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Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im 1. Xurl n.A.III 30
Ausgabe 43

Stimme der Freiheit
Das Sprachrohr der freien Reichsstadt Quellstedt
Flüchtlinge aus Emarania suchen Asyl innerhalb der Quellstedter Stadtmauern
In den letzten Tagen nach der Eroberung Emaranias durch den Rebenhainer
Bauerntölpel Krator und der hinterhältigen Ermordung Baronin
Angharad Elanor durch jenen ist es zu einem verstärkten Flüchtlingsstrom
der Emaranischen Bevölkerung nach Quellstedt gekommen. Viele der Flüchtlinge
berichteten von Greueltaten der Rebenhainer Besatzungstruppen. So wurde
ein Kind vor den Augen der Mutter gevierteilt, weil sie sich den Soldaten
nicht hingab. Aus vielen Mündern der Emaranier wurde der Wunsch
geäußert, Teemon sollte doch wiederkehren und das Tier Krator
in den Staub werfen. Die Quellstedter Bürger ließen es sich
nehmen, spontan ihren Emaranischen Brüdern und Schwestern zu helfen.
Stolz konnte dem obersten Richter berichtet werden, daß kein Emaranier
die Nacht auf der Straße verbringen mußte. Jede Quellstedter
Familie nahm sich einer Emaranischen an.
Quellstedt macht mobil
Nach Eintreffen der Nachricht über den Einfall in Emarania und der
feigen Ermordung der Baronin rief der oberste Richter der Stadt Quellstedt
jeden Manne im Alter von 16 - 50 Jahren zu den Waffen auf. Er brauchte
auch garnicht lange auf das Ergebnis seines Aufrufes zu warten, denn schon
eine Stunde danach war der Marktplatz vor dem Rathaus mit Freiwilligen
überfüllt, darunter viele Veteranen aus der alten Teemooranischen
Armee. Auch viele Ältere und Frauen wollten diesem Aufruf folgen.
Gerührt über diese große Anteilnahme der Quellstedter Bevölkerung
für ihre Emaranischen Brüder und Schwestern mußte er ihnen
dies aber verwehren, da er sie für die Aufrechterhaltung der Ordnung
innerhalb der Stadt benötige, falls es zum Kampfe kommt.
Das Heer der Freiwilligen wurde in den nächsten Tagen noch durch
die männlichen Emaranier verstärkt, die darauf brennen, Rache
für den schändlichen Mord an ihrer Herrin zu nehmen.
In Solidarität zu den Emaraniern, ließ er das Quellstedter
Kriegsbanner neugestalten. Es beinhaltet nun neben dem Stadtwappen noch
die Emaranische Harfe und die Teemooranische Krähe.
Alle Freiwilligen konnten mit Waffen und Rüstungen ausgestattet
werden, die nach der Niederlage der Teemooranischen Arme in Quellstedt
versteckt wurden.
Abgesandter nach Escandra
Da Quellstedt eine Freie Reichsstadt ist und somit nur dem König untersteht,
entsandte der oberste Richter einen Boten nach Escandra um Bitte für
den Marschbefehl. "Auch wenn unser Blut wider der Schandtat kocht, so müssen
wir kühlen Kopf bewahren und auf eine Entscheidung des Königs
warten." Neben der Bitte für den Marschbefehl ersuchte der oberste
Richter noch den König Quellstedt bei der Versorgung der emaranischen
Bevölkerung zu unterstützen. "Wir mögen zwar eine wohlhabende
Stadt sein, doch können wir kein ganzes Volk ernähren. Unser
geliebter König wird sicher dafür sorgen, daß Ostarien
seiner Pflicht nachkommt und uns unterstützt, denn immerhin ist Emarania
noch ostarisch."

Königlicher Hofsekretär belehrt Quellstedt
Leicht verärgert kam Freiherr Oluf von Rothenbronn aus einer Besprechung
mit einem Quellstädter Abgesandten, der wegen der Emarania-Angelegenheit
in der Hauptstadt vorgesprochen hatte. Auf den Verlauf der Gespräche
hin befragt antwortete der Hofsekretär: Ich habe die Herrschaften
eindeutig darauf hingewiesen, daß es nicht ihre Aufgabe sei, sich
in die Angelegenheiten Ostariens einzumischen. Die Ostarier hätten
selbst schon alles notwendige in die Wege geleitet, um der Situation Herr
zu werden und verfügten auch über die notwendigen Mittel. Quellstedt
soll sich erst einmal um die eigenen Probleme, wie ihre unendliche Überbevölkerung
und das unsägliche Teemonistentum kümmern.
