konnten wir dennoch das widrige Gelände meistern. Uns wurde nun auch endlich klar, was wohl der Plan des Kriegsrates war: Anstatt das ganze Heer in Marsch zu setzen und nochmals der Gefahr der Vernichtung auf dem Fluß auszusetzen, sollten wir offensichtlich am östlichen Ufer entlang vorrücken und dieses sichern, um ein Weiterziehen der Hauptmacht  gefahrlos zu ermöglichen. Hierbei schien der Baron wohl am ehesten seinen eigenen Leuten zu vertrauen, denn weder Sedomesen, noch Tlamaner oder sonst irgendwer waren unter uns. Und auch unser Befehlsherr, der Vogt, stammt ja aus Rebenhain. 
 Nach 2 Tagen hieß uns der Edle Rasekorn vom Schinderteich rasten und Posten aufstellen, danach berief er eine Besprechung der Truppführer ein. Uns wurde daraufhin eröffnet, dass wir wohl doch mehr zu tun hätten, als nur das Ufer zu sichern. Wir sollten uns auf einen bevorstehenden Waffengang vorbereiten. Nachdem wir die Nacht mehr oder minder angenehm verbracht hatten, wurden wir im Morgengrauen in kleinen Trupps in Marsch gesetzt. Offenbar stand der Feind nördlich von uns und wir sollten ihn einkreisen, so dass es mit dem Rücken zum Fluß kein Entrinnen geben könnte. Noch bevor Helios Antlitz den Nebel, der vom Fluß aufstieg, hätte durchdringen können, gelangten wir so, westlich vorstoßend, an eine Anhöhe, von der eine steile Klippe zum Wasser hin abfiel. Der Weg hinauf war durch Sträucher und Bäume durchaus geschützt, so dass wir unbemerkt an eine kreisförmige Lichtung stießen, die ein ebenes Plateau bildete. Darauf waren drei heruntergebrannte Feuer zu erkennen, auch konnten wir in der Dämmerung verschiedene Zelte und eine seltsam gefertigte Lehmhütte erkennen. Es waren allerdings nur wenige Wachen zu sehen. 
 Als alle Trupps in Stellung gegangen waren, ertönte das Horn des Vogtes und wir brachen mit Geschrei aus unserer Deckung. Der Feind war offensichtlich überrascht, denn die Wachen waren schnell niedergemacht und die meisten der Ödländer, denn um diese handelte es sich hier, wurden erschlagen, als sie kopflos aus den Zelten hierhin und dorthin stürmten. Nach kurzer Zeit war der Kampf beendet. Als es heller wurde, zählten wir die Toten und legten sie auf einen Haufen um sie zu verbrennen. Es waren etwa 50 Ödländer erschlagen worden, und nur wenigen dürfte die Flucht durch unseren Ring gelungen sein. Erstaunlicherweise waren unter den Getöteten nur etwa 20, die man als Kämpfer bezeichnen könnte. Die restlichen, ausnahmslos Männer bis auf zwei Weiber, schienen andere Funktionen wahrgenommen zu haben. Sie waren mit seltsamen Zeichen gebrannt und trugen weder Rüstung noch Waffen. Bei der Untersuchung der Lehmhütte wurde deutlich, dass es sich um einen schon länger in Gebrauch gewesenen Ritualplatz des Feindes handeln musste. Es wurden verschiedene Symbole und Objekte entdeckt, über die ich nichts sagen kann, denn nachdem der Vogt und zwei der Hauptmänner die Hütte inspiziert hatten, erging der Befehl sie niederzureißen und den Inhalt zu verbrennen, was auch geschah. Ferner entdeckten wir auf dem Plateau in kreisförmiger Anordnung verschiedene, wohl magischen Zwecken dienende Formen und Zeichen, welche ich vormals noch nie gesehen habe. Auch jene sollten wir zerstören, dass mit ihnen kein Unheil mehr gestiftet werden könnte, was wir auch gleich erledigten. 
 Nachdem wir so den Platz gesäubert hatten, wollten wir uns auf den Rückweg vorbereiten, aber zwischenzeitlich waren einige kleine und schnelle Schiffe den Jolborn heraufgekommen, die uns zu Wasser nach Jolberg zurückbringen sollten. Das Kommando über die Schiffe führte der Drackensteiger Freiherr Ulrich von Wasserberg. So kamen wir nach halbtägiger Fahrt zurück zu unserem Quartier, worüber ich und meine Kameraden mehr als froh waren, weiß man doch nie, zu was die feindlichen Magier fähig sind, und ob wir wirklich alles zerstört haben, was uns Unheil bringen mag. Jedenfalls lagern wir jetzt wieder nahe dem Goldenen Würfel und das ist gut so.
 

Schwätznet ist tot

Schwätznet, der im letzten Boten inserierende Priester der Ortschaft Brazfurt, welcher durch seine angebliche Hochzeit mit Prinzessin Syria Jaldis für Furore sorgte, wurde an einer Weggabelung tot aufgefunden. Wie die Dorfbevölkerung zu berichten wußte, war er am Tag seines Todes gut gelaunt losgezogen, um Kräuter zu sammeln. Ein Unfall kann auf Grund der etlichen Stichwunden in seinem Rücken ausgeschlossen werden. Brazfurt ist schockiert und voller Trauer. Selbst die örtliche Taverne serviert eine Woche lang Bitterbier, um dem Wirt zu Folge die Bitternis in den Herzen der Dorfbewohner widerzuspiegeln. Ferner hat sich in dem kleinen Dorf am Parimawald eine Gruppe von Honoratioren zusammengetan, um dem Mord auf den Grund zu gehen. Doch tappen sie noch vollkommen im Dunkeln. Bis auf kleinere Reibereien mit dem Wirt war Schwätznet allseits beliebt, ja sogar verehrt, nachdem ihm - den Stimmen im Ort zu Folge - Prinzessin Syria Jaldis die Ehe versprochen hat, weshalb die Vermutungen jener Kommission sich nach außen richten. Nach  ähnlich tragischen Angriffen auf den Heligonischen Hochadel, wie dem Verschwinden der Thaler Prinzessin Celia, fragt man sich nun in Brazfurt, wer Prinzessin Syria Jaldis auf so schreckliche Weise von ihrer einzig wahren Liebe trennen konnte.
Eine Stellungnahme der Prinzessin zu dem Geschehen liegt zur Zeit noch nicht vor.
Matheus Schreiber von Auenwald aus Brazfurt,
 einem Dorf in Aufruhr und Trauer.
27. Tag des 1. Saarka im Jahre 28 n. Helos Aximistilius III.
Academia rei Praeheliotica, Schloß Idyllie, Tlamana

Ergänzende Bemerkungen über den Verlauf der Gründung der Academia Rei Praeheliotica

Verehrte Gäste, Besucher,Reisende und Leserschaft,
viel ist vernommen worden über den Ablauf der Gründungsveranstaltung unserer Academia. Ich möchte mich nun hier nicht näher über die einzelnen Vorkommnisse auslassen, an anderer Stelle ist genügend darüber gesagt worden.
Es liegt mir jedoch am Herzen, daß ein jeder darüber in Kenntnis gesetzt ist, daß auch seitens der Academia alles nur erdenklich mögliche getan wird, die offensichtlichen und auch vermeintlichen Unglücksfälle und Mißstände aufzuklären, die an dem Convente zu Tage getreten sind.
Auch möchte ich mich bei all den Interessierten entschuldigen, die vornehmlich wegen den so trefflichen und interessanten Vorträgen bei uns erschienen sind und aufgrund der Geschehnisse aufs bitterste enttäuscht wurden. Seid versichert, daß ein jeder der Vorträge nachgeholt werden wird und daß wir auch Vortragende zu anderen Plätzen schicken werden, so daß jedem die Möglichkeit geboten sein wird, doch noch den Vorträgen zu lauschen.
Es ist mir aber auch eine Freude, mitteilen zu können, daß die Academia nun ihren Lehrbetrieb zur Gänze aufgenommen und sich also fürderhin interessierte Studenten und Gastdozenten melden mögen. Zwar befinden sich große Teile der Academia noch im Aufbau, doch sind wir nun in der Lage, einen geregelten Lehr- und Forschungsablauf zu garantieren.
Seien hiermit also sämtliche interessierten Gelehrte und auch Scholastici aufgerufen, sich bei uns einzufinden. Solltet Ihr noch weiterer Informationen bedürfen, so wendet euch vertrauensvoll an die Schreibstube der Academia.
Mögen die Vier allezeit über uns wachen und uns geleiten
Magister Dekanus Rasmus Adastrasus,
Academia Rei Praeheliotica

Amtlicher Aufruf zur Tour von HeligoniaTM

Am 1. Tag des 2. Poena im Jahre 28 n. A. III. ist es endlich so weit: Zahlreiche erprobte Heligoniaklasse-Pferdekutschenmannschaften, werden sich in einem mörderischen Rennen durch ganz Heligonia messen.  Diese 1. Offizielle Tour von HeligoniaTM  wird ihren Startpunkt in Ankur, der glänzenden Metropole Ostariens haben und in einem noch zu bestimmenden Kurs nach Betis, der Perle des Brazachdeltas führen. Es winken Ruhm, Ehre, Titel und großartige Preise. Mannschaften treten nicht wie üblich für einzelne Landesteile oder Baronien an, sondern werden von Privatleuten, wie zum Beispiel Handelsgesellschaften, Bankhäusern, Manufakturen oder Faktoreien gesponsert und werden auch für deren guten Namen wetteifern.
Wer also Kutsche, samt Gespann und Besatzung finanzieren möchte, der melde sich bis zum 20. Tag des 3.Saarka 28 n.A.III. in den Hauptsitzen der Gesellschaft der Tour von HeligoniaTM (GTH) in Ankur oder Betis. In der Anmeldung sind zu nennen: 
-Name des Sponsors (Gleichzeitig Name der Mannschaft.)
-Typ des Gefährts (Es  sind in jedem Fall nur Vierspänner zugelassen.)
-Namen und Art der Tiere (Maximal 8 Tiere, inklusive Ersatz)
-Zusammensetzung der Besatzung, inkl. Namen der Teilnehmer (max. 6 Personen, darunter 1 Mannschaftskapitän, der selbstverständlich auch andere Aufgaben betreuen kann, sehr anzuraten wäre es, einen Tiermedicus, sowie einen Mechanicus mitzunehmen.)
-Zusätzliche Ressourcen an Bord 
Es sei gleich darauf hingewiesen, daß vorsätzliche Beschädigung von Kutschen oder Kutschenbesatzungen selbstverständlich untersagt sind.
Um dieses teure Ereignis zu finanzieren, ist die GTH selbstverständlich auf weitere Finanzierung durch Drittmittel angewiesen. Darum ist der Modus, in welchem die Strecke festgelegt wird, folgender:
Welche Stadt oder Siedlung in Heligonia auch immer sich bemüßigt fühlt, die Tour, welche natürlich einen Besuchermagnet ohne gleichen darstellt, durch ihre eigenen Gassen zu führen, oder sich gar als Etappenziel zur Verfügung stellen möchte,  möge sich als Geldgeber bei der GTH melden. Die GTH wird dann in einem fairen Auswahlverfahren, die endgültige Streckenführung festlegen. 
Auch hier sollte die Meldung bis zum 20. Tag des 3.Saarka 28 n.A.III. erfolgen. Zu nennen sind:
-Name und Lage der Siedlung.
-Summe der Unterstützung.
-Besonderheiten, die während der Durchquerung der Siedlung gelten. (Bsp. Festivitäten, die in Zusammenhang mit dem Rennen veranstaltet werden, Gefahren, Unterkünfte, Verpflegung etc.).
Die genauen Wettbewerbsbedingungen (Streckenführung, Reglement und Teilnehmer) werden im nächsten Boten veröffentlicht. 
Die Gesellschaft der Tour von HeligoniaTM (GTH)
Vorsitzender Generaldirektor Johannes - Marius Weiß
(genaueres zur Anmeldung siehe Rückseite)

 

Ein altes Krönungsritual der heligonischen Könige in den Rebenhainer Archiven entdeckt

In meiner Eigenschaft als Archivar seiner Hochwohlgeboren Baron Krator von Rebenhain obliegt es meinem Amt, nicht nur neueren Schriftverkehr zu verwahren, sondern vor allem auch die alten Handschriften der herrschaftlichen Bibliothek auf Burg Freudenfeste zu sichten und der Forschung zugänglich zu machen. Bei dieser Arbeit stieß ich letzten Winter auf eine spektakuläre Entdeckung: Ein alt - heligonischer Krönungsordo aus der Zeit König Velans. Verborgen in den Schriften eines Chronisten Namens Widukind von Güldenthal. Der Bericht ist mehrere hundert Jahre alt und dementsprechend schwer verständlich. Ich zeige hier im Nachfolgenden eine erste Übersetzung an:

De Ordo imponendi insignis regii

Nachdem nun also der Vater des Vaterlandes und der größte und beste der Könige, Corenus II. entschlafen war, da erkor sich das ganze Volk Heligonias dessen Sohn Velan, der schon vorher vom Vater zum König bestimmt worden war, als Gebieter. Und als Ort der allgemeinen Wahl bestimmte man die Pfalz zu Escandra. Und als man nun dorthin gekommen war, versammelten sich die Herzöge und die ersten der Grafen mit der Schar der vornehmsten Ritter in dem Säulenhof, der mit der Halle Corenus I. verbunden ist. Und sie setzten den neuen Herrscher auf einen hier aufgestellten Thronsessel; Hier huldigten sie ihm, gelobten ihm Treue und versprachen ihm Hilfe gegen alle seine Feinde und machten ihn so nach ihrem Brauche zum Könige. Während dies die Herzöge und die übrigen Großen taten, erwartete der Erwählte des Helios mit allen Geweihten und allem Volk innen in der Halle den Aufzug des neuen Königs. Als dieser eintrat, ging ihm der Erwählte des Helios entgegen, berührte mit seiner Linken die Rechte des Königs, während er selbst in der Rechten seinen Stab trug, bekleidet mit allen Zeichen seiner Heiligkeit, und schritt dann vor bis in die Mitte der Halle, wo er stehen blieb. Dann zum Volke gewandt, das ringsumher stand - es waren nämlich in dieser Halle Säulengänge unten und oben rundherum - so daß er von allem Volk gesehen werden konnte, sprach er also: "Sehet, hier bringe ich euch den von Helios auserkorenen und einst vom großmächtigen Herrn Corenus II. bestimmten, nun aber von allen Fürsten zum Könige gemachten Velan; Wenn euch diese Wahl gefällt, so bezeugt dies, indem ihr die rechte Hand zum Himmel emporhebt." Darauf hob alles Volk die Rechte in die Höhe und wünschte mit lautem Zuruf dem neuen Herrscher Heil. Sodann schritt der Erwählte des Helios mit dem Könige, der nach alter Art mit enganliegendem Gewande bekleidet war, hinter den Altar, auf dem die Abzeichen des Königs lagen, das Schwert mit dem Wehrgehenk, der Mantel mit den Spangen, der Stab mit dem Zepter und das Diadem. Darauf nahm der Erwählte des Helios das Schwert mit dem Wehrgehenk und sprach zu dem König: "Empfange dieses Schwert und treibe mit ihm aus alle Widersacher Helios, da durch Helios Willen alle Macht in ganz Heligonia dir übertragen ist, zum bleibenden Frieden aller." Sodann nahm er die Spangen und den Mantel und bekleidete ihn damit, indem er sagte: "Die bis auf den Boden herabreichenden Zipfel deines Gewandes mögen dich erinnern, von welchem Eifer du entbrennen und in Wahrung des Friedens beharren sollst bis in den Tod." Darauf nahm er Zepter und Stab und sprach: "Diese Abzeichen sollen dich ermahnen, mit väterlicher Zucht deine Untertanen zu leiten und vor allem den Dienern der Vier, den Witwen und Waisen die Hand des Erbarmens zu reichen; Und niemals möge dein Haupt des Öls der Barmherzigkeit ermangeln, auf daß du in Gegenwart und in Zukunft mit ewigem Lohne gekrönt wirst." Darauf wurde er alsbald mit dem heiligen Öle gesalbt und mit dem goldenen Diadem gekrönt. Und als nun die rechtmäßige Weihe vollzogen war, wurde er zum Throne geführt, zu dem man auf einer Wendeltreppe hinanstieg, und er war zwischen zwei marmornen Säulen von wunderbarer Schönheit so errichtet, daß er von hieraus alle sehen und von allen gesehen werden konnte. Nachdem das dreifache Vivat verschalt war, stieg der König herab und ging in die Pfalz; Hier trat er an die marmorne, mit königlicher Pracht geschmückte Tafel und setzte sich mit allem Volk. Die Großen des Reiches aber warteten auf. Der Fürst von Thal ordnete die ganze Feier. Der Graf von Drachenhain besorgte den Tisch, der Herzog von Ostarien führte die Mundschenken, Der Herzog von Valmera  sorgte für die ganze Ritterschaft und für die Wahl und die Absteckung des Lagers. Der König aber ehrte danach einen jeden der Fürsten königlicher Freigebigkeit gemäß mit dem jedem angemessenen Geschenk und entließ die Menge mit aller Fröhlichkeit. 

Soweit also Widukinds Bericht. Daraus läßt sich folgender Krönungsordo ableiten: 
1.  Designation und Adventus Velans
2. Erste Thronsetzung durch die Großen des Reiches und Handgang der  selben
3. Universalis electio durch das Volk
4. Schwertübergabe (Schutz nach außen)
5. Anlegung von Mantel und Armspangen 
6. Szepter- und Stabtradition (Herrschaft nach innen)
7. Hauptsalbung
8. Krönung
9. Inthronisierung
Beim anschließenden Mahl werden die alten Erzämter erwähnt: Erzkämmerer (Graf von Drachenhain), Erztruchseß (Fürst von Thal), Erzmarschall (Freigraf von Sedomee) und Erzschenk (Herzog von Ostarien). Ebensowenig wie der Krönungsordo finden die Erzämter heute noch Gebrauch, dennoch scheint es mir ein wichtiges Dokument für die lebhafte Geschichte unseres Reiches darzustellen. Möglicherweise gefällt es unserem allerdurchlauchtigsten Herrscher, König Helos Axistimilius III., einen ähnlichen Ordo wiedereinzuführen, wozu dieser Forschungsbericht allergnädigstes Gehör und mildeste Betrachtung finden möge.

