Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia

Im 3. Poëna n.A.III 29

Ausgabe 42


Kronkurier


Heimkehr eines Banners

"Was ist Euer Begehr?" wunderte sich Prinz Leomar und hieß den Boten, der ihm die Ehrerbietung erwies, aufzustehen.
Der Mann erhob sich und klopfte den Staub aus seiner Kleidung, wenn er dadurch auch seine arg in Mitleidenschaft gezogene Erscheinung nicht verbessern konnte. "Etwas überbringen soll ich euch, von Ihrer Hochwohlgeboren Josephina von Drachenhain." Bei den Worten holte der Bote ein Bündel hervor, das in Leder eingeschlagen war, und hielt es dem Prinzen entgegen.
Der zögerte einen Augenblick, bevor er danach griff. Prinzessin Leabell, die einen Schritt hinter ihm gewartet hatte, trat hinzu, und unter ihren Augen entblößte er einen Arm voller Stoff. "Was ist das?", wollte Leabell wissen, als dem Prinz ein Laut des Erkennens entfuhr.
"Das Banner", hauchte er.
"So sagte man mir", bestätigte der Bote. "Ich soll Euch das Banner der Leomark überbringen, das im Kampf um die gefallene Stadt Xurl-Saleenia  gerettet werden konnte."
Prinz Leomars Hände zitterten, als er das Banner bei diesen Worten mit Hilfe Leabells entfaltete. Seine Finger strichen voller Unglauben über den Ruß und den Dreck, die den Stoff bedeckten, blieben hängen an zwei Löchern, deren Ränder gerötet waren von Blut. Mit bleichem Gesicht sah er auf.
"Wisst Ihr, wer es aus der Stadt gerettet hat?"
Der Bote zuckte mit den Schultern. "Es geht das Gerücht, der junge Arandis von Schwarzensteyn soll sich, mit der Fahne um den Leib gebunden, seinen Weg zu den Schiffen erkämpft haben. Mehr weiß ich nicht."
Der Prinz zuckte zusammen. "Ist er ..." Seine Fingerspitzen hingen über den zwei Löchern.
"Nein." Der Mann schüttelte den Kopf. "Ich hörte, dass er zum Grenzdienst in der Leomark verbannt wurde. Also muss er die Schlacht wohl überlebt haben." "Verbannt?  Weshalb?" Ein zweites Mal zuckte der Bote mit den Schultern. "Fragt Seine Hochwohlgeboren Krator von Rebenhain! Er hat die Strafe verhängt."
Als habe er den Mann vergessen, ließ Leomar sich in einen Stuhl sinken. Seine Hände knüllten das Banner, das sich über seine Beine ergoss. Erst als Leabell die Hand auf seine Schulter legte, schien er sich des Mannes wieder zu erinnern. "Ihr seid entlassen!" beschied Leabell dem Boten, bevor sie sich an Leomar wandte. "Ist dir nicht wohl?" Sorge war in ihrem Gesicht zu lesen.
"Nein, nein! Mir geht es gut. Nur dieses Banner ..." Der Prinz  ließ den Satz unbeendet. Seine Finger strichen über den misshandelten Stoff. "Soll ich es reinigen lassen?" Bevor Leabell nach dem Banner greifen konnte, erhob sich der Prinz. "Nein. Lass es so, wie es ist, im xx-Saal aufhängen, hinter meinem Stuhl. Ich muss mich seines Schmutzes nicht schämen. Ein Mensch hat sein Leben dafür riskiert, um es zu retten." Bei den Worten hob er den Stoff hoch und faltete ihn behutsam zusammen.
"Ganz wie du möchtest", erwiderte Leabell und nahm das Bündel aus seinen Händen entgegen. Bevor sie die Tür erreichte, rief Leomar ihr noch hinterher: "Und schick mir den Schreiber! Ich muss einen Brief an Baron Krator anfertigen lassen." Nachdem die Prinzessin das Zimmer verlassen hatte, setzte er leise hinzu: "Ich muss mich um einen meiner Getreuen kümmern."
Ein Sinneswandel?
Mit verhaltener Freude wurde in weiten Teilen Drachenhains die Entscheidung Fürst Waldemars begrüßt, Prinz Leomar zum Schwertführer des Fürstentums zu machen. Man lobte insbesondere, dass endlich wieder ein Drachenhainer der Schwertführer sei. Vielerorten meint man, dass Leomar ohnehin ein Mann sei, dem die Zukunft gehöre - aus dem Hochland vernahm man die Variante: "Wenn schon kein Hochländer, dann Leomar!" 
Kritische Stimmen merkten allerdings an, dass die Entscheidung Waldemars überraschen muß, war die Flucht seines Sohnes aus seiner Obhut doch nicht gerade ein Vertrauensbeweis. Zudem sei immer noch nicht bekannt, in wie weit der neue Schwertführer seine Krankheitszeit überwunden habe.  Die Einsetzung des selten zuvor derart beliebten, jedoch körperlich und geistig vielleicht noch geschwächten Leomar könnte ein vorwiegend politisch motiverter Schah-Zug sein.
Hunold Rogesser, Freier Berichterstatter zu Escandra

Kurioser Fieberwahn greift um sich

Was hat ein Pelztierjäger im Schlangenkamm mit dem Sekretär des bekannten und beliebten escandrinischen Gelehrten Rolvanus Esgadran gemein? Nichts, mag der geneigte Leser ob der gänzlich verschiedenen Stände denken. Doch weit gefehlt: Beide sind Ende des 1. Poena offensichtlich ein und demselben Fieberwahn erlegen.
Der Sekretär berichtete, im tiefsten Bibliothekskeller einen Mann mit einer Ziege auf einem unterirdischen Fluß gesehen zu haben.
Der Pelztierjäger, Fredolan Federschnitzer, will zur selben Zeit im ewigen Eis der Schlangenkammgipfel in einem Gletscherbach ebenfalls einen Mann mit einer Ziege gesehen haben.
Beide Berichte sind eindeutig der Phantasie der Erzähler entsprungen, da es weder vorkommen kann, daß ein Mensch oder auch eine Ziege in den unvorstellbar kalten Gletscherbächen des Schlangenkamms bestehen können, noch daß sich ein unterirdischer Fluß den Weg in die Keller der Königlichen Universitätsbibliothek zu Escandra bahnt.
 

Abschließender Bericht im "Fall Krähe"

Wie bereits im letzten Helios-Boten berichtet wurde, gelang es unter Mithilfe der Gelehrten der Universität zu Tlamana und der Betiser Elitegarde die Verbrecherin, die unter dem Namen "Krähe" bekannt ist, festzusetzen. Da dies in unmittelbarer Nähe der Universität von Cambrück geschah, erklärte sich Lordkanzler Vergenhans zuständig, bis zum Eintreffen der angeforderten königlichen Unterstützung die Gefangene in Amtshilfe zu inhaftieren. Aus Sicht aller Beteiligten wurden adäquate Maßnahmen getroffen, um ein Entfleuchen der Schurkin unmöglich zu machen. Man wähnte sie angekettet und schlafend in den Kerkern der Universität unter strenger Bewachung in Einzelhaft sicher. 
Doch in den frühen Morgenstunden des 18. Tages des 2. Saarkamondes überschlugen sich die Ereignisse. Auf noch ungeklärte Weise gelang es der Rebellin, aus ihrer Zelle unterirdisch zu entfliehen. Dabei wurde die gesamte Bodenplatte des Kellers der Universität Cambrück in Mitleidenschaft gezogen und es brachen mehrere Feuer aus. Unter diesen erschwerten Bedingungen konnte nur noch eine unzureichende Rekonstruktion der Ereignisse erstellt werden Auch die Schilderung der Verfälle sind widersprüchlich. Um das verbrecherische Umfeld der Rebellin im Unklaren zu lassen, war es notwendig Kenntnisse und Details  zurückzuhalten. Daher war es bei Erscheinen der letzten Ausgabe des Helios-Boten noch nicht möglich die Ereignisse so wiederzugeben, wie sie sich zugetragen hatten. 
Helios-Ritterin Ugane von Embarson, die  sofort nach Eintreffen der Nachricht von der Ergreifung der Vogelfreien vom König nach Cambrück entsandt wurde, verhörte die Beteiligten. Protokolliert wurden die Aussagen von  Marinekurierdienst-Sonderbeauftragten Kapitän Karlmann von Rackstein-Bautzen, Kommandant der "Sirium Silverhorn II" (Herzog-Uriel-Klasse). Er war entsandt worden, um die ostarischen Interessen zu vertreten und die Gefangene zu überführen. 
Der Drachenhainer Erzkanzler Gieselher von Mühlenheim vertritt die feste Überzeugung, dass bei der Befreiung nicht alles mit rechten Dingen zuging, er spricht gar von gefährlichen Blendwerk. Nur dem beherzten Vorgreifen des Lordkanzlers sei es zu verdanken, dass nicht noch mehr Magie gewirkt wurde. Er machte eindeutige Schuldzuweisungen in Richtung Idyllie: "...das unverantwortliche Wirken von übler Zauberkunst öffnete daimonischen Kräften Tür und Tor, durch welche die Delinquentin entfliehen konnte. Mehr noch würde es mich nicht wundern, wenn die andere Seite dieses Tores sich im Tlamanischen öffnen würde!..."
Bei den Gelehrten der Universität Tlamana herrschte einhellig die Meinung, dass ein Entkommen nie möglich gewesen wäre, wenn man ihnen von Anfang an freie Hand gelassen hätte. 
Die Befragung der überlebenden Wachsoldaten brachten auch keine zufriedenstellenden Ergebnisse, da diese offensichtlich im Schockzustand nur wirre, unzusammenhängende Hinweise geben konnten. Eine genaue Bestandsaufnahme der Opfer war noch nicht möglich, da mysteriöse Bissspuren am ganzen Körper und im Gesicht eine Identifizierung  der Leichname unmöglich machte. Ein Professor und ein Student, die wahrscheinlich in jener Nacht in ihrem Labor gearbeitet hatten, werden noch vermisst. 
Ugane von Emarson schloss ihre Ermittlungen ab, da ihrer Ansicht nach ein Entkommen durch den Stollen nicht möglich war. Die massive Zerstörung des Gewölbes lasse nur den Schluss zu, dass die Rebellin unter den Steinen begraben liegt. Dies wird dadurch erhärtet, dass der von Prinz Anselm und seinen Soldaten gefundene Ausgang des Fluchtstollens gänzlich ohne Spuren der Flüchtigen aufgefunden wurde. 
Die Helios-Ritterin endete ihr Protokoll mit der eindeutigen Bewertung, dass sowohl die Gelehrten aus Tlamana, die Corragios aus Betis, als auch Lordkanzler Vergenhans alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, um die Rebellin ihrer gerechten Strafe zuzuführen. 
 