Weiterhin habe er Quellstedt darauf hin weisen müssen, daß
die unzulässigen Zusätze im Kriegsbanner "Teemoranische Krähe"
und "Emaranische Harfe" sofort zu entfernen seien, da es der Stadt nicht
zustünde diese bereits vergebenen Familienwappen zu tragen. Die Krähe
zudem schicke sich wirklich nicht, denn unter ihr sei in den vergangenen
Jahren viel zu viel Unrecht begangen worden.
Ärgerlich sei er geworden, als der Quellstedter Gesandte begonnen
habe herumzudiskutieren, aber das sei von einem Gesandten aus einer freien
Reichsstadt wohl nicht anders zu erwarten gewesen. Herr von Rothebronn
habe sich allerdings auf nichts eingelassen und den Boten weggeschickt,
der sich jetzt auf dem Weg zurück in seine Heimat befände.

Falsche Propaganda des Nachbarlandes
Den folgenden Artikel fand unser freier Redakteur Edewald Munterflug in
dem Hetzblatt "Telnaronsche Gerüchteküche". Hierin wurde das
Königreich Heligonia erneut aufs übelste verleumdet und die friedlichen
Absichten in den Schmutz gezogen.
Glücklicherweise konnte Baron Krator von Rebenhain, Botschafter
des Königreiches, auf dem Adelstag in Allerland die Anschuldigungen
bei Gesprächen mit dem Adel aus Allerland und Aturien aus der Welt
räumen.
Hier nun der originale Artikel:
"Heligonia rüstet auf ! Gefahr für Telnaron und Südhanse?
Escandra 31. 01. 1202
Laut offiziellen Angaben aus Heligonia werden die dortigen Truppen
massiv aufgerüstet. Sowohl die Seestreitkräfte, als auch die
Heligoni-schen Landstreitkräfte werden aufgestockt und auf den Kriegsfall
vorbereitet. Wie in der einer der letzten Ausgaben des Heliosboten berichtet
wurde, soll erst kürzlich die wohl größte Kriegsschiffsklasse,
die sogenannte Herzog Uriel Klasse vom Stapel gelaufen sein. Dies alles
stimmt sehr bedenklich, wenn man die Entwicklungen der letzten Jahre zwischen
Heligonia und Telnaron betrachtet. Es begann mit der Unrechtmäßigen
Besetzung und Annektierung des telnaronschen Handelsstützpunkts zwischen
Heligonia und Telnaron. Wochenlang belagerten Schlachtschiffe die in der
Bucht der Insel lagernde Handlesflotte, erst nach Entsendung von Telnaronschen
Kriegsschiffen konnte die Lage deeskaliert werden. Die Insel war jedoch
verloren. Später wurde Telnaron aufs schärfste verleumdet als
ein Adeliger in einer Rede behauptete Telnaron sei eine heligonische Strafkolonie!
Wenige Wochen später mußte der telnaronsche Botschafter aus
seiner Botschaft fliehen, nachdem der aufgestachelte Pöbel unter Schmährufen
versuchte die Botschaft zu stürmen. Das Verhältnis zu Heligonia
ist seither gespannt. Die Expansionspolitik Heligonias ist ungebremst,
wer mag wohl das nächst Opfer der Heligonier sein? Telnaron, die Südhanse?
Autor: Male Leumundius"
Telnaronsche Piraten in der Jolsee aufgebracht
Aus zuverlässiger Quelle erreichte die Redaktion des Helios-Boten
folgende Nachricht:
Ende 1. Helios 30 n.A.III
Ein Schiff namens "Goldener Falke" wurde in den Gewässern zwischen
den Wilden Landen und Heligonia von einem telnaronschen Piratenschiff angegriffen.
Die Piraten hatten versucht, unter falscher Flagge und einem fingierten
Hilferuf das neue aturianische Schiff möglichst nahe heranzulocken,
um es dann zu kapern. Der stark bewaffnete "Goldene Falke" habe jedoch
bis auf einige wenige Seeleute, die in einem unbeobachteten Moment im Gefecht
flüchten konnten, die skrupellosen Piraten festgesetzt, die in dem
tief im Wasser liegenden Schiff eine fette Beute vermuteten.
Letzte Meldung (Hornstein):
Drachengott Lokaj ist nach dem Blutvergießen der letzten Zeit zu
seinem Volk zurückgekehrt und hat eine seit über 1000 Jahren
vergessene Sitte wieder aufleben lassen, um seinem Volk den Frieden zu
bringen. An der Adelmühle ehelichte er die edelste Blume des Menschenvolkes,
die ehemalige Herzogin des Landes. Möge das frischvermählte Paar
uns bessere Zeiten bringen!

