Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 1. Poëna n.A.III 28

Ausgabe 37


Kronkurier

Adveri's Spezialagent gefaßt

Ein Bericht über den Verhörbericht des Verhörs des darianischen Gauklers und Scharlatans Wariv ibn Ophrazo auf der Burg Brassach des Markgrafen Kalveram niedergeschrieben drei Tage nach dem  Fünften Heligonischen Adelstag

Es begab sich um die Zeit nach dem Sonnenuntergang, da mich die Muße in die tieferen Gewölbe der Burg Brassach des Markgrafen führte. Ein paar Verse fehlten noch  an meiner Ballade über das große Ereignis - den Fünften Heligonischen Adelstag. 
Ich war bereits seit einigen Stunden auf den Beinen, als ich die Gunst erhielt, in Begleitung eines Sprechers der Markgrafen den scharf bewachten Gaukler zu begucken, welcher spät am Abend nach dem Tanze die hohen Herren und Damen Heligonias erst erfreut, im Laufe seiner Vorführung erstaunt und schließlich erschüttert hatte.
Die heldenhafe Celia von Thal, welche erst vor kurzem aus den Klauen eines wahnsinnigen Großherzogs aus eigener Kraft entkommen konnte, und dabei sogar ein Schiff nebst einer Besatzung aus Beridhaner Elitesoldaten eigenhändig in den sicheren Hafen von Hochanthen steuerte, war bereits von reinen Anblick des darianischen Scharlatans zu tiefst ergriffen. Sie versuchte in eigener Person den Gastgeber zu verständigen, welcher dem Schauspiel jedoch unerreichbar mit einer wichtigen Sitzung ob politischer Ränkeschmiede 
seitens zwielichter Ausländer befaßt war und somit nicht beiwohnen konnte.
Während ihrer Abwesenheit hatte der Gaukler aus dem Süden bereits begonnen, den hohen Herrren und Damen für ihre Aufmerksamkeit desnächtens gedankt und begonnen, seine Künste dem Publikum näherzubringen. 
Dies ist wörtlich zu verstehen! - Er bat, aus später noch erläuterten Gründen, den Prinzen Anselm von Thal in seiner Darbeitung eine großartige Rolle zu übernehmen.  Der Prinz meisterte sie aufs Vorzüglichste: Er löschte das Feuer, welches der Gemeine ihm ausgehändigt hatte, in dessen Rachen!
Gar groß war der Tumult, als der Gaukler am Ende seiner Vorstellung jedoch für sich selbst den Applaus und die Bewunderung einzuheimsen gedachte. Als er sich anschließend davonstehlen wollte, wurde er von den wachsamen und erfahrenen Wachen des Markgrafen dingfest gemacht und zu späterem Verhör in den Kerker verfrachtet.
In diesem Verhör stellte sich jedoch heraus, daß seine Aufgabe nicht etwa eine Kollegenschweinerei am Thronfolger Thals sein sollte. Vielmehr war er von dem berüchtigten Rebellen Adveri, einem völlig übergeschnappten und nachweislich größenwahnsinnigen Beridhaner, beauftragt worden.
Er sollte als Verhetzer und Spötter auf dem Großen Fünften Heligonischen Adelstag auftreten und Adveris Gegner in seinem Streben nach einem längst verlorenen Thron in aller Öffentlichkeit beschämen! Welcher niederträchtiger und grausamer Plan, der für den Spezialagent des Schädlings mit dem Kerker enden mußte.
Die langatmige und überaus eintönige Abschrift des  Verhörberichts, welche der Sprecher des Markgrafen mir überließ, sagt Folgendes aus:
Der Gaukler Wariv war in Betis von einem dunkelhaarigen großen und herrischen Krieger angeworben worden und etwa fünf Tage lang unterwiesen worden, was er in seiner Vorstellung zu sagen und wie er sich zu verhalten habe.
Außer dem Krieger, der immer als der Oberst bezeichnet worden sei, und einem fies dreinblickenden Piraten mit einem Holzfaß habe er keine höhergestellten Persönlichkeiten während der fünf Tage zu Gesicht bekommen.
Seine Bezahlung, zehn Heligonische Dukaten und zwei gute Burai, habe er zur Hälfte im Voraus erhalten. Die andere Hälfte sei an einem geheimen Ort vergraben, auf einer kleinen Insel im Brazachdelta.
Der Gefangene machte in seiner Zelle einen etwas ermatteten Eindruck, die Strapazen der vergangenen Tage und sein begangenes Unrecht lasten sichtlich schwer auf ihm. Eine weitere Unterredung mit dem Delinquenten schien mir sinnfrei, so doch bereits ein vollständiger Bericht der Obrigkeit vorliegt.
Das weitere Schicksal des Narren und Schergen der Rebellion liegt im Ungewissen, für erste dürfte eine weitere große Gefahr für Heligonia in den Kerkern des gütigen und weisen Markgrafen Kalveram hinter Schloß und Riegel sein.

Jarub Schrabulow, fahrender Sänger und Schreiber

Der machet mer he

Einer hot onsern Schwätznet ombracht. Des kann nur wer gwäse sei vom andern Ufer. Wenn mir den verwischet, schleppet mir ihn en der Wald, da wo er gar net nett isch.
Obendrein behauptet einer vom andern Ufer, er isch der Lowin von Brazfurt. Isch ein Betrüger, ein liedriger. Mir kennet älle Brazfurter.
Dr Schaffnet ond dr Dädinet für älle Brazfurter, au für selles Grasdackele vo Zierdinet

Ritterschlag am Tag des Mosaiks

Am zwölften Tage des 2. Saarka 28 n.A.III wird in Seranhest, Carajon, der Tag des Mosaiks gefeiert. Zu den Feierlichkeiten war auch Baron Herian zugegen, der aufgrund dieser Verpflichtung zu seinem Bedauern nicht auf dem Adelstag in Norrland-Brassach erscheinen konnte.
Den Höhepunkt des diesjährigen Mosaikfestes bildete der Akt des Ritterschlages, welchen Richard von Celvar, der nunmehr sein achtzehntes Lebensjahr vollendet hat, von Baron Herian höchstselbst erhielt. Die Feierlichkeiten mit Musik und Tanz gingen bis tief in die Nacht hinein.

Die Gesellschaft der Tour von HeligoniaTM  (GTH) gibt bekannt:

Bald also ist es soweit. Die 1. Offizielle Tour von HeligoniaTM wird in Ankur ihren furiosen Verlauf beginnen. Der mittlerweile amtliche Streckenverlauf erstreckt sich über ca. 2000 sagenhafte und abenteuerliche Heligonische Meilen voller Panoramablicke und Schikanen, die jedem Wagen das Letzte abverlangen werden. Die 16 Etappen, die jeweils zwischen 1-2 Wochen dauern werden, sind wie folgt: 

Ankur - Escandra - Tarnam - Serhanest - Tabruck - Turmberg - Darbor - Guldenstein - Waldroden - Sethnara - Jarun - Sarniant - Croithnona - Yllmar - Torpstein - Jolberg - Pogelsweiler - Betis

Die GTH behält sich allerdings kurzfristige Änderungen des Tourverlaufs vor. Die 1-2 Wochen sind keine Fahrtzeit, sondern der Zeitraum bis zum Beginn der nächsten Etappe. Die Wartezeit kann von den Teams zum Ausruhen und Reparieren der Fahrzeuge genutzt werden.
Folgende selbständige Unternehmen, Privatleute und Gesellschaften schicken als Sponsor eines der dreizehn waghalsigen Teams ins Rennen, die an der Tour von HeligoniaTM teilnehmen werden: 

Bertram Borkhäuser und Söhne,  ein Holzfäller-Betrieb aus Sethnara
Der Phönix, ein Etablissement in Betis
Die Freie Universitas zu Cambrück mit dem Camwasser Achter, einer  Rudermannschaft
Ein bisher unbekannter Sponsor aus Flaitney  mit dem Team McDonough 
Wulfensteins Wollweber Gilde mit  Wulfensteins Waghalsigen Wagenlenkern
Die Gilde der Gold- und Silberschmiede von Jarun mit Jaruns Hazardeuren 
Der Jolbrucker Kurzwarenhändler Fran Pani mit Fran Panis Büttelmännern
Theudebert Drahtzieher, das  bekannte Aurazithdrahtimperium aus Tlamana
Das Handelshaus Sägebrecht aus Ankur
Die Herzöglich-Ostarische Emaranseeflotte
Ladislaus Schwartz aus Betis 
Die Academia rei Praeheliotica zu Idyllie in Tlamana
Die Jolberger Schädelspalter Distillerie zu Wiesloch in Jolberg

Wir sind schon jetzt gespannt, welches Team sich als zugleich rasant, ausdauernd und vorausschauend erweisen und die Tour gewinnen wird!

Die wichtigsten Punkte des Reglements sind wie folgt: 

  • Es werden die Zeitunterschiede des Eintreffens der Teams am Etappenziel miteinander verrechnet. So ergibt sich am Ende ein Gesamt-Zeitunterschied, welcher für das Endergebnis ausschlaggebend ist.
  • Die Wägen starten immer auf dem Startplatz ihres Eintreffens am Etappenziel.
  • Pausen, die zwischen den Etappenzielen eingelegt werden zählen zur Fahrtzeit hinzu.
  • Nur die angemeldeten acht Pferde dürfen auf der Tour verwendet werden.
  • Das Team darf nicht während der Tour um weitere Personen ergänzt werden. 
  • Eine medizinische Behandlung darf nur von Mitgliedern des Teams vorgenommen werden. Teammitglieder und Pferde die von dritten Personen behandelt werden, scheiden von der Teilnahme aus. 
  • Die Chassis des Wagens muß die ganze Tour über verwendet werden und im Ziel ankommen. Ansonsten dürfen während der Tour Reparaturen vorgenommen werden und Ersatzteile eingebaut werden, allerdings nur von Mitgliedern des Teams.
  • Die Anwendung von Magie, Sabotage, Doping und tätlichen Angriffen gegen andere Teams und Kutschen ist untersagt.
  • Eine Zuwiderhandlung gegen das Reglement hat Zeitstrafen oder den Ausschluß von der Tour zur Folge. Eine Bestrafung obliegt dem Ermessen der GTH.
Die Gesellschaft der Tour von HeligoniaTM
Johannes - Marius Weiß,   Vorsitzender Generaldirektor

Besucht Betis! - Zielort der Tour von Heligonia!


 
 

Baronenpaar trennt sich nach zwei Jahren herrlicher Regentschaft

Wie uns soeben von einem am Hofe Falconidaes Bediensteten zugetragen wurde, zog Baronin Isabeau von Falkenhain vor einigen Wochen zu Verwandten in das benachbarte Heligonische Reich. Der Grund hierfür waren wohl politische Indifferenzen und das Auseinanderleben der Regenten. Isabeau erhebt keinen Anspruch auf Land und Güter, und somit ist Baron Navarre von Falkenhain alleiniger Regent der vereinigten Baronie Falkenhain.
Hoffen wir das unser geschätzter Regent mit seinem Beraterstab ebenso weise regieren wird, wie er es mit seiner ehemaligen Gemahlin tat.

Kommen wir nun zu nicht minder wichtigen Themen.
Wir alle wissen um die schlechte Ernte im vergangenen Jahr. Die Kornkammern sind nicht gerade zum Bersten gefüllt, aber es gibt ausreichen Korn für alle - noch. Baron von Falkenhain hat sich nach langen Diskussionen mit seinem Beraterstab und Audienzen mit dem Volke dazu entschieden sich auf den Weg zu einem in der Baronie sich befindlichen Naturheiligtum zu machen, um dort abbitte zu leisten. Schuld am faulen Korn und verendeten Vieh sei, nehme man das Gewäsch der Bauern ernst, niemand anders als der ehemalige Hof-Magus Falkenhains - Nebo Chadnezza. Angeblich hätte er die Äcker nach seinem Tode verflucht, um sich an den Lebenden zu rächen.

Aber es sind nicht die toten Magier, welche die Aufmerksamkeit des Barons, ja sogar der ganzen Baronie auf sich ziehen. Wie dem Baron just vor einigen Tagen zugetragen wurde, will der ausländische Magus-Maestro Descubrir hinter das Geheimnis der Frauen mit den schwarzen Masken kommen. Man munkelt im Dunkeln gar, daß er dies unmittelbar am vermuteten Residenzort der Schwestern der Nacht tun will - nämlich im gefürchteten Purpurwald. Bereits in drei Monden soll es schon soweit sein.
Mit Spannung erwarten wir jetzt schon den Bericht der Reisenden.

