Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 3. Poëna n.A.III 28

Ausgabe 38


Kronkurier

Tour von HeligoniaTM auf dem Weg durch den Schlangenkamm

Am 14. Tag des 3.Poëna machten sich die Teilnehmer der 1. Offiziellen Tour von HeligoniaTM auf dem Weg von Seranhest in Carajon hin zum aurazithenen Tabruk in Tlamana. Dabei wird den Kutschen alles abverlangt werden! So wird zunächst das „Dach der Welt“, der Schlangenkamm, auf einer eigens von Baron Herian gefertigten Gebirgsstrecke  durchquert werden. Schneestürme, Eiskreaturen und Steinschläge erwarten die wackeren Teilnehmer. Danach gilt es dann die bestgesichertste Grenze Heligonias zu überschreiten. Wir sind in jedem Fall gespannt, wie es den Kutschen hier ergehen wird. Bekanntermaßen gibt es ja zwischen Carajon und Talamana fast keinen Grenzverkehr. Leider sind über den genauen Verlauf dieser Etappe noch keine Neuigkeiten eingetroffen und so beschränken wir uns auf eine Kurzzusammenfassung des bisherigen Verlaufs.

Da die erste Etappe von heftigen Regenfällen und Frühjahrshochwasser geprägt war, setzten sich hier ganz klar die geländegängigen Arbeitsfahrzeuge, wie der Langholzkarren der Mannschaft von Bertram Borkhäuser und Söhne und die Transportkutsche der Mc Donough durch. Die bei trockenem Wetter gefahrene kurze Etappe vom Tarnam nach Escandra ging dann eher an die Teilnehmer mit den Rennkutschen, wie zum Beispiel Jaruns Hazardeure, die eine Art Streitwagen ihr eigen nennen. Bei der dritten, sehr langen Etappe, die bei besten Straßenverhältnissen gefahren wurde, kam es dann am ehesten auf die Ausdauer und stabilen aber leichten Kutschenbau an. Darum setzten sich schlußendlich noch einmal die Borkhäusers, deren Halflingerpferde keinerlei Erschöpfung anmerken ließen, und die beiden Betiser Teams Phoenix und Ladislaus Schwartz mit dem Wagentyp „Betiser Rennkutsche“ durch. Es wird erwartet, daß im Schlangenkamm vor allem die Dartmoorponys der McDonoughs und das erprobte Minentransportfahrzeug von Theudebert Drahtzieher zu wahren Höchstleistungen auffahren. Welches Rezept sich schlußendlich als das beste erweist, ist schwer zu sagen. Zum Beispiel ist nicht damit zu rechnen, daß der schwere Eisenwagen von Fran Panis Büttelmännern jemals auf der Strecke liegenbleiben wird. Wenn alle anderen Pech haben, könnte dieser Wagen als einziger die strapaziöse Tour überstehen. Genauso könnte aber auch die kraftstrotzende schreckliche Kreuzung zwischen Stier und Pferd, welche die Cambrücker ihr Eigen nennen, in der zweiten Tourhälfte voll zur Geltung kommen. Auch Experten können nicht abschätzen, wie sich die Motivationsmöhren von Wulfensteins Waghalsigen Wagenlenkern auf den Verlauf des Rennens auswirken wird.
Die bisherige Bilanz zeugt auf jeden Fall von den Besonderheiten, die nur bei dieser Rennsportveranstaltung zum tragen kommen: Zahlreiche Schäden an Wagen und Einrichtung, mehrere verletzte und ein totes Pferd, ein schwangerer Teilnehmer und ein weiterer, der nach einem Herzinfarkt in die Uni-Klinik zu Escandra eingewiesen werden mußte. Da wir aber noch  ganz am Anfang der Tour von HeligoniaTM stehen, sind wir auf’s äußerste gespannt, wer von den Teams überhaupt am Ende in Betis ankommen wird!
 
 
 

Die Tour auf einen Blick:
Etappenergebnisse Ankur - Tarnam: (Start am 1. Tag des 2. Poëna)
Zeitdifferenz
1 Mc Donough 0
2 Bertram Borkhäuser und Söhne 3 min
3 Jolberger Schädelspalter 17 min 13 sec
4 Ladislaus Schwartz 18 min 40 sec
5 Theudebert Drahtzieher 20 min 16 sec
6 Sägebrecht 24 min 34 sec
7 Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam 31 min 11 sec
8 Büttelmänner 47 min 27 sec
9 Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker 1 h 23 min 21 sec
10 Emaranseeflotte 1 h 39 min 3 sec
11 Freie Universitas zu Cambrück 3h 22 min13 sec
12 Phoenix 4 h 2 min 31 sec
Etappenergebnisse Tarnam - Escandra: (Start am 15. Tag des 2. Poëna) 
Zeitdifferenz
1 Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam 0
2 Theudebert Drahtzieher 2 min 56 sec
3 Phoenix 13 min 29 sec
4 Jolberger Schädelspalter 1 h 19 min 51sec
5 Mc Donough 1 h 52 min 31 sec
6 Bertram Borkhäuser und Söhne 2 h 8 min 30 sec
7 Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker 2 h 45 min 12 sec
8 Emaranseeflotte 3 h 2 min 12 sec
9 Ladislaus Schwartz 4 h 33 min 26 sec
10 Sägebrecht 4 h 50 min 25 sec
11 Büttelmänner 9 h 35 min 23 sec
12 Freie Universitas zu Cambrück 35 h 8 min 35 sec 
Etappenergebnisse Escandra - Seranhest: (Start am 30. Tag des 2. Poëna) 
Zeitdifferenz
1 Bertram Borkhäuser und Söhne 0
2 Ladislaus Schwartz 11 min 36 sec
3 Phoenix 18 min 28 sec
4 Emaranseeflotte 22 min 47 sec
5 Freie Universitas zu Cambrück 45 min 26 sec
6 Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker 45 min 54 sec
7 Büttelmänner 1 h 46 min 34 sec
8 Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam 2 h 7 min 15 sec 
9 Jolberger Schädelspalter 4 h 12 min 39 sec
10 Theudebert Drahtzieher 5 h 31 min 29 sec
11 Sägebrecht 16 h 0 min 53 sec 
12 Mc Donough 19 h 29 min 8 sec
 Gesamtstand nach der 3. Etappe: 
Zeitdifferenz
1 Bertram Borkhäuser und Söhne 0
2 Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam 26 min 56 sec
3 Phoenix 2 h 22 min 48 sec
4 Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker 2 h 42 min 57 sec
5 Ladislaus Schwartz 2 h 52 min 12 sec
6 Emaranseeflotte 3 h 2 min 32 sec
7 Jolberger Schädelspalter 3 h 37 min 23 sec
8 Theudebert Drahtzieher 3 h 43 min 11 sec
9 Büttelmänner 9 h 57 min 54 sec
10 Sägebrecht 19 h 4 min 22 sec
11 Mc Donough 19 h 10 min 9 sec
12 Freie Universitas zu Cambrück 37 h 4 min 44 sec

Bischof Aristius Querquetulanus im Amt bestätigt

Am dritten Tage des Wonnemondes wurde der nur zwei Tage zuvor von seiner Heiligkeit Primus Pacellus ins Amt berufene Bischof Aristius Querquetulanus in Seranhest mit ausgedehnten Feierlichkeiten empfangen.  Die ceridische Bevölkerung erwartete Querquetulanus voller Spannung, schon am Morgen standen die Gläubigen am Wegesrande von den Stadttoren bis zum Domkloster. 
Kurz nach der Mittagsstunde traf der Bischof dann ein und wurde von der Menge begrüßt. Im Dom von Seranhest fand sodann der Empfang durch Baron Herian von Carajon statt. In einer einstündigen Zeremonie, die dem Volke von Seranhest und den herangereisten Ceriden aus Carajon offen stand, wurde Bischof Aristius Querquetulanus in seinem Amt bestätigt. Diese Aufgabe war Baron Herian von Carajon von seiner allerdurchlauchtigsten Majestät, König Aximistilius III übertragen worden. 
Um den Bürgern von Carajon zu demonstrieren, wie er sein Amt zu führen gedenkt, bat Bischof Querquetulanus die Armen und Mittellosen an seine Tafel, um während des anschließenden Bankettes mit ihm zu Speisen. Er hörte bei dieser Gelegenheit die Bitten und Klagen der Beklagenswerten und versprach, ihnen Hilfe angedeihen zu lassen.

Nachwuchs bei der Compagnia Gelosi

Das Rätsel, warum Carina Jännert nicht der Premiere ihres Lustspiels "Neue Helden braucht das Land - ein Riesen-Theater" auf dem diesjährigen Adelstag beiwohnen konnte, wurde endlich gelüftet. Die erfolgreiche Autorin war zu dem Zeitpunkt hochschwanger und aufgrund dessen nicht mehr in der Lage längere Reisen zu unternehmen. Aus diesen Gründen musste auch die angesagte Tournee abgesagt werden. Doch nachdem den Jännerts am 8. Tag des 1. Poëna ein Knäblein geboren wurde, ist die Autorin wieder verfügbar. Trotz Nachwuchs rüstet sich die Compagnia Gelosi nun zu der angesagten Tournee. 
Als eines der Ziele sei Falkenhain genannt.


Nox Perpetua (ehemals "Die Kopfgeldgilde") gibt bekannt:

In der 37. Ausgabe des Heliosboten vom 1. Poëna n.A. III 28 wurden wir für die dunklen Machenschaften, die sich auf dem 5. heligonischen Adelstag zu Norrland Brassach, zutrugen fälschlicherweise verantwortlich gemacht, ohne jegliche Begründung und Beweis. Die telnaronische Regierung, der Rat der Drei, scheint händeringend nach ein paar Sündenböcken zu suchen um sich ihrer eigenen Unfähigkeit zu erwehren. Wir distanzieren uns von jeglichen Ereignissen, die sich auf dem Adelstag zugetragen haben und beteuern hiermit unsere Unschuld.
Diese Distanzierung möchten wir noch zusätzlich durch den Wechsel unseres Namens unterstreichen. Es trifft zwar zu, dass die Gilde zuerst unter der Führung der hingerichteten Angelique de Honfleur stand, die tatsächlich den Rat der Drei stürzen wollte, aber sie hatte nie wirklich Kontrolle über ihre "heligonischen Sympathisanten". Mit ihrem Tod starb auch ihre Führung. Sie obliegt nun uns selbst und wir sind somit nicht mehr in Verbindung zu bringen mit jeglichen politischen Hinterhältigkeiten die die telnaronische Regierung gegen unser Heimatland ausbrütet. Wie der edle Hengst die lästigen Schmeißfliegen mit seinem Schweif verscheucht, so werden wir uns auch in Zukunft keine Beleidigungen vom Rat der Drei gefallen lassen. An dieser Stelle möchten wir auch ein altes luchnisches Sprichwort zitieren und Monsieur Marquis Consilleur Nial-Luc Roen de Coligny ein : "Frog off!" ans Herz legen.
Hochachtungsvoll, das Oberkommando von Nox Perpetua
Der Trommler - freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach

Die Zusammenkunft von Calterac - Dunkelstein und Norrland-Brassach beschließen engere Zusammenarbeit

Die Burg Calterac in der Ballei Feuerbach, dem nord-westlichsten Besitz des Ordens der Templer zu Ankur, war am siebzehnten Tag des Saatmondes einundneunzig nach der Erleuchtung Schauplatz eines besonderen Ereignisses. Im bereits wieder hergerichteten Haupthaus der Burg, die in den frühen Tagen des Ersten Ödlandkrieges von den Wilden schwer zerstört wurde, trafen sich Flavius van Orb, der ehrenwerte Abt von Dunkelstein, und seine Hochgeboren Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, Großmeister der Templer zu Ankur, um gemeinsam über die Verteidigung der Ballei Feuerbach und ihrer besonderen Bedeutung für die Abtei Dunkelstein zu beraten. Dem Treffen in den Überresten der Burg, die nun seit Monaten von den Templern wieder aufgebaut wird, gingen bereits einige Konsultationen der hohen Herren respektive ihrer Vertreter voraus. Seit dem Ceridenkonzil in Carajon im letzten Jahr unterhalten der Abt von Dunkelstein und das Haus Norrland-Brassach freundschaftliche Beziehungen. 
Reist man von Bornstein aus nach Norden, bietet nur noch die Ballei Feuerbach Reisenden auf ihren Weg über den einzigen Paß in Richtung Leomark und Kratorpolis Schutz. Mit dem Wiederaufbau der Burg und dem Verstärken der Verteidigungsanlagen soll nach dem Vorhaben der Baumeister der Templer auch eine Vergrößerung der Burg einhergehen, um eine noch größere Anzahl Soldaten oder aber auch Reisende aufnehmen zu können. Da man in Dunkelstein die Bedeutung dieser in Zukunft sicherlich wichtigen Handelsstraße für die Versorgung der heligonischen Ländereien im Norden erkannt hat, denkt man über einen Ausbau der Straße nach Calterac nach. Dieses Vorhanden stößt auch bei den Templern zu Ankur auf wohlwollende Zustimmung. So könnten sowohl der Abt von Dunkelstein als auch die Templer zu Ankur von einer zunehmenden Nutzung der Handelsstraße profitieren. Vornehmlich auch in den beiden Monaten der Schneeschmelze, wenn von einem Befahren des Jolborns mit dem Schiff abzuraten wäre. 
Zudem sieht sich die Abtei Dunkelstein mit ähnlichen Probleme konfrontiert, über die man sich auch in der Markgrafschaft sorgt: Die Verteidigung der Nordgrenze der Ländereien. So war doch gerade dieser Paß im Ersten Ödlandkrieg das Einfalltor in den westlichen Teil Ostariens. Eine effektive Verteidigung der ‚Pforte zu Dunkelstein und Ostarien' würde in sowohl den Dunkelsteinern als auch den Herzöglichen dienlich sein. Mit großem Einvernehmen beschlossen daraufhin Abt und Markgraf, sich gemeinsam diesem Vorhaben zu widmen, aufdaß kein Feind mehr vom Norden her über Calterac in Dunkelstein und Ostarien einfallen könne. Per Handschlag besiegelten Flavius van Orb und Kalveram von Norrland-Brassach zukünftig eine engere Zusammenarbeit in Bezug auf Calterac und die Paß-Straße. Über eine umfassende Verteidigungsstrategie die sowohl die Soldaten der Templer zu Ankur als auch die der Abtei einbindet, beraten bereits die Vestaline der Templer und die Bannerführer der Dunkelsteiner.

Templer-Troß auf dem Weg nach Drachenhain

Rhythmisch klapperten die Hufe der Pferde über die neu gebaute Straße von Daronsfeste nach Brazfurt, als sich am zweiundzwanzigsten Tag des Fastenmondes ein Troß der Templer zu Ankur unter der Führung Hadebrands von Grauburg auf den Weg in Richtung Süden machte. Ziel des stattlichen Zuges sollte das Fürstentum Drachenhain sein. Endlich konnte der Ordensmarschall sein Versprechen einlösen und der Einladung Fürst Waldemars folgen, die dieser vor wenigen Monaten bei seinem Besuch in der Markgrafschaft ausgesprochen hatte. Aber nicht alleine der Wunsch des drachenhainer Herrschers war der Grund für diese Reise. Vielmehr hatte Markgraf Kalveram den jüngeren der beiden grauburger Brüder damit beauftragt, als Emissär der Markgrafschaft den Fürsten in Bezug auf den Ödlandfeldzug zu beraten. Diese Aufgabe würde den Ordensmarschall sicherlich für einige Monate auf der Drachentrutz binden.