 


Reisebericht aus dem Jahre 1002 im Namen ihrer Baronin Moruge von Wolfsmark:

Dies sind die Aufzeichnungen von Ablaht, dem  Botschafter ihrer Baronin.Mit dem Auftrag betraut, unsere Beziehungen zu unserem Nachbarstaate Heligonia auszubauen, schickte mich meine Herrin unter dem Banner der Wolfsmark, mit meiner treuen, aber allzu oft doch sehr ungestümen Soldatin Atyra in die Ferne hinaus.
Bereits am dritten Tage überquerten wir den Brazach und fanden uns in der blühenden Baronie Herrn Krators wieder. Nichts erinnerte noch an die tiefen, nebeligen Wälder der Heimat und so mancher Bauer grüßte frech, als ob wir gemeines Volk seien. Dennoch verstanden wir es uns zu beherrschen und schnitten den Unsäglichen nicht gleich die Zunge heraus, so wie wir es bei uns gemacht hätten.
Nach Tagen des Reitens durch nasse Wiesen und kalte Täler fanden wir uns schließlich am Fuße eines Berges wieder, auf dessen Spitze eine stolze Befestigung thronte. In Hoffnung auf ein warmes Bett und etwas Verpflegung, immerhin waren wir ja Botschafter, machten wir uns an den beschwerlichen Anstieg, um uns selbst vor verschlossenen Toren wiederzufinden. Viele Reisende aus fernen Ländern, aber auch aus der Region, hatten sich hier eingefunden, um dort eine sichere Nacht hinter den Mauern zu verbringen.Denn das bevorstehende Hochzeitsfest des Herrn Krator hatte sie alle angelockt und war nunmehr eine Tagesreise entfernt.
Atyra bahnte uns einen Weg zwischen den Leuten durch und schnell konnten wir die Wache davon überzeugen, uns vor allen andern Vortritt zu gewähren. Ein Esel bin ich gewesen, daß mein Mißtrauen mich nicht warnte, als ich nach dem Namen des Herrn der Burg fragte und man mir nur die Antwort gab: "der Herr der Burg möchte nur Graf genannt werden!"
Wir schritten beide durch das große Doppeltor aus Holz und kamen in einem Burghof an. Eine große lange Brücke aus Holz, oder vielmehr ein Steg, führte über einen gähnenden Abgrund hinweg, hinein in das Herz der Festung. Wiederum versperrten uns zwei Wachen den Weg und wiesen uns an zu warten als bis wir dann aufgerufen werden sollten und der "Graf" uns empfangen würde. Unverschämterweise lies man uns längere Zeit in Dunkelheit und Kälte draußen warten, als uns plötzlich ein Gemeiner, kahl am (wahrscheinlich auch im) Kopfe und mit einer schweren Axt bewaffnet, ansprach. Er schien die Farben der Wolfsmark zu kennen und begann sogleich, uns auf das Übelste zu beschimpfen und zog sogar noch andere seiner röcketragenden Landsmannen hinzu. Nachdem wir die Luchnar, wie sie sich schimpften, alle in die Schranken gewiesen hatten, bat man uns schließlich herein.Wir wurden in ein kleines Empfangszimmer geführt und man begrüßte uns der Sitte nach mit einem kräftigen Schluck eins starken Schnapses. Kaum hatte ich den Umtrunk hinunter geleert, überkam mich ein seltsamer Schwindel und
die Welt um mich herum verdunkelte sich. Als ich wieder zu Sinnen kam, fand ich mich in einem Raum der mit Gefangenen vollgestopft war wieder, nur die Schreie von Atyra hörend. Wir waren in die Hände von Sklavenhändlern geraten, die beabsichtigten uns auf Galeeren zu schicken. Atyra wehrte sich angeblich aufs heftigste gegen ihre Peiniger, aber außer ein paar gebrochenen Knochen und einem abgeschnittenen Ohr schlug sie nichts dabei heraus. Mir erging es ähnlich. Bei einem fehlgeschlagenen aber auch tapferen Befreiungsversuch schnitten auch mir die Hunde ein Ohr ab. Tatsächlich sollte aber einer der Luchnar, der neben mir saß, doch noch eine wichtige Rolle spielen. Heimlich hatte er ein Messer aus seinem Stiefel gezogen und begann dann, langsam aber sicher die Seile zu kappen. Als die Schurken aus Unachtsamkeitihre Mannen aus dem Raum abzogen, war unsere Stunde gekommen und wir stürmten hinaus in den Hof der Burg, bewaffneten uns und schlugen den Feind schließlich in die Flucht. In erbitterten Zweikämpfen auf dem Steg zum Vorhof, erschlug ich noch der Gegner drei und wusch mit Blut somit den Namen der Wolfsmark wieder rein.
Nach kurzer Überlegung entschloß ich den Weg durch die Nacht in die Heimat wieder anzutreten. Denn ein Land, daß nicht einmal seine eigenen Festungen im Griff hat, kann für die Wolfsmark kein nützlicher Verbündeter sein, speziell in einem Krieg.
So kehrten wir also wieder in die geliebte Wolfsmark zurück.
Gezeichnet am 25. Märzens des Jahres 1002
Ablaht, Botschafter der Wolfsmark
 
 

Herzogtum Nurian
12. Tag im 5. Mond, 902 nach Tulkas

Erstaunlicher Fund in Bad Hochberg

Während des Kumbanahera Festes wurde ein Stück Zeitgeschichte entdeckt. In Bad Hochberg, der wohl schönste Kurort in ganz Nurian, entdeckten ausländische Gäste etwas erstaunliches. Die vor 17 Jahren von Alfons Allspitz im Wald gefundene Ton-Maske soll Tulkas persönlich gehört haben. Laut Fritz Allspitz, der Enkel des Finders, lag die Maske all die Jahre nach dem Fund unberührt in dem Heiligtum der Wassergöttin Quara, bis die ausländischen Gäste bei dem quara-gefälligem Wetter nicht besseres zu tun hatten, als die Runen auf der Maske und auch auf der Steintafel im Wald, zu entziffern. 
Nach dieser frohen Kunde entschied Baron Alrik von Ährenfeld, sich höchst persönlich der Sache anzunehmen. Denn er wolle nicht, dass dieses kostbare Gut in die falschen Hände fiel. Laut einer zuverlässigen Quelle denkt Baronsgemahlin Emeranza von Ährenfeld darüber nach, die Maske als Ersatz für die Portrait-Bilder des Familienoberhaupts Olivan von Ährenfeld, welcher letztes Jahr auf rätselhafte Weise verstarb, im Speisesaal aufzuhängen.
W. Hauff
Der Trommler - freies Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach


Die Pfründe des fünften Heligonischen Adelstages

Wappen des
Hauses
de Lepanto
"Fünf Segel im Süden!" rief die Wache im Hafenturm von Tarnam in den frühen Mittagsstunden des fünfzehnten Tag des Wonnemondes lauthals herunter und beobachtete die ‚Daron von Brassach', wie sie langsam vier weitere Schiffe in den Hafen von Tarnam führte. Drei der fremden Schiffe waren gleicher Bauart, das Vierte ein wenig größer als die anderen. Eilig entsandte Hafenmeister Bollwin einen Boten hinauf zur Burg, um dem Markgrafen die Ankunft der erwarteten Schiffe zu melden. Gerade als die fünf Schiffe am Pier festgemacht hatten, ritt Markgraf Kalveram mit Gefolge in den Hafen ein. Ein umherstehender Soldat ergriff die Zügel der Eowary-Stute ‚Herbstmond', ein Geschenk des Sirium Silverhorns, und seine Hochgeboren schwang sich aus dem Sattel. "So sind sie also wohlbehalten angekommen! Prachtvoll!", rief er Hadebrand von Grauburg beim Betrachten der drei baugleichen Schiffe zu. "Gewiss, gewiss!", entgegnete der Ordensmarschall der Templer zu Ankur mit einem Grinsen auf dem Gesicht, "Wir bekamen unlängst Eilkunde von unserem Bruder in Grauwiel, der das Vorbeiziehen der Flotte von der Feste aus beobachtete. Wahrlich feine Schiffe, schrieb uns Hagen wörtlich!". Während die beiden hohen Herren die Schiffe beäugten, holten Seemänner auf den drei Seglern des gleichen Typs die Fahnen mit dem Wappen des Hauses de Lepanto ein und verließen anschließend das Schiff. Auf dem vierten Schiff fuhr man einen Landungssteg aus. Würdevoll schritt ein in feinstem Stoff gekleideter Mann über die Holzbrücke an Land, ging auf den Markgrafen zu und verbeugte sich nach aturianischer Art. "Euer Hochgeboren, gestattet, dass ich mich vorstellen. Ich bin Frederico de Lobo, Capitano in den Diensten von Donna Anna Vincenza de Lepanto, deren aufrichtigste Grüße ich Euch bestellen darf." Respektvoll nickte der Markgraf dem Kapitän zu und reichte ihm die Hand. "Vereinbarungsgemäß darf ich Euch drei Schiffe der Anitra-Klasse übergeben.", fuhr der Edelmann fort, "Nachdem Ihr bereits Euren Teil des vor sechzehn Monaten auf dem Adelstag in Tarnam mit meiner Herrin geschlossenen Vertrag erfüllt habt, übereigne ich Euch nunmehr diese Schiffe und erfülle die Vertragsschuld Donna Annas.". Der Markgraf dankte dem Kapitän und bat ihn, ihm die Schiffe ausgiebig zu zeigen. Während de Lobo seine Hochgeboren und den Ordensmarschall über die Schiffe führte, bemannten Soldaten der norrland-brassachischen Marine die neuen Schiffe und zogen das Wappen der Markgrafschaft am höchsten Mast auf. Nach dem Rundgang lud Kalveram den Kapitän zu einem Abendessen auf Burg Brassach ein. Bei einem üppigen Mahl im Festsaal von Burg Brassach berichtete der Aturianer ausführlich von der beschwerlichen Reise, den Mühen, die Binnenschiffe vertäut zwischen hochseetauglichen Schiffen entlang der Küste zu schleppen und davon, dass der Rest seiner Flottille an der Mündung des Jolborns auf ihn wartete. In höchstem Maße pries er zudem die Werften des Hauses Lepanto, welche mit dem Bau von Schiffen der Anitra-Klasse einen besonderen Schiffstyp entwickelt hatten: Niedriger Tiefgang, sehr hohe Ladekapazitäten, bestens geeignet um Fracht auf Flüssen und Seen zu befördern. "Aber auch äußerst hilfreich zum Anlanden von Truppen!", bemerkte der Ordensmarschall spitz.
 
 

"Im wahren Betis warst Du nie, kennst Du nicht Garibaldi und Medici." - Das echte Betiser Backwerk von Garibaldi und Medici.


 

Drachenhainer Herold

Ball und Feier in Rebenhain

Von unserem Heliosberichterstatter Lorenz Lodengrün
Am 17. des ersten Poena fanden zu Pogelsweiler in Rebenhain die Feierlichkeiten zu der überstürzten Hochzeit von Krator von Rebenhain und Samira von Silberlauf statt.
Schon Tage vorher brummte die Stadt wie ein Bienenstock, denn jetzt war auch ein Großteil der Krieger aus dem Norden zurückgekehrt, die dort den Winter über noch Wacht gegen die Ödländer gehalten hatten. Viele nutzten die Gelegenheit, endlich wieder den Sold ausgeben zu können und die Tavernen- und Ständebetreiber machten gute Geschäfte.
Nachdem wegen irgendwelcher Unklarheiten in der Baronie der Baron und die Baroness den 16. über verschwunden waren und erst am frühen Morgen des 17. wieder erschienen waren, trafen die ersten Gäste ein. Die befreundeten und benachbarten Adeligen wurden vom feierlustigen Volk mit freudigen Hurras und Vivats begrüsst. Gar edle Leut sah man da in Rebenhain: Da kamen aus Thal gemeinsam angereist Prinz Anselm von Thal in Begleitung von Beorric von Wulffenstein, Baron zu Welzen samt Gattin Roxana von Beraht und Hektor von Eichenstein, Baron der Lormark. Zusammen bildeten sie einen wahrhaft fürstlichen Troß von wahrhaft fürstlichem Amblick, der von Süden kommend durch die Straßen zum Stadtsitz derer von Rebenhain rollte. Aus Drachenhain kamen die befreundeten Ogedenbündischen Josephina von Drachenhain, die mit ernster Miene in die Stadt einritt, Koldewaiht von Hautzenstein, der wie kein anderer dem jubelnden Volk freundlich zurückwinkte und Foranan McDonough, ebenfalls ein alter Freund und Bundesgenosse. Aus dem Süden nahte die neue Baronin von Jolbenstein, die junge Karelia Jefferindell. Aus dem Norden mit einem wundervollen Schiff kam Jareck von Jolberg, der an der Schiffsanlege von einer begeisterten Menge empfangen wurde. Interessant wurde der Auftritt der neuen Nachbarn im Osten, der Gaeltachter. Es erschienen Baron Richard Godfrey von Streitberg und seine Schwestern Caileen, Sirie und Eileen. Auch sie wurden vom freudig erhitzten Volk lauthals begrüsst, aber einige die wussten, wer den da kam, wendeten sich ab und an einer Straßenecke soll auch einmal ein lauter Missfallensausruf gehört worden sein. Wird es in Zukunft Streit geben, nachdem der alte und einst lange geschätzte Nachbar nun nicht mehr da ist. Man wird gespannt auf die Zukunft sein dürfen.
Den ganzen Tag über tobte das Fest auf den Straßen und dem Marktplatz. Zur achten Stunde des Abends zeigte sich die edle Gesellschaft noch auf dem hohen Balkon des Rebenhainer Stadtwohnsitzes. Dies und die Bestätigung des Gerüchtes, dass alle, die aus dem Ödland zurückgekehrt waren auf dem Marktplatz einen halben Liter Freiwein erhalten sollten, lösten dann endgültig einen Freudentaumel aus. Die Büttel hatten allerhand zu tun.
Drinnen gab es inzwischen ein Bankett und einen Ball. Der Glanz des heligonischen Adels erstrahlte. 
Doch, liebe Leser, es bleiben Fragen: Wie wird es weitergehen zwischen Rebenhain und Gaeltacht, wird die Ehe fruchtbar sein? Und warum wurde mir mitgeteilt, ich solle noch eine Zeit hierbleiben, wenn ich noch etwas Interessantes erfahren wolle?