Vivat Falconidae
(Aus Falkenhainer Bote)

Wertes Scriptiorium

Nach den unschönen Vorfällen auf dem diesjährigen heligonischen Adelstag in Nordland-Brassach, wollen wir im Namen des Rates der Drei zu Telnaron, dessen zweiten Abgesandten wir sind, Aufklärung betreiben. Aufklärung gegenüber eine in Heliogonia zu Recht beschuldigten Person. Diese Person mit Namen Angelique de Honfleur, ihres Zeichens selbsternannte Führerin der Kopfgeldjägergilde, hat durch schändliche Reden und noch schändlichere Taten Telnarons Ruf und somit die freundschaftliche Bande zwischen unseren beiden Ländern versucht auf das stärkste zu schmälern. Lassen wir es nicht dazu kommen.
Nachforschungen haben ihre Motivation zu oben genannten Taten ans Licht gebracht. Wiedereinmal war die Motivation die gleiche. Eben diese Angelique de Honfleur war der Kopf des Tribunals. Das Tribunal, ein Haufen verbrecherischer Subjekten die unter dem Deckmantel der Kopfgeldjägergilde versuchten Telnaron in Bürgerkrieg und Umsturz zu stürzen. Wollten sie doch die Aristokratie und somit den Rat der Drei vernichten. Wir selbst wurden von eben diesem Tribunal mehrfach bedroht. Doch durch Nachforschungen und Geständnisse, dank der Schwarz-Roten Garde konnte dies aufgedeckt und dem hohen telnaronschen Gericht überantwortet werden.
Ihr Anliegen war es Telnaron zu diskreditieren, damit sie bei Unruhen einerseits die ausländische Hilfe für Telnaron lähmen und andererseits Sympathiesanden für ihre Zwecke zu finden. Dies ist zuverlässigen Quellen nach auch in Heligonia gelungen, so das der Rat um Hinweise in dieser Sache bittet, auf das die Mitschuldigen gefunden werden können und ebenfalls der hohen telnaronschen Gerichtsbarkeit übergeben werden können.
All die Verbrechen geständig und voll schuldfähig wurde Angelique de Honfleur Anfang des 2. Monats arretiert und Ende des selbigen Monats auf dem Marktplatz nach einer Gerichtsverhandlung hingerichtet.
Nun da die Sache vom Rat der Drei bereinigt worden ist, wollen wir die Initiative ergreifen und die von obiger genannten Person erfolgten Diskreditierungen entkräften.Telnaron ist mehr den je bestrebt das freundschaftliche Bündnis zu Heligonia zu erhalten und auszubauen.Dank in dieser Sache gilt den ostarischen Botschafter Baron Thioderik von Wälsung zu Buchenfels, der sich selbstlos dieser Sache angenommen hat und so zur Aufklärung führte.
Möge das heligonische Land auf ewig bestehen und möge sein Volk dort glücklich und in Reichtum leben.
Im Namen des Rates der Drei zu Telnaron
Marquis Consilleur Nial-Luc Roen de Coligny
Zweiter Abgesandter des Rates der Drei zu Telnaron

 

Will Regent Aga Gloozi ben Noën von Tikon heiraten?

Ausschnitt aus dem Aturianischen Tageblatt, 56. Jahrgang, Ausgabe 34, Artikel "Maskenball im Hause Lepanto":
"Am Freitagabend nach dem Abendessen - das wie immer virtuos von Maestro Martino, dem unvergleichlichen Chefkoch des Hauses de Lepanto, bereitet wurde - überraschte die tikonische Gesandtschaft mit der Mitteilung, daß der Regent von Tikon, Aga Gloozi ben Noën, sich eine Gemahlin zu erwählen gedenke und deshalb diese Delegation ausgesandt habe, um eine Braut für ihn zu finden. Heiratswillige Damen wie auch interessierte Väter wurden aufgefordert bei den Tikoniern vorstellig zu werden. Welch aufregende Wendung des Abends, waren doch bei diesem Fest mehrere zauberhafte Damen zugegen, die eines tikonischen Regenten durchaus würdig gewesen wären."
Ist Regent Gloozi schon fündig geworden oder wird er sich gar eine heligonische Gemahlin nehmen? Die Redaktion ist gespannt!
 
 

Herzögliche Ostarische Hofgazette

Hafenmeisterei Wasserberg am 30. Tag des Eismondes im Jahre 91 n.d.E.

Heute am späten Vormittag ist das Handelsschiff "Carmet" der Handelsfamilie Feldkorn aus Brüggen stark beschädigt im Wasserberger Hafen eingelaufen. Der Bootsmann teilte dem Hafenmeister folgendes mit: 
"Wir kammen aus Ankur und schafften es leider nicht mehr am gestrigen Abend, vor Einbruch der Dunkelheit noch bis nach Wasserberg zu kommen. So wies uns der Kapitän eine günstig gelegene Stelle, ausserhalb der gängigen Fahrrinne zum Festmachen zu. Für die Nacht wurden Deckwachen eingeteilt, desweiteren an Bug und Heck Positionslaternen entzündet. Während der letzten Wache, kurz vor Morgengrauen, bemerkte einer der Wachhabenden, ist die Laterne am Heck plötzlich erloschen. Während des Versuchs sie wieder zu entzünden wurde unser Schiff plötzlich von hinten gerammt. Als wir wieder auf den Beinen standen, sahen wir uns auch schon den ersten Bewaffneten gegenüber, welche das Schiff schon geentert hatten. Jetzt zahlte es sich wieder einmal aus, daß der Kapitän nur kampferfahrene Leute anheuert. Die Deckwache konnte die ersten Piraten so lange aufhalten, bis die Mannschaft anrücken konnte. Dabei war uns Xurl gnädig gestimmt, denn beim Rammangriff der Piraten riss unsere Verankerung und das Schiff trieb wieder auf den Fluss hinaus, während das gegnerische Schiff so beschädigt wurde, dass es uns nicht sogleich folgen konnte und somit nur wenige und demnach auch unterlegene Piraten auf unser Schiff gelangen konnten. Sie wurden von uns entweder erschlagen und wieder ins Wasser geworfen oder sprangen üchtend selbst hinein, wo sie dann ein paar von uns mit ihren Bögen beschossen und zu Xurl schickten. Der Kapitän wies die Mannschaft an, die Ruderbänke zu besetzen, um schnellst möglich die Piraten hinter uns zu lassen. Mit Schrecken 
mussten wir feststellen, daß das Piratenschiff bewaffnet war, denn schon ging der erste Schauer Steine, welcher bestimmt von einem kleinen Katapult abgeschossen wurden, auf dem Schiff nieder. Dabei ist der Kapitän schwer am Kopf getroffen worden und ging zu Boden. Jetzt übernahm ich das Kommando und befahl den Kapitän zu bergen und zu versorgen, desweiteren sollte die Mannschaft in Deckung gehen. Vier Mann sollten die Abdeckplatte von der Ladeluke nehmen und damit als Schutzdach mit mir ans Steuerruder kommen, um einigermassen sicher in die Hauptströmung in die Mitte des Flusses zu gelangen. Am Ruder angelangt, musste ich doch leider feststellen, daß dieses durch den Rammangriff zerstört wurde. Zu dem Zeitpunkt war die Angst groß an Bord. Steuerlos in dunkler Nacht den Fluss runter zu treiben, ohne die Möglichkeit zu Rudern, um wenigstens das Schiff gerade in der Strömung zu halten, gefahrlaufend auf einer Sandbank aufzusetzen oder von irgend welchen Felsen aufgeschlitzt zu werden, jeden Moment damit rechnend, erneut von den Piraten angegriffen zu werden. So sah ich auch alsbald das Piratenschiff wieder näher kommen. Sie ruderten auf uns zu und ich zählte darauf, daß sie ihr Catapult nicht mehr auf uns abfeuern würden. Deshalb ging ich das Risiko ein und gab Anweisung die Ruderbänke wieder zu besetzen. Und die Mannschaft ruderte wie noch nie zuvor und der Abstand wuchs wieder zusehens. Doch dann, mir fuhr die Angst um uns in das Gebein, hörte ich es wieder Pfeifen und sah zu meinen Entsetzen eine erneute Ladung Gesteinsbrocken im Anflug auf uns. Mit lautem Platschen gingen die Geschosse kurz hinter uns hernieder. Dieses Geräusch, und damit das Wissen um unsere gelungene Flucht, hob die Stimmung 
wieder beträchtlich. Die Piraten blieben immer weiter zurück, es sah so aus als würden sie von einer weiteren Verfolgung absehen.
Dann ca. zwei Meilen vor Wasserberg, von den Piraten sah ich schon nichts mehr, ließ, vor lauter Freude über unsere Rettung, unsere Aufmerksamkeit nach und wir setzten zu allem Überfluss doch noch auf einer Sandbank auf. Da standen wir nun, zuvor gerade noch in Hochstimmung und jetzt mit betretenen Gesichtern in totaler Hoffnungslosigkeit. Die Mannschaft erging sich in Fluchen, Klagen, gegenseitigen Schuldzuweisungen, stierem Blicken Richtung flussauf oder beten. Nur wenige fassten ihre Waffe fester, entschlossen ihr eigenes und das Leben ihrer Kameraden so teuer wie möglich zu verkaufen. Ich selbst stand noch am Ruder, Gebete an die Viere sendend und schaute gebannt dorthin wo bald die Piraten auftauchen mussten. Die Minuten zogen sich wie Stunden dahin, der Morgen wurde klar und hell. Allmälich fiel die Spannung von mir ab, jetzt würden sie nicht mehr kommen. Ich befahl der Mannschaft sich zu beruhigen, die Verletzten zu versorgen und mir einen Bericht über die Schwere der Schäden am Schiff durch den Angriff und die jetzige Havarie zukommen zu lassen. In der Zeit ging ich, um nach den Kapitän zu sehen. Sein Zustand war kritisch, er war immer noch ohne Bewusstsein, auch war die Blutung der Kopfwunde noch nicht ganz gestillt, trotzdem sprach ich dem Schiffskoch, der ihn betreute und mir einen hilfesuchenden Blick entgegen warf, meinen Dank und Bewunderung aus, daß er es so gut hinbekommen hatte. Er wirkte gleich erleichterter und meinte, manche Kräuter in seiner Kombüse seien nicht nur zum Würzen geeignet. Somit machte ich mich wieder auf an Deck. Schon bevor ich nach draussen treten konnte, kam mir der Maat entgegen, mit einem Grinsen übers gesammte Gesicht. Zwei Fischkutter sind angekommen. Voll besetzt durch jeweils einen Teil unserer Mannschaft, gelang es ihnen, uns frei und in den Hafen zu schleppen".

Ankur feiert den Geburtstag des Herzogs

Als freundlichen und kräftigen Knaben erlebte die Hauptstadt des Herzogtums den kleinen Angilbert Uriel, der zum Anlaß seines fünften Geburtstages am 12. Tag des  Saatmondes in einem Prunkwagen durch die Straßen gefahren wurde. Lächelnd und huldvoll dem Volk zuwinkend, saß der Herzog an der Seite seiner Großmutter, der Regentin, begleitet von einer Abteilung aus Leibgarde und Seesoldaten, die alle in Paradeuniformen gekleidet, zu den Klängen von W. A. Mordshardts Herzogenmarsch ritten oder einherschritten. Der Zug hielt am Augustinusdom, wo Regentin Walluma in einer nachdenklichen Rede Ostariens bewegte Vergangenheit Revue passieren ließ, dann aber ihren Stolz über die neue Einheit und Stärke, sowie die guten Beziehungen zu den Nachbarn zum Ausdruck brachte und dem Geburtstagskind eine ruhmreiche Herrschaft und eine glückvolles Leben wünschte. Noch während das Volk seine Zustimmung durch Jubelrufe bekundete und den Herzog hochleben ließ, ließ der Knabe durch einen Wink im Volk Gebäck und andere Leckereien verteilen und eröffnete schließlich die Feierlichkeiten, welche zum Geburtstag des Herzogs jedes abgehalten werden und welche traditionsgemäß mit dem "Dombrot" beginnen. Danach begnadigte Seine Erlaucht, Angilbert I., zur Feier des Tages 9 Häftlinge, alles Männer und Frauen, die sich in den Fallstricken der zahlreichen Verordnungen und Regeln der Bürokratie verfangen hatten. Der Herzog selbst feierte im Kreise vieler Adliger und anderer Amtsinhaber, welche zu diesem Anlaß eigens angereist waren. So wünschen auch wir Seiner Erlaucht alles Gute und den Segen des Einen für Seine und Ostariens Zukunft. 

Ältestes bekanntes Musikinstrument entdeckt

Die neue Grabungssaison auf der Dombauinsel im Jolborn begann sogleich mit einer Sensation. In der bislang entdeckten Pruzzensiedlung brachten die eifrigen Archäologen unter der Leitung Magister Ansgar Güldentalers, unweit der Fundstelle des bereits rekonstruierten Kultgefäßes (Die Hofgazette berichtete.), eine besondere Kostbarkeit aus der Vergangenheit zum Vorschein. Die aus einem durchbohrten Garstbockknochen bestehende Flöte, welche sich durch sieben Öffnungen zur Variation der Tonhöhe auszeichnet ist das vermutlich älteste bereits entdeckte Musikinstrument Heligonias. Aber auch aus anderem Grunde ist dieser Fund äußerst interessant. "Wir können daraus weitergehend und im Zusammenhang mit der damaligen Verbreitung des Garstwildes, das ja erst in jüngerer Zeit in das gleichnamige Mittelgebirge zurückgedrängt wurde, auch Schlüsse über Handelsbeziehungen und die Größe des Pruzzischen Jagdgebietes ziehen." Erklärte Magister Güldentaler. "Auch wird sich eventuell die Möglichkeit zur Rekonstruktion Altpruzzischer Musik bieten." Bleibt nur abzuwarten, welche Sensationen die alten Pruzzen in Zukunft noch auf Lager haben. 

Interesse an alten Musikinstrumenten?
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Kein Problem!

Ostarien dankt Betis

Dank der großartigen Spenden (aus dem Benefiz-Utzganspiel Sturm Betis vs. Herzöglich-Ostarische Marine Mannschaft), welche die Ostarische Marine aus Betis erhalten hatte, um den Verlust des Kriegschiffes Sirium Silverhorn auszugleichen, lief im Mond der Besinnung Verstärkung für die Flotten des Herzogtums in Form von zwei Fahrzeugen der Herzog-Uriel-Klasse vom Stapel. Die Sirium Silverhorn II wird anstelle ihrer Vorgängerin im Stützpunkt Brüggen ihren Dienst aufnehmen. Die Jolseelilie erhielt zu Ehren der Freunde aus der Perle am Brazachdelta ihren Namen und wird der Kolonialflotte zugewiesen. Dort soll das Schiff unter anderem dazu dienen, den Schutz der Reisenden aus Betis, die auf dem Herzog-Uriel-II.-Atoll Urlaub machen wollen, zu gewährleisten. Ritter und Ehrenkapitän Ramon Maria Canonero, der als Botschafter der Freundschaft persönlich nach Ankur reiste, um das Geschenk dem Kommandanten der Brazachflotte, Admiral Winderon von Norderstedt, zu überreichen, wurde von der Admiralität als Ehrengast bewirtet und zu einer Besichtigung des Ankurer Kriegshafens eingeladen. 
 