Als die dreißig Mann starke Vorhut der Reiterei das Burgtor der Festung passiert hatte, gesellte sich zu dem Klappern der Hufe alsbald das monotone Mahlen von Kutschrädern, die unter ihrer Last ächzten. Die fünf mit jeweils drei Mann besetzten Kutschen waren voll beladen. Neben einigen Geschenken für den Herrscher Drachenhains trugen sie Truhen, Kisten und einige Fässer. Die Templer wollten bei dieser Reise nicht die Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, Ausrüstung in ihr Kloster St. Maccalus nach Wolfenfeld zu bringen. Denn während Hadebrand mit einem Teil seiner Männer als Gast des Fürsten auf der Drachentrutz verweilte, sollten die anderen Kriegerbrüder den Priesterbrüdern von St. Maccalus bei der Renovierung des Klostergebäudes zur Hand gehen. Kurz nachdem nun die Wagen über die Zugbrücke gerumpelt waren, folgten alsdann wieder dreißig Ulaken der Templer. Die Ankunft der Reisenden in Drachenhain ist für den siebzehnten Tag des Wonnemondes geplant. Zuvor reist der Troß nach in die Abtei Gunara, wo der Ordensmarschall den Monatswechsel vom Fastenmond zum Wonnemond auf Einladung des Primus verbringen wird.

Ein Bischof für das Volk von Norrland-Brassach - Die Billigung durch seine Hochgeboren Markgraf Kalveram

Schnell verbreitete sich die Kunde im Lande, daß Primus Pacellus am ersten Tag des Wonnemondes in der Abtei Gunara einen Bischof für die Markgrafschaft Norrland-Brassach ernannt hatte. Botenreiter ritten in den ersten Tagen des Wonnemondes von Tarnam aus in alle größeren Städte und Siedlungen. Von dort erreichte die Information auch flugs die Dörfer und kleineren Ansiedlungen. Und so reiste alles was Rang und Namen hatte in die Hauptstadt, um am zehnten Tage des Wonnemondes der Ankunft des ‚Bischofs von Norrland-Brassach' im Hafen von Tarnam und seiner Billigung durch Markgraf Kalveram beizuwohnen. Auch wenn vom einfachen Landvolke noch niemand so genau wußte, was denn nun ein Bischof sei, einige wußten bereits, daß er über dem Abte stehe, aber ein Diener des Primus sei, so eilten dennoch sehr viele gläubige Bauern, Handwerker und Händler in die Hauptstadt. Immerhin hatte die Person des Bischofs bereits ein Gesicht, das in der Markgrafschaft wohlbekannt war: So war es Benedikt Honorius, der Hauptspittler der Templer zu Ankur und Abt zu Daronsfeste der Ballei Hohentor, den Primus Pacellus, das Oberhaupt der Heiligen Ceridischen Kirche, in Gunara bei einem Festakt zum Bischof ernannt hatte. Dies war sicherlich auch das Ergebnis des Gespräches, welches seine Heiligkeit Pacellus am diesjährigen Adelstag mit seiner Hochgeboren Markgraf Kalveram, dem Großmeister der Templer zu Ankur, geführt hatte. 
Als in den Mittagsstunden des zehnten Tages nun endlich die ‚Daron von Brassach', ein Schiff der Herzog-Uriel-Klasse, in den Hafen von Norrland-Brassach gerudert wurde, drängten sich immer mehr Personen in den Hafen und auf die Pier. Wenn man sich auf den Landungsstegen und Hafenbefestigungen umsah, konnte man in vorderster Reihe alle wichtigen Adligen der Markgrafschaft erspähen: Neben der markgräflichen Familie mit ihren beiden Kindern Daron und Kara waren die Barone Hagen von Grauburg und Gilbert von Dachsrode nebst ihrer Familien anwesend. Auch die Ritter der Provinzen ließen es sich nicht nehmen, die Ankunft des Bischofs zu beobachten. Selbst Wendlor von Tarin aus der Vogtei Ostramünd, des nördlichsten Besitz des Markgrafen, kam, um der Begrüßung des Bischofs beizuwohnen. Vom Orden der Templer zu Ankur waren alle Würdenträger und Amtsträger erschienen. Lediglich der Ordensmarschall blieb der Bestätigung des Bischofs durch den Markgrafen fern. Aber dieser war entschuldigt, so befand er sich bereits auf seiner Reise nach Drachenhain und war als Abgesandter des Ordens bereits bei der Ernennung des Bischofs durch Primus Pacellus in Gunara zugegen.
Wie zu den Empfängen ihrer Hochgeboren Walluma von Ostarien, Waldemar von Drachenhain und Celia von Thal war auch diesmal der Hafen festlich geschmückt. Neben den Bannern und Fahnen der Markgrafschaft, der Baronien und Provinzen sowie der Templer zu Ankur mit ihren Balleien flatterten allerdings diesmal zudem unzählige Flaggen und Wimpel mit dem Symbol der Heiligen Ceridischen Kirche, dem Kreuz im Kreis, im Winde. Nachdem das Schiff am Hauptkai festgemacht hatte, hievte man eine Landungsbrücke über die kleine Kluft zwischen Hafenbefestigung und Schiff. Als erstes betrat ein Fahnenträger den Landungssteg, in seinen Händen hielt er eine weiße Flagge. Auf dieser Flagge konnte man das aufwendige Wappen des Bischofs von Norrland-Brassach, fein gestickt mit Seide, erkennen. Wenige Augenblicke später erschien Bischof Benedikt Honorius im festlichem Ornat auf dem Schiffsdeck und kam an Land. Als  Benedikt Honorius nun zum ersten Mal als vom Primus ernannter Bischof den Boden der Markgrafschaft betrat, um sich nunmehr von Markgraf Kalveram bestätigen zu lassen, wollte seine Hochgeboren dem versammelten Volk und seinen Adligen mit einer Geste gebieten, niederzuknien. Als er dazu seine Hand senkte, sah er, daß sich bereits viele Gläubige auf ihre Knie gegeben hatten. Kurz sah man ein Lächeln aufblitzen, dann ging der Markgraf mit ernstem Gesicht auf seinen Templer-Bruder zu. Kurz vor dem Bischof fiel Kalveram auf die Knie. Benedikt Honorius legt ihm die Hand auf das Haupt, sprach leise ein paar Worte und bat Kalveram aufzustehen. Der Markgraf von Norrland-Brassach wandte sich alsdann den versammelten Menschenmassen zu und sprach: "Seht, dieser Mann ist der ‚Bischof von Norrland-Brassach'! Da unsere Gemeinde immer größer wird, schickt uns seine Heiligkeit Primus Pacellus in seiner unermeßlichen Güte und Weisheit einen besonderen ‚Hirten'. Wir gebieten, daß man ihm den gleichen Respekt entgegenbringen möge, den wir auch seiner Heiligkeit, dem ‚obersten Hirten' der Heiligen Ceridischen Kirche zuteil werden lassen!" Beide Männer umarmten sich daraufhin herzlichst. Nach der Umarmung hob der Bischof die rechte Hand, zeichnete mit seinen Fingern ein Kreuz in der Luft und ging in Begleitung des Markgrafen auf die versammelten Menschen zu ... 


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Drachenhainer Herold

"Sühne!" - das Urteil über den Schlächter von Wiesensteig und andere Ungeheuerlichkeiten

Das Haar ist zerzaust, der Rock staubig und zerfetzt. Zahlreiche Schwellungen in Gesicht und an den Schultern zeugen von einer harten Hand. Der Mensch, der vormalig Freiherr Kadhan von Hochaskenstein hieß, nun aber aufgrund seiner Untaten vogelfrei und namenlos geworden ist, bildet die unrühmliche Mitte einer großen Eskorte. Sein Kopf und seine Arme stecken in einer geschlossenen eisenbeschlagenen Schandgeige, an deren rechten und linken Ende, jeweils ein dickes Seil verknotet ist. Beide Enden sind wiederum an den Sattelknäufen zweier Drachenhainer Soldaten zu Pferd festgesurrt. Die schmutzigen, schwieligen Füße lassen vermuten, dass der Gefangene den gesamten Weg von der Drachentrutz bis hierher nach Wolfenfeld zu Fuß hat hinter sich bringen müssen. Die letzte Strecke versagen ihm nun jedoch die Beine und so wird er ohne Erbarmen zum Platz geschleift, wo alsbald über seinen Tod gerichtet werden soll...

Endlich ist es soweit: ER ist hier, der Schlächter von Wiesensteig, verantwortlich für so viel Leid, ist durch die tüchtige Hand Baron Foranans gefasst und von Drachentrutzer Soldaten hierher zur Stätte seiner Untaten gebracht worden. Mehr als ein Augenpaar ruht mit kühler Genugtuung auf dem zusammengerollten Leib des Verbrechers inmitten des Platzes.
Aus ganz Wolfenfeld sind die Menschen herbeigeeilt, um der Verurteilung eines Mannes beizuwohnen, der den Zorn der Götter herausgefordert hat. Baronin Josephina hatte die Gerichtsverhandlung bereits Tage vorher in der Baronie bekannt machen lassen, so dass jedermann Gelegenheit haben sollte, hier dabei zu sein. Der ganze Marktplatz von Sarniant ist deshalb voller Menschen, die neugierig versuchen, sich den besten Platz für die Verhandlung zu sichern.
Adel und Volk haben sich gleichsam in einem großen Rund versammelt - Wolfenfelder und Drachentrutzer Soldaten Sorgen gemeinsam für Ordnung unter den nervösen Zuschauern. Auf einem hohen Stuhl vor dem Rathaus sitzt Fürst Waldemar von Drachenhain. Die einst so stattliche Gestalt seiner Durchlaucht hat sich stark verändert, sehr hager ist er geworden und wahrlich tiefe Furchen haben die schweren Lasten der letzten Zeit in das edle Gesicht Fürst Waldemars gegraben. Auf seinem Schoß ruht das Schwert des Drachenhainer Schwertführers, seit seiner Ankunft hat der Herr von Drachenhain die ebenso berühmte, wie wertvolle Klinge nicht mehr abgelegt. An seiner Seite hat der Botschafter des Fürstentums, Baron Koldewaiht von Hautzensteyn, Platz genommen, gedankenverloren betrachtete er ein Schriftstück. Neben Fürst Waldemar weilt außerdem seine Nichte, Josephina von Drachenhain, Baronin von Wolfenfeld. Entgegen ihrer Absicht, das Gewand einer Geweihten zu tragen, hatte sie sich am Morgen entschlossen, das schlichte Kleid aus schwerem, dunkelgrünem Samt anzulegen. Die Witterung ist kalt und sie bereut die Entscheidung nicht. Kadhan hat nackte Füße und ein zerrissenes Gewand, denkt sie. Es muss furchtbar kalt auf den Pflastersteinen sein. Wütend schüttelt sie diesen Anflug von Mitleid ab. Dem Kerl wird es heute noch heißer werden als ihm lieb ist, kommt es ihr in den Sinn. Sie lächelt grimmig. 
Obwohl Josephina darauf bedacht ist, die weltliche Herrscherin zu zeigen, hat sie auf Schmuck verzichtet. Nur die verschlungene Kette der Xurlgeweihten liegt um ihren Hals, an deren Ende der Kristall des Marschalls von Drachenhain schimmert. In ihrer Nähe haben die Landräte von Wolfenfeld Aufstellung genommen. Arianne von Korval lässt den am Boden kauernden Kadhan nicht aus den Augen. Josephina hat zudem Kores, den Heliosgeweihten ihres Rates, mitgebracht. Er soll den Ablauf der Verhandlung schriftlich festhalten. Etwas abseits, unter erhöhter Bewachung vor dem Mob, ist der Cousin des Gefangenen, Baron Jagon von Hochaskenstein, zu erkennen. Mit erstarrter Miene verfolgt er das Treiben und ignoriert hochmütig die Schmährufe der aufgebrachter Bauern. Zudem glaubt man hin und wieder in der Menge das stolze Gesicht des Barons von Flaitney zu sehen...