Verlängerung der Einschreibefrist um zwei Mondläufe 

Siedler kommt nach Gaeltacht !

Der neue Baron Gaeltachts, Richard Godfrey von Streitberg, lässt folgendes verkünden:
Mit dem alten Baron, Lord Angus, ist viel Volk außer Landes gezogen, so dass viele Höfe leer stehen, Felder unbestellt bleiben und Schafherden auf ihren Hirten warten.

Das Hochland Gaeltacht, ehemals Tagil, braucht neue Siedler, denn viele Stellungen sind neu zu besetzen, vornehmlich gesucht sind:

 - Schafhirten und Viehtreiber
 - Tuchmacher und Weber
 - Gerber und Sattler
 - Bogenschützen
 - Baumeister und Bergleute
 - Schreiber
 - Waldläufer und Jäger
 - Fischer
 - Aber auch ein jeder andere ist willkommen!

Interessierte sollen sich bis zum Neujahrsfest in Tairngire in der Burgmünze einfinden, um vorstellig zu werden.

Gezeichnet, Alberian, dritter Schreiber des Barons von Gaeltacht.
Seit einigen Tagen sind vereinzelt Menschen zu beobachten, die vom Tiefland Heligonias und auch von außerhalb gen Drachenhainer Hochland ziehen. Meist sind es einfache Bauern oder Handwerker mit ihren Familien, die alte Holzkarren hinter sich herziehen. Bergleute schleppen ihre Werkzeugkisten die Anhöhen hinauf und ab und an, sieht man auch Händler und besser gestellte Menschen in den Norden ziehen.
Der Strom der reisenden Menschen ist auf den Aufruf gaeltachter Barons Richard Godfrey von Streitberg in einer Sonderausgabe des Boten vor ca. zwei Mondläufen zurückzuführen. Auch in dieser Botenausgabe ließ der Baron wieder einen Artikel erscheinen, um neues Volk in die Baronie Gaeltacht zu locken. In Gaeltacht, ehemals Tagil, fehlt es an Menschen, die das Land bestellen und Neues schaffen.
Seitdem ersten Aufruf ziehen nun wirklich einige Menschen ins Hochland, meist reisen sie von Süden her über die Feste Drachentrutz an. Die Siedler müssen beim Kämmerer, in der eigens dafür geschaffenen Landsherrengasse, vorstellig werden und erhalten dann Arbeit und gegebenenfalls etwas Land zu Pachten.
Es sieht also so aus, dass es in Gaeltacht wieder aufwärts geht!
Raffael Söderling, Berichterstatter für Drachenhain.

 

Bericht über den Tod des ehrenwerten Kapitän Störensens

Kapitän Störensen ist tot. Dass der gute Mann gestorben ist, lastet allein schon schwer auf meiner Seele. Der Gedanke, dass er sich jedoch selbst das Leben genommen haben soll, ist schier unerträglich. Dabei hatte alles so harmlos begonnen. Doch will ich meinen Bericht der Ereignisse von vorn beginnen, wie es sich gebührt.
Zu Beginn des dritten Mondes der Saarka schickte mich der Abt zusammen mit dem greisen Bruder Loth nach Störenweiler, um herauszufinden, weshalb die fällige Weihrauchlieferung ausblieb. Über den Heliosboten hatte der Abt zwar erfahren, dass die Weihraucheinfuhr in Störenweiler verboten ward. Doch konnte man die Lieferung ja nach Jolbruck umleiten und dort löschen. So war seine Anweisung. Als wir in Störenweiler ankamen, fanden wir zwar das Schiff Störensens im Hafen vor Anker, aber von der Besatzung keine Spur. Wir erfuhren, dass man diese festgesetzt hatte.
Wir baten daraufhin darum, den Vogt Rasekorn vom Schinderteich sprechen zu dürfen, der uns auch alsbald vorließ. Dieser eröffnete uns, dass sich die Mannschaft eines todeswürdigen Verbrechens schuldig gemacht habe. Wie wir sicherlich wüssten, könne man in der Vogtei die besten Trüffel finden. Zur Trüffelsuche benutze man abgerichtete Schweine. Diese Schweine seien unbezahlbar, und nun habe man mit Weihrauch mehreren dieser Tiere die Nase verdorben, so dass sie keine Trüffel mehr zu finden wüssten. Auf dieses Vergehen stehe jedoch die Todesstrafe. Da eindeutig feststehe, dass Kapitän Störensen für diese Tat verantwortlich sei, habe man ihn und die Mannschaft festgesetzt. Bis zum Beginn des nächsten Mondes solle die Gerichtsverhandlung stattfinden.
Ich war entsetzt. Niemals konnte ich glauben, dass der ehrenwerte Kapitän Störensen eine solche Tat vollbracht haben sollte. Noch weniger wollte mir einleuchten, dass man einen Menschen mit dem Tode strafte, wenn er einer Sau mit Weihrauch die Nase verdarb. Solcherart über seine Mitmenschen zu richten, erschien mir recht gottlos zu sein. Ich war über darob recht erzürnt, erst recht, als man uns nicht erlaubte, mit dem Kapitän zu sprechen. Nur Bruder Loth ist es zu verdanken, dass ich unseren Status als Abgesandte nicht verletzte. So verabschiedeten wir uns wieder vom Vogt und ließen den Abt durch ein Schreiben wissen, was wir herausgefunden hatten. Hernach versuchten wir, in Störenweiler eine neue Mannschaft anzuheuern, was sich jedoch als recht schwierig herausstellte. Als wir dies den Abt wissen ließen, teilte er uns mit, er werde eine Mannschaft mitbringen und bat darum, mit der Gerichtsverhandlung zu warten, bis er anwesend sei.
Schon eine Woche später kam der Abt mit einer kleinen Mannschaft sowie einigen Wachen in Störenweiler an und nahm die Angelegenheit in seine Hände. Das Schiff wurde nach Jolbruck geschickt, um seine Ladung dort zu löschen. Dennoch kam der Weihrauch nicht in der Abtei an, da die Ladung in Jolbruck gestohlen und auf einer Barke im Fluss verbrannt wurde. Fast möchte man da glauben, die Ogeden der Nachbarbaronien würden uns den Besitz des Weihrauchs verwehren. Was natürlich Unsinn ist, da es dafür keinen Grund gibt. Doch zurück zu dem Kapitän und seiner Mannschaft.
So ergab es sich, dass man selbst Abt Erlind nicht zu dem Kapitän oder einem seiner Mannen vorlassen wollte, nicht einmal um ihnen die Beichte abzunehmen. Doch der Abt ließ nicht locker. Nach Tagen des Wartens ließ man ihn endlich ein zweites Mal zum Vogt vor, von dem er erfuhr, der Kapitän habe sich derweil mit der eigenen Hand das Leben genommen, womit seine Schuld hinlänglich beweisen sei. Der Leichnam sei schon in einem Armengrab auf dem ogedischen Totenanger verscharrt worden. Mehrere Wachen des Gefängnisses wurden uns als Zeugen genannt.
Im ersten Augenblick dachte ich, nun würde der Abt seinem Zorn Ausdruck verleihen. Doch bat er nur darum, den Leichnam mit dem Segen des Einen in Hochaskenstein bestatten zu dürfen und mit der Mannschaft zu sprechen, damit sich nicht weitere Männer aufgrund ihrer Sünden das Leben nähmen. Was würde wohl Fürst Waldemar sagen, wenn er davon erführe! Nun war es der Vogt, der bei diesen Worten voller Wut aufsprang. Er erlaubte daraufhin dem Abt zwar, das Grab des Kapitäns auf ceridische Weise zu segnen und entließ die Mannschaft des Schiffes aus ihrer Haft, doch im gleichen Atemzuge warf er uns aus der Baronie hinaus. Abt Erlind schien damit zufrieden zu sein und bot ihm als Dank den Segen des Einen.
Nachdem wir auf dem ogedischen Totenanger eine kleine Messe abgehalten hatten, brachen wir noch am gleichen Tage mit der Mannschaft Kapitän Störensens nach Hochaskenstein auf. Wenigstens konnten wir diese braven Männer vor der Todesstrafe bewahren. Unterwegs sprach ich dem Abt meine Bewunderung aus für seine diplomatischen Worte, mit denen er die Männer gerettet hatte. Doch er blickte mich nur aus kalten Augen an und sagte: "Gebe der Eine, dass der Vogt die Wahrheit erzählte!" Ein Schauer rann bei diesen Worten meinen Rücken hinab, und ich wusste, dass ich den Abt niemals zu meinem Feinde haben möchte.
Wahrlich, um des Friedens meiner Seele willen kann ich mich dem Wunsch des Abtes nur anschließen! Denn wenn auch mein Herze zerreißen will bei dem Gedanken, der brave Kapitän könne sich tatsächlich an seinem vom Einen geschenkten Leben versündigt haben, so kann der Beweis eines anderen Todes für uns alle nur zum Schlechten gereichen.
Bruder Arislan, Schreiber des Klosters St. Gessius zu Hochaskenstein, 
zu Beginn des ersten Mondes der Poëna

 

Ceridischer Würdenträger in Jolbruck

Im vergangenem Mond kam Abt Erlind von Hochaskenstein samt Begleiter nach Jolbruck, sein Anliegen war die verbrannte Weihrauch Ladung. Er sprach bei Baronin Jefferindell Karelia von Jolbenstein vor. Der Abt wurde, wie in Jolbenstein üblich, äußerst freundlich empfangen. 
Die Nachforschungen der Baronin hatten ergeben, dass die Besatzung des Schiffes nicht mehr die ursprüngliche des Abtes gewesen sei. Aus den Mannen konnte jedoch nichts weiteres herausgebracht werden. Vogt Valadur Hengist, der die Befragungen vornahm, versicherte der Baronin, einige Wochen Karzer würden dies jedoch ändern. Karelia bot dem Abt an, einen Mond in Jolbruck zu verweilen. Zwecks besserem Miteinander der ceridischen Kirche und den Ogeden, nahm die Baronin mit dem Abt zusammen an einem ceridischen Gottesdienst teil und besuchte danach in seiner Begleitung den ogedischen Geburtstempel zu Jolbruck. Dabei kam es allerdings zu einem unschönen Zwischenfall. Einige Ogeden schmähten den Abt mit lauten Schimpfworten und bewarfen ihn mit faulen Eiern. Allerdings stürzten sofort die Begleiter des Abtes nach vorn und wollten die Übeltäter niederknüppeln; jedoch rief Abt Erlind sie zurück und die Wachen der Baronin verwiesen die Schurken des Geburtshauses. Eine spätere Befragung erbrachte allerdings, dass sie gar nicht aus Jolbenstein stammten. Ob ein tieferes Motiv hinter der Tat steckt, bleibt unklar.