   Adelmus von Angerwalde, Archivar zu Rebenhain
Der Trommler - freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach

Spektakulärer Fund in den Bergen des Nordmassivs

Es war der zwanzigste Tag des Frostmondes, der Geburtstag des Markgrafen von Norrland-Brassach, als ein Kutscher mit aller Eile seine vier Pferde über die Wege und Straßen der Markgrafschaft peitschte! Immer wieder ließ er seine Peitsche über den Köpfen der vier braunen Pferde knallen, um sie zu einer noch schnelleren Geschwindigkeit anzutreiben. Und mehr als einmal sah man die Kutsche, wie sie sich auf den vereisten Straßen der Markgrafschaft stark in die Kurve legte, so daß man befürchten mußte, sie würde gleich umstürzen. Aber ein jedesmal schaffte es der Kutscher durch geschicktes Gegenlenken, sein Gefährt vor einem Sturz zu bewahren. Auf der Ladefläche des offenen Wagens befand sich eine große Kiste, so groß wie ein liegender Mann, sorgsam verhüllt mit dunklem Stoff und mit Tauen ordentlich gesichert, obenauf ein hastig gezimmertes Kreuz aus Holz. Zur Rechten des Kutschers saß ein schwarz gekleideter Mann, den wohl jeder Bewohner Norrland-Brassachs an seinem Rock als Steiger einer Hauerkolonne erkennen würde. Rechts neben dem Bergmann umklammerte ein Priesterbruder der Templer zu Ankur mit der linken Hand sein silbernes Kreuz, während er sich mit der anderen Hand bemühte, nicht den Halt zu verlieren und bei der schnellen Fahrt vom Kutschbock zu fallen. Vor und hinter der Kutsche ritten jeweils sechs Ulaken der Templer in Doppelreihe als Eskorte mit.
Jedes Dorf, jede Stadt auf der Reise von der Bergwerkssiedlung Dahnen zum Zielort passierte der Troß mit aller Eile: Nirgendwo wurde er aufgehalten, niemand stellte sich den vom Kutscher immer wieder angetriebenen Pferden in den Weg, in jeder Ortschaft freie Fahrt für das Gespann und die eskortierenden Reiter! Die Straßen, Dorfdurchfahrten und Stadttore waren allesamt durch vorauseilende Reitertruppen der Markgrafschaft von Händlern, Handwerkern, Bauern und Reisenden mit ihren Karren, Viehgespannen und Kutschen geräumt worden. Lediglich vereinzelte, kurze Unterbrechungen zum Wechseln der Pferde bremsten den Troß. So bahnten sich das Gespann und dessen Begleitung ihren Weg durch die Provinz Brassach und nur die Mannen auf dem Kutschbock und die Soldaten, die die Kutsche begleiteten, kannten das Ziel der wilden Fahrt: Der Hafen von Tarnam, wo die ‚Fracht' auf die ‚Daron von Brassach' umgeladen werden sollte, um ihr endgültiges Ziel zu erreichen: Escandra!
Als man die norrland-brassachische Hauptstadt Tarnam erreichte, bremste der Kutscher seine Pferde nur wenig ab, geschickt durchquerte er das Nordtor und lenkte die Kutsche hastig in den Hafen. Dort wartete bereits eine weitere Kutsche auf die eintreffende ‚Fracht'. Es war die Reisekutsche des Markgrafen, der zusammen mit dem Ordensmarschall Hadebrand von Grauburg die Feier seines Geburtstages auf Burg Brassach verlassen hatte, um in den Hafen zu eilen. Der Kutscher, der Bergmann und der Priester sprangen vom Bock und eilten dem Markgrafen entgegen, als sich bereits Templertruppen anschickten, die mannslange Holzkiste von der Kutsche zu heben. Kalveram nahm die Grüße des Kutschers und seiner zwei Begleiter entgegen und schritt zügig auf die Kiste zu. "Sofort aufmachen!", donnerte seine Stimme über den Pier. Eiligst stemmten die umstehenden Soldaten die Kiste auf. Währenddessen schaute Kalveram den Steiger an und forderte ihn mit einer Geste zum Reden auf. "Euer Hochgeboren, wir fanden den Körper dieses armen Mannes in einem Gewölbe im Nordmassiv, als wir bei unserer Arbeit im Flöz vierundzwanzig durch eine Felswand brachen! Umgeben von einer Konstruktion aus Stahl und dickstem Glas! Ausgedörrt wie ein alter Apfel, den man vergessen hatte, vom Baum zu pflücken, lag der Arme in seinem gläsernen Behältnis, welches auf einem altarähnlichen Tisch an der Stirnwand des Gewölbes befestigt war. Wir schickten nach dem Geistlichen unserer Siedlung, der eiligst herbeieilte. Mit unseren Hacken ließ uns Bruder Gerold das arme Geschöpf des Einen aus seinem durchsichtigen Gefängnis befreien. Als wir das Glas durchschlugen, drangen faule Dämpfe aus dem Behältnis und der Priester trieb uns zur Eile. Wir wollten den Ort mit unserem Fund so schnell es ging verlassen, Herr!" Nachdem man die Kiste geöffnet hatte, schlug Hadebrand ein Leinentuch zur Seite und schaute den Markgrafen fragend an. "Ja, er ist es!", entgegnete der Markgraf knapp und wandte sich an den Priesterbruder der Templer, "Lebt er noch, Bruder Gerold?". "Ich weiß es nicht, mein Großmeister. Sein Brustkorb senkt sich nicht auf und ab, wie man es bei uns Lebenden sieht! Aber der Körper ist auch nicht etwa steif, wie man es nach einiger Zeit bei einem Toten feststellen kann!". Der Markgraf nickte kurz und befahl den Soldaten mit einer Geste, die Kiste wieder zu verschließen! Dann donnerten wieder die Worte des Markgrafen über den Hafenwall: "Sofort verladen und eiligst nach Escandra verschiffen! Mögen sich die heligonischen Gelehrten mit diesem unwirklichen Körper befassen. Bruder Gerold, begleitet ihn nach Escandra, überbringt dem König den Gruß seines ergebenen Dieners und berichtet ihm über all dies!". Als man die Kiste wieder sorgsam verschlossen und auf das Schiff verladen hatte, segelte die ‚Daron von Brassach' nach Escandra. Während der Großmeister und der Ordensmarschall die zwei Stufen der Kutsche erklommen, um zur Burg zurückzufahren, vernahm man noch leise folgende Worte: "Hadebrand, schickt eine Botschaft nach Emarania!" ...

Weinanbau in der Ballei Amien / Ordensmarschall mit dem Zwischenstand äußerst zufrieden.

In Zeiten der Unruhe an den Landesgrenzen unseres Königreiches kommt es immer wieder zu verspäteter Berichterstattung über weniger wichtige Dinge der Markgrafschaft Norrland-Brassach. Wie leider erst jetzt der Schreibstube des Trommlers übermittelt wurde, konnte die kleine Ordensballei Amien in der Baronie Grauburg auf ein erfolgreiches Weinanbaujahr zurückschauen.
Der Versuch, einen wirtschaftlichen Weinanbau in der kleinen Ballei heimisch zu machen, scheint nun von Erfolg gekrönt zu sein. Auch wenn sich der Ordensmarschall selbst in letzter Zeit nicht mehr so intensiv um die Abwicklung kümmern konnte, so war er mit den Ergebnissen äußerst zufrieden.
Die Hoffnung, die starken Rebensetzlinge aus der drachenhainer Baronie Rebenhain  würden sich mit den Wildweinsorten aus der Ballei zu einer starken und ertragreichen Weinpflanze vereinen lassen, erweist sich wohl als begründet. Der seit fast zwei Jahren zuständige Weinanbauer Gorofin sagte dazu: "Ich bin überrascht und doch sehr stolz auf mich. Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß gerade hier in diesem streng ceridischen Land meine ogedischen Hände so viel bewirken können. Aber die Hilfe und die Aufwendungen waren auch weit mehr, als ich je zu hoffen gewagt hätte. Was auf Weisung des Ordensmarschall hier alles getan wurde, konnte ja nur zum Erfolg führen".
Gorofin kommt aus dem weiten und für den Weinanbau bekannten Herzogtum Drachenhain und wurde vor zwei Jahren in die Ballei gerufen, um das ehrgeizige Vorhaben, an den Händen des Grauburger Walls einen Weinanbau einzuführen, mit seinem Wissen zum Erfolg zu bringen. Niemand in den Ländereien der Markgrafschaft hatte das Wissen dazu. Er wurde mit seiner Familie bei der einzigen ogedischen Familie in Alt-Amien herzlich aufgenommen und fand im Wächter des Xurl-Schreins in der Nähe von Lubin auch eine geistliche Unterstützung.
Den Wunsch des Weinbauern, dem Wein einen Namen geben zu dürfen und ihn einem ogedischen Gott weihen zu dürfen, wurde ebenso vom Ordensmarschall abgelehnt, wie die Bestrebungen einiger ceridische Ordensbrüder, dem zukünftigen Wein den rein ceridischen Namen eines Heiligen zu geben.
" Niemand wird den Wein aus Brassach für ein politisches Gerangel missbrauchen. Ehre, wem Ehre gebührt. Ohne die Hilfe des Baron Krator von Rebenhain würde es wohl hier nie eine Ernte geben. Ich werde mich dessen bei der Namensgebung erinnern und diesen Namen eventuell beim Adelstag verkünden!" waren die Worte des Ordensmarschall.
Wir sind gespannt auf den Namen und werden dem geehrten Leser umgehend Bericht erstatten.

Ihr sucht ein Geschenk für den Adelstag und findet nichts? 
Kommt nach
 Betis
Was es hier nicht gibt ist noch nicht erfunden!


 

Drachenhainer Herold


Höret, Höret,.

Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu wissen, dass ab dem heutigen Tage an dem Fürstentume Thal, unter Absprache mit den betreffenden Drachenhainer Baronen, die ausdrückliche Erlaubnis erteilt wird, auf Drachenhainer Boden nach der unlängst entführten Prinzessin Celia von Thal zu suchen. Dies betrifft in erster Linie jene Gebiete, die einstmals innerhalb der Ausdehnung des gefallenen Herzogtums Beridhan gelegen haben sollen. Die betreffenden Baroninnen und Barone wurden bereits mit der Weisung um enge Zusammenarbeit mit den Thaler Truppen betraut, auf dass man der Wiedererlangung ihrer Hochgeboren nicht hinderlich sein möge!
Ruland vom Kerbelgehr, Schreiber des Fürsten von Drachenhain

Suche nach Prinzessin Celia von Thal in Flaitney erfolglos

Sofort nach dem die Entführung von Prinzessin Celia von Thal bekannt wurde, wurde in Flaitney mit einer großangelegten Suchaktion begonnen. Das Land wurde, wie man uns sagte von Norden nach Süden her durchkämmt, da in dem oberen Gebirgszug die besten Verstecke in Form von Höhlen, Nischen oder Spalten zu finden sind. Doch ohne Erfolg. 
Nach der nachdrücklichen Aufforderung Fürst Waldemars von Drachenhain wurde in Flaitney die Suche sogar noch intensiviert. Es heißt, dass jedes Gebäude nach der entführten Prinzessin durchsucht worden wäre. Wollen wir hoffen, dass andere mehr Erfolg mit ihrer Suche hatten.
 
 

Landvogt von Bargenstein vermeldet untertänigst: 

Keine Spur von Prinzessin Celia in der Baronie Drachenberg

"Unser edler Herr und gerechter Fürst Waldemar von Drachenhain geruhten uns zu befragen, ob wir zwecks Suche nach Ihro Prinzessin Celia von Thal, Hilf von außerhalb, sprich Thaler Truppen selbst, benötigen. Wir der Freiherr Geller von Mannseck, Landvogt zu Bargenstein, lehnen dies Angebot im Namen der Baronin von Drachenberg höflichst ab. Gerade heut sind die ausgesandten 100 Mann erfolglos heimgekehrt. Bei uns ist Ihro Hochgeboren auf jeden Fall nicht zu finden. Wir haben untertänigst alles getan, was der Herr verlangte, eine weitere Suche wird ebenso nutzlos sein und außerdem nur dem Gemüte der Sauen im Stall und der Wildtiere im Wald sehr abträglich sein, obendrein wird allmählich auch der Bauernmob unruhig, wenn abermals alles von Innen nach Außen gekehret würde!" 
Freiherr Geller von Mannseck, Landvogt von Bargenstein und Sekretarius Ihro Hochwohlgeboren, der Baronin von Drachenberg

Fluch über Koldewaiht von Hautzensteyn gebannt!

Bekanntlich wurde der Baron Luchnars, Koldewaiht von Hautzensteyn im letzten Herbst auf dem Gelehrtenkonvent in Tolens von der damals unbekannten Frauensperson Rowaine verflucht. Rowaine hat sich inzwischen als Hochdruidh herausgestellt. Ihre Herkunft und ihre Absichten sind nach wie vor unbekannt, nach Menschenermessen kann sie nicht aus Luchnar stammen und muß es andererseits doch - dieses Rätsel bleibt ungelöst.
Umso erfreulicher ist folgende Nachricht: Den Druidh ist endlich gelungen, den Fluch zu bannen, der auf Koldewaiht von Hautzensteyn lastete und der Wesen aus der Anderswelt nach Luchnar zog, wo immer der Baron sich auch aufhielt. Das Ritual, das diese Bannung ermöglichte, wurde vom Ard Druidh Hagmore geleitet, der auch in Tolens bei der Aussprechung des Fluches anwesend war. Ihm zur Seite standen drei weitere Druidh. Außerdem anwesend waren Fürst Nial Felsenhammer, Baronin Josephina von Drachenhain und Baron Foranan McDonough. Diese drei waren auch in Tolens Zeugen der Aussprechung des Fluches und ihre Anwesenheit hielt der Ard Druidh zur vollständigen Lösung des Fluches für unabdingbar.

Syria Jaldis von den luchnischen Druidh des Landes verwiesen!

Prinzessin Syria Jaldis besuchte ein weiteres Mal Luchnar, um die sagenumwobene Spalte zu untersuchen. Wenig später betraten einige Söldner das Land, welche vorgeben, zur Nachhut der Prinzessin zu gehören. Doch fingen diese Söldner an, den ceridischen Glauben in Luchnar mit Nachdruck zu verkünden. Zuerst sah man mit einem kritischen Auge zu und bat mit friedlichen Worten sich der Untersuchung der Spalte zu widmen. Syria gab an, diese "Nachhut" nicht zu kennen und entsandte selbst Mannen, um nach ihnen zu suchen. Inzwischen hatte sich aber einer der vorgeblichen Söldner von der Gruppe abgesetzt und begann seinen eigenen "Kreuzzug" in diesem streng ogedischen Land. Er traf auf einen Druidh-Anwärter namens Harec Diljec und versuchte ihn zu bekehren, als dieser den Worten des selbst ernannten Missionars des Einen nicht folgte, erhob dieser sein Schwert und griff den Anwärter an. Mit schweren Wunden konnte sich Harec Diljec in den nächst gelegenen Weiler flüchten und dort wurde sofort ein Suchtrupp zusammengestellt und es wurde der Täter überführt. Diese sagte aus, daß er im Auftrag der Prinzessin gehandelt habe! So wurde kurzerhand die Prinzessin und ihre Begleitung von den luchnischen Druidh des Landes verwiesen!

Antwort an Cederric von Hautzensteyn

Mein Bruder, 
Du weißt, dass ich nicht viel von demonstrativen offenen Briefen halte, aber ich will Dir offen antworten. Es ist auch mein Wunsch, daß unsere Familie wieder Frieden findet. Du bist in einer schlechten Zeit nach Luchnar zurückgekommen, das war nicht Deine Schuld und in der folgenden Zeit auf Hautzensteyn haben wir beide Fehler gemacht. Was Deine "Missetaten" in der letzten Zeit angeht, kann man fast alle wohl als Streiche betrachten, über die man hinwegsehen kann - Du hast Deine Rolle noch nicht gefunden und Du hast es dabei nicht einfach.
Somit steht wenig zwischen uns außer dem einen - denn da geht es nicht um mich und Dich, sondern um das Andenken unseres Vaters und das Land Deiner Geburt. Es steht mir nicht an, für sie zu vergeben, was Du ihnen getan hast.
       Koldewaiht von Hautzensteyn

MadRuadh-Helden Name aberkannt

Sean Okildare MadRuadh - dieser Name soll nimmermehr in seiner vollen Form geschrieben sein. Wie im letzten Helios-Boten geschildert, wurde der bekannte luchnische Krieger wegen heimlichen Kontaktes zu einem U'Mad vor Gallory Lland MadRuadh, den Ceann Cuath ("Clansoberhaupt") der MadRuadh zitiert. Dieser sprach in Beratung mit dem Clansrat folgendes Urteil: 
Sean Okildare MadRuadh, eine Verletzung derart elementarer Regeln der luchnischen Gesellschaft sind eine Gefahr für das Land selbst - .umso mehr, wenn man das uns bekannte Gesicht der Druidh bedenkt. Es wird Dir deshalb in Zukunft untersagt, Deinen Eigennamen zu führen; Dir bleibt Dein Geburtsname.
Andererseits waren Deine Absichten nicht unehrenhaft. Wenn sie das Land auch trafen, waren sie doch nicht gegen es gerichtet. Du wirst deshalb Gelegenheit bekommen, Dir Deinen Namen wieder zu verdienen. Okildare MadRuadh, erweise Dich als würdig Deines Clans, Deines Landes - und Deines Namens!