Alle Blicke richten sich auf Fürst und Baronin. Minuten vergehen, die Spannung ist kaum mehr auszuhalten. Und mit einem Mal wendet sich der Fürst zur Seite, seiner Nichte zu, beide wechseln eilige Worte. Baronin Josephina nickt ihrem Onkel letztlich zu, fasst ihn kurz bei der Hand. Nun erhebt sich Fürst Waldemar, mit herrischer Geste verschafft sich seine Durchlaucht die nötige Ruhe:
"Wiesensteig, der Tag der Rechenschaft ist gekommen! Fast zwei Jahre haben deine Wunden schwären, deine Feuer glimmen müssen - vielleicht magst nun du Ruhe finden.
Vor uns im Staube liegt der Mann, der für das damalige Massaker alleinig verantwortlich ist. ER heckte den Plan aus, ER gab Marschbefehl, ER hieß zu morden!  Jedoch, hier und heut geht es nicht darum über schuldig oder unschuldig zu befinden. Das Urteil über den Schlächter wurde längst gefällt, denn wie ihr wisst, erklärten wir die Acht über ihn, er ist folglich vogelfrei! Dennoch hat unser Zusammenkommen einen Sinn:
 SÜHNE!
Denn Wiesensteig war für uns alle ein zu bittrer Trunk (Seitenblick auf Josephina)! Hier und heut wollen wir also das Strafmaß festlegen, wollen bestimmen, wie der Schurke vom Leben in den Tod befördert werden soll.
Da die Baronin von Wolfenfeld, unsere Nichte Josephina von Drachenhain, den Vorsitz abzulehnen geruhte, werden wir selbst auf dem Richterstuhle Platz nehmen um zu befinden. Die Herrin von Wolfenfeld spricht als Geschädigte jedoch die Anklage, der Delinquent ferner wird selbst für sich sprechen - falls das sein muss, da er ohne Familie (ein zustimmendes Nicken von Baron Jagon) oder jeglichen anderen Leumund ist.
Nun, Baronin führt eure Punkte vor!"
Baronin Josephina erhebt sich und macht eine leichte Verbeugung zu Waldemar. Dann wendet sie sich den gespannt blickenden Menschen zu:
"Vor eineinhalb Jahren, in der Nacht zum 11. Tag des dritten Helios, landeten fremde Schiffe am Ufer von Korval. Mehrere hundert Soldaten gingen heimlich an Land und schlichen sich in das kleine Dorf Wiesensteig. Auf den Befehl dieses Mannes drangen sie in die Häuser ein und töteten die schlafenden Bewohner. 65 Menschen mussten damals sterben, nur sieben gelang es zu entkommen! Nachdem die Soldaten die Bauernhöfe geplündert hatten, legten sie Feuer an die Strohdächer. Bis zum Morgen schlugen die Flammen in den Himmel und erregten den Zorn Helios'. Als sich die Streitmacht Richtung Rêlony in Marsch setzte, verdunkelte er sein Antlitz, und jeder der es erlebt hat, wird noch seinen Kindern und Enkeln von diesem Schrecken erzählen!
Jener Mann dort hat entgegen dem Befehl des Fürsten von Drachenhain gehandelt, er hat Verrat an seinem Lehensherrn begangen. Er hat fremdes Eigentum widerrechtlich betreten. Unter seinem Befehl wurde geplündert und geraubt, deshalb soll er für den Schaden aufkommen. Er hat den Befehl gegeben, unschuldige und wehrlose Menschen zu töten, und dafür soll er mit seinem Leben bezahlen, so wie es die Halsgerichtsordnung verlangt. Dann ließ er vorsätzlich Feuer an das Dorf legen, und so soll auch er dem Feuer überantwortet werden, wie es im Gesetz steht. Dies ist meine Anklage und sie soll bestätigt werden durch Arianne Lomont, Landrätin von Korval, die das Feuer in der Nacht sah und als erste Hilfe nach Wiesensteig sandte. Und sie soll bestätigt werden durch die sieben Bewohner von Wiesensteig, die diese schreckliche Nacht überlebten, und die heute hier sind, damit ihnen Gerechtigkeit zuteil wird."
Josephina verbeugt sich ein zweites Mal vor dem Fürsten und nimmt wieder Platz. Ihre Rede wurde von Lauten des Missfallens und der Zustimmung begleitet, und auch jetzt hört man vereinzelte Rufe aus der Menge, Schmähungen gegen Kadhan und Beschimpfungen und Flüche gegen Hochaskenstein.
Billigend nickt Fürst Waldemar seiner Nichte zu, nimmt einen Schluck vom gewürzten Wein und erhebt sich etwas mühsam zum weiteren Sprechen: "So fordert die Anklage den Tod durch das Feuer! (mit Blick auf Kadhan) Hat ER dem noch etwas hinzuzufügen?" 
Kadhan richtet sich zur vollen Größe auf und spuckt zur Antwort dem Herrn von Drachenhain vor die Füße. Fürst Waldemar bleibt jedoch gelassen und zuckt nur mit den Achseln: "Also nicht. Hat sonst jemand noch etwas zu diesem Thema zu sagen, Baron Jagon vielleicht?" Der Angesprochene verneint mit gelangweilter Miene, bereitet sich zum Aufbruch und blickt fragend zum Fürsten: "Darf ich nun gehen Herr? Ich denke, ich habe nun ja meinen Dienst erfüllt!" "Nein, Baron! Ihr geht erst, wenn ich es sage. Denn über Euer Betragen wird noch zu sprechen sein!" Erschrocken setzt sich der Herr von Hochaskenstein wieder auf seinen Stuhl, nun aber ungleich bleicher im Gesicht. Fürst Waldemar indessen, wendet sich wieder an die Menschenmenge: "Noch einmal: Hat irgendwer dem noch etwas hinzuzufügen?"
Aus etwa fünfzig Schritt ist plötzlich ein lautes "Ja!" zu vernehmen und nur ein Wimpernschlag darauf, ist auf einmal ein weiteres "Ja, Fürst Waldemar!" zu vernehmen. Aus der sich teilenden Menge bewegt sich zum einen, von Norden her und hoch zu Ross, Fürst Nial von Angaheym auf den Rathausplatz zu, während andererseits von Westen her, Baronin Karelia Jefferindell von Jolbenstein, in Begleitung einiger gerüsteter Männer, auf den Richterstuhl zuschreitet. Das Volk murmelt überrascht, ob der würdigen Herrschaften, doch nicht zuletzt schauen sich auch Fürst Waldemar und Josephina verblüfft an. Der Herr von Drachenhain richtet seinen Blick etwas unschlüssig von einem Neuankömmling zum anderen, wendet sich dann aber Fürst Nial zu: "Euer Durchlaucht, ich bin wahrlich überrascht. Doch sprecht nun aus, was Ihr sagen wollt!"
Auf diese Worte hin führt der Stammesfürst der Angaheymer sein Pferd bis zum Delinquenten, steigt ab, packt den nun zitternden Kadhan am Halse und raunt ihm für alle übrigen unverständliche Worte ins Ohr, während er die Gurgel des Schlächters stetig fester zupackt, zuletzt aber den Vogelfreien angeekelt von sich in den Staub wirft. Dies vollbracht, setzt sich der Stammesfürst mit zufriedener Miene zu Fürst Waldemar und Baronin Josephina, wo ihm ein Edler zuvor schleunigst Platz gemacht hat.
Josephina war bleich geworden, als sie Nial sah. Das letzte Mal, als sich diese beiden fürstlichen Sturköpfe gegenüberstanden, wäre es fast zu einem Krieg gekommen. Sie rückt nervös auf ihrem Stuhl zurecht und weicht angestrengt seinen Blicken aus. 
Waldemar blickt nun wohlwollend der neuen Baronin von Jolbenstein entgegen: "Habt auch Ihr zu dieser Sache etwas beizutragen, mein Kind?"
"Ja und nein, Euer Durchlaucht! Nein, was den Mordbrenner Kadhan betrifft. Doch weiß ich allerhand über die Machenschaften eines anderen HERRN zu berichten!" und deutet mit diesen Worten unverkennbar auf Baron Jagon.
Wieder redet das überraschte Volk wild durcheinander. Fürst Waldemar muss sich erst durch beschwichtigende Handbewegungen Ruhe verschaffen: "Gemach, gemach Baronin. Zu diesem weiteren Punkt kommen wir noch! Setzt Euch einstweilen zu mir!" Die Baronin folgt der Einladung ihres Lehnsherren. Josephina mustert die ihr nahezu völlig unbekannte junge Dame, doch die Stimme Fürst Waldemars reißt sie aus ihren Gedanken: "Ehe nun der Urteilspruch des Kadhan verkündet werden wird, möchten wir uns zur kurzen Beratung ins Rathaus zurückziehen!" und mit den Worten "Josephina, folge mir." Erhebt sich Fürst Waldemar von seinem Platz. Josephina steht überrascht auf. Der Fürst nimmt seine Nichte vertraut am Arm und beide verlassen huldvoll und bemessenen Schrittes den Schauplatz in Richtung des Sarnianter Rathauses. 
Während der kurzen Zeit ihrer Abwesenheit weht, wie ein lauen Lüftlein, im Volk das Gerede auf. Hinter vorgehaltener Hand kursieren die waghalsigsten Mutmaßungen: Wie wird der Schlächter wohl zu Tode kommen? Und wie wird dann das Schicksal der anderen "Aske" aussehen?... Als der Mob zu unruhig wird und das Getuschel allmählich in nervöses Lärmen übergeht, gebietet Rhyged von Relony, Haushofmeister Baronin Josephinas und ehemals Verwalter von Wolfenfeld und enger Freund ihres Vaters Wunjo, der Menge still zu sein und mahnt mit gestrenger Miene den Augenblick der Wahrheit nicht durch albernes Geplapper zu entwürdigen. Kurz darauf erscheinen jedoch wieder Fürst und Baronin - beide mit entschlossenem Gesichtsausdruck - jene, die an ein mildes Urteil dachten, schwindet ob diesem eindeutigen Mienenspiel jedweder Mut. Eine halbe Ewigkeit vergeht, bis Fürst Waldemar endlich wieder seinen Platz am oberen Rund des Feldes einnimmt, das Gewand rafft und zum Sprechen anhebt. Frei und mit zunehmend anschwellender Zornesader auf der edlen Nase spricht Fürst Waldemar von Drachenhainer vor allerlei Noblen und dem versammelten Wolfenfelder Volk Recht. Auf dem Platz herrscht nun absolute Stille, kein Laut ist zu hören: 
Wir, Waldemar von Drachenhain, Fürst durch seiner allerdurchlauchtigsten Majestät, Helos Aximistilius Tertius, gnaden, werden nun hier, vor allem Volk und den anwesenden hohen Herren und Damen und im Angesicht des Einen Recht sprechen über dich, Kadhan von Hochaskenstein, genannt der "Schlächter von Wiesensteig", so, wie es seine allerdurchlauchtigste Majestät, unser aller König Helos Axistimilius III. in seiner Huld bestimmt hat, denn ich bin Dein Fürst und Dein Herr durch den König. Deine Schuld ist offenbar geworden und deine Taten fordern Sühne. Der Eine mag über Dich richten, doch heute sollst du deine gerechte Strafe empfangen vom Arm des Gesetze: Du elendigste Kreatur auf der Erdenschal sollst dich hier und heut verantworten für all das Übel, das du über 65 arg- und schuldlose Menschen gebracht hast. Gemäß der königlichen Halsgerichtsordnung soll jedwede deiner Straftaten aufs Einzelne abgehandelt und strengstens geahndet werden. Kadhan von Hochaskenstein, du hast dich schuldig gemacht des Vergehens gegen das Eigentum, so wie es die heligonische Halsgerichtsordnung im 3. Kapitel beschreibt. Deshalb wird dir zuerst das Mal des Diebes und Räubers auf die blanke Stirne gebrannt, denn du und deine Männer plünderten den Menschen von Wiesensteig alle Habe und raubten ihren Besitz. Weiter hast du, Kadhan von Hochaskenstein dich wider die Seele durch den Verrat an deinem Herrn, uns, Waldemar von Drachenhain vergangen, da durch dich böswillig und vorbedacht 65 Menschen den Tod fanden. Deshalb soll dir bei lebendigem Leib das verräterisch Herz durchbohrt werden, da du gefehlt hast gegen das Wort deines Herrn. Weiter hast du, Kadhan von Hochaskenstein verstoßen gegen Kapitel 1 der Halsgerichtsordnung, als du unschuldige Kinder des Einen getötet hast. Deshalb soll dir mit dem Schwerte das Haupt vom Rumpfe abgetrennt werden, denn so will es das Gesetz. Ferner hast du Kadhan von Hochaskenstein dich schimpflich als Brandstifter betätigt, indem du das Dorf hast anzünden lassen, deshalb sollst du dem zehrenden Feuer übergeben werden, so wie es Sitte ist. Deshalb sollst du Kraft des uns verliehenen Amtes nun wegen deiner genannten Verletzungen wider die Kapitel 1, 2 und 3 der königlichen Halsgerichtsordnung vom Leben in den Tod befördert werden, so, wie es das Gesetz vorschreibt. Und nachdem du deine Taten mit deinem Leben gesühnt hast, soll das, was hernach von dir übrig ist für alle Zeit zur Schau gestellt werden. Man lasse nun den Scharfrichter vortreten!

Aus der Menge schreitet eine dunkle Gestalt. Das Haupt des Mannes wird zur Gänze von einer schwarzen Kapuze bedeckt gehalten. In seinen Händen blitzt im Sonnenlicht die lange breite Klinge eines großen Bihänders. Inmitten des Platzes, direkt neben dem Delinquenten, bleibt der Vermummte stehen und verneigt sich kurz in Richtung Richterstuhl und der Anklage, dann wendet er sich ganz dem Verurteilten zu. Dieser zittert nun am ganzen Leibe und versucht krabbelnd dem Griff des Henkerknechts zu entkommen. Doch der greift selbstsicher in den vollen Haarschopf des nun kreischenden Kadhan und schleift ihn davon, hindurch durch den Flur von Zuschauern, weg an einen Ort außerhalb der Stadt. Nur allmählich werden die ohrenbetäubende Schreie Kadhans leiser, bis letztlich kein Laut mehr zu hören ist, das Volk bleibt stumm.