Schafscheren im Drachenhainer Hochland

Alljährlich wieder fand am 1. Tag des dritten Poena der allseits beliebte Schafscherwettbewerb in Tairngire statt, zum ersten Mal 
aber unter der neuen Führung von Baron Richard Godfrey von Streitberg. 
Dieser hatte es wirklich an nichts fehlen lassen. Die Weiden vor der gaeltachter Hauptstadt waren neu eingezäunt, um den Viehherden ausreichend Platz zu schaffen, um den Platz, an dem das Scheren stattfinden sollte, waren genügend Bänke zum Zuschauen aufgestellt worden und die ganze Stadt war geschmückt mit frischen Wiesenblumen, die sich in Girlanden um jede Haustür rankten.
Und trotzdem war es anderes als sonst! Doch lest selbst!
Schon am frühen Morgen trafen die ersten Teilnehmer ein.
Meist waren es Clanmitglieder aus Gaeltacht oder einer der neuen Siedler schritt durch das Stadttor, um sich zum Wettbewerb anzumelden und einen Scherplatz zugeteilt zu bekommen.
Nach und nach trudelte dann auch das Volk am runden Scherplatz ein,
der sich am Rande der westlichen Stadtmauer befindet. Die Menschen
ließen sich am Platz nieder und warteten gespannt auf den Wettbewerb. 
Doch noch konnte nicht begonnen werden, denn es fehlten ja noch die Nachbarn. Baron Koldewaith von Hautzensteyn und Foranan Mc Donough und ihre Gefolgsleute waren  noch nicht erschienen. Die Clans aus Flaitney und Luchnar brachten einige heiße Favoriten hervor, auf die konnte nicht verzichtet werden. So verging die Zeit,
man merkte, dass der Baron nervös wurde. Er hatte sie doch extra persönlich eingeladen, war es möglich, dass sie sich weigerten, seiner Einladung zu folgen?
Aber dann hörte man Pferdegetrappel, das mussten sie wohl sein. Alle Augen richteten sich auf das Stadttor, doch wer kam da? Aus einer
Kutsche stieg ein junger, weißgekleideter Mann - der Prior von St. Aluin, in Vertretung seines Abtes, des Bischofs von Drachenhain. Des weiteren traten zwei andere ceridische Priester und einige aluiner Ziegenhirten hervor.
Das Volk war erbost, wie konnten diese Ceriden es wagen, an ihrem Wettbewerb teilzuhaben, die drei weißen Männer wurden ausgebuht und mit faulem Obst beworfen. Doch dies störte sie ganz und gar nicht, sie gingen gemessenen Schrittes geradewegs auf den Baron zu, und grüßten ihn. Nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Baron drehte sich der Prior um und erhob seine Stimme.
Wahrscheinlich wäre der ganze Wettbewerb ins Wasser gefallen, hätte die Schwester des Barons, Sirii Godfrey, eine Geweihte der Saarka, nicht ebenso ihre Stimme erhoben und ein langes Segengebet über das Volk gesprochen und somit den Ceriden den Wind aus den Segeln genommen. 
Und dann kamen die Nachbarn doch, sie waren wie durch den Segenspruch erschienen. Baron von Hautzensteyn, seine Schwester Vyslaine und Baron Foranan Mc Donough schritten gefolgt von den luchnischen Clanführern Llevin MadRuadh, Gallory Lland MadRuadh und Connor Baddan MadGlas in die Stadt. Sie miserable Stimmung schwang kurzzeitig um. Baron von Hautzensteyn verkündete daraufhin, dass dieses Jahr keiner der luchnischen Clans am Wettbewerb teilnehmen würde, sie sind aber zum Zuschauen gekommen. Daraufhin verkündete Richard den Beginn des Wettscherens.
Es wurden viele, viele Schafe geschert und die Sieger sollen wie eh und je genannt werden, auf dass sie den Rum des Landes mehren werden und ihnen alle Ehre anerkennet wird:
Den ersten Platze errang der erst 17jährige Larry McCaylor, dicht gefolgt von Ruf'McEicoyd, einem alterfahrenen Schafzüchter und Eudo Eflanon, dem ein respektabler dritter Platz gebührt. 
Ingesamt kann gesagt werden, dass die Ogeden wie wild scherten, um mehr Schafe als die ceridischen Hirten zu scheren, was ihnen auch gelang.
Im Anschluß an den Wettbewerb fand ein großes Fest auf dem Tairngirer Marktplatz statt. 

Nachruf:

Gerüchten zufolge hat der Baron den ceridischen Würdenträgern abgesagt, leider haben sie dieser Ausladung nicht folge geleistet. 
Zu erwähnen ist noch, dass die hochländischen Nachbarn anscheinend 
mehr an den Clans und an den Schwestern des Barons interessiert sind, als an Richard selbst.
Weitere Berichte werden zu gegebener Zeit und wie immer gut informiert, folgen.
Gudibor Ginselfing, geschrieben am 4. Tag des dritten Poëna
 
 

"Sogar Barbaren nah und fern essen Backwerk aus Betis gern." - Betiser Eßkultur bei Garibaldi und Medici.


"Fürstentum Drachenhain, das sind deine Herrscher!"

Ab heut sei dies eine neue Serie hier im Herold. Künftig wollen wir jeweils einen regierenden Vasallen seiner Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain, der breiten heligonischen Öffentlichkeit vorstellig machen.
Aus Achtung vor dem Alter, wagen wir nun mit Bischof Ceridian Aegidio, Abt von Sankt Aluin, den Beginn.
Bruder Pankraz von der Drachentrutz, ferner Schillwunk Radeweyd

Part I.:
Bischof Ceridian Aegidio, Abt von Sankt Aluin

"...Darum handle ohne tumb Geschwätz, denn 1000 barmherzige Worte sind weniger wert, als eine freundliche Tat!..."

Geboren in Betis, der Schönen, als Aegidio di Risperdane und Sohn eines Kaufherren, wandte er bereits als junger Mann jener prachtvollen Welt den Rücken zu und schloss sich aus Liebe und Überzeugung dem ehrwürdigen Orden des Heiligen Pretorius an. Bald nahm er den Namen Ceridian Aegidio und diente dem Einen - nach seiner Weihe zum Priester - jahrzehntelang als niederster Bruder, indem er sich der Kranken und Schwachen annahm und diese aufopferungsvoll bis zu deren Tode pflegte. Lang lag für ihn darin tiefste Erfüllung, eiferte er doch seinem großen Vorbild dem Heilige St. Aluin nach, der da einst durch frommes Kosen die Leprösen von Treckloch heilte, nur um selbst durch die Hände böser Schurken am Kettenbaume qualvoll zu Sterben. Doch dann bestellte der Eine Bruder Ceridian Aegidio an einen völlig anderen Ort: Zur Feste Drachentrutz, in die damalige Grafschaft Drachenhain, wurde er berufen, da Graf Waldemar, noch jung an Jahren, für sich und sein Weib einen Beichtvater beim Orden erbat. Dies wichtige Amt füllte Ceridian Aegidio wiederum über Jahrzehnte hinweg gutherzig aus, dann erwarteten ihn, inzwischen in Ehren ergraut, gänzlich andersartige und neue Aufgaben.
In Folge des sogenannten "Jolbrucker Markttagkrieges", als für den Herrn von Drachenhain die Notwendigkeit bestand die beiden verfeindeten, da im Glauben gespaltenen, Hälften der alten Baronie Jolbenstein auf ewig zu trennen. Um aber ein böses Nebeneinander zweier großer Jolbensteiner Länder - das eine ogedisch, das andere ceridisch - zu verhindern, spaltete der heutige Fürst den ceridischen rechten Part wiederum in drei kleinere Teile.
Da nun das mittlere Land hiervon rings um die Stadt Treckloch liegt und somit in voller Gänze die alte Wirkungsstätte des Heiligen Aluin ausmacht, wurde dies Gebiet zur Abtei erklärt und nach eben diesen bedeutenden Drachenhainer Heiligen benannt.
Der Graf wusste von vornherein, dass keiner die Abtei St. Aluin besser zu führen vermochte, als Ceridian Aegidio, der ja bekanntermaßen diesem Heiligen von je her sehr zugetan war. Und tatsächlich begab sich der ehrwürdige Mann an diese Stätte alter Wunder und schon bald wusste sich der neue Abt besonders beim Volk als gütiger und verständnisvoller Herr hervorzutun. 

"...Denn Dein Neid auf den Nachbarn ist einzig nur Deine eigene Fruchtlosigkeit, vor der Du Dein Aug verschließt. Darum leg ab all Abgunst und blicke frei nur auf Deinen Makel, so wirst Du allzeit leben in Frieden und Eintracht..."

Aber auch als Mahner und Schlichter unter den unduldsameren Ceriden, wie beispielsweise seinem nördlichen Nachbarn, dem damaligen und nun geschassten Baron von Hochaskenstein, machte er sich einen hochgeachteten Namen.
Es waren wieder einige Jahren vergangen, da wandte sich der Bischof noch einmal nach Jahrzehnten der Absenz seiner alten Heimatstadt Betis zu. Damals, kurz nach dem denkwürdigen Kirchenkonvent zu Gregorsruh, sprach er allenthalben nur von einem "Heiligen Auftrage", den er nun zu erfüllen habe. Und so bot er dort den armen Betiser Ceriden über vier Wochen hinweg an, bei ihm Beichte vor dem Einen ablegen zu können. Zahllos strömten die Massen in die Kirchen und nahmen dies Angebot in Anspruch. Beeindruckt von dieser Mildtätigkeit und auch der Ausdauer, die der Bischof bei dieser beschwerlichen Tätigkeit an den Tag legte, wurde Ceridian Aegidio hernach zum "Bürger des Monats" gewählt.
So nahm es weder in Drachenhain und anderswo irgend jemand wunder, dass Abt Ceridian Aegidio im Jahre 28 n.A.III durch die Hand des Primus und die Billigung des Fürsten zum Bischof des Fürstentums Drachenhain erhoben wurde.
Freilich die größte Beachtung erlangte Ceridian Aegidio zweifelsohne vor nur einigen Monden, als der Eine durch ihn das unglaubliche "Wunder der Drachentrutz" wirkte: Prinz Leomar von Drachenhain, mehr tot denn lebend, erwachte allein durch das Handauflegen des Bischofs aus seinem mysteriösen Schlaf und durfte sich fortan bester körperlicher Gesundheit erfreuen, wo doch Gelehrte und Heiler aus Heligonia und Ausland kläglich scheiterten.
Im Augenblick widmet sich der Bischof dem Vernehmen nach, der Strukturierung und Ordnung der ceridischen Klöster und Abteien, man mag also gespannt sein, was dieser ruhelose Geist im Dienste des Einen in Zukunft noch bewirken wird...

"Was soll ich mich auf meinem hehren Weg zum Licht des Einen beschweren mit güldener Last und verbrämtem Geschmeide, wenn ich in meiner dünnen Armenkutte doch leicht bin wie eine Daunenfeder im Wind?"

Glanz und Prunk waren dem Bischof für sich von jeher ein Graus, jahraus jahrein sieht man den alten Mann nur angetan in weiter Kutte aus Sackleinen und ledernen Sandalen. Den Bart trägt der Bischof meist struppig, ja ungepflegt und die hagere Gestalt deutet auf recht sparsame Kost. Die Augen aber erstrahlen dem Betrachter in ewiger Jugend, unersättlicher Neugierde und bereits entrücktem Sanftmut. Einzig eine Angelegenheit bereitet den Getreuen und Untergeben des Bischofs große Sorge, so nimmt Ceridian Aegidio trotz seines hohen Alters keinerlei Rücksicht auf seine Gesundheit oder seinem körperlichen Wohlergehen. Allzu gerne bürde sich er große Arbeit und Verantwortung auf, heißt es. So falle es ihm wohl auch im Traume nicht ein, einen Nachfolger zu bestimmen, diese Frage versetze den sonst so sanften und weichherzigen Bischof gar in größte Reizbarkeit. Die Brüder des St Aluin Klosters haben sich allerdings insofern durchsetzten können, als dass nun an Ceridian Aegidios Seite alle Zeit eine vertraute Person weilt, die ihm bei Bedarf die Hand zur Hilfe reicht, sobald den Bischof wieder mal "Das Alter zwackt". Schwester Madalgis vom Jolbrucker Konvent wurde vor einigen Jahren mit dieser nicht immer einfachen Aufgabe betraut.

