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Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im 3. Poëna n.A.III 28
Ausgabe 38
Tour von HeligoniaTM auf dem Weg durch
den Schlangenkamm
Am 14. Tag des 3.Poëna machten sich die Teilnehmer der 1. Offiziellen
Tour von HeligoniaTM auf dem Weg von Seranhest
in Carajon hin zum aurazithenen Tabruk in Tlamana. Dabei wird den Kutschen
alles abverlangt werden! So wird zunächst das „Dach der Welt“, der
Schlangenkamm, auf einer eigens von Baron Herian gefertigten Gebirgsstrecke
durchquert werden. Schneestürme, Eiskreaturen und Steinschläge
erwarten die wackeren Teilnehmer. Danach gilt es dann die bestgesichertste
Grenze Heligonias zu überschreiten. Wir sind in jedem Fall gespannt,
wie es den Kutschen hier ergehen wird. Bekanntermaßen gibt es ja
zwischen Carajon und Talamana fast keinen Grenzverkehr. Leider sind über
den genauen Verlauf dieser Etappe noch keine Neuigkeiten eingetroffen und
so beschränken wir uns auf eine Kurzzusammenfassung des bisherigen
Verlaufs.
Da die erste Etappe von heftigen Regenfällen und Frühjahrshochwasser
geprägt war, setzten sich hier ganz klar die geländegängigen
Arbeitsfahrzeuge, wie der Langholzkarren der Mannschaft von Bertram
Borkhäuser und Söhne und die Transportkutsche der Mc Donough
durch. Die bei trockenem Wetter gefahrene kurze Etappe vom Tarnam nach
Escandra ging dann eher an die Teilnehmer mit den Rennkutschen, wie zum
Beispiel Jaruns Hazardeure, die eine Art Streitwagen ihr eigen nennen.
Bei der dritten, sehr langen Etappe, die bei besten Straßenverhältnissen
gefahren wurde, kam es dann am ehesten auf die Ausdauer und stabilen aber
leichten Kutschenbau an. Darum setzten sich schlußendlich noch einmal
die Borkhäusers, deren Halflingerpferde keinerlei Erschöpfung
anmerken ließen, und die beiden Betiser Teams Phoenix und
Ladislaus
Schwartz mit dem Wagentyp „Betiser Rennkutsche“ durch. Es wird erwartet,
daß im Schlangenkamm vor allem die Dartmoorponys der McDonoughs
und das erprobte Minentransportfahrzeug von Theudebert Drahtzieher
zu wahren Höchstleistungen auffahren. Welches Rezept sich schlußendlich
als das beste erweist, ist schwer zu sagen. Zum Beispiel ist nicht damit
zu rechnen, daß der schwere Eisenwagen von
Fran Panis Büttelmännern
jemals auf der Strecke liegenbleiben wird. Wenn alle anderen Pech haben,
könnte dieser Wagen als einziger die strapaziöse Tour überstehen.
Genauso könnte aber auch die kraftstrotzende schreckliche Kreuzung
zwischen Stier und Pferd, welche die Cambrücker ihr Eigen nennen,
in der zweiten Tourhälfte voll zur Geltung kommen. Auch Experten können
nicht abschätzen, wie sich die Motivationsmöhren von Wulfensteins
Waghalsigen Wagenlenkern auf den Verlauf des Rennens auswirken wird.
Die bisherige Bilanz zeugt auf jeden Fall von den Besonderheiten, die
nur bei dieser Rennsportveranstaltung zum tragen kommen: Zahlreiche Schäden
an Wagen und Einrichtung, mehrere verletzte und ein totes Pferd, ein schwangerer
Teilnehmer und ein weiterer, der nach einem Herzinfarkt in die Uni-Klinik
zu Escandra eingewiesen werden mußte. Da wir aber noch ganz
am Anfang der Tour von HeligoniaTM stehen,
sind wir auf’s äußerste gespannt, wer von den Teams überhaupt
am Ende in Betis ankommen wird!
Die Tour auf einen Blick:
| Etappenergebnisse Ankur - Tarnam: (Start am 1. Tag des
2. Poëna) |
|
|
Zeitdifferenz |
| 1 |
Mc Donough |
0 |
| 2 |
Bertram Borkhäuser und Söhne |
3 min |
| 3 |
Jolberger Schädelspalter |
17 min 13 sec |
| 4 |
Ladislaus Schwartz |
18 min 40 sec |
| 5 |
Theudebert Drahtzieher |
20 min 16 sec |
| 6 |
Sägebrecht |
24 min 34 sec |
| 7 |
Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam |
31 min 11 sec |
| 8 |
Büttelmänner |
47 min 27 sec |
| 9 |
Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker |
1 h 23 min 21 sec |
| 10 |
Emaranseeflotte |
1 h 39 min 3 sec |
| 11 |
Freie Universitas zu Cambrück |
3h 22 min13 sec |
| 12 |
Phoenix |
4 h 2 min 31 sec |
| Etappenergebnisse Tarnam - Escandra: (Start am 15. Tag
des 2. Poëna) |
|
|
Zeitdifferenz |
| 1 |
Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam |
0 |
| 2 |
Theudebert Drahtzieher |
2 min 56 sec |
| 3 |
Phoenix |
13 min 29 sec |
| 4 |
Jolberger Schädelspalter |
1 h 19 min 51sec |
| 5 |
Mc Donough |
1 h 52 min 31 sec |
| 6 |
Bertram Borkhäuser und Söhne |
2 h 8 min 30 sec |
| 7 |
Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker |
2 h 45 min 12 sec |
| 8 |
Emaranseeflotte |
3 h 2 min 12 sec |
| 9 |
Ladislaus Schwartz |
4 h 33 min 26 sec |
| 10 |
Sägebrecht |
4 h 50 min 25 sec |
| 11 |
Büttelmänner |
9 h 35 min 23 sec |
| 12 |
Freie Universitas zu Cambrück |
35 h 8 min 35 sec |
| Etappenergebnisse Escandra - Seranhest: (Start am 30. Tag
des 2. Poëna) |
|
|
Zeitdifferenz |
| 1 |
Bertram Borkhäuser und Söhne |
0 |
| 2 |
Ladislaus Schwartz |
11 min 36 sec |
| 3 |
Phoenix |
18 min 28 sec |
| 4 |
Emaranseeflotte |
22 min 47 sec |
| 5 |
Freie Universitas zu Cambrück |
45 min 26 sec |
| 6 |
Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker |
45 min 54 sec |
| 7 |
Büttelmänner |
1 h 46 min 34 sec |
| 8 |
Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam |
2 h 7 min 15 sec |
| 9 |
Jolberger Schädelspalter |
4 h 12 min 39 sec |
| 10 |
Theudebert Drahtzieher |
5 h 31 min 29 sec |
| 11 |
Sägebrecht |
16 h 0 min 53 sec |
| 12 |
Mc Donough |
19 h 29 min 8 sec |
| Gesamtstand nach der 3. Etappe: |
|
|
Zeitdifferenz |
| 1 |
Bertram Borkhäuser und Söhne |
0 |
| 2 |
Jaruns Hazardeure grüßen Tarnam |
26 min 56 sec |
| 3 |
Phoenix |
2 h 22 min 48 sec |
| 4 |
Wulfensteins Waghalsige Wagenlenker |
2 h 42 min 57 sec |
| 5 |
Ladislaus Schwartz |
2 h 52 min 12 sec |
| 6 |
Emaranseeflotte |
3 h 2 min 32 sec |
| 7 |
Jolberger Schädelspalter |
3 h 37 min 23 sec |
| 8 |
Theudebert Drahtzieher |
3 h 43 min 11 sec |
| 9 |
Büttelmänner |
9 h 57 min 54 sec |
| 10 |
Sägebrecht |
19 h 4 min 22 sec |
| 11 |
Mc Donough |
19 h 10 min 9 sec |
| 12 |
Freie Universitas zu Cambrück |
37 h 4 min 44 sec |
Bischof Aristius Querquetulanus im Amt bestätigt
Am dritten Tage des Wonnemondes wurde der nur zwei Tage zuvor von seiner
Heiligkeit Primus Pacellus ins Amt berufene Bischof Aristius Querquetulanus
in Seranhest mit ausgedehnten Feierlichkeiten empfangen. Die ceridische
Bevölkerung erwartete Querquetulanus voller Spannung, schon am Morgen
standen die Gläubigen am Wegesrande von den Stadttoren bis zum Domkloster.
Kurz nach der Mittagsstunde traf der Bischof dann ein und wurde von
der Menge begrüßt. Im Dom von Seranhest fand sodann der Empfang
durch Baron Herian von Carajon statt. In einer einstündigen Zeremonie,
die dem Volke von Seranhest und den herangereisten Ceriden aus Carajon
offen stand, wurde Bischof Aristius Querquetulanus in seinem Amt bestätigt.
Diese Aufgabe war Baron Herian von Carajon von seiner allerdurchlauchtigsten
Majestät, König Aximistilius III übertragen worden.
Um den Bürgern von Carajon zu demonstrieren, wie er sein Amt zu
führen gedenkt, bat Bischof Querquetulanus die Armen und Mittellosen
an seine Tafel, um während des anschließenden Bankettes mit
ihm zu Speisen. Er hörte bei dieser Gelegenheit die Bitten und Klagen
der Beklagenswerten und versprach, ihnen Hilfe angedeihen zu lassen.
Nachwuchs bei der Compagnia Gelosi
Das Rätsel, warum Carina Jännert nicht der Premiere ihres Lustspiels
"Neue Helden braucht das Land - ein Riesen-Theater" auf dem diesjährigen
Adelstag beiwohnen konnte, wurde endlich gelüftet. Die erfolgreiche
Autorin war zu dem Zeitpunkt hochschwanger und aufgrund dessen nicht mehr
in der Lage längere Reisen zu unternehmen. Aus diesen Gründen
musste auch die angesagte Tournee abgesagt werden. Doch nachdem den Jännerts
am 8. Tag des 1. Poëna ein Knäblein geboren wurde, ist die Autorin
wieder verfügbar. Trotz Nachwuchs rüstet sich die Compagnia Gelosi
nun zu der angesagten Tournee.
Als eines der Ziele sei Falkenhain genannt.

Nox Perpetua (ehemals "Die Kopfgeldgilde") gibt bekannt:
In der 37. Ausgabe des Heliosboten vom 1. Poëna n.A. III 28 wurden
wir für die dunklen Machenschaften, die sich auf dem 5. heligonischen
Adelstag zu Norrland Brassach, zutrugen fälschlicherweise verantwortlich
gemacht, ohne jegliche Begründung und Beweis. Die telnaronische Regierung,
der Rat der Drei, scheint händeringend nach ein paar Sündenböcken
zu suchen um sich ihrer eigenen Unfähigkeit zu erwehren. Wir distanzieren
uns von jeglichen Ereignissen, die sich auf dem Adelstag zugetragen haben
und beteuern hiermit unsere Unschuld.
Diese Distanzierung möchten wir noch zusätzlich durch den
Wechsel unseres Namens unterstreichen. Es trifft zwar zu, dass die Gilde
zuerst unter der Führung der hingerichteten Angelique de Honfleur
stand, die tatsächlich den Rat der Drei stürzen wollte, aber
sie hatte nie wirklich Kontrolle über ihre "heligonischen Sympathisanten".
Mit ihrem Tod starb auch ihre Führung. Sie obliegt nun uns selbst
und wir sind somit nicht mehr in Verbindung zu bringen mit jeglichen politischen
Hinterhältigkeiten die die telnaronische Regierung gegen unser Heimatland
ausbrütet. Wie der edle Hengst die lästigen Schmeißfliegen
mit seinem Schweif verscheucht, so werden wir uns auch in Zukunft keine
Beleidigungen vom Rat der Drei gefallen lassen. An dieser Stelle möchten
wir auch ein altes luchnisches Sprichwort zitieren und Monsieur Marquis
Consilleur Nial-Luc Roen de Coligny ein : "Frog off!" ans Herz legen.
Hochachtungsvoll, das Oberkommando von Nox Perpetua
Die Zusammenkunft von Calterac - Dunkelstein und Norrland-Brassach beschließen
engere Zusammenarbeit
Die Burg Calterac in der Ballei Feuerbach, dem nord-westlichsten Besitz
des Ordens der Templer zu Ankur, war am siebzehnten Tag des Saatmondes
einundneunzig nach der Erleuchtung Schauplatz eines besonderen Ereignisses.
Im bereits wieder hergerichteten Haupthaus der Burg, die in den frühen
Tagen des Ersten Ödlandkrieges von den Wilden schwer zerstört
wurde, trafen sich Flavius van Orb, der ehrenwerte Abt von Dunkelstein,
und seine Hochgeboren Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach, Großmeister
der Templer zu Ankur, um gemeinsam über die Verteidigung der Ballei
Feuerbach und ihrer besonderen Bedeutung für die Abtei Dunkelstein
zu beraten. Dem Treffen in den Überresten der Burg, die nun seit Monaten
von den Templern wieder aufgebaut wird, gingen bereits einige Konsultationen
der hohen Herren respektive ihrer Vertreter voraus. Seit dem Ceridenkonzil
in Carajon im letzten Jahr unterhalten der Abt von Dunkelstein und das
Haus Norrland-Brassach freundschaftliche Beziehungen.
Reist man von Bornstein aus nach Norden, bietet nur noch die Ballei
Feuerbach Reisenden auf ihren Weg über den einzigen Paß in Richtung
Leomark und Kratorpolis Schutz. Mit dem Wiederaufbau der Burg und dem Verstärken
der Verteidigungsanlagen soll nach dem Vorhaben der Baumeister der Templer
auch eine Vergrößerung der Burg einhergehen, um eine noch größere
Anzahl Soldaten oder aber auch Reisende aufnehmen zu können. Da man
in Dunkelstein die Bedeutung dieser in Zukunft sicherlich wichtigen Handelsstraße
für die Versorgung der heligonischen Ländereien im Norden erkannt
hat, denkt man über einen Ausbau der Straße nach Calterac nach.
Dieses Vorhanden stößt auch bei den Templern zu Ankur auf wohlwollende
Zustimmung. So könnten sowohl der Abt von Dunkelstein als auch die
Templer zu Ankur von einer zunehmenden Nutzung der Handelsstraße
profitieren. Vornehmlich auch in den beiden Monaten der Schneeschmelze,
wenn von einem Befahren des Jolborns mit dem Schiff abzuraten wäre.
Zudem sieht sich die Abtei Dunkelstein mit ähnlichen Probleme
konfrontiert, über die man sich auch in der Markgrafschaft sorgt:
Die Verteidigung der Nordgrenze der Ländereien. So war doch gerade
dieser Paß im Ersten Ödlandkrieg das Einfalltor in den westlichen
Teil Ostariens. Eine effektive Verteidigung der ‚Pforte zu Dunkelstein
und Ostarien' würde in sowohl den Dunkelsteinern als auch den Herzöglichen
dienlich sein. Mit großem Einvernehmen beschlossen daraufhin Abt
und Markgraf, sich gemeinsam diesem Vorhaben zu widmen, aufdaß kein
Feind mehr vom Norden her über Calterac in Dunkelstein und Ostarien
einfallen könne. Per Handschlag besiegelten Flavius van Orb und Kalveram
von Norrland-Brassach zukünftig eine engere Zusammenarbeit in Bezug
auf Calterac und die Paß-Straße. Über eine umfassende
Verteidigungsstrategie die sowohl die Soldaten der Templer zu Ankur als
auch die der Abtei einbindet, beraten bereits die Vestaline der Templer
und die Bannerführer der Dunkelsteiner.
Templer-Troß auf dem Weg nach Drachenhain
Rhythmisch klapperten die Hufe der Pferde über die neu gebaute Straße
von Daronsfeste nach Brazfurt, als sich am zweiundzwanzigsten Tag des Fastenmondes
ein Troß der Templer zu Ankur unter der Führung Hadebrands von
Grauburg auf den Weg in Richtung Süden machte. Ziel des stattlichen
Zuges sollte das Fürstentum Drachenhain sein. Endlich konnte der Ordensmarschall
sein Versprechen einlösen und der Einladung Fürst Waldemars folgen,
die dieser vor wenigen Monaten bei seinem Besuch in der Markgrafschaft
ausgesprochen hatte. Aber nicht alleine der Wunsch des drachenhainer Herrschers
war der Grund für diese Reise. Vielmehr hatte Markgraf Kalveram den
jüngeren der beiden grauburger Brüder damit beauftragt, als Emissär
der Markgrafschaft den Fürsten in Bezug auf den Ödlandfeldzug
zu beraten. Diese Aufgabe würde den Ordensmarschall sicherlich für
einige Monate auf der Drachentrutz binden.