Zwölferwurf auf der Drachentrutz 

Des Fürsten Waldemars Lieblingshündin, "Gessia", ein waschechter Ardanerleithund, schenkte in der Nacht vom 1. zum 2. Kargmond zwölf gesunden Welpen das Leben. Niemand hätte das der alten Gessia zugetraut, nährt sie sich doch schon dem neunten Lebensjahr und hatte auch noch nie zuvor geworfen. Die Hundemutter selbst scheint ihr Glück kaum fassen zu können und stolziert, ihre Schar abwechselnd im Maule tragend, auf der Feste auf und ab, als wolle sie sagen: "Seht nur hier, dies ist meine Brut!" 
Wie jedermann weiß sind die Ardanerleithunde sehr kostbare Tiere, die gerade zur Jagd gute Dienste tun, da sie eine hervorragende Nase haben, mit der sie selbst kalte, ältere Fährten vortrefflich halten können. Dazu sind sie ausdauernd und loyal und arbeiten ohne Laut zu geben. Die Ardaner sind für die Aufgabe Großwild aufzuspüren, also Hirsch oder Keiler, geradezu prädestiniert. 
In einer Weile werden die Welpen, wie alle Hunde der Drachentrutzer Meute, mit einem Brandsiegel, dem Ardanerschlüssel, auf der Stirn gekennzeichnet. Was der Fürst dann mit den Prachthunden zu tun gedenkt ist im Augenblicke ungewiss. 
10. Tag im Kargmond, 91 n.d.E.
Ruland vom Kerbelgehr, Schreiber des Fürsten von Drachenhain

Offener Brief der luchnischen Druidh an Prinzessin Syria Jaldis

Zuforderst möchten wir Euch Euer Hochgeboren um Verzeihung bitten. Doch wir sahen uns zu dieser Maßnahme gezwungen, zu schwer war des Verbrechen Eurer vorgeblichen Wache an Luchnar. Wir wissen jetzt, daß Euch in dieser Sache unrecht getan wurde. Doch bitte versteht, daß wir keinerlei ceridische Glaubenslehren in Luchnar dulden können. Wir sind uns sicher, das Ihr voller Ärger sein müsst, da Euch aus Eurer Sicht Unrecht angetan wurde. Doch damit Ihr unser Verhalten versteht, möchten wir Euch ein Gesicht mitteilen, welches uns von der Göttin Poëna selbst gesendet wurde.
Wir sahen Luchnar hervor gehoben von der heligonischen Weltenschale. Es erstrahlte in einem gänzlichen Weiß, bis auf einen schwarzen Streifen. Es war die Spalte, welche sich dann öffnete und aus ihr traten die hässlichsten Dämonen hervor. Doch sobald diese Wesen mit ihren Füßen den luchnischen Boden betraten, verwandelten sie sich in luchnische Clanskrieger. Diese Krieger begannen einen verhehrenden Krieg. Es war grausam und es fielen Grenzen, doch damit nicht genug. Später breitete sich der Krieg dann innerhalb Luchnars aus und es kämpfte Sohn gegen Vater, Mad gegen Mad und Bruder gegen Bruder. In dieser Zeit erstreckte sich dann eine Wolke des Unglaubens über Luchnar, es sagten viele den Göttern ab und ließen sich ceridisch taufen. Der erste welcher sich taufen lies, war Cederric von Hautzensteyn. Dieser U´mad wurde dann zum Anführer der Ceriden in Luchnar und es folgte ein Krieg des Glaubens in Luchnar. Keine der Seiten gewann, denn es öffnete sich die Spalte erneut und verschlang Luchnar, geblieben ist ein schwarzer Schlund auf der Weltenscheibe Heligonias.
Dann hörten wir die Stimme Poënas, 
IHR HABT GESEHEN, WIE DIE ZUKUNFT AUSSEHEN KANN! ES LIEGT JETZT AN EUCH, SIE ZU ÄNDERN!
Mit diesem Wissen hoffen wir, das Ihr, Euer Hochgeboren, unser Verhalten besser verstehen und unsere Entschuldigung annehmen könnt. Wie wir mittlerweile wissen und glauben, haben diese Söldner im Auftrag eines ceridischen U´mad gehandelt.
So möchten wir Euch einladen, erneut unsere Heimat zu bereisen, um eure Forschungen weiter zu betreiben. Doch nur um eines bitten wir euch: Gebt uns Bescheid, ob all Eure Begleiter mit Euch reisen oder ob weitere später folgen. Wir werden außerdem dafür sorgen, daß Ihr zusätzlichen angemessenen Schutz bekommt.
Hochachtungsvoll,
die luchnischen Ard-Druidh

Tunnelbau in Flaitney macht Fortschritte

Vor ungefähr einem Jahr wurde in der Baronie Flaitney das Projekt "Lämmerbuckeltunnel" in Angriff genommen. Dieser Tunnel soll die Baronie  Flaitney mit Ostarien verbinden, um somit ein einfacheres und sicheres Transportieren von Waren zu gewährleisten. 
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, macht der Tunnelbau doch gute Fortschritte. Durch eigens angefordertes Spezialwerkzeug zum Bergwerksbau und Bergbauspezialisten, ist Baron Foranan zuversichtlich in spätestens zwei Jahren den Bau abgeschlossen zu haben. Der Kupferabbau, der parallel zum Tunnelbau von statten geht, schränke die Arbeit nur geringfügig ein, so der Tunnelbaumeister Kerr Mc Auley. Der Bau sei schon so weit fortgeschritten, dass auch im Winter weiter gearbeitet werden kann. Die milden Xurlmonate und der milde Saarkamonat begünstigen dies noch.
 
 

Der Schlächter von Wiesensteig endlich gefasst

Nach langer unermüdlicher Jagd nach Kadhan, dem "Schlächter von Wiesensteig", die im 3. Helios des letzten Jahres auf Geheiß des Fürsten Waldemar begann, konnte der Schurke nach langer anstrengender Suche auf der Feste Hochaskenstein in der Baronie Jolbenstein endlich dingfest gemacht werden. Wie uns unsere Informanten zuspielten, zog Baron Foranan Mc Donough mit einer stattlichen Anzahl von Soldaten aus, um den seit langem gesuchten Verbrecher endlich seiner gerechten Strafe zuzuführen. Offensichtlich war sich Baron Foranan sehr sicher, dass er den Gesuchten dort finden würde, denn sein Vorgehen zeigte doch deutliche Sicherheit. Nach nur ein paar Stunden hatte er den Gesuchten Kadhan in seiner Gewalt und auch Baron Jagon in seiner Obhut, der dem Verbrecher Zuflucht gegeben hatte. Die eintausend Dukaten Belohnung, die für die Ergreifung Kadhans ausgesetzt waren, kann der Baron von Flaitney sicher gut gebrauchen, wobei man hört, dass er nur 640 Dukaten davon vom Fürsten Waldemar erhalten haben soll. Sollte da etwa noch ein unbekannter Mittelsmann vorhanden sein, der Baron Foranan den sicheren Tipp zum Aufenthaltsort Kadhans gegeben hat?
Wer noch mehr über die abenteuerlichen Suche des Barons Foranan wissen möchte, der lese den folgenden Beitrag eines Augenzeugen:

Reisebericht von Ian Mc Gillivray

3. Tag des 3.Xurl 
Der Tag begann eigentlich wie immer. Nach dem üblichen frühen Morgenappell, begannen wir unsere täglichen Patrollienrunden in und um die Stadt Croith´no´na zu drehen. Wir unterhielten uns hier und da mit den Bauern und Händlern und  genossen die ach so warmen Tage des Xurl.
Gegen Mittag rief uns Baron Foranan Mc Donough zu sich. Das war für uns zunächst nichts ungewöhnliches, denn in den letzten Tagen wurden wir oft zu ihm gerufen, um über die Fortschritte zu sprechen, die für den bevorstehenden Kriegszug gegen die Ödländer  von Nöten waren. Doch heute war etwas anders. Als wir an der Feste ankamen, wurden wir von Malcolm Mc Kinlay aufgefordert, sofort unsere Habseligkeiten zu packen und uns binnen einer Stunde wieder hier zu treffen.
Wir wussten nicht warum, aber taten wie uns geheißen und nach ca. einer Stunde marschierte unser Trupp von ca. 50 Mann gen Süden. Im vorbeigehen hörte ich seine Hochwohlgeboren noch zu seinem Bruder sagen: "Schick unsere restlichen Mannen in 12 Tagen Richtung Jolberg, so dass sie noch rechtzeitig dort ankommen."

5. Tag des 3.Xurl
Wenigstens kennen wir jetzt unser vorläufiges Ziel. Die Feste Drachentrutz. Baron Foranan hat scheinbar irgendeine wichtige Mitteilung von einem Boten erhalten, weshalb er sich jetzt gen Drachentrutz aufmacht. Gegen Abend dürften wir die Feste erreichen. Es muß wohl etwas Wichtiges sein, sonst würde unser Baron sicher nicht so zur Eile drängen.

6. Tag des 3.Xurl
Morgengrauen und fast nicht geschlafen. Aber was da draußen vor sich ging verwunderte mich zusehends. Ungefähr 150 Drachentrutzer Soldaten standen nahezu abmarschbereit vor und in der Feste. Alle mit Schwertern bewaffnet. Der Grund unseres plötzlichen Abmarsches aus Flaitney muß wohl doch von weit aus größerer Bedeutung sein, als ich bisher angenommen hatte. Kurz nach Sonnenaufgang brachen wir dann auf. Im ganzen zweihundert Mann. Seine Hochwohlgeboren Baron Foranan Mc Donough wurde noch persönlich von Fürst Waldemar verabschiedet. Dann ging es Richtung Süden. Nun wurde uns auch das Ziel unserer Reise mitgeteilt - Die Feste Hochaskenstein. Wie uns mitgeteilt wurde erhielten wir die Information von jemanden, dessen Namen uns aber Baron Foranan  nicht nennen wollte, dass sich Kadhan, der Schlächter von Wiesensteig auf der Feste Hochaskenstein aufhalten soll. 

7.Tag des 3.Xurl
Heute mussten wir schon wieder vor Sonnenaufgang aufstehen, aber seine Hochwohlgeboren drängte zum Aufbruch, denn die Zeit ist knapp. Den Aurazith-See hatten wir schon gestern hinter uns gelassen. Nun müssen wir nur noch den Rest der Trollsteine durchqueren und mit viel Glück sind wir gegen Nachmittag in Hochaskenstein.
Spätnachmittag, und die meisten von uns haben etwas außerhalb der Stadt ihr Lager aufgeschlagen. Ein gutes Dutzend Kundschafter wurde losgeschickt, um die Gegend zu erkunden und um mögliche Fluchtwege für Kadhan auszuschließen. Gegen Abend kamen sie dann wieder. Die Feste Hochaskenstein liegt auf einem von Höhlen durchzogenen Felshügel. Offenbar haben die Hochaskensteiner diverse Umbauten im Inneren der Feste vorgenommen. Wie uns unsere Kundschafter berichteten, gäbe es für den Schlächter von Wiesensteig mehrere Fluchtmöglichkeiten. Zum einen der Flusslauf entlang der Feste; den Waldhang entlang der Südseite der Feste und die unterirdischen Höhlensysteme. Da sich Baron Jagon offenbar schon seit sechs Wochen auf der Feste aufhalten soll und dieser ja bekannterweise nie länger als zwei Wochen irgendwo verweilt, dürfte irgendetwas in der Luft liegen.
Nachdem wir das erfuhren, wurden gute vier Dutzend Mann ausgesandt, um sich in der näheren Umgebung der besagten Fluchtmöglichkeiten zu verstecken Mittlerweile war es Dämmerung geworden. Die anderen und ich machten uns dann auf, Richtung Feste. 
An der Feste angelangt, wurde Dem Baron und uns erst einmal der Zutritt verweigert. Naja, verständlich! Unangemeldet und dann mit so einem Aufmarsch. Ich glaube seine Hochwohlgeboren hätte so einen Trupp auch erst einmal warten lassen. Nach einigem hin und her dann, und nachdem Baron Foranan dem Torwächter dann die Vollmacht von Fürst Waldemar zeigte, die uns ermächtigte, jedes Gebäude in Hochaskenstein zu durchsuchen, wurden wir dann auch eingelassen.
In der Feste angekommen, waren wir doch überrascht, wie viele Hunde sich Baron Jagon hält. Es waren große Hunde, nicht ganz so groß wie unsere einheimischen Wolfshunde, aber doch annähernd so groß. Es müssten knapp an die zwei Dutzend gewesen sein, die sich knurrend und zähnefletschend um uns in der Empfangshalle sammelten, bis Baron Jagon zu uns stieß. Seine übertriebene und merklich gespielte Freundlichkeit gegenüber Foranan ließ mir fast das Abendessen wieder hochkommen. Er beteuerte uns, dass sich zur Zeit auf dieser Feste außer Ihm, seiner Frau, seine nächsten Anverwandten und fünf Angestellten niemand mehr auf der Feste befinde. Und angeblich hätte seid Wochen auch sonst niemand mehr die Burg betreten. Ha! Wer´s glaubt. "Ihr und Euer Gefolge bleiben doch sicher zum Essen." Uaah! Wenn ich daran nur zurückdenke wird mir übel.
Aber Baron Foranan blieb hart, und wollte zu aller erst die Burg durchsucht haben. Etwa eine halbe Stunde nachdem wir unsere Suche begonnen hatten hörten wir in den unteren Gängen Tumult. Irgendwelche Rufe wie "Baron, wir haben Ihn. Er wollte sich gerade davonschleichen." Als wir wieder zurück in die Halle kamen, lag in der Mitte der Empfangshalle, von unseren Mannen umringt, eine Gestalt. Kadhan! Also hatte er sich tatsächlich in der Feste Hochaskenstein versteckt gehalten. Baron Jagon viel beinahe in Ohnmacht, als er den Schlächter von Wiesensteig dort so liegen sah. Jetzt hatte leugnen auch nicht mehr viel Sinn. Also begleitete er uns, wenn auch widerwillig, nach draußen. Baron Foranan schickte ein gutes Dutzend Leute voraus, um die noch verstreuten Gefolgsleute von uns wieder einzusammeln, und dann sofort den Heimweg Richtung Drachentrutz anzutreten.

8. Tag des 3.Xurl
Wir sind fast die ganze Nacht durchmarschiert. Gegessen haben wir auch nicht viel. Aber was so ein richtiger Hochländer ist, verkraftet so etwas schon mal. Baron Jagon und Kadhan sprachen den ganzen Tag kein Wort. Wir kommen gut voran und sind zuversichtlich gegen Abend die Feste Drachentrutz zu erreichen.

9. Tag des 3.Xurl
Was sich gestern Abend noch auf der Feste ereignet hat, weiß ich nicht. Alles, was wir heute Morgen mitbekommen haben, ist, dass Baron Leomar schwer erkrankt in Wolfenfeld liegt. Daß wir unserem Lehnsherrn den Gefangenen Kadhan und Baron Jagon überbrachten, schien ihn nur wenig aufheitern zu können. Aber unter den gegebenen Umständen ist dass wohl auch verständlich. 
Nun sind wir wieder auf dem Rückweg Richtung Croith´no´na. Fürst Waldemar hat Baron Foranan noch 100 seiner Soldaten mit nach Jolberg gegeben. Ich muß leider wieder zurück in unsere Hauptstadt. Gerne hätte ich an dem Kriegszug gegen die Ödländer teilgenommen, aber ich habe zuhause wichtige Aufgaben zu erledigen. 

Prinz Leomar von Drachenhain schwer erkrankt!

Im Fürstentume Drachenhain scheint das Rad des Schicksal wohl niemals stille stehen zu wollen, so ereilte uns eine tragische Nachricht von empfindlicher Tragweite für das gesamte, gerade zur Ruhe gekommene, Land. Doch vernehmt nun die Worte des Fürsten allselbst, der für seine treuen Lehnsnehmer das Unfassbare in traurige Worte kleidete:

Offener Brief des Fürsten Waldemar von Drachenhain an die Drachenhainer Vasallen:

Welch Teufel tut dies mir an, 
Welch böses Machwerk stiehlt mir meinen Sohn? 

Treue Vasallen,
es gilt ein großes Unglück zu vermelden: 
Unser Sohn und Thronerbe, Prinz Leomar, liegt zur Stund eher tot denn lebendig auf dem Krankenlager darnieder, ein seltsames und unnatürliches Gebrechen nahm Besitz von seinem Körper und seinem Geist!
Wir sehen unsre Leibärzte ratlos, wo sie sonst doch sonst schlau wie Füchse zu sein glauben: "Nein, von solchem haben sie noch nie gehört", ist zu vernehmen. Auch uns ist derartiges nie untergekommen. So hat es den Anschein als ob Leomar ruhe, ließe man ihn, so läge er nur reglos da, keine Bewegung bis auf das regelmäßige tiefe Atmen. Dabei hält er die Augen offen und blinzelt zuweilen - gleichwohl sein Blick leer und ohne Leben ist. Unser Sohn vermag es zwar sich auf lenkenden Anreiz hin, kurze Strecken fortzubewegen, doch muss er dabei geschoben und geführet werden. Wobei ihn binnen kurzem aber ein schreckliches Schütteln durch den Körper fährt und er sofort zur Ruhe gelegt werden muss. Dasselbe Gebaren zeigt er beim plötzlichen Wechsel zwischen Wärme zu Kälte und umgekehrt. Dem Einen sei Dank gelingt es aber geduldiger und geschulter Hand dem Prinzen Nahrung und Trunk zuzuführen. Seltsam auch, wie es dazu kam. So nahm dies alles seinen Anfang, als der Prinz am vierten Tag diesen Mondes zum zweiten Male in diesen unseligen Nebel von Wiesensteig schritt. Enge Vertraute erzählten von seltsamen Veränderungen dieses Nebels seit seinem ersten Besuch, in Form schwarzer Schwaden. Meine Nichte, Josephina von Drachenhain, Baronin von Wolfenfeld, begleitete Leomar dort hinein. Sie berichtet, dass dieser schwarze Rauch wohl nach dem Prinzen gegriffen habe - mag die Erkrankung hiervon rühren? Im Augenblick befindet sich unser geliebter Sohn an einem sicheren Ort in der Baronie Wolfenfeld, wo es ihm, unserem Eindruck nach, zunächst am besten zu gehen scheint.
Tiefe Trauer und Sorge umschnüren unser altes Herz und so gilt auf der Drachentrutz von nun an bis auf unbestimmte Dauer das Kummerjahr: 
Es werden sonach auf der Feste ab sofort keine Belustigungen, keine Prachtjagden und keine mehrgängigen Tafeleien noch Bankette mehr abgehalten. Auch das Tragen von Prunkkleidung und Geschmeide ist bei Strafe untersagt. Komme mir so keiner unter die Augen! Stattdessen soll voller Inbrunst gefastet und mit größter Seelenkraft gebetet werden: 
"Oh Einer, schenke Prinz Leomar Kraft und Genesung. 
Vertreibe die üble Marter von seiner Brust!"

 Es verbleibt hochachtungsvoll,
Fürst Waldemar von Drachenhain
Drachentrutz, am 10. Tag im Kargmond, 91 n.d.E

Ist Prinz Leomar tot?