Geheimnisse und Ungeheuerlichkeiten in Rebenhain
Unter Auferbringung all seiner Kräfte brachte unser Heliosberichterstatter
Lorenz Lodengrün gar Ungeheuerliches in Erfahrung:
Bereits bei den Feierlichkeiten, die in Rebenhain anlässlich der
überstürzten Hochzeit zwischen Baron Krator von Rebenhain und
Samira von Silberlauf veranstaltet wurden stellte sich mir die Fragen,
woher die neue Baronin wohl stammt und wie es zu dieser überstürzten
und für alle doch sehr überraschenden Hochzeit gekommen war.
Unsere Leser mag es interessieren, dass in Rebenhain niemand eine Antwort
auf diese Fragen geben konnte oder wollte.
Unter Auferbietung aller meiner Kräfte und einiger Flaschen Rebenhainer
Traubenblut gelang es mir einen recht vergnüglichen und auch gesprächigen
Abend mit einer Magd aus dem Dienste derer von Rebenhain zu verbringen.
Die Neuigkeiten, die mir dabei zu Ohren kamen waren geradezu ungeheuerlich:
Die Baronin ist kein Mensch, sondern eine Elbin! Die Magd schwor bei Helios,
die spitzen Ohren ganz deutlich und mehrmals gesehen zu haben.
Woher kommt Samira von Silberlauf? Wie konnte es geschehen, dass Baron
Krator von Rebenhain Hals über Kopf eine Elbin heiratete? Es ist zu
befürchten, dass vielleicht Magie im Spiele war um dem Baron die Sinne
zu rauben und ihn zu einer solchen Tat zu bringen. Steht Krator von Rebenhain
unter einem Bann ? Was wird passieren, wenn am 23. Tag des zweiten Xurl
diese Heirat ein Jahr und einen Tag zurückliegt? Wollen die Elben
unser Land übernehmen?
Doch nicht genug der Ungeheuerlichkeiten: Es ist gewiss, dass in den
letzten Wochen der Verbrauch an gesalzenem Fisch und Betiser Zuckergebäck
im Stadtpalast deutlich zugenommen hat. Die Kunde, dass die Baronin von
Rebenhain ein Kind erwartet ist in Pogelsweiler in aller Munde.
Neue Unruhen in Sengenberg?
Händler und Krämersleut, die in den letzten Monden Väterchen
Brazach befuhren, wussten in den Schenken und Kaschemmen der Stadt Triburk
(ehedem ja Windenbork) einhellig von recht deutlichen Anzeichen kriegerischer
Auseinandersetzungen am sengernberger Festland zu berichten. So hatte man
schon vom Schiff aus und mit dem bloßen Auge zahlreiche Rauchschwaden
ausgemacht und in der Nacht sogar eindeutig Brandherde gesehen. Mehr noch,
fische man hin und wieder stocksteife Leichname aus dem kalten Flusse,
die zwar durch Schwerthiebe entsetzlich entstellt, aber eindeutig, zum
einen der einfachen sengenberger Landbevölkerung, aber auch anhand
der schwarz-gelben Wämser, den Soldaten der noch jungen Ballei zuzuordnen
waren. Hilfsangeboten zeigten sich die Mannen des Drachenhainer Templerbarons
Wentorius von Waldhort wohl sehr ablehnend. So wurde hartnäckigeren
Beobachtern, wie beispielsweise dem Ferkelhändler, Bärtebergs
Kolan, der mit seinen braven Mannen eilends im Hafen des Städtchens
Dohlenhaus einlaufen wollte, dieses Vorhaben gar vehement verwehrt: "...Pah!
Was sie mir sagten, fragt Ihr? Eine Einmischung in sengenberger Belange
durch Dritte sei nicht von Nöten, lies mich dieser stopplige Inspector
wissen. Also bin ich eben weiter, wobei ich schwören könnte,
dass da eine erbärmlich um Hilfe geschrieen hat!..." Auch über
den "Lichthof", also der triburker Stadtburg, ist nicht wesentlich mehr
in Erfahrung zu bringen, beantwortete man in der Canzley unser letztmaliges
Schreiben doch mit den folgenden Worten: "Ja, in letzter Zeit war es zu
kleineren rebellischen Umtrieben gekommen, die aber Baron Wentorius mittels
gestrenger Hand rasch einzudämmen wusste... Also keinerlei Grund in
übertriebene Erregung oder Besorgnis zu verfallen!"