Als die dreißig Mann starke Vorhut der Reiterei das Burgtor der
Festung passiert hatte, gesellte sich zu dem Klappern der Hufe alsbald
das monotone Mahlen von Kutschrädern, die unter ihrer Last ächzten.
Die fünf mit jeweils drei Mann besetzten Kutschen waren voll beladen.
Neben einigen Geschenken für den Herrscher Drachenhains trugen sie
Truhen, Kisten und einige Fässer. Die Templer wollten bei dieser Reise
nicht die Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, Ausrüstung in
ihr Kloster St. Maccalus nach Wolfenfeld zu bringen. Denn während
Hadebrand mit einem Teil seiner Männer als Gast des Fürsten auf
der Drachentrutz verweilte, sollten die anderen Kriegerbrüder den
Priesterbrüdern von St. Maccalus bei der Renovierung des Klostergebäudes
zur Hand gehen. Kurz nachdem nun die Wagen über die Zugbrücke
gerumpelt waren, folgten alsdann wieder dreißig Ulaken der Templer.
Die Ankunft der Reisenden in Drachenhain ist für den siebzehnten Tag
des Wonnemondes geplant. Zuvor reist der Troß nach in die Abtei Gunara,
wo der Ordensmarschall den Monatswechsel vom Fastenmond zum Wonnemond auf
Einladung des Primus verbringen wird.
Ein Bischof für das Volk von Norrland-Brassach - Die Billigung durch
seine Hochgeboren Markgraf Kalveram
Schnell verbreitete sich die Kunde im Lande, daß Primus Pacellus
am ersten Tag des Wonnemondes in der Abtei Gunara einen Bischof für
die Markgrafschaft Norrland-Brassach ernannt hatte. Botenreiter ritten
in den ersten Tagen des Wonnemondes von Tarnam aus in alle größeren
Städte und Siedlungen. Von dort erreichte die Information auch flugs
die Dörfer und kleineren Ansiedlungen. Und so reiste alles was Rang
und Namen hatte in die Hauptstadt, um am zehnten Tage des Wonnemondes der
Ankunft des ‚Bischofs von Norrland-Brassach' im Hafen von Tarnam und seiner
Billigung durch Markgraf Kalveram beizuwohnen. Auch wenn vom einfachen
Landvolke noch niemand so genau wußte, was denn nun ein Bischof sei,
einige wußten bereits, daß er über dem Abte stehe, aber
ein Diener des Primus sei, so eilten dennoch sehr viele gläubige Bauern,
Handwerker und Händler in die Hauptstadt. Immerhin hatte die Person
des Bischofs bereits ein Gesicht, das in der Markgrafschaft wohlbekannt
war: So war es Benedikt Honorius, der Hauptspittler der Templer zu Ankur
und Abt zu Daronsfeste der Ballei Hohentor, den Primus Pacellus, das Oberhaupt
der Heiligen Ceridischen Kirche, in Gunara bei einem Festakt zum Bischof
ernannt hatte. Dies war sicherlich auch das Ergebnis des Gespräches,
welches seine Heiligkeit Pacellus am diesjährigen Adelstag mit seiner
Hochgeboren Markgraf Kalveram, dem Großmeister der Templer zu Ankur,
geführt hatte.
Als in den Mittagsstunden des zehnten Tages nun endlich die ‚Daron
von Brassach', ein Schiff der Herzog-Uriel-Klasse, in den Hafen von Norrland-Brassach
gerudert wurde, drängten sich immer mehr Personen in den Hafen und
auf die Pier. Wenn man sich auf den Landungsstegen und Hafenbefestigungen
umsah, konnte man in vorderster Reihe alle wichtigen Adligen der Markgrafschaft
erspähen: Neben der markgräflichen Familie mit ihren beiden Kindern
Daron und Kara waren die Barone Hagen von Grauburg und Gilbert von Dachsrode
nebst ihrer Familien anwesend. Auch die Ritter der Provinzen ließen
es sich nicht nehmen, die Ankunft des Bischofs zu beobachten. Selbst Wendlor
von Tarin aus der Vogtei Ostramünd, des nördlichsten Besitz des
Markgrafen, kam, um der Begrüßung des Bischofs beizuwohnen.
Vom Orden der Templer zu Ankur waren alle Würdenträger und Amtsträger
erschienen. Lediglich der Ordensmarschall blieb der Bestätigung des
Bischofs durch den Markgrafen fern. Aber dieser war entschuldigt, so befand
er sich bereits auf seiner Reise nach Drachenhain und war als Abgesandter
des Ordens bereits bei der Ernennung des Bischofs durch Primus Pacellus
in Gunara zugegen.
Wie zu den Empfängen ihrer Hochgeboren Walluma von Ostarien, Waldemar
von Drachenhain und Celia von Thal war auch diesmal der Hafen festlich
geschmückt. Neben den Bannern und Fahnen der Markgrafschaft, der Baronien
und Provinzen sowie der Templer zu Ankur mit ihren Balleien flatterten
allerdings diesmal zudem unzählige Flaggen und Wimpel mit dem Symbol
der Heiligen Ceridischen Kirche, dem Kreuz im Kreis, im Winde. Nachdem
das Schiff am Hauptkai festgemacht hatte, hievte man eine Landungsbrücke
über die kleine Kluft zwischen Hafenbefestigung und Schiff. Als erstes
betrat ein Fahnenträger den Landungssteg, in seinen Händen hielt
er eine weiße Flagge. Auf dieser Flagge konnte man das aufwendige
Wappen des Bischofs von Norrland-Brassach, fein gestickt mit Seide, erkennen.
Wenige Augenblicke später erschien Bischof Benedikt Honorius im festlichem
Ornat auf dem Schiffsdeck und kam an Land. Als Benedikt Honorius
nun zum ersten Mal als vom Primus ernannter Bischof den Boden der Markgrafschaft
betrat, um sich nunmehr von Markgraf Kalveram bestätigen zu lassen,
wollte seine Hochgeboren dem versammelten Volk und seinen Adligen mit einer
Geste gebieten, niederzuknien. Als er dazu seine Hand senkte, sah er, daß
sich bereits viele Gläubige auf ihre Knie gegeben hatten. Kurz sah
man ein Lächeln aufblitzen, dann ging der Markgraf mit ernstem Gesicht
auf seinen Templer-Bruder zu. Kurz vor dem Bischof fiel Kalveram auf die
Knie. Benedikt Honorius legt ihm die Hand auf das Haupt, sprach leise ein
paar Worte und bat Kalveram aufzustehen. Der Markgraf von Norrland-Brassach
wandte sich alsdann den versammelten Menschenmassen zu und sprach: "Seht,
dieser Mann ist der ‚Bischof von Norrland-Brassach'! Da unsere Gemeinde
immer größer wird, schickt uns seine Heiligkeit Primus Pacellus
in seiner unermeßlichen Güte und Weisheit einen besonderen ‚Hirten'.
Wir gebieten, daß man ihm den gleichen Respekt entgegenbringen möge,
den wir auch seiner Heiligkeit, dem ‚obersten Hirten' der Heiligen Ceridischen
Kirche zuteil werden lassen!" Beide Männer umarmten sich daraufhin
herzlichst. Nach der Umarmung hob der Bischof die rechte Hand, zeichnete
mit seinen Fingern ein Kreuz in der Luft und ging in Begleitung des Markgrafen
auf die versammelten Menschen zu ...
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Glücksspiele
Wetten
Inhaber : Kela Ka Raita Kashapta Sha und misratener Bruder
Meschif Ki Tamat Kashapta Scha

"Sühne!" - das Urteil über den Schlächter von Wiesensteig
und andere Ungeheuerlichkeiten
Das Haar ist zerzaust, der Rock staubig und zerfetzt. Zahlreiche Schwellungen
in Gesicht und an den Schultern zeugen von einer harten Hand. Der Mensch,
der vormalig Freiherr Kadhan von Hochaskenstein hieß, nun aber aufgrund
seiner Untaten vogelfrei und namenlos geworden ist, bildet die unrühmliche
Mitte einer großen Eskorte. Sein Kopf und seine Arme stecken in einer
geschlossenen eisenbeschlagenen Schandgeige, an deren rechten und linken
Ende, jeweils ein dickes Seil verknotet ist. Beide Enden sind wiederum
an den Sattelknäufen zweier Drachenhainer Soldaten zu Pferd festgesurrt.
Die schmutzigen, schwieligen Füße lassen vermuten, dass der
Gefangene den gesamten Weg von der Drachentrutz bis hierher nach Wolfenfeld
zu Fuß hat hinter sich bringen müssen. Die letzte Strecke versagen
ihm nun jedoch die Beine und so wird er ohne Erbarmen zum Platz geschleift,
wo alsbald über seinen Tod gerichtet werden soll...
Endlich ist es soweit: ER ist hier, der Schlächter von Wiesensteig,
verantwortlich für so viel Leid, ist durch die tüchtige Hand
Baron Foranans gefasst und von Drachentrutzer Soldaten hierher zur Stätte
seiner Untaten gebracht worden. Mehr als ein Augenpaar ruht mit kühler
Genugtuung auf dem zusammengerollten Leib des Verbrechers inmitten des
Platzes.
Aus ganz Wolfenfeld sind die Menschen herbeigeeilt, um der Verurteilung
eines Mannes beizuwohnen, der den Zorn der Götter herausgefordert
hat. Baronin Josephina hatte die Gerichtsverhandlung bereits Tage vorher
in der Baronie bekannt machen lassen, so dass jedermann Gelegenheit haben
sollte, hier dabei zu sein. Der ganze Marktplatz von Sarniant ist deshalb
voller Menschen, die neugierig versuchen, sich den besten Platz für
die Verhandlung zu sichern.
Adel und Volk haben sich gleichsam in einem großen Rund versammelt
- Wolfenfelder und Drachentrutzer Soldaten Sorgen gemeinsam für Ordnung
unter den nervösen Zuschauern. Auf einem hohen Stuhl vor dem Rathaus
sitzt Fürst Waldemar von Drachenhain. Die einst so stattliche Gestalt
seiner Durchlaucht hat sich stark verändert, sehr hager ist er geworden
und wahrlich tiefe Furchen haben die schweren Lasten der letzten Zeit in
das edle Gesicht Fürst Waldemars gegraben. Auf seinem Schoß
ruht das Schwert des Drachenhainer Schwertführers, seit seiner Ankunft
hat der Herr von Drachenhain die ebenso berühmte, wie wertvolle Klinge
nicht mehr abgelegt. An seiner Seite hat der Botschafter des Fürstentums,
Baron Koldewaiht von Hautzensteyn, Platz genommen, gedankenverloren betrachtete
er ein Schriftstück. Neben Fürst Waldemar weilt außerdem
seine Nichte, Josephina von Drachenhain, Baronin von Wolfenfeld. Entgegen
ihrer Absicht, das Gewand einer Geweihten zu tragen, hatte sie sich am
Morgen entschlossen, das schlichte Kleid aus schwerem, dunkelgrünem
Samt anzulegen. Die Witterung ist kalt und sie bereut die Entscheidung
nicht. Kadhan hat nackte Füße und ein zerrissenes Gewand, denkt
sie. Es muss furchtbar kalt auf den Pflastersteinen sein. Wütend schüttelt
sie diesen Anflug von Mitleid ab. Dem Kerl wird es heute noch heißer
werden als ihm lieb ist, kommt es ihr in den Sinn. Sie lächelt grimmig.
Obwohl Josephina darauf bedacht ist, die weltliche Herrscherin zu zeigen,
hat sie auf Schmuck verzichtet. Nur die verschlungene Kette der Xurlgeweihten
liegt um ihren Hals, an deren Ende der Kristall des Marschalls von Drachenhain
schimmert. In ihrer Nähe haben die Landräte von Wolfenfeld Aufstellung
genommen. Arianne von Korval lässt den am Boden kauernden Kadhan nicht
aus den Augen. Josephina hat zudem Kores, den Heliosgeweihten ihres Rates,
mitgebracht. Er soll den Ablauf der Verhandlung schriftlich festhalten.
Etwas abseits, unter erhöhter Bewachung vor dem Mob, ist der Cousin
des Gefangenen, Baron Jagon von Hochaskenstein, zu erkennen. Mit erstarrter
Miene verfolgt er das Treiben und ignoriert hochmütig die Schmährufe
der aufgebrachter Bauern. Zudem glaubt man hin und wieder in der Menge
das stolze Gesicht des Barons von Flaitney zu sehen...
Alle Blicke richten sich auf Fürst und Baronin. Minuten vergehen,
die Spannung ist kaum mehr auszuhalten. Und mit einem Mal wendet sich der
Fürst zur Seite, seiner Nichte zu, beide wechseln eilige Worte. Baronin
Josephina nickt ihrem Onkel letztlich zu, fasst ihn kurz bei der Hand.
Nun erhebt sich Fürst Waldemar, mit herrischer Geste verschafft sich
seine Durchlaucht die nötige Ruhe:
"Wiesensteig, der Tag der Rechenschaft ist gekommen! Fast zwei Jahre
haben deine Wunden schwären, deine Feuer glimmen müssen - vielleicht
magst nun du Ruhe finden.
Vor uns im Staube liegt der Mann, der für das damalige Massaker
alleinig verantwortlich ist. ER heckte den Plan aus, ER gab Marschbefehl,
ER hieß zu morden! Jedoch, hier und heut geht es nicht darum
über schuldig oder unschuldig zu befinden. Das Urteil über den
Schlächter wurde längst gefällt, denn wie ihr wisst, erklärten
wir die Acht über ihn, er ist folglich vogelfrei! Dennoch hat unser
Zusammenkommen einen Sinn:
SÜHNE!
Denn Wiesensteig war für uns alle ein zu bittrer Trunk (Seitenblick
auf Josephina)! Hier und heut wollen wir also das Strafmaß festlegen,
wollen bestimmen, wie der Schurke vom Leben in den Tod befördert werden
soll.
Da die Baronin von Wolfenfeld, unsere Nichte Josephina von Drachenhain,
den Vorsitz abzulehnen geruhte, werden wir selbst auf dem Richterstuhle
Platz nehmen um zu befinden. Die Herrin von Wolfenfeld spricht als Geschädigte
jedoch die Anklage, der Delinquent ferner wird selbst für sich sprechen
- falls das sein muss, da er ohne Familie (ein zustimmendes Nicken von
Baron Jagon) oder jeglichen anderen Leumund ist.
Nun, Baronin führt eure Punkte vor!"
Baronin Josephina erhebt sich und macht eine leichte Verbeugung zu
Waldemar. Dann wendet sie sich den gespannt blickenden Menschen zu:
"Vor eineinhalb Jahren, in der Nacht zum 11. Tag des dritten Helios,
landeten fremde Schiffe am Ufer von Korval. Mehrere hundert Soldaten gingen
heimlich an Land und schlichen sich in das kleine Dorf Wiesensteig. Auf
den Befehl dieses Mannes drangen sie in die Häuser ein und töteten
die schlafenden Bewohner. 65 Menschen mussten damals sterben, nur sieben
gelang es zu entkommen! Nachdem die Soldaten die Bauernhöfe geplündert
hatten, legten sie Feuer an die Strohdächer. Bis zum Morgen schlugen
die Flammen in den Himmel und erregten den Zorn Helios'. Als sich die Streitmacht
Richtung Rêlony in Marsch setzte, verdunkelte er sein Antlitz, und
jeder der es erlebt hat, wird noch seinen Kindern und Enkeln von diesem
Schrecken erzählen!
Jener Mann dort hat entgegen dem Befehl des Fürsten von Drachenhain
gehandelt, er hat Verrat an seinem Lehensherrn begangen. Er hat fremdes
Eigentum widerrechtlich betreten. Unter seinem Befehl wurde geplündert
und geraubt, deshalb soll er für den Schaden aufkommen. Er hat den
Befehl gegeben, unschuldige und wehrlose Menschen zu töten, und dafür
soll er mit seinem Leben bezahlen, so wie es die Halsgerichtsordnung verlangt.