 

Bazaar Darians

Graf Dedekien - mächtiger und alleiniger Herrscher über das prächtige Volk der Darianer - präsentierte sich auch wieder am ersten Tage des 1. Poënamondes auf dem Balkon seines Schlosses am Redonsplatz in Darbor. Neben dem beliebten Monarchen standen einige Mitglieder der bekannten Händlerfamilie AyBytan, die der tosenden Menge zuwinkten. Inmitten des frenetischen Jubels erhob Graf Dedekien die Stimme und verkündete folgende Worte:

"Geliebtes Volk!"

Es ist Uns immer wieder von Neuem eine Freude Unsere Freunde und diejenigen, welche in Unserer Gunst stehen, zu ehren und zu beschenken. Doch nicht jeder, dem Wir eine solche Ehrung zu Teil werden ließen, hat sich dieser auch als würdig erwiesen. So setzten Wir Unser Vertrauen in das Fürstentum Thal, und gestatteten in Unserer Gnade Unseren Nachbarn, eine Botschaft in Darian zu eröffnen. Eben jenes Fürstentum nun behauptete unlängst durch heldenhaften Einsatz, die fürstliche Prinzessin aus den Klauen eines Rebellen errettet zu haben. Jedoch haben Wir untrügliche Hinweise darauf, daß die Prinzessin keineswegs errettet, sondern von Ihren Entführern in einem standesgemäßen Schiff offen und in allen Ehren ausgeliefert wurde. Nun frage ich Euch, mein Volk: Kann man Leuten vertrauen, die solch unwahre Geschichten verbreiten? Fürst Bartha, Darian erwartet von Euch einen Vertrauensbeweis! 
Aber es gibt auch Menschen, die Unsere Gunst im höchsten Maße verdient haben. Auf dem Adelstage haben wir auch dem letzten Zweifler bewiesen, dass unsere geliebte Heimat, das schöne Darian, die Wiege der Kultur ist. Endlich durften auch die Menschen, die im Norden ihr Dasein fristen müssen, an der Schönheit und Pracht unserer Kunst teilhaben. Mit ihren schönen, anmutigen Körpern, ihrem lieblichen Gesang und wunderbarem Spiel zogen diese hervorragenden Landleute (seine Blick streift die Mitglieder der Familie AyBytan)  die Zuschauer am Adelstage zu Norrland-Brassach in ihren Bann.  Mit ihrem Können haben sie sich nicht nur selbst Ruhm und Ehre erworben, sondern ganz Darian erstrahlt in diesem Glanze. Daher sollen ihre Verdienste mit eben dieser Großzügigkeit belohnt werden, für die Wir bekannt sind. So vernehmet, meine geliebten Untertanen, dass jenen Künstlern, die das Entzücken ganz Heligonias hervorgerufen haben, fortan ein sorgenfreies Leben zuteil werden soll. Sie sollen in der ganzen Grafschaft geachtet und geehrt werden."
Graf Dedekien trat einen Schritt zurück, damit die Familie AyBytan nochmals vom Volke stürmische Beifallsbekundigungen entgegen nehmen konnte. Da die Forderungen nach einem Lied nicht abbrechen wollte, ließen sich die AyBytans zu einem spontanen Auftritt überreden. Dieser wurde nach darianischer Sitte zu einer Feier, an der die ganze Stadt teilhatte ausgedehnt und  endete erst in den frühen Morgenstunden. 
Die frohe Botschaft wurde wie gewohnt noch am selben Tag von den Verkündigungstürmen in der ganzen Grafschaft verbreitet.

Familie AyBytan eröffnet Handelskontor in Aturien

Der allseits bekannte Händlerfamilie AyBytan ist es nach eigenem Vernehmen gelungen, die Grundlagen zur Eröffnung eines neuen Handelskontors in der Hauptstadt Aturiens zu schaffen. Das Haus soll direkt am Hafen von Caldaron liegen und so durch die exzellente Lage einen florierenden Handel garantieren. 
Beflügelt von den Erfolgen am diesjährigen heligonischen Adelstag in Norrland-Brassach wagte die Familie einen Vorstoß in ausländische Reiche. Die von Pecunia AyBytan überaus geschickt geführten Verhandlungsgespräche erschlossen für die Familie einen neuen Markt in der größten und wichtigsten Stadt des Königreichs Aturien.  Mit allen Vollmachten des Grafen Dedekien ausgestattet, konnte Pecunia sofort die Zusage machen, dass auch Aturien ein Haus am Hafen von Darbor zur Eröffnung eines aturianischen Handelskontors erhalten soll. 
Die Anwesenheit im befreundeten Königreich nutzte Pecunia AyBytan zu einer Visite bei der Botschafterin Heligonias. Sie wurde von der darianischen Landsmännin Halima von Nordaron herzlich empfangen und die beiden führten ein langes,  vertrauliches Gespräch. 
Sofort nach ihrer Rückkehr in Heligonia brach Pecunia nach Betis auf, um sich dort mit Mitgliedern der führenden Händelsfamilien der großartigen freien Reichsstadt zu treffen.
 
 

Der Trommler - freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach

Der große Heligonische Adelstag in Norrland-Brassach - ein Augenzeugenbericht

Hochgeschätzte Leserschaft des Heliosboten, all jene, denen es nicht möglich war, zum Adelstag nach Tarnam in die Markgrafschaft zu reisen, seien in den folgenden Zeilen die Möglichkeiten geboten, sich doch noch ein wenig über die Geschehnisse und Besonderheiten in Kenntnis zu setzen, wie ich sie selbst noch in Erinnerung habe.
Meine Wenigkeit reiste in der vortrefflichen Begleitung ihrer Hochwohlgeboren, Baronin Leabell von Tlamana, an, in deren wundervollen Baronie ich seit einigen Monden die Ehre habe, meinen Markgrafen als Sonderemissär zu vertreten. Da ich also inzwischen eine beträchtliche Weile in der Ferne weilte, pochte mir mein Herz gar freudig bis zum Halse, sollte ich doch nach so langer Zeit endlich wieder einmal die Heimat, den Markgrafen, Tarnam und meine geliebte Frau samt Kindern erblicken. Und dies im Schatten der drei großen Festlichkeiten: Die Feierlichkeiten um das fünfzigste Jahr, in welchem sich das ‚alte' Brassach zum Ceridentum bekannte, das Jubiläum zum zweijährigen Bestehen unserer schönen Markgrafschaft und natürlich die Ausrichtung des Heligonischen Adelstages.
Als wir nun spät in der Nacht unser Ziel, die Feste Tarnam, erreichten, kam ich wahrhaftig aus dem Staunen kaum mehr heraus, denn obwohl in Norrland-Brassach, wie landläufig sicherlich bekannt ist, der Kriegsadel herrscht, verstand man es dort doch, zu Ehren des Adelstages, die wehrhafte Burg in ihr festlichstes Gewand zu hüllen. Wie eine Perle in einer Krone thronte sie im östlichsten Felsausläufer der Hohenmark. Wimpel und kleine Flaggen an allen Orten zierte die sonst eher schlichte Burg. Farbenfroh war auch der markgräfliche Empfangssaal geschmückt, in dem zahlreiche Banner und Fahnen der Gäste von deren Anwesenheit kündeten. Neben denen des heligonischen Hochadels, fand ich auch allerhand Standarten ausländischer, und mir gar fremder, Königreiche.
Das muntere Ding in meiner Brust frohlockte, als endlich Baronin Leabell von Tlamana, in deren Gesellschaft ich mich immer noch befand, empfangen wurde. Als seine Hochgeboren, Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, nebst Gattin, Markgräfin Lenia, mich erkannten begrüßten sie mich freundlich und wechselten, vor allen anderen Gästen, einige kurze Worte mit mir. Ich gewahrte auch das freundliche Zunicken Baron Hagens von Grauburg, der neben seiner liebreizenden Anvermählten, der Baronin Sophia von Grauburg, stand. Auch dem prüfenden Blick des Ordensmarschalls, Hadebrand von Grauburg, hielt ich Stand.
Es hieß nicht lange warten, da hielt mein Herr als Gastgeber die offizielle Begrüßungsrede, welche, wie nicht anders zu erwarten, in ihrer Gänze nichts zu wünschen übrig ließ. Seine Hochgeboren betonte darin besonders seine Freude über die glückliche Befreiung der Prinzessin von Thal, aus den Händen des schändlichen Rebellen Adveri.
Für ungewolltes Amüsement sorgte zuvor der Baron von Tagil, als er sich vehement einer alten brassachischen Tradition zu widersetzen versuchte, den Thronsaale nicht mit einem Schwert zu betreten. Ein uralter Brauch, den der Vogt zu Ostramünd, Wendlor von Tarin, auf Geheiß des Markgrafen durchzusetzen gedachte. Wendlor, der sich redlich bemühte, ward aber ob der Widerborstigkeit des Lords hilflos und nahe der Verzweiflung. So nahm sich dann der Markgraf, den man warten ließ, in aller Öffentlichkeit der Sache an - der darauffolgende Dialog wird uns allen wohl ewig unvergessen bleiben ... Anders als Lord McPhee gaben selbst die Fürsten aus fernen Ländern freizügig und ohne großes Wenn und Aber ihre Schwerter in die vertrauensvollen Hände der norrland-brassachischen Hofgarde. Im Nachhinein ließ mich mein Markgraf wissen, daß sich der Baron von Tagil in einem Gespräch unter vier Augen für sein Verhalten entschuldigt hatte.

Nach der Begrüßung der zahlreichen angereisten Gäste und der Darreichung einer Erfrischung konnte mit einem ersten Festtagspunkt, dem Gelehrtenwettstreit, zügig begonnen werden. Während dieses "Turniers des Geistes" überraschten die vielen findigen Meister mit ihren zahlreichen interessanten und auch überaus nützlichen Apparaten. So gelang es dem listigen Markgrafen sogleich, die Nutzungsrechte für den sogenannten "Winkelparallelographen" des Erfinders Hannes Reichenbach zu sichern. Das Gerät erlaubt es maßstabsgetreue Zeichnungen von großen, wie kleinen Objekten anzufertigen - ein Gewinn für die praktische Wissenschaft und insbesondere im Bollwerks- oder Schiffsbau eine echte Hilfe! Es war nicht weiter verwunderlich, dass die Jury Meister Reichenbach, neben einem anderen Erfinder, zum Sieger des Wettkampfes erkoren. Der andere Herr, dessen Name ich leider nirgends verzeichnet fand, ersann eine Kiste, in der heiße Speisen über längere Zeit hinweg ihre Temperatur beibehielten. Ja, auch diese Erfindung wurde, wie ich meine, zu Recht zu einem weiteren Sieger erwählt.
Am nächsten Tage wurde am frühen Mittag ein Sänftenrennen unter der Schirmherrschaft der betiser Familie Corvese abgehalten, das an Kurzweil und Spannung Erstaunliches zu bieten hatte. Meiner Person oblag es, die Zeit der verschiedenen, für Baronie, Grafschaft oder Fürstentum sowie Stadt angetretenen Mannschaften zu nehmen. Es war für mich dann auch recht überraschend, daß der "Rennhammel aus Drachenhain" den Sieg davontrug. Erreichte dieser lediglich die drittbeste Zeit, so überragte er doch an Wendigkeit die anderen Konkurrenten. Dies beeindruckte die allesamt weibliche Jury, angeführt von ihrer Hochgeboren, Lenia von Norrland-Brassach. Siegerpreis war ein echtes Jantiff-Gilvenlohe-Gemälde, in dem sich der Künstler aus Betis wieder einmal selbst übertraf. 

Am Abend fand nunmehr der Höhepunkt der Feierlichkeiten statt: Die musische Reise durch das Königreich Heligonia. So gaben die einzelnen heligonischen Länder durch Tanz und Spiel Impressionen ihrer reichhaltigen Kultur zum Besten. Das Fürstentum Thal bot höfische Tänze des Hochadels dar, während die Adligen aus Drachenhain kontrastreich Tänze des Hoch- und des Tieflandes aufführten. Norrland-Brassach und Ostarien zeigten gemeinsam den Ceridischen Festtanz sowie die Ostariella. Der Chor der Emaransee-Flotte gab Kostenproben seines Könnens feil. Das Kronland Ligonii brillierte durch ein wundervolles Theaterstück aus der Feder der erfolgreichen Autorin Carina Jännert, das Baronin Leabell von Tlamana inszenieren ließ. Zu guter Letzt überraschte die Grafschaft Darian durch überaus bewegende Sanggeschichten und ungemein beeindruckende Kampftänze. Besonders hervorgehoben sei noch, dass unsere geschätzten Freunde aus dem Reiche Aturien ebenfalls überaus schöne und lustige Hoftänze darboten und nach dem Auftritt die gesammelten Gäste aufriefen, fröhlich mitzutanzen. 
Am späten Abend war es wiederum der Baron von Tagil, der durch das Abhalten einer Viergötterzeremonie ein wenig auffiel, wenn er doch insgesamt wenig Beachtung fand, da "Gäste" aus einem fremden Königreiche viel unerfreulicheres darboten. Dennoch, diese Anmerkung sei mir gestattet, ist es mir als Diplomat nur schwer begreiflich, einen solchen Dienst zu feiern, wenn Gastgeber und Gastland im Sinne des Toleranzgebotes auf eine öffentliche, ceridische Zeremonie verzichteten. Zurück zum wahrlich unerfreulichen Tun, so trugen doch die beiden Gesandtschaften dieses einen Reiches ihren internen Zwist in das norrland-brassachische Haus und besudelten die doch so geglückten Feierlichkeiten durch Mord und Todschlag! Glücklicherweise jedoch vermeldeten die Wachen die sofortige Ergreifung der Übeltäter und so wurde im folgenden vom Markgrafen selbst alles Notwendige veranlaßt, um diesen verdammungswürdigen Vorfall aufzuklären, worauf schlußendlich beide Gesandtschaften dieses Königreiches kurzerhand aus Heligonia verwiesen wurden.
Doch nun wieder zu den schönen Dingen dieses Festes. Für mich persönlich stellte die überraschende Anwesenheit seiner Heiligkeit, Primus Pacellus, einen Höhepunkt dieses Festes dar. Seine Heiligkeit verweilte sogar länger in der Hauptstadt der Markgrafschaft und lies es sich nicht nehmen, im Dom zu Tarnam Messen zu lesen. Allerhand ceridische Gäste aus Ostarien und Drachenhain verweilten aus diesem Grunde sogar länger in Norrland-Brassach. 
Auch wenn dieser Begriff meiner Handschrift trägt, darf ich zu guter Letzt allen Gästen im Namen meines Markgrafen für die erlesenen Gastgeschenke danken. Auch gilt sein ausdrücklicher Dank dem norrland-brassaschischen Hofstaat und der Geistlichkeit, die eifrig und nimmermüde zum Gelingen dieses Festes, welches erstmalig in der Markgrafschaft ausgetragen wurde, maßgeblich beitrugen. Uns allen wird dieser Adelstag wohl ewig in bester Erinnerung haften bleiben. 