Hier, in Triburk selbst, ist von all diesen Geschehnissen - freilich
bis auf die nach wie vor hohe Truppenpräsenz - nichts zu spüren
und wie geschildert und zu meinem Ärgernis auch nichts zu erfahren.
Denn es mutet doch wahrlich seltsam an, dass es uns freien Beamteten auch
weiterhin nicht gestattet sein soll die Stadttore zu durchschreiten, um
das Umland, oder andere Städte der Ballei, zu bereisen, wo laut Canzley
doch alles in bester Ordnung sein soll!
Fasshauers Vernauk, freier Botenberichterstatter
aus Triburk, Ballei Sengenberg, im 2. Helios n.A.III 30
Ernste Unterredung auf der Drachentrutz - Baron Krator von Rebenhain wird
für sein Fehl zur Rede gestellt
Ungewöhnliche Stille beherrschte die Drachentrutz, als Baron Krator
am 15. Tag des 1. Helios nun zum insgesamt zweiten Male auf strenges Geheiß
des Fürsten auf die Feste zitiert wurde. Wahrlich tief erschüttert
zeigten sich die Menschen der Feste nach dem tragischem Ausgang der Fehde
zwischen Rebenhain und Emarania (der Helios-Bote berichtete), so dass ganz
im Gegensatz zu der erblühenden Natur ringsum, die Anlage des Landesherren
von Drachenhain grau, dunkel und klamm erschien. Gänzlich gegen die
Gewohnheit war hier zum eben begangenen Jahresbeginn auf jeglichen Zierrat,
wie Blumen oder gefärbte Wimpel, verzichtet worden. Die Menschen schauten
recht düster drein, nur wenige hatten im Vorbeigehen für den
noblen Neuankömmling und seine Begleitung ein freundliches Wort oder
nur eine Verbeugung übrig - auf Mensch und Festungsanlagen schien
wahrhaftig eine bleierne Schwere zu liegen, alles war allein auf Arbeit
und Zweckmäßigkeit beschränkt, Frohsinn in weiter Ferne.
Im Zentrum des Burgplatzes thronte erhaben die Richilesruhkapelle, aus
deren weit geöffneten Toren Gebete und klagende Stimmen das große
Rund vollkommen ausfüllten. Denn im kalten Altarraume lag aufgebahrt
Baronin Angharad Elanor von Emarania, Ziehtochter des Fürsten und
einziger Spross seiner Durchlaucht besten Freundes, Baron Winfried, die
leider durch die unselige Hand des Barons von Rebenhain allzu früh
den Tod fand. Ein Drachenhainer Kämpe, vollgerüstet und im schwarz-gelben
Rock hielt die Ehrenwacht, die Lanze im festen Griff. Im gemächlichen
Trab und mit gesenkten Häuptern durchquerte die Schar Rebenhainer,
mit Baron Krator an ihrer Spitze, die Feste auf die Innere Burg zu, wo
die Gefolgschaft seiner Hochwohlgeboren zur Verköstigung in einen
Küchensaal, der Baron selbst aber in das Fürstlichen Jagdzimmer
geleitet wurde, wo Fürst, und dem Vernehmen nach auch Baron Koldewaiht
zu Luchnar, warteten...
...Was sich jedoch im Genauen hinter verschlossener Türe zwischen
Fürst Waldemar und Baron Krator abspielte und welche geharnischten
Worte gewählt wurden, vermag ich nicht zu berichtet, jedoch darf gesagt
werden, dass seine Hochwohlgeboren, Baron Krator, binnen kurzen und mit
erstarrter Miene die Feste verließ, um im Galoppe gen Rebenhain zu
preschen. Auch aus welchem Grunde Baron Koldewaiht von Hautzensteyn Zeuge
der Unterredung gewesen war, entzieht sich meiner Kenntnis.
Bruder Pankraz von der Drachentrutz, im Mond der Erleuchtung
Dem Einen sei Dank -erste ceridische Kirche im Hochland!
Wahrlich der Segen des Einen ist über Gaeltacht gekommen, seitdem
nunmehr zwölf Mondläufen, die Baron Richard Godfrey von Streitberg
über Gaeltacht herrscht.