Dann ließ er vorsätzlich Feuer an das Dorf legen, und so soll
auch er dem Feuer überantwortet werden, wie es im Gesetz steht. Dies
ist meine Anklage und sie soll bestätigt werden durch Arianne Lomont,
Landrätin von Korval, die das Feuer in der Nacht sah und als erste
Hilfe nach Wiesensteig sandte. Und sie soll bestätigt werden durch
die sieben Bewohner von Wiesensteig, die diese schreckliche Nacht überlebten,
und die heute hier sind, damit ihnen Gerechtigkeit zuteil wird."
Josephina verbeugt sich ein zweites Mal vor dem Fürsten und nimmt
wieder Platz. Ihre Rede wurde von Lauten des Missfallens und der Zustimmung
begleitet, und auch jetzt hört man vereinzelte Rufe aus der Menge,
Schmähungen gegen Kadhan und Beschimpfungen und Flüche gegen
Hochaskenstein.
Billigend nickt Fürst Waldemar seiner Nichte zu, nimmt einen Schluck
vom gewürzten Wein und erhebt sich etwas mühsam zum weiteren
Sprechen: "So fordert die Anklage den Tod durch das Feuer! (mit Blick auf
Kadhan) Hat ER dem noch etwas hinzuzufügen?"
Kadhan richtet sich zur vollen Größe auf und spuckt zur
Antwort dem Herrn von Drachenhain vor die Füße. Fürst Waldemar
bleibt jedoch gelassen und zuckt nur mit den Achseln: "Also nicht. Hat
sonst jemand noch etwas zu diesem Thema zu sagen, Baron Jagon vielleicht?"
Der Angesprochene verneint mit gelangweilter Miene, bereitet sich zum Aufbruch
und blickt fragend zum Fürsten: "Darf ich nun gehen Herr? Ich denke,
ich habe nun ja meinen Dienst erfüllt!" "Nein, Baron! Ihr geht erst,
wenn ich es sage. Denn über Euer Betragen wird noch zu sprechen sein!"
Erschrocken setzt sich der Herr von Hochaskenstein wieder auf seinen Stuhl,
nun aber ungleich bleicher im Gesicht. Fürst Waldemar indessen, wendet
sich wieder an die Menschenmenge: "Noch einmal: Hat irgendwer dem noch
etwas hinzuzufügen?"
Aus etwa fünfzig Schritt ist plötzlich ein lautes "Ja!" zu
vernehmen und nur ein Wimpernschlag darauf, ist auf einmal ein weiteres
"Ja, Fürst Waldemar!" zu vernehmen. Aus der sich teilenden Menge bewegt
sich zum einen, von Norden her und hoch zu Ross, Fürst Nial von Angaheym
auf den Rathausplatz zu, während andererseits von Westen her, Baronin
Karelia Jefferindell von Jolbenstein, in Begleitung einiger gerüsteter
Männer, auf den Richterstuhl zuschreitet. Das Volk murmelt überrascht,
ob der würdigen Herrschaften, doch nicht zuletzt schauen sich auch
Fürst Waldemar und Josephina verblüfft an. Der Herr von Drachenhain
richtet seinen Blick etwas unschlüssig von einem Neuankömmling
zum anderen, wendet sich dann aber Fürst Nial zu: "Euer Durchlaucht,
ich bin wahrlich überrascht. Doch sprecht nun aus, was Ihr sagen wollt!"
Auf diese Worte hin führt der Stammesfürst der Angaheymer
sein Pferd bis zum Delinquenten, steigt ab, packt den nun zitternden Kadhan
am Halse und raunt ihm für alle übrigen unverständliche
Worte ins Ohr, während er die Gurgel des Schlächters stetig fester
zupackt, zuletzt aber den Vogelfreien angeekelt von sich in den Staub wirft.
Dies vollbracht, setzt sich der Stammesfürst mit zufriedener Miene
zu Fürst Waldemar und Baronin Josephina, wo ihm ein Edler zuvor schleunigst
Platz gemacht hat.
Josephina war bleich geworden, als sie Nial sah. Das letzte Mal, als
sich diese beiden fürstlichen Sturköpfe gegenüberstanden,
wäre es fast zu einem Krieg gekommen. Sie rückt nervös auf
ihrem Stuhl zurecht und weicht angestrengt seinen Blicken aus.
Waldemar blickt nun wohlwollend der neuen Baronin von Jolbenstein entgegen:
"Habt auch Ihr zu dieser Sache etwas beizutragen, mein Kind?"
"Ja und nein, Euer Durchlaucht! Nein, was den Mordbrenner Kadhan betrifft.
Doch weiß ich allerhand über die Machenschaften eines anderen
HERRN zu berichten!" und deutet mit diesen Worten unverkennbar auf Baron
Jagon.
Wieder redet das überraschte Volk wild durcheinander. Fürst
Waldemar muss sich erst durch beschwichtigende Handbewegungen Ruhe verschaffen:
"Gemach, gemach Baronin. Zu diesem weiteren Punkt kommen wir noch! Setzt
Euch einstweilen zu mir!" Die Baronin folgt der Einladung ihres Lehnsherren.
Josephina mustert die ihr nahezu völlig unbekannte junge Dame, doch
die Stimme Fürst Waldemars reißt sie aus ihren Gedanken: "Ehe
nun der Urteilspruch des Kadhan verkündet werden wird, möchten
wir uns zur kurzen Beratung ins Rathaus zurückziehen!" und mit den
Worten "Josephina, folge mir." Erhebt sich Fürst Waldemar von seinem
Platz. Josephina steht überrascht auf. Der Fürst nimmt seine
Nichte vertraut am Arm und beide verlassen huldvoll und bemessenen Schrittes
den Schauplatz in Richtung des Sarnianter Rathauses.
Während der kurzen Zeit ihrer Abwesenheit weht, wie ein lauen
Lüftlein, im Volk das Gerede auf. Hinter vorgehaltener Hand kursieren
die waghalsigsten Mutmaßungen: Wie wird der Schlächter wohl
zu Tode kommen? Und wie wird dann das Schicksal der anderen "Aske" aussehen?...
Als der Mob zu unruhig wird und das Getuschel allmählich in nervöses
Lärmen übergeht, gebietet Rhyged von Relony, Haushofmeister Baronin
Josephinas und ehemals Verwalter von Wolfenfeld und enger Freund ihres
Vaters Wunjo, der Menge still zu sein und mahnt mit gestrenger Miene den
Augenblick der Wahrheit nicht durch albernes Geplapper zu entwürdigen.
Kurz darauf erscheinen jedoch wieder Fürst und Baronin - beide mit
entschlossenem Gesichtsausdruck - jene, die an ein mildes Urteil dachten,
schwindet ob diesem eindeutigen Mienenspiel jedweder Mut. Eine halbe Ewigkeit
vergeht, bis Fürst Waldemar endlich wieder seinen Platz am oberen
Rund des Feldes einnimmt, das Gewand rafft und zum Sprechen anhebt. Frei
und mit zunehmend anschwellender Zornesader auf der edlen Nase spricht
Fürst Waldemar von Drachenhainer vor allerlei Noblen und dem versammelten
Wolfenfelder Volk Recht. Auf dem Platz herrscht nun absolute Stille, kein
Laut ist zu hören:
Wir, Waldemar von Drachenhain, Fürst durch seiner allerdurchlauchtigsten
Majestät, Helos Aximistilius Tertius, gnaden, werden nun hier, vor
allem Volk und den anwesenden hohen Herren und Damen und im Angesicht des
Einen Recht sprechen über dich, Kadhan von Hochaskenstein, genannt
der "Schlächter von Wiesensteig", so, wie es seine allerdurchlauchtigste
Majestät, unser aller König Helos Axistimilius III. in seiner
Huld bestimmt hat, denn ich bin Dein Fürst und Dein Herr durch den
König. Deine Schuld ist offenbar geworden und deine Taten fordern
Sühne. Der Eine mag über Dich richten, doch heute sollst du deine
gerechte Strafe empfangen vom Arm des Gesetze: Du elendigste Kreatur auf
der Erdenschal sollst dich hier und heut verantworten für all das
Übel, das du über 65 arg- und schuldlose Menschen gebracht hast.
Gemäß der königlichen Halsgerichtsordnung soll jedwede
deiner Straftaten aufs Einzelne abgehandelt und strengstens geahndet werden.
Kadhan von Hochaskenstein, du hast dich schuldig gemacht des Vergehens
gegen das Eigentum, so wie es die heligonische Halsgerichtsordnung im 3.
Kapitel beschreibt. Deshalb wird dir zuerst das Mal des Diebes und Räubers
auf die blanke Stirne gebrannt, denn du und deine Männer plünderten
den Menschen von Wiesensteig alle Habe und raubten ihren Besitz. Weiter
hast du, Kadhan von Hochaskenstein dich wider die Seele durch den Verrat
an deinem Herrn, uns, Waldemar von Drachenhain vergangen, da durch dich
böswillig und vorbedacht 65 Menschen den Tod fanden. Deshalb soll
dir bei lebendigem Leib das verräterisch Herz durchbohrt werden, da
du gefehlt hast gegen das Wort deines Herrn. Weiter hast du, Kadhan von
Hochaskenstein verstoßen gegen Kapitel 1 der Halsgerichtsordnung,
als du unschuldige Kinder des Einen getötet hast. Deshalb soll dir
mit dem Schwerte das Haupt vom Rumpfe abgetrennt werden, denn so will es
das Gesetz. Ferner hast du Kadhan von Hochaskenstein dich schimpflich als
Brandstifter betätigt, indem du das Dorf hast anzünden lassen,
deshalb sollst du dem zehrenden Feuer übergeben werden, so wie es
Sitte ist. Deshalb sollst du Kraft des uns verliehenen Amtes nun wegen
deiner genannten Verletzungen wider die Kapitel 1, 2 und 3 der königlichen
Halsgerichtsordnung vom Leben in den Tod befördert werden, so, wie
es das Gesetz vorschreibt. Und nachdem du deine Taten mit deinem Leben
gesühnt hast, soll das, was hernach von dir übrig ist für
alle Zeit zur Schau gestellt werden. Man lasse nun den Scharfrichter vortreten!
Aus der Menge schreitet eine dunkle Gestalt. Das Haupt des Mannes wird
zur Gänze von einer schwarzen Kapuze bedeckt gehalten. In seinen Händen
blitzt im Sonnenlicht die lange breite Klinge eines großen Bihänders.
Inmitten des Platzes, direkt neben dem Delinquenten, bleibt der Vermummte
stehen und verneigt sich kurz in Richtung Richterstuhl und der Anklage,
dann wendet er sich ganz dem Verurteilten zu. Dieser zittert nun am ganzen
Leibe und versucht krabbelnd dem Griff des Henkerknechts zu entkommen.
Doch der greift selbstsicher in den vollen Haarschopf des nun kreischenden
Kadhan und schleift ihn davon, hindurch durch den Flur von Zuschauern,
weg an einen Ort außerhalb der Stadt. Nur allmählich werden
die ohrenbetäubende Schreie Kadhans leiser, bis letztlich kein Laut
mehr zu hören ist, das Volk bleibt stumm.
Es vergehen einige Augenblicke bis Fürst Waldemar, an seine Nichte
gewandt und doch für alle hörbar, sinnierend wieder das Wort
ergreift. "Nun ist diesem Teil der Schuld genüge getan! Mögen
die Seelen jetzt Ruhe finden!" Und im alten Ton setzt der Fürst nach
kurzem inneren Gedenken fort: "Doch wir alle sind auch Zeugen einer anderen
Anschuldigung geworden, die es nun zu hören und darüber zu befinden
gilt. Sprecht jetzt frei und ohne Sorge, mein Kind, wir erteilen euch das
Wort!" Nachdem der Fürst von Drachenhain ihr mit einladender Handbewegung
seine Aufmerksamkeit versichert hat und auf dem Rathausplatz endlich Ruhe
herrscht, tritt die Baronin von Jolbenstein, Karelia, würdevoll vor
und erhebt frei von Scheu die Stimme:
"Euer Durchlaucht, erlaubt mir kurze Worte der Erklärung: Im Südosten
meiner Baronie Jolbenstein, unterhalb des Tümpels der Traurigkeit,
liegt das kleine Dorf Moorfalden, nahe der Grenze zu Hochaskenstein gelegen.
Vierzig getreue Bauern ringen dort einerseits dem Moor trockenes anbaufähiges
Land ab, anderseits sammeln sie die begehrten Lunsch-Blutegel. Das Dorf
ist von Jolbensteiner Seite leider schwer zugänglich, hingegen ist
der Zugang von der Baronie Hochaskenstein aus ein Leichtes. Allenfalls
einmal im Lauf des Mondes macht sich ein Tümpelwater auf, um weiter
südöstlich, beim Hain des Tiberius, ein frisch gesammeltes Fass
wertvoller Lunsch-Blutegel abzugeben. Tümpelwater werden die ortskundigen
Bauern genannt, da sie als einzige sichere Wege durch das Moor kennen.
Letzthin geschah nun das Folgende: Mein Vater, Rodar von Jolbenstein,
wie auch ich selbst, verweilten gerade auf der Feste Drachenhorst, da geleiteten
meine Wachen zu später Abendstunde einen hageren Mann in meinen Empfangssaal,
dieser bat dringend um Audienz. Ich empfing ihn und er stellte sich mir
als Hannes Bartholomä, eben einer dieser Tümpelwater, vor. Ich
fragte ihn weiter, was er soweit im Inneren des Landes suche und er schilderte
mir nun das Folgende, das mich hier und heute zu meiner Klage veranlasst.
Der Einfachheit halber habe ich Hannes Bartholomä aus Moorfalden gleich
mitgebracht, er soll das Unerhörte jetzt selbst berichten." Aus der
Menge tritt unsicher eine weitere Gestalt. Der schmächtige Mann trägt
die einfache Kleidung eines Jolbensteiner Bauern, verlegen hüpft er
von einem Bein auf das andere und walkt mit seinen großen braunen
Händen auf einem unförmigen Stück Filz, wohl seinem Hut,
herum.
"Nun, ... äh Euer Hochwohlgeboren, wie gesagt...ich hatte ein
Anliegen an euch: Vor nun etwa ... äh ... vier Monden kam ein Herr
in wirklich guten Kleidern zu uns, er wolle etwas im Auftrag seines Herren
erledigen, sagte er. Begleitet wurde er von zwei bewaffneten Gardisten.
Die hatten dieses Wappen mit der schwarzen Sonne und den Kötern drauf,
ihr wisst doch, das der Hochaskensteiner und die sagten doch tatsächlich,
wir sollten an DIE Land- und Schutzsteuer bezahlen! Und dann sagte Jon
nein, weil wir zahlen ja schon an die Baronin und das wäre ja ihr
Land und dann schlug einer von den Gardisten mit einem Schwertknauf, auf
ihn ein. Und Helarian, der Sohn von Allene, hat gesagt GEHT WEG, und der
bekam die Reitpeitsche zu spüren. Zehn Sommer ist der erst jung! Allene
und Marana weinten und Mutter und Schwester warfen sich schützend
vor Helarian. Marana packten sie dann am hübschen Schopf und nahmen
sie samt all unserer schönen Hühner und unserem eingewinterten
Korn mit. Unsere Weiber können seither kein Auge mehr trocken halten,
sie und die Jüngsten haben Angst vor weiterer Plage! Ja, so wars"
Nachdem Hannes seinen Bericht beendet hat, tritt die Baronin an ihn heran
und spricht mit empörter Stimme: "Ich sicherte ihm zu, Gardisten zum
Schutze des Dorfes zu entsenden, doch bisher ist zum Glück nichts
derartiges mehr geschehen. Euer Durchlaucht, ihr habt nun vernommen was
geschah. Hiermit klage ich Jagon von Hochaskenstein des Belanges meines
Dorfes Moorfalden an!"
Das anwesende Volk und alle Zuschauer sprechen nun mit einem Mal durcheinander,
so dass der Platz wieder von einer murmelnden Woge erfüllt scheint.
Zu überraschend kommt die Wendung des Verfahrens. Die Baronin hat
schwere Vorwürfe gegen Jagon von Hochaskenstein erhoben, so dass die
Spannung im Volk förmlich mit den Händen zu greifen ist. Auch
der Baron selbst ist sichtbar außer sich, mit hochrotem Kopfe keift
er wüste Beschimpfungen ihn Richtung seiner Nachbarin. Erst als der
Fürst sich erhebt und mit der Hand Ruhe gebietet kehrt wieder Stille
ein:
"Edle Baronin, wir vernahmen Euer Anliegen und wollen in dieser Sache
richten, jedoch, es gibt möglicherweise noch mehr zu diesem Herrn
zu sagen als ihr alle...", der Fürst richtet seinen Blick in die Runde
und bleibt dann bei dem Hochaskensteiner haften, "...und besonders Ihr,
Baron, denken mögt. So wollen wir nun Gericht halten über den
Baron Jagon von Hochaskenstein wegen der Vorwürfe, die wir gehört
haben, und wegen anderen, die wir hören werden. Man lasse nun unseren
Erzkanzler Giselher vortreten. Er soll nach alter Drachenhainer Sitte den
Dolch der Anklage führen, während wir selbst mit dem Szepter
der Billigkeit richten werden."