Danward von Bastien, markgräflicher Emissär am Hofe zu Tabruk

 

Fürstlicher Thaler Hofchronist

Heligonischer Adelstag in Norrland-Brassach

Es war kalt, bitterkalt. Eilig strebten die Gäste des diesjährigen heligonischen Adelstages der Wärme und Behaglichkeit von Burg Brassach zu.
Bereits kurz nach dem Nachtmahl fanden sich im Vorzimmer des Audienzsaales größere und kleinere Delegationen der heligonischen Fürstentümer und Grafschaften ein. Zudem eine ganze Reihe Abgesandter aus den Nachbarländern Heligonias. Bald war der Raum erfüllt von Stimmengewirr. Neu ankommende wurden von Bekannten und Freunden begrüßt und man fand sich in Gruppen zusammen, um schon einmal allgemeine Höflichkeiten, sowie die neuesten Begebenheiten des In- und Auslandes auszutauschen. Nach und nach folgten die einzelnen Delegationen dem Aufruf des Hofmeisters, Bruder Gisberus, und betraten mehr oder weniger wohlgeordnet den festlich erhellten und geschmückten Thronsaal. Dort wurden jede Gruppe persönlich von den Gastgebern, Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, seiner Gemahlin Lenia von Norrland-Brassach und hochrangigen Adligen der Markgrafschaft, wie Hagen, Baron von Grauburg und Hadebrand von Grauburg, Ordensmarschall der Templer zu Ankur, mit freundlichen Worten begrüßt und willkommen geheißen.
Anschließen bot sich die Möglichkeit, im Saal Platz zu nehmen und den Einzug der übrigen adligen Gäste und Abgesandten zu verfolgen. Dies war vor allem aufgrund der doch recht hohen Anzahl außerheligonischer Gäste von Vorteil. So bestand zumindest die Chance, sich einen Überblick über die verschiedenen Namen und die dazugehörigen Titel zu verschaffen und wer aus welchem Land gekommen war.
Einige der ausländischen Abgesandten wie auch eine Gruppe heligonischer Adliger sollten sich jedoch noch einmal die Regeln des Anstandes und der Sitte ins Gedächtnis rufen, denn ist einfach unhöflich, mit Waffen im Audienzsaal zu erscheinen. Eigene Landessitte hin oder her, als Gast hat sich jeder an die gültigen Regeln des Gastlandes zu halten und diese zu achten. Kurz zuvor wurde sogar vom Vogt von Ostramünd, Wendlor von Tarin, auf Anweisung des Markgrafen, die alte brassachische Tradition propagiert, den Thronsaal OHNE Waffen zu betreten. 
Nachdem der Saal schon recht voll war und im Augenblick keine weiteren Gäste auf ihre Vorstellung warteten, richtete der Markgraf einige begrüßende Worte an die Anwesende und lud schließlich alle zu einem Umtrunk in das Jagdzimmer ein.
Später am Abend bat der Hofmeister alle Interessierten wieder in den Thronsaal, wo nun der Erfinderwettbewerb stattfinden sollte.
Hierbei wurde Erstaunliches und Kurioses aus verschiedenen Fachgebieten präsentiert und eingehend erläutert und die Jury hatte die schwere Aufgabe, zwischen dem Verkleinerungszeichengerät, dem Warmhaltetopf, dem Problemkreis der Problematisten, der Spezialunterwäsche für besondere Tage und weiteren nützlichen Erfindungen einen Sieger auszuwählen. Schließlich wurde einer gefunden, genauer gesagt, zwei, da es einen theoretischen und einen praktischen Preis gab, letzteres war ein Stipendium an der Universität zu Tlamana.
Der Rest des Abends war für Gespräche, gesellige Runden und den Austausch alter und neuer Informationen gedacht, konnte aber auch bereits für Handels- Wirtschafts- und Politikvereinbarungen innerhalb Heligonias und auch der Nachbarländer genutzt werden.
Der nächste Tag schien ebenso sonnig und auch kalt zu werden, wie der vorhergegangenen. Die Kälte machte vor allem den Teilnehmern des um die Mittagszeit angesetzten Sänftenrennens zu schaffen. Daher konnte man die Mannschaften, vor allem die der etwas südlich gelegenen Länder, bei den unterschiedlichsten Aufwärmtechniken beobachten, die zu einem großen Teil darin bestanden, in den beheizten Gängen der Burg zu stehen und immer mal wieder hinauszuschauen, ob das Rennen denn nur losgehen würde.
Schließlich rief Bruder Gisberus alle zusammen, um in einem Rundgang den Parcour zu erläutern, die Jurymitglieder zu wählen und endlich die erste Mannschaft an den Start zu schicken.
Zunächst mußte den Bettlern, dargestellt durch Pfosten, ausgewichen werden, jedoch sollte nicht vergessen werden, einen kleinen Obolus in die bereitgestellten Körbchen zu werfen. Anschließend galt es, in ein bereitgelegtes Kleidungsstück zu schlüpfen und mit Hilfe einer Stange ein an einem Seil befestigter Ring herabzuholen. Weiter ging es durch ein Stangenlabyrinth und über einige Hindernisse bis zum Ziel.
Um den Sieg zu erringen, galt es nicht nur, dies in der kürzesten Zeit zu bewältigen, es gab auch Punkte für Geschicklichkeit, Aussehen, Eleganz, Improvisation und Einfallsreichtum. Diese wurden von der Jury und auch den zahlreichen begeisterten Zuschauern genau verfolgt und mit Beifall oder Spottrufen belohnt.
Nach der Auslosung der Reihenfolge ging die erste Mannschaft, die Angaheymer, an den Start. Sie waren zwar recht schnell, allerdings ließ die Eleganz noch einiges zu wünschen übrig. Davon konnte die Betiser Sänfte wesentlich mehr bieten. Die Thaler Mannschaft meisterte den Parcour mit großem Erfolg, wobei leider beim Anziehen des Kleidungsstücks und beim "Ringstechen" Zeit auf der Strecke blieb. Dafür wurde vor allem die Beinarbeit der Sänftenträger wie auch die Technik beim Erlangen des Ringes mit sehr viel Beifall belohnt.
Nach dem Durchgang der nächsten Mannschaft, die leider auch Zeit verlor, weil die Sänfte in einer Kurve umkippte, mußte das Rennen aufgrund des Mittagsmahls für etwa 2 Stunden unterbrochen werden. Die meisten Zuschauer freuten sich allerdings über eine Pause, um sich aufzuwärmen, blies doch stetig ein eisiger Wind um die Burgmauern.
Bedauerlicherweise konnte ich aufgrund anderer wichtiger Termine das Rennen nicht weiter verfolgen und so unter anderem die Siegermannschaft aus Drachenhain nicht sehen. Doch ich bin sicher, daß alle Mannschaften ihr Bestes gegeben haben und es der Jury bei der Vielfalt der Darbietungen nicht leicht fiel, einen Sieger zu ermitteln. Nach dem Sänftenrennen wurde bereits eifrig für den Abend geprobt und vorbereitet. Fast aus jedem Zimmer konnte man Gesang oder Musik hören und man konnte mit Recht auf das Abendprogramm gespannt sein.
Vor dem Nachtmahl wurde bereits einer der Höhepunkte des Abends präsentiert. Die Compagnia Celosi zeigte das Stück "Neue Helden braucht das Land - Ein Riesen-Theater" von Carina Jännert. Die Gruppe hatte bereits anläßlich des Methfestes auf Burg Rabenhag bewiesen, daß sie es vortrefflich verstand, das Publikum zu unterhalten. Die Erwartungen wurden auch bei diesem Lustspiel mehr als erfüllt. 
Mit viel Witz wurde die Geschichte einer Heldengruppe aus den unterschiedlichsten Landesteilen Heligonias erzählt und ihren Sieg über einen Riesen. 
Die in Reimform gehaltenen Dialoge waren spritzig und trafen den Kern der Sache. Alle Schauspieler zeigten eine hervorragende Leistung und kleinere Aussetzer wurden wohlwollend übersehen, da die Gruppe zum Teil krankheitsbedingt leider nicht in ihrer Orginalbesetzung üben und auftreten konnte. Das Stück, die Autorin und die Darsteller erhielten verdienterweise reichlich und anhaltenden Beifall.
Nach dem Abendmahl und kleineren Umbauarbeiten im Thronsaal verkündete der Hofmeister den Beginn des festlichen Abends, Höhepunkt und Ausklang des diesjährigen Adelstages, ein kultureller, vor allem musikalischer Streifzug durch Heligonia und andere Länder.
Ostarien zeigte seine Darbietungen aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit zusammen mit Norrland-Brassach. Die beiden Tänze waren sehr gut vorgetragen und vor allem der Ermaranseeflottenchor fand bei den Zuhörern großen Anklang.
Drachenhain und Aturien boten jeweils verschiedene typische Landestänze dar und luden anschließen zum Mittanzen ein, wovon rege Gebrauch gemacht wurde.
Waren die Drachenhainer Tänze landestypisch eher emotional und sehr schwungvoll, zeigten die Thaler Adligen höfische Tänze, wie sie im Fürstentum seit vielen Jahren zu feierlichen Anlässen getanzt werden.
Zwischen den beiden Tanzdarbietungen gab Freiherr Ansgar von Beraht ein erfreuliches Ereignis bekannt: seine Verlobung mit Fendra von Aueneck, Freifrau von Grünwalden. 
Darian brachte mit seinen Darbietungen Schwung in den Thronsaal und ließ den Boden beben.
Akrobatik, Tanz, Gesang und Schauspiel, eine bunte Mischung an allem, was man in Darian finden kann wurde von den Mitglieder der großen und mittlerweile über die Grenzen Darians hinaus bekannten Händlerfamilie Ay-Bytan vorgestellt. 
Nach einer kurzen Pause gab es die Möglichkeit, die gezeigten Tänze noch einmal gemeinsam zu tanzen, was auch ausgiebig getan wurde.
Der Ausklang des Abends bildeten gemütliche Runden im Jagdzimmer und verschiedene Gespräche, wobei man immer wieder auf die Darbietungen des Abends und ihre hohe Qualität und ihr Unterhaltungswert zu sprechen kam.
Rundherum ein gelungener Abend hätte nicht noch eine unschöne Sache den Frieden dieser Winternacht gestört. Zwei ausländische Gesandtschaften aus dem selben Land, ich weiß leider nicht mehr, vorher sie kamen, meinten, sich im Burghof prügeln zu müssen und am Ende gab es sogar zwei Tote.
Dieses Verhalten finde ich absolut unpassend und brachte für den Gastgeber und auch die Gäste nur zusätzliche Probleme und Unsicherheiten. Als Gäste in einem fremden Land hat man sich auch als Gast zu benehmen und Streitigkeiten sind im eigenen Land auszutragen, doch leider konnte in den letzten Jahren immer wieder beobachtet werden, daß einige ausländische Gesandtschaften sich einfach nicht daran und an Regeln der Sitte, des Anstandes und des guten Benehmens halten können.
Doch genug davon. Dieses Ereignis soll nicht meine sehr guten Erinnerungen an den Adelstag überschatten.
Die Tage in Norrland-Brassach habe ich sehr genossen und ich werde mich immer wieder gern an den diesjährigen Adelstag zurückdenken. Mein Dank gilt all jenen, die zu einem guten Ablauf und Gelingen des Adelstages beigetragen haben. 
Dem Gastgeber, den Darstellern und allen Adligen und Gästen, die die Adelstagen noch als das sehen, was sie sein sollen: Tage des Austausches, der Anregung, der Gespräche und auch der gemeinsamen Freude an den schönen und unterschiedlichen Dingen, die unser Königreich in seiner ganzen Vielfalt 
zu bieten hat.
Roxana von Beraht, Baronin von Welzen
Die Garde von Thal gibt bekannt :