Es vergehen einige Augenblicke bis Fürst Waldemar, an seine Nichte gewandt und doch für alle hörbar, sinnierend wieder das Wort ergreift. "Nun ist diesem Teil der Schuld genüge getan! Mögen die Seelen jetzt Ruhe finden!" Und im alten Ton setzt der Fürst nach kurzem inneren Gedenken fort: "Doch wir alle sind auch Zeugen einer anderen Anschuldigung geworden, die es nun zu hören und darüber zu befinden gilt. Sprecht jetzt frei und ohne Sorge, mein Kind, wir erteilen euch das Wort!" Nachdem der Fürst von Drachenhain ihr mit einladender Handbewegung seine Aufmerksamkeit versichert hat und auf dem Rathausplatz endlich Ruhe herrscht, tritt die Baronin von Jolbenstein, Karelia, würdevoll vor und erhebt frei von Scheu die Stimme:
"Euer Durchlaucht, erlaubt mir kurze Worte der Erklärung: Im Südosten meiner Baronie Jolbenstein, unterhalb des Tümpels der Traurigkeit, liegt das kleine Dorf Moorfalden, nahe der Grenze zu Hochaskenstein gelegen. Vierzig getreue Bauern ringen dort einerseits dem Moor trockenes anbaufähiges Land ab, anderseits sammeln sie die begehrten Lunsch-Blutegel. Das Dorf ist von Jolbensteiner Seite leider schwer zugänglich, hingegen ist der Zugang von der Baronie Hochaskenstein aus ein Leichtes. Allenfalls einmal im Lauf des Mondes macht sich ein Tümpelwater auf, um weiter südöstlich, beim Hain des Tiberius, ein frisch gesammeltes Fass wertvoller Lunsch-Blutegel abzugeben. Tümpelwater werden die ortskundigen Bauern genannt, da sie als einzige sichere Wege durch das Moor kennen.
Letzthin geschah nun das Folgende: Mein Vater, Rodar von Jolbenstein, wie auch ich selbst, verweilten gerade auf der Feste Drachenhorst, da geleiteten meine Wachen zu später Abendstunde einen hageren Mann in meinen Empfangssaal, dieser bat dringend um Audienz. Ich empfing ihn und er stellte sich mir als Hannes Bartholomä, eben einer dieser Tümpelwater, vor. Ich fragte ihn weiter, was er soweit im Inneren des Landes suche und er schilderte mir nun das Folgende, das mich hier und heute zu meiner Klage veranlasst. Der Einfachheit halber habe ich Hannes Bartholomä aus Moorfalden gleich mitgebracht, er soll das Unerhörte jetzt selbst berichten." Aus der Menge tritt unsicher eine weitere Gestalt. Der schmächtige Mann trägt die einfache Kleidung eines Jolbensteiner Bauern, verlegen hüpft er von einem Bein auf das andere und walkt mit seinen großen braunen Händen auf einem unförmigen Stück Filz, wohl seinem Hut, herum.
"Nun, ... äh Euer Hochwohlgeboren, wie gesagt...ich hatte ein Anliegen an euch: Vor nun etwa ... äh ... vier Monden kam ein Herr in wirklich guten Kleidern zu uns, er wolle etwas im Auftrag seines Herren erledigen, sagte er. Begleitet wurde er von zwei bewaffneten Gardisten. Die hatten dieses Wappen mit der schwarzen Sonne und den Kötern drauf, ihr wisst doch, das der Hochaskensteiner und die sagten doch tatsächlich, wir sollten an DIE Land- und Schutzsteuer bezahlen! Und dann sagte Jon nein, weil wir zahlen ja schon an die Baronin und das wäre ja ihr Land und dann schlug einer von den Gardisten mit einem Schwertknauf, auf ihn ein. Und Helarian, der Sohn von Allene, hat gesagt GEHT WEG, und der bekam die Reitpeitsche zu spüren. Zehn Sommer ist der erst jung! Allene und Marana weinten und Mutter und Schwester warfen sich schützend vor Helarian. Marana packten sie dann am hübschen Schopf und nahmen sie samt all unserer schönen Hühner und unserem eingewinterten Korn mit. Unsere Weiber können seither kein Auge mehr trocken halten, sie und die Jüngsten haben Angst vor weiterer Plage! Ja, so wars" Nachdem Hannes seinen Bericht beendet hat, tritt die Baronin an ihn heran und spricht mit empörter Stimme: "Ich sicherte ihm zu, Gardisten zum Schutze des Dorfes zu entsenden, doch bisher ist zum Glück nichts derartiges mehr geschehen. Euer Durchlaucht, ihr habt nun vernommen was geschah. Hiermit klage ich Jagon von Hochaskenstein des Belanges meines Dorfes Moorfalden an!"
Das anwesende Volk und alle Zuschauer sprechen nun mit einem Mal durcheinander, so dass der Platz wieder von einer murmelnden Woge erfüllt scheint. Zu überraschend kommt die Wendung des Verfahrens. Die Baronin hat schwere Vorwürfe gegen Jagon von Hochaskenstein erhoben, so dass die Spannung im Volk förmlich mit den Händen zu greifen ist. Auch der Baron selbst ist sichtbar außer sich, mit hochrotem Kopfe keift er wüste Beschimpfungen ihn Richtung seiner Nachbarin. Erst als der Fürst sich erhebt und mit der Hand Ruhe gebietet kehrt wieder Stille ein: 
"Edle Baronin, wir vernahmen Euer Anliegen und wollen in dieser Sache richten, jedoch, es gibt möglicherweise noch mehr zu diesem Herrn zu sagen als ihr alle...", der Fürst richtet seinen Blick in die Runde und bleibt dann bei dem Hochaskensteiner haften, "...und besonders Ihr, Baron, denken mögt. So wollen wir nun Gericht halten über den Baron Jagon von Hochaskenstein wegen der Vorwürfe, die wir gehört haben, und wegen anderen, die wir hören werden. Man lasse nun unseren Erzkanzler Giselher vortreten. Er soll nach alter Drachenhainer Sitte den Dolch der Anklage führen, während wir selbst mit dem Szepter der Billigkeit richten werden."
Kaum aufgerufen, tritt forsch der Edle Giselher von Mühlenheim vor. Er ist der Erzkanzler des Fürstentums und somit betraut mit Belangen, die das fürstliche Haus selbst betreffen. Baron Jagon indessen scheint seine Fassung verlieren zu wollen, ungläubige Augen starren aus einem nun blutleeren Gesicht. Diesen Verlauf hat er offensichtlich nicht erwartet. Jedoch bleibt ihm wenig Zeit zur Sammlung, alldieweil Giselher bereits mit seiner Anklage beginnt: "Euer Durchlaucht und all ihr anwesenden Herren und Damen und alles Volk hört meine Worte! Es sind nur wenige Monde vergangen, seit unser Herr, der gütige Fürst Waldemar, den Baron von Hochaskenstein, der hier sitzt, an seiner alles umspannenden Gnade hat teilhaben lassen, indem er ihn, wenn ihr euch erinnern wollt, nach dem Frevel gegen den Einen und die Ordnung der Natur nicht hart strafte, sondern ihm nur auferlegte, zum Gedenken der Tat eine verdunkelte Sonne in seinem Wappen zu führen. Nun sollte doch jeder denken, dass ein Mann, der so die Gnade und die Milde seines Herrn erfahren hat, hinfort nichts mehr zu wirken hofft, als dem Herrn treu zu dienen als sein ehrlichster Knappe." Geschickt setzt Giselher hier kurz aus, um dem Volk Gelegenheit zur Zustimmung zu geben, dann fährt er mit erhobener Stimme fort: "Umso schändlicher und ekelhafter erscheint uns nun der Verrat, den dieser Mann, der den Titel eines Barons innehat, an seinem und unserem Herrn verübt hat." Bei diesen Worten wird die Menge hörbar unruhiger, und es dauert einige Momente, bis Giselher weiterreden kann. "Ist es nicht so, dass unser allergnädigster Fürst Waldemar jeden seiner Getreuen aufgefordert hat, Kadhan, den Schlächter von Wiesensteig, nicht nur nicht zu schützen, sondern ihn zu erschlagen, wo immer Gelegenheit sich bietet? Und ist es nicht so, dass dieser Baron dennoch jenen Kerl geschützt hat, anstatt ihn sofort zu töten? Und ist es schließlich nicht auch zutreffend, dass der Herr Jagon nicht nur einen Geächteten geschützt hat, sondern indem er das tat, seinen Vasalleneid gegenüber seinem Herrn, unserem Fürsten, gebrochen hat? Ist das eines Barones würdig, der den Heliosbrief aus der väterlichen Hand des Fürsten nahm? Darf diese Tat ungesühnt bleiben oder muss sie nicht noch härter bestraft werden als die Taten des Kadhan, denn hier ist ein Vasall, der schon einmal seinen Herrn hinterging? Ich klage darum den Baron Jagon von Hochaskenstein hier vor aller Welt und vor dem Richterstuhl meines allergnädigsten Herrn und im Antlitz des Einen, der die Gerechtigkeit liebt, des Verrates und des Eidbruchs an seiner Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain an!"
Der Hochaskensteiner sitzt nach diesen Worten, die Giselher ihm förmlich entgegengeschrieen hat, wie versteinert auf seinem Sitz, nur einige Schweißtropfen auf der aschgrauen Stirn verraten seine Erregung. Ein feines Lächeln ist auf Baronin Josephinas Gesicht erschienen, sie scheint fernen Gedanken nachzuhängen. Indessen tobt das Volk und ruft nach dem Henkersknecht. Jedoch erhebt sich nun Fürst Waldemar und die Menge wird still. Der Fürst hebt ernst die Hand und spricht: "Wir wissen, edler Giselher, dass ihr solche Worte nicht ohne Grund wählt, und dennoch Fragen wir euch, könnt ihr einen Mann benennen, der es Wert ist, als Zeuge das Horn der Wahrheit zu tragen?"
"Euer Durchlaucht, das kann ich durchaus, denn noch einer Eurer Lehnsnehmer hat eine Rolle zu spielen gehabt, die ihm so nicht zugedacht war: Baron von Flaitney, wollt ihr vortreten und kundtun, wo ihr den Buben Kadhan gefunden habt?"
Wieder wird die Menge unruhig, war es doch Foranan Mc Donough, der den Schlächter furchtlos gefangen hat, ihn aber auch nicht sogleich erschlug. Der Fürst wendet sich zu dem Baron von Flaitney: "Nun Baron, was könnt ihr bezeugen?" 
Foranan räuspert sich und spricht schließlich mit kräftiger leidenschaftlicher Stimme: 
"Tatsächlich kann ich, euer Durchlaucht, etwas beitragen. Ich kann und muss hier vor aller Ohren bezeugen, dass ich mit meinen Truppen am 7. Tag des 3. Xurl Kadhan, genannt der Schlächter von Wiesensteig, auf der Feste Hochaskenstein gefangen genommen habe. An diesem Tag war Baron Jagon zugegen, und mir scheint es unmöglich, dass er von der Anwesenheit seines verrufenen Vetters nichts gewusst hätte. Im übrigen bezeuge ich bei den Vieren, dass ich mich, sollte ich mich eines Vergehens schuldig gemacht haben, mit Freuden unter Euren gerechten Spruch beugen werde."
Der Fürst antwortet dem Baron daraufhin ein wenig milder: "Darüber werden wir noch zu sprechen haben, einstweilen aber habt Dank für dies Zeugnis, durch diese eure selbstlose Jagd nach dem üblen Schurken, die euch und eure Männer seit dem Fall von Wiesensteig durch das halbe Königreich reiten ließ, geniest ihr noch mehr als ehedem unsre vollste Anerkennung. So ihr einen Wunsch habt, so äußert ihn am Ende der Verhandlung, Baron Foranan!" Mit diesen Worten wendet er sich, nun wieder mit ernster Miene, dem in sich zusammengesunkenen Hochaskensteiner zu und sein Blick verheißt Strenge: "Nun Baron Jagon, es ist Sitte, dass der Verteidiger, der Träger des Schildes der Frömmigkeit, das letzte Wort hat. Wir hoffen doch ihr könnt nun für Euch sprechen!"
Jedoch schnappt der Angeklagte nur nach Luft und bringt keinen Ton hervor, weshalb der Fürst sich abwendet und verkündet: "Es scheint als hätte der Baron die Stimme verloren und da wir sonst niemanden sehen, der für ihn sprechen möchte, werden wir uns zurückziehen um das Urteil zu finden, und auch ihr edle Baronin" - dabei weist Waldemar auf die überraschte Jolbensteinerin - "und ihr teurer Giselher, sollt mir mit Rat zur Seite stehen."
Doch gerade als der Fürst sich abwendet, geht ein Ruck durch Jagon von Hochaskenstein, wie als wäre er plötzlich wieder bei Besinnung aus einer langen Ohnmacht. Er springt auf und ruft: "Mein Fürst haltet ein und hört mich an!" Waldemar und die anderen hohen Herren und Damen halten erstaunt inne und wenden sich dem Beschuldigten zu, der nun von seinem Sitz aufgesprungen ist, sein Schwert ablegt, den Mantel wegwirft und sich vor dem Fürsten in den Staub wirft: "Oh edler Herr, Durchlaucht, vernehmt mein unwürdiges Flehen. Nicht bin ich es wert, dass ihr meiner gewahr seid und dennoch will ich euch in aller Demut nahen um meine Schuld zu bekennen. Ich bereue aus tiefstem Herzen meine Taten und ich bin es nicht länger wert, unter der Sonne des Einen zu wandeln, die euer verehrungswürdiges Haupt so trefflich erstrahlen lässt, dass ich wie ein Wurm und weniger als ein Wurm erscheine. Richtet über mich mit dem Schwert der Gerechtigkeit und nicht mit dem Stab des Gütigen!" 
Nach dieser demutsvollen Geste verstummt das Volk und starrt gebannt auf den Fürsten. Baronin Josephina hatte sich schon bei den ersten Worten Jagons angewidert abgewandt und war zu dem ebenso peinlich berührten Baron von Flaitney getreten, mit dem sie betont desinteressiert ein leises Gespräch beginnt. Fürst Waldemar wirkt einen Moment unentschlossen, fasst sich dann aber schnell und spricht mit lauter Stimme: "Baron, mir scheint, ihr erinnert euch spät eures Herren. Auch sind eure Vergehen ungeheuerlich und verlangen Strafe. Jedoch, auch die Milde soll den Herrn zieren, der seine Kinder auf den rechten Weg weisen muss, will er dem Einen gefällig sein. So vernehmt nun meinen Spruch:
Baron Jagon von Hochaskenstein, ihr seid Schuldig der ungerechtfertigten Landnahme und des Friedensbruches im Fürstentum Drachenhain. Deshalb sollt ihr das Dorf Moorfalden auf immer meiden und keiner eurer Vasallen soll es betreten dürfen. Ferner seid ihr verpflichtet der Baronin von Jolbenstein zum Ausgleich eurer Taten, auf 10 Jahre die Nutzung von zwei Dörfern zu übertragen, die in der Nähe der Grenze liegen, damit ihr Schaden beglichen wird.
Doch das war das geringste Vergehen. Baron Jagon von Hochaskenstein, ihr seid schuldig, einem Geächteten Schutz gewährt zu haben. Um dies zu sühnen seid ihr auf ein Jahr verbannt. Begebt euch auf eine einjährige Pilgerfahrt in Demut und dient dem Einen wo ihr könnt.
Zum dritten seid ihr, Baron Jagon von Hochaskenstein, schuldig des Eidbruchs an mir, eurem Herrn. Noch heute sollt ihr deshalb vor uns und allem Volk einen Bußeid ablegen, damit ihr euch von dieser schweren Schuld reinigen könnt und der Eine euch gnädig sein kann. Ferner sollt ihr euren Ring und euren Heliosbrief an uns übergeben, damit er vernichtet werde. Sodann begebt ihr euch auf Wanderschaft für weitere 6 Jahre. Solltet ihr früher zurückkehren, so ist euer Tod gewiss. Eure Baronie mit all ihren Besitzungen gehen vorerst an das Fürstenhaus zurück. Auch eure Vasallen sind hiermit ihres Eides enthoben, sie sollen nunmehr uns den Eid schwören. Auf 7 Jahre seid ihr kein Baron mehr. Nun tut was ich euch geheißen!"
Gleich einer geprügelten Töle macht sich der Verurteilte sogleich unter dem Johlen der Sarnianter Bürger davon, die teils schimpfend teils belustigt, Unrat und Steine nach dem nun Verfemten werfen.
Schwert, Vasallenring und Ehre lässt der einst so Machtvolle zurück. Ein letztes Mal wendet sich der Gehende um, sein Blick schweift suchend über die Menschen dahin und verharrt; Jagons Blick verheißt wahrlich nichts Gutes und er scheint auf eine bestimmte Person gerichtet zu sein - der unverhohlene Hass in diesen Augen raubt Baronin Karelia Jefferindell von Jolbenstein für einen kurzen Moment den Atem...

So geschehen am 28. Tag im Mond der Besinnung, 91 n.d.E,
 niedergeschrieben von Ruland vom Kerbelgehr, 
Schreiber des Fürsten von Drachenhain

Eine innere Angelegenheit?

"Es schmerzt mich, mit anzusehen, wie sämtliche Druidh das ganze Land durchsuchen und ich verstehe einfach zu wenig davon, ich bin noch nicht weit genug. Ich kann ihnen zwar schon einfache Dinge abnehmen und ich lerne eine ganze Menge dabei, fühle mich aber dennoch unnütz, versteht Ihr? Es wäre bitter nötig, sowohl unsere eigentlichen Aufgaben zu erfüllen und rasch noch mehr über... na, über all das zu erfahren. Über die rätselhaften Ruinen - nein, mehr darf ich Euch nicht erzählen. Nein, versteht Ihr, zum einen sind das wirklich Luchner Angelegenheiten... Ja, ich gebe zu, daß sie fast schon darüber hinauswachsen. Aber was im Helios-Boten steht, kann jeder lesen,  wirklich jeder, versteht ihr? Die nächsten Vorhaben? Nun, eins kann ich sagen, das ist ohnehin offensichtlich... Sämtliche Verbindungen zur Anderswelt müssen geprüft werden, vermutlich wieder und wieder. Wir nennen sie Cearns. Aber auch dafür bin ich nicht weit genug. Diese Hilflosigkeit ist wirklich das Schlimmste."
Aus einem Gespäch des Heliosboten 
mit dem Druidhanwärter Conor Hweylan MadGlas

 
 
 

Bischofsbilligung und Ernennung des neuen Truchsess in Jolbruck - Angegriffene Frische des Fürsten überschattete die Feierlichkeiten

Es hätte ein bedeutender Tag für Jolbruck und das gesamte ceridische Fürstentum werden können: es stand die Billigung des ersten Drachenhainer Bischofs nebst die Vereidigung des neuen Truchsess der Drachenhainer Hauptstadt auf dem Protokoll. Jedoch, ein plötzlich auftretender Schwächeanfall und ein Sturz des vielgeliebten Fürsten rückte alsbald das Auge der Öffentlichkeit auf den Herrscher Drachenhains selbst. Die Anstrengungen der letzten Monde sind nicht spurlos an unserer Durchlaucht vorübergegangen. Gibt der Gesundheitszustand des Fürsten Waldemar vielleicht Anlass zur Sorge? Seine Vitalität galt bisher doch als besonders ausgeprägt.
Es berichtet Wernulf vom Schafstall - neuer Hofberichterstatter des Fürstentums Drachenhain:
Die Gärten vor dem Stadtpalais des Herrscherhauses derer zu Drachenhain war voller Menschenmassen, ein Durchkommen schien ob des Andrangs Neugieriger kaum mehr möglich. Bereits Stunden vorher hatten sich die ceridisch gläubigen Bürger der Stadt Jolbruck versammelt, um diesem feierlichen Akt beizuwohnen. Wie ein Lauffeuer hatte sich in den Tagen zuvor die Meldung verbreitet: Drachenhain erhält einen Bischof! 
In würdiger Atmosphäre bestätigte Fürst Waldemar das neue Amt und seinen Inhaber, der dem belesenen Heligonier nicht unbekannt sein dürfte. Die Wahl seiner Heiligkeit, Primus Pacellus I., fiel auf Abt Ceridian Aegidio von Sankt Aluin. Am 1. Tag des Wonnemondes war der neue Bischof zu Gunara in sein Amt erhoben worden. Es folgte nun die formelle Bestätigung des Fürsten von Drachenhain. In einer ausführlichen Rede legte seine Durchlaucht die Funktion und deren heilige Aufgaben dar. Der Fürst betonte darin die Wichtigkeit und Bedeutung für alle Drachenhainer Ceriden. Nachdem die Ansprache unserer Durchlaucht geendet hatte, umarmten sich die beiden ehrwürdigen Herren aufs Herzlichste. Bischof Ceridian Aegidio war die Rührung anzusehen, Tränen standen in den Augen des alten Mannes.
Auch Baron Koldewaiht von Hautzensteyn, Herr von Luchnar und Botschafter von Drachenhain nahm an den Feierlichkeiten teil. Zum späteren Zeitpunkt des Festes sollte auch ihm, eine unerwartete Ehrung zuteil werden. Huldvoll ernannte Fürst Waldemar seinen Botschafter zum Truchsess der Drachenhainer Hauptstadt Jolbruck. Ausdrücklich hob der Herr die Verdienste seines Edelmannes hervor und dankte ihm, dem Ogeden, vor Ohren und Augen Aller.
Absent war die Tochter des Fürsten von Drachenhain, Prinzessin Syria Jaldis, die dem Vernehmen nach, derzeit arg mit ihrem Vater über Kreuze liegt. Grund dafür soll ein skandalöser Zwischenfall in den Katakomben zu Wolfenfeld gewesen sein, genaueres wurde der Öffentlichkeit noch nicht bekannt gegeben. Ebenso vermochte Prinz Leomar aus bekanntem Grunde nicht anwesend sein...
Während des Verlesens der fürstlichen Dekrete überfiel unseren Fürsten mit einem Mal eine unnatürliche Blässe, mit zitternder Hand nahm er seinen Becher um einen Schluck Wasser zu sich zu nehmen, seine Stimme wurde leiser und sichtlich angestrengt. Er unternahm den Versuch die Dekrete weiter zu verlesen. Kurze Zeit später schwankte unser geliebter Fürst, so dass die umstehenden Würdenträger ihn stützen mußten. Trotz dieser hilfreichen Geste sank unser Fürst in sich zusammen, sanft ließen die Männer ihn zu Boden gleiten. Ein vielstimmiges Raunen durchströmte die Menge, dann überdeckte angstvolle Stille das Geschehen. Kraftvolle Hände trugen den Fürsten von Drachenhain sanft in seine Gemächer. Am Abend wurde verlautbart, dass es dem Herrn wieder besser gehe. Aber ihm wurde von seinen Leibärzten zumindest ein Ruhetag verordnet, damit er wieder zu Kräften komme. Seine Durchlaucht ließ am Abend seinem Bedauern Ausdruck verleihen, dass die Feierlichkeiten diesen Verlauf nehmen mußten.
 