Kaum aufgerufen, tritt forsch der Edle Giselher von Mühlenheim
vor. Er ist der Erzkanzler des Fürstentums und somit betraut mit Belangen,
die das fürstliche Haus selbst betreffen. Baron Jagon indessen scheint
seine Fassung verlieren zu wollen, ungläubige Augen starren aus einem
nun blutleeren Gesicht. Diesen Verlauf hat er offensichtlich nicht erwartet.
Jedoch bleibt ihm wenig Zeit zur Sammlung, alldieweil Giselher bereits
mit seiner Anklage beginnt: "Euer Durchlaucht und all ihr anwesenden Herren
und Damen und alles Volk hört meine Worte! Es sind nur wenige Monde
vergangen, seit unser Herr, der gütige Fürst Waldemar, den Baron
von Hochaskenstein, der hier sitzt, an seiner alles umspannenden Gnade
hat teilhaben lassen, indem er ihn, wenn ihr euch erinnern wollt, nach
dem Frevel gegen den Einen und die Ordnung der Natur nicht hart strafte,
sondern ihm nur auferlegte, zum Gedenken der Tat eine verdunkelte Sonne
in seinem Wappen zu führen. Nun sollte doch jeder denken, dass ein
Mann, der so die Gnade und die Milde seines Herrn erfahren hat, hinfort
nichts mehr zu wirken hofft, als dem Herrn treu zu dienen als sein ehrlichster
Knappe." Geschickt setzt Giselher hier kurz aus, um dem Volk Gelegenheit
zur Zustimmung zu geben, dann fährt er mit erhobener Stimme fort:
"Umso schändlicher und ekelhafter erscheint uns nun der Verrat, den
dieser Mann, der den Titel eines Barons innehat, an seinem und unserem
Herrn verübt hat." Bei diesen Worten wird die Menge hörbar unruhiger,
und es dauert einige Momente, bis Giselher weiterreden kann. "Ist es nicht
so, dass unser allergnädigster Fürst Waldemar jeden seiner Getreuen
aufgefordert hat, Kadhan, den Schlächter von Wiesensteig, nicht nur
nicht zu schützen, sondern ihn zu erschlagen, wo immer Gelegenheit
sich bietet? Und ist es nicht so, dass dieser Baron dennoch jenen Kerl
geschützt hat, anstatt ihn sofort zu töten? Und ist es schließlich
nicht auch zutreffend, dass der Herr Jagon nicht nur einen Geächteten
geschützt hat, sondern indem er das tat, seinen Vasalleneid gegenüber
seinem Herrn, unserem Fürsten, gebrochen hat? Ist das eines Barones
würdig, der den Heliosbrief aus der väterlichen Hand des Fürsten
nahm? Darf diese Tat ungesühnt bleiben oder muss sie nicht noch härter
bestraft werden als die Taten des Kadhan, denn hier ist ein Vasall, der
schon einmal seinen Herrn hinterging? Ich klage darum den Baron Jagon von
Hochaskenstein hier vor aller Welt und vor dem Richterstuhl meines allergnädigsten
Herrn und im Antlitz des Einen, der die Gerechtigkeit liebt, des Verrates
und des Eidbruchs an seiner Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain
an!"
Der Hochaskensteiner sitzt nach diesen Worten, die Giselher ihm förmlich
entgegengeschrieen hat, wie versteinert auf seinem Sitz, nur einige Schweißtropfen
auf der aschgrauen Stirn verraten seine Erregung. Ein feines Lächeln
ist auf Baronin Josephinas Gesicht erschienen, sie scheint fernen Gedanken
nachzuhängen. Indessen tobt das Volk und ruft nach dem Henkersknecht.
Jedoch erhebt sich nun Fürst Waldemar und die Menge wird still. Der
Fürst hebt ernst die Hand und spricht: "Wir wissen, edler Giselher,
dass ihr solche Worte nicht ohne Grund wählt, und dennoch Fragen wir
euch, könnt ihr einen Mann benennen, der es Wert ist, als Zeuge das
Horn der Wahrheit zu tragen?"
"Euer Durchlaucht, das kann ich durchaus, denn noch einer Eurer Lehnsnehmer
hat eine Rolle zu spielen gehabt, die ihm so nicht zugedacht war: Baron
von Flaitney, wollt ihr vortreten und kundtun, wo ihr den Buben Kadhan
gefunden habt?"
Wieder wird die Menge unruhig, war es doch Foranan Mc Donough, der
den Schlächter furchtlos gefangen hat, ihn aber auch nicht sogleich
erschlug. Der Fürst wendet sich zu dem Baron von Flaitney: "Nun Baron,
was könnt ihr bezeugen?"
Foranan räuspert sich und spricht schließlich mit kräftiger
leidenschaftlicher Stimme:
"Tatsächlich kann ich, euer Durchlaucht, etwas beitragen. Ich
kann und muss hier vor aller Ohren bezeugen, dass ich mit meinen Truppen
am 7. Tag des 3. Xurl Kadhan, genannt der Schlächter von Wiesensteig,
auf der Feste Hochaskenstein gefangen genommen habe. An diesem Tag war
Baron Jagon zugegen, und mir scheint es unmöglich, dass er von der
Anwesenheit seines verrufenen Vetters nichts gewusst hätte. Im übrigen
bezeuge ich bei den Vieren, dass ich mich, sollte ich mich eines Vergehens
schuldig gemacht haben, mit Freuden unter Euren gerechten Spruch beugen
werde."
Der Fürst antwortet dem Baron daraufhin ein wenig milder: "Darüber
werden wir noch zu sprechen haben, einstweilen aber habt Dank für
dies Zeugnis, durch diese eure selbstlose Jagd nach dem üblen Schurken,
die euch und eure Männer seit dem Fall von Wiesensteig durch das halbe
Königreich reiten ließ, geniest ihr noch mehr als ehedem unsre
vollste Anerkennung. So ihr einen Wunsch habt, so äußert ihn
am Ende der Verhandlung, Baron Foranan!" Mit diesen Worten wendet er sich,
nun wieder mit ernster Miene, dem in sich zusammengesunkenen Hochaskensteiner
zu und sein Blick verheißt Strenge: "Nun Baron Jagon, es ist Sitte,
dass der Verteidiger, der Träger des Schildes der Frömmigkeit,
das letzte Wort hat. Wir hoffen doch ihr könnt nun für Euch sprechen!"
Jedoch schnappt der Angeklagte nur nach Luft und bringt keinen Ton
hervor, weshalb der Fürst sich abwendet und verkündet: "Es scheint
als hätte der Baron die Stimme verloren und da wir sonst niemanden
sehen, der für ihn sprechen möchte, werden wir uns zurückziehen
um das Urteil zu finden, und auch ihr edle Baronin" - dabei weist Waldemar
auf die überraschte Jolbensteinerin - "und ihr teurer Giselher, sollt
mir mit Rat zur Seite stehen."
Doch gerade als der Fürst sich abwendet, geht ein Ruck durch Jagon
von Hochaskenstein, wie als wäre er plötzlich wieder bei Besinnung
aus einer langen Ohnmacht. Er springt auf und ruft: "Mein Fürst haltet
ein und hört mich an!" Waldemar und die anderen hohen Herren und Damen
halten erstaunt inne und wenden sich dem Beschuldigten zu, der nun von
seinem Sitz aufgesprungen ist, sein Schwert ablegt, den Mantel wegwirft
und sich vor dem Fürsten in den Staub wirft: "Oh edler Herr, Durchlaucht,
vernehmt mein unwürdiges Flehen. Nicht bin ich es wert, dass ihr meiner
gewahr seid und dennoch will ich euch in aller Demut nahen um meine Schuld
zu bekennen. Ich bereue aus tiefstem Herzen meine Taten und ich bin es
nicht länger wert, unter der Sonne des Einen zu wandeln, die euer
verehrungswürdiges Haupt so trefflich erstrahlen lässt, dass
ich wie ein Wurm und weniger als ein Wurm erscheine. Richtet über
mich mit dem Schwert der Gerechtigkeit und nicht mit dem Stab des Gütigen!"
Nach dieser demutsvollen Geste verstummt das Volk und starrt gebannt
auf den Fürsten. Baronin Josephina hatte sich schon bei den ersten
Worten Jagons angewidert abgewandt und war zu dem ebenso peinlich berührten
Baron von Flaitney getreten, mit dem sie betont desinteressiert ein leises
Gespräch beginnt. Fürst Waldemar wirkt einen Moment unentschlossen,
fasst sich dann aber schnell und spricht mit lauter Stimme: "Baron, mir
scheint, ihr erinnert euch spät eures Herren. Auch sind eure Vergehen
ungeheuerlich und verlangen Strafe. Jedoch, auch die Milde soll den Herrn
zieren, der seine Kinder auf den rechten Weg weisen muss, will er dem Einen
gefällig sein. So vernehmt nun meinen Spruch:
Baron Jagon von Hochaskenstein, ihr seid Schuldig der ungerechtfertigten
Landnahme und des Friedensbruches im Fürstentum Drachenhain. Deshalb
sollt ihr das Dorf Moorfalden auf immer meiden und keiner eurer Vasallen
soll es betreten dürfen. Ferner seid ihr verpflichtet der Baronin
von Jolbenstein zum Ausgleich eurer Taten, auf 10 Jahre die Nutzung von
zwei Dörfern zu übertragen, die in der Nähe der Grenze liegen,
damit ihr Schaden beglichen wird.
Doch das war das geringste Vergehen. Baron Jagon von Hochaskenstein,
ihr seid schuldig, einem Geächteten Schutz gewährt zu haben.
Um dies zu sühnen seid ihr auf ein Jahr verbannt. Begebt euch auf
eine einjährige Pilgerfahrt in Demut und dient dem Einen wo ihr könnt.
Zum dritten seid ihr, Baron Jagon von Hochaskenstein, schuldig des
Eidbruchs an mir, eurem Herrn. Noch heute sollt ihr deshalb vor uns und
allem Volk einen Bußeid ablegen, damit ihr euch von dieser schweren
Schuld reinigen könnt und der Eine euch gnädig sein kann. Ferner
sollt ihr euren Ring und euren Heliosbrief an uns übergeben, damit
er vernichtet werde. Sodann begebt ihr euch auf Wanderschaft für weitere
6 Jahre. Solltet ihr früher zurückkehren, so ist euer Tod gewiss.
Eure Baronie mit all ihren Besitzungen gehen vorerst an das Fürstenhaus
zurück. Auch eure Vasallen sind hiermit ihres Eides enthoben, sie
sollen nunmehr uns den Eid schwören. Auf 7 Jahre seid ihr kein Baron
mehr. Nun tut was ich euch geheißen!"
Gleich einer geprügelten Töle macht sich der Verurteilte
sogleich unter dem Johlen der Sarnianter Bürger davon, die teils schimpfend
teils belustigt, Unrat und Steine nach dem nun Verfemten werfen.
Schwert, Vasallenring und Ehre lässt der einst so Machtvolle zurück.
Ein letztes Mal wendet sich der Gehende um, sein Blick schweift suchend
über die Menschen dahin und verharrt; Jagons Blick verheißt
wahrlich nichts Gutes und er scheint auf eine bestimmte Person gerichtet
zu sein - der unverhohlene Hass in diesen Augen raubt Baronin Karelia Jefferindell
von Jolbenstein für einen kurzen Moment den Atem...
So geschehen am 28. Tag im Mond der Besinnung, 91 n.d.E,
niedergeschrieben von Ruland vom Kerbelgehr,
Schreiber des Fürsten von Drachenhain
Eine innere Angelegenheit?
"Es schmerzt mich, mit anzusehen, wie sämtliche Druidh das ganze Land
durchsuchen und ich verstehe einfach zu wenig davon, ich bin noch nicht
weit genug. Ich kann ihnen zwar schon einfache Dinge abnehmen und ich lerne
eine ganze Menge dabei, fühle mich aber dennoch unnütz, versteht
Ihr? Es wäre bitter nötig, sowohl unsere eigentlichen Aufgaben
zu erfüllen und rasch noch mehr über... na, über all das
zu erfahren. Über die rätselhaften Ruinen - nein, mehr darf ich
Euch nicht erzählen. Nein, versteht Ihr, zum einen sind das wirklich
Luchner Angelegenheiten... Ja, ich gebe zu, daß sie fast schon darüber
hinauswachsen. Aber was im Helios-Boten steht, kann jeder lesen,
wirklich jeder, versteht ihr? Die nächsten Vorhaben? Nun, eins kann
ich sagen, das ist ohnehin offensichtlich... Sämtliche Verbindungen
zur Anderswelt müssen geprüft werden, vermutlich wieder und wieder.
Wir nennen sie Cearns. Aber auch dafür bin ich nicht weit genug. Diese
Hilflosigkeit ist wirklich das Schlimmste."
Aus einem Gespäch des Heliosboten
mit dem Druidhanwärter Conor Hweylan MadGlas
Bischofsbilligung und Ernennung des neuen Truchsess in Jolbruck - Angegriffene
Frische des Fürsten überschattete die Feierlichkeiten
Es hätte ein bedeutender Tag für Jolbruck und das gesamte ceridische
Fürstentum werden können: es stand die Billigung des ersten Drachenhainer
Bischofs nebst die Vereidigung des neuen Truchsess der Drachenhainer Hauptstadt
auf dem Protokoll. Jedoch, ein plötzlich auftretender Schwächeanfall
und ein Sturz des vielgeliebten Fürsten rückte alsbald das Auge
der Öffentlichkeit auf den Herrscher Drachenhains selbst. Die Anstrengungen
der letzten Monde sind nicht spurlos an unserer Durchlaucht vorübergegangen.
Gibt der Gesundheitszustand des Fürsten Waldemar vielleicht Anlass
zur Sorge? Seine Vitalität galt bisher doch als besonders ausgeprägt.
Es berichtet Wernulf vom Schafstall - neuer Hofberichterstatter des
Fürstentums Drachenhain:
Die Gärten vor dem Stadtpalais des Herrscherhauses derer zu Drachenhain
war voller Menschenmassen, ein Durchkommen schien ob des Andrangs Neugieriger
kaum mehr möglich. Bereits Stunden vorher hatten sich die ceridisch
gläubigen Bürger der Stadt Jolbruck versammelt, um diesem feierlichen
Akt beizuwohnen. Wie ein Lauffeuer hatte sich in den Tagen zuvor die Meldung
verbreitet: Drachenhain erhält einen Bischof!
In würdiger Atmosphäre bestätigte Fürst Waldemar
das neue Amt und seinen Inhaber, der dem belesenen Heligonier nicht unbekannt
sein dürfte. Die Wahl seiner Heiligkeit, Primus Pacellus I., fiel
auf Abt Ceridian Aegidio von Sankt Aluin. Am 1. Tag des Wonnemondes war
der neue Bischof zu Gunara in sein Amt erhoben worden. Es folgte nun die
formelle Bestätigung des Fürsten von Drachenhain. In einer ausführlichen
Rede legte seine Durchlaucht die Funktion und deren heilige Aufgaben dar.
Der Fürst betonte darin die Wichtigkeit und Bedeutung für alle
Drachenhainer Ceriden. Nachdem die Ansprache unserer Durchlaucht geendet
hatte, umarmten sich die beiden ehrwürdigen Herren aufs Herzlichste.
Bischof Ceridian Aegidio war die Rührung anzusehen, Tränen standen
in den Augen des alten Mannes.
Auch Baron Koldewaiht von Hautzensteyn, Herr von Luchnar und Botschafter
von Drachenhain nahm an den Feierlichkeiten teil. Zum späteren Zeitpunkt
des Festes sollte auch ihm, eine unerwartete Ehrung zuteil werden. Huldvoll
ernannte Fürst Waldemar seinen Botschafter zum Truchsess der Drachenhainer
Hauptstadt Jolbruck. Ausdrücklich hob der Herr die Verdienste seines
Edelmannes hervor und dankte ihm, dem Ogeden, vor Ohren und Augen Aller.