Generalstab sendet Vertretung für Freiherr Engstirn von Keitz und Cragen

Hochanthen, den 30. Tag der 3. Saarka
Auf Wunsch von Engstirn von Keitz und Cragen, Freiherr von Silberberg, wurde vom Thaler Generalstab ein Offizier entsandt, welcher ihm in nächster Zeit im Ödlandkonflikt vertreten soll. Die Wahl viel auf Oberleutnant Rochus Gentz. Dieser hat sich bereits durch einige Einsätze einen Namen in der Garde von Anthan gemacht, er ist derzeit Stellvertreter von Hauptmann Kilian Weizenkeim. Gentz wurde mit den nötigen Vollmachten ausgestattet und mit zwanzig Mann von Roggenhain aus nach Norden eingeschifft. Wie lange die Vertretung des Freiherrn von Silberberg dauern wird, ist noch ungewiß.
Hartmut Hohlbein
Schreiber der Garde von Thal

Gründung der Universitas zu Cambrück

Nach vielen Monden, ja sogar Jahren der vorbereitenden Gespräche, Planung und Beratung konnte im Fürstentum Thal die Erfüllung eines lange gehegten Traumes gefeiert werden.
Am 24. Tage des dritten Saarkamondes im Jahr 28 n.A. III fand die feierliche Eröffnung der Universitas zu Cambrück statt. Neben den Universitäten in Escandra und Marola öffneten sich nun auch in Thal die Pforten für lernbegierige Scholaren. 
Der Lordkanzler der Universitas, Johannes Vergenhans hatte zahlreiche Einladungen an Adlige und Gelehrte gleichermaßen versandt und aus ganz Heligonia waren Gäste nach Cambrück gekommen, um an der Gründung und Einweihung teilzunehmen.
Bereits frühmorgens summte das ganze Schloß geradezu vor Geschäftigkeit, galt es doch, die letzten Dinge im bereits festlich geschmückten Saal bereitzustellen, an den rechten Platz zu rücken, die Programme auszulegen und die dekorativ in Glasschalen angerichteten Schwimmkerzen zu entzünden. 
Um die 11. Stunde ließ der Lordkanzler die Türen zum Saal öffnen und die Festlichkeiten konnten beginnen. 
Zunächst sprach Freigräfin Arana von Sedomee, Geweihte der Poëna, einen Segen über das Haus, die Universitas und die Gründungsfeierlichkeiten.
Johannes Vergenhans begrüßt alle Anwesenden und brachte seine Freude über die Gründung der Universitas und seine zukünftige Arbeit als deren Lordkanzler zum Ausdruck. 
Nach weiteren Grußworten von Prinz Anselm von Thal und Prinzessin Celia von Thal, die Glückwünsche und Grüße aus dem Fürstenhaus mitgebracht hatten, wurde offiziell die Gründungsurkunde verlesen.
Anschließend erfolgte die Überreichung der Heliosbriefe durch einen Heliosgardisten. Baron Beorric von Welzen und seine Gemahlin Roxana von Beraht übergaben eine Stiftungsurkunde, in der sie als Mäzen für die Facultas Verwaltung und Finanzen eintraten, mit den besten Wünschen an Johannes Vergenhans. Die Facultas Medizin braucht sich ebenfalls, dank der Unterstützung durch Baron Sihran von Tolens, über Geldprobleme keine Gedanken zu machen. 
Bevor es mit den Festvorträgen der einzelnen Facultäten und der Gastredner weiterging, wurden als kleine Erfrischung Thaler Eulenkekse und Saarka-Monde, beides Spezialitäten aus der Fürstlichen Thaler Hofbäckerei, gereicht.
Ein kurzer Rundgang im Geiste über den Campus der Universitas, von Johannes Vergenhans sehr anschaulich vermittelt, stellte den Beginn der Festvorträgen dar, die in ihrer Art und Ausführung unterschiedlicher kaum sein konnten. Es sollte ein Nachmittag werden, in dem das gesprochene Wort im Vordergrund stand, aber durch die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Redner und Themen kam nie Langeweile auf. 
Der Vortrag "Über die Nutzung der Wasserkraft" von Josephina von Drachenhain zum Beispiel wurde von ihr durch zahlreiche Zeichnungen und Abbildungen von Mühlen, Brunnen und Schöpfvorrichtungen sehr gut veranschaulicht und blieb somit nicht nur trockene Theorie, im Gegenteil, es war im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr fließender und erfrischender Beitrag.
Der Einführung in die Heilpflanzenerkennung durch den Dekan der medizinischen Facultas und Professor für Botanik an der Universitas zu Cambrück, Gaius Flaim, fehlte es ebenso nicht an Würze und Praxisbezug. Er teilte uns sehr fachkundig und leicht verständlich mit, wie, wann und wo am besten Heilpflanzen zu sammeln sind und worauf es besonders zu achten gilt.
Zwischen den Vorträgen gab es  immer wieder kleinere Pausen, um die Schlemmereien des Hauses bei einem Glas Wein oder, je nach Geschmack, einem heißen Getränk zu genießen. Wir konnten uns über das eben Gehörte austauschen oder einfach mal an die frische Luft gehen und uns die klare Winterluft um die Nase wehen lassen.
Freiherr Engstirn von Keitz und Cragen kam seiner Aufgabe als Kämmerer und Fachmann für das Finanz- und Steuerwesen nach. Er veranschaulichte den Zuhörern eindrucksvoll die Auswirkungen von Maß- und Steueränderungen für Land und Bevölkerung anhand vieler praktischer Beispiele aus dem Alltag. Fachkundig konnte er die zahlreichen Fragen aus den Reihen der Gelehrten beantworten. 
Um "Die Resonanzen des Menschlichen" ging es anschließend in dem Beitrag von Yurik Yorgentheym, Professor für Erkenntnistheorie an der Universitas zu Cambrück. Er führte aus, daß man durch das genau Betrachten zum Beispiel einer Feder Rückschlüsse auf das Huhn und dessen möglichen Geschmack ziehen könnte. Auch beim Menschen seien diese Resonanzen in der Theorie vorhanden, zum Beispiel zwischen Geschwistern und engeren Verwandten. Die Theorie konnte vermutlich nicht von allen Anwesenden in ihrer ganzen Tiefe erfaßt werden, aber die Ausführungen von Yurik waren sehr interessant und durchaus nachdenkenswert.
Praktisch ging es weiter, als Rasmus Adastrasus, Magister ex Corenis und Inhaber vieler weiterer Titel, über Sinn und Zweck der Forschung sowie deren Wege und Mittel sprach. Er legte dar, daß jeder Gelehrte sich bewußt machen sollte, zur Forschung alle seine Sinne zu benutzen und nicht nur das Offensichtliche, auf den ersten Blick Sichtbare, als die einzige Wahrheit anzunehmen. Besonders blieb mir das Beispiel mit der Kerze im Gedächtnis haften, als er meinte, nur weil eine Kerze außen, oben und unten aus grünem Wachs besteht, gibt dies noch lange nicht die Garantie dafür, daß sie überall, auch innen, so beschaffen ist.
Forschung soll daher sorgfältig geschehen, tiefer gehen und dabei aber den Blick für die Schönheiten und Wunder der Dinge, die erforscht werden, nicht verlieren.
Der vorletzte Beitrag des Nachmittags hob sich sowohl durch sein Thema als auch die Art, wie er gehalten wurde, von den anderen ab. Koldewaith von Hautzenstein, Baron von Luchnar sprach über Wissenschaft und Mythologie der Sterndeutung. Er zeigte dies vor allem am Beispiel des Wintersternbildes der Sanduhr. Die Legende, die sich um die beiden hellsten Sterne dieses Bildes rankt, trug er mit viel Erzählkunst und Emotion vor und wohl jeder im Saal lauschte geradezu andächtig und ließ sich von seinen Worten mittragen in die Welt der Mythen und Legenden. Als die Geschichte endete, war es einige Zeit ganz still im Saal und jeder schien noch die Geschichte nachwirken zu lassen. Ich selbst war von der Geschichte tief bewegt und werde wohl noch oft an sie denken, wenn die Sanduhr am nächtlichen Winterhimmel zu sehen ist. Seine wissenschaftlichen Ausführungen über das Sternbild und den Nachthimmel allgemein zeugten darüber hinaus noch von einer hervorragenden Fachkenntnis und einer großen Leidenschaft für dieses Thema.
Schlußpunkt und auch ein Höhepunkt der Vortragsreihe bildete schließlich die Ausführungen über "Experimentelle Problematistik im Wandel der Zeit" gehalten von Prof. Dr. rer. Prob Pretius Callidus Calluna und Prof. Dr. rer. Prob. Scirpus Illuminates Petasites und ihrer Assistentin Findabair Spinnentöter, die die umfassenden Ausführungen der Vortragenden anschaulich illustrierte und so dem Zuhörer nahebrachte.
Den tieferen Sinn des vorgebrachten Problems sowie die Problemlösung führte bei einigen der Zuhörern zu Verständnisproblemen, aber dies tat den meisterhaft vorgetragenen Problemenlösungsvorschlägen keinen Abbruch und sorgte immer wieder für heitere Momente. Es stellte einen sehr gelungener Abschluß des Nachmittages dar und wurde, wie alle Vorträge, mit reichlichen und wohlverdienten Beifallsbekundungen belohnt.
Die Zeit bis zum Festbankett konnte jeder nach Belieben verbringen und dies wurde auch auf die unterschiedlichste Weise wahrgenommen. Das Festessen selbst zeigte, daß in der Universitas zu Cambrück nicht nur gut geredet, sondern auch sehr gut getafelt werden kann. Die Küche hatte wahre Meisterleistungen vollbracht und die Bedienung bei Tisch war exzellent, immer höflich und bemüht, die Teller niemals leer werden zu lassen. Das Dessert bestand, zur Jahreszeit passend, aus herrlich warmen Bratäpfeln mit schaumiger Vanillesoße und fand, wie das ganze Mahl, großen Anklang bei allen Gästen. Auf die Begebenheiten am Abend möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, dies ist doch wohl eher die Aufgabe der Gelehrten.
Der Universitas zu Cambrück, dem Lordkanzler, allen Lehrmeistern und Dekanen wünsche ich für alle Zeiten den Segen der Vier und weiterhin die Vielfalt, den Ideenreichtum, die Kreativität und die unerschöpfliche Anzahl an Fachgebieten und Themen, wie sie bereits durch die gesamte Einweihungsfeierlichkeit zum Ausdruck kommen konnte.
Wenn dieser Tag als Einstieg, als Beginn vieler Jahre der Lehre und Forschung schon so meisterhaft gelungen ist, bleibt für die Zukunft nur das Beste zu hoffen und zu erwarten.
Roxana von Beraht, Baronin von Welzen

Ansgar von Beraht schwer verletzt

Sethnara, den 25. Tag der 3. Saarka
Gestern ereignete sich an der Camspitze ein folgenschwerer Unfall, bei dem Freiherr Ansgar von Beraht schwer verletzt wurde. Dies geschah bei dem Versuch, das echsenähnliche Wesen in der Camspitze hervorzulocken, um es genauer in Augenschein nehmen zu können. Aus diesem Grund hatte man Köder rund um die Stelle ausgelegt, an welcher das Wesen zuletzt gesichtet wurde, um es hervorzulocken. Freiherr von Beraht war selbst zugegen, um sich ein Bild von dem zu machen, was die Einwohner von Hochwalden seit längerem in Atem hält. Doch kam das Wesen nicht an der vorhergesagten Stelle zum Vorschein. Es schlüpfte nahezu lautlos durch eine Spalte nahe des Eingangs. Leider wurde es viel zu spät entdeckt, so dass eine Flucht aus der Höhle heraus fast nicht mehr möglich war. Es griff die Anwesenden mit immenser Geschwindigkeit und Wendigkeit an. Freiherr von Beraht stand derart unglücklich, das Wesen stürzte sich mit voller Wucht auf ihn. Durch den beherzten Einsatz der anwesenden Gardisten konnte Ansgars Leben gerettet und das Wesen vertrieben werden. Mit starken Verletzungen wurde er sofort nach Sethnara gebracht, wo sich die Medica um ihn kümmerten. Dabei machten die Bisswunden weniger Sorgen als die unerklärlichen Erfrierungen, welcher der Edle von Beraht am ganzen Körper davontrug. Der Gesundheitszustand ist kritisch, eine Besserung bisher nicht in Sicht.
   Am nächsten Morgen, noch vor Morgengrauen, wurde ein Bote nach Cambrück gesandt, um seiner Verlobten, Fendra von Aueneck, sowie seiner Schwester Roxana und Lordkanzler Johannes Vergenhans die traurige Nachricht zu überbringen und sie zur baldigen Anreise zu bewegen. Desweiteren geht ein Aufruf an alle Bürger Heligonias : wer hat von einem solchen Wesen schon einmal gehört und kann weiterhelfen.
Berengar  Abelard, Schreiber derer zu Beraht

Welzen am 28. Tage der 3. Saarka  im Jahre 28 n. A. III

Vor einigen Tagen wurde aus Wulfenstein folgende Nachricht bekanntgegeben:
Baron Beorric von Wulfenstein und Baronin Roxana von Beraht 
werden ihre am 11. Tage der 1. Poëna im Jahre 27 n.A. III geschlossene 
Poëna-Ehe um ein weiteres Jahr verlängern.
Eine große Feier wird jedoch nicht abgehalten.
Da das Paar aus aktuellem Anlaß ohnehin einige Tage in Hochwalden verweilt, soll hier auch ein Besuch des Poëna - Heiligtum stattfinden, um ihren Bund durch eine Poëna - Geweihte erneuern und segnen zu lassen.
Wir wünschen beiden und ihrem Land für alle Zukunft den Segen der Vier.
Rowen Carim
Berichterstatter aus Wulfenstein

Besucht Betis - mit der Werkstatt von Horatio Brock!

Ihr Leut', höret, höret!