Foranan Mc Donough bittet Hochland um Hilfe!

Nachdem Ansgar von Berath vor einigen Wochen schwer von einem damals noch unbekannten Wesen in einer Höhle auf der Camspitze in Hochwalden angegriffen und schwer verletzt wurde, ist man sich im Hochland anhand seiner Verletzungen nun zweifelsfrei sicher, dass es sich um einen Eisdrachen handelt.
Sofort als ich aus Hochwalden zurückgekehrt war wies ich an die Suche nach Legenden und Sagen um den Eisdrachen von Flaitney zu intensivieren und nun auch die tieferen und geheimen Bibliotheken von Flaitney zu durchsuchen. Seit diesem Tag wird aber nicht nur nach den Legenden gesucht, sondern auch nach der Melodie, die  der Sackpfeifenspieler damals spielte um den Eisdrachen vertreiben. In Flaitney glaubt man mittlerweile, dass es sich um eine wahre Begebenheit und nicht nur um eine Legende handelt. Da die Melodie in Flaitney weder aus Überlieferungen, noch auf Papier gefunden werden konnte, bittet ich das Hochland und auch die Druith um Hilfe uns nach dieser verlorengegangener Melodie zu suchen. Aber auch die anderen Einwohner Heligonias seien aufgerufen sich bei mir zu melden, falls sie etwas über den Verbleib dieser Melodie etwas wissen sollten. Ich kann nur hoffen, dass das Schriftstück, falls es existiert, nicht dem Brand unserer Burg vor einigen Jahren zum Opfer fiel.
Foranan Mc Donough

Grotte in Tunnel entdeckt

Wie aus Flaitney zu hören ist, kommen die Tunnelarbeiten im Lämmerbuckeltunnel, der schon bald Ostarien mit Drachenhain verbinden wird gut voran. Jüngste Informationen zufolge wurde bei den Grabungsarbeiten eine Grotte entdeckt, durch die die Verbindungsstraße führen soll. Sie soll ca. 50 lang, 30 Fuß breit und 20 Fuß hoch  und von einem klaren Gebirgsbach durchzogen sein. Den Tunnelbaumeistern kommt dieser Fund sehr entgegen, da der Bau der an die Oberfläche führenden Luftschächte und die Versorgung mit Wasser, stark vereinfacht wird.
Alle sind zuversichtlich, dass der Tunnelbau in den Poënamonaten des nächsten Jahres abgeschlossen werden kann.
Berichterstatter aus Flaitney

Lebt die Legende aus Flaitney?

Mir läuft es jetzt noch kalt den Rücken herunter wenn ich mich an den Klang in den Worten des Barons von Flaitney, Foranan Mc Donoughs, erinnere. Am letzten Abend  der Universitätsgründung zu Cambrück, zu der Zeit als die Freifrau Fendra diesen Brief erhielt und alle in heller Aufregung waren trat der Baron auf mich zu und gab mir den Auftrag sofort nach Croith´no´na zurückzukehren um dort nach den alten Legenden und Überlieferungen über den Eisdrachen, der einst in Flaitney gehaust haben soll, herauszusuchen. Er wirkte äußerst besorgt und ich machte mich sofort auf den Weg, um den Anweisungen Folge zu leisten.
Ich reiste die ganze Nacht und den ganzen Tag durch und gegen Abend, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, kam ich in der Stadt Croith´no´na an. Ich wies den Biblothekar und seine Helfer an, schon mit der Suche anzufangen, da ich mich noch einige Stunden aufs Ohr legen wollte. Als ich spät in der Nacht aufwachte und mich auf den Weg in Richtung Bibliothek machte, fragte ich mich immer wieder warum meinen Lehnsherrn so an diesen Geschichten interessierte. Diese alten Geschichten über die Entstehung unseres Wappens waren doch eigentlich nur dazu gut um die Kinder zu erschrecken. Von wegen Eisdrachen und so. Aber was da erst kürzlich in Luchnar... Ich beschleunigte meine Schritte und traf auch schon kurze Zeit später in der Bibliothek ein in der die anderen immer noch fleißig daran waren alte und neue Bücher und Schriften durchzusehen.
Ein paar Schriften hatten sie schon herausgelegt und auch ein paar Bücher über Legenden und Geschichten Flaitneys waren bereits auf den Tischen aufgetürmt worden. Ich schnappte mir ein Buch und begann es durchzublättern. Caivala mit dem glänzenden Haar, Deirdre, die leidbringende, Claras Quell... - Fehlanzeige. Ich nahm mir das nächste Buch vor. 
Stunde um Stunde verging und ich quälte mich durch die Bücher von Sagen und Geschichten, von denen ich bestimmt fast alle schon irgendeinmal gehört hatte. Warum wollte Baron Foranan unbedingt jetzt, dass wir nach dieser Legende suchen. Es muß etwas mit dem Inhalt des Briefes zu tun haben, den Die Freifrau Fendra erhalten hatte.
Ich muß wohl eingenickt sein, denn bei Morgengrauen weckte mich ein Diener und brachte mir etwas Milch, Käse und Brot. Neben mir lagen die Ergebnisse der langen Nacht. Ungefähr ein Dutzend Schriftrollen und Bücher lagen neben mir und in jeder dieser Schriften stand das allgemein Bekannte. Vor ein paar Jahrhunderten soll in Flaitney ein Eisdrache gelebt haben und das Land mit Frost, Unheil und Tod überzogen zu haben. Dies ging über Jahre und  Jahre hinweg  bis schließlich eines Tages ein Dudelsackspieler kam und ihn mit irgendeiner Melodie vertrieb und so weiter und so fort. Die Geschichte kennt ja wohl jeder.
Na ja, die Arbeit war getan und ich widmete mich wieder meiner Arbeit. Am nächsten Tag kam ein Bote an und teilte uns mit, dass der Baron erst in ein paar Tagen wieder in der Stadt sein würde, da er mit Baronin Roxana und Baron Beorric von Wulfenstein zusammen auf die Feste Berath gereist ist, um sich die schweren Verletzungen von Ansgar von Berath anzusehen. Erst eine Woche später traf Foranan Mc Donough wieder bei uns ein und berichtete, dass Ansgar von Berath mit schweren Erfrierungen und einer großen Bisswunde auf dem Krankenbett liege und es wohl Monate brauchen würde, bis er wieder genesen wäre. EIN EISDRACHE HAT IHN ANGEFALLEN!!!
Ian Mc Gillivray

Herrin von Tatzelfels ruft zum großen Vasallentag

Es wird von Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Baronin von Tatzelfels und Vogtin der Vogtei Tatzelfels, folgendes bekannt gegeben:
Alle Vögte ihrer Baronie haben sich am 21. Tag des 2. Poëna auf Burg Tatzelfels einzufinden, um Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Baronin von Tatzelfels, Vogtin der Vogtei Tatzelfels und ihrem Land, der Baronie Tatzelfels, den heiligen Schwur der Treue zu leisten!
Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Baronin von Tatzelfels, Vogtin der Vogtei Tatzelfels

Wird der "Ruf" ausgesprochen?

Die Krise in Luchnar hat sich zu einem Dauerzustand entwickelt und es besteht die Gefahr, daß bald noch eine wesentliche Verschlimmerung eintritt. In den absurden Forderungen der Frauensperson Rowaine, der "Hochdruidh gegen luchnischen Willen" (der Heliosbote berichtete in Ausgabe 37)  nannte sie nämlich ein Datum: Vor Gwarscibor will sie die Luchner zu Dienern der Alfar machen. Nun ist Gwarscibor ein relatives Datum, die erste Blüte der Schwarzdistel, doch war dies in den letzten Jahrzehnten regelmäßig im ersten oder zweiten Xurl der Fall. Selbst im günstigsten Fall einer ausgesprochenen Spätblüte ist die Zeitspanne in weniger als einem halben Jahr abgelaufen.
Es scheint deshalb möglich, daß die Druidh den Torrit aussprechen werden, den Ruf, der alle Luchner in der Fremde nach Luchnar zurückruft, um dem Land in einer Stunde der Not beizustehen - seien sie Söldner, Fellhändler oder Druidhanwärter. Zwar weiß keiner, ob Muskeln und Wissen ausreichende Waffen sind gegen die waltenden Kräfte, doch wird sich jeder Luchner mit jeder Faser seines Körpers für sein Land einsetzen, wenn der Torrit ertönt und die Macht der Heimatliebe ist nicht zu unterschätzen. Wann die Druidh dieses Mittel einsetzen wollen, bleibt vorerst aber Spekulation.

Rudern am Brazach-Delta - Ein  herrliches Vergnügen!


Hoffnungsvolles Beispiel der Toleranz

Jeder, dem Heligonia am Herzen liegt, ist sich der schwärenden Wunde bewußt, die die Feindseligkeit der beiden heligonischen Glaubensgemeinschaften darstellt. Die Gräben, die sie im Volk aufreißt, welche manches Mal sogar durch Familien gehen, ist für uns alle schmerzhaft. Und wenn im Heliosboten ein Ogede oder Ceride das Wort ergreift, um über Angehörige des anderen Glaubens zu berichten, so ist es meist mit Bitterkeit und Vorwürfen.
Daß das Zusammenleben von Ceriden und Ogeden meist ganz anders aussieht, wird dabei häufig verschwiegen.
In diesem Zusammenhang ist es mir ein Anliegen, eine Freude und eine Verpflichtung, unserem Gastgeber, seiner Hochgeboren Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, für seine freundliche Unterstützung zu danken. Anläßlich des Adelstages, den seine Hochgeboren ausrichteten, wünschten einige Ogeden, die Meisten aus der Gesandschaft von Lord Angus McPhee, eine Feierstunde der Viere abzuhalten. Seine Hochgeboren, der Markgraf, war so freundlich, uns einen geeigneten Ort zur Verfügung zu stellen, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchte.
Für mich als Rechtsgelehrten ist es wichtig, daß ein verbrieftes Recht, wie es das Toleranzedikt seiner Majestät, König Helos Aximistillius III darstellt, nicht ein Schriftstück bleibt, sondern gelebtes Recht ist, damit jeder Ceride und jeder Ogede, gleich wo er sich aufhält, seiner Religion frei nachgehen kann. Dies beinhaltet aber zuvörderst, das man seine Rechte auch wahrnimmt.
Möge das Beispiel, das seine Hochgeboren, Markgraf Kalveram uns bot, in ganz Heligonia Schule machen. Vielleicht werden so die Brüche im Volk endlich geheilt.
Ganz besonders freute es uns daher, das einige Ceriden uns die Ehre erwiesen, der Zermonie als Gäste beizuwohnen.
Daryll McByron, Geweihter des Helios

Wappen der Vogtei Störenweiler in die königlich heligonische Wappenrolle aufgenommen

Während der edle Rasekorn vom Schinderteich, Vogt von Störenweiler, sich auf dem Weg nach Vjoshaven befindet erreichte die Baronie Rebenhain am 11. Tag des 3. Poëna ein Bote aus Escandra. Demnach ist nun, nach einjähriger Prüfungsdauer, das neugestaltete Wappen der Vogtei in die königlich heligonische Wappenrolle aufgenommen worden.

Das Wappen der Vogtei zu Störenweiler zeigt auf der rechten Schildseite ein Schwert auf schwarzem Grund, auf der linken Seiet sind 3 Geldsäckel auf Gold zu sehen. Ein Herzschild zeigt die Rebenhainer Traube im Zentrum des Wappens. 
Das Schwert ist das Zeichen derer von Schinderteich, da jener zu alter Zeit eine Richtstätte war. Die Geldsäckel stehen für Störenweiler, das nicht unerhebliche Einkünfte aus dem Schweinsnasenfrüchtegeschäft, sowie dem Zollhafen erzielt.
Ganz Störenweiler freut sich über die königliche Anerkennung seines Wappens.

 Gegeben zu Störenweiler am 12. Tage des 3. Poëna
im Jahre 28 n. A. III. von mir, Wolfher, dem Kanzler.

Die Wesen der Anderswelt sind nicht die eigentliche Gefahr!

Alfare zwischen Hammeln, Moosmutzelchen in der Speisekammer; Kobolde im Cailleach-See und Dornlingstreffen am Fuße des ArdGlas. Wenn das Erscheinen der Wesen aus der Anderswelt irgendwelchen Gesetzen folgt, werden diese zumehmend konfuser. Bisher schien, obwohl das andere Leben fast überall auftauchte, doch eine gewisse Strategie erkennbar: das Auftreten rund um die Feste Hautzensteyn und um den Baron Luchnars, das mit dem Fluch der Frauensperson Rowaine zusammenhing, Getümmel auf der Q1, was diese zeitweise fast sperrte, die Eröffnung der Spalte an der Grenze zu Tatzelfels - all dies konnte als politische und wirtschaftliche Schädigung gedeutet werden. 
Das jetzige Durcheinander wirkt ungezielter. Möglich wäre, daß Rowaine - oder jemand noch mächtigeres in der Anderswelt - nun einfach ungezieltes Chaos veranstalten will, um eine gezielte innere Abwehr zu erschweren. Möglich wäre weiterhin, daß es sich "nur" um einen Nebeneffekt immer durchlässigerer Weltgrenzen handelt. Es ist aber auch vorstellbar, daß das Geschehen Rowaine allmählich aus den Händen gleitet. In diesem Falle wäre die Konfusion sogar ein positives Zeichen. Selbst wenn man diesen positiven Fall annimmt, besteht aber die Gefahr, daß andere Kräfte die Verwirrung ausnutzen - insbesondere diejenigen, deren Name schon auf ihre Gegnerschaft hinweist. Cawadoc Gwar U'Mad, der langjährige Erzfeind aller Luchner, wird kaum eine besserer Gelegenheit finden, ins Land vorzustoßen - wenn er nicht überhaupt in Rowaines Ränke verwickelt ist. Cederric U'Mad, der im bekannten Gesicht der Druidh als ceridischer Missionar mit der Macht des Schwertes in Luchnar einfiel, könnte genau dies versuchen...
Ich denke, wir dürfen uns von denen Wesen der Anderswelt, von denen kaum je Lebensgefahr ausging und -geht, nicht irritieren lassen. Ignorieren wir sie, unterstützen die Druidh, schärfen wir Schwerter und Geist, befestigen wir Burg, Hof und Nioch! 
Aus einem Gespräch des Heliosboten 
mit Vogt Simuniel von Turlach

"Excommunicatio Syria Jaldis! Excommunicatio minor!"- Bischof Ceridian Egidio bannt die Prinzessin von Drachenhain aus der heiligen ceridischen Gemeinschaft