Höret, höret:

Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund 
und zu wissen:

Primo: Seine Durchlaucht bestellen die Drachenhainer Marschallin, ihre Hochwohlgeboren Josephina von Drachhain, gen Störenweiler. Dort soll die Baronin zu Wolfenfeld, in Vertretung des Drachenhainer Erzkanzlers Gieselher von Mühlenheim, die dortigen rätselhaften Vorkommnisse um einen unerklärlichen Todesfall und um die Zerstörung eines Schiffes in Jolbruck, untersuchen und hernach dem Fürsten präzisen Bericht erstatten, ob gar eine Schandtat vorliegt. 

Secundo: Baron Krator von Rebenhain und Baron Koldewaiht von Hautzensteyn zu Luchnar wurden von seiner Durchlaucht in ernstem Tone auf die Drachentrutz zitiert. Jedem Manne und jedem Weib sei es untersagt, die Noblen auf ihrem Weg zur Feste etwa durch nichtiges Geschwätz oder gar Verstellen des Weges aufzuhalten, auf dass beide ohne Verzug zum Fürsten gelangen.

Dies alles gegeben im Wonnemond auf der Feste Drachentrutz durch seine allergnädigste Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain!
Herzögliche Ostarische Hofgazette


Ostarien in Kürze

Marine: Um mit Ostariens Nachbarn Informationen über die Umtriebe südländischer Rebellen auszutauschen, sowie dafür zu sorgen, daß im Fall "Krähe" alles mit Recht und Ordnung zugeht, entsandte die Admiralität den Kommandanten der "Sirium Silverhorn II", Kapitän Karlmann von Rackstein-Bautzen, als Marinekurierdienst-Sonderbeauftragten nach Cambrück. Über die dortige Situation wird an anderer Stelle berichtet.
Das erste Geschwader der Emaranseeflotte hält derzeit das traditionelle Wonnemondmanöver ab. Dieses Jahr sollen vor allem Landeunternehmen geprobt werden, so daß auch zahlreiche Seesoldateneinheiten eingeladen wurden. Zum genauen Ort der Übung, wollte sich die Admiralität nicht auslassen.

Amtliches: Wie schon seit Jahren durch das Herzöglich-Ostarische Amt für Qualitätskontrolle (HOAfQK) wiederholt angemahnt wurde, erfüllen die Restposten des alten Arnacher Arsenals, insbesondere sämtliche Gerätschaften aus der Manufaktur des verschollenen Maurice von Arnach in keinster Weise die geltenden Sicherheitsvorschriften und sind unverzüglich bei den öffentliche Sammelstellen abzugeben. Bei Zuwiderhandlungen kann die Unversehrtheit des Betreffenden nicht garantiert werden. 
Nachdem das Amt für Streit- und Fehdewesen (HOAfS&FW) nach der Beendigung des Teemoranienkonfliktes Mangels Aufgaben nur noch als Ausbildungsbetrieb geführt wurde, könnten jetzt bessere Zeiten anbrechen, die wieder Seniorpersonal nötig machen. Nach der amtlichen Fehdeerklärung Baron Krators von Rebenhain an Baronin Angharad Elanor von Emarania und deren ordentlicher Fehdeaufnahme, war der Beamtennachwuchs sichtlich überfordert. Sollte diese Streitwelle anhalten, so dürfte eine ausgiebige Umstrukturierung in der Schustergasse nicht lange auf sich warten lassen.

Emarania: Wie ein Sprecher des Herzogshaues erklärte, werden die zusätzlich entsandten Truppen, welche zur Bekämpfung der Tagiler Landflucht abkommandiert wurden, zunächst trotz des Machtwechsels weiterhin in der Baronie Emarania verbleiben. Dies sei weder ein Akt der Willkür, noch mißtraue man der neuen Gaeltachter Herrschaft. Grund sei allein die Unberechenbarkeit noch nicht vollständig konsolidierter Systeme, welche die Sicherheit des Herzogtums gefährden könnten. 

Jolberg: Nach mehrjähriger schwerer Krankheit verstarb der altgediente Ritter Gunnwald von Ehlermark auf seinem Landgut am Nordrand des Ehlerwaldes. Damit endete ein erfülltes Leben voller Tatendrang. Herr Gunnwald gehörte unter anderem zu der kleinen Schar, die mit Jarulf von Jolberg, in die Klüfte des Garsts zogen, um den Banditen Norrgas und dessen Gefolgsleute zur Strecke zu bringen. Weiterhin suchte der Verstorbene gemeinsam mit Herrn Norgard von Gerstenbrück im Auftrag Jarecks von Jolberg nach Tamara von Tlamana, wobei ihm bekanntermaßen kein Erfolg beschieden war. 
Seine Nachfolge als Herr von Ehlermark ist bislang noch ungeklärt, da Gunnwald keine Nachkommen hat.

Kirchliches: Falkonius von Regart, Bischof von Ostarien hat sich wie angekündigt nun auf eine Reise durch das Herzogtum begeben. Auf seinem Weg besucht der Abt von Hurtenau alle Abteien und Klöster seines Zuständigkeitsbereichs, um sich mit den Nöten und Bedürfnissen seiner Glaubensbrüder auseinander zu setzen. Nachdem die Baronien Silverhorn und Buchenfels, wo ein langes Gespräch mit dem Superior der Pretoriusaner, Ignatius von Nordmark auf dem Programm stand, nun hinter ihm liegen, führte der Weg des Bischofs zunächst nach Emarania, wo ein Treffen mit dem Drachenhainischen Kollegen, Abt Ceridian Aegidio im Dom zu Wasserau geplant ist. Worüber genau die Bischöfe hier beraten wollen, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. 

Kultur: Nach der Uraufführung der Tour-Suite von Wolfgrimm Aramantus Mordshardt beim Finale der Tour von Heligonia, gelangte die glorreiche Komposition nun endlich auch in Ankur, der Heimat des Komponisten zu Ruhm. Nach der ausverkauften Vorstellung im Exerziersaal der Militärakademie am Herzog-Rolo-Platz wurden die Künstler von Regentin Walluma geehrt, der es im Gegensatz zum Herzog erst jetzt vergönnt war dieses grandiose Feuerwerk der Klänge genießen zu können. Insbesondere Wunderkind Bonifazio und Pavo Rothner erhielten für ihr Lebenswerk allerhöchstes Lob aus dem Munde ihrer Erlaucht, sowie das Versprechen jederzeit als Ehrengäste des Herzogshauses in Ankur verweilen zu können. 

Vermißt: Ames Bund, Ziegenhirt
Wer etwas über den Verbleib eines Arnacher Ziegenhirten namens Ames Bund weiß, soll sich schleunigst bei Liska von Arnach, Baronin daselbst melden. Er wird nämlich mitsamt seiner Herde vermißt. Er ist noch recht jung, hat dunkle Haare, ein spitzes Gesicht und ein gar schneidiges Auftreten.
Der Ziegenherdenbesitzer schließt die Möglichkeit nicht aus, daß es sich hier um ein Verbrechen handelt. Sollte der Hirte tatsächlich mit der Herde flüchtig sein, wird ihm ein Prozeß wegen Viehdiebstahl blühen, soviel steht fest!
Persönliches Sekretariat der Baronin Liska von Arnach
Asjah Schwarzdorn, Schreiberin

Ein Lied um den toten Baron zu ehren!

Anlässlich der Jahresfeier des Todestages des Baron Veiths von Soltran wurde in der Veithsburg ein Bankett gegeben. Die Tochter des Baron, die Baroness Odina Thirindra von Soltran, hatte zum Fest geladen um ihren Vater zu ehren. Dieser war an den Verletzungen eines Jagdunglückes verstorben - Heliosbote berichtete!- Die Festlichkeit begann mit einem Bankett und anschließend brachten verschiedene Gäste Loblieder und Gedichte dem Toten zur Ehre dar. Am späten Abend wurde eine Totenwache am Grabe abgehalten.
Eigens für diese Nacht hatte die Baroness ein Lied für ihren Vater geschrieben.

Bleibet hier und wachet mit mir.
Wachet und betet,
wachet und betet. ( Kervers)

Meine Seele ist zu Tode betrübt, ( von der Baroness gesungen)
bleibt hier und wacht mit mir.

Bleibet hier......

Setzt euch und wartet hier,
während ich dort bete.

Bleibet hier......

Mein Vater, mein Vater !
Warum hast du mich verlassen ?

Bleibet hier......

Vater, in deine Hände
lege ich meinen Geist.

Das Lied war das Ende der Feierlichkeiten. Es wurde von Lucia Ferderkiel der Hofschreiberin der Chronik über Baron Veiths von Soltran als krönender Abschluss angefügt.
Ich hoffe das dieser Bericht, jenen die den Baron kannten und nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen konnten ein kleiner Trost war.
Die Götter mögen mit Euch sein!

Lucia Ferdekiel, Hofschreiberin der Veithsburg in Soltran

 

Oh Entsetzlichkeiten!