Noch haben sich die schlimmsten Vermutungen nicht bestätigt, doch eine neue große Sorge legte sich über das Fürstentum Drachenhain: Am 5. Tag des 3. Xurl wurde der Sohn Fürst Waldemars auf einer Trage in den Xurl-Schrein zu Wolfenfeld gebracht. Voraus ritt Baronin Josephina, bleich, aber gefasst, wie es schien. Sowohl sie als auch der Prinz waren durch blutige Kratzer an Gesicht und Händen gezeichnet, die begleitende Leibwache jedoch wies keine Spuren eines Kampfes auf. Am Morgen war die Baronin mit wenig Begleitung zum Wiesensteiger Nebel aufgebrochen, in letzter Zeit nichts außergewöhnliches, wäre nicht eine besondere Eile an den Tag gelegt worden. In der Tat soll Prinz Leomar bereits ungeduldig vor der unheimlichen Erscheinung gewartet haben. Nach einer kurzen Beratung hätten beide den Nebel betreten und wären darin verschwunden. Nach einer längeren Zeit der Stille habe man plötzlich die verzweifelten Schreie der Baronin gehört, doch die unerträgliche Kälte, die von der Erscheinung ausgehe, habe die Leibwachen daran gehindert, den Nebel zu betreten. Nach bangen Minuten wäre endlich Baronin Josephina sichtbar geworden, den Prinzen mit sich ziehend und verfolgt von unheimlichen Gestalten, die aber glücklicherweise im Nebel verharrten. Der völlig leblos wirkende Prinz Leomar wurde daraufhin in den Schrein gebracht. Wenige Stunden später traf in höchster Eile Fürst Waldemar in Sarniant ein und wurde sogleich ins Hauptgebäude des Heiligtums geführt. Kurze Zeit später verließ der alte Fürst mit gesenktem Haupt den Schrein und reiste mit seiner Begleitung nach Drachentrutz zurück. Bis zum Abend  verließen mehrere Boten die Stadt, und in der Dämmerung ritt auch die Baronin mit wenigen Männern durchs südliche Stadttor. Es heißt, sie sei dem Fürsten auf die Drachentrutz gefolgt. Inzwischen ist Tallrim Stabschwinger mit einem einhundert Mann starken Heer nach Jolberg aufgebrochen, auch die Schebecke der Baronin segelte flussabwärts. Welch schreckliche Krankheit hat unseren Prinzen getroffen? Oder ist er gar tot? Was ist in dem Nebel vorgefallen und wieso lässt man Leomar allein zurück, um auf einen Winterfeldzug zu gehen?? Oder besteht hier ein Zusammenhang?
Brennus Palimpsest

Die Baronin von Tatzelfels und die Beridhaner Ulme 

Trotz der Gerüchte, der schlimmen Geschichten, die in diesen furchtbaren Tagen am heimeligen Feuer von Mund zu Mund getragen werden, ein Krieg sei im Norden Heligonias entbrannt. Trotz der schrecklichen Nachricht, die wie der Herbststurm über unserer Häuser und Behausungen fegt und von dem Tode unseres Prinzen Leomars flüstert. Trotz der Gefahren, die sich in mystischer Mannigfaltigkeit aus den Hochlanden wohl bald zu uns ergießen und Tatzelfels bedrohen. Trotz alledem sah ich eines verschlafenen Morgens hinaus in den tristen Nebel, der sich wie ein dicker Wintermantel um die bleichen Mauern von Burg Tatzelfels gelegt hatte, und erkannte drunten im Hof Knappen, die Pferde am Zügel auf den Hof führten. Verwundert wischte ich mir über die Augen. Wer wollte um diese Zeit hinaus? Da erkannte ich in einer vermummten Gestalt die Prinzessin Syria Jaldis selbst. Oh, welcher Schrecken mich durchfuhr und von Neugierde gepackt - Ich weiß auch nicht, wie ich es schaffte, innerhalb von Augenblicken bekleidet und unten im Stall bei meiner Eselin Lisa zu sein. - schloß ich mich der Reiterschaft an. Die Prinzessin nickte mir nur zu und akzeptierte mein Dasein. Ihr Gesicht war blaß, und ihre Augen sprachen von einer langen Zeit der Schrecken, die sie wohl durchlebt haben mußte.
Wer vermag es ihr auch zu verdenken, wenn sie erst von dem seltsamen Leiden ihres Bruders erfahren muß, dann daß Adveri wohl ihre Freundin Prinzessin Celia entführt hat und so vieles mehr, was sich in diesen merkwürdigen Tagen ereignet hat.
Der Ritt, das kann ich mit guter Gewißheit sagen, war lang; für einen Herbsttag gleichwohl länger. Die geneigten Leser werden wohl wissen, daß kalte Luft es wohl versteht, auch den noch so kleinen Flecken zu bemerken, den man nicht ausreichend vor der Witterung geschützt hat. Und je länger sich dieses Lüftchen mit dem Flecken auseinandersetzen kann, um so schlimmer wird es und so länger erscheinen die Stunden, bis man ankommt.
Wir kamen an. Lisa, meine Eselin, war recht störrisch. Sie wollte zurück in den warmen Stall, doch trieb sie die Gegenwart der Pferde wohl an weiterzulaufen. Da ich oft auf Reisen bin und dabei vieles zu Ohren bekomme, erkannte ich schnell das Ziel. Trotz der Witterung, die sich im Laufe des Mittages erheblich besserte - Der Nebel verschwand, und das bleiche Antlitz Helios´ versprach mehr Wärme, als er uns letztendlich in seiner Großmut zu geben gedachte. -, waren viele Menschen dort.
Denn mitten im Niemandsland, wohl eine Stunde Fußmarsch von den Dörfern entfernt, liegt der Beridhaner Hügel. Das war unser Ziel.
Das Volk, das sich um die neu gewachsene Ulme scharte, war voller Staunen und Unglauben. Ich fühlte in den Menschen, daß etwas erkeimt war, das hundert Jahre lang geruht hatte. Ein Hoffnungsschimmer, der gleichwohl Frohmut und Schrecken brachte. Denn die Wärme, die sich in die Herzen der Menschen mit einem Versprechen geschlichen hatte, flüsterte ihnen von Aufbegehren, von einem Beridhan, wie es nur in den Legenden vorkommt, ein geeintes Beridhan.
Aufruhr und Aufmüpfigkeit umwehte die Fesseln unserer Pferde (und meiner Eselin), als wir sie am Rande der Menschenmenge zügelten.
Die hochgewachsenen Wachen von Tatzelfels in ihren schwarzroten Überwürfen mit dem Drachenkopf im Wappen, wurden plötzlich zu einer undurchdringlichen Mauer um die Prinzessin. Es war gefährlich. Ein einziges falsches Wort vermochte den Unmut in der Menge zu entfesseln und das lodernde Feuer in ihren Herzen derart entfachen, daß sich nicht einmal der Adel davor zu schützen vermochte. Doch die Prinzessin lenkte ihren Rappen zielsicher aus den sie umgebenden Kriegern hinaus. Eine harsche Handbewegung in Richtung der Männer ließ diese murrend zurück, als sie auf den Hügel mit der Ulme heranritt.
Die Menge hielt die Luft an. Manch einer zischte leise, kaum vernehmbar das Wort "Hexe", so wie man es seit dem Tatzelfelser Methfest vor einem halben Jahr gelernt hatte.
Doch nichts schien die Prinzessin zu erschüttern. Mit erhobenen Haupt trieb sie ihr Pferd voran, und die Menschenmenge teilte sich vor ihr, um sich hinter ihr wieder zu schließen.
Lisa wurde nervös, so wie die Reiter neben mir, denn sie spürte wie sie die Anspannung, die wie ein Raubtier über allem lastete.
Die Prinzessin stieg ab und war für kurze Augenblicke vor meinem Blick verschwunden. Doch dann erblickte ich sie, wie sie den sanft geschwungenen Hügel erstieg und sich neben der Ulme dem Volk zuwandte.
Augenblicklich setzte Schweigen ein. Jeder wartete gespannt, was nun folgen mochte.
Prinzessin Syria Jaldis, Baronin von Tatzelfels, kniete neben der Ulme nieder und berührte ihre Wurzeln und die Erde darunter. Vielen mag das wie ein ehrfürchtiger Akt erscheinen, doch ich wußte es besser. Sie prüfte wohl, wie diese Ulme entstanden war.
Dann richtete sie sich auf und berührte den Stamm, dann die Blätter, die rotgolden vom Herbst gefärbt, an den dünnen Ästen hingen.
Alle Augen waren auf sie gerichtet, als sie das Wort erhob.
"Einst wurde eine Ulme in ein wildes fremdes Land gepflanzt, und über viele Generationen hinweg war sie das Zeichen für ein starkes mächtiges Volk. Doch durch Mißgunst, Neid und letztendlich Verrat wurde sie von Helios selbst zerstört und mit ihr zerbrach das Land, so wie wir es jetzt kennen. Doch das ist Vergangenheit. Diese Ulme ist die Zukunft für einen neuen Zusammenhalt."
Sie winkte den Jungen heran, der ihr Pferd hielt, und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Der Knabe lief zu ihrem Pferd und holte etwas aus der Satteltasche. Es war ein großer Ledersack, den der Knabe ihr in die Hände drückte.
Die Prinzessin schälte aus dem dunklen Beutel einen Behälter aus wunderschönem Kristall hervor. Gleich einem Wunder entsendete Helios selbst einen Lichtstrahl genau in diesem Moment aus dem grauen Himmel. Es war, als würde die Prinzessin glitzernd und funkelnd ein Stück der Sonne in den empor gereckten Händen halten. Die Menschen waren schweigend und staunend in diesen Anblick vertieft. Und dann, als die Prinzessin diesen Moment durchbrach, als die Wolken das Licht verhüllten, glänzte die Flasche selbst, wie der Mond im Schatten der Wolken. Nein, ich berichtige mich, es war nicht die Flasche, sondern die milchigweiße Flüssigkeit darin, die nun leicht zu glimmen begonnen hatte.
"Ich halte hier ein Stück Tatzelfels in den Händen", fuhr die Prinzessin fort. "Es ist sein Blut, das in Weißensee selbst zu Tage getreten ist, um uns Zukunft, Bote und Wunder zu sein. Doch eines ist es gewiß: Es ist unser Blut, das uns verbindet und uns alle stark macht."
Dann rezitierte sie den Spruch, den alle Beridhaner mit der Muttermilch zu sich genommen haben - nur ein wenig verändert: "Hier soll unser Heim entstehen, und ich werde es Tatzelfels nennen. Und so wie diese Ulme Wurzeln schlagen wird, so werden auch wir hier unsere Wurzeln schlagen und neu beginnen. Denn so wie diese Ulme gedeiht, so wird auch unser Land gedeihen und uns ernähren. So stark wie ihr Stamm sein wird, werden auch wir stark werden."
Und die Prinzessin begoß die Ulme mit dem weißen Blut aus Weißensee.
Als sie sich aufrichtete und in die Menge sah, erscholl ein Jubelschrei. Er setzte sich fort, und nun galt das Feuer, das in den Augen der Menschen brannte für ein neues Land, das Beridhaner und Drachenhainer nun endgültig zu Tatzelfelsern verband.
Barde Kerovan

Der Kriegsrat von Jolberg

Unter dem Vorsitz Baron Krators von Rebenhain ist in Jolberg-Stadt unlängst der hastig einberufene Kriegsrat gegen die widererstarkte Bedrohung der Wilden aus dem Ödland zu einem Ende gekommen. Zahlreiche Gäste fanden den Weg zu Baron Jareck von Jolberg, der als Gastgeber und fundierter Kenner der ödländischen Gefahr, den Unterredungen selbst auch beiwohnte. Anwesend waren außerdem: die Sprecherin des Ogedenbundes, Baronin Josephina von Drachenhain, der Stammesfürst der Angaheymer Nial Felsenhammer, Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, aus der Freigrafschaft Sedomee, Ramon von Rakesh, der Cousin Baronin Nadymas von Sebur, seine Hochwohlgeboren Hadebrand von Grauburg, aus der Erzmark Andrek von Herrach, seine Hochwohlgeboren Gilbert von Dachsrode, außerdem aus Norrland-Brassach seine Hochwohlgeboren Wendlor von Tarin, für die Baronie Hohenforingen kam seine Hochwohlgeboren Friedrich von Waldstedt, ferner für seinen Orden Ritter Lassar vom weißen Wasser, als unabhängiger Ritter Samuel von Turlach, für Tatzelfels Ritter Helior von Luzenstein, Melisande und Arandis von Schwarzensteyn (letzterer für Luchnar), aus Tolens reisten seine Hochwohlgeboren Haagen von Aueneck an, aus Welzen ihre Hochwohlgeboren Roxana von Beraht und Beorric von Wulfenstein, nebst E. von Keitz und Cragen. Außerdem waren anwesend der Drachenhainer Schwertführer Lord Angus Mc Phee, Baron von Tagil, Freiherr Ulrich von Wasserberg, als Vertreter der Baronin von Drackensteig, Baron Koldewaiht von Hautzensteyn, der Botschafter Drachenhains und Herr Luchnars, Baron Foranan McDonough von Flaitney, die Abtei Lindfurt entsandte Prior Lupus, dazu gesellten sich weiter Vertreter aus Dunkelstein, der Nordmark, der Baronie Tlamana, nebst Vertretern der Universität zu Idyllie und einige namhafte Diplomaten aus Betis. (Der Schreiber bittet ungenannte Personen um Verzeihung an, aber bei diesem Gedränge in Jolberg war wahrhaftig nicht ein jeder zu entdecken und erkennen!) 
Nicht anwesend waren seine Hochgeboren Prinz Leomar von Drachenhain, der (wie in "Offener Brief des Fürsten Waldemar von Drachenhain an die Drachenhainer Vasallen" zu lesen) schwerst erkrankt dar nieder liegt. Während des Rates nahm Baronin Josephina zu diesem Thema Stellung.
Der Rat nahm jedoch mit einer Rede seiner Hochwohlgeboren Krator von Rebenhain zur gegenwärtigen Lage und den unheimlichen Geschehnissen am Jolborn, sprich dieser mysteriösen Welle, seinen Anfang. Nach dem Abendessen begannen erste Gespräche, wie wohl der dräuenden Ödländergefahr am besten zu begegnen wäre, wie man sich der feindlichen Besatzer am besten wieder entledige und welche früheren Erkenntnisse über die Wilden vorlägen. Es darf gesagt werden, dass sich die Gemüter ob dieser durchaus komplizierte Problematik recht erhitzten. Doch gegen Ende hin kamen man einmütig überein, dass ein besonders rasches Handeln erforderlich sei. Es wurden deshalb diverse Stoßtrupps formiert, die mit der wichtigen Aufgabe betraut wurden diese unselige Welle, die offensichtlich Machwerk des Feindes ist, zu vernichten (Man lese hierzu den folgenden Artikel: "Die Welle - ein Bericht von vorderster Front"). Derweil wolle man mit den Schiffen auf dem Jolborn wieder weiter nach Norden vorrücken, um nach Vernichtung des Wellenzaubers, schnellstens zur Leomark und Kratorpolis vordringen zu können. So geschah es auch, in einem besonderen Akt versenkte die Baronin von Wolfenfeld überdies eine wertvolle Opfergabe, in Form eines Kelches, an Flussgott Xurl, damit dieser dem Unternehmen wohlgesonnen sei. An anderer Stelle beteten auch die mitgereisten ceridischen Priester aus der Markgrafschaft Norrland-Brassach und der Abtei Lindfurt für die armen Seelen in Not. 
Soweit von der Ödlandfront, wir hoffen in der nächsten Ausgabe des Helios-Boten weitere gute Nachricht vermelden zu können.
Dem Leser ergebenster Diener, 
Schillwunk "die Feder" Radeweyd,
Drachenhainer Hofberichterstatter

Die Welle - ein Bericht von vorderster Front

Im lautlosen Flug zog der mächtige Adler durch die böigen Lüfte, unter ihm die schier endlose Weite einer kargen Steppe - genannt: die Ödlande, doch davon wusste das Tier nichts. Mäanderartig schlängelte sich der Jolborn dahin. Von seinen Ufern her stieg Nebel in die Luft, der erste Saarkamond war schon hereingebrochen. Doch erst stellenweise war das dichte Gesträuch mit Reif behaftet, die Göttin meinte es heuer gut mit den Ihren. Dennoch begab sich die Natur allmählich in den Winterschlaf. In langsamen Sinkflug beäugte der Adler die nähere Umgebung auf seiner Suche nach Beute, die jetzt merklich rar wurde. Da erspähte er seltsame Spuren, die ihm fremd waren. Kein Tier das er kannte, hinterlies solche Abdrücke im Boden, misstrauisch durchforschte er mit scharfem Aug die Landschaft. Entlang des Ufers sah er endlich weitere tiefe Furchen und plattgedrücktes Gras. Sein Blick folgte den Spuren, bis er ein ganzes Rudel zweibeiniger Gestalten entdeckte - der Adler erschrak. Mit einem lauten Aufschrei stieg er höher und in Sicherheit. Jetzt wusste er mit wem er es zu tun hatte, mit diesem Feind hatte er bereits schon einmal Bekanntschaft geschlossen. Mit schnellem Flügelschlag verließ er die Flussniederungen.

Muskelbepackte Arme stemmten sich gegen ein steckengebliebenes Räderpaar. Laute Flüche hallten durch die morgendliche Luft. Mit einem vernehmbaren Knirschen setzten sich die Räder mit einem Ruck wieder dreckspritzend in Bewegung. Bald darauf folgte das mühsame Verladen auf zusammengesurrte Baumstämme - diese Flöße zu nennen, wäre vermessen gewesen, befand Tannselm. Sorgenvoll betrachtete er das Treiben, als Obmann des Drachenhainer Trupps "Wildenhatz", war ihm heut die Aufgabe zu teil geworden, das Verladen des schweren Materials und der Pferdewagen zu beaufsichtigen. Die gesamte Mission hing von seinem Gelingen ab, das wusste er, oft genug hatte man ihm das eingebläut. Die Ausrüstungsgegenstände und die Gerätschaften durften unter keinen Umständen zu Schaden kommen. Tannselm war sich seiner Aufgabe, nebst den Gefahren, wohl bewusst. Nur vage war er von Baron Krator eingeweiht worden: die Welle, die vor Monden das Vorrücken gen Leomark und Kratorpolis, wider die Ödländer, verhindert und für die Zukunft unmöglich gemacht hatte, sollte mit allen Mitteln beseitigt werden - wie, das entzog sich seiner Kenntnis. Jedoch munkelte man so manches von Zauberwerk...
Gischt spritzte auf, die Männer waren im Nu bis auf die Haut durchnässt, kalt strich der Wind von der Steppe her über die hart arbeitenden Soldaten hinweg. Angestrengt schufteten sie jedoch ohne Unterlass weiter, man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kälte den Männern nichts anzuhaben vermochte. Eine Karte, die ihnen zur Orientierung behilflich gewesen wäre, gab es nicht. Stattdessen vertraute man den Erinnerungen des luchnischen Stoßtrupps, der unter der Führung des Flannagan, vor einigen Wochen bereits schon einmal hier gewesen war. Außerdem reiste da eine merkwürdige Frau mit ihnen, die ebenfalls einmal hier oben gewesen sein musste. Mit traumwandlerischer Sicherheit beschrieb sie im Voraus Orte und Plätze, zu denen sie alle erst viel später gelangten. Doch das ganzes Auftreten dieser Frau löste bei den Männern Vertrauen aus, man nannte sie Veldrin. Ihre Weggefährtin Melisande von Schwarzensteyn hielt sich meist abseits von Tannselm und den anderen Männern. In einigem Abstand zog der Trupp Rebenhainer unter der Führung des Edlen Rasekorn vom Schinderteich, Gerüchten zufolge, würden sie für das Grobe zuständig sein. In den Augen Tannselms verlief derzeit im Grunde alles nach Plan. Einzig wurde die Arbeit der Männer unter den ständigen Zurechtweisungen eines gewissen Quendan Zauberwacht nicht gerade erleichtert. Der Drachenhainer Obmann runzelte die Stirn, er wurde aus diesem Mann nicht schlau. Einer großen eisenbeschlagenen Truhe, galt sein besonderes Augenmerk, alles andere schien ihn nur wenig zu interessieren. Machte Tannselm etwa wegen seiner Kiste solchen Wirbel?

Ebenfalls auf dem Flusse Jolborn, ungefähr zur selben Zeit, doch meilenweit entfernt, ruhten zahllose Augenpaare auf Baronin Josephina von Drachenhain, der Herrin von Wolfenfeld. Als Hochgeweihte des Gottes Xurl war sie dies gewohnt und spürte kaum Aufregung. Auf dem Schiff herrschte großes Gedränge und so vernahmen nur diejenigen Menschen in vorderster Reihe ihre salbungsvollen Worte, die sie an ihren Gott richtete, um ihn für ihre Sache wohl zustimmen. In den Händen hielt die Drachenhainer Baronin und Sprecherin des Ogedenbundes einen perlenverzierten, goldenen Kelch, diesen hob sie, nachdem sie ihr Gebet beendet hatte, weit über den Kopf und warf das wertvolle Kleinod in den dunkeln Strom. Manche beschworen später, eine wispernde Stimme gehört zu haben, die "So sei es!" geflüstert habe...