Zitternd wandert der gespreizte Zeigefinger der alten Hand über die Zeilen des aufgeschlagenen Buches, des Hilariums, dahin. Die heisere Stimme des erwürdigen Greises rezitiert sogleich das Gelesen, worauf zwei Dutzend Mönche, im donnernden Singsang, die heiligen Worte empor ins Gebälk des neuen Domes von St. Aluin schmettern. Bischof Ceridian Aegidio von Drachenhain, Abt dieses Domes, fällt seine erste Amtshandlung als Hüter und Hirte aller Ceriden des Fürstentums sichtlich schwer. Bittre Tränen der Trauer vergießt der hochbetagte Pretoriusaner, als er die alte Spruchformel des Bannes ausspricht. War es doch der Bischof selbst gewesen, der vor nahezu dreißig Jahren, damals noch als Priester der Drachentrutz, ein Kindlein über das heilige Becken hob und es vor dem Einen auf den Namen Syria Jaldis taufte - welch grausame Ironie!
Wieder durchfährt den Bischof eine Woge des Grams:
..."Denn ein faulender Apfel darf nicht die Macht erlangen den gesamten Baum zu verderben! Ist man ihm abhold, dann lässt der Baum den Üblen letztlich fallen! So lehrte der Heilige, so werden wir wirken: Excommunicatio Syria Jaldis! Excommunicatio minor!"
Mit diesen Worten ist es vollbracht, all zu lang hatte die Kirche dem unceridischen Treiben, der so absonderlichen Prinzessin wort- und tatenlos zugesehen - aus Rücksicht auf den Fürsten von Drachenhain, heißt es an mancher Stelle. Nach dem jüngsten Frevel jedoch, als Syria Jaldis die Stirn besaß im Streite gegen ihren Vater, die Hand zu erheben, um Blendwerk auf seine Durchlaucht zu werfen, war das Maß endlich voll. Zumal der Fürst von Drachenhain nach den schändlichen Vorkommnissen in Wolfenfeld selbst den Ausschluss seiner Tochter einforderte und auch seine Heiligkeit, der Primus, seine heilige Zustimmung gab. Nun ist die Prinzessin von Drachenhain und Baronin von Tatzelfels, die der Messe freilich fernblieb, exkommuniziert und aus der Kirche ausgestoßen:
..."Ja, erloschen ist wahrlich das Licht des Einen im Herzen und im Sinn der Prinzessin Syria Jaldis. Sei dies Schicksal all jenen, die ebenfalls der bösen Macht zu erliegen drohen, ein warnendes Beispiel! Wehe den Menschen ohne Gott, sie sind verloren und verdammt!"
Gegeben am 11. Tag des Wonnemonds, 
Bruder Pankraz von der Drachentrutz

Werter Herr Koldewaiht!

Nach meinem letzten Brief an Euch sah es lange Zeit so aus, als gäbe es nichts zu berichten. Nicht einmal einen Alptraum, von dem ich Euch erzählen könnte. Nur die Langeweile griff weiter um sich und die Schneefälle gingen langsam in Regen über, so dass das Umland von Kratorpolis im Matsch zu versinken drohte. Viele der Männer begannen zu maulen: Warum man sie noch immer hier festhalte. Schließlich sei es doch wohl offensichtlich, dass die Ödländer sich zurückgezogen hätten. Von Krieg könne keine Rede sein und dergleichen Reden mehr. Anstatt wachsam zu sein, trafen viele sich immer öfter in den wenigen Schänken von Kratorpolis. Es wurde getrunken und gesungen bis spät in die Nacht, so dass es immer wieder vorkam, dass einige der Männer ihren morgendlichen Wachdienst versäumten. Auch die Furcht vor Doppelgängern ließ nach, als hätte man sich inzwischen an diese Gerüchte gewöhnt und beachte sie nicht mehr. Aufgrund der schlechten Wege wurden recht wenige Spähtrupps ausgesandt, so dass derlei Befürchtungen wohl auch aus diesem Grund in den Hintergrund traten. Ich muss gestehen, dass sogar ich mich von der allgemeinen Sorglosigkeit anstecken ließ und mich der Übersetzung einiger Liedtexte widmete, die ich unter den Männern auffangen konnte. Bis sich mit einem Schlag alles änderte.
Es war früh morgens, die Sonne schien von einem blauen Himmel, der ausnahmsweise frei von Wolken war, als eine der Wachen atemlos nach einem der diensthabenden Offiziere suchte. Das gute Wetter hatte mich recht früh aus meinem Bett gelockt, so dass ich seine aufgeregten Reden mitbekam. Einer der Vermissten mit Namen Hanfried sei zurückgekehrt. Eine Nachricht hätte er, die er immer wieder von sich gebe, als wisse er nichts anderes mehr zu reden. Als der Wachhabende derart alle aus dem Schlaf geschreckt hatte, redeten alle wirr durcheinander. Man erging sich in den wildesten Vermutungen, was geschehen war. Als dann etwas später die Natur der Nachricht im Lager die Runde machte, war es um die Langeweile in Kratorpolis geschehen.
Es war tatsächlich Hanfried, den die Ödländer mit einer Nachricht zu uns zurückgeschickt hatten. Gar grausam hatte man ihn zugerichtet, damit er von seiner Mission nicht abgelenkt werde und wohl auch als Warnung für uns alle. Die Ödländer hatten ihn geblendet und die Ohren vertäubt, so dass der arme Mann weder sehen noch hören konnte. Nur die Sprache hatte man ihm gelassen, um die wenigen Sätze zu sprechen, die er uns mitteilen sollte. Es schien, als wären sie alles, was er noch hervorbringen konnte. Und so lauteten seine Worte:
"Die Führer der Heligonier, die Josephina von Drachenhain, Quendan von Zauberwacht, Foranan von Flaitney, Krator von Rebenhain, Beorric von Welzen, Nial von Angaheym, Rasekorn von Schinderteich und Leomar von Drachenhain heißen, sollen sich zum 12. Tag des 3. Poëna, wie es bei ihnen heißt, an unserem Platz am Jolborn einfinden, den ihr zerstört habt. Ansonsten wird es keine Unterredungen geben und der Kampf wird sofort weitergeführt. Eine Antwort erwarten wir spätestens bis zum 3. Tag des 3. Poëna."
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es danach in Kratorpolis zuging. Das Lager glich einem Wespennest. Zu allem Überfluss war Rasekorn von Schinderteich gerade Richtung Vjoshaven gereist, so dass der stellvertretende Kommandant Rebger Maischtreppler auf sich alleine gestellt war. Noch am gleichen Tag schickte er jedoch Boten aus, um die genannten Personen zu benachrichtigen. Da auch eine Nachricht an die Ödländer ergehen musste, bot ich Flannagan an, der Bote zu sein. Ich konnte mir gut vorstellen, dass keiner sehr erpicht darauf war, diese Aufgabe zu übernehmen, nachdem was man dem armen Hanfried angetan hatte. Zudem hatten die Ödländer auch offen gelassen, wohin man die Nachricht zu überbringen habe. Um den Termin nicht zu versäumen, wurde sofort eine Besprechung anberaumt, die schließlich zu folgendem Ergebnis kam:
Man war übereingekommen, die Nachricht am zerstörten Ritualplatz zu hinterlassen, da dies auch der Ort war, an dem sich die genannten Persönlichkeiten einfinden sollten. Da dieser von Kratorpolis aus nur mit dem Schiff zu erreichen war, entschied man sich dazu, hundert Mann per Schiff mit Einar Garstbrenner als Flottenkommandant zu entsenden. Als eigentliche Überbringer der Nachricht wählte man den Templer Andrek von Herrach aus der Erzmark und mich, was ich wohl auch Flannagans Einfluss zu verdanken habe. Zudem war es wohl auch ein wohl berechneter Schachzug der Kommandanten, einen Ceriden und einen Ogeden gemeinsam mit dieser Aufgabe zu betrauen. Wenn auch der Großteil der Männer, die uns begleiteten, Ceriden waren, da sie nicht durch Magie beeinflusst werden können. Ansonsten hatte man sich wieder einmal darum bemüht, möglichst alle beteiligten Parteien zu berücksichtigen, damit niemand sich übergangen fühlen konnte.
Die Fahrt selber verlief recht ereignislos, wenn auch der Jolborn recht viel Wasser führte aufgrund der einsetzenden Schneeschmelze, so dass Einar Garstbrenner einige Male sein Geschick als Flottenkommandant unter Beweis stellen musste. Als wir am Ritualplatz ankamen, wurden wir auf dem Fluß von den Bewachern verwundert begrüßt. Es regnete leicht, als Andrek und ich von Bord gingen, um das Schreiben zu hinterlegen, das Maischtreppler uns mitgegeben hatte. Wir fanden den Platz verlassen. Nichts deutete darauf hin, dass ein menschliches Wesen ihn seit der Schlacht betreten hatte. Doch trotz der Zeit, die vergangen war, waren die Male der Zerstörung noch immer gut zu erkennen. Ein Schauer rann über meinen Rücken eingedenk der damaligen Ereignisse.
Man hatte Andrek und mir aufgetragen, unsere Nachricht nicht nur in schriftlicher Form zu hinterlegen, sondern auch laut kund zu tun. Denn wer konnte schon wissen, ob die Ödländer unserer Schrift mächtig waren. Doch hier war niemand, dem man sie hätte übermitteln können. Nach einer Weile des Schweigens blickte wir uns an. "Rufen wir eben", schlug ich Andrek vor, worauf wir dann lauthals "Hallo!" in das umgebende Moor brüllten, beide damit rechnend, dass jeden Augenblick eine Schar Ödländer über uns herfallen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Nur der Wind strich durch das Schilf und brachte es zum rascheln.
Das Kribbeln zwischen meinen Schulterblättern drängte mich, den Ort wieder zu verlassen. Irgend etwas stimmte nicht. Andrek lauerte in das umgebende Dickicht. Schließlich zuckte er mit den Schultern. "Dann tun wir eben, was man uns aufgetragen hat", meinte er. So riefen wir denn unsere Nachricht in das schweigende Moor und lauschten. Doch wiederum geschah nichts, nur die Härchen in meinem Nacken richteten sich auf. Ich wollte Andrek gerade darauf hinweisen, dass es wohl besser sei, aufs Schiff zurückzukehren, als ich plötzlich Schritte hörte, die sich vom Fluß her näherten. Ein großer Trupp Menschen musste zu uns unterwegs sein. Ödländer?
Aufs schlimmste gefasst, zogen wir beide unsere Waffen, bereit unsere Haut so teuer als möglich zu verkaufen. Da gab das Dickicht den Blick auf die sich Nähernden frei: Es war Einar Garstbrenner mit der Hälfte der Schiffsbesatzung. Als er uns sah, schien eine Zentnerlast von ihm abzufallen. Was wir hier so lange getrieben hätten, fragte er uns. Wir seien schon seit Stunden überfällig. Solche Sorgen habe er sich gemacht, dass er schließlich beschlossen habe, nach uns zu suchen. Andrek und ich sahen uns verwirrt an, waren wir doch erst vor kurzer Zeit am Ritualplatz angelangt. Ich gab zu bedenken, dass vielleicht Magie im Spiele sei. Doch Andrek wies meinen Einwurf scharf zurück. Schließlich sei er Ceride und durch Magie nicht angreifbar.
Da sich die Situation nicht klären ließ, kehrten wir alsbald aufs Schiff zurück. Wir berieten uns zu dritt, wie wohl weiter zu verfahren sei. Ich drängte darauf, die Umgebung nach Spuren abzusuchen, um der Ursache des rätselhaften Phänomens auf den Grund zu gehen. Doch da sowohl Einar als auch Andrek der Meinung waren, dass unser Auftrag erfüllt worden sei, traten wir noch am gleichen Tage die Rückreise nach Kratorpolis an. Mir war nicht wohl dabei. Jemand musste das Phänomen verursacht haben, ein ödländischer Schamane so vermutete ich. Und das bedeutete, dass der Feind in der Nähe weilte. An Einars und Andreks Mienen konnte ich ablesen, dass sie wohl ähnliches dachten, dennoch ließen sich beide nicht von mir überzeugen.
Vor ein paar Tagen sind wir nun in Kratorpolis angekommen. Seitdem warten wir sehnsüchtig auf die Persönlichkeiten, die von den Ödländern aufgefordert wurden, zum Ritualplatz zu kommen. Doch bisher sind nur Josephina von Drachenhain und Foranan von Flaitney erschienen, wobei Josephina von Tallrim Stabschwinger begleitet wurde. Wir alle hoffen und bangen, dass auch die anderen noch rechtzeitig kommen mögen, doch der von den Ödländern benannte Tag rückt unaufhaltsam näher. Wenn die Genannten ausbleiben, müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen. Deshalb schreibe ich Euch noch schnell diese Zeilen, bevor es mir vielleicht unmöglich wird, Euch noch ein Schreiben überbringen zu lassen.
Grüßt mir Llevin und richtet meiner Kusine Yolande meine besten Wünsche zur Geburt ihres Sohnes aus. Denkt an uns.
In tiefer Verbundenheit
Arandis

"Hero-Hero-Canoneroooo!!!" 
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 Besucht Betis, hier wird Utzgan ernst genommen! 

 

Herzögliche Ostarische Hofgazette

Amtliche Bekanntmachung

Als großen Erfolg kann die Ostarische Nordlandexpedition, welche während des 1. Poënamondes im Jahre 28 n.A.III. unter Leitung der edlen Dame Fredricaja von Rankenwies und Ritter Roland Welheim stattfand, gewertet werden. Ziel war die Erkundung und Sicherstellung einer geheimnisvollen Feste, welche Ritter Roland gemeinsam  mit seinem Knappen Eodar auf einer vorangegeangenen Reise entdeckt hatte. Mit dem Schlimmsten rechnend machten sich zahlreiche Recken, Abenteurer und Söldlinge auf, um im Auftrag Ostariens auch in diesen Grenzlanden für Recht und Ordnung zu sorgen. 
Wie sich bald herausstellte war die zuerst verlassen scheinende Burg von allerlei daimonischen Kreaturen bevölkert, welche unter der Herrschaft einer mächtigen, uralten und äußerst finsteren Kreatur standen, die alles daran setzte, die rechtmäßige Inbesitznahme zu verhindern. Doch mit Hilfe aller Teilnehmer konnten die Expeditionsziele dennoch verwirklicht und die Daimonsherrschaft gebrochen werden. Die entscheidenden Hinweise zur Lösung der Situation lieferte der Hilariusit Bruder Prodigius, der gemeinsam mit Bruder Honestus aus dem Orden der Bannkreuzer und der Pretoriusanernonne Schwester Idona von Seiner Heiligkeit selbst entsandt worden war, um mit seinen ausgezeichneten Kenntnissen der heiligen Schriften der Expedition beizustehen. Hierdurch erfuhren die Gläubigen auch, daß es untrüglich der Wille des Einen sei, daß die Burg befreit und der Schlüssel zum Tor der Unschuld gefunden werden solle. Dieser Schlüssel, welchen die Schriften als den Name des Dämons, welcher über die Burg herrschte, identifizierten, konnte erlangt werden und wird nun in Gunara für seine weitere Verwendung aufbewahrt .
Nach Beendigung der Unternehmung wurde die Burg in die Obhut der Nordmark unter Ritter Roland Welheim übergeben, um als Schild und Schutz gegen die Ödlandhorden im Norden zu dienen. 
Es sei darauf hingewiesen, daß es insbesondere, der exzellenten Leistung der Expeditionsleitung zu verdanken war, daß die Moral der Expedition im Angesichte Daimons nicht vollständig zusammenbrach. Des weiteren dankt das Amt im Namen Ostariens den zahlreichen Streitern, die ihr Leben im Kampf gegen die diabolischen Kreaturen riskierten, wie auch den Heilkundigen, welche zahlreiche derselben retten konnten. Ohne Frage, war auch die gute Zusammenarbeit mit den Gelehrten der Universität zu Idyllie von Nutzen, die große Fähigkeiten in der Analyse der verschiedenen daimonischen Apparate bewiesen, welche der Feind gebraucht hatte, um seine Schreckensherrschaft auszuüben.
Das Amt für Expeditions- und Vermessungswesen bittet weiterhin zur Kenntnis zu nehmen, daß der Söldnerhaufen "Von Rum und Ähre", der auf nicht geklärte Weise in den Tathergang eines Angriffs auf Ritter Roland Welheim verwickelt war, aus Heligonia ausgewiesen wurde und rät dringen keinerlei Dienstverhältnis mehr mit dieser Organisation einzugehen. 
In Bälde schon wird eine Zweigstelle des Amtes für in den neubesiedelten Gebieten errichtet werden, auf daß fachmänniche Vermessung auch hier zur Grundlage gerechter und effizienter Verwaltung und Besteuerung werden möge.
Amtsdirektor Neidtfried von Harkenberg
Herzölich-Ostarisches Amt für Expeditions- und Vermessungswesen 
Stellvertretender Leiter 

Noch keine Ahnung wohin die Hochzeitsreise führen soll? 
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Betis, die romantische Perle am Brazach-Delta!