Absent war die Tochter des Fürsten von Drachenhain, Prinzessin
Syria Jaldis, die dem Vernehmen nach, derzeit arg mit ihrem Vater über
Kreuze liegt. Grund dafür soll ein skandalöser Zwischenfall in
den Katakomben zu Wolfenfeld gewesen sein, genaueres wurde der Öffentlichkeit
noch nicht bekannt gegeben. Ebenso vermochte Prinz Leomar aus bekanntem
Grunde nicht anwesend sein...
Während des Verlesens der fürstlichen Dekrete überfiel
unseren Fürsten mit einem Mal eine unnatürliche Blässe,
mit zitternder Hand nahm er seinen Becher um einen Schluck Wasser zu sich
zu nehmen, seine Stimme wurde leiser und sichtlich angestrengt. Er unternahm
den Versuch die Dekrete weiter zu verlesen. Kurze Zeit später schwankte
unser geliebter Fürst, so dass die umstehenden Würdenträger
ihn stützen mußten. Trotz dieser hilfreichen Geste sank unser
Fürst in sich zusammen, sanft ließen die Männer ihn zu
Boden gleiten. Ein vielstimmiges Raunen durchströmte die Menge, dann
überdeckte angstvolle Stille das Geschehen. Kraftvolle Hände
trugen den Fürsten von Drachenhain sanft in seine Gemächer. Am
Abend wurde verlautbart, dass es dem Herrn wieder besser gehe. Aber ihm
wurde von seinen Leibärzten zumindest ein Ruhetag verordnet, damit
er wieder zu Kräften komme. Seine Durchlaucht ließ am Abend
seinem Bedauern Ausdruck verleihen, dass die Feierlichkeiten diesen Verlauf
nehmen mußten.
Foranan Mc Donough bittet Hochland um Hilfe!
Nachdem Ansgar von Berath vor einigen Wochen schwer von einem damals noch
unbekannten Wesen in einer Höhle auf der Camspitze in Hochwalden angegriffen
und schwer verletzt wurde, ist man sich im Hochland anhand seiner Verletzungen
nun zweifelsfrei sicher, dass es sich um einen Eisdrachen handelt.
Sofort als ich aus Hochwalden zurückgekehrt war wies ich an die
Suche nach Legenden und Sagen um den Eisdrachen von Flaitney zu intensivieren
und nun auch die tieferen und geheimen Bibliotheken von Flaitney zu durchsuchen.
Seit diesem Tag wird aber nicht nur nach den Legenden gesucht, sondern
auch nach der Melodie, die der Sackpfeifenspieler damals spielte
um den Eisdrachen vertreiben. In Flaitney glaubt man mittlerweile, dass
es sich um eine wahre Begebenheit und nicht nur um eine Legende handelt.
Da die Melodie in Flaitney weder aus Überlieferungen, noch auf Papier
gefunden werden konnte, bittet ich das Hochland und auch die Druith um
Hilfe uns nach dieser verlorengegangener Melodie zu suchen. Aber auch die
anderen Einwohner Heligonias seien aufgerufen sich bei mir zu melden, falls
sie etwas über den Verbleib dieser Melodie etwas wissen sollten. Ich
kann nur hoffen, dass das Schriftstück, falls es existiert, nicht
dem Brand unserer Burg vor einigen Jahren zum Opfer fiel.
Foranan Mc Donough
Grotte in Tunnel entdeckt
Wie aus Flaitney zu hören ist, kommen die Tunnelarbeiten im Lämmerbuckeltunnel,
der schon bald Ostarien mit Drachenhain verbinden wird gut voran. Jüngste
Informationen zufolge wurde bei den Grabungsarbeiten eine Grotte entdeckt,
durch die die Verbindungsstraße führen soll. Sie soll ca. 50
lang, 30 Fuß breit und 20 Fuß hoch und von einem klaren
Gebirgsbach durchzogen sein. Den Tunnelbaumeistern kommt dieser Fund sehr
entgegen, da der Bau der an die Oberfläche führenden Luftschächte
und die Versorgung mit Wasser, stark vereinfacht wird.
Alle sind zuversichtlich, dass der Tunnelbau in den Poënamonaten
des nächsten Jahres abgeschlossen werden kann.
Berichterstatter aus Flaitney
Lebt die Legende aus Flaitney?
Mir läuft es jetzt noch kalt den Rücken herunter wenn ich mich
an den Klang in den Worten des Barons von Flaitney, Foranan Mc Donoughs,
erinnere. Am letzten Abend der Universitätsgründung zu
Cambrück, zu der Zeit als die Freifrau Fendra diesen Brief erhielt
und alle in heller Aufregung waren trat der Baron auf mich zu und gab mir
den Auftrag sofort nach Croith´no´na zurückzukehren um
dort nach den alten Legenden und Überlieferungen über den Eisdrachen,
der einst in Flaitney gehaust haben soll, herauszusuchen. Er wirkte äußerst
besorgt und ich machte mich sofort auf den Weg, um den Anweisungen Folge
zu leisten.
Ich reiste die ganze Nacht und den ganzen Tag durch und gegen Abend,
kurz vor Einbruch der Dunkelheit, kam ich in der Stadt Croith´no´na
an. Ich wies den Biblothekar und seine Helfer an, schon mit der Suche anzufangen,
da ich mich noch einige Stunden aufs Ohr legen wollte. Als ich spät
in der Nacht aufwachte und mich auf den Weg in Richtung Bibliothek machte,
fragte ich mich immer wieder warum meinen Lehnsherrn so an diesen Geschichten
interessierte. Diese alten Geschichten über die Entstehung unseres
Wappens waren doch eigentlich nur dazu gut um die Kinder zu erschrecken.
Von wegen Eisdrachen und so. Aber was da erst kürzlich in Luchnar...
Ich beschleunigte meine Schritte und traf auch schon kurze Zeit später
in der Bibliothek ein in der die anderen immer noch fleißig daran
waren alte und neue Bücher und Schriften durchzusehen.
Ein paar Schriften hatten sie schon herausgelegt und auch ein paar
Bücher über Legenden und Geschichten Flaitneys waren bereits
auf den Tischen aufgetürmt worden. Ich schnappte mir ein Buch und
begann es durchzublättern. Caivala mit dem glänzenden Haar, Deirdre,
die leidbringende, Claras Quell... - Fehlanzeige. Ich nahm mir das nächste
Buch vor.
Stunde um Stunde verging und ich quälte mich durch die Bücher
von Sagen und Geschichten, von denen ich bestimmt fast alle schon irgendeinmal
gehört hatte. Warum wollte Baron Foranan unbedingt jetzt, dass wir
nach dieser Legende suchen. Es muß etwas mit dem Inhalt des Briefes
zu tun haben, den Die Freifrau Fendra erhalten hatte.
Ich muß wohl eingenickt sein, denn bei Morgengrauen weckte mich
ein Diener und brachte mir etwas Milch, Käse und Brot. Neben mir lagen
die Ergebnisse der langen Nacht. Ungefähr ein Dutzend Schriftrollen
und Bücher lagen neben mir und in jeder dieser Schriften stand das
allgemein Bekannte. Vor ein paar Jahrhunderten soll in Flaitney ein Eisdrache
gelebt haben und das Land mit Frost, Unheil und Tod überzogen zu haben.
Dies ging über Jahre und Jahre hinweg bis schließlich
eines Tages ein Dudelsackspieler kam und ihn mit irgendeiner Melodie vertrieb
und so weiter und so fort. Die Geschichte kennt ja wohl jeder.
Na ja, die Arbeit war getan und ich widmete mich wieder meiner Arbeit.
Am nächsten Tag kam ein Bote an und teilte uns mit, dass der Baron
erst in ein paar Tagen wieder in der Stadt sein würde, da er mit Baronin
Roxana und Baron Beorric von Wulfenstein zusammen auf die Feste Berath
gereist ist, um sich die schweren Verletzungen von Ansgar von Berath anzusehen.
Erst eine Woche später traf Foranan Mc Donough wieder bei uns ein
und berichtete, dass Ansgar von Berath mit schweren Erfrierungen und einer
großen Bisswunde auf dem Krankenbett liege und es wohl Monate brauchen
würde, bis er wieder genesen wäre. EIN EISDRACHE HAT IHN ANGEFALLEN!!!
Ian Mc Gillivray
Herrin von Tatzelfels ruft zum großen Vasallentag
Es wird von Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Baronin von Tatzelfels
und Vogtin der Vogtei Tatzelfels, folgendes bekannt gegeben:
Alle Vögte ihrer Baronie haben sich am 21. Tag des 2. Poëna
auf Burg Tatzelfels einzufinden, um Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain,
Baronin von Tatzelfels, Vogtin der Vogtei Tatzelfels und ihrem Land, der
Baronie Tatzelfels, den heiligen Schwur der Treue zu leisten!
Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Baronin von Tatzelfels,
Vogtin der Vogtei Tatzelfels
Wird der "Ruf" ausgesprochen?
Die Krise in Luchnar hat sich zu einem Dauerzustand entwickelt und es besteht
die Gefahr, daß bald noch eine wesentliche Verschlimmerung eintritt.
In den absurden Forderungen der Frauensperson Rowaine, der "Hochdruidh
gegen luchnischen Willen" (der Heliosbote berichtete in Ausgabe 37)
nannte sie nämlich ein Datum: Vor Gwarscibor will sie die Luchner
zu Dienern der Alfar machen. Nun ist Gwarscibor ein relatives Datum, die
erste Blüte der Schwarzdistel, doch war dies in den letzten Jahrzehnten
regelmäßig im ersten oder zweiten Xurl der Fall. Selbst im günstigsten
Fall einer ausgesprochenen Spätblüte ist die Zeitspanne in weniger
als einem halben Jahr abgelaufen.
Es scheint deshalb möglich, daß die Druidh den Torrit aussprechen
werden, den Ruf, der alle Luchner in der Fremde nach Luchnar zurückruft,
um dem Land in einer Stunde der Not beizustehen - seien sie Söldner,
Fellhändler oder Druidhanwärter. Zwar weiß keiner, ob Muskeln
und Wissen ausreichende Waffen sind gegen die waltenden Kräfte, doch
wird sich jeder Luchner mit jeder Faser seines Körpers für sein
Land einsetzen, wenn der Torrit ertönt und die Macht der Heimatliebe
ist nicht zu unterschätzen. Wann die Druidh dieses Mittel einsetzen
wollen, bleibt vorerst aber Spekulation.
Rudern am Brazach-Delta - Ein herrliches Vergnügen!
Hoffnungsvolles Beispiel der Toleranz
Jeder, dem Heligonia am Herzen liegt, ist sich der schwärenden Wunde
bewußt, die die Feindseligkeit der beiden heligonischen Glaubensgemeinschaften
darstellt. Die Gräben, die sie im Volk aufreißt, welche manches
Mal sogar durch Familien gehen, ist für uns alle schmerzhaft. Und
wenn im Heliosboten ein Ogede oder Ceride das Wort ergreift, um über
Angehörige des anderen Glaubens zu berichten, so ist es meist mit
Bitterkeit und Vorwürfen.
Daß das Zusammenleben von Ceriden und Ogeden meist ganz anders
aussieht, wird dabei häufig verschwiegen.
In diesem Zusammenhang ist es mir ein Anliegen, eine Freude und eine
Verpflichtung, unserem Gastgeber, seiner Hochgeboren Markgraf Kalveram
von Norrland-Brassach, für seine freundliche Unterstützung zu
danken. Anläßlich des Adelstages, den seine Hochgeboren ausrichteten,
wünschten einige Ogeden, die Meisten aus der Gesandschaft von Lord
Angus McPhee, eine Feierstunde der Viere abzuhalten. Seine Hochgeboren,
der Markgraf, war so freundlich, uns einen geeigneten Ort zur Verfügung
zu stellen, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken
möchte.
Für mich als Rechtsgelehrten ist es wichtig, daß ein verbrieftes
Recht, wie es das Toleranzedikt seiner Majestät, König Helos
Aximistillius III darstellt, nicht ein Schriftstück bleibt, sondern
gelebtes Recht ist, damit jeder Ceride und jeder Ogede, gleich wo er sich
aufhält, seiner Religion frei nachgehen kann. Dies beinhaltet aber
zuvörderst, das man seine Rechte auch wahrnimmt.
Möge das Beispiel, das seine Hochgeboren, Markgraf Kalveram uns
bot, in ganz Heligonia Schule machen. Vielleicht werden so die Brüche
im Volk endlich geheilt.
Ganz besonders freute es uns daher, das einige Ceriden uns die Ehre
erwiesen, der Zermonie als Gäste beizuwohnen.
Daryll McByron, Geweihter des Helios
Wappen der Vogtei Störenweiler in die königlich heligonische
Wappenrolle aufgenommen
Während der edle Rasekorn vom Schinderteich, Vogt von Störenweiler,
sich auf dem Weg nach Vjoshaven befindet erreichte die Baronie Rebenhain
am 11. Tag des 3. Poëna ein Bote aus Escandra. Demnach ist nun, nach
einjähriger Prüfungsdauer, das neugestaltete Wappen der Vogtei
in die königlich heligonische Wappenrolle aufgenommen worden.

Das Wappen der Vogtei zu Störenweiler zeigt auf der rechten Schildseite
ein Schwert auf schwarzem Grund, auf der linken Seiet sind 3 Geldsäckel
auf Gold zu sehen. Ein Herzschild zeigt die Rebenhainer Traube im Zentrum
des Wappens.
Das Schwert ist das Zeichen derer von Schinderteich, da jener zu alter
Zeit eine Richtstätte war. Die Geldsäckel stehen für Störenweiler,
das nicht unerhebliche Einkünfte aus dem Schweinsnasenfrüchtegeschäft,
sowie dem Zollhafen erzielt.
Ganz Störenweiler freut sich über die königliche Anerkennung
seines Wappens.
Gegeben zu Störenweiler am 12. Tage des 3.
Poëna
im Jahre 28 n. A. III. von mir, Wolfher, dem Kanzler.
Die Wesen der Anderswelt sind nicht die eigentliche Gefahr!
Alfare zwischen Hammeln, Moosmutzelchen in der Speisekammer; Kobolde im
Cailleach-See und Dornlingstreffen am Fuße des ArdGlas. Wenn das
Erscheinen der Wesen aus der Anderswelt irgendwelchen Gesetzen folgt, werden
diese zumehmend konfuser. Bisher schien, obwohl das andere Leben fast überall
auftauchte, doch eine gewisse Strategie erkennbar: das Auftreten rund um
die Feste Hautzensteyn und um den Baron Luchnars, das mit dem Fluch der
Frauensperson Rowaine zusammenhing, Getümmel auf der Q1, was diese
zeitweise fast sperrte, die Eröffnung der Spalte an der Grenze zu
Tatzelfels - all dies konnte als politische und wirtschaftliche Schädigung
gedeutet werden.
Das jetzige Durcheinander wirkt ungezielter. Möglich wäre,
daß Rowaine - oder jemand noch mächtigeres in der Anderswelt
- nun einfach ungezieltes Chaos veranstalten will, um eine gezielte innere
Abwehr zu erschweren. Möglich wäre weiterhin, daß es sich
"nur" um einen Nebeneffekt immer durchlässigerer Weltgrenzen handelt.
Es ist aber auch vorstellbar, daß das Geschehen Rowaine allmählich
aus den Händen gleitet. In diesem Falle wäre die Konfusion sogar
ein positives Zeichen. Selbst wenn man diesen positiven Fall annimmt, besteht
aber die Gefahr, daß andere Kräfte die Verwirrung ausnutzen
- insbesondere diejenigen, deren Name schon auf ihre Gegnerschaft hinweist.
Cawadoc Gwar U'Mad, der langjährige Erzfeind aller Luchner, wird kaum
eine besserer Gelegenheit finden, ins Land vorzustoßen - wenn er
nicht überhaupt in Rowaines Ränke verwickelt ist. Cederric U'Mad,
der im bekannten Gesicht der Druidh als ceridischer Missionar mit der Macht
des Schwertes in Luchnar einfiel, könnte genau dies versuchen...
Ich denke, wir dürfen uns von denen Wesen der Anderswelt, von
denen kaum je Lebensgefahr ausging und -geht, nicht irritieren lassen.
Ignorieren wir sie, unterstützen die Druidh, schärfen wir Schwerter
und Geist, befestigen wir Burg, Hof und Nioch!