Eine klobige Pfeife rauchend, betrachtete Knulf, der Bartlose wohlwollend die Wandlung seines "Schützlings" des Herren Quendan Zauberwacht. Baron Jareck hatte ihn, den Jolberger Späher, vor ihrer Abreise in die Ödlande eigens damit beauftragt, dem Herrn in der Wildnis ein wenig zur Hand zu gehen, da diesem das Gefilde nördlich Heligonias nicht gerade vertraut war. Doch inzwischen war Quendan immer selbstständiger geworden, noch vor Tagen hätte er sich noch nicht derartig wirkungsvoll gegen die grobschlächtigen Drachenhainer durchsetzen können. Aber eigentlich war Knulf aus einem anderen Grunde hierher mitgesandt worden. So wurden seine Fähigkeiten als Späher bei Missionen wie diesen stets geschätzt und gebraucht - ohne das Geschick Knulfs des Bartlosen, wären sie nie so weit gekommen und das wusste der Jolberger. Eben hatte er sich noch mit Flannagen, dem Luchner, unterhalten, beide kamen überein, dass ihre Mission, trotz aller Widrigkeiten, tatsächlich besser voran kam, als die hohen Herren im Kriegsrat gedacht hatten. Arandis, der gefallene Ritter, hatte ihnen vom Misstrauen und den Befürchtungen der Noblen berichtet, ein Lächeln umspielte seine Lippen.

Etwas abseits auf einer Anhöhe stand Ritter Samuel von Turlach und sah auf die Einheit herab, die Rechte ruhte auf seinem Schwertknauf - er war für die Sicherheit dieser Frauen und Männer verantwortlich und er nahm seine Aufgabe sehr ernst, ständig waren seine Augen in Bewegung. Drüben auf der anderen Seite dieses Hügels, wusste der Ritter die anderen Soldaten unter der Führung Rasekorns. Wie ihm es wohl im Augenblick erging? 
Es dauerte nicht lange und die letzte Kiste war sicher vertäut. Für alle sichtbar senkte Samuel langsam die erhobene Hand, und der Tross setzte sich auf sein Zeichen hin in Bewegung. Die Pferde zogen die schweren Flösse flussaufwärts, während gleichzeitig kräftige Hände zur Unterstützung mit langen Stangen in den Fluss staken. Ritter Samuel bestieg nun seinerseits das Ross, an seiner Seite ritt Arandis von Schwarzensteyn, beide sicherten die Flanke vor eventuellen Feinden.

Schon am Abend des darauffolgenden Tages erreichte die Truppe ihr Ziel. Sie mussten vorsichtig sein, denn nicht weit entfernt wussten Veldrin und Arandis von Schwarzensteyn - der beim luchnischen Stoßtrupp vor Wochen ebenfalls dabei gewesen war - den Stützpunkt der Feinde. 
Liebevoll strich Tannselm über das gespannte Holz, des soeben zusammengebauten Geschützes: "Gute Arbeit!" dachte er bei sich, seine Ballista war nun funktionstüchtig und voll einsatzbereit. Während er mit dem Aufbau seiner Waffe beschäftigt gewesen war, hatten die anderen wieder einmal die Köpfe zusammengesteckt und taten in Tannselms Augen recht geheimnisvoll - er sollte nicht alles wissen. Von seiner Lage aus konnte er den Lagerplatz der Ödländer recht gut beobachten. Doch es tat sich nichts, keiner dieser Wilden war zu sehen - schade eigentlich. Angestrengt starrte er weiter zum Gegner, als sich plötzlich eine Hand auf seine linke Schulter senkte, mit unterdrücktem Aufschrei wandte sich Tannselm um und blickte direkt in die stahlfarbenen Augen Samuels von Turlach. In seiner rechten Hand hielt der Ritter die brennende Fackel, die den Rebenhainern drüben das Signal zum Angriff signalisieren sollte- Tannselm wusste: Endlich war es soweit!...

Enttäuscht schritt Flannagen an den toten Leibern der gefallenen Ödländer entlang, missmutig stieß mit der Fußspitze einmal an den einen, dann einen anderen Körper an - nur starre Augen sahen ihm entgegen. Der Auftrag war erfüllt, der Ritualplatz zerstört, doch selbst das Schwert nicht geführt zu haben, war für ihn als Soldaten nur eine halbe Sache - grimmig schüttelte er den Kopf: "Was nur war geschehen?"
Mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht, schloss Quendan Zauberwacht mit sanftem Druck und spitzen Fingern die eisenbeschlagene Truhe nach getaner Arbeit wieder zu: "Es ist vollbracht!"

Am nächsten Morgen war es Knulf, der Bartlose, der das herannahende Schiff als erster erblickte. Alle Gefahren vergessend rief er "Schiff in Sicht! Sie haben es geschafft, wir haben die Welle tatsächlich zerstört!" Schlaftrunken schreckte die Gruppe hoch, vor Freude fielen sie einander in die Arme. Kurze Zeit später ankerte tatsächlich das ostarische Schiff direkt am Lagerplatz des heligonischen Stoßtrupps.
Viel später beim gemeinsamen Mahl in der Kajüte des Kapitäns, stießen alle Beteiligten auf diesen prachtvollen Erfolg an, jetzt würde man es den Ödländern endlich heimzahlen!
Knulf der Bartlose stand einsam an der Reling des Schiffes und schaute noch einmal zufrieden zur Ställe ihres Triumphes zurück, da erspähte er einen Raben, oder war es nicht ein Adler, der am Himmel einsam seine Bahnen zog, immer auf der Suche nach Beute...

Dem Leser ergebenster Diener, 
Schillwunk "die Feder" Radeweyd, 
Drachenhainer Hofberichterstatter

Werter Herr Koldewaiht!

Trotzdem wir uns just beim Kriegsrat gesehen haben, will ich Euch eingedenk Eurer Bitte, als Chronist des Ödlandfeldzuges tätig zu werden, über die Ereignisse in Jolberg berichten. Zudem war unsere gemeinsam verbrachte Zeit sehr kurz bemessen, so dass ich gar nicht in der Lage war, Euch ausführlich über die Ergebnisse des Spähtrupps zu berichten, an dem ich teilgenommen habe. Doch der Reihe nach:
Im Jolberger Hafen angekommen verbrachten wir unsere Zeit mit Warten. Als ich jedoch hörte, dass man darüber sprach, auf dem Landweg zur Leomark vorzudringen, machte ich mir so meine Gedanken. Endlich fasste ich mir ein Herz und sprach mit Flannagan darüber, dass ich es für notwendig erachtete, dass man Kundschafter losschickt, die einen Landweg erkunden und sich ein Bild über die Zustände in den umkämpften Gebieten machen. Flannagan nickte und meinte, dass auch er schon ähnliche Gedanken gehegt habe.
Wenige Stunden später ließ er mich zu sich rufen und suchte mit mir Krator von Rebenhain auf. Dass ich so schnell wieder vor dem Führer unseres Heerzuges stehen würde, hatte ich nun wahrlich nicht vermutet. Nachdem Flannagan meinen Vorschlag vorgetragen hatte und dabei nicht unerwähnt ließ, dass er von mir stammte, nickte Krator zustimmend. Und bevor ich mich versah, erhielt Flannagan den Auftrag, mit einigen seiner Männer entlang des Jolborn einen Weg zu suchen, der für ein Heer einigermaßen gefahrlos zu nutzen wäre.
Dass ich an diesem Spähtrupp teilnahm, stand für Flannagan außer Frage. Er ist wirklich ein sehr gerechter Mann. Daneben begleiteten uns noch Madog Mad`Ruadh, Cynrain Mad´Uaine und Idanwen Mad`Glas. Flannagan achtete darauf, dass die Zusammensetzung unseres Trupps möglichst bunt gemischt war, was ihre Clanzugehörigkeit angeht. Jareck von Jolberg stellte uns zudem noch zwei Männer aus der Jolberger Garde zur Seite, die beide schon im Krieg gegen Dunkelstein Spähaufträge ins südliche Ödland unternommen hatten. Mit Knulf habe ich mich recht schnell angefreundet. Knulf hat ungefähr meine Größe, kurze rotbraune Haare und genauso wenig Bartwuchs wie ich - nämlich keinen. Er redet nicht viel, aber was er sagt, hat Hand und Fuß.
Zu siebt zogen wir alsbald los am Jolborn entlang nach Norden. Schon recht bald zeigte sich, dass das Gelände weit schwieriger war, als wir erwartet hatten. Wie Ihr vielleicht wisst, hatte ich ja vor zwei Jahren mit Ritter Leonidas geholfen, die Grenze Welzens im Brazzach-Delta zu sichern. Auch jenes Gebiet ist ein wahrer Sumpf mit tückischen Moorlöchern, trügerischen Pfaden und Wassergräben. Von daher hatte ich ja schon gewisse Erfahrungen mit derlei Gelände gesammelt. Das Ufer des Jolborn erwies sich jedoch noch als weit tückischer. Vielleicht liegt dies ja an der Nähe zum Ödland mit seinem seltsamen Raumgefüge. Jedenfalls war uns allen recht bald klar, dass es unmöglich war, hier mit Pferden oder schwerem Gerät durchzukommen. Gar ein Heer hindurchzuführen wäre ein Akt des Wahnsinns.
Am achten Tag erreichten wir am späten Nachmittag eine Stelle, die eine Sackgasse zu sein schien. Überall um uns nur trügerischer Sumpf, der Pfad, auf dem wir vordrangen, bestand nur aus einem dicken Teppich aus schwimmendem Pflanzen, das unter Madogs Gewicht bedenklich nachgab. Wir wollten schon umkehren, als Knulf uns plötzlich zu schweigen gebot. Ich wunderte mich noch, was das zu bedeuten hatte, als ich es auch hörte: Stimmen, die von jenseits der Moorlöcher zu uns herüber drangen.
Gleichzeitig duckten wir uns alle sieben hinter die Rohrkolben und das spärliche Gebüsch. Gerade rechtzeitig, um uns vor den beiden Gestalten zu verbergen, die wie Geister aus dem Röhricht gegenüber auftauchten und dort wieder verschwanden. Da ich auf dem Gelehrtenkonvent vor zweieinhalb Jahren schon einen Ödländer gesehen hatte, wusste ich die beiden Gestalten sofort als solche einzuordnen. Knulf bestätigte meine Vermutung. "Ödländer", meinte er knapp.
Flannagan grunzte etwas in seinen Bart. Dann sah er Knulf grimmig an. "Wir müssen ihnen folgen." Was er damit meinte, war klar: Wir mussten einen Weg finden, um über dieses Moorloch zu kommen. Schon bei meiner Zeit im Brazzachdelta hatte ich oft genug vor ähnlichen Problemen gestanden und wusste daher auch sofort eine Antwort. Gesichert durch ein Seil und bewaffnet mit einem langen Stock wagte ich mich daher alsbald in das braune Wasser, um einen Weg für uns zu finden. Madog und Flannagan sicherten mich, während Knulf mir Ratschläge gab, wohin ich mich seiner Meinung nach wenden solle.
Das Wasser war kalt, das sage ich Euch mein werter Freund. Der Boden unter meinen Füßen nachgiebig und glitschig. Ohne den Stock wäre ich sicherlich schon nach wenigen Schritten gestürzt. Einmal fühlte ich an meinen Beinen irgendetwas entlang streifen, was sich bewegte. Stocksteif blieb ich stehen und starrte auf das braune Wasser. Eine Luftblase zerplatzte neben mir, ansonsten blieb alles still. Erst nach einigen tiefen Atemzügen war ich in der Lage weiterzugehen.
Ich war nun etwas vorsichtiger, wenn mich das jenseitige Ufer auch mit seiner Sicherheit lockte, und das war auch mein Glück. Denn ich sah mich schon glücklich angelangt, als plötzlich mein Stock im Bodenlosen versank. Ich wich zurück, fühlte wie ich rutschte und fiel ins Wasser. Nur das Seil und der Stock verhinderten, dass ich in dem Moorloch versank. Prustend und triefend tauchte ich wieder auf und suchte einen Weg um das Loch herum, den ich auch glücklich fand. Nachdem ich mit einem Stock die gefährliche Stelle markiert hatte, folgten mir die anderen, während ich bibbernd vor Kälte auf sie und meine trockenen Kleider wartete.
Danach gingen wir vorsichtig weiter. Wir waren noch nicht weit gekommen, als mich wieder diese seltsame Unruhe erfasste. Inzwischen wusste ich, was dies zu bedeuten hatte: Magie. Als ich Flannagan davon unterrichte, entschied er sich dazu, trotz der späten Stunde weiterzugehen. Und die Entdeckung, die wir bald darauf machten, sollte ihm Recht geben.
Wir entdeckten eine große, freie Fläche in Sichtweite des Flusses, deren Gras mit Runen aus Asche und einer rotbraunen Flüssigkeit bedeckt waren - Blut, wie ich annahm. In der Mitte befand sich ein Pfahl, von dem uns Fratzen angrinsten und der ebenfalls mit dieser Flüssigkeit befleckt war. Am Rande des Platzes, verdeckt durch Gehölz, konnten wir einige Hütten aus Schilf ausmachen.
Wir wollten uns gerade auf einen Wink Flannagans zurückziehen, als aus einer der Hütten eine Gestalt heraustrat. Sie war kahlköpfig. Ein Fellumhang hüllte sie von den Schultern bis zu den Füßen ein, ließ nur den Kopf frei, der über und über bedeckt war mit Ornamenten und Runen. Ob es sich bei der Person um eine Frau oder einen Mann handelte, war nicht festzustellen. Doch aus irgendeinem Grunde richteten sich bei ihrem Anblick in meinem Nacken die Haare auf, als drohe Gefahr.
Als habe sie meine Angst gefühlt, drehte die Gestalt sich langsam um und fixierte mit brennenden Augen den Rand der Lichtung, wo wir uns versteckten. Mein Herz klopfte zum zerspringen. Ein Gebet an die Götter richtend, hielt ich den Atem an. Da wendete die Gestalt sich ab und verschwand wieder in der Hütte. "Ein Schamane", raunte Knulf uns zu. Doch das hatte ich schon vorher gewusst.
Flannagan bedeutete uns zu verschwinden, was wir alle erleichtert zur Kenntnis nahmen. Voller Anspannung traten wir den Rückweg an. Ich ging hinter Madog, als es plötzlich links von uns im Gebüsch raschelte. Ohne dass Flannagan etwas sagen musste, gingen wir in dem Röhricht zu unserer Rechten in Deckung. Gerade rechtzeitig damit die beiden Wachen uns nicht entdecken konnten.
Gleichzeitig hörte ich ein ersticktes Keuchen von Madog, der direkt vor mir in einem Sumpfloch gelandet war. Ich sah, wie er mit geweiteten Augen in meine Richtung starrte, während er mit ausgebreiteten Armen bis zur Brust im Morast stand. Da bemerkte ich, dass er langsam aber unaufhaltsam tiefer sank. Treibsand, durchzuckte es mich, als ich auch schon meinen Rucksack abwarf, das Seil löste und es Madog zuwarf.
Er bekam es zu fassen und schlang es sich um den Unterarm, da spürte ich, wie auch unter meinen Füßen der Boden nachgab. Eingedenk Knulfs Ratschlägen blieb ich reglos stehen, schlang mir ebenfalls das Seil um das Handgelenk und suchte hinter mir nach einem geeigneten Busch, an dem ich das Seil befestigen könnte. Da bemerkte ich Idanwen, die flach auf dem Bauch an das Sumpfloch herankroch. Wortlos warf ich ihr das Seil zu, das sie am Stamm eines verkrüppelten Bäumchens befestigte, während wenige Schritt von uns entfernt die beiden ödländischen Wachen an uns vorbeigingen.
Die folgenden Momente waren die längsten meines bisherigen Lebens. Atemlos lauschte ich auf die sich entfernenden Geräusche der beiden Ödländer, während der Morast an meinen Beinen immer höher stieg. Madog erging es nicht besser. Vom sicheren Boden starrte mich Idanwen aus dunklen Augen an, bis endlich das Geraschel der Ödländer verklungen war. Dann handelte Idanwen.
"Los", zischte sie mir zu, "festhalten! Ich zieh dich raus." Ich schüttelte den Kopf. "Erst Madog." Der Morast reichte ihm schon bis zum Kinn, während ich selber bisher nur bis zur Brust feststeckte. Noch bevor Idanwen protestieren konnte, löste ich das Seil von meinem Handgelenk. Sie fluchte leise, dann begann sie zu ziehen. Nichts schien sich zu rühren. In diesem Augenblick tauchten Flannagan und Knulf bei ihr auf. Mit vereinten Kräften gelang es ihnen, erst Madog und dann auch mich zu retten.
Danach machten wir uns auf den Rückweg, der ohne Schwierigkeiten vonstatten ging. Wir waren uns alle darin einig, dass wir wohl den Ritualplatz gefunden hatten, von dem aus die Welle erzeugt worden war. Baron Krator war höchst erfreut, als er von unserer Entdeckung erfuhr, und beglückwünschte uns alle zu unserer Entdeckung. Flannagan und ich sollten sie am nächsten Tag im Kriegsrat höchstselbst vortragen.
In der Zwischenzeit waren viele neue Gesichter in Jolberg eingetroffen. Über das Auftauchen einiger Personen freute ich mich sehr, wie über das Eurige oder das von Helior von Lutzenstein, der mir berichtete, dass seine Frau Jolande von Schwarzensteyn ein Kind erwarte. Immerhin ist Jolande meine Kusine. Dass aber auch meine Halbschwester Melisande mit ihrer Vertrauten Veldrin zum Kriegsrat gekommen war, behagte mir weniger. Veldrin erzeugt bei mir stets eine Gänsehaut. Melisande kann mir noch so oft versichern, dass sie eine Geweihte Saarkas ist, ich glaube, dass Veldrin mehr ist, als es den Anschein hat.
Aber noch viele andere namhafte Personen waren zum Kriegsrat erschienen: Baron Foranan McDonough, Baronin Josephina von Drachenhain, Baron Beorric von Wulfenstein, Baron Jareck von Jolberg, mit Quendan Zauberwacht und Baron Krator von Rebenhain, Um nur einige zu nennen. Nachdem Flannagan und ich von dem Ritualplatz berichtet hatten, legte Baron Krator seinen Plan dar, einen Spähtrupp loszuschicken, um diesen Ritualplatz zu zerstören, damit die Schiffe ihren Weg unbeschadet fortsetzen konnten. Helior sprach sich dafür aus, weiter einen Landweg zu suchen, um die Truppen notfalls über diesen versorgen zu können. Zudem wies er auf einen möglichen Hinterhalt hin. Auch der Junker zu Waldstedt befürchtete ähnliches, zudem sprach er sich gegen einen Winterkrieg aus.
Es wurde viel geredet, aber am Ende sah es so aus, dass nun doch ein Stoßtrupp aus Freiwilligen zum Ritualplatz geschickt werden sollte, um diesen zu zerstören. Selbst ein Magier, Quendan Zauberwacht, sollte uns dabei begleiten, um sicherzustellen, dass es sich auch tatsächlich um besagten Ritualplatz handelte und um den Kriegern im Kampf gegen die Schamanen beizustehen. Auch Melisande und Veldrin wollen mitkommen, um Saarkas Segen auf uns herabzubitten. Wobei ich eher glaube, dass Melisande nur mitkommt, weil sie Angst hat, dass mir etwas passiert. Denn auch Flannagan, Knulf und ich aus dem ersten Spähtrupp sollen den Stoßtrupp begleiten. Gemeldet haben sich des weiteren Helior, ein Späher aus der Nordmark, sowie je ein Mann aus Rebenhain, Angaheym, Tolens, Tagil, Wolfenfeld, Sedomee und Flaitney. Krator ist bei der Wahl der Männer genauso umsichtig vorgegangen wie Flannagan bei der Auswahl der Männer für den Spähtrupp.
Dass auch Samuel von Turlach dabei sein wird, hat mir einen Stich versetzt. Auch er war einst Cawadocs Knappe wie ich und wurde wie ich von ihm zum Ritter geschlagen. Und wenn auch die Prinzessin Syria Jaldis die Tatzelfelser Ritterschaft aufgelöst hat, so ist Samuel doch immer noch ein ehrenhafter Ritter, der sich sicherlich bald einen Namen machen wird. Ich dagegen habe Rang und Titel verloren. Aber vielleicht gelingt es mir ja trotzdem, mich in diesem Krieg zu beweisen.
Morgen ziehen wir los. Die Schiffe werden sich einige Tage nach uns auf den Weg machen, um auf unser Zeichen zur Weiterfahrt zu warten. Wünscht uns Glück!
In aufrichtiger Freundschaft!
Arandis von Schwarzensteyn
Herzögliche Ostarische Hofgazette