Bischof Falconius von Regentin Walluma im Amte bestätigt

Der aus Gunara heimkehrende Falkonius von Regart wurde von Herzog Angilbert I. und Regentin Walluma im Herzöglichen Palast zu Ankur empfangen und in einer kurzen Zeremonie feierlich in seinem Amt als Bischof Ostariens bestätigt. Die Regentin beglückwünschte den Erzkaplan zu seiner Ernennung und bekräftigte, daß man sich wohl keinen besseren Amtsinhaber hätte vorstellen können. Der Superior des Ordens der Bannkreuzer und Abt zu Hurtenau, welcher beim Conzil zu Gregorsruh schon mit dem Verzicht auf eine Kandidatur Furore machte und außerdem eine Abkehr seines Ordens von der weltlichen Politik ankündigte, versprach, stets im Sinne von Ostarien und der heiligen Mutter Kirche zu handeln, dem Herzogshaus treu zu dienen, die Herzögliche Familie in allen Ordenshäusern mit ins tägliche Gebet einschließen zu lassen und das Vertrauen, welches in ihn gesetzt wurde nicht zu enttäuschen. Außerdem, so Falconius von Regart, wolle er seinen Überzeugungen treu bleiben und sich in seinem Amt ganz den Angelegenheiten der Kirche und dem Seelenheil der ihm Anvertrauten widmen und sich wenn möglich aus den weltlichen Angelegenheiten heraushalten. Nicht zuletzt wäre es ihm ein Anliegen, die Zusammenarbeit unter den verschieden Orden in Ostarien zu fördern und zu pflegen.
Der Amtssitz des Bischofs wird weiterhin in der Hurtenau sein, das ja nicht allzuweit von Ankur entfernt ist.
 
 

Fürstlicher Thaler Hofchronist

Truppenbewegungen in Thal

Hochanthen, den 3. Tag der 3. Poëna
Nach der letzten Sitzung des Thaler Generalstabes am 1. Tag der 3. Poëna, zu der auch Prinz Anselm anwesend war, verließen die sechs Hauptmänner des Thaler Heeres eiligen Schrittes die Horens-Kaserne von Hochanthen. Noch in derselben Stunde machten sie sich auf den Weg in "ihre" Baronien, um der Garde die Befehle des Generalstabes bzw. des Prinzen zu überbringen. Um was für Befehle es sich handelt, unterliegt der Geheimhaltung.
Am heutigen Tag wurden bereits die ersten Truppenbewegungen unternommen. Sie konzentrieren sich auf die nördliche Grenze Thals, auf die Ufer des Brazzach. Die verschiednen Einheiten sammeln sich an drei Punkten, die aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden. Der endgültige Einsatzbefehl wird in den nächsten Tagen erwartet.
Die Gerüchte, das es schon zu ersten Scharmützeln an der Grenze gekommen sei, wird von Seiten des Generalstabes vehement zurückgewiesen.
Hartmut Hohlbein
Schreiber der Garde von Thal

Was geschieht auf der Camspitze?

Sethnara am 20. Tag der 2. Poëna
Nachdem Ansgar von Beraht vor einigen Wochen durch einen Angriff des echsenähnlichen Wesens, welches in einer Höhle auf der Camspitze lebt, schwer verletzt wurde, befindet sich der Freiherr von Hochwalden endlich wieder auf dem Wege der Besserung. Die Bisswunden sind nahezu verheilt und auch die Erfrierungen, die den Medica große Sorgen bereitet hatten, verschwinden allmählich. Ansgar von Beraht wird auf der Familienburg derer von Beraht in Sethnara weiter betreut und von seiner Verlobten, Fendra von Aueneck und seiner Schwester, Roxana von Beraht, gepflegt und umsorgt.
Die beiden Damen waren sofort nach dem Erhalt der Unglücksnachricht in Begleitung von Baron Beorric von Welzen, Freiherr Engstirn von Keitz und Cragen, Lordkanzler Johannes Vergenhans, Meridiell von Nebelau und des Barons Foranan McDonough von Cambrück aus nach Sethnara gereist, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen. Der Baron von Flaitney trug bei der Beratung und Diskussion bezüglich der Geschehnisse auf der Camspitze entscheidend zur Lösung des Rätsels um das Wesen in der Höhle bei.
Einer Legende nach lebte vor einigen hundert Jahren in der Baronie Flaitney ein ähnliches Wesen in einem See. Es handelte sich um einen Eisdrachen. Personen, die von ihm angegriffen wurden, trugen damals vergleichbare Verletzungen davon wie Freiherr Ansgar von Beraht. Die Legende besagt weiter, dass der Drache von einem Dudelsackspieler durch das Spielen einer bestimmten Melodie vertrieben werden konnte. Er verschwand daraufhin und ward in Heligonia nie mehr gesehen.
Sollte es sich bei dem Drachen auf der Camspitze tatsächlich um den Eisdrachen aus Flaitney handeln? Dagegen spricht allerdings, dass der Drache in Hochwalden wesentlich kleiner ist, als der in der Legende beschriebene. Vielleicht ist der Drache auf dem Camspitzgebirge ein junger Drache, der noch nicht voll ausgewachsen ist. Eine weitere, häufig gestellte Frage war: wie kam er auf den Berg in Hochwalden? Es ist davon auszugehen, dass es unter dem Gebirge weitläufige Höhlensysteme gibt. Diese Höhlen stehen allerdings zum größten Teil unter Wasser, was eine genaue Erforschung praktisch unmöglich macht.
Baron Foranan McDonough reiste sogleich nach Flaitney zurück, um in den Bibliotheken nach weiteren Hinweisen zu suchen. Leider wurden viele Dokumente vor einigen Jahren durch einen großen Brand vernichtet und auch die gesuchte Melodie, die damals den Drache vertrieben hat, ist bisher noch nicht gefunden worden.
Lordkanzler Johannes Vergenhans untersuchte an der Universitas zu Cambrück die Dungproben, die vom Berg mitgebracht wurden. Anhand dieser und der Tatsache, dass außerhalb der Höhle bisher keine Spuren des Drachen entdeckt wurden, kann sicher gesagt werden, dass der Drache die Höhle nie verlässt und sich von Kleintieren wie Fischen, Molchen, Kröten, Fledermäusen und anderem lichtscheuen Getier ernährt.
Alle Versuche, den Drachen zu fangen, schlugen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der Wendigkeit des Tieres fehl. Der Drache nutzt seine Vorteile, in den wassergefüllten Gängen sehr gut aus und konnte sich immer schwimmend und tauchend vor seinen Verfolgern zurückziehen. Auch gingen die Jäger äußerst vorsichtig vor, damit sich ein Angriff wie auf Ansgar von Beraht nicht wiederholen konnte.
Ob der Drache, der von den Hochwaldenern mittlerweile "Camdragon" genannt wird, eine ernsthafte Gefahr darstellt, solange er ungestört in der Höhle auf der Camspitze lebt, ist noch nicht abschließen geklärt.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich dem Berg und der Höhle nicht weiter, als unbedingt nötig zu nähern, damit das Tier nicht ohne Grund aufgeschreckt oder vertrieben wird. 
Alle Beteiligten arbeiten weiter an einer Lösung des Problems. Jeder, der dabei wertvolle Hilfe leisten kann, darf gerne in Sethnara vorsprechen und seine Ideen einbringen.
Die Höhle und das Gelände auf der Camspitze werden derzeit von Gardisten der Hochwaldener Garde bewacht. Dies soll zum einen dazu dienen, den Drachen und seine Aktivitäten im Auge zu behalten und auch sicherstellen, dass weder Neugierige noch selbsternannte Drachenjäger der Höhle zu nahe kommen.
Berengar Abelaerd, 
Berichterstatter derer von Beraht

Frühlingshochwasser bleibt in diesem Jahr aus

Hochwalden, 26. Tag der 2. Poëna
Jedes Jahr zur Schneeschmelze strömen große Mengen Schmelzwasser aus dem Camspitzgebirge in die Camwasser, was zu einem jährlich wiederkehrenden Hochwasser führt. Vor allem die Auenwälder und Flusstäler, sowie die Tier- und Pflanzenwelt der Camwasserauen profitieren von diesem Wasser. Auch die Flößer in den Bergwäldern um die Camspitze nutzen die zusätzliche Strömung des Schmelzwassers, um die geschlagenen Baumstämme leichter, schneller und ohne weitere Antriebskraft ins Tal zu transportieren. Doch in diesem Jahr warteten alle vergeblich auf die Flut. 
Der Grund dafür ist in den Geschehnissen um die Camspitze zu finden, die in dem Artikel "Was geschieht auf der Camspitze?" berichtet werden. Der Eisdrache verströmt eine Kälte, welche die Temperaturen auf dem Berg insgesamt zwar nur ein wenig abfallen ließ, diese Temperaturschwankung führte aber dazu, dass der Schnee in den höhergelegenen Regionen des Berges nicht geschmolzen ist.
Zudem sind einige Bäche und Wasserläufe, die zusammen die Quelle der Camwasser bilden, in der Nähe der Drachenhöhle zugefroren. 
Welche Auswirkungen die geringeren Wassermengen, die nun aus der Quelle der Camwasser ins Tal fließen, langfristig auf die Flusstäler haben werden, ist noch nicht abzusehen.
Es wäre jedoch durchaus möglich, dass der nahende Sommer den Schnee auf der Camspitze trotz des Einflusses des Eisdrachen doch noch zum Schmelzen bringt und die Frühjahrsflut dann eben etwas später einsetzen wird. 

Feierlichkeiten in Jarun

Die Tour de Heligonia und ins besonders der Etappensieg der Jaruner Hazardeure auf der zweiten Etappe der Tour läßt in der sonst beschaulichen Stadt Jarun die Gefühle überschäumen. Nachdem der Etappensieg durch einen Eilboten auf dem Marktplatz und am Hafen der Stadt bekanntgegeben wurde war an diesem Tag an keinen normalen Ablauf oder Handel mehr zu denken. Augenblicklich fanden sich die Jaruner zu einem Fest zusammen, wurden Tische und Bänke auf die Plätze gestellt und Freudentänze ließen Jung und Alt im Kreis wirbeln. Zu dieser spontanen Begeisterung mag auch der endlich anbrechende Frühling beigetragen haben, der den allzu langen Winter endlich vertrieben hat. Erst die warmen Sonnenstahlen dieser Tage machte eine der berühmten thaler Hocketsen wieder möglich.

Wir en Thal

Wir en Thal
wir send götterfürchtig, so wie sich's g'heart,
drom schauet, was uns die Viere älles bescherat.
Wir habet scheene Wiesa, Wälder, Flüss ond Berg'
ond unser Hochanthen isch's reinschde Kunschtwerk.

Wir en Thal
wir kennet singa, schwimma ond tanza,
ond uns vollschlaga unseren Ranza
mit älle meglicha Leckereia,
selbst der Pöbel duat sich do freua.

Wir en Thal
wir habet die beschde Garde weit ond breit
mit dr' kompetenteschde Leit,
die kennat ao Prinzessinna befreia,
ond dieser selbschternannte Großherzog duat's jetzt bereua.

Wir en Thal wo jeder froh isch,
kennat älles außer hochheligonisch!
 

Betiser Tribüne

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt
-Tour Direktor Johannes Marius Weiß
-Reiseberichte
-Umzüge
-Lilien
Und was nicht
-Unverschämte ödländische Forderungen
-Baronenpaar-Trennung
-Säuglinge vermissen
-trockene Erde
-bei der Tour von Heligonia anderer Leute Pferde vergiften

Der Handelsprophet

Tageskurse
Aurazith 1 heligonische Unze 1 Dukaten und 7 Kreuzer
Wein (Rebenhainer, in der Taverne 1 Kreuzer
Kutsche 20-50 Dukaten
Ruderboot 5-17 Dukaten

Der Aurazithpreis Höhenflug hält weiter an, die Händler zeigen sich allerdings beruhigt, dass die Wertung nicht weiter gestiegen ist. Die Einstufung für Rebenhainer Wein bleibt aus bekannten Gründen immer noch sehr niedrig. Der Erfolg der Tour von HeligoniaTM  hat nun auch Auswirkungen auf den Kutschenverkaufswert, in den niederen als auch in den höheren Preisklassen. Dies fällt augenscheinlich zu Lasten des Ruderbootverkaufes. Die Warm-Wetter-Periode lässt die Ruderbootbauergilden jedoch auf Genuss-Ruderer-Absatzsteigerung hoffen.

Gunst und Kunst 

Was die Heligonier am liebsten hören
1(5)  Harald Schönefonte - "Wo ist der Teemon?"
2(1)  Wunderkind Bonifazio - "Fröhliche Erleuchtung"
3 (2) Burschenschaftschor der Universität zu Idyllie - "Tlamanamann"
4(-)  Der unglaubliche Ignazio - "Hopplawie, Hopplawas"
5(3)  Belgabor - "Das heligonische Rätsel"
6(7)  Emeranseeflottenchor - "Lied der Emeranseefischer"
7(4)  Gesangsverein der Duellsportgruppe Ligonii-Süd - "Handschuée"
8(8)  Die Buß-Brüder - "Beichten, Beichten, Beichten"
9(-)   Giacomo Funzetti - "Sonnschein-Schagga"
10(6) Ostarische Utzgannationalmannschaft - "Utzgan ist unser Leben"

Stadtgeschehen

Nach dem Besuch Pecunia Ay-Bytans bei der Familie Corvese scheinen die neuen Geschäftspartner nun ihren ersten Handel abgeschlossen zu haben. So erwarben die Ay-Bytans ein kleines Händlerschiff mit dem Namen "Xurltreu" um ihre Geschäfte mit dem Norden des Reiches abwickeln zu können.
Wunderkind Bonifazios Erfolgslied "Fröhliche Erleuchtung" ist auf den zweiten Platz der "Gunst und Kunst"-Liste abgerutscht! Der schockierte Bub' sagte vorerst alle Konzerte ab und kündigte mittels seines Beraters an, bald mit einem neuen Lied den ersten Platz zurückzuerobern.
Entgeistert reagierte die Vereinsführung von Sturm Betis auf eine an nicht genannter  öffentlicher Stelle verbreitete Bekanntmachung des "Ramon-darf-nicht-heiraten!"-Fan-Clubs. "Jeder darf seine Meinung haben, aber darf man, in diesem Fall wohl eher frau, wirklich so weit gehen?" fragte sich der Pressesprecher der Utzganmannschaft.
Überall im Lande gibt es Hochzeiten, oder zumindest Verlängerungen der Ehe. Die Betiser Bürger fragen sich nun, wann es endlich am Brazach-Delta einmal wieder ein solches Fest zu feiern gibt?