Blut und Tränen, Rache und Unfriede, Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit?
Aus Rebenhain und Emarania berichtet Heliosberichterstatter Lorenz Lodengrün
Nach Rebenhain war ich gereist, um von Hochzeitsfeierlichkeiten zu berichten, länger bin ich geblieben, weil mir Interessantes versprochen wurde, aber ach, jetzt hat sich das Interessante als nur zu interessant herausgestellt. Aber ich will von vorne beginnen.
Nach der Abreise der Hochzeitsgäste verblieb ich noch in Pogelsweiler in der Hoffnung, bald Indizien für das Interessante, das vorfallen sollte, zu entdecken. Schließlich wurde ich am 22. Tag des 1. Poena in den Stadtwohnsitz derer von Rebenhain gebeten. Dort legte mir Haushofmeister Trajan von Sarras, ein im Dienst der Familie ergrauter Ritter, dieses dar: Bereits vor den Feierlichkeiten schickte Baron Krator einen Boten nach Emarania zu Baronin Angharad Elanor. Dieser überbrachte eine Botschaft, in der der Baron von der Baronin Gelder einforderte. Die Gelder forderte er als Bezahlung für seinen Einsatz im Teemoranienfeldzug. Da er die Aufgaben, welche die der Baronin gewesen wäre - nämlich Ruhe und Ordnung wiederherzustellen in Emarania - in der Not erfüllen musste, glaubte er für diesen Einsatz Gelder fordern zu können. Wütend lehnte die Baronin ab; sie legte dar, dass sie nicht für das damalige Geschehen verantwortlich gewesen sei und dies vom königlichen Gericht auch bestätigt worden sei. In ihrer Antwort bezeichnete sie die Forderung des Barons als ihm unwürdige Nachkarterei; er solle das Rühren in alten Wunden sein lassen und den Frieden wahren.
Wie dies mir alles geschildert wurde und wie ich mir dies alles ausgekundschaftet habe war diese Reaktion genau die, die in Rebenhain insgeheim erhofft wurde. Kaum war der Bote zurück verliessen in der selben Viertelstunde drei Boten die Freudenfeste: Sie überbrachten die Fehdeerklärung von Krator von Rebenhain an Angharad Elanor. Abschriften wurden auf die Drachentrutz zu Fürst Waldemar und an Herzogin Walluma gesendet.
Sofort liefen weitere Vorbereitungen: Krieger wurden wieder in Pogelsweiler zusammengezogen; nicht alle Rebenhainer wurden aufgeboten, sondern nur Freiwillige, denen ein Sondergeld versprochen worden war.
Am 28. Tag des 1. Poena war es dann so weit: Durch einen Waibel wurde ich früh morgens aus dem Schlaf gerissen; seinem Grinsen nach zu urteilen gehört wohl das Wecken von tief schlafenden Heliosbotenberichterstattern zu seinen liebsten Beschäftigungen. Wenn ich etwas erleben wolle, müsse ich jetzt schnell mitkommen. Eine halbe Stunde später saß ich im Morgennebel fröstelnd auf einem rumpelnden Trosskarren neben einem fluchenden und stinkenden Karrer. Dem Morgen und Emarania entgegen fuhren wir nach Norden.
Zwei Tage später erreichten wir die Grenze zu Emarania. An der Grenze wurde halt gemacht und Nachtlager gemacht. Am nächsten Morgen nach dem Abbrechen des Lager hielt der Baron eine Ansprache. In ihr ging es um die Ungerechtigkeit die ihm und mit ihm allen Rebenhainer Kämpfern widerfahren sei, der Kampf ginge um die Anerkennung ihrer Taten, den und die Beseitigung einer götterschreienden Ungerechtigkeit. Die Haufen wurden jetzt kriegsmäßig formiert. Langsam rückten wir in Emarania ein. Langsam kämpften sich das Licht Helios durch den Morgendunst; mich fröstelte.
Kurz nach überschreiten der Grenze begegneten wir einer Patrouille Herzöglicher. Diese waren wohl nach Beendigung des Teemoranienkrieges hier stationiert worden und wegen der Unruhen in Tagil nicht abgezogen worden. Es kam zu einem längeren Disput zwischen den Rebenhainern und dem Anführer der Herzöglichen. Dieser schickte schließlich seine Leute weg, blieb aber selbst bei uns. Die nächsten zwei Tage bewegten wir uns langsam durch Emarania nord- und ostwärts, Wasserau zu. Am Abend des zweiten Tages lagerten wir direkt an der Straße nach Wasserau. Bisher waren wir noch auf keinen Feind gestoßen, auch die Leute an deren Häusern wir vorbeigezogen waren ließen sich nicht sehen. Während am Morgen das Lager abgebrochen wurde, kehrten berittene Späher ins Lager zurück und berichteten, dass die Emaranier eifrig damit beschäftigt seien, die Furt an der Großen Aue zu befestigen. In aller Ruhe wurde das Lager abgebrochen. Der Morgennebel wurde langsam dünner, aber nur um den Blick auf eine sich allmählich verfinsternde Wolkendecke freizugeben. Kurz vor Mittag erreichten wir die Furt. Auf der anderen Seite waren Leute damit beschäftigt einen Wall zu erhöhen. Die Rebenhainer wurden geordnet, die meisten Berittenen saßen ab, nur eine kleine Reserve wurde zurückgehalten. Dann trafen ritt der Baron begleitet vom Träger einer Parlamentärsflagge in die Furt. Von der anderen Seite näherte sich die Baronin mit einem Begleiter. Es folgte eine Unterhandlung in der Mitte der Furt, die augenscheinlich immer erregter wurde. Schließlich wendete der Baron sein Pferd, die Baronin rief ihm noch etwas hinterher, dann kehrte auch sie mit ihrem Begleiter zu ihren Leuten zurück. 
Der Herr von Rebenhain erreichte seine Leute, stieg vom Pferd und augenblicklich beginnt der Angriff. Pfeile schwirren über die Furt. Im geschlossenen Block drängen die Rebenhainer in die Furt, die ersten fallen. Hier sterben auch die, die nur verwundet werden, denn der Boden zu dem sie sinken ist Wasser. Aber die Zahl der Rebenhainer ist größer als die der Emaranier. Dann haben sie das andere Ufer erreicht und beginnen den Wall zu bedrängen. Oben leisten die Emaranier tapferen Widerstand. Immer wieder sirren Pfeile zum jeweiligen Gegner. Inzwischen sind die Rebenhainer vor dem Wall dicht aufgerückt, die hinteren beginnen Nachdruck zu geben, schieben die vorderen den Wall hinauf. Die Emaranier beginnen zu wanken. Hinter ihren Reihen ist die Baronin unablässig in Bewegung, spricht ihren Leuten Mut zu, bringt die Wankenden wieder in Position. Der Kampf erreicht seinen Höhepunkt, es steht auf Messers Schneide. Doch da, was ist passiert: Die Baronin scheint getroffen, ein Pfeil ragt aus ihrer Brust, Getreue versuchen sie wegzutragen. Da geraten die Emaranier endgültig in Unordnung, die Rebenhainer durchbrechen ihre Reihen, eine heillose Flucht setzt ein, erst jetzt setzen sich auch die zurückgehaltenen Reiter in Bewegung und fallen über die Fliehenden her. Eine Gruppe, die versucht hat sich ordentlich zurückzuziehen wird gestellt. Noch einmal kommt es zum erbitterten Kampf. Von der Furt her eilt zu Fuß Verstärkung für die Reiter heran. Die Emaranier kämpfen noch einmal tapfer, ergeben sich aber dann. Der Himmel beginnt zu weinen.
Es ist der Abend nach der Schlacht bei der Furt. Wir haben dort gelagert und die Nacht verbracht. Die Leiche der Baronin wurde aufgebahrt und ehrenvoll behandelt. Eine Totenwache wurde aufgestellt. Ich habe es geschafft, mit einem der gefangenen Emaranier zu sprechen. Der erzählte mir die ganze Sache aus emaranischer Sicht. Nachdem die Fehdeerklärung auf der Seeburg eingetroffen war, ließ die Baronin ihre Würdenträger zu sich kommen. "Meine Getreuen," hob sie an, "die Vergangenheit holt uns ein. Die Engstirnigkeit eines alten Feindes will uns Schaden zufügen. Der Baron von Rebenhain wird uns über kurz oder lang bedrängen. Uns bleibt die Aufgabe, unsere Grenzen scharf zu bewachen. Ich rechne damit, dass er über kurz oder lang versuchen wird uns zu überfallen. Dann aber wird unsere Aufgabe sein, dass wir standhaft sind gegen die, die nicht imstande sind eine Bitte um Vergebung anzunehmen, die zerfressen sind von altem Hass. Sie sollen ihr falsches Handeln bitter erkennen und bereuen." Dann empfing jeder seine Anweisungen. In den nächsten Tagen traf eine Abordnung aus Wasserau auf der Burg ein. Viele Wasserauer Bürger waren bereit für die Baronin zu kämpfen. Die Baronin aber hatte die Sorge, dass sie mit ihren wenigen Leuten nicht zugleich wirkungsvoll Burg und Stadt verteidigen konnte. Den Bürgern die Stadt allein zu überlassen war auch nicht ihre Art. Schließlich beschloss sie, alle Kräfte zusammenzuziehen, einschließlich der Stadtwachen und der Bürger, die ihr freiwillig folgen wollten und die Entscheidung an der Furt vor Wasserau zu suchen.
Am nächsten Tag wiederum gegen Mittag erreichten wir Wasserau. Die Tore der Stadt waren verschlossen. Die Rebenhainer rückten vor die Mauer, wiederum näherte sich der Baron als Unterhändler der Stadt. Schließlich handelte er indem er auf den Tod der Baronin hinwies die Übergabe der Stadt aus, versprach als Gegenleistung dafür zu sorgen, dass Plünderungen unterblieben.
So rückten wir in die Stadt ein. Im Rathaus, im Zeughaus und den öffentlichen Speichern richteten sie Rebenhainer ihr Lager ein. Dann befahl der Baron, die Tote im Dom aufzubahren. Aber die Soldaten fanden die Tür zum Dom verschlossen. Es wurde nachgeforscht und so kam zutage, dass der Ostarische Bischof, Falkonius von Regart auf Ostarienreise war und sich in Wasserau mit seinem Drachenhainer Bruder, Ceridian Aegidio, getroffen hatte, um dort über kirchliche Angelegenheiten zu konzilieren. 
Der Baron ließ daraufhin seine Leute vor dem Dom aufmarschieren und ließ ausrufen, die Tore sollten geöffnet werden um der toten Baronin die letzte Ehre zu erweisen. Da wurden von innen die Türen geöffnet, die ceridischen Würdenträger erschienen. Doch wiederum war damit gerechnet worden und meiner Meinung nach hatten die Aufmarschierten ganz genaue Befehle empfangen, was zu tun sei, wenn die beiden erscheinen sollten. Man konnte gerade noch die Worte "So dann bringt sie herein, wenn..." von Falkonius verstehen, da erhoben die Aufgestellten lautes Gebrüll, Beschimpfungen wurden gerufen, Worte des Hohns waren ohne Ende. Die Beiden Bischöfe konnten nicht mehr gehört werden. Dann trugen vier Leute die Tote in den Dom, die Türen wurden geschlossen, noch einmal brandete Lärm auf, dann gaben sich die Rebenhainer im wahrsten Sinne des Wortes dem Siegesrausch hin.
Während der nächsten zwei Tage gelang es den Rebenhainern auch die Übergabe der Seeburg auszuhandeln. Das gelang wohl im Hinweis auf den Tod der Baronin. Der Baron hatte dabei wohl auch behauptet, jetzt Rechtsnachfolger der Baronin zu sein. Die Burg wurde von oben bis unten durchsucht. Hier wie dort haben die Rebenhainer begonnen, es sich häuslich einzurichten. Am Nachmittag wurden Boten losgeschickt; wohin, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Am Abend wurden die Bischöfe zum Baron gebeten, kurze Zeit später reisten sie ab, verfolgt von den höhnischen Rufen der Rebenhainer.
Wieder bricht eine Nacht herein. Von draußen hört man die Rufe Betrunkener. Diese Angelegenheit ist noch nicht vorbei.

"Selbst der härteste Berserk liebt Betiser Zuckerwerk." - Die Leckereien von Garibaldi und Medici.


 

Fürstlicher Thaler Hofchronist


Höret, höret, höret

Es sei verkündet, daß am ersten Tage das neuen Jahres die Brücke zwischen der Baronie Lormark, gelegen im Fürstentum Thal, und der Baronie Wolfenfeld, gelegen im Fürstentum Drachenhain, wieder für das Volk geöffnet wird. Auch soll an diesem Tage der Spatenstich zur neuen Werft in Sarniant getan werden. Anläßlich dieser freudigen Ereignisse laden

Seine Hochwohlgeboren, Baron Hektor von Eichenstein und
Ihre Hochwohlgeboren, Baronin Josephina von Drachenhain, Erwählte des Xurl

zu Festivitäten, auf daß dieses Ereignis gebührend gefeiert werde. Auch wird zu einem Turnier gerufen, in dem alle Thaler und Drachenhainer Ritter ihre Kräfte im freundschaftlichen Kampfe messen sollen.
So ward es verkündet am 12. Tag des 3. Poéna im Jahre 28 n.A.

Freiherr von Hochwalden geisteskrank ?

Sethnara am 14. Tag der 2. Poëna
In Hochwalden werden die Sorgen um den Gesundheitszustand von Freiherr Ansgar von Beraht immer größer. Nach den Gerüchten um seine Alpträume will ein Bewohner von Sethnara ihn des nachts beim Schlafwandeln gesehen haben :
   "Ja, i hob'n g'sehn. Des war so mitten in d'r Nacht, als i kurz amol wohin hab müssen ... sie wisset scho. Da isch er grad an mei'm Garte-Hag vorbei g'stiefelt. In seim Nachthemd. Mei, hot der ausg'schaut. Völlig verwirrt war der. I hob'm no nachg'rufen : "Herr von Beraht. Ja was machen's denn sie um die Zeit no do herrinnen im Dorf ? Un des au no im Nachthemd ?" Aber i glaub, der hot mi net g'hert. I glaub, der hot des mit dem Dracha no itt ganz verkraftet. Un jetzt hot mer au no dia G'schichta vom Alpträumen g'hört. Da isch mir's itt so wohl."
   Was ist dran an den Gerüchten. Sind unsere Ängste ob der Gefahren, die vielleicht in der Camspitze lauern berechtigt. Vom Hof des Freiherrn gab es noch immer keine offizielle Stellungnahme.
 
 

"War das Essen reiner Hohn, hilft nur Eis aus Carajon."

Betiser Tribüne

Backwaren aus Betis

Die angesehenen Betiser Familien Medici und Garibaldi haben ihre weithin in Heligonia bekannten Konditorei- und Bäckereigeschäfte zusammengeschlossen. Künftig werden beide unter dem gemeinsamen Namen "Garibaldi und Medici - Backwaren aus Betis" firmieren. Ein Name, der Qualität und Geschmack verspricht!