Verkündigung eines Notprogrammes für den Winter 

Die Ernte ist heuer in Hohenforingen nicht besonders gut ausgefallen. Da sehr viele Hohenforinger Bürger seit dem teemoranischen Krieg in Armut leben und für dieses Jahr ein harter Winter prognostiziert wurde, haben Wir, Adalbert, Baron von Hohenforingen, beschlossen, daß sämtliche verfügbaren Hohenforingische Erzeugnisse in puncto Nahrung in Hohenforingen verbleiben. Damit soll sicher gestellt werden, daß alle Bürger genügend Nahrungsmittel zu einem erschwinglichen Preis erhalten können. Ärmere Bevölkerungsschichten profitieren von einem eigens für diesen Winter ins Leben gerufenen Notprogramm, welches ein Minimum an Versorgung für jeden Einwohner garantieren soll. Aus diesem Grunde werden alle Lieferungen Hohenforingischer Nahrungsmittel außerhalb Hohenforingischen Gebiets und vor allem in die freie Reichsstadt Quellstedt gesperrt; eine Ausnahme bildet nur ein eventueller Bedarf benachbarter ostarischer Baronien. 
Überdies werden jegliche Transporte Hohenforingischer Brennstoffe nach der freien Reichsstadt Quellstedt ersatzlos gestrichen. Die Lieferungen in die benachbarten ostarischen Ländereien bleiben jedoch im Rahmen des ostarischen Nachbarschaftshandels bestehen. 
Zur Finanzierung der Versorgung erlauben Wir Uns, die Binnenzölle, vorrangig jene um die freie Reichsstadt Quellstedt, zu erhöhen. Straßentransporte werden um fünf Prozent verteuert. Die Verschiffung auf dem Flusse wird um zehn Prozent angehoben. Güter von und nach der freien Reichsstadt Quellstedt werden künftig mit zwanzig Prozent mehr Zoll zu verbuchen sein. Die Straßen- und Flußzölle werden nach Ende des Winters wieder angeglichen. Die Holzlieferungen für die ostarische Marine bleiben davon unberührt und werden von diesen Maßnahmen nicht betroffen. 
Gegeben zu Torpstein am 6. Kargmond im Jahre 91 n.d.E.
An den Rat der freien Reichsstadt Quellstedt
Wir, Adalbert von Hohenforingen, haben nach reiflichen Überlegungen beschlossen, den Rat der freien Reichsstadt Quellstedt in seinen Ambitionen, einen Kanal vom Emeransee zum Jolborn zu schaffen, nicht zu unterstützen und Einspruch zu erheben wider diesen Plan.
Der Bau eines Kanals führte den Neubau der Hohenforingischen Strassen gen Soltran und Emarania ad Absurdum und entzöge ihren Anrainern die Lebensgrundlage, welche doch von Handel und Betrieb auf diesen Strassen ihr Dasein fristeten. Und Wir denken, daß Ihre Hochwohlgeboren Veith, Baron von Soltran, eine Einbuße der Einnahmen durch den Landverkehr ebenfalls nicht ohne weiteres hinnehmen wird. Außerdem stellt sich die Frage, durch welche Baronie der unmittelbare Zugang zum Emaransee erfolge. Sei es Hohenforingen, sei es Emarania, oder laufe der Kanal gar an der Grenze?
Wie steht es damit, daß der Kanal die Ländereien durchschneidet? Geht es an, daß ein Vogt Teile des ihm anvertrauten Landes verliert? Daß die Felder der Bauern in der Mitte geteilt werden durch solchen Bau? Soll der Kanal gerade und schnell sein, so büssen es die Bauern durch Verlust der Felder, welche unbrauchbar werden durch einen Kanal in der Mitte. Auf der anderen Seite ist es sinnlos, einen Kanal mit unzähligen Windungen zu schaffen, so daß die kleinen Schiffe sehr lange benötigen und die gro&azlig;en stecken bleiben. Überdies: Es müssten Brücken errichtet werden zur Aufrechterhaltung des kreuzenden Verkehrs. Brückenrechte sind Regalien. Es steht die Frage nach Zöllen offen; dies bedingt nicht zuletzt wiederum durch die Frage, wes Ländereien genutzt werden.
Wir rufen derowegen den Rat der freien Reichsstadt Quellstedt auf, diese Dinge vielleicht ebenfalls einmal reiflich zu erwägen und den Sinn eines solchen Baues nochmals zu überdenken; sich vielleicht einmal Gedanken um die Nachteile statt um reinen Profit und Prestige zu machen. 
Gegeben zu Torpstein im 8. Tag des Rebenmondes des Jahres 91 n.d.E.

Neues aus Emarania: Leichenfund bei Oberau

In den letzten Herbsttagen wurde in der Nähe von Oberau die Leiche eines Mannes angetrieben. Der Leichnam wies zahlreiche Bißspuren auf, es war aber durch den offenbar langen Aufenthalt im Wasser nicht festzustellen, woher die Wunden rührten. Herkunft und Identität des Mannes sind bis jetzt unklar. Es wird darum gebeten, evt. vermißte Personen in Wasserau zu melden, um Licht in die Angelegenheit zu bringen.

Das Herzöglich-Ostarische Naturkundemuseum

Hiermit möchte ich die Gelegenheit ergreifen und dem gelehrten Leser zwei Exponate vorstellen, die beide in der größten naturkundlichen Sammlung Heligonias zu finden sind, welche sich zu Ankur befindet und deren Besuch ich jedem nur halbwegs interessierten Menschen wärmstens empfehlen kann. Gegründet wurde das Museum von Herzog Rolo II., der als jagdfreudiger Mensch, Wildtiere präparieren ließ, um sie den Jagdgesellschaften vorzuführen, damit man nicht aus Unkenntnis die falschen Tiere erlegte. Unter Herzog Farold I. schließlich wandelte sich die Sammlung, da Seine Erlaucht auf die Idee kam, Kundschafter auszusenden, die von jedem Tier Ostariens ein Exemplar nach Ankur bringen sollten, damit diese von einem jeden betrachtet und studiert werden konnten. Heute beherbergt das Museum ebenfalls zahlreiche Exponate aus ganz Heligonia, hat aber ganz eindeutig einen Schwerpunkt in der Ostarischen Tierwelt. Doch auch zahlreiche Gesteinsproben, sowie die wichtigsten Pflanzen, in getrockneter Form warten darauf, vom Besucher begutachtet zu werden. 
Die beiden nun folgenden Beispiele sollen dazu dienen, das Interesse des Lesers zu wecken, und gleichsam als Einladung dienen, dem Naturkundemuseum einen Besuch abzustatten:
Ich möchte zuerst ein Exponat erwähnen, welches ich selbst im letzten Jahr der Sammlung hinzufügen konnte. Bei meiner Exkursion in die Nordmark entdeckte ich neben zahlreichen lebenden Exemplaren, auch den Kadaver einer männlichen westlichen Brazachkatze (Barbourofelis riemoldi), die wohl in einem der zahlreichen Revierkämpfe unglücklicherweise ums Leben gekommen war. Aufgrund der dort herrschenden Kälte war das Tier aber noch nicht der Verwesung anheimgefallen und so ließ ich den Körper gut verpacken und nach Ankur transportieren. Mit Hilfe einer speziellen Präparationsreagenz löste ich den nunmehr nicht mehr ganz geruchsfreien Körper in einer solchen Weise auf, daß nur das Skelett erhalten blieb, welches nun das  Prachtstück aus Saal 8 darstellt. Unten sieht man eine Zeichnung des Gerippes. Man beachte die großen Zähne, sowie die kräftigen Klauen des Tieres. 
Skelett einer Brazachkatze
Ein Rätsel besonderer Art stellt Exponat 4511 dar. Einst kam es in der Ballei Wieselsteig, nahe des Brazach zu einem Erdrutsch, bei dem zahlreiche Steine Vorschein kamen, unter welchen sich auch eine Art steinerner Fisch befand, zu dem sich auch ein dazugehöriger Hohlraum im umliegenden Gestein fand. Eine Abbildung dieses Fundes seht ihr hier: 
versteinerter Fisch
Es existieren nun zahlreiche Theorien um dieses fabulöse Tier, von denen ich nur die einleuchtendste hier anreißen möchte. So wurde vermutet, daß diese Fischart wegen ihres sündenhaften Lebenswandels, denen sie zweifelsfrei fröhnte, vom Einen bestraft wurde, indem er alle Exemplare zu Stein verwandelte. Die Lebenskraft der Fische aber war so groß, daß ein Rest in Ihnen erhalten blieb und sie sich immer noch, wenn auch langsam, bewegen konnten. Da sie aber, ob ihres Gewichtes im Wasser untergingen wie ein Stein, begannen sie sich ins Gestein zu bohren, was ihnen aufgrund ihrer spitzen Schnauze problemlos gelang. Als der Eine dies sah, zeigte er sich milde, denn die sündhaften Fische waren nun genügend gestraft worden. Und so leben die Tiere heute  im Felsen, bewegen sich in einer Geschwindigkeit, die für unser Auge nicht wahrnehmbar ist und kommen nicht ans Tageslicht, da sie sonst jämmerlich zugrunde gingen. Exponat 4511 zumindest ist definitiv nicht mehr am Leben. So soll uns also dieser Fisch ermahnen, uns zu zügeln und uns in Tugendhaftigkeit zu üben.
Nun aber möchte ich diesen Exkurs beenden. Den nächsten Schritt muß der geneigte Leser selbst tun und die Reise nach Ankur antreten, um die Wunder Heligonias mit eigenen Augen erfahren zu können. 
Prof. Riemold von Bieberau, Ankur im Jahre 91 n.d.E

Feierliche Enthüllung

Der nordmärkischen Kapitale Yaldering gar einzige Vertreterin der Handwerkszunft der Bildhauung und Steinmetzerei, Krescantja Muldenhauer, enthüllte unlängst ihr erstes Werk vor dem allbekannten Gasthaus "Barttas Bootshaus". Die von Wirt Bartta höchstselbst in Auftrag gegebene Statue "Der Mann mit der Lampe" soll dem beständigen Andenken an den mutigen und höchst abenteuerlichen Exkurs des ostarischen Generalzeugmeisters Baron Jareck von Jolberge dienlich sein, der in ihm den Entschluß zum Beschluß der Wiederbesiedlung dieser alten Stätte reifen hat lassen wollen.
Somit symbolisiert die Statue auch den Beginn der jungen Geschichte der heligonischen Siedelei in Yaldering; ein in Stein gemeißeltes Zeugnis des entbehrnisvollen ersten Winters, der beengenden Verhältnisse in den alten Langhäusern, der zahlreichen und vielgestaltigen Fährnisse des Landes jenseits der Berge. Und obschon diese schweren Zeiten nunmehr überstanden sind, wird "Der Mann mit der Lampe" auch immer als Zeichen der Verbundenheit zum Hause Jolberg und dessen großen Sohn Jareck stehen, denn er war es, der die für ihre Wankelmütigkeit bekannten Siedler in den frühen Tagen der Nordmark im Jahre 89 n. d. E. auf den rechten Weg gebracht hat.
Hoch lebe Baron Jareck von Jolberg und lang lebe Herzog Angilbert der I.!
Karlon vom Storcheneck

Schatzsucher wollen von Teemons Tod erfahren haben

Vor fast drei Monaten hat sich eine Gruppe hohenforingischer Siedler aus der Nordmark ohne Erlaubnis in die Ödlande gewagt. Lediglich einer der fünf, die ausgezogen waren, ist vor etwa drei Wochen zurückgekehrt; die anderen sind tot oder vermißt. Ein Verhör des Betreffenden, eines gewissen Siegbert Buschwerk, nach seiner Genesung ergab folgenden Sachverhalt: 

Anscheinend waren er und seine Kumpane auf der Suche nach einem Schatz in die Ödlande gezogen. Dort hatten sie sich nach wenigen Tagen verirrt und waren auf eine bewaffnete Patrouille der Ödländer gestoßen. Siegbert wurde verwundet und gefangengenommen. Zwei seiner Kumpane wurden getötet, die andern zwei ebenfalls gefangen. Die Gefangenen wurden von den Ödländern verhört. Diese versuchten wohl herauszufinden, ob unter ihren Gefangenen eine Person von hohem Rang oder Ansehen sei. Dabei erfuhren Siegbert und die anderen, daß die Ödländer vornehme Gefangene im Laufe eines Rituals töteten und durch Doppelgänger ersetzten. Einer der Ödländer protzte gar, ihr größter Fang sei seinerzeit Teemon gewesen, dessen Gebeine nun in ihrer Opferschlucht ruhten. Gewöhnliche Gefangene sollten aber ihren grausamen Götzen geopfert werden. Das erzählten sie wohl, um ihren Opfern Furcht einzujagen und weil sie sich sicher schienen, daß niemand entkommen könnte. 
Als die Gefangenen tiefer in die Ödlande verschleppt werden sollten, gelang es Siegbert und einem anderen seiner Kumpane, die Fesseln zu lösen und wegzulaufen, als eines Nachts der Wachposten einschlief. Sie trennten sich, um auf ihrer Flucht nicht entdeckt zu werden und sich besser verstecken zu können. Durch pures Glück schaffte es Siegbert trotz seiner Wunden wieder die Nordmark zu erreichen und dies zu berichten. 
Siegbert Buschwerk befindet sich im Moment noch in Gewahrsam und soll im Verlauf der folgenden Wochen noch weiter verhört werden. 

Besucht Betis - Der Beichtstuhl von Abt Ceridian Aegidio

Ganz Soltran trauert um seinen verstorbenen Herrscher Baron Veit von Soltran
Der Baron Veith von Soltran kämpfte seit über zehn Monden mit den Verletzungen des Jagdunfalles, der sich im Wolfsforst kurz vor dem letzten Adelstag ereignet hatte. Lange Zeit bemühten sich sein Leibarzt und alle ihm treu ergebenen Diener um seine Genesung. Doch die Wunden entzündeten sich und schließlich erlag er dem Fieber und dem hohen Blutverlust. Zwei Tage nach seinem Tod fand das Begräbnis in Veitsburg statt. Die Tochter des Barons, Baronesse Odina Thirindra von Soltran, soll folgende Worte zum Abschied ihres geliebten Vaters verfasst haben:

"So tief ruht der Schmerz in meinem Herzen,
voll Kummer stehe ich an Deinem Grab,
ertrage kaum die Schmerzen,
die ich zu trgen hab.

Ich sehe die Bänder und Blumen,
die Dein Grab nun schmückt,
höre mich Nachts nach Dir rufen,
wenn mich die Einsamkeit erdrückt.

Hast das Volk und mich verlassen,
still ist die Burg nun geworden,
und das Volk und ich können es nicht fassen,
der edle Baron Veit von Soltran ist gestorben!"

Soltran wird in der nächsten Zeit um seinen Herrscher trauern. Die Baronesse regiert nun über Soltran. Und die Götter mögen ihr beistehen, daß sich in nächster Zeit nicht wieder so ein Unglück ereignet und sie trotz ihrer jungen Jahre eine weise und gerechte Herrscherin sein wird.

Alarmzustand der Herzöglich-Ostarischen Flotte beendet

"Somit steht nunmehr eindeutiglich fest, daß der Anschlag zu Brüggen weder als Auftakt eines böslichen Überfalles irgendeiner feindlichen Nation noch als einnehmende Kaperfahrerei ausnehmender ausländischer Seeleute anzusehen ist. Vielmehr handelt es sich um einen durch vermutlich extremistische Terroristen mit gar zweifelhaften Zielsetzungen verursachten Einzelvorfall, der in dieser Form überhaupt nur durch schieres Glück zu bewerkstelligen war und uns auf einige Sicherheitsprobleme aufmerksam machte, die zwischenzeitlich behoben sind."
Soweit das Amt für Öffentliche Information des Herzöglich-Ostarischen Marinekurierdienstes in einer Presseerklärung zur Zerstörung der "Sirium Silverhorn" (die Hofgazette berichtete).
So kehren denn allerortens am Ostarischen Brazachufer die Schiffe wieder zu ihrer normalen Routine zurück. Ein weiteres Mal hat die Herzögliche Marine bewiesen, daß sie in der Lage ist, auch in allerkürzester Zeit ein Bollwerk zu errichten, daß in der Lage ist, selbst der größten Bedrohung Stand zu halten. Die Attentäter, in der Absicht handelnd, das Herzogtum zu schwächen, haben das Gegenteil erricht. Bald schon wird ein neues, moderneres Schiff der Herzog-Uriel-Klasse vom Stapel laufen, das fortan in Brüggen getreulich seinen Dienst verrichten wird. Weiterhin ist man sich nunmehr der neuen Gefahr bewußt und geeignete Gegenmaßnahmen ersonnen, um fürderhin gegen die lachhaften Machenschaften umstürzlerischer Südlandrebellen gefeit zu sein. 
 
 

Fürstlicher Thaler Hofchronist



 
 

Gründungsfeier der Universität zu Thal

An Alle Hochgeborenen und Hochwohlgeborenen Herrschaften, alle Doctores und Magistres in unseren geliebten heligonischen Landen. 
Wir haben die ehrwürdig Pflicht und Aufgab, all Euch in Personam im Namen von 
Fürst Bartha von Thal, Baron von Anthan, Freiherr von Acharn, Oberster Ritter der Thaler Ritterschaft und Prinzessin Celia, Prinzessin von Thal, Freiherrin von Uhlenstein, Schutzherrin der Universitas zu Cambrück und Prinz Anselms von Thal, Baron von Güldental, Freiherr von Jaredon, Schwerteigener der Thaler Ritterschaft, sowie im Namen des Lordkanzlers und der Gemeinschaft der Lehrenden der Universitas zu Cambrücken zu jenem Festakte einladen zu dürfen, welcher am 24. Tage des 3. Saarkamondes des Jahres 28 n.A.III die Gründung der genannten Universitas begleite. Es ist unseres Herren Johannis Vergenhans' - Lordkanzler zu Cambrücken -  Begehr, daß ein jeder Herr und edel Damen sei in seinen Hallen willkommen, jener Zeremonia beizuwohnen.
Im Namen seines Magnifizienz des Johannes Vergenhans, Lordkanzler zu Cambrück 
am 16. Tage des 1. Saarkamondes des Jahres 28 n.A.III
Schreiber Georg Christoph Schneck.