Aus einem Gespräch des Heliosboten
mit Vogt Simuniel von Turlach
"Excommunicatio Syria Jaldis! Excommunicatio minor!"- Bischof Ceridian
Egidio bannt die Prinzessin von Drachenhain aus der heiligen ceridischen
Gemeinschaft
Zitternd wandert der gespreizte Zeigefinger der alten Hand über die
Zeilen des aufgeschlagenen Buches, des Hilariums, dahin. Die heisere Stimme
des erwürdigen Greises rezitiert sogleich das Gelesen, worauf zwei
Dutzend Mönche, im donnernden Singsang, die heiligen Worte empor ins
Gebälk des neuen Domes von St. Aluin schmettern. Bischof Ceridian
Aegidio von Drachenhain, Abt dieses Domes, fällt seine erste Amtshandlung
als Hüter und Hirte aller Ceriden des Fürstentums sichtlich schwer.
Bittre Tränen der Trauer vergießt der hochbetagte Pretoriusaner,
als er die alte Spruchformel des Bannes ausspricht. War es doch der Bischof
selbst gewesen, der vor nahezu dreißig Jahren, damals noch als Priester
der Drachentrutz, ein Kindlein über das heilige Becken hob und es
vor dem Einen auf den Namen Syria Jaldis taufte - welch grausame Ironie!
Wieder durchfährt den Bischof eine Woge des Grams:
..."Denn ein faulender Apfel darf nicht die Macht erlangen den gesamten
Baum zu verderben! Ist man ihm abhold, dann lässt der Baum den Üblen
letztlich fallen! So lehrte der Heilige, so werden wir wirken: Excommunicatio
Syria Jaldis! Excommunicatio minor!"
Mit diesen Worten ist es vollbracht, all zu lang hatte die Kirche dem
unceridischen Treiben, der so absonderlichen Prinzessin wort- und tatenlos
zugesehen - aus Rücksicht auf den Fürsten von Drachenhain, heißt
es an mancher Stelle. Nach dem jüngsten Frevel jedoch, als Syria Jaldis
die Stirn besaß im Streite gegen ihren Vater, die Hand zu erheben,
um Blendwerk auf seine Durchlaucht zu werfen, war das Maß endlich
voll. Zumal der Fürst von Drachenhain nach den schändlichen Vorkommnissen
in Wolfenfeld selbst den Ausschluss seiner Tochter einforderte und auch
seine Heiligkeit, der Primus, seine heilige Zustimmung gab. Nun ist die
Prinzessin von Drachenhain und Baronin von Tatzelfels, die der Messe freilich
fernblieb, exkommuniziert und aus der Kirche ausgestoßen:
..."Ja, erloschen ist wahrlich das Licht des Einen im Herzen und im
Sinn der Prinzessin Syria Jaldis. Sei dies Schicksal all jenen, die ebenfalls
der bösen Macht zu erliegen drohen, ein warnendes Beispiel! Wehe den
Menschen ohne Gott, sie sind verloren und verdammt!"
Gegeben am 11. Tag des Wonnemonds,
Bruder Pankraz von der Drachentrutz
Werter Herr Koldewaiht!
Nach meinem letzten Brief an Euch sah es lange Zeit so aus, als gäbe
es nichts zu berichten. Nicht einmal einen Alptraum, von dem ich Euch erzählen
könnte. Nur die Langeweile griff weiter um sich und die Schneefälle
gingen langsam in Regen über, so dass das Umland von Kratorpolis im
Matsch zu versinken drohte. Viele der Männer begannen zu maulen: Warum
man sie noch immer hier festhalte. Schließlich sei es doch wohl offensichtlich,
dass die Ödländer sich zurückgezogen hätten. Von Krieg
könne keine Rede sein und dergleichen Reden mehr. Anstatt wachsam
zu sein, trafen viele sich immer öfter in den wenigen Schänken
von Kratorpolis. Es wurde getrunken und gesungen bis spät in die Nacht,
so dass es immer wieder vorkam, dass einige der Männer ihren morgendlichen
Wachdienst versäumten. Auch die Furcht vor Doppelgängern ließ
nach, als hätte man sich inzwischen an diese Gerüchte gewöhnt
und beachte sie nicht mehr. Aufgrund der schlechten Wege wurden recht wenige
Spähtrupps ausgesandt, so dass derlei Befürchtungen wohl auch
aus diesem Grund in den Hintergrund traten. Ich muss gestehen, dass sogar
ich mich von der allgemeinen Sorglosigkeit anstecken ließ und mich
der Übersetzung einiger Liedtexte widmete, die ich unter den Männern
auffangen konnte. Bis sich mit einem Schlag alles änderte.
Es war früh morgens, die Sonne schien von einem blauen Himmel,
der ausnahmsweise frei von Wolken war, als eine der Wachen atemlos nach
einem der diensthabenden Offiziere suchte. Das gute Wetter hatte mich recht
früh aus meinem Bett gelockt, so dass ich seine aufgeregten Reden
mitbekam. Einer der Vermissten mit Namen Hanfried sei zurückgekehrt.
Eine Nachricht hätte er, die er immer wieder von sich gebe, als wisse
er nichts anderes mehr zu reden. Als der Wachhabende derart alle aus dem
Schlaf geschreckt hatte, redeten alle wirr durcheinander. Man erging sich
in den wildesten Vermutungen, was geschehen war. Als dann etwas später
die Natur der Nachricht im Lager die Runde machte, war es um die Langeweile
in Kratorpolis geschehen.
Es war tatsächlich Hanfried, den die Ödländer mit einer
Nachricht zu uns zurückgeschickt hatten. Gar grausam hatte man ihn
zugerichtet, damit er von seiner Mission nicht abgelenkt werde und wohl
auch als Warnung für uns alle. Die Ödländer hatten ihn geblendet
und die Ohren vertäubt, so dass der arme Mann weder sehen noch hören
konnte. Nur die Sprache hatte man ihm gelassen, um die wenigen Sätze
zu sprechen, die er uns mitteilen sollte. Es schien, als wären sie
alles, was er noch hervorbringen konnte. Und so lauteten seine Worte:
"Die Führer der Heligonier, die Josephina von Drachenhain, Quendan
von Zauberwacht, Foranan von Flaitney, Krator von Rebenhain, Beorric von
Welzen, Nial von Angaheym, Rasekorn von Schinderteich und Leomar von Drachenhain
heißen, sollen sich zum 12. Tag des 3. Poëna, wie es bei ihnen
heißt, an unserem Platz am Jolborn einfinden, den ihr zerstört
habt. Ansonsten wird es keine Unterredungen geben und der Kampf wird sofort
weitergeführt. Eine Antwort erwarten wir spätestens bis zum 3.
Tag des 3. Poëna."
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es danach in Kratorpolis
zuging. Das Lager glich einem Wespennest. Zu allem Überfluss war Rasekorn
von Schinderteich gerade Richtung Vjoshaven gereist, so dass der stellvertretende
Kommandant Rebger Maischtreppler auf sich alleine gestellt war. Noch am
gleichen Tag schickte er jedoch Boten aus, um die genannten Personen zu
benachrichtigen. Da auch eine Nachricht an die Ödländer ergehen
musste, bot ich Flannagan an, der Bote zu sein. Ich konnte mir gut vorstellen,
dass keiner sehr erpicht darauf war, diese Aufgabe zu übernehmen,
nachdem was man dem armen Hanfried angetan hatte. Zudem hatten die Ödländer
auch offen gelassen, wohin man die Nachricht zu überbringen habe.
Um den Termin nicht zu versäumen, wurde sofort eine Besprechung anberaumt,
die schließlich zu folgendem Ergebnis kam:
Man war übereingekommen, die Nachricht am zerstörten Ritualplatz
zu hinterlassen, da dies auch der Ort war, an dem sich die genannten Persönlichkeiten
einfinden sollten. Da dieser von Kratorpolis aus nur mit dem Schiff zu
erreichen war, entschied man sich dazu, hundert Mann per Schiff mit Einar
Garstbrenner als Flottenkommandant zu entsenden. Als eigentliche Überbringer
der Nachricht wählte man den Templer Andrek von Herrach aus der Erzmark
und mich, was ich wohl auch Flannagans Einfluss zu verdanken habe. Zudem
war es wohl auch ein wohl berechneter Schachzug der Kommandanten, einen
Ceriden und einen Ogeden gemeinsam mit dieser Aufgabe zu betrauen. Wenn
auch der Großteil der Männer, die uns begleiteten, Ceriden waren,
da sie nicht durch Magie beeinflusst werden können. Ansonsten hatte
man sich wieder einmal darum bemüht, möglichst alle beteiligten
Parteien zu berücksichtigen, damit niemand sich übergangen fühlen
konnte.
Die Fahrt selber verlief recht ereignislos, wenn auch der Jolborn recht
viel Wasser führte aufgrund der einsetzenden Schneeschmelze, so dass
Einar Garstbrenner einige Male sein Geschick als Flottenkommandant unter
Beweis stellen musste. Als wir am Ritualplatz ankamen, wurden wir auf dem
Fluß von den Bewachern verwundert begrüßt. Es regnete
leicht, als Andrek und ich von Bord gingen, um das Schreiben zu hinterlegen,
das Maischtreppler uns mitgegeben hatte. Wir fanden den Platz verlassen.
Nichts deutete darauf hin, dass ein menschliches Wesen ihn seit der Schlacht
betreten hatte. Doch trotz der Zeit, die vergangen war, waren die Male
der Zerstörung noch immer gut zu erkennen. Ein Schauer rann über
meinen Rücken eingedenk der damaligen Ereignisse.
Man hatte Andrek und mir aufgetragen, unsere Nachricht nicht nur in
schriftlicher Form zu hinterlegen, sondern auch laut kund zu tun. Denn
wer konnte schon wissen, ob die Ödländer unserer Schrift mächtig
waren. Doch hier war niemand, dem man sie hätte übermitteln können.
Nach einer Weile des Schweigens blickte wir uns an. "Rufen wir eben", schlug
ich Andrek vor, worauf wir dann lauthals "Hallo!" in das umgebende Moor
brüllten, beide damit rechnend, dass jeden Augenblick eine Schar Ödländer
über uns herfallen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Nur
der Wind strich durch das Schilf und brachte es zum rascheln.
Das Kribbeln zwischen meinen Schulterblättern drängte mich,
den Ort wieder zu verlassen. Irgend etwas stimmte nicht. Andrek lauerte
in das umgebende Dickicht. Schließlich zuckte er mit den Schultern.
"Dann tun wir eben, was man uns aufgetragen hat", meinte er. So riefen
wir denn unsere Nachricht in das schweigende Moor und lauschten. Doch wiederum
geschah nichts, nur die Härchen in meinem Nacken richteten sich auf.
Ich wollte Andrek gerade darauf hinweisen, dass es wohl besser sei, aufs
Schiff zurückzukehren, als ich plötzlich Schritte hörte,
die sich vom Fluß her näherten. Ein großer Trupp Menschen
musste zu uns unterwegs sein. Ödländer?
Aufs schlimmste gefasst, zogen wir beide unsere Waffen, bereit unsere
Haut so teuer als möglich zu verkaufen. Da gab das Dickicht den Blick
auf die sich Nähernden frei: Es war Einar Garstbrenner mit der Hälfte
der Schiffsbesatzung. Als er uns sah, schien eine Zentnerlast von ihm abzufallen.
Was wir hier so lange getrieben hätten, fragte er uns. Wir seien schon
seit Stunden überfällig. Solche Sorgen habe er sich gemacht,
dass er schließlich beschlossen habe, nach uns zu suchen. Andrek
und ich sahen uns verwirrt an, waren wir doch erst vor kurzer Zeit am Ritualplatz
angelangt. Ich gab zu bedenken, dass vielleicht Magie im Spiele sei. Doch
Andrek wies meinen Einwurf scharf zurück. Schließlich sei er
Ceride und durch Magie nicht angreifbar.
Da sich die Situation nicht klären ließ, kehrten wir alsbald
aufs Schiff zurück. Wir berieten uns zu dritt, wie wohl weiter zu
verfahren sei. Ich drängte darauf, die Umgebung nach Spuren abzusuchen,
um der Ursache des rätselhaften Phänomens auf den Grund zu gehen.
Doch da sowohl Einar als auch Andrek der Meinung waren, dass unser Auftrag
erfüllt worden sei, traten wir noch am gleichen Tage die Rückreise
nach Kratorpolis an. Mir war nicht wohl dabei. Jemand musste das Phänomen
verursacht haben, ein ödländischer Schamane so vermutete ich.
Und das bedeutete, dass der Feind in der Nähe weilte. An Einars und
Andreks Mienen konnte ich ablesen, dass sie wohl ähnliches dachten,
dennoch ließen sich beide nicht von mir überzeugen.
Vor ein paar Tagen sind wir nun in Kratorpolis angekommen. Seitdem
warten wir sehnsüchtig auf die Persönlichkeiten, die von den
Ödländern aufgefordert wurden, zum Ritualplatz zu kommen. Doch
bisher sind nur Josephina von Drachenhain und Foranan von Flaitney erschienen,
wobei Josephina von Tallrim Stabschwinger begleitet wurde. Wir alle hoffen
und bangen, dass auch die anderen noch rechtzeitig kommen mögen, doch
der von den Ödländern benannte Tag rückt unaufhaltsam näher.
Wenn die Genannten ausbleiben, müssen wir mit dem Schlimmsten rechnen.
Deshalb schreibe ich Euch noch schnell diese Zeilen, bevor es mir vielleicht
unmöglich wird, Euch noch ein Schreiben überbringen zu lassen.
Grüßt mir Llevin und richtet meiner Kusine Yolande meine
besten Wünsche zur Geburt ihres Sohnes aus. Denkt an uns.
In tiefer Verbundenheit
Arandis
"Hero-Hero-Canoneroooo!!!"
-
Besucht Betis, hier wird Utzgan ernst genommen!

Amtliche Bekanntmachung
Als großen Erfolg kann die Ostarische Nordlandexpedition, welche
während des 1. Poënamondes im Jahre 28 n.A.III. unter Leitung
der edlen Dame Fredricaja von Rankenwies und Ritter Roland Welheim stattfand,
gewertet werden. Ziel war die Erkundung und Sicherstellung einer geheimnisvollen
Feste, welche Ritter Roland gemeinsam mit seinem Knappen Eodar auf
einer vorangegeangenen Reise entdeckt hatte. Mit dem Schlimmsten rechnend
machten sich zahlreiche Recken, Abenteurer und Söldlinge auf, um im
Auftrag Ostariens auch in diesen Grenzlanden für Recht und Ordnung
zu sorgen.
Wie sich bald herausstellte war die zuerst verlassen scheinende Burg
von allerlei daimonischen Kreaturen bevölkert, welche unter der Herrschaft
einer mächtigen, uralten und äußerst finsteren Kreatur
standen, die alles daran setzte, die rechtmäßige Inbesitznahme
zu verhindern. Doch mit Hilfe aller Teilnehmer konnten die Expeditionsziele
dennoch verwirklicht und die Daimonsherrschaft gebrochen werden. Die entscheidenden
Hinweise zur Lösung der Situation lieferte der Hilariusit Bruder Prodigius,
der gemeinsam mit Bruder Honestus aus dem Orden der Bannkreuzer und der
Pretoriusanernonne Schwester Idona von Seiner Heiligkeit selbst entsandt
worden war, um mit seinen ausgezeichneten Kenntnissen der heiligen Schriften
der Expedition beizustehen. Hierdurch erfuhren die Gläubigen auch,
daß es untrüglich der Wille des Einen sei, daß die Burg
befreit und der Schlüssel zum Tor der Unschuld gefunden werden solle.
Dieser Schlüssel, welchen die Schriften als den Name des Dämons,
welcher über die Burg herrschte, identifizierten, konnte erlangt werden
und wird nun in Gunara für seine weitere Verwendung aufbewahrt .
Nach Beendigung der Unternehmung wurde die Burg in die Obhut der Nordmark
unter Ritter Roland Welheim übergeben, um als Schild und Schutz gegen
die Ödlandhorden im Norden zu dienen.
Es sei darauf hingewiesen, daß es insbesondere, der exzellenten
Leistung der Expeditionsleitung zu verdanken war, daß die Moral der
Expedition im Angesichte Daimons nicht vollständig zusammenbrach.