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt Und was nicht
-DAS Dekolleté
-Koordinierte Angriffe
-Befreiende Heliosritter
-Die Nordmark (allgemein) und 
  Trondal (im Besonderen)
-Mutige Vogtinnen im Nachthemd
-Teemons-Tracht
-Tore verrammeln
-mit Golems verhandeln
-überdimensionierte Hüte
-zu lange Federn (am Barett)

Der Handelsprophet

Tageskurse
Aurazith 1 heligonische Unze 1 Dukaten und 4 Kreuzer
Hirschleder 1 m2 8 Groschen und 4 Kreuzer
Hirschleder (weiss) 1 m2 7 Dukaten und 7 Groschen
Salz 1 kg 8 Groschen und 6 Kreuzer 

Der Aurazithpreis hält sich auf einem hohen Niveau. Während gewöhnliches Hirschleder keine besondere Kursänderung verbuchen kann, schießt der Preis für das gleiche Produkt in weisser Farbe hoch hinauf. Analysten machen den bekannten Gassenhauer "Der weisse Hirsch" für diese Entwicklung verantwortlich. Erste Viehhaltungseinrichtungen haben angekündigt, sich dem Markt anzupassen und eine Produktpalettenerweiterung durch Zuchtumstellung erreichen zu wollen. Experten sind der Meinung, die Chancen auf Erfolg dieser Maßnahme seien als eher gering zu bewerten. Der Salzumsatz hat mit einer argen Krise zu kämpfen. Durch den Erfolg der Betiser Zuckerbäckerei "Garibaldi und Medici" scheint der Appetit auf salzige Nahrungsmittel derart zurückgegangen zu sein, dass die Salzhändler nun mit großen Einbußen zu rechnen haben.

Bürger des Monats

In diesem Monat geht die Auszeichnung an den Bannkreuzler Valerianus, welcher vor kurzem in Betis eine wohl wegweisende Rede über die Bedeutung des ceridischen Glaubens hielt. Seine Rede, so die Jury, trage maßgeblich zu einem besseren Verständnis des ceridischen Glaubens bei und stärke damit Bestrebungen, ein gemeinsames Miteinander zwischen den Anhängern verschiedener Religionen möglich zu machen.

Gunst und Kunst 

Was die Heligonier am liebsten hören

1(1)  Sie könnten Giganten sein - "Am Ende der Tour"
2(-)   Drachenhainer Jagdchor - "Der weisse Hirsch"
3(2)  Wjelkin, der Lange - "Sven Herulfsson"
4(4)  Dozenten der Akademie der schönen Künste - "Das Beste von allem"
5(3)  Emaranseeflottenchor - "Meine Heimat, mein Ostarien"
6(8)  Harald Schönefonte - "Eiland im Sonnenschein"
7(-)   Emaranseeflottenchor mit Harald Schönefonte - "Die Natter schläft heut' Nacht"
8(7)  Jasmina Lopia - "Meine Liebe kostet nichts"
9(-)   Rebenhains Romantische Räuber - "Laß mich Deine Gugel sein für eine Nacht!"
10(-) Cestric van Kenn-Dallir - "Die Suche nach den Resonanzen"

Stadtgeschehen

Die warme Jahreszeit kommt! Und damit steigt auch das Verlangen nach Carajonischem Speiseeis. Derzeit werden überall in der Stadt die Verkaufsstände der Eisverkäufer aufgebaut, um den Betiser Bürgern wohlschmeckende Erfrischung feilbieten zu können.
In einem Freundschaftsspiel zwischen Sturm Betis und einer Auswahl der Lotsengilde gewann die Mannschaft von Ramon Maria Canonero mit 34-0. Ein befürchteter Streik der Lotsen als Antwort auf diese Schmach konnte dank einer zusätzlichen Autogrammstunde mit der bekannten Betiser Mannschaft, sozusagen zu Versöhnungszwecken, verhindert werden.

Ostarischer Ziegenhirt Ames Bund erreicht schwimmend Herzog Uriel II Atoll
Eine völlig hanebüchene und unglaubwürdige Abenteuergeschichte von sich gebend, ist ein ostarischer Zigenhirt in Begleitung seiner Ziege am 30. Tag des Saatmondes am Strand des Herzog-Uriel-II-Atolls aufgefunden worden. Vermutlich handelt es sich bei dem Mann entweder um einen Schiffbrüchigen oder um eine entlaufene (bzw. entschwommene) Geisel der in der Jolsee bekanntlich recht umtriebigen inner- und außerheligonischen Piratenschaft.

Daß der Mann, wie er behauptet, schwimmend die Insel erreicht hat, hält der Gouverneur des Krondepartements, Kapitän Jens-Hendrik Nilsson, für völlig ausgeschlossen. "Bei Xurls Harnschlag, da müßte einer schon Flossen haben wie ein Fisch, wenn er solche Taten vollbringen wollte!" gab der für seine ausgelassenen Festereien bekannte Vertreter des ostarischen Herzogshauses zu bedenken.

Wegweiser zur Erleuchtung

Endlich war er gekommen, der von vielen mit großer Spannung erwartete Versammlungstag der Edlen und Einflußreichen unter den Betiser Ceriden. Vincent Battista Corvese hatte eigens eine Fischlagerhalle räumen lassen, um einen Raum von genügender Größe bereitstellen zu können.
Vieles wurde vorgetragen und besprochen, eine der zahlreichen Reden hat uns aber besonders beeindruckt. Ein Bannkreuzler namens Valerianus hat über das Wesen des Ceridischen Glaubens gesprochen und uns manches begreiflich gemacht. Ich habe es einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß ich meine Schreibwerkzeuge dabei hatte, als diese denkwürdige Rede, die im Aufbau beinahe einer Predigt glich, gehalten wurde.
Valerianus hatte in der vorderen Reihe gestanden. Als sein Name aufgerufen wurde, stand er auf, ging zum Pult und begann ohne einleitende Worte, einen Text aus dem Hilarium vorzulesen.

"Im Buch der Frühen Tage, im ersten Lied, heißt es:

Am Beginn der Zeit vor der Zeit gab es in der Welt Felsen, Staub und Wüsteneien, denn sie sind ewig. Über ihnen aber schwebte der Geist des Namenlosen, denn auch er ist ewig.

Der Namenlose hob etwas von dem Fels auf, und etwas von dem Staub, etwas Lehm und etwas Sand. Daraus erschuf er die ersten Menschen, und er nannte sie Raël und Uron.

Der Namenlose tat etwas aus sich und verteilte es auf den Felsen, den Steinen und den Wüsteneien, wo es sich verband und zu allem Leben wurde, dem Leben aller Gewächse und dem Leben aller Tiere.
Und in seiner Gnade gab er es den Menschen, auf daß es sie nähre und umgebe. Dies war das erste Geschenk des Namenlosen an die Menschen.

Der Namenlose aber erhob seine Stimme und sprach. Und die Menschen verstanden seine Worte, denn sie allein sind durch seine Hände erschaffen worden. Und sie waren dankbar, denn sie erkannten, daß dies das zweite Geschenk des Namenlosen an sie war.

Der Namenlose erhob sich über die Welt. Er sah auf alles, was er geschaffen hatte und es gefiel ihm wohl. Die Menschen aber lobpreisten sein Werk und sangen zu seinem Andenken. Und der Namenlose erkannte, daß sie seine Kinder waren, und er hielt seine Hand über ihnen."

Valerianus machte eine Pause und schloß das Hilarium.

"Ihr Leute, diese Worte kennt ihr. Es sind die ersten und ältesten. Ich habe sie euch vorgelesen, weil sie in Messen oft gelesen werden. Ich habe sie aber auch vorgelesen, weil ich Euch etwas über ihre Bedeutung sagen will."

Er blickte interessiert in die Zuhörerschaft.

"Wer seid ihr? Man nennt euch Ceriden. Seid ihr darum anders als jene, die sich anders nennen? Sind wir Ceriden am Ende gar etwas Besonderes? Sollen wir versuchen, Macht über die anderen zu erlangen, weil wir Ceriden sind und sie nicht? Sollen wir die anderen bekehren? Uns damit unsere gerade erlangte Macht selbst wieder nehmen, indem wir machen, daß sie sind wie wir?
Oder ist es vielleicht der Wille des Einen, daß wir sie lassen, wie sie sind? Daß wir uns über sie ermächtigen, damit wir zum Vorteil unserer Religion handeln und so zum Instrument der rechten Sache werden? Ein hohes, göttliches Vorhaben, wiederum verhindert aber durch das königliche Gebot zur Religionstoleranz..."

Valerianus machte eine Pause.
"Lächerlich!", rief er.

"Die Bücher kennen die Antworten auf all diese Fragen. Aber ich will euch nicht vorschnell mit dem Staub der Schriften den Blick trüben. Unser Gott offenbart sich uns in der Schrift, aber genauso offenbart er sich auch in der Welt, denn sie ist von ihm gemacht und dient uns als Beispiel.
Seht euch um, ihr seid viele. Das stete Anwachsen der Ceridenschaft in Betis erfreut uns. Doch nicht alle von uns sind als Ceriden geboren. Viele sind übergetreten, und wir haben sie willkommen geheißen.
Wie sind sie nun von Fremden zu Kindern des Einen geworden? Durch ein Zeremoniell, abgehalten von einem meiner Zunftbrüder, einer Adoption gleich? Das muß ein interessantes Ritual sein! Wer es durchführt, hat große Macht, denn er kann einen beliebigen Fremden zur vom Einen auserwählten Person machen.
Aber ich habe noch eine weitere Frage. Eine, die mich wichtiger dünkt: Was war eigentlich vorher? Die Ungläubigen, wenn sie nicht Menschen wie wir wären, wie können sie durch eine simple Taufe dazu werden? Steckt dahinter am Ende Zauberei?"

Valerianus schmunzelte. Vereinzelt war Gelächter zu hören. Der Bannkreuzler deutete auf diejenigen, von denen es gekommen war, nickte ihnen zu und lachte mit. Dann fuhr er fort.

"Lacht ruhig, ihr Leute, ihr tut es mit Recht. Und ihr seht, es ist auch ohne die Schriften möglich, den rechten Schluß zu ziehen: Wir alle leben in der Abfolge von Raël und Uron, wir alle sind Kinder des Namenlosen, ob wir nun Ceriden sind oder nicht. Es mag unangenehm für mich sein, eine Geweihte der Saarka als Schwester anzusehen, doch ich muß es, weil es so ist. Und wenn ich mir dessen nicht sicher bin, kann ich es nachlesen, im Ersten Lied, der zweiten Strophe: Meine Religion gibt mir keine Macht über sie. Sie, die Ungläubige, die Saarkani, eine Frau. Sie ist wie ich.
Eine schwere Wahrheit, mag mancher sagen. Doch wer sie sieht, muß sie erkennen, denn was wäre er sonst anderes als ein Tor, der seine Augen verschließt vor der Welt?
Vielleicht wundert ihr euch nun und fragt: ‚Warum trägt er dann noch das Habit der Inquisition, wenn er sich hier selbst um Kopf und Kragen redet?'
Gebt mir eine Gelegenheit zur Antwort.
Wie ihr eingangs gehört habt, haben wir vom Namenlosen zwei Geschenke erhalten. Eigentlich sind es drei; das erste wird im Text nicht benannt. Und doch ist es etwas wichtiges, es ist unser Leben. Wir tun gut daran, es anzunehmen und nicht unbedacht zu gefährden, sei es unser eigenes oder das der anderen. Aber das wißt ihr, das brauche ich nicht zu erklären.
Ich spreche von den beiden anderen Geschenken. Es sind dies die Welt um uns herum und der Verstand, den wir in uns tragen. An beidem erfreuen wir uns jeden Tag, mehr oder weniger.
Wie ist das nun mit derlei Geschenken, ihr Leute? Wenn wir etwas bekommen, an dem wir uns erfreuen, dann halten wir es in Ehren, da stimmt ihr mir sicherlich zu. Und mit den Geschenken, die wir vor längster Zeit erhalten haben, verhält es sich nicht anders.
Die Poënageweihten sagen: Schützt die Bäume im Wald, das Gras unter euren Füßen, euer Leben und das eurer Kinder. Ich gebe ihnen recht, denn alles gehört uns nur, weil wir es dereinst geschenkt bekommen haben.
Bürger von Betis, ich erzähle euch von dem göttlichen Plan: Wir alle leben zusammen mit dem Einen im selben Haus, und jeder hat seinen Platz, sein Recht, seine Pflicht und seine Schuldigkeit. Der Balken über der Tür hat seine Stellung und seinen Sinn genauso wie die Samenkörner in der Kammer und die Ziege in ihrem Stall. Der Stallknecht hat Recht und Schuld genauso wie der Bauer. Und der Bauer, er ist gütig. Ihr Leute, hat einer von Euch jemals schon einmal beobachtet, wie ein göttlicher Blitz herniederfuhr, um einen zu strafen, der sich gegen unseren Gott vergangen hat?"