 

Die Garde von Thal gibt bekannt

Militärische Maßnahmen gegen Beridhan ergriffen

Hochanthen, am 17. Tag des 2. Xurl
"Jetzt wird aufgeräumt ..." Mit diesen Worten verließ Hauptmann Kilian Weizenkeim die Krisen-Sitzung des Thaler Generalstabes, welche bezüglich der Entführung von Prinzessin Celia von Thal einberufen wurde. Er erhielt den Befehl, zusammen mit 500 Mann aus ganz Thal. Darunter auch 50 Mann des Fürstlichen Thaler Ritterheeres im Gebiet des ehemaligen Herzogtum Beridhan zu intervenieren. Die geheimen Verstecke der Gefolgsleute Adveris sollen ausfindig und die Abtrünnigen festgesetzt werden. Vor allem sollen die Rädelsführer gefasst werden.
Just erreichte uns ein erster Zwischenbericht aus dem Süden der Niederlormark. Darin wird von etlichen Verhaftungen sowie einigen Scharmützeln mit Adveri Gefolgsleuten berichtet. Auf Seiten der Garde müssen bisher keine Verluste beklagt werden. 
i.A. Hartmut Hohlbein
Schreiber der Fürstlichen Garde von Thal

Offener Brief an Adveri

Werter Feind. Da ihr offenbar keine Ehre besitzt und Euch lieber  wie eine Ratte versteckt, die das Licht scheut, wende ich mich öffentlich an Euch.
Würde man für jedes Euer Vergehen eine Kerbe schnitzen wollen, so würde in ganz Thal kein einziger Baum mehr stehen bleiben. Doch Eurer letzten Schandtaten ist gar die Widerlichste von allen. Ihr habt es gewagt, die Tochter unseres geliebten Fürsten von Thal, Prinzessin Celia zu entführen.
Ich werfe meinen Handschuh vor Euch. Solltet ihr Manns genug zu sein, ihn aufzuheben, so gebt mir Nachricht über Zeit und Ort.
Kilian Weizenkeim, Hauptmann der Garde von Anthan 

 

Die Geschehnisse um die Camspitze

Die weiteren Ereignisse :
Eine Untersuchung der Gase erbrachte keine klaren Ergebnisse. Aber in einem Punkt waren sich alle einig - es muss sich um Fäulnisgase handeln. Sie sind zwar sehr Übelriechend, aber eine Gefahr für Leib und Leben besteht nicht. Als man die Höhle nun endlich betrat, findet man einen Raum vor, der folgendermaßen beschrieben werden kann :
   Die Höhle, in die man zuerst vorgedrungen war, ist in ihrem Grundriss annähernd rechtwinklig, hat eine Länge von ca. 20 Schritt und eine Breite von ca. 7 Schritt. Die Höhe beträgt in ihrer Spitze bis zu 4 Schritt. Es ist merklich kühl und leicht feucht in der Höhle. Das Wasser, welches von der Decke tropft, hat im Laufe der Zeit etliche Stalaktiten und Stalagmiten gebildet. Durch die Feuchtigkeit haben sich auf dem Boden zahlreiche Pfützen gebildet, die über ein natürlich gebildetes Rinnensystem zu Ritzen im Boden fließen, wo sie verschwinden. Einige dieser Ritzen haben in ihren größter Ausdehnung einen Durchmesser von fast einem Meter. Doch ein hinabsteigen ist nicht möglich, da die Ritzen zum einen stark verwinkelt weiterführen, und zum anderen sehr scharfe Kanten haben, an denen man sich leicht verletzten kann.
   Inmitten dieser Höhle macht die Expedition einen durchaus interessanten Fund. Dort befindet sich der Ursprung dieser Übelriechenden Fäulnisgase - zwei große Dung-Haufen. Dieser Exkremente können von keinem bisher bekannten Tier stammen, da sie in ihrer Art und Konsistenz völlig unbekannt sind.
   Nachdem man sich eine Weile in der Höhle aufgehalten hat, bemerkt die Gruppe ein leises Klackern, das sehr bald von einem Zischeln begleitet wird. Diese Geräusche scheinen aus dem inneren des Berges zu stammen, so als ob sich dort ein Lebewesen befindet. Plötzlich werden die Geräusche lauter, unter den Anwesenden macht sich eine leichte Panik breit. Einige rufen laut, man solle die Höhle schnell verlassen. Es kommt zu einem völligen durcheinander, einige werfen ihre Fackeln hin und laufen schreiend nach draußen. Nur wenige bleiben noch in der Höhle, Johannes Fergenhans ist auch unter ihnen. Doch sie haben nur eine Fackel. Und diese taucht die Höhle in ein diffuses Licht.
   Auf einmal schreit einer laut auf : "Da ist etwas !" Alle schauen in die angedeutete Richtung und können im matten schein der Fackel folgendes sehen :
   Es muss sich um ein Echsen-ähnliches Wesen handeln, von weißer Farbe, schuppiger Haut und einer Länge von fast drei Meter (inklusive Schwanz). Von seiner Umgebung geht eine durchdringende Kälte aus, so dass der Atem an der Luft zu kondensieren beginnt. Die Echse scheint in Richtung der Menschengruppe zu blicken. Die Sekunden scheinen wie Stunden. Plötzlich macht es einige schnelle Bewegungen und verschwindet in einer der Ritzen im Boden. Seither ward er nicht mehr gesehen.
   Dies geschah am 8. Tag des dritten Xurl !
Inzwischen ist Freiherr Ansgar von Beraht informiert. Er bat Johannes Fergenhans, auf die Feste Beraht zu kommen, um die weiteren Schritte zu klären. Freiherr von Beraht sprach Johannes Fergenhans sein vollstes Vertrauen aus, die Sache weiter zu Untersuchen. Ob Fergenhans das Entdecke veröffentlichen soll oder nicht, stellte Freiherr von Beraht völlig frei.
 

Holzfällerwettbewerb in Hochwalden

Sethnara am 9. Tag des 3. Xurl
Am 23. Tag des 2. Xurl trafen sich insgesamt 8 Mannschaften aus ganz Heligonia, um gemeinsam einen Holzfällerwettbewerb zu erleben. Sie alle waren der Einladung von Freiherr Ansgar von Beraht gefolgt, um sich im schönen Hochwalden in der Kunst der Holzverarbeitung zu messen. Im einzelnen waren das "Laufender Festmeter", die Lokalhelden aus Hochwalden, "Brynnjolf Starkarms Rodenfurter Holzfäller Brigade" aus Jolberg, die "Buchenscheite" aus Hohenfohringen, die "Männer der Nordmark", "Ard'Lechinns MadUaine" aus Luchnar, "Waldkinder Skagen" und "Holzpratze Aithil" aus Angaheym sowie die "Rodenden Fuchsschwänze" und die "Xurl-Flößer" aus Tolens.
   Insgesamt hatte man sein Können in acht verschiedenen Disziplinen unter Beweis zu stellen. So wurde man im einzelnen im Baumfällen, Klettern, Axtwerfen, Hobeln, Flößen, Sägen, Stammrollen und im Spalten auf die Probe gestellt.
   Die Mannschaften aus Angaheym und Tolens lieferten sich zuerst einen erbitterten Vierkampf an der Spitze der Tabelle. Es sah zunächst alles danach aus, als würden diese Mannschaften den Sieg unter sich ausmachen. Doch es kam zur allgemeinen Überraschung völlig anders. So liefen die "Männer der Nordmark" ab der Hälfte des Wettbewerbes zu nie geahnter Höchstform auf. Böse Zungen behaupten, dass alles Hänge damit zusammen, das eine Gruppe Ceriden aus der Abtei Dunkelstein für allerlei Wirbel sorgte. Doch auch anderen Mannschaften wird Allerlei nachgesagt. Von der Schiedsrichterbestechung bis hin zum öffentlichen Aufruhr hatte die Gerüchteküche alles zu bieten. So verwundert es nicht, das die Mannschaft "Waldkinder Skagen" gleich am 27. Tag des 2. Xurl von Freiherr Ansgar von Beraht persönlich vom weiteren Wettbewerb ausgeschlossen wurden, da sie sich nach einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen eine Massenschlägerei angezettelt hatten.
   Langsam entwickelte sich der Wettbewerb in einen richtigen Kampf, teilweise im wahrsten Sinne des Wortes. Es flogen nicht nur allerlei faulige Lebensmitten, einmal sogar ein halbes, gebratenes Huhn, sondern auch weiterhin die Fäuste. Doch zu einer weiteren großen Schlägerei kam es nicht. 
   Am Rande der Veranstaltung kam es noch zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den "Männern der Nordmark" und den "Ard'Lechinns MadUaine" aus Luchnar. Scheinbar handelte es sich im großen Missverständnis, da sich einer der Nordmänner fälschlicherweise als Luchni ausgab, was aber gar nicht stimmte.
   Alles in allem war es aber ein gelungener Wettbewerb, bei dem "Holzpratze Aithil" am Ende mit hauchdünnen Vorsprung gewinnen konnte. Freiherr Ansgar von Beraht gratulierte den Gewinnern aufs herzlichste und sprach den Wunsch aus, die Mannschaften auch im nächsten Jahr wieder in Hochwalden begrüßen zu können.
Berengar Adealard, Schreiber des Hauses von Beraht

Höret, Höret

Im Namen seiner allerdurchlauchtigsten Majestät, König Helos Aximistilius III, sei hiermit folgendes kundgetan :
Der Gemeine Adveri, der sich selbst "Großherzog von Beridhan" nennt, sei hiermit aufgefordert, sich der Obrigkeit zu stellen und in die Hände der Gerichtsbarkeit zu begeben. Sollte er dieser Aufforderung nicht binnen dreißig Tagen nach dieser Verkündigung nachkommen, so sei er ab dem 31. Tage zusätzlich als vogelfrei erklärt. Ab diesem Tage hat ein Jeder das Recht und die Pflicht den Gemeinen Adveri straffrei zu erschlagen.
Der Angeklagte hat sich folgender Verbrechen wieder der königlich heligonischen Halsgerichtsordnung schuldig gemacht : 
  Kapitel 1, Vergehen wider den Körper, Artikel 9 und 10;
  Kapitel 2, Vergehen wider die Seele, Artikel 2, 4 und 8;
  Kapitel 3, Vergehen wider das Eigentum, Artikel 2,3,4,7 und 9
So er sich in die Obhut der Obrigkeit begibt, wird ihm der Prozess durch einen der neun hohen Richter gemacht. Bei dieser Verhandlung hat der Gemeine Adveri die Möglichkeit, sich zu den einzelnen Anklagepunkten zu äußern. 
Gegeben am 10. Tag des 2. Saarka, 28 n.A.III
Im Auftrag seiner allerdurchlauchtigsten Majestät,
Fürst Bartha von Thal
Hochanthen, den 1.2.Saarka 28 n.A.III.

Letzte Meldung

Wie unsere Boten-Dependance in Hochanthen noch kurz vor Redaktionsschluß mitteilte, wurde Prinzessin Celia von Thal wieder gefunden. Unter der Führung von Hauptmann Kilian Weizenkeim und der unermeßlichen Hilfe des berühmten Kapitäns Xurlsen Kielholer, wurde am Morgen des 5.Tages der 2.Saarka 28 n.A.III. ein Fischerboot aufgebracht. Unter dieser Tarnung wollten die Rebellen, die eindeutig Adveri zugerechnet werden können die Thaler Prinzessin außer Landes bringen. Doch dank der wachsamen Augen der Thaler Flußposten, des beherzten Eingreifens Kielholers und dessen Mannschaft, der Besatzung des Schiffes "Pfeilschnell", und des Mutes von Kilian Weizenkeim konnte die Prinzessin unverletzt aus den Fängen der Verbrecher errettet werden.
Weiter Details zu dieser Rettungsaktion finden sie im nächsten Boten.

Eine Aufführung des Betiser Theaters erleben - warum nicht? 
Betis
freut sich auf Euren Besuch!


 
 
 
 

Betiser Tribüne

Benefiz-Utzganspiel zugunsten der Herzöglich-Ostarischen Marine

Schwer geschockt hat die Nachricht des unglaublichen Brandanschlags auf Schiffe des 4.Geschwaders der Brazachflotte die Bürger von Betis. Doch bald
fand man die passende Antwort auf diesen Akt des feigen Terrorismus: Am 16.Tag des 1.Saarka fand im Stadion von Betis ein Utzganspiel zwischen Sturm Betis und der Mannschaft der Herzöglich-Ostarischen Marine statt. Der gesamte Erlös wurde dem 4.Geschwader der Brazachflotte zur Verfügung gestellt. Und dies war wohl nicht wenig, denn das Stadion war bis zum letzten Platz gefüllt und auch vor dem Bauwerk trafen sich die Betiser Bürger um ihre Empörung über diese Schandtat gemeinsam auszudrücken. Ein weiterer Akt der Verbrüderung demonstrierte dann Ramon Maria Canonero, Ehrenkapitän der Ostarischen Marine, als er nach der Hälfte der Spielzeit sein Sturm Betis Trikot mit der Spielkleidung der Herzöglich-Ostarischen Marine tauschte, und den Rest des Spiels für diese Mannschaft utzte. Das Spiel endete mit einem brüderlichen 12:12, wovon Canonero insgesamt für beide Mannschaften 16 Utze beisteuerte.
 

Der Handelsprophet

Tageskurse
Aurazith 1 heligonische Unze 1 Dukaten und 7 Kreuzer
Chison 1 m²  1000 Dukaten
Seidenstoff 1 m²  4 Dukaten und 4 Groschen
Langschwert 18 Dukaten und 5 Groschen

Seidenstoff  1m    4 Dukaten und 4 Groschen
Langschwert     18 Dukaten und 5 Groschen

Der herausragende Neueinsteiger im Handelspropheten ist der tlamanische Edelstoff Chison. Der Aurazithdurchzogene Luxusartikel sorgte mit seiner hohen Notierung für den nicht unbeträchtlichen Fall des Seidenpreises. Im Gegensatz dazu konnte der Aurazithkurs von dem Phänomen Chison leicht profitieren. Über die Ursache des Kursanstiegs von Langschwertern sowie diverser anderer einhändiger Waffen wird momentan noch diskutiert. Die wahrscheinlichsten Gründe sind zum einen der bevorstehende Ödlandfeldzug und zum anderen die steigende Begeisterung der heligonischen Bevölkerung für Duellsportgruppen.

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt
-Chison-Taschentücher
-Kriegsrat
-Wegweiser zur Erleuchtung
-Kalveram von Norrland-Brassach
-Benefizveranstaltungen
Und was nicht
-Seiden-Taschentücher
-Katzenabbilddiebe
-impertinente Schmähungen
-hinterhältige Brandanschläge
-unlauterer Wettbewerb

Aufruf

Hiermit ruft der Doge von Betis, im Namen des Hohen Rates zu Betis, die Bürger der Stadt dazu auf, die Augen zu schärfen und Ohren zu spitzen um
Hinweise auf den Verbleib einer Kriminellen, welche "Die Krähe" genannt wird, zu erhalten. Diese Person wird beschuldigt, für den hinterhältigen Anschlag auf zwei Schiffe der Herzöglich-Ostarischen Marine verantwortlich zu sein. Wer Hinweise betreffend des Aufenthaltes der Krähe liefert oder ihrer gar habhaft wird, soll gütlichst entlohnt werden. Ebenso wird die Person, welche zur Ergreifung der Kriminellen beiträgt, eine Amnestie und die Anerkennung als ordentlicher Bürger erhalten, so dies nötig sein sollte. Dieser Aufruf erscheint im Heliosboten und wurde in sämtlichen öffentlichen Gebäuden, Tavernen und Etablissements von Betis kundgetan.
 

Stadtgeschehen

Chison - ein Stoff, ein Traum. Auch Georg am Armi zeigte sich begeistert von dem tlamanischen Wunderwerk: "Magnifizient!!!"
Wird das die Hochzeit des Jahres? In den letzten Wochen wurde Ritter Ramon Maria Canonero des öfteren in Begleitung der darianischen Schönheit und Muse der Modewelt Jasmina Lopia gesichtet. Nur ein Zufall, oder wird die heligonische Frauenwelt bald trauern müssen?
"Fröhliche Erleuchtung" heißt der neue Engelsgesang vom Wunderkind Bonifazio. Gerüchten zufolge rührte das Lied selbst seine Heiligkeit Pacellus zu Tränen.
 

Bürger des Monats

Als Bürger des Monats darf sich in diesen Tagen Abt Ceridian Aegidio von St.Aluin bezeichnen lassen. Seine aufopferungsvolle Mühe den Betiser Bürgern die Beichte abzunehmen und somit die V. Pacellus´sche Kundtuung zu erfüllen bewog die Jury zu seiner Auszeichnung. Für einen Kommentar stand er leider wegen seiner ausfüllenden Dienste nicht zu Verfügung.
 

Auktionsobjekt verlorengegangenes Besitzstück des Fürsten von Drachenhain?

In der letztmaligen Ausgabe des Helios Boten, genauer hier in der Betiser Tribüne, sind allerlei erlesene Güter zum Kaufe feilgebotenen worden. Just in einer der Waren glaubt Fürst Waldemar früheres Eigentum wiederzuerkennen. So gleicht die Beschreibung der mit Silberbeschlägen und Jagdmotiven verzierten Armbrust doch frappierend einer, vor etwa dreißig Jahren verlorengegangenen, Zierwaffe des Fürsten. Seine Durchlaucht bekunden nun hochverstärktes Interesse am Wiedererwerb des Stückes, so dass Krämer Muhaid al Okkem aus Betis zur Drachentrutz geladen wird. 
31. Tag im Rebenmond, 91 n.d.E.
Ruland vom Kerbelgehr, Schreiber des Fürsten von Drachenhain

 

Gunst und Kunst

Was die Heligonier am liebsten hören
  1(-)   Wunderkind Bonifazio - "Fröhliche Erleuchtung"
  2(3)   Gesangsverein der Duellsportgruppe Ligonii-Süd - "Handschuée"
  3(1)   Ostarische Utzgannationalmannschaft - "Utzgan ist unser Leben"
  4(2)   Die Buß-Brüder - "Beichten, Beichten, Beichten"
  5(8)   Belgabor - "Das heligonische Rätsel"
  6(5)   Barde Grützi - "Nial aus Angaheym"
  7(9)   Freunde des Utzgan - "Schade, Büttel, alles ist vorbei!"
  8(7)   Salah ben Anwar nur ed´Din - "Burai Breath" 
  9(4)   Finabair Spinnentöter (begleitet vom Emeranseeflottenchor) - "Pfefferinselreggae"
10(10) Wunderkind Bonifazio - "Oh, Du mein Einer"
 

Neues von der Darian-Oper

Aus gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, daß aktuellste Geschehnisse in Darian den berühmten Opernsänger Pavo Rothner zu einem neuen Monument der Sangeskunst inspirierten. Diesmal nicht nur als Interpret, sondern auch als Komponist, wird der hervorragende Künstler das Publikum mit dem Mythos vom fliegenden Burai fesseln. Auf den genauen Inhalt der Oper wollte Pavo trotz Drängen nicht eingehen. Gewiß ist aber, daß er kürzlich einen Boten aus Darian, vollbepackt mit Schriftrollen, empfangen hat. 
 