Ihre Hochwohlgeboren, Nimue von der Aue, Baronin der Lormark gibt bekannt, dass sie dem Edlen Herrn Guimar de Montaigner, Baron von Lormont die Hand zur Ehe versprochen hat.
Sie wird alsbald nach Lormont aufbrechen und dort ihrem zukünftigen Gemahl zur Seite stehen.
gegeben zu Lorburg am 3. Tag des 1. Poënamondes
Bekanntmachung des Fürsten von Thal:

Höret! Höret!

Item sey dem Volke von Thal und Heligonia kund getan, daß sich Baronin Nimue von Aue am 15.Tage des 1.Poëna im 28. Jahre der Regentschaft unseres Königs Helos Aximistilios des Dritten aufmachte um den Edlen Herrn Guimar de Montaigner, Baron von Lormont zu ehelichen. 
Item sey dem Volke von Thal und Heligonia kund getan, daß sich Baronin Nimue von Aue von Stund an von allen weltlichen Ämtern die sie bekleidete losgesagt hat. Ihr Heliosbrief wurde feierlich an Ritter Edelhardt, seines Zeichens Schwertbruder der Thaler Ritterschaft übergeben. Titel, Lehen und Regale die die Baronin vergab oder vererben könnte sind von Stund an nichtig. 
Item sey dem Volke von Thal und Heligonia kund getan, daß sich die Freie, Nimue von Aue mit lediglich sechs ihrer engsten Vertrauten auf den Weg zur Heligonischen Grenze gemacht hatte, unter diesen befand sich auch das Haupt des Gesanges.
Item sey dem Volke von Thal und Heligonia kund getan, daß sich die Freie, Nimue von Aue bis zur Heligonischen Grenze unter dem Schutz des Fürsten stand, da die Freie keine Befehlsgewalt mehr besitzt. Eine Eskorte des Fürsten sorgte für ihren Schutz.
Item sey dem Volke von Thal und Heligonia kund getan, daß sich die Freie, Nimue von Aue vom Ogedentum und ihrer Berufung durch die Göttin zur Geweihten zugunsten einer nicht ogedischen Heirat losgesagt hat. Ihre Lossprechung wurde durch eine Saarka-Geweihte vorgenommen.
Item sey dem Volke von Thal und Heligonia kund getan, daß von Stund an der Edle Femah von Nebeltal, als Interim aus der fürstliche Camarilla des Fürsten von Thal die Regierungsgeschäfte der Baronie Lormark übernimmt. 

Dies sei hiermit kundgetan.

Gegeben zu Hochanthen im Auftrage seiner Durchlaucht Fürst Bartha von Thal.


Wappen der Universitas Cambrugiensis

 
 

Betiser Tribüne

Betiser Hilfe unerwünscht!

Alle Betiser waren begeistert vom Kriegszug in den Norden um unser Königreich vor den ödländischen Horden zu beschützen. So war es auch für den Betiser Stadtrat selbstverständlich, Unterstützung zu schicken, als darum gebeten wurde. Diplomaten, Rechtsgelehrte sowie Ärzte wurden entsandt, frohen Mutes dem König unter der Führung von Baron Krator von Rebenhain dienen zu dürfen. Umso überraschter waren dann Francis Lettini, Anführer der Betiser Gesandtschaft, und dessen Mitreisende, als sie von Baron Krator zurück nach Betis geschickt wurden. Gerüchten zufolge war es eine persönliche Entscheidung des Barons, auch hieß es, die Ablehnung der Betiser Hilfe habe etwas mit dem ceridischen Glauben Lettinis zu tun. Nach bekannt werden dieser Nachricht waren enttäuschte Stimmen im Großen Rat zu hören. So meinte Berthold Seferin, zugleich Mitglied des Hohen Rates: "Wenn das Gerücht stimmt, dass die Betiser Hilfe wegen des Glaubens unseres Abgesandten abgelehnt wurde, dann ist das ein schwerwiegender diplomatischer Fehlgriff. Denn hat nicht seine Allerdurchlauchtigste Majestät Helos Aximistilius Tertius selbst zur Toleranz aufgerufen? Und ist diese nicht vor allem in einer Zeit, in der das Reich von außen bedroht wird, absolut von Nöten? Wir, und damit spreche ich für ganz Betis, hoffen inständig, dass es andere, vernünftige, Gründe für die Zurückweisung unserer Hilfe gab."

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt
wortgewandte Gastgeber
Die Tour von Heligonia
Sänftenrennen
Adelslexikon
Dozentur der Ökonomik
Tag der Offenbarung
Und was nicht
Heerführer Krator von Rebenhain
zwielichtige Gilden auf dem Adelstag
im Sterben liegende Prinzen
Kanäle außerhalb Betis'

Der Handelsprophet

Tageskurse
Aurazith 1 heligonische Unze 1 Dukaten und 8 Kreuzer
Chison 1 m² 1300 Dukaten
Wein (Rebenhainer, in der Taverne) 1 Kreuzer
Pferd 50 Dukaten

Die unglaubliche Chison-Nachfrage ließ den Kurs um 300 Dukaten pro m² steigen, eine Abflauung ist nicht in Sicht. Dies beeinflusste einmal mehr den Aurazithpreis. Schwierigkeiten haben die Gastwirte zur Zeit in Betis damit, Rebenhainer Traubenblut loszuwerden. Den verärgerten Bürgern (siehe dazu den Artikel "Betiser Hilfe unerwünscht!") schmeckt dieser Wein im Moment nur noch für einen Bruchteil seines eigentlichen Wertes. Der gestiegene Preis für Pferde wird als Vorzeichen der Tour von Heligonia gedeutet, in welcher sich die Tiere von ihrer besten Seite präsentieren können.

Schlägerei in der Mausefalle - Raso Amogatas verletzt

Am ersten Gwontag des ersten Poëna kam es in der "Mausefalle" am Hafen zu einer der üblichen Schlägereien. Unüblich war, dass der bekannte Kunsthändler Raso Amogatas in diese Schlägerei verwickelt war, galt er doch bisher als Mann von Geschmack und Stil. Bei Eintreffen der Wache hatten sich die Gemüter bereits beruhigt, Amogatas lag jedoch mit blutender Nase am Boden und murmelte ununterbrochen Satzfetzen wie "Ist sie weg, ist sie
weg?" und "kein Geschäft". Der Kunsthändler ist letzten Informationen zufolge wieder wohlauf; jedoch hat sein Ruf in der Betiser Gesellschaft stark gelitten. Es bleibt rätselhaft, warum er einen Ort wie die "Mausefalle" aufsuchte. Sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung werden von verschiedenen Seiten belohnt.

Stadtgeschehen

Mit seinem Gassenhauer "Wo ist der Teemon?" wird Harald Schönefonte die Besucher der Fünf-Sonnen-Hotels auf dem Herzog Uriel II unterhalten. Der professionelle Betiser Unterhaltungskünstler nahm eine Offerte der Hotelleitung gerne an.
Pecunia AyBytan wurde vor kurzem beim Betreten des Hauses der Familie Corvese gesehen. Bahnen sich neue Geschäfte mit Darian an?
Ein Satyr wurde vor kurzem in einer Betiser Kneipe gesichtet. Ein wirkliches Fabelwesen oder nur eine Werbemaßnahme für das Lokal?
Glanzvoll war die Präsentation der Sommermode von den abgehenden Studenten der "Akademie der schönen Künste zu Betis". Auch Georg am Armi zeigte sich erstaunt von der vorzüglichen Qualität der Arbeiten: "Erstaunlich!"
Bei der Gründungsfeier der Universität zu Cambrück übergab Vincent Battista Corvese im Namen der Stadt Betis feierlich ein von Jantiff Gilvenlohe angefertigtes Wappen an den Lordkanzler der Universität. Auch der anwesende Dekan der Academia Rei Praeheliotica, Rasmus Adastrasus, erhielt ein solch  meisterliches Werk für die erst vor kurzem in Idyllie gegründete Akademie.
Das Thema dieser Tage war in Betis der heligonische Adelstag:
So hörte man Gerüchte, Prinzessin Syria Jaldis hätte dieses Mal nicht das prächtigste Gewand getragen und aus Wut darüber ihren Hofschneider für die nächsten Jahre in den Kerker stecken lassen! Baron Krator von Rebenhain war anscheinend sehr der Kunst und dem Theater zugetan, insbesondere einer Schaustellerin!

Bürger des Monats

Zum Bürger des Monats wurde der Betiser Uhrmacher Horatio Brock gekürt. Die Jury beurteilte seine Arbeit als herausragend und einmalig in ganz Heligonia. Dies gelte jedoch nicht nur für seine Produkte, sondern auch für die Person Horatio Brock. Besonders die immer wieder bahnbrechenden Erfindungen aus dem Hause Brock konnten die Jury überzeugen. Der Geehrte meinte zu der Auszeichnung sichtlich überrascht: "Ähm, ja, ja. Schön, schön. Das äh ... wunderbar, ja, ja!"

Gunst und Kunst

Was die Heligonier am liebsten hören
  1(1) Wunderkind Bonifazio - "Fröhliche Erleuchtung"
  2(-) Burschenschaftschor der Universität zu Idyllie - "Tlamanamann"
  3(5) Belgabor - "Das heligonische Rätsel"
  4(2) Gesangsverein der Duellsportgruppe Ligonii-Süd - "Handschuée"
  5(-) Harald Schönefonte - "Wo ist der Teemon?"
  6(3) Ostarische Utzgannationalmannschaft - "Utzgan ist unser Leben"
  7(-) Emeranseeflottenchor - "Lied der Emeranseefischer"
  8(4) Die Buß-Brüder - "Beichten, Beichten, Beichten"
  9(6) Barde Grützi - "Nial aus Angaheym"
10(7) Freunde des Utzgan - "Schade, Büttel, alles ist vorbei!"


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Drachenhainer Herold


"Legt ab das Schwert, Lord Angus!" - Baron von Tagil nicht länger Drachenhainer Schwertführer

Lord Angus McPhee, Baron von Tagil gab, auf Geheiß des Fürsten von Drachenhain, das verliehene Schwert des Schwertführers - und damit Amt und Würde des obersten Feldherrn des Landes - an seinen Lehnsherrn zurück.
Leset nun, was erstaunliches sich unlängst auf der Drachentrutz ereignete. Lest, was Augenzeugen, wie der Leibdiener Kuhmundus und der Torwächter Robus, berichteten:

Leibdiener Kuhmundus
"Wie das damals war, als mir der Baron von Tagil so arg den Rock beschmutzte, wollt Ihr wissen? Nun gut, das verhielt sich wahrhaftig so: 
Es war noch nicht ganz die Zeit zum Macciusgeläut, da bekam ich Bescheid, dass der edle Lord Angus endlich auf der Feste angekommen sei und brachte nun, ganz wie mir geheißen, einen Becher von gewürztem Wein, damit sich seine Hochwohlgeboren aus dem grimmigen Hochland daran erwärme. Ich war noch nicht ganz die breite Stiege zum Schreibzimmer des Fürsten, wo ich die beiden erhabenen Herren wusste, hinaufgestiegen, da stürze mir bereits der Baron wutentbrannt entgegen. Ich sagte noch: "Herr, Euer Wein!" Doch er schrie nur: "Mir aus dem Weg!" Und da sah ich diesen wilden Ausdruck in seinen sonst so würdigen Augen und sprang erschreckt auf die Seite, worauf mir aber ein beträchtlicher Teil des heißen Gebräus auf die feine Tunika schwappte. Der Lord bemerkte dies Unglück gar nicht, sondern rauschte nur so an mir vorbei, jagte mit knallenden Absätzen die steinernen Stufen in den Hof hinab, wo er sogleich lautstark nach seinem Pferd verlangte. Das Schlimmste ahnend rannte ich eilends in die Kammer seiner Durchlaucht, dort fand ich, dem-Einen-Lob-und-Dank, den Fürsten gesund am Leib, jedoch mit düsterer Miene, seine dicke Knorpelsuppe löffeln - vor ihm lag das prächtige Schwert des Drachenhainer Schwertführers auf dem Tisch. Nun wusste ich, weshalb Lord Angus diesen Ausdruck in seinen Augen hatte! Ja, so war das..."

Torwächter Robus:
"Ja genau, auch mich wird dieser feurige Blick wohl noch eine Weile verfolgen. Ich sage dir, wie er damals auf uns zugestürmt kam, gerade so, als presche er geradewegs in die erste Reihe einer Schlacht hinein, so grimmig war sein Gesichtsausdruck. Ich kenne seine Hochwohlgeboren schon sehr lange, schließlich haben wir unter ihm damals die unverschämten Angaheymer aus dem Lande gejagt, doch so aufgebracht habe ich den Herrn von Tagil noch nie gesehen! Forill, mein Torkumpan, glaubte sogar Schaum und Geifer im Mundwinkel des Barons aufschäumen gesehen zu haben! Natürlich wagten wir nicht, den Lord und seine Leibgarde an- oder gar aufzuhalten, schließlich wollte er ja nur raus, nicht wahr!"