Valerianus sah sich interessiert um. Niemand sagte etwas. Nach einer kurzen Pause fuhr er fort:

"Von mir kann ich das nicht behaupten. Und ich habe auch noch nie von einem Menschen gehört, der ein solches beobachtet hat. Gestraft wird vom Bauern allenfalls der Fuchs, der von außerhalb der Gemeinschaft kommt und sich die Hühner holt, bevor ihre Zeit gekommen ist.
Ich selbst bin an diesem Fuchs sehr interessiert, doch man bekommt ihn nur selten zu sehen. Jahrzehnte habe ich damit zugebracht, herauszufinden, was von außerhalb kommt, was nicht von Menschen gemacht ist und nicht dem göttlichen Plan folgt. Weil ich diesen Plan erkenne, erkenne ich auch, was von ihm verschieden ist und von außen kommt. Das ist die Aufgabe, die mir zufällt.
Euch anderen kann ich sagen: Alle, die mit uns im Haus des Einen wohnen - also alle, die ich vorhin Menschen genannt habe! - alljene sind nicht der außenständige Fuchs, und sie können auch keine Hühner stehlen, denn sie wohnen mit uns auf dem Hof des Bauern. Nein, was von außerhalb kommt, ist anders, das könnt ihr mir glauben, ihr Bürger von Betis, denn ich habe es gesehen.
Zum Schluß wende ich mich an euch mit einer Bitte: Was immer ihr tut, ihr werdet es als Ceriden tun. Wenn ihr über andere Menschen urteilt, so bedenkt stets dies eine: Es spielt keine Rolle, wer sie sind. Es spielt eine Rolle, wer ihr seid, ich präzisiere: Wer wir sind. Unser Blick auf die Wahrheit sollte uns versöhnlich stimmen, denn die Wahrheit ist versöhnlich, was ihr Bild vom Menschen betrifft.
Bekleidet mit dem Habit der Inquisition stehe ich heute aus folgendem Grund vor euch: Ich bin, was ich bin und stehe für mich selbst - und an mir selbst werde ich dereinst gemessen werden. So verhält es sich auch mit euch, ihr Leute. Denn wie ich seid auch ihr Ceriden!"

Mit unbewegtem Gesicht schaute Valerianus in die Menge, drehte sich um und ging zurück zur vordersten Reihe der Zuhörer. Er füllte wieder die Lücke, die er dort hinterlassen hatte. Die Versammlungstag wurde fortgeführt.
 
 

Der Tanzbär

Die Resonanzen


Zu Betis war's auf 'nem Convent -
Man hatte wieder mal gepennt:
Ein wichtig Bild plötzlich verschwand
Vor allen Leuten - allerhand!
Die Wachen ließen niemand fort,
Durchsucht wurde der ganze Ort,
Vom Keller bis zum Dachgeschoß -
Ei, wie war das Chaos groß!

Und die Gelehrten, die suchen Resonanzen,
Anstatt im ganzen
Haus 'rumzutanzen.
Denn mit den eben erwähnten Resonanzen
Bringt man das Bild zurück, und zwar ganz flott!

Mit Kreide wird ein Tisch verziert -
Der Gastgeber laut lamentiert!
Die Resonanz man erst einfängt,
Per Spiegel zu 'ner Skala lenkt.
Es wird heftig philosophiert
Wie man sie denn interpretiert
Manch Zuhörer, der leicht pikiert
Hätt' sie am liebsten interniert!

Und die Gelehrten, die suchen Resonanzen,
Und nach vier Stunden
Ist's überwunden.
Man freut sich über die klaren Resonanzen,
Da öffnet sich die Tür: Hey Leute, wo bleibt ihr denn, wir haben die Bilder schon längst!

Und eine Holztür war verschlossen
Die Magier waren nicht verdrossen
Man zückte Bleistift und Papier:
"Ganz theoretisch krieg' ich dir!"
Mit einem Brummkreisel als Test
Stellt man die Resonanzen fest.
Hochwissenschaftlich war dann klar:
Der Holzwurm war schon vorher da!

Und die Gelehrten, die suchen Resonanzen,
Die Tür eintreten
Sie sich verbeten!
Mit theoretisch korrekten Resonanzen
Öffnet auch diese Tür - theoretisch!

Hat's also ein Gelehrter nun
Mit einem neu'n Problem zu tun
So wird es nicht nur anvisiert,
Sondern gleich generalisiert!
Ganz allgemein such man fürdem
Die Resonanz für das Problem;
Hat man die Resonanz erkannt
Ist jegliches Problem gebannt.

Und die Gelehrten, die suchen Resonanzen
Problematistisch,
Fast masochistisch!
Doch die allgemeine Such' nach Resonanzen
Ist zwar erstrebenswert, doch dauert's lang!

Zu Bette sind nun alle Gäste,
Doch die Gelehrten suchen feste
Nach irgendeiner Resonanz.
Nach welcher weiß keiner so ganz.
Um sich den Abend zu versüßen
Läßt man den Meth recht reichlich fließen;
Und die Gelehrten, die wir kennen,
Sollte man nun Gefüllte nennen!

Und die Gelehrten, die suchen Resonanzen
Am nächsten Morgen
Bleibt nicht verborgen
Sie fanden Nachts ein Paar von starken Resonanzen
Zwischen dem süßen Meth und dem Gehirn!
Cestric van Kenn-Dallir


Für Ostarien

Hoch lebe Herzog Angilbert,
der süße, kleine Fratz!
Er krabbelt schnell dem Throne zu,
mit Windeln und mit Latz.
Oma Walluma eilt herbei
und hält ihn auf geschwind.
Sie blickt ihm streng ins Angesicht:
"Erst mußt Du wachsen, Kind!"

Ich sitze hier und dichte,
weil ich das eben muß,
Erzwungenes Gelobe,
das ist mir kein Genuß.
Doch ihr, ihr müsst es lesen,
was mein Verdruß ersann:
So amüsiert sich jeder,
so gut er eben kann.

Schuldenbegleichung von Findabair U'Mad

Eine Frühlingsballade

Als die Mutter setzt das Kind
in den lauen Frühlingswind,
denkt sie sich :"Der wird schon brav
bleiben dort, so wie ein Schaf."
Und so lässt sie unbedacht
es nur ganz kurz unbewacht
Doch die Hirtin irrt sich sehr,
denn der Knabe schaut umher,
sucht nach einem Ausflugsziel,
wo er kann erleben viel.
Und so krabbelt unser Knab,
zu einem hölzern Baumesstab,
sieht an einem kurzen Zweig
Früchte, zum Verzehr bereit.
Und er streckt sich, bis er dann,
die Frucht in Händen halten kann.
Beißt genüsslich voller Wucht
in die runde Baumesfrucht ;
woraufhin der kleine Wicht
schmerzerfüllt zusammenbricht.
Als die Mutter schließlich sieht
was mit ihrem Sohn geschieht,
ist es leider schon zu spät ... 
   ...morgen man das Kind begräbt !

Die Moral, die ist dabei
und hier zu verkünden sei :
Gib nur immer stetig acht
was dein liebes Kind so macht !


Chronik vom Alles Umkrempeln in Drachenhain

1. Saarka 26: 
Baron Rodar von Jolbenstein verkündet: "Kein Tempel soll mehr höher sein wie der höchste Heliostempel". Daruf kommts zum Aufstand in Lindfurt, Trekloch (heute St. Aluin) und Askapur. Graf Waldemar teilt daraufhin Jolbenstein in eine ogedische Baronie, nämlich  Jolbenstein und drei ceridische Herrschaftsgebiete: Baronie Hochaskenstein und die Abteien St. Aluin und Lindfurt.

3. Saarka 28:
Dem Ogeden Lord Angus McPhee wird das Amt Schwertführer von Drachenhain genommen.

1. Helios 29: 
Die Baronie Hochaskenstein wird nach dem Verrat des Ceridenbarons Jagon von Hochaskenstein zur Abtei Hochaskenstein weiter hochceridisiert.

1. Xurl 29:
Der Ordensmarschall der Templer von Ankur, Hadebrand von Grauburg wird Schwertführer von Drachenhain. Fürst Waldemar zieht gegen Drachenberg, wo von Adveri-Anhängern besetzt ist.

1. Xurl 29:
Der Ceride Richard Godfrey von Streitberg wird Baron über Tagil, als Lord Angus McPhee das Land eine Zeit verlassen hat.

1. Saarka 29: 
Die Baronie Drachenberg wird zur Baronie Sengenberg, und vor allem zur Ballei der Templer von Ankur.

3. Saarka: 
Leomar von Drachenhain wird Schwertführer von Drachenhain. Kurz darauf stürzt er auf der Feste Drachentrutz in einem tiefen Schlaf.

1. Xurl 30: 
Wieder mal Angriff der Ödländer auf Kratorpolis und die Leomark. Die Leomarker fliehen. Die ceridische Bevölkerung kehrt wieder heim nach Tatzelfels, wo sie nun die Mehrheit ist. 

2. Helios 30: 
Baronin Syria von Drachenhain erhält 30.000 Dukaten für Forschungen und wird wieder in die ceridische Kirche aufgenommen. Die Ordensburg vom Orden vom Weißen Wasser wird in ein Kloster umgedreht.

2. Xurl 30:
Baron Krator von Rebenhain fällt im Kampf um Kratorpolis, natürlich heldenhaft. Neuer Baron wird Hadebrand von Grauburg und dazu wieder Schwertführer, da Leomar immer noch schläft.

1. Saarka 30: 
Baronin Josephina von Wolfenfeld werden Verbindungen zur bekannten Verbrecherin "Krähe" nachgewiesen, sagt man jedenfalls und sperrt sie auf ein Jagdschloß im Wolfenfelder Horst. Nachfolgerin wird ihre Ceridencousine Angahrad Elanor von Drachenhain.

1. Saarka 30: 
Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron zu Luchnar erfriert beim Arbeiten zum heligonischen Sternenhimmelbuch. Als Nachfolger nennt Fürst Waldemar seinen ceridischen Bruder Cederric von Hautzensteyn. Aus Protest wandern alle Luchner nach Flaitney aus.

1. Poena 30: 
Unruhen in Flaitney wegen zu viele Leute. Fürst Waldemar findet, dass Foranan McDonough wohl überfordert ist und macht Richard Godfrey von Streitberg zum Herrn über das ganze Hochland. Wegen Angst vor einem Angriff der Klankrieger macht er Croithnona zum Wehrkloster und besetzt es mit 500 Templer-Rittern.

2. Poena 30: 
Obwohl Wehrkloster lehnen sich die Hochländer unter Foranan McDonough und Vyslaine von Hautzensteyn auf. Graf Waldemar rafft aus allen Landesteilen Truppen zusammen und schlägt den Aufstand und alles nieder. Wegen Konspiration mit den Hochländern wird Jefferindell Karelia von Jolbenstein in Hochaskenstein eingekerkert. Jolbenstein wird zur Probstei ernannt. Zum Probst wird einer von der Betiser Familie Corvese

Jahreswechsel 30/31:
Der König entscheidet, dass Ein Fürst nicht das richtige für ein rein ceridische Gegend ist. Er  macht aus dem Fürstentum eine Kronklosterei und krönt sich zum ErtzAbtPrimus von Ceridenhain.

Ceridenet, wo irgendwo auch nix anderes will als alles umkrempeln
© Copyright Stefan Rampp, Inés &  Marc Hermann

Berichte von Arnulf Breuer, Anja Eckardt, Julia Fischer, Steffen Heiss, Henning Frank, Inés & Marc Hermann, Andreas Hils, Petra Jörns, Daniela Lochner, Simone Mehlinger, Benjamin Rampp,  Andreas Reicke, Andreas Riedlinger,  Stefan Schlott, Markus  Spree, Anna Ungureanu und Niki Winkler.