 

Angaheymer Rufhorn

Allthing in Angaheym

Letzten Vollmond wurde recht überraschend ein außerplanmäßiges Thing einberufen. Alle Wehrfähigen ohne Ausnahme waren aufgefordert, daran teilzunehmen. Der Thingplatz am Fuß des westlichen Gebirges war wieder mit prächtigen Fackelstäben abgesteckt, bunte Zelte ringsherum aufgestellt. Die Angaheymer folgten mit großer Neugier der Aufforderung, denn diesesmal sollte ein Gast sprechen. Ein Gast, wie er seit der Wolfenfeldkrise nicht mehr in Angaheym war, ein Gast von dem seit damals nicht mehr viel gesprochen wurde. Wer ankam der bemerkte ihn sogleich. Dort im Fackelschein auf dem Thingfelsen, zwischen Nial Felsenhammer und Leif Stahlschulter, ein Horn Bier in der Hand, saß Leomar, Prinz von Drachenhain. Nachdem Nial das Thing eröffnete, erteilte er ihm sogleich das Wort: "Hochgeschätzte Durchlaucht, Nial Felsenhammer, Stammesfürst der Angaheymer, Edle Sippenhäupter, Hochverehrte Mitglieder des Angaheymer Things: Wahrlich, seit Sarniant sind Dinge zwischen Angaheym und Drachenhain aus dem Lot geraten, die es endlich zurechtzurücken gilt. Zwar wusste der Schwertführer Lord Angus damals den Händel zu beenden und ist nach Briefen und guten Worten aus der Ferne wieder eine Normalisierung unserer Nachbarschaft zu bemerken, doch wahre Wärme der Freundschaft wie ehedem, ist das beileibe noch nicht! Ich habe deshalb den Entschluss gefasst selbst hierher gen Angaheym reisen, um - ein für alle mal - alle Missstände zu beseitigen. Ich kann und mag mir einfach nicht vorstellen, dass es ein Übel geben könnte, das für uns Nial, die wir aus dem selben Horn tranken, unüberbrückbar wäre. All die Jahre haben Angaheym und Drachenhain doch ohne Argwohn nebeneinander bestanden, der eine hat den anderen in Frieden so leben lassen, wie dieser es wollte, warum sollte dies nun vorüber sein? Die unseligen Worte und Geschehnisse von Sarniant können leider nicht ungeschehen gemacht werden, nicht die Dinge, die mein Vater im Zorne sagte, aber auch nicht Euer bewaffnetes Eindringen auf unsren Boden - aber, passiert ist eben passiert! Der eine hat, wie der andere, Fehler begangen. Doch ich meine, das soll nun vorbei und vergessen sein! Es ist an uns die Burg unserer Freundschaft von Grund auf neu zu erbauen, auf dass ein Bollwerk, der alten Mängel behoben, Drachenhain und Angaheym in eine neue Zeit der Eintracht und Harmonie führe. So reiche ich Euch hier  und jetzt die Hand zur Freundschaft und Ver bundenheit - schlagt ein und Drachenhain will vergessen!" 
Einen kurzen Moment lang war alles still. Nur das Knistern der Fackeln wahr zu vernehmen. Mancher blickte auf den Boden, ein anderer auf Leomar, wieder ein anderer auf Nial. Da ergriff der Thingsprecher das Wort:
"Mitglieder des Things! Daß der Sohn von Drachenhain, unseres damaligen Freundes, unseres zwischenzeitlichen Gegners, aber unseres nun doch unwiderstreitbaren wohlgesonnenen Nachbarn, der Sohn von Fürst Waldemar bei uns ist, setzt ein Zeichen, wie sehr Drachenhain an der Wiederherstellung der alten Beziehung gelegen ist. Ich habe viele Boten aus Drachentrutz empfangen und ebenso viele dorthin entsendet. Der Weg, die alte Freundschaft wieder aufzubauen, ist geebnet.
Dennoch wird alles nach wie vor von unserem damaligen Eindringen nach Drachenhain überschattet. Die Stammesgesetze zwangen mich zu dieser Handlungsweise, aber mit den Gesetzen anderer war sie nicht zu vereinbaren.
Leomar! Nach eingehenden Beratungen mit meinen Sippenvorständen und den Alten werden wir Drachenhain wieder einen großen Schritt entgegengehen. Und Ihr, Männer Angaheyms, hört mich an. Seit Jahrzehnten lebten Angaheym und Drachenhain friedlich nebeneinander. Ich schließe mich der Aufforderung Leomars an. Laßt uns die Missstände vergessen. Laßt uns vielmehr ein Zeichen setzen und die Freundschaft erneuern. Laßt uns mit Taten statt mit Worten zeigen, was wir unter Wiedergutmachung verstehen. Laßt uns Drachenhain in seiner schwierigen Lage wie ein Bruder beistehen."
Die ersten Spieße wurden emporgerissen und Rufe der Zustimmung waren zu hören. Nial kletterte noch etwas höher auf den Felsen, so dass er die Fackeln nun unter sich hatte.
"Wer hierbleiben will, kann das tun. Aber ich würde euch schlecht kennen, bliebet ihr hier. Wer sich berufen fühlt, schließt sich uns an. Denn ich werde mit Tallrim die Drachenhainer Sache unterstützen und Waldemars Männern ins Ödland folgen. Folgt mir nach, auf dass wir unsere Kräfte auf die Seite Drachenhains schlagen und ihm zum Sieg verhelfen!"
Ein Mann nach dem anderen stand unter den freudigen Rufen und dem eifrigen Raunen der Menge auf und trat zum Thingfelsen. Zufrieden blickte Nial auf Leomar, dessen Horn schon fast leer war und der, halb erstaunt, halb gerührt, über das Hochtal blickte und wohl der Zukunft entgegensah.
 

Nial Felsenhammer auf dem Weg nach Drachentrutz

Nach den Vereinbarung mit Prinz Leomar von Drachenhain, die auf dem Angaheymer Thing getroffen worden sind, ritt Nial Felsenhammer zur Drachentrutz. Im Burghof wurde er bereits vom Haushofmeister erwartet.
Nachdem die Pferde in den Stall gebracht waren, führte dieser ihn sogleich zum Fürsten von Drachenhain. Die Bediensteten berichteten, das Waldemar bei deren Ankunft das erste mal seit den Geschehnissen um Leomar wieder halbwegs klar zu handeln vermochte. Nach einigen recht kurzen Worten, deren Inhalt aber umso bedeutender schienen, ließ Nial einen seiner Leute Uisge bringen.
Waldemar schien seit langem einmal wieder zu lächeln. Der Grund für dieses Ereignis war folgender: Angaheym würde, als Wiedergutmachung für das damalige unerlaubte Eindringen nach Drachenhain, die Drachenhainer Sache im Ödland militärisch unterstützen.

Bazaar Darians

Graf Dedekien - mächtiger und alleiniger Herrscher über das prächtige Volk der Darianer - präsentierte sich auch wieder am ersten Tage des 2. Saarkamondes auf dem Balkon seines Schlosses am Redonsplatz in Darbor. Nachdem der beliebte Monarch die tosenden Beifallsbekundungen entgegengenommen hatte, hob er die Hand und richtete das Wort an die Menge, die nun voller Spannung seine Rede erwartete:

"Geliebtes Volk!"

"Wir, die Auserlesenen der Götter dürfen auch in den kalten Monden, wenn Saarkas eisiger Hauch über Heligonia hinwegfegt in das Antlitz Helios schauen und uns in dessen milder Wärme wohl fühlen. Ja, es ist ein großes Privileg und ein besonderes Glück, wenn man sein Leben als Darianer führen darf. Doch trotz all den Annehmlichkeiten, die uns zuteil werden, dürfen wir nicht vergessen, dass wir ein wesentlicher Teil eines großen Ganzen sind - dem Reiche unseres geliebten Herrschers Aximistilius III - Heligonia. So ist es unsere Pflicht den Schwachen zu stärken, die Unwissenden zu lehren und alle Heligoniern an unserem Glanze teilhaben zu lassen. Daher habe ich beschlossen einen engen Vertrauten und Gelehrten, Elrorak von Felsenmeer, nach Thal zu entsenden, um das Licht des Wissens auch zu denen zu bringen, die noch im Dunkel irren. Der Grund dieser Entscheidung ist nicht etwas aus einer Laune heraus geboren, sondern basiert auf allerlei mysteriöser Vorkommnisse der letzten Jahre. Die weisesten Frauen und Männern unseres Landes haben in langen Gesprächen das Geschehene zusammengefasst, analysiert und ihre Schlüsse daraus gezogen. Vereint mit den seherischen Kräften der Xurlgeweihten sind sie zu ebenso erschreckenden, wie auch faszinierenden Ergebnissen gekommen. Nicht zuletzt hat ein Ereignis einige fehlende Mosaiksteine ergänzt:
Jedermann weiß, dass das prächtigste unter den Burais, meine  Luneyka, seit Monden schon verschwunden ist. (Trauriges, beifälliges Gemurmel. Tief in meinem Herzen spürte ich jedoch, dass sie noch am Leben ist und auf Errettung hofft. Diese Hoffnung sollte sich nicht als unberechtigt herausstellen. Der Hochgeweihte Kalastiseus hat im Schrein der Leyra den Gott um eine Vision gebeten und sein Bitten wurde erhört. Im Wasser spiegelte sich die weiße Blume unter den Burais, wie sie unter einer Palme lag und ein Junges säugte. Doch nicht genug! (Ein Moment der absoluten Stille folgte.) Das Junge war ebenso weiß und schön wie seine Mutter und  am Rücken hatte es zwei kleine Erhebungen, die das unverkennbare Zeichen dafür sind, dass ihm daraus ihm Flügel erwachsen werden! (Ein Aufschrei des Staunens geht durch das Volk.)
Doch so frage ich euch, ist es nur eine Metapher zukünftiger Ereignisse, oder darf man die Vision als das deuten was sie zeigt? Haben wir das Tor in eine glorreiche Zeit bereits durchschritten? Wird die Prophezeiung wahr? Werde ich der Glückliche sein, unter dessen Herrschaft das Nech-Burai geboren wurde?
Damit das ganze Königreich an der Schönheit unseres geliebten Darians teilhaben kann, habe ich einige hervorragende Musikanten und Schausteller als Repräsentanten unserer Kunst nach Norrland-Brassach entsandt, um die Hallen des Markgrafen Kalveram mit unserer Glorie zu schmücken. 
Mein geschätztes Volk, ich bin nicht der Graf, der hinter verschlossenen Türen regiert und seine Untertanen unwissend lässt. Sobald es neue Kunde gibt, so werde ich sie mit euch teilen." 
Dem Ende der Rede des Grafen folgten überschwängliche Sympathiebekundungen seiner Untertanen. Die Rede wurde noch am selben Tag von den Verkündigungstürmen in der ganzen Grafschaft verbreitet.

Wegweiser zur Erleuchtung

Der Tag der Offenbarung neuer Feiertag 

Die tiefgreifenden Ereignisse im Kloster Gregorsruh im letzten Wonnemond haben den Primus dazu bewogen, einen neuen Feiertag einzuführen. Von nun an soll der siebente Tag des Wonnemondes in jedem Jahre als der Tag der Offenbarung gefeiert werden. 

Primus Pacellus zu Gast bei Fürst Waldemar

Seinem Anliegen, die Herzen aller ceridischer Gläubigen zu erreichen, niemals müde, bereist der junge Primus das Lehen seines geliebten Oheims. Schon auf dem Wege zur Drachentrutz verlas er an der Zahl zwölf Messen in selbst unbedeutenderen Kirchen, um dort das Wort des Einen zu verkündigen. Dies gipfelte in einem grandiosen Begrüßungsgottesdienst zu Ehren von Fürst Waldemar in dessen Hauskapelle Richilesruh. In Scharem drängten die Gläubigen durch die geöffneten Kirchentore. Das anwesende Volk brach in Tränen der Rührung aus, als es Zeuge des Kniefalls des Fürsten werden durfte. Der Fürst beglückwünschte seinen Neffen zur Kür zum Primus der ceridischen Kirche aufs herzlichste. Nach dem segensreichen Gottesdienst zogen sich die Beiden zur Beratung in die Bibliothek des Fürsten zurück.
Beim Abschied betonte Pacellus seine tiefe Verbundenheit zum Hause Drachenhain.
Nunmehr ist er auf dem Weg nach Norrland-Brassach, um der Einladung des Markgrafen Kalveram zum Adelstag auf Burg Brassach nachzukommen.

Akteure und Statisten für die Luxariumfestspiele in Gunara gesucht

Wie in jeden Jahr  werden auch in diesem Saatmond wieder die beliebten Luxariumfestspiele zu Gunara stattfinden. Schon jetzt ist die ganze Abtei emsig dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen, um dem ergriffenen Publikum ein lebendiges Bild aus dem bewegten Leben des heiligen Hilarius zu vermitteln. Die Rollen der Jünger Lucius, Pretorius und Rubenius konnten bisher noch nicht besetzt werden, da keine geeigneten Akteure gefunden werden konnten. Des wweiteren werden noch Statisten für die gläubige Bevölkerung gesucht. Der Ligoniier Hadrian wird wieder den Cruelius spielen. Bereits in den vergangenen Jahren war er, ob seines überzeugenden Spieles, der Liebling der Gläubigen.
 
 


Der Tanzbär

Ihr feuerrotes Haar hat mich bezaubert!

         von Thalion Barden
Leicht gefüllt saß ich in einer Taverne,
mein Herz voll Schmerz und Trauer.
So trank ich von dem Alkohol gerne
Und versuchte zu vergessen meine Trauer.

Mein Lachen an diesem Abend war aufgesetzt!
Meine Heiterkeit war gut gespielt!
Ich sagte, es ist vorbei, es war aufgesetzt!
Dann trafen meine Augen gezielt!

Ihr feuerrotes Haar hat mich bezaubert!
Ihr friedenstiftendes hat mich gebannt!
Ihr Reden, ihre Art haben mich bezaubert!
Ihr Funkeln in den Augen hat mein Herz entbrannt!

Es kam so, wie es kommen musste
und ich hoffte, dass sie bei mir bleibt!
Es kam ihr Freund und ich wusste,
du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!

So wechselten wir gegen später die Taverne,
mein Herz wieder voll Schmerz und Trauer!
Doch wir tranken beide von dem Alkohol gerne!
Und ich baute um mein Herz eine Mauer!

Ihr feuerrotes Haar ...

So verabredeten wir uns nach Sonnenuntergang,
da stand ich im Regen und wartete vergebens.
So ging ich in meine Zuflucht, kein einfacher Gang!
Und dachte, darauf liegt so oder so kein Segen!
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib,
so sprach mein Gewissen, wenn Gedanken spielten!
Und so ergab ich mich wieder dem Wein,
aber meine Gedanken rangen und sangen, sie zielten!

Ihr feuerrotes Haar ...

Viel später, da meldete sie sich bei mir,
mein Herz tanzte vor Freude und Glück!
Und so verabredeten wir uns und begannen ein Wir!
Ihr Einstiger, er hatte wohl kein Glück!

Da sitz ich nun und habe eine der schönsten Frauen,
alles was ich sagen kann, ich hab dich wirklich GERN!
Ich halt dich fest und schau nicht nach anderen Frauen!
Alles was ich sagen kann, ich hab dich LIEB und GERN!

Ihr feuerrotes Haar hat mich bezaubert!
Ihr friedenstiftendes hat mich gebannt!
Ihr Reden, ihre Art haben mich bezaubert!
Ihr Funkeln in den Augen hat mein Herz entbrannt!

Ein Jahr lang durfte ich mich mit dem Titel der besten Bardin Heligonias schmücken. Ein Jahr lang wartete ich auf ein Zeichen der Freude in Angaheym. Ach, wie wurde einst Salah Ben Anwar Nur ed'Din in Darian empfangen! Am Tisch des Grafen speiste er und bekam Geschenke ob der Ehr', die er seiner Heimat gemacht hatte! In Angaheym, scheint's mir, gibt's zuviel davon, denn kein Lob bekam ich und keinen Händedruck... So bin ich nun schon zu lange dort, wie man des Guten überdrüssig wird, sobalds alltäglich ist. Wohlan denn,...

Vielleicht geh ich wieder nach Sedomee, 
wo man den Poeten ehrt,
oder nach Luchnar, 
wo man gern gute Geschichten hört,
oder nach Rebenhain, 
wo man den Sänger lobt,
oder nach Lormark, 
wo man das Rätsellösen erprobt,
oder nach Wolfenfeld, 
wo man im Tanze springt,
oder nach Jolberg, 
wo man den Kampf besingt.
Aber in Angaheym steh ich allein, 
da lobt man nur Bauern, 
so muß es wohl sein.

Findabair Spinnentöter

Termine

23.02. - 25.02.01  Helicon 16.1 "Universitätsgründung in Thal" 
                              im Landschläßchen Rockenbach 
23.03. - 25.03.01  Helicon 17  auf Burg Wildenstein
24.05. - 27.05.01  Helicon 18 im Schwarzhornhaus bei Schwäbisch Gmünd
21.09. - 23.09.01  Helicon 19 am Georgenhof

Liebe Heligonier,

nach mühevollen Nachforschungen ist es Baron Koldewaiht von Hautzensteyn endlich gelungen, sein neuestes Schriftwerk der Schreibstube vorzustellen: 

Das heligonische Adelslexikon
Endlich ist die Zeit des Nachgrübelns vorbei und die Geheimnisse um Herrschaft und Verwaltung der heligonischen Lehen sind gelüftet. 
Das Schriftwerk ist in der Schreibstube zu erhalten.

Desweiteren möchte die Schreibstube auf das baldige Erscheinen des 

"Ewig währenden Jahrweisers", 
illustriert von dem bekannten Betiser Künstler Jantiff Gilvenlohe, hinweisen. Dieses Kalendarium, welches viele der Feste und Feierlichkeiten Heligonias enthält, kann ebenfalls bei der Schreibstube erworben werden.

Erläuterungen zur Tour von Heligonia:
Die Tour wird nur per magischer Post (e-mail) durchgeführt - Anmeldungen bitte an commander@pruzznet.de.

© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés &  Marc Hermann

Berichte von Guido Brand, Arnulf Breuer, Ulrike Claus,  Julia Fischer, Henning Frank, Oliver Friese, Marc Gebauer, Deborah Gläser, Inés & Marc Hermann, Thorsten Hess, Andreas Hils, Petra Jörns, Thomas Kessler, Sylvia Koch, Thomas Konrads, Daniela Lochner, Frank Prietz,  Benjamin Rampp,  Andreas Reicke, Andreas Riedlinger,  Markus Spree