Was letztendlich im Detail der Grund für die Absetzung des Barons von diesem Posten war, blieb von fürstlicher Seite leider ungenannt. Doch darf wohl, ohne kolossal Spekulieren zu müssen, davon ausgegangen werden, dass Seine Durchlaucht Fürst Waldemar so manchem peinlichen Fauxpas der letzten Zeit mit dieser Maßnahme Rechnung trug. 
So verweigerte sich seine Hochwohlgeboren am unlängst begangenen Adelstage doch vor aller Augen energisch sein Schwert abzulegen - welches jedoch, wie jedermann weiß, die bewaffnete Macht des Fürstentums symbolisiert! Erst das Einschreiten des Markgrafen in dieser Sache brachte den Baron dazu, der guten Sitte wie alle andern folge zuleisten.
Der Verstiegenheiten nicht genug, besaß seine Hochwohlgeboren - dem die Göttin Saarka sehr nahe stehen soll - die Stirn, gerade am 50. Jahrestage der Norrland und Brassachischen Bekennung zum Lichte des Ceridentums, öffentlich den Vieren einen Götterdienst abzuhalten - und das auch noch auf dem Festgelände des hochnoblen Gastgebers! Seine Hochgeboren, Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, durchdrungen vom Geiste des königlichen Toleranzgebotes, gewährte dem Baron auf dessen Anfrage hin zwar diese Bitte, gleichwohl hätte für Lord Angus aber die Absagen aller am Adelstage anwesenden Ogedenbundmitglieder zu diesem Unterfangen, Hinweis genug sein müssen, dass er im Begriffe ist, wahrlich unbotmäßig zu handeln. Selbst seine Heiligkeit der Primus verzichtete, ob der Wahrung des friedlichen Einklangs auf dem Adelstage, auf jegliche offizielle Ansprachen!
Gleich hernach seine Durchlaucht von diesen Eskapaden des Adelstages erfuhr, wurde umgehend eine Eildepesche gen Tarnam entsandt, da in den Augen des Fürsten, dies ungebührliche Verhalten seines Schwertführers, eine ungeheure Provokation an den teuren Freund und Verbündeten darstellte. Der Herr von Drachenhain war, dem Vernehmen nach, nicht bereit, durch einen Baron Angus die gute Beziehung zur Markgrafschaft zu gefährden und entschuldigte sich beim Geschlecht derer zu Norrland-Brassach in jenem Schreiben. Die Antwort aus Tarnam ließ nicht lange auf sich warten, der Markgraf nahm die Entschuldigung ohne weiteres an und bemerkte, dass der Baron von Tagil aber bereits am Adelstage, im Gespräch unter vier Augen, für seine Brüskierungen um Verzeihung bat.
Zu guter Letzt muss dem Baron von Tagil jedoch noch zugute gehalten werden, dass seine Hochwohlgeboren, zwar ein wenig unbeherrscht, aber dennoch wie ein Mann, die Entscheidung seines Lehnsherrn akzeptierte.

25. Tag im Mond der Besinnung, 91 n.d.E.
Ruland vom Kerbelgehr, Schreiber des Fürsten von Drachenhain

Die neue Darian-Oper - Bald exclusiv in Betis!


Überraschender Gewinner bei der Prämierung des Rebenhainer Wein- und Brauchtumsvereines

Wie erst jetzt in Rebenhain bekannt wurde, konnte trotz der Kriegsereignisse auch in diesem Jahr der Goldene Dichterschurz von Pogelsweiler von dem Edlen Rasekorn vom Schinderteich, Vogt zu Störenweiler und Vorsitzender der Jury des Rebenhainer Wein und Brauchtumsvereines überreicht werden. Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten fand die Prämierung allerdings nicht in Pogelsweiler statt. Vielmehr entschied die Jury bereits im Jolberger Feldlager über den Sieger, der anläßlich des Adelstages in Norrland Brassach bereits informell über die Ehrung in Kenntnis gesetzt werden konnte. Es ist kein geringerer als der Magister Rasmus Adastrasus, Hofgelehrter des Barons und Decanus der Universität zu Tlamana. Wie man hört sei der Betroffene von der Entscheidung völlig überrascht worden und könne nur sehr sein Glück fassen, in die Fußstapfen des allerdings unerreichten Erebar vom vollen Krug zu treten.
Die Verleihung des Dichterschurzes soll allerdings erst nach dem Ödlandzug vorgenommen werden, da eine Reise des Vogtes und natürlich seiner Hochwohlgeboren des Barons in die Heimat derzeit nicht möglich ist.
Das Siegergedicht findet sich im Anhang des Heliosboten unter der Rubrik "Tanzbär"
Gegeben auf Burg Freudenfeste im 1. Saarka n. A. III. von mir, 
Wolfher dem Kanzler

Jolbenstein unter neuer Regentschaft

Wie bekannt sein dürfte, konnte Baron Rodar von Jolbenstein bereits im letzten Jahr seine Herrschaft nur über seine Stellvertreter ausüben, da er die meiste Zeit krank darnieder lag. In einer schweren Stunde seines Leidens gab er nun sein Amt mit Zustimmung Fürst Waldemars an seine einzige Tochter weiter, Karelia Jefferindell. Sie hatte den Baron bereits im letzten Jahr unterstützt, war jedoch noch mit dem Abschluß ihrer Studien beschäftigt, die sie an der Jolbenstein-Drachenhainer Hochschule zu Jolbruck und an der ehrwürdigen Universität zu Marola in Sedomee absolvierte. Nun möchte sie sich ganz den Wohl ihrer Baronie widmen. Zu Beginn des zweiten Saarka veranlaßte Rodar von Jolbenstein, daß die Amtsübernahme mit einem großen Fest gefeiert werde. Die neue Baronin, Karelia Jefferindell von Jolbenstein erließ zu diesem Anlaß zwei freie Tage, so daß das ganze Volk ohne Reue feiern konnte. Die Jolbornperle floß in Strömen und Berge von Fischallerlei und  Störlingen, den Eiern der bekannten Fische aus dem Brazachdelta, wurden aufgetischt. Der nun ehemalige Baron Rodar, dem es, den Göttern sei Dank, sichtlich besser ging, sprach von einem der schönsten Tage seines Lebens. Baronin Karelia sprach lediglich ihr Bedauern aus, daß es wegen der kurzfristigen Planung kaum anderen Adligen möglich gewesen sei, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, kündigte jedoch eine weitere, offizielle Feier im Lauf der nächsten Monde an.

Mad'Ruadh-Säugling vermißt

Nach wie vor vermißt wird der Sohn der Ylvi Mad'Ruadh, der inzwischen zehn Monde alt sein muß. Das Kind verschwand im 2. Helios dieses Jahres. Die Suche durch den Clan der Mad'Ruadh und durch den Vater des Kindes, Thyrwald Ragnarsson (Freiherr vom Grünen Fleck, Tlamana) blieb bisher erfolglos; deshalb wenden wir uns auf diesem Weg an die Öffentlichkeit. Jegliche Hinweise auf ein etwa zehn Monate altes männliches Kind unbekannter Herkunft sind willkommen.
Isarma und Koldewaiht von Hautzensteyn - Gallory Lland und Llevin Mad'Ruadh

Spalte zwischen Luchnar und Tatzelfels stabil ?

Die bereits vor einigen Jahren bei einem Erdbeben aufgeklaffte und wieder geschlossene Spalte, die sich vor wenigen Monden wieder geöffnet hatte (der Heliosbote berichtete in Ausgabe 35) erscheint jetzt wieder verschlossen zu sein, allerdings in labilem Zustande. Ob Hinweise weiterer Gelehrter wie Rasmus Adastrasus oder Belgabor halfen, ob Prinzessin Syria Jaldis Unterstürzung bot oder gar die alten Forschungen des mittlerweile verschiedenen Jakob der Wanderer eine Rolle spielten, bleibt unklar. Die Hirten auf luchnischer Seite sowie Grenzvogt Konrad von Trutzberg auf Tatzelfelser Seite werden dem Frieden jedenfalls nicht trauen.

Das Luchnarer Wirrwarr - liegen die Gründe in der Anderswelt?

Wenn es überhaupt noch irgendwelcher Hinweise bedarf, warum Luchnar jeden Mond von neuem Chaos heimgesucht wird, seien dem geneigten Leser hier zwei weitere präsentiert.
Auf der Suche nach Gründen für die rätselhaften Ereignisse in Luchnar scheinen die Druidh weiter ihr Hauptaugenmerk auf die abgelegenen Gegenden des Landes zu legen, insbesondere auf die Moorgebiete, wo alte Siedlungsspuren bekannt sind (der Heliosbote berichtete in Ausgabe 34). Es scheint nach wie vor unklar, ob die Siedlungen vom Moor verschluckt oder aus anderen Gründen verlassen wurden. Die Druidh scheinen inzwischen aber Hilfe von dritter Seite zu akzeptieren. In den untersuchten Gegenden scheinen teils aktuelle, teils aber auch aus alter Überlieferung bekannte, nicht mehr bestehende Verbindungen zur Anderswelt zu liegen.
Der vor einem guten halben Jahr aufgetauchte junge Mann, der verwirrt im Wald aufgefunden wurde, scheint tatsächlich ein Luchner zu sein. Es wurden jedoch Spuren von Magie aus der Anderswelt an ihm gefunden. Er spricht eine sehr merkwürdige Variante des Luchnischen und kennt einige Gegebenheiten des luchnischen Lebens überhaupt nicht, hat jedoch für vieles ein untrügliches Gespür, insbesondere was räumliche Orientierung betrifft.

Aushilfe für Marktstand gesucht
Für die Zeit der Tour de Heligoniatm sind noch Aushilfskräfte für den Stand "Allerlei Leckerei" aus Ligonii gesucht. qualifizierte Fachkräfte melden sich bei Gustor Schmeckel, Backwaren Escandra.


Die "Hochdruidh gegen luchnischen Willen" wird wieder aktiv - Rowaine stellt absurde Forderungen auf der Feste Hautzensteyn

Die Frauensperson Rowaine, anscheinend mit den Würden und Fähigkeiten eines ArdDruidh (Hochdruidh) ausgestattet, ward ohne Ankündigung vorstellig auf der Feste Hautzensteyn, um unverschämte Forderungen an Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron zu Luchnar und an alle Luchner mit ihm zu stellen. Vor den Toren der Feste verkündete sie:
"Das Land Luchnar gehört nicht den luchnischen Clans, wie sie in ihrer Verblendung glauben; es ist vielmehr engstens und untrennbar verbunden mit der Anderswelt und ihren Bewohnern. Diese Bewohner weilen schon weit länger im Hochland als die Menschen, sie haben mehr Wissen, mehr Macht und ältere Rechte. Ihrer ist das Land, namentlich den Alfar. Ihr habt Euch wider die Natur versündigt, indem Ihr Euch anmaßt, Herren zu spielen, statt der einzigen Rolle, die Euch zukommt, nämlich den Alfar zu dienen. Gefehlt haben auch die Druidh, da sie ihre alte Rolle als wahre Mittler der dienenden Menschen zu den Alfar aufgegeben haben und sich gegen diese stellten. Nicht umsonst bin ich ein ArdDruidh, nicht umsonst hat Poëna Euch dieses bestätigt! Habe ich nicht Euch, Koldewaiht, die alte Verbindung zu den Alfar aufs deutlichste klargemacht? Euch, die Ihr die natürliche Ordnung des Landes durch Straßenbauten und die Aufnahme Fremder wie mit Schwertstreichen verwundet? Ihr habt Euch gewehrt und die irregeleiteten Druidh unterstützen Euch darin. Aber ihr seid ein Mensch - Menschen scheinen die alten Mahnungen nicht mehr zu begreifen. Deshalb spreche ich diesmal mit Worten, doch ich mahne nicht mehr, sondern kündige an:
Noch vor Gwarscibor sollt Ihr zu Dienern der Alfar werden. Wenn ihr dies im Guten akzeptiert, soll Euch kein Leid geschehen, auch wenn Euer Leben sich ändern wird. Wenn nicht, so werdet ihr ebenfalls dienen, doch werden Euch die Umstände keine Freude machen und Ihr werdet weniger sein als zuvor."
Die Garde der Feste, die sich auf einen Wink des Barons zunächst zurückgehalten hatte, umzingelte daraufhin Rowaine, doch noch bevor der Kreis geschlossen war, stieg ein kalter Nebel auf und die rätselhafte Hochdruidh verschwand, ehe man sie ergreifen konnte. Luchnar steht noch ratloser da als zuvor.

Werter Herr Koldewaiht!