Des weiteren dankt das Amt im Namen Ostariens den zahlreichen Streitern,
die ihr Leben im Kampf gegen die diabolischen Kreaturen riskierten, wie
auch den Heilkundigen, welche zahlreiche derselben retten konnten. Ohne
Frage, war auch die gute Zusammenarbeit mit den Gelehrten der Universität
zu Idyllie von Nutzen, die große Fähigkeiten in der Analyse
der verschiedenen daimonischen Apparate bewiesen, welche der Feind gebraucht
hatte, um seine Schreckensherrschaft auszuüben.
Das Amt für Expeditions- und Vermessungswesen bittet weiterhin
zur Kenntnis zu nehmen, daß der Söldnerhaufen "Von Rum und Ähre",
der auf nicht geklärte Weise in den Tathergang eines Angriffs auf
Ritter Roland Welheim verwickelt war, aus Heligonia ausgewiesen wurde und
rät dringen keinerlei Dienstverhältnis mehr mit dieser Organisation
einzugehen.
In Bälde schon wird eine Zweigstelle des Amtes für in den
neubesiedelten Gebieten errichtet werden, auf daß fachmänniche
Vermessung auch hier zur Grundlage gerechter und effizienter Verwaltung
und Besteuerung werden möge.
Amtsdirektor Neidtfried von Harkenberg
Herzölich-Ostarisches Amt für Expeditions- und Vermessungswesen
Stellvertretender Leiter
Noch keine Ahnung wohin die Hochzeitsreise führen soll?
-
Betis, die romantische Perle am Brazach-Delta!
Bischof Falconius von Regentin Walluma im Amte bestätigt
Der aus Gunara heimkehrende Falkonius von Regart wurde von Herzog Angilbert
I. und Regentin Walluma im Herzöglichen Palast zu Ankur empfangen
und in einer kurzen Zeremonie feierlich in seinem Amt als Bischof Ostariens
bestätigt. Die Regentin beglückwünschte den Erzkaplan zu
seiner Ernennung und bekräftigte, daß man sich wohl keinen besseren
Amtsinhaber hätte vorstellen können. Der Superior des Ordens
der Bannkreuzer und Abt zu Hurtenau, welcher beim Conzil zu Gregorsruh
schon mit dem Verzicht auf eine Kandidatur Furore machte und außerdem
eine Abkehr seines Ordens von der weltlichen Politik ankündigte, versprach,
stets im Sinne von Ostarien und der heiligen Mutter Kirche zu handeln,
dem Herzogshaus treu zu dienen, die Herzögliche Familie in allen Ordenshäusern
mit ins tägliche Gebet einschließen zu lassen und das Vertrauen,
welches in ihn gesetzt wurde nicht zu enttäuschen. Außerdem,
so Falconius von Regart, wolle er seinen Überzeugungen treu bleiben
und sich in seinem Amt ganz den Angelegenheiten der Kirche und dem Seelenheil
der ihm Anvertrauten widmen und sich wenn möglich aus den weltlichen
Angelegenheiten heraushalten. Nicht zuletzt wäre es ihm ein Anliegen,
die Zusammenarbeit unter den verschieden Orden in Ostarien zu fördern
und zu pflegen.
Der Amtssitz des Bischofs wird weiterhin in der Hurtenau sein, das
ja nicht allzuweit von Ankur entfernt ist.

Truppenbewegungen in Thal
Hochanthen, den 3. Tag der 3. Poëna
Nach der letzten Sitzung des Thaler Generalstabes am 1. Tag der 3.
Poëna, zu der auch Prinz Anselm anwesend war, verließen die
sechs Hauptmänner des Thaler Heeres eiligen Schrittes die Horens-Kaserne
von Hochanthen. Noch in derselben Stunde machten sie sich auf den Weg in
"ihre" Baronien, um der Garde die Befehle des Generalstabes bzw. des Prinzen
zu überbringen. Um was für Befehle es sich handelt, unterliegt
der Geheimhaltung.
Am heutigen Tag wurden bereits die ersten Truppenbewegungen unternommen.
Sie konzentrieren sich auf die nördliche Grenze Thals, auf die Ufer
des Brazzach. Die verschiednen Einheiten sammeln sich an drei Punkten,
die aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden. Der endgültige
Einsatzbefehl wird in den nächsten Tagen erwartet.
Die Gerüchte, das es schon zu ersten Scharmützeln an der
Grenze gekommen sei, wird von Seiten des Generalstabes vehement zurückgewiesen.
Hartmut Hohlbein
Schreiber der Garde von Thal
Was geschieht auf der Camspitze?
Sethnara am 20. Tag der 2. Poëna
Nachdem Ansgar von Beraht vor einigen Wochen durch einen Angriff des
echsenähnlichen Wesens, welches in einer Höhle auf der Camspitze
lebt, schwer verletzt wurde, befindet sich der Freiherr von Hochwalden
endlich wieder auf dem Wege der Besserung. Die Bisswunden sind nahezu verheilt
und auch die Erfrierungen, die den Medica große Sorgen bereitet hatten,
verschwinden allmählich. Ansgar von Beraht wird auf der Familienburg
derer von Beraht in Sethnara weiter betreut und von seiner Verlobten, Fendra
von Aueneck und seiner Schwester, Roxana von Beraht, gepflegt und umsorgt.
Die beiden Damen waren sofort nach dem Erhalt der Unglücksnachricht
in Begleitung von Baron Beorric von Welzen, Freiherr Engstirn von Keitz
und Cragen, Lordkanzler Johannes Vergenhans, Meridiell von Nebelau und
des Barons Foranan McDonough von Cambrück aus nach Sethnara gereist,
um sich selbst ein Bild der Lage zu machen. Der Baron von Flaitney trug
bei der Beratung und Diskussion bezüglich der Geschehnisse auf der
Camspitze entscheidend zur Lösung des Rätsels um das Wesen in
der Höhle bei.
Einer Legende nach lebte vor einigen hundert Jahren in der Baronie
Flaitney ein ähnliches Wesen in einem See. Es handelte sich um einen
Eisdrachen. Personen, die von ihm angegriffen wurden, trugen damals vergleichbare
Verletzungen davon wie Freiherr Ansgar von Beraht. Die Legende besagt weiter,
dass der Drache von einem Dudelsackspieler durch das Spielen einer bestimmten
Melodie vertrieben werden konnte. Er verschwand daraufhin und ward in Heligonia
nie mehr gesehen.
Sollte es sich bei dem Drachen auf der Camspitze tatsächlich um
den Eisdrachen aus Flaitney handeln? Dagegen spricht allerdings, dass der
Drache in Hochwalden wesentlich kleiner ist, als der in der Legende beschriebene.
Vielleicht ist der Drache auf dem Camspitzgebirge ein junger Drache, der
noch nicht voll ausgewachsen ist. Eine weitere, häufig gestellte Frage
war: wie kam er auf den Berg in Hochwalden? Es ist davon auszugehen, dass
es unter dem Gebirge weitläufige Höhlensysteme gibt. Diese Höhlen
stehen allerdings zum größten Teil unter Wasser, was eine genaue
Erforschung praktisch unmöglich macht.
Baron Foranan McDonough reiste sogleich nach Flaitney zurück,
um in den Bibliotheken nach weiteren Hinweisen zu suchen. Leider wurden
viele Dokumente vor einigen Jahren durch einen großen Brand vernichtet
und auch die gesuchte Melodie, die damals den Drache vertrieben hat, ist
bisher noch nicht gefunden worden.
Lordkanzler Johannes Vergenhans untersuchte an der Universitas zu Cambrück
die Dungproben, die vom Berg mitgebracht wurden. Anhand dieser und der
Tatsache, dass außerhalb der Höhle bisher keine Spuren des Drachen
entdeckt wurden, kann sicher gesagt werden, dass der Drache die Höhle
nie verlässt und sich von Kleintieren wie Fischen, Molchen, Kröten,
Fledermäusen und anderem lichtscheuen Getier ernährt.
Alle Versuche, den Drachen zu fangen, schlugen aufgrund der örtlichen
Gegebenheiten
und der Wendigkeit des Tieres fehl. Der Drache nutzt seine Vorteile, in
den wassergefüllten Gängen sehr gut aus und konnte sich immer
schwimmend und tauchend vor seinen Verfolgern zurückziehen. Auch gingen
die Jäger äußerst vorsichtig vor, damit sich ein Angriff
wie auf Ansgar von Beraht nicht wiederholen konnte.
Ob der Drache, der von den Hochwaldenern mittlerweile "Camdragon" genannt
wird, eine ernsthafte Gefahr darstellt, solange er ungestört in der
Höhle auf der Camspitze lebt, ist noch nicht abschließen geklärt.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich dem Berg und der Höhle
nicht weiter, als unbedingt nötig zu nähern, damit das Tier nicht
ohne Grund aufgeschreckt oder vertrieben wird.
Alle Beteiligten arbeiten weiter an einer Lösung des Problems.
Jeder, der dabei wertvolle Hilfe leisten kann, darf gerne in Sethnara vorsprechen
und seine Ideen einbringen.
Die Höhle und das Gelände auf der Camspitze werden derzeit
von Gardisten der Hochwaldener Garde bewacht. Dies soll zum einen dazu
dienen, den Drachen und seine Aktivitäten im Auge zu behalten und
auch sicherstellen, dass weder Neugierige noch selbsternannte Drachenjäger
der Höhle zu nahe kommen.
Berengar Abelaerd,
Berichterstatter derer von Beraht
Frühlingshochwasser bleibt in diesem Jahr aus
Hochwalden, 26. Tag der 2. Poëna
Jedes Jahr zur Schneeschmelze strömen große Mengen Schmelzwasser
aus dem Camspitzgebirge in die Camwasser, was zu einem jährlich wiederkehrenden
Hochwasser führt. Vor allem die Auenwälder und Flusstäler,
sowie die Tier- und Pflanzenwelt der Camwasserauen profitieren von diesem
Wasser. Auch die Flößer in den Bergwäldern um die Camspitze
nutzen die zusätzliche Strömung des Schmelzwassers, um die geschlagenen
Baumstämme leichter, schneller und ohne weitere Antriebskraft ins
Tal zu transportieren. Doch in diesem Jahr warteten alle vergeblich auf
die Flut.
Der Grund dafür ist in den Geschehnissen um die Camspitze zu finden,
die in dem Artikel "Was geschieht auf der Camspitze?" berichtet werden.
Der Eisdrache verströmt eine Kälte, welche die Temperaturen auf
dem Berg insgesamt zwar nur ein wenig abfallen ließ, diese Temperaturschwankung
führte aber dazu, dass der Schnee in den höhergelegenen Regionen
des Berges nicht geschmolzen ist.
Zudem sind einige Bäche und Wasserläufe, die zusammen die
Quelle der Camwasser bilden, in der Nähe der Drachenhöhle zugefroren.
Welche Auswirkungen die geringeren Wassermengen, die nun aus der Quelle
der Camwasser ins Tal fließen, langfristig auf die Flusstäler
haben werden, ist noch nicht abzusehen.
Es wäre jedoch durchaus möglich, dass der nahende Sommer
den Schnee auf der Camspitze trotz des Einflusses des Eisdrachen doch noch
zum Schmelzen bringt und die Frühjahrsflut dann eben etwas später
einsetzen wird.
Feierlichkeiten in Jarun
Die Tour de Heligonia und ins besonders der Etappensieg der Jaruner Hazardeure
auf der zweiten Etappe der Tour läßt in der sonst beschaulichen
Stadt Jarun die Gefühle überschäumen. Nachdem der Etappensieg
durch einen Eilboten auf dem Marktplatz und am Hafen der Stadt bekanntgegeben
wurde war an diesem Tag an keinen normalen Ablauf oder Handel mehr zu denken.
Augenblicklich fanden sich die Jaruner zu einem Fest zusammen, wurden Tische
und Bänke auf die Plätze gestellt und Freudentänze ließen
Jung und Alt im Kreis wirbeln. Zu dieser spontanen Begeisterung mag auch
der endlich anbrechende Frühling beigetragen haben, der den allzu
langen Winter endlich vertrieben hat. Erst die warmen Sonnenstahlen dieser
Tage machte eine der berühmten thaler Hocketsen wieder möglich.
Wir en Thal
Wir en Thal
wir send götterfürchtig, so wie sich's g'heart,
drom schauet, was uns die Viere älles bescherat.
Wir habet scheene Wiesa, Wälder, Flüss ond Berg'
ond unser Hochanthen isch's reinschde Kunschtwerk.
Wir en Thal
wir kennet singa, schwimma ond tanza,
ond uns vollschlaga unseren Ranza
mit älle meglicha Leckereia,
selbst der Pöbel duat sich do freua.
Wir en Thal
wir habet die beschde Garde weit ond breit
mit dr' kompetenteschde Leit,
die kennat ao Prinzessinna befreia,
ond dieser selbschternannte Großherzog duat's jetzt bereua.
Wir en Thal wo jeder froh isch,
kennat älles außer hochheligonisch!

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks
Was sich schickt
-Tour Direktor Johannes Marius Weiß
-Reiseberichte
-Umzüge
-Lilien |
Und was nicht
-Unverschämte ödländische Forderungen
-Baronenpaar-Trennung
-Säuglinge vermissen
-trockene Erde
-bei der Tour von Heligonia anderer Leute Pferde vergiften |
Der Handelsprophet
| Tageskurse |
|
|
| Aurazith |
1 heligonische Unze |
1 Dukaten und 7 Kreuzer |
| Wein |
(Rebenhainer, in der Taverne |
1 Kreuzer |
| Kutsche |
|
20-50 Dukaten |
| Ruderboot |
|
5-17 Dukaten |
Der Aurazithpreis Höhenflug hält weiter an, die Händler
zeigen sich allerdings beruhigt, dass die Wertung nicht weiter gestiegen
ist. Die Einstufung für Rebenhainer Wein bleibt aus bekannten Gründen
immer noch sehr niedrig. Der Erfolg der Tour von HeligoniaTM hat
nun auch Auswirkungen auf den Kutschenverkaufswert, in den niederen als
auch in den höheren Preisklassen. Dies fällt augenscheinlich
zu Lasten des Ruderbootverkaufes. Die Warm-Wetter-Periode lässt die
Ruderbootbauergilden jedoch auf Genuss-Ruderer-Absatzsteigerung hoffen.
Gunst und Kunst
Was die Heligonier am liebsten hören
1(5) Harald Schönefonte - "Wo ist der Teemon?"
2(1) Wunderkind Bonifazio - "Fröhliche Erleuchtung"
3 (2) Burschenschaftschor der Universität zu Idyllie - "Tlamanamann"
4(-) Der unglaubliche Ignazio - "Hopplawie, Hopplawas"
5(3) Belgabor - "Das heligonische Rätsel"
6(7) Emeranseeflottenchor - "Lied der Emeranseefischer"
7(4) Gesangsverein der Duellsportgruppe Ligonii-Süd - "Handschuée"
8(8) Die Buß-Brüder - "Beichten, Beichten, Beichten"
9(-) Giacomo Funzetti - "Sonnschein-Schagga"
10(6) Ostarische Utzgannationalmannschaft - "Utzgan ist unser Leben"
Stadtgeschehen
Nach dem Besuch Pecunia Ay-Bytans bei der Familie Corvese scheinen die
neuen Geschäftspartner nun ihren ersten Handel abgeschlossen zu haben.
So erwarben die Ay-Bytans ein kleines Händlerschiff mit dem Namen
"Xurltreu" um ihre Geschäfte mit dem Norden des Reiches abwickeln
zu können.
Wunderkind Bonifazios Erfolgslied "Fröhliche Erleuchtung" ist
auf den zweiten Platz der "Gunst und Kunst"-Liste abgerutscht! Der schockierte
Bub' sagte vorerst alle Konzerte ab und kündigte mittels seines Beraters
an, bald mit einem neuen Lied den ersten Platz zurückzuerobern.
Entgeistert reagierte die Vereinsführung von Sturm Betis auf eine
an nicht genannter öffentlicher Stelle verbreitete Bekanntmachung
des "Ramon-darf-nicht-heiraten!"-Fan-Clubs. "Jeder darf seine Meinung haben,
aber darf man, in diesem Fall wohl eher frau, wirklich so weit gehen?"
fragte sich der Pressesprecher der Utzganmannschaft.
Überall im Lande gibt es Hochzeiten, oder zumindest Verlängerungen
der Ehe. Die Betiser Bürger fragen sich nun, wann es endlich am Brazach-Delta
einmal wieder ein solches Fest zu feiern gibt?