Bürger des Monats

Harald Schönefonte wurde dank seines Platz 1 Erfolgs "Wo ist der Teemon?" von der Jury zum Bürger des Monats gewählt. "Der professionelle Betiser Unterhaltungskünstler Schönefonte erreicht mit einem ostarischen Thema sogar die Menschen auf dem Herzog Uriel II-Atoll. Diese kulturverbindende Leistung wollen wir mit der Ernennung zum Bürger des Monats honorieren", so ein Mitglied der Jury. Schönefonte bedankte sich bei der Jury und bei seinem geliebten Publikum mit einem dreifachen "Hossa!".


Unbekannter Wohltäter

"Poënas Lust" am Ende des Sanais-Kanals: Jeder Hafenviertler kennt die Bruchbude, in der die Töchter Sanais'wohnen, die zu alt oder krank geworden sind, um ihrem Berufe nachzugehen. Sie leben seit jeher von den Almosen der Betiser, denn das Zurückgelegte reicht allzu selten aus, um einen sorgenfreien Lebensabend zu verbringen. So ist es auch kein Wunder, dass das alte Haus seit Jahrzehnten baufällig und heruntergekommen ist, schlimm für die Nachbarn, aber noch schlimmer für die Frauen, die darin hausen müssen.
Nun fuhr kürzlich an einem sonnigen Vormittag ein Wagen mit Baumaterial vor, begleitet von einer Handvoll Handwerkern, die auch sogleich begannen, lautstark ein Gerüst zu errichten. Verschlafen blinzelten die Anwohner aus den Fensterläden: Was hatte das zu bedeuten? Auch die Bewohnerinnen des Hauses waren völlig überrascht von den Vorgängen. Eine reiche Person habe ihnen den Auftrag gegeben, erklärte der Polier.  Sie sollten "Poënas Lust" renovieren und neu ausstatten. Dann überreichte er den völlig entgeisterten Sanais-Töchtern einen Beutel mit 50 Dukaten, von dem sie sich neue Kleidung und Essen kaufen sollten. Seitdem wird in dem alten Haus nun gemauert und gesägt, auch ein neues Dach wurde schon eingedeckt. Zum Ende der Bauarbeiten ist ein kleines Fest geplant, bei dem auch alle Freunde und Gönner eingeladen sind. Die Hoffnung aber, dass sich dabei auch der reiche Wohltäter zeigen wird, ist jedoch gering.
 
 

Festmahl bei der Eröffnung der Universität zum Cambrück ein voller Erfolg

Nein, dies soll kein Versuch sein, ein wenig mehr Platz im Boten zu füllen, damit dem geneigten Leser die segensreiche Werbung sowohl des wohlschmeckenden Honigmets als auch der Perle der heligonischen Kultur, Betis, erspart bleibt, obwohl über die Gründungsfeierlichkeiten der Universität zu Cambrück in der Vergangenheit schon ausreichen berichtet wurde.  Doch, was sage ich, ausreichend?

Nun, in der Tat, wir wissen nun, daß als kleine Erfrischung Thaler Eulenkekse und Saarka-Monde gereicht wurden, auch ist es dem Leser eine Befriedigung, erfahren zu dürfen, daß das Desserts des Festmahls aus herrlich warmen Bratäpfeln in schaumiger Vanillesoße bestand und somit geradezu vier-göttlich und einerlei passend zur Jahreszeit gewählt wurde.  Auch über das Programm erfahren wir eine Menge, die Vorträge, hübsch nach dem ausliegenden Programm aufgereiht, garniert mit kurzen und durchaus prägnanten Angaben des Inhalts, nur wenig und kurz unterbrochen durch Schilderungen der omnipräsenten Erfrischungen.  Fast vier Seiten gereichen dem Leser fast zur Überfülle, daher kann die Erwähnung der abendlichen Ereignisse einem einzigen Satze überlassen bleiben, der mühevoll und kurz vor dem Verlust der leserschaftlichen Aufmerksamkeit, die "Gelehrten" zur Zusammenfassung und Erklärung auffordert.  Wahrlich, mehr ist eine Arbeit des Betiser Bürgers des (letzten) Monats auch gar nicht wert, handelt es sich dabei doch nur um ein Meisterwerk der Mechanik, daß zum Wohle Heligonias und dessen Bewohner überreicht und verschenkt wurde.  Bis auf die Anwesenden der Feierlichkeiten hat sich ja schließlich auch niemand von den Gästen dafür interessiert. 

Da verwundert es auch nicht, daß dieses Werk hinter den Bergen von Grütze verschwindet und des Lesers Aufmerksamkeit so ein wenig entgeht, pardon, es waren ja Bratäpfel. Gerade in einem Bericht von einer Eröffnung einer Universität wäre ein Artikel mit wissenschaftlichem Inhalt oder gelehrter Wertschätzung auch übertrieben, denn dafür interessieren sich die Leser des Boten ja auch gar nicht, schließlich sind es ja nur die Adligen und Bürger dieses Landes.  Aber hätte ein Viertelseitchen mehr denn geschadet?  Ich bin nur ein unbescholtener, recht ungelehriger Bürger, der das Portal für eine Kneipe in Betis hält, aber darf ich nicht erfahren, was des Abends vorging?

Es tut mir leid, ich bin kein Adliger, deswegen bin ich wohl nicht ganz die Zielperson des Artikels über die Gründung, aber auch mit mir will die Bewerbung der oben genannten Produkte ein wenig Geld erwirtschaften. Es scheint doch hoch-informativ, wenn der Nennung von Schwimmkerzen soviel Wert zugeordnet wird, wie den abendlichen Vorgängen. Und wo sind die Thaler Gelehrten, deren Aufgabe es sein soll, die Vorkommnisse zu kommentieren? 
Wahrscheinlich beim Essen. 
Guten Appetit!

H.B. ein Unwissender aus Betis.

Sedomee fordert die Auslieferung von Raso Amogatas

Es scheint, daß sich zwar nicht der Dieb, doch der Hehkler gefunden hat, welcher die Mondkatze verschachern wollte. Einen Kunsthändler hohen Ranges heißt man ihn; doch hoher Rang schützt nicht vor niederen Taten und hoher Rang schützt nicht vor tiefem Fall.
Keine unbedachte Anschuldigung ist es, die wir vorbringen, denn wir haben Beweise und Zeichen - zum einen aus der Umgebung des Verdächtigen vom jemandem, der hinter die Dinge sieht, zum andern von der Göttin selbst. Deshalb klagen wir an:
Raso Amogatas, Kunsthändler zu Betis, 
wegen des Versuchs, die heilige Mondkatze aus dem  Tempel von Jalamanra, somit Versündigung wider die Göttin sowie wegen Hehlerei.
Wir fordern die Auslieferung an Sedomee, um auf unserem Boden ein Urteil zu fällen und die der Göttin gefällige Strafe zu vollstrecken. Zysara Agnat, Hochgeweihte der Saarka und Sakija Rakesh, Geweihte des Helios sind bereits unterwegs, um die notwendigen Formalitäten mit dem Betiser Stadtrat zu besprechen.

Bazaar Darians

Erstes aturianisches Handelskontor in Darbor

Wie bereits angekündigt, eröffnete die bekannte Familie de Saronno aus dem befreundeten Königreich Aturien in Darbor ein Handelshaus. Am Tage der Eröffnung war ein geschäftiges Treiben um das schmucke Haus am Hafen zu beobachten. Piero Nicola Cesare de Saronno, der als maßgeblicher Mittler des Abkommens gilt, verblüffte mit der Vielzahl und Erlesenheit des Warenangebots die staunenden Kunden. Leinen, Wolle, Baumwolle, Seide, Spinnenseide, Damast, Samt und Brokat wurden in den verschiedensten Farben dargeboten. Doch nicht nur Stoffe zählten zu den erlesenen Waren, die vor allem für den anspruchsvollen Käufer bestimmt ist. Auch Wein, Grappa und Prosecco (letzterer allerdings nur in geringen Mengen, er ist auch nur besonderen Kunden vorbehalten). Außerdem gab es auch Gewürze, Salz und Zucker sowie Metalle, Edelsteine, Schmuck, Werkzeuge und Waffen hoher Güte zu kaufen.
Eine ganz besondere Köstlichkeit aus dem Hause de Saronno lässt sich in Aturien leider nicht käuflich erwerben: zwei Kisten Amaretto DiSaronno wurden mit dem ersten Handelsschiff, welches Darian anlief, als Gastgeschenk für die Händlerfamilie AyBytan und selbstverständlich auch für seine Hochgeboren, Graf Dedekien von Darian, mitgeschickt. 

Tour von Heligonia

Die Tour von Heligonia wirft ihre Schatten voraus. Der geprellte Zecher vermietet seine letzten Zimmer. Einkaufsmöglichkeiten gleich nebenan im Schrein der Weisen, mit zahlreichen neuen Artikeln. Verschiedenste Miniatur-Kutschen der darianischen Mannschaft sowie der bisher führenden Mannschaften werden nur noch angeboten, solange der Vorrat reicht. Zum besonderen Anlass der Tour von Heligonia wird ein von den AyBytans nach eigener Rezeptur hergestelltes neues Getränk angeboten. Der mit einem Hauch von Alkohol versehene, sahnige Trank A.M.Bur.E.T.O. (AyBytans Milch-Burai-Edel-Tropfen-Original) wird allerdings erst bei Erreichen des Etappenziels Ravani zum Ausschank freigegeben.

Handelshaus AyBytan erwirbt Kogge

Die weithin bekannte und allseits beliebte Handelsfamilie AyBytan konnte durch ihre Popularität, welche sie am letzten Adelstag erlangte, sich Zugang zu den bedeutendsten Häusern Heligonias verschaffen. Erst kürzlich nahmen sie die Gastfreundschaft der Familie Corvese in Betis in Anspruch. Bei den Gesprächen über die Erschließung neuer Märkte ergab es sich, dass ... Corvese den AyBytans eine Handelskogge verkaufte, die nun mit dem klangvollen Namen "Der Nech-Darianer" im Hafen von Betis vor Anker liegt und auf ihre erste Reise wartet. Diese führt sie stromaufwärts ins ferne Vjoshaven, wo schon sehnlichst eine Ladung Met erwartet wird.



Das Lanerafest in Vjoshaven erleben 
und dennoch nicht auf den wunderbaren Genuss 
des Tatzelfelser Honigmeths verzichten?
Kommt zu Skarpedin Skagison
in die Taverne zum Donnerdrummel. 
Unterkunft auf Anfrage auch möglich.

Wegweiser zur Erleuchtung


Primus Pacellus ernennt die ersten Bischöfe der Heiligen Ceridischen Kirche

Voll ging es einher, als sich die Hohe Geistlichkeit der Heiligen Ceridischen Kirche am ersten Tage des Wonnemondes des Jahres einundneunzig nach der Erleuchtung im Hauptschiff der großen Kirche in der Abtei Gunara traf. Seine Heiligkeit Primus Pacellus, das Oberhaupt der Heiligen Ceridischen Kirche, hatte im Zuge seiner Neuordnung des Ceridentums zu dieser Versammlung gerufen. Alle Orden waren gekommen: Auf den Bänken sah man die schwarzen Kutten der Bannkreuzler, die weißen, mit dunklen Überwürfen vervollständigten Gewandungen der Brüder und Schwestern vom Orden der Hilariusiten, die schlichten, braunen Röcke der Pretoriusaner und die schwarzen, mit weißen Gugeln und Überwürfen komplettierten Kutten der Priesterbrüder sowie die dunkelroten respektive schwarzen Uniformen der Kriegerbrüder des Ordens der Templer zu Ankur. Auch Vertreter der Heiligen Miliz waren in stattlicher Anzahl zu sehen. Fast hätten die Räumlichkeiten der Abtei nicht ausgereicht, aber aufgrund der besonderen Bedeutung Gunaras für die ceridische Kirche bestimmte Pacellus, daß hier an dem Sterbeort Hilarius die ersten Bischöfe ernannt werden sollen. So sollten an diesem besonderen Tag die heligonischen Teilreiche einen Bischof erhalten, die über eine große Anzahl wahrer Gläubiger verfügten. Namentlich waren dies das Kronland Ligonii, das Herzogtum Ostarien, das Fürstentum Drachenhain und die Markgrafschaft Norrland-Brassach.
Nachdem seine Heiligkeit Pacellus, Superior der Hilariusiten, gemeinsam mit den Superioren der anderen Orden und dem Sakristan der Templer zu Ankur eine Messe gelesen hatte, verkündete der Oberste der Ceriden mit Stolz, daß die Anzahl der Gläubigen des Eines von Tag zu Tag wachse. Daher sei es nun erforderlich, daß seine Heiligkeit in den Ländern mit ceridischen Gläubigen einen hochrangigen Glaubensmann einsetze, der den Äbten und Priestern des jeweiligen Teilreiches vorstellig sei. Mit einigen Worten umriß er alsdann die Pflichten und Aufgaben eines Bischofs. Dann bedeute er mit einer Geste, daß vier Kirchendiener vier verhüllte Fahnen aus dem linken Seitenschiff vor den Altar trugen. In einer feierlichen Zeremonie ließ er nun vier in festlichen Gewänder geschmückte Männer an den Altar treten: Aus Carajon den Hilariusiten Aristius Querquetulanus, Abt des Domklosters zu Seranhest, aus der Erzmark den Bannkreuzer Falkonius von Regart, Superior der Bannkreuzer und Erzkaplan der herzöglich-ostarischen Familie sowie Abt zu Hurtenau, aus der drachenhainer Abtei St. Aluin den Pretoriusaner Ceridian Aegidio, Abt zu St. Aluin und Träger dessen Ketten, und aus der Baronie Norrland-Brassach den Templer Benedikt Honorius, Hauptspittler der Templer zu Ankur und Abt zu Daronsfeste. Nacheinander ernannte er nun die Würdenträger zum Bischof von Ligonii, Ostarien, Drachenhain und Norrland-Brassach. Ein jedes Mal, wenn der Primus dem jeweiligen Bischof gebot aufzustehen, enthüllte ein Kirchendiener seine Fahne und stellte sich hinten den Bischof. Auf diesen Fahnen war das jeweilige Wappen des Bischofs auf feinster Seide gestickt zu sehen. Nachdem seine Heiligkeit die vier Bischöfe gesegnet hatte, entließ er sie mit folgenden Worten: "Geht nun in Eure Gemeinden und laßt Euch von den Landesherren bestätigen. Ihr Wohlwollen und ihre Gunst mehren den Erfolg unserer Kirche. Der Eine sei allzeit mit Euch!". Unter feierlichem Glockengeläut verließen die Bischöfe die Kirche.

Erläuternd zu den folgenden Abbildungen der Wappen des Primus und der Bischöfe sei an dieser Stelle gesagt, daß Denkwill von Nauhen im Auftrage seiner Heiligkeit Primus Pacellus an einem bedeutenden Werke zur ‚Heraldik der Heiligen Ceridischen Kirche' arbeite, dessen Vollendung wohl in wenigen Monaten kundgetan werden könne. In dem Werk wird der königliche Kartograph und Heraldiker auf die strengen Regeln und Vorgaben der ceridischen Kirchenheraldik eingehen und die Wappen sämtlicher, ceridischer Würdenträger bildhaft darstellen.



 
 

Termine

31.08. - 02.09.01 Luchnar-Con in der Pfadfinderhütte Hinterzarten
21.09. - 23.09.01 Helicon 19 am Georgenhof
04.01. - 06.01.02 Helicon 20 Magierconvent in Ambach
22.03. - 24.03.02 Helicon 21 auf Burg Wildenstein



 

© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés &  Marc Hermann

Berichte von Felix Achberger, Guido Brand, Arnulf Breuer, Julia Fischer, Henning Frank, Oliver Friese, Deborah Gläser, Inés & Marc Hermann, Andreas Hils, Petra Jörns, Sylvia Koch, Oliver Kraus, Daniela Lochner, Johannes Pilz, Frank Prietz, Benjamin Rampp, Stefan Rampp, Andreas Reicke, Andreas Riedlinger,  Werner Schröder, Markus Spree, Jürgen Stoll, Anna Ungureanu, Melanie Walker, Bernhard Zulehner

Wappen der ceridischen Kirche von Markus Spree