Verzeiht, dass ich solange nichts mehr von mir hören ließ, aber es ist wenig passiert in den letzten Monaten, worüber es sich zu berichten gelohnt hätte. Wie der Angriff des Stoßtrupps auf den Ritualplatz der Ödländer am Fluß verlaufen ist, habt Ihr sicherlich schon aus erster Hand vernommen. Es waren ja genügend hochrangige Persönlichkeiten dabei, die sich dem Heerzug nicht angeschlossen haben, sondern anschließend zum Adelstag reisten. Nur soviel sollt Ihr wissen: Es war ein Gemetzel, dessen ich mich nicht rühmen werde. Doch genug davon!
Seit wir in der Leomark sind, ist die Lage recht stabil. Die hochrangigen Adligen haben uns zwar alle recht bald verlassen, doch scheint ihre Anwesenheit auch nicht vonnöten zu sein. Wie Ihr sicherlich wisst, wurde anstelle des toten Erendil von Baxentor Samuel von Turlach zum Kommandant der Leomark ernannt. Ich gönne ihm diese Auszeichnung von Herzen, denn er ist ein guter Mensch und ein fähiger Ritter dazu. Dennoch hat es mir einen schmerzhaften Stich versetzt. Zu wissen, dass ich selber nie mehr eine solche Chance erhalten werde, dass ich alles verloren habe - durch meine eigene Schuld.
Ein Brief meines Vaters hat mich erreicht. Er will, dass ich die Schande mit meinem Blut vom Namen der Schwarzensteyns abwasche. Solange dies nicht geschehen sei, habe er nur noch sechs Söhne und keine sieben. Sollte mir dies binnen eines Jahres nicht gelingen, sei es besser für mich, den Tod zu suchen anstatt weiter in Schande zu leben. Seltsamerweise haben mich seine Worte kaum getroffen. Im Stillen gebe ich ihm ja recht. Nur der Gedanke an meine Mutter schmerzt mich. Denn ich weiß, wie sehr sie darunter leiden wird. Gerne würde ich ihr schreiben, aber ich befürchte, dass Vater meine Briefe an sie abfangen wird. Aber vielleicht könntet Ihr ihr ja ausrichten, dass es mir gut geht und dass ich sie liebe. Sie soll sich keine Sorgen machen, sondern auf den Ratschluss der Götter vertrauen. Es wird einen Grund geben für alles, dessen bin ich mir sicher. Seid Euch im Voraus auf alle Fälle meines herzlichen Dankes gewiss!
Zurück zur Leomark: Die Warnungen vor den Tücken eines Winterkrieges haben sich bisher nicht bestätigt. Zwar ist das Ödland tief verschneit und es ist oft recht kalt, insbesondere des nächtens, doch bisher hatten wir nicht mit Nachschubproblemen zu kämpfen. Es schneit recht selten, die Wege sind alle gut befahrbar und wir haben uns mit dem Wetter inzwischen recht gut arrangiert. Oft wollte es mir in den vergangenen Monaten gar scheinen, als gaukele man uns nur etwas vor. Als würde der richtige Winter noch auf sich warten, um endlich mit besonderer Grausamkeit zuzuschlagen. Doch inzwischen ist der erste Mond der Poëna angebrochen, und keiner von uns will jetzt noch an eine solche Möglichkeit glauben, wenn mich auch das ungute Gefühl, dass noch etwas Schreckliches auf uns wartet, nicht verlassen will.
Auch sonst war es recht ruhig in den letzten Monaten. Es wurden regelmäßig Spähtrupps ausgesandt, um über das Vorgehen der Ödländer informiert zu sein. Doch es konnte wenig dabei erfahren werden. Ich selber habe mich den Spähtrupps so oft wie möglich angeschlossen. Zum einen, weil ich immer noch - vielleicht gegen jegliche Vernunft - auf eine Chance hoffe, meinen Namen reinzuwaschen, wie Vater es wünscht. Zum anderen aber auch, um die Unruhe zu bekämpfen, die mich von Tag zu Tag mehr plagt, wenn ich auch nicht weiß, woher sie stammt.
Es kam zu einigen kleineren Scharmützeln, die jedoch nicht der Rede wert waren. Wir hatten kaum Verluste zu verzeichnen. Bei einem dieser Kämpfe wurde ich verletzt, als ich versuchte, Idanwen MadGlass einen Angreifer vom Halse zu schaffen. Die Wunde ist schon lange verheilt und behindert mich kaum noch, doch Idanwen weicht seit diesem Tag bei Kämpfen nicht mehr von meiner Seite. Mir scheint, dass sie das Geschehene als eine Art Ehrenschuld ansieht, die es auszugleichen gilt. Die Sache ist mir unangenehm, da ich befürchte, dass sie dadurch unnötig in Gefahr begibt - meinetwegen. Aber mir scheint, dass es keine Möglichkeit gibt, sie davon abzubringen, ohne ihre Ehre in Frage zu stellen. Insofern ist es mir fast recht, dass sich die Ödländer so wenig blicken lassen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie uns nur so weit beschäftigen, damit wir nicht vergessen, dass wir mit ihnen im Krieg liegen. Damit wir uns in fragwürdiger Sicherheit wiegen, während sie die Zeit nutzen, um sich auf eine große vernichtende Schlacht vorzubereiten. Die Männer fangen schon an, Witze zu reißen: über diesen läppischen Krieg, den sie binnen weniger Monate zu beenden gedenken. Die Furcht, die jeder vor den geheimnisvollen Ödlanden hegte, ist schon lang vergessen. Und genau das ist es, was mir Sorgen bereitet.
Aber vielleicht sind daran auch nur die Gerüchte schuld, die in letzter Zeit hier ihre Runde machen. Man munkelt nämlich, dass die Ödländer in der Lage seien, Menschen zu kopieren. Ich selber weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, war ich doch selber oft genug auf Spähtrupp und habe nie einen Hinweis darauf gesehen. Wenn ich auch schon am eigenen Leibe das Misstrauen erfahren habe, das man den zurückkehrenden Spähern in letzter Zeit entgegenbringt. Es ging sogar soweit, dass einer der Luchner von Flannagan verlangte, er solle mich und Idanwen (die ebenfalls bei dem Spähtrupp dabei war) auf unsere Echtheit prüfen. Der Mann hat sich dieses Mal noch durch den Anblick meines Blutes überzeugen lassen, das aus dem Schnitt tropfte, den ich mir daraufhin mit dem Messer beibrachte. Doch ich frage mich, wie lange dies als Beweis noch genügen wird.
Angesichts der allgemeinen Verdächtigungen und des allgegenwärtigen Misstrauens jedem gegenüber, der in letzter auf Spähtrupp war, will mir da eher der Verdacht kommen, die Ödländer selbst haben dieses Gerücht ausgestreut, um unsere Einheit zu untergraben und Zwietracht unter uns zu säen. Dennoch scheint man diese Gerüchte recht ernst zu nehmen. Denn vor wenigen Tagen kam tatsächlich ein Schiff mit Geweihten aus verschiedenen Gegenden Heligonias an, die zusammen mit den vor Ort befindlichen Geweihten die kürzlich zurückgekehrten Späher befragten. Das, was ich bisher über diese Befragungen erfahren konnte, war ebenso nebulös wie die Gerüchte selbst. Dennoch scheinen die Geweihten genau zu wissen, was sie tun. Mich drängt danach, mit ihnen über meine Befürchtungen zu sprechen - auch auf die Gefahr hin, dass ich mich lächerlich mache. Und zudem ist da noch dieser Traum, den ich gestern hatte, und der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Einer der Ödland-Schamanen tauchte darin auf. Ich träumte, dass ich über eine Hügel schlich, um eines ihrer Lager auszukundschaften. Auf dem Hügel angekommen, bemerkte ich mit einem Mal, dass ich mutterseelenallein war. Ein Schauder überlief mich. Erschrocken sah ich mich um, und dann sah ich es: Hinter mir lag mein ganzer Trupp in seinem Blute, niedergemetzelt von den Ödländern.
Unter ihnen stand der Schamane. Er richtete seine brennenden Augen auf mich, als wüsste er genau, dass ich ihn beobachtete. Als wollte er mir bedeuten: "Sieh genau hin!" Dann hob er den Arm und deutete befehlend in meine Richtung. Was dann geschah, lässt mir noch jetzt das Blut in den Adern gefrieren. Denn zu seinen Füßen regte sich einer der blutbesudelten Körper, stand auf und kam mit seltsam abgehackten Schritten auf mich zu. Der Blick der leeren Augen ging durch mich hindurch und bannte mich am Fleck fest, so dass ich kein Glied rühren konnte. Denn auf mich zu kam Idanwen MadGlass, und - Bei den Göttern! - ich hätte schwören können, sie ist tot.
Glaubt mir, ich bin schweißbedeckt erwacht in jenem Augenblick, im letzten Augenblick einen Aufschrei unterdrückend. Seitdem will mich die Erinnerung an den Traum nicht mehr verlassen. Jedes Mal, wenn ich Idanwen sehe, steigt er wieder empor. Aber ich finde nicht den Mut, mit jemandem darüber zu sprechen, aus Angst, man möge mich deswegen verspotten. Schließlich ist mein Ruf ohnehin schon schlecht genug. Aber vielleicht kann ich mich ja einer der Geweihten anvertrauen, ohne mich allzu lächerlich zu machen. Ich werde darüber nachdenken.
Doch nun habe ich euch genug mit meinen Sorgen belästigt. Grüßt Llevin von mir, wenn Ihr in denn seht und fragt ihn, weshalb er sich soviel Zeit lässt, mir nachzukommen. Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir berichten könntet, was sich in der Heimat so abspielt. Hier oben erfährt man kaum etwas an Neuigkeiten. Und vergesst mir auf alle Fälle nicht mitzuteilen, wenn meine Kusine Yolande von Schwarzensteyn ihr Kind zur Welt gebracht hat.
Ich grüße Euch in aufrichtiger Freundschaft!
Arandis

Letzte Neuigkeiten

Im letzten Moment erreichte uns noch eine sehr erfreuliche Nachricht. Am 8. Tag des 1. Poëna erblickte ein neues Leben das Licht Helios'. Die glücklichen Eltern sind Yolande von Schwarzensteyn und Helior von Lichtenstein. Wir wünschen ihnen und ihrem sohn alles erdenklich gute und viel Glück.
 
 

Wegweiser zur Erleuchtung


Seine Heiligkeit, Primus Pacellus, auf Reisen - Neue Ämter in der Heiligen Ceridischen Kirche

Weniger als ein Jahr im höchsten geistlichen Amte auf des Einen Erde, setzte das Oberhaupt der Heiligen Ceridischen Kirche seine Reise durch die ceridischen Ländereien des Königreiches fort. Nachdem Pacellus bereits das Fürstentum Drachenhain besucht hatte, um Fürst Waldemar in seiner bedrückenden Lage Trost zu stiften, zeigte er sich nun als Gast des Markgrafen von Norrland-Brassach auf dem diesjährigen Heligonischen Adelstage auf Burg Brassach. Im Gegensatz zu den meisten Adligen verweilte der Primus länger in der Markgrafschaft. Neben ausführlichen Gesprächen mit der herrschenden Familie füllten Zusammenkünfte mit der Geistlichkeit und dem norrland-brassachischen Adel die rasch vorbeiziehenden Tage. Da man im Sinne des königlichen Toleranzgebots an den offiziellen Festtagen auf ceridische Zeremonien verzichtet hatte, las seine Heiligkeit mehrere Messen im größten Gotteshaus der Markgrafschaft, zu denen die Gläubigen, allem voran die Geistlichkeit und die Brüder der Templer zu Ankur, in den Dom zu Tarnam strömten. In der abendlichen Messe am Gregorstag verkündete Pacellus, daß er mit Zustimmung des Königs und des regierenden, ceridischen Hochadels in Drachenhain, Ligonii, Norrland-Brassach und Ostarien im Fürstentum, im Kronland, in der Markgrafschaft und im Herzogtum einen Bischof einsetzen werde! Der jeweilige Bischof werde vom Rang unter dem Primus, aber über dem Abte stehen! Die vier Bischöfe sollten fortan ihrer Heiligkeit zur Hand gehen, da die Gemeinde der wahren Gläubigen von Monat zu Monat wachse. 
 

Letzte Vorbereitungen zu den Luxariumspielen

Die Vorbereitungen für die jährlichen Luxariumspiele, welche am 25. Tag des Saatmondes in Gunara stattfinden werden, sind nun so gut wie abgeschlossen. Nach dem Hinweis im letzten Boten haben sich zahlreiche gläubige Ceriden gemeldet, und so konnten die Rollen der Jünger aufs Wunderbarste besetzt werden: 
Lucius wird dargestellt von Lembrianus aus Ostarien, die Rolle des Pretorius hat der Pretorusianer Frenetius aus Drachenhain übernommen und Rubenius wird vom Templerbruder Estavus aus Norrland-Brassach gemimt. 
 
 



Der Tanzbär


Das Siegergedicht der Prämierung des goldenen Dichterschurzes von Pogelsweiler

Es war einmal ....

... ein Meister des Arcanan,
Der schreib sich groß auf seine Fahnen,
Daß er ein jegliches Problem
Lösen könnte - sehr bequem.

Und gegen einen kleinen Obolus
Käm' ein jeder in den Genuß
Der Dienste dieses großen Helden
- es taten sich gar viele melden.

Denn es waren - auch dies weiß jedes Kind -
Probleme reichlich und recht geschwind
Hatte nun der gute Mann
Mehr Arbeit, als ihm recht sein kann...

War da nun ein Feuerdrachen -
Ein Eiswind drauf, es war zum lachen.
Oder eine große Flut
Mit Feuer trocknet es sehr gut.

Die Wahl der Mittel zeigt es klar,
Daß unser Held nicht kleinlich war.
Und gegen irgendwelch' Beschweren
Würd' er sich auch ganz sicher wehren

Denn im Vertrag, da stand ganz groß
- wenn auch im Kleingedruckten bloß -
Bei Nicht-Gefallen Geld zurück,
Das gibt es nicht - zu seinem Glück.

So hat sich doch schnell rumgesprochen,
Daß - wenn die großen sich verkrochen -
Die kleinen Probleme große waren,
Und dies meist für die nächsten Jahre.

Denn wo der Drach' den Kampf verloren,
Da war auch gleich die Saat erfrohren
Und wo der Fluß verdampfet war
Die Erde keine Frucht gebar.

So die Auftragslage schwand
Und mit sicherem Verstand
Der Magus erkannte recht schnell das Problem,
Zog sich zurück und ward nimmer mehr gesehn.

     Rasmus Adastrasus

ein spruch halfnet und tschüß


Du sagsch mit 20 hier auf Erdn
Kann aus Dir ja no älles werdn
Doch stirbsch einschd ohne Ruhm ond Ordn
Fast älles bisch halt net gewordn


 
 


Termine

23.03. – 25.03.01  Helicon 17  auf Burg Wildenstein
24.05. – 27.05.01  Helicon 18 im Schwarzhornhaus bei Schwäbisch Gmünd
21.09. – 23.09.01  Helicon 19 am Georgenhof
04.01. – 06.01.01  Helicon 20 Magierconvent in Ambach

Exklusiv auf Seite 50 und 51 zwei Monatsbilder aus dem "ewig währenden Jahrweiser für Heligonia", zu erwerben bei der Schreibstube für 10 Silberlinge solange der Vorrat reicht.

© Copyright Stefan Rampp,  Inés &  Marc Hermann

Berichte von Jochen Brenner, Arnulf Breuer, Henning Frank, Oliver Friese, Deborah Gläser, Inés und Marc Hermann, Petra Jörns, Markus Krieger, Frank Prietz, Benjamin Rampp, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger, Marcel Schwanzer, Markus Siegmund, Markus Spree, Anna Ungureanu und Ellen Weiß
Bilder von Marc Hermann