Bürger des Monats
Harald Schönefonte wurde dank seines Platz 1 Erfolgs "Wo ist
der Teemon?" von der Jury zum Bürger des Monats gewählt. "Der
professionelle Betiser Unterhaltungskünstler Schönefonte erreicht
mit einem ostarischen Thema sogar die Menschen auf dem Herzog Uriel II-Atoll.
Diese kulturverbindende Leistung wollen wir mit der Ernennung zum Bürger
des Monats honorieren", so ein Mitglied der Jury. Schönefonte bedankte
sich bei der Jury und bei seinem geliebten Publikum mit einem dreifachen
"Hossa!".
Unbekannter Wohltäter
"Poënas Lust" am Ende des Sanais-Kanals: Jeder Hafenviertler kennt
die Bruchbude, in der die Töchter Sanais'wohnen, die zu alt oder krank
geworden sind, um ihrem Berufe nachzugehen. Sie leben seit jeher von den
Almosen der Betiser, denn das Zurückgelegte reicht allzu selten aus,
um einen sorgenfreien Lebensabend zu verbringen. So ist es auch kein Wunder,
dass das alte Haus seit Jahrzehnten baufällig und heruntergekommen
ist, schlimm für die Nachbarn, aber noch schlimmer für die Frauen,
die darin hausen müssen.
Nun fuhr kürzlich an einem sonnigen Vormittag ein Wagen mit Baumaterial
vor, begleitet von einer Handvoll Handwerkern, die auch sogleich begannen,
lautstark ein Gerüst zu errichten. Verschlafen blinzelten die Anwohner
aus den Fensterläden: Was hatte das zu bedeuten? Auch die Bewohnerinnen
des Hauses waren völlig überrascht von den Vorgängen. Eine
reiche Person habe ihnen den Auftrag gegeben, erklärte der Polier.
Sie sollten "Poënas Lust" renovieren und neu ausstatten. Dann überreichte
er den völlig entgeisterten Sanais-Töchtern einen Beutel mit
50 Dukaten, von dem sie sich neue Kleidung und Essen kaufen sollten. Seitdem
wird in dem alten Haus nun gemauert und gesägt, auch ein neues Dach
wurde schon eingedeckt. Zum Ende der Bauarbeiten ist ein kleines Fest geplant,
bei dem auch alle Freunde und Gönner eingeladen sind. Die Hoffnung
aber, dass sich dabei auch der reiche Wohltäter zeigen wird, ist jedoch
gering.
Festmahl bei der Eröffnung der Universität zum Cambrück
ein voller Erfolg
Nein, dies soll kein Versuch sein, ein wenig mehr Platz im Boten zu füllen,
damit dem geneigten Leser die segensreiche Werbung sowohl des wohlschmeckenden
Honigmets als auch der Perle der heligonischen Kultur, Betis, erspart bleibt,
obwohl über die Gründungsfeierlichkeiten der Universität
zu Cambrück in der Vergangenheit schon ausreichen berichtet wurde.
Doch, was sage ich, ausreichend?
Nun, in der Tat, wir wissen nun, daß als kleine Erfrischung Thaler
Eulenkekse und Saarka-Monde gereicht wurden, auch ist es dem Leser eine
Befriedigung, erfahren zu dürfen, daß das Desserts des Festmahls
aus herrlich warmen Bratäpfeln in schaumiger Vanillesoße bestand
und somit geradezu vier-göttlich und einerlei passend zur Jahreszeit
gewählt wurde. Auch über das Programm erfahren wir eine
Menge, die Vorträge, hübsch nach dem ausliegenden Programm aufgereiht,
garniert mit kurzen und durchaus prägnanten Angaben des Inhalts, nur
wenig und kurz unterbrochen durch Schilderungen der omnipräsenten
Erfrischungen. Fast vier Seiten gereichen dem Leser fast zur Überfülle,
daher kann die Erwähnung der abendlichen Ereignisse einem einzigen
Satze überlassen bleiben, der mühevoll und kurz vor dem Verlust
der leserschaftlichen Aufmerksamkeit, die "Gelehrten" zur Zusammenfassung
und Erklärung auffordert. Wahrlich, mehr ist eine Arbeit des
Betiser Bürgers des (letzten) Monats auch gar nicht wert, handelt
es sich dabei doch nur um ein Meisterwerk der Mechanik, daß zum Wohle
Heligonias und dessen Bewohner überreicht und verschenkt wurde.
Bis auf die Anwesenden der Feierlichkeiten hat sich ja schließlich
auch niemand von den Gästen dafür interessiert.
Da verwundert es auch nicht, daß dieses Werk hinter den Bergen
von Grütze verschwindet und des Lesers Aufmerksamkeit so ein wenig
entgeht, pardon, es waren ja Bratäpfel. Gerade in einem Bericht von
einer Eröffnung einer Universität wäre ein Artikel mit wissenschaftlichem
Inhalt oder gelehrter Wertschätzung auch übertrieben, denn dafür
interessieren sich die Leser des Boten ja auch gar nicht, schließlich
sind es ja nur die Adligen und Bürger dieses Landes. Aber hätte
ein Viertelseitchen mehr denn geschadet? Ich bin nur ein unbescholtener,
recht ungelehriger Bürger, der das Portal für eine Kneipe in
Betis hält, aber darf ich nicht erfahren, was des Abends vorging?
Es tut mir leid, ich bin kein Adliger, deswegen bin ich wohl nicht ganz
die Zielperson des Artikels über die Gründung, aber auch mit
mir will die Bewerbung der oben genannten Produkte ein wenig Geld erwirtschaften.
Es scheint doch hoch-informativ, wenn der Nennung von Schwimmkerzen soviel
Wert zugeordnet wird, wie den abendlichen Vorgängen. Und wo sind die
Thaler Gelehrten, deren Aufgabe es sein soll, die Vorkommnisse zu kommentieren?
Wahrscheinlich beim Essen.
Guten Appetit!
H.B. ein Unwissender aus Betis.
Sedomee fordert die Auslieferung von Raso Amogatas
Es scheint, daß sich zwar nicht der Dieb, doch der Hehkler gefunden
hat, welcher die Mondkatze verschachern wollte. Einen Kunsthändler
hohen Ranges heißt man ihn; doch hoher Rang schützt nicht vor
niederen Taten und hoher Rang schützt nicht vor tiefem Fall.
Keine unbedachte Anschuldigung ist es, die wir vorbringen, denn wir
haben Beweise und Zeichen - zum einen aus der Umgebung des Verdächtigen
vom jemandem, der hinter die Dinge sieht, zum andern von der Göttin
selbst. Deshalb klagen wir an:
Raso Amogatas, Kunsthändler zu Betis,
wegen des Versuchs, die heilige Mondkatze aus dem Tempel von
Jalamanra, somit Versündigung wider die Göttin sowie wegen Hehlerei.
Wir fordern die Auslieferung an Sedomee, um auf unserem Boden ein Urteil
zu fällen und die der Göttin gefällige Strafe zu vollstrecken.
Zysara Agnat, Hochgeweihte der Saarka und Sakija Rakesh, Geweihte des Helios
sind bereits unterwegs, um die notwendigen Formalitäten mit dem Betiser
Stadtrat zu besprechen.

Erstes aturianisches Handelskontor in Darbor
Wie bereits angekündigt, eröffnete die bekannte Familie de Saronno
aus dem befreundeten Königreich Aturien in Darbor ein Handelshaus.
Am Tage der Eröffnung war ein geschäftiges Treiben um das schmucke
Haus am Hafen zu beobachten. Piero Nicola Cesare de Saronno, der als maßgeblicher
Mittler des Abkommens gilt, verblüffte mit der Vielzahl und Erlesenheit
des Warenangebots die staunenden Kunden. Leinen, Wolle, Baumwolle, Seide,
Spinnenseide, Damast, Samt und Brokat wurden in den verschiedensten Farben
dargeboten. Doch nicht nur Stoffe zählten zu den erlesenen Waren,
die vor allem für den anspruchsvollen Käufer bestimmt ist. Auch
Wein, Grappa und Prosecco (letzterer allerdings nur in geringen Mengen,
er ist auch nur besonderen Kunden vorbehalten). Außerdem gab es auch
Gewürze, Salz und Zucker sowie Metalle, Edelsteine, Schmuck, Werkzeuge
und Waffen hoher Güte zu kaufen.
Eine ganz besondere Köstlichkeit aus dem Hause de Saronno lässt
sich in Aturien leider nicht käuflich erwerben: zwei Kisten Amaretto
DiSaronno wurden mit dem ersten Handelsschiff, welches Darian anlief, als
Gastgeschenk für die Händlerfamilie AyBytan und selbstverständlich
auch für seine Hochgeboren, Graf Dedekien von Darian, mitgeschickt.
Tour von Heligonia
Die Tour von Heligonia wirft ihre Schatten voraus. Der geprellte Zecher
vermietet seine letzten Zimmer. Einkaufsmöglichkeiten gleich nebenan
im Schrein der Weisen, mit zahlreichen neuen Artikeln. Verschiedenste Miniatur-Kutschen
der darianischen Mannschaft sowie der bisher führenden Mannschaften
werden nur noch angeboten, solange der Vorrat reicht. Zum besonderen Anlass
der Tour von Heligonia wird ein von den AyBytans nach eigener Rezeptur
hergestelltes neues Getränk angeboten. Der mit einem Hauch von Alkohol
versehene, sahnige Trank A.M.Bur.E.T.O. (AyBytans Milch-Burai-Edel-Tropfen-Original)
wird allerdings erst bei Erreichen des Etappenziels Ravani zum Ausschank
freigegeben.
Handelshaus AyBytan erwirbt Kogge
Die weithin bekannte und allseits beliebte Handelsfamilie AyBytan konnte
durch ihre Popularität, welche sie am letzten Adelstag erlangte, sich
Zugang zu den bedeutendsten Häusern Heligonias verschaffen. Erst kürzlich
nahmen sie die Gastfreundschaft der Familie Corvese in Betis in Anspruch.
Bei den Gesprächen über die Erschließung neuer Märkte
ergab es sich, dass ... Corvese den AyBytans eine Handelskogge verkaufte,
die nun mit dem klangvollen Namen "Der Nech-Darianer" im Hafen von Betis
vor Anker liegt und auf ihre erste Reise wartet. Diese führt sie stromaufwärts
ins ferne Vjoshaven, wo schon sehnlichst eine Ladung Met erwartet wird.
Das Lanerafest in Vjoshaven erleben
und dennoch nicht auf den wunderbaren Genuss
des Tatzelfelser Honigmeths verzichten?
Kommt zu Skarpedin Skagison
in die Taverne zum Donnerdrummel.
Unterkunft auf Anfrage auch möglich.

Primus Pacellus ernennt die ersten Bischöfe der Heiligen Ceridischen
Kirche
Voll ging es einher, als sich die Hohe Geistlichkeit der Heiligen Ceridischen
Kirche am ersten Tage des Wonnemondes des Jahres einundneunzig nach der
Erleuchtung im Hauptschiff der großen Kirche in der Abtei Gunara
traf. Seine Heiligkeit Primus Pacellus, das Oberhaupt der Heiligen Ceridischen
Kirche, hatte im Zuge seiner Neuordnung des Ceridentums zu dieser Versammlung
gerufen. Alle Orden waren gekommen: Auf den Bänken sah man die schwarzen
Kutten der Bannkreuzler, die weißen, mit dunklen Überwürfen
vervollständigten Gewandungen der Brüder und Schwestern vom Orden
der Hilariusiten, die schlichten, braunen Röcke der Pretoriusaner
und die schwarzen, mit weißen Gugeln und Überwürfen komplettierten
Kutten der Priesterbrüder sowie die dunkelroten respektive schwarzen
Uniformen der Kriegerbrüder des Ordens der Templer zu Ankur. Auch
Vertreter der Heiligen Miliz waren in stattlicher Anzahl zu sehen. Fast
hätten die Räumlichkeiten der Abtei nicht ausgereicht, aber aufgrund
der besonderen Bedeutung Gunaras für die ceridische Kirche bestimmte
Pacellus, daß hier an dem Sterbeort Hilarius die ersten Bischöfe
ernannt werden sollen. So sollten an diesem besonderen Tag die heligonischen
Teilreiche einen Bischof erhalten, die über eine große Anzahl
wahrer Gläubiger verfügten. Namentlich waren dies das Kronland
Ligonii, das Herzogtum Ostarien, das Fürstentum Drachenhain und die
Markgrafschaft Norrland-Brassach.
Nachdem seine Heiligkeit Pacellus, Superior der Hilariusiten, gemeinsam
mit den Superioren der anderen Orden und dem Sakristan der Templer zu Ankur
eine Messe gelesen hatte, verkündete der Oberste der Ceriden mit Stolz,
daß die Anzahl der Gläubigen des Eines von Tag zu Tag wachse.
Daher sei es nun erforderlich, daß seine Heiligkeit in den Ländern
mit ceridischen Gläubigen einen hochrangigen Glaubensmann einsetze,
der den Äbten und Priestern des jeweiligen Teilreiches vorstellig
sei. Mit einigen Worten umriß er alsdann die Pflichten und Aufgaben
eines Bischofs. Dann bedeute er mit einer Geste, daß vier Kirchendiener
vier verhüllte Fahnen aus dem linken Seitenschiff vor den Altar trugen.
In einer feierlichen Zeremonie ließ er nun vier in festlichen Gewänder
geschmückte Männer an den Altar treten: Aus Carajon den Hilariusiten
Aristius Querquetulanus, Abt des Domklosters zu Seranhest, aus der Erzmark
den Bannkreuzer Falkonius von Regart, Superior der Bannkreuzer und Erzkaplan
der herzöglich-ostarischen Familie sowie Abt zu Hurtenau, aus der
drachenhainer Abtei St. Aluin den Pretoriusaner Ceridian Aegidio, Abt zu
St. Aluin und Träger dessen Ketten, und aus der Baronie Norrland-Brassach
den Templer Benedikt Honorius, Hauptspittler der Templer zu Ankur und Abt
zu Daronsfeste. Nacheinander ernannte er nun die Würdenträger
zum Bischof von Ligonii, Ostarien, Drachenhain und Norrland-Brassach. Ein
jedes Mal, wenn der Primus dem jeweiligen Bischof gebot aufzustehen, enthüllte
ein Kirchendiener seine Fahne und stellte sich hinten den Bischof. Auf
diesen Fahnen war das jeweilige Wappen des Bischofs auf feinster Seide
gestickt zu sehen. Nachdem seine Heiligkeit die vier Bischöfe gesegnet
hatte, entließ er sie mit folgenden Worten: "Geht nun in Eure Gemeinden
und laßt Euch von den Landesherren bestätigen. Ihr Wohlwollen
und ihre Gunst mehren den Erfolg unserer Kirche. Der Eine sei allzeit mit
Euch!". Unter feierlichem Glockengeläut verließen die Bischöfe
die Kirche.
Erläuternd zu den folgenden Abbildungen der Wappen des Primus und
der Bischöfe sei an dieser Stelle gesagt, daß Denkwill von Nauhen
im Auftrage seiner Heiligkeit Primus Pacellus an einem bedeutenden Werke
zur ‚Heraldik der Heiligen Ceridischen Kirche' arbeite, dessen Vollendung
wohl in wenigen Monaten kundgetan werden könne. In dem Werk wird der
königliche Kartograph und Heraldiker auf die strengen Regeln und Vorgaben
der ceridischen Kirchenheraldik eingehen und die Wappen sämtlicher,
ceridischer Würdenträger bildhaft darstellen.

Termine
| 31.08. - 02.09.01 |
Luchnar-Con in der Pfadfinderhütte Hinterzarten |
| 21.09. - 23.09.01 |
Helicon 19 am Georgenhof |
| 04.01. - 06.01.02 |
Helicon 20 Magierconvent in Ambach |
| 22.03. - 24.03.02 |
Helicon 21 auf Burg Wildenstein |

© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés & Marc
Hermann
Berichte von Felix Achberger, Guido Brand, Arnulf Breuer, Julia Fischer,
Henning Frank, Oliver Friese, Deborah Gläser, Inés & Marc
Hermann, Andreas Hils, Petra Jörns, Sylvia Koch, Oliver Kraus, Daniela
Lochner, Johannes Pilz, Frank Prietz, Benjamin Rampp, Stefan Rampp, Andreas
Reicke, Andreas Riedlinger, Werner Schröder, Markus Spree, Jürgen
Stoll, Anna Ungureanu, Melanie Walker, Bernhard Zulehner
Wappen der ceridischen Kirche von Markus Spree

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