Zu seinem "einjährigen" läst der Baron eine Andachtsstätte
zu Ehren des Einen errichten. Dies verkündete er bei der letzten Clanratssitzung
die zur Sommersonnenwende in Tairngire stattfand. Dabei stieß er
auf große Kritik bei den Clanältesten und vor allem bei seinen
ogedischen Schwestern. Vor allem die Saarkani Siirie widersprach ihrem
Bruder lautstark. Cailleen, Freifrau von Volksstein und älteste der
drei Schwestern gab zu Bedenken, dass diese Aktion die nachbarschaftlichen
Beziehungen zum restlichen Hochland sehr gefährden könnte.
Es kam, wie es kommen musste, der Rat verfiel in einen heftigen Streit.
Der Hochlandbaron Richard begründete sein Vorhaben, mit Religionsfreiheit,
da er ja auch jegliche ogedische Feste duldete und sogar an einigen still
zuschaute.
Ein anderes Argument seinerseits war, dass sich auch Ceriden unter
den neuen Siedler befänden, und auch diesen Menschen und ihm eine
Gebetsstätte zustehe.
Nur vier der sieben gaeltachter Clans stimmten schließlich murrend
dem Bau einer kleinen Kapelle am Rande von Tairngire zu. Die Saarkani Siirie
erlebte dies schon gar nicht mehr mit, da sie wütend über den
Bau der Kapelle aus der Ratshalle stürmte.
Kurze Zeit später sah man sie auf einem schnellen Ross gen Osten
reiten.
Das Abstimmungsergebnis über den Bau der Gebetsstätte sah
also folgendermaßen aus:
| Clan Godfrey |
Richard Godfrey von Streitberg, Baron zu Gaeltacht |
Zustimmung |
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Caileen Godfrey, Freifrau von Volksstein |
Ablehnung |
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Siire Godfrey, Freifrau von Etain, Tochter der Saarka |
Nicht mehr anwesend |
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Eilain Godfrey,
Freifrau von Föhrengrund |
Enthaltung |
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| Clan Mc Phee |
Dick Mc Phee |
Ablehnung |
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Roinel Mc Phee, Sohn des Helios |
Ablehnung |
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| Clan Mc Eicoyd |
Eilned Mc Eicoyd |
Zustimmung ,unter der Voraussetzung, dass weiterhin ogedische Feste
und das ogendische Leben erlaubt sind. |
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| Clan Mc Aaron |
Holm Mc Aaron Sen. |
Ablehung |
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Holm Mc Aaron Jun. |
Zustimmung |
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| Clan Mc Caylor |
Hugh Mc Caylor |
Enthaltung |
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| Clan Mc Grath |
Patrick Mc Grath |
Zustimmung, unter der Voraussetzung, dass weiterhin ogedische Feste
und das ogendische Leben erlaubt sind. |
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| Clan Mc Pipe |
Gilrain Mc Grath |
Zustimmung |
Somit folgendes Ergebins:
- Zustimmung 5 Stimmen
- Ablehnung 4 Stimmen
- Enthaltung 1 Stimme
Kurz danach trafen die ersten Baumittel in Tairngire ein. Der Standpunkt
der kleinen Kirche wurde auf den Süden der Stadt festgelegt und befindet
sich nahe dem Stadttor, das gen Drachentrutz liegt, auf das sich der Fürst
daran erfreue, wenn er in die Stadt zieht. Denn er soll auch einer der
Geldgeber für dieses Vorhaben gewesen sein.
Die Zeitspanne des Bau wurde auf zwei Jahre festgelegt, den Grundstein
setzte der Baron selbst.
Luchnische Hilfe für die Hochländer Gaeltachts
Seit der Mittsommerzeit beginnen einzelne Gruppen von Luchnern mit Hilfsgütern
und kleinen Herden nach Gaeltacht zu reisen, einerseits in abgelegenere,
strukturschwache Gegenden, andererseits zu den Clansführern und zu
Caileen, Siirie und Eilain von Streitberg.
Sie wollen sich offenbar nicht ansiedeln, sondern leisten tätige
Hilfe und kommen sowohl auf Wunsch von Baron Koldewaiht von Hautzensteyn
als auch aus eigenem Antrieb. Die bekanntesten der Luchner sind Vyslaine
von Hautzensteyn, Llevin MadRuadh und Connor Baddan MadGlas. Es sind auch
einige Sagai dabei, luchnische Ogedengeweihte, die einerseits ihre religiösen
Aufgaben erfüllen, andererseits ebenfalls überall Hand anlegen,
wo es not tut.
Es scheint allerdings, dass die Helfer nicht wegen, sondern trotz des
Aufrufs von Baron Richard ins Land gekommen sind. Wenn auch die Verbundenheit
mit den hochländischen Nachbarn keinesfalls getrübt scheint,
herrscht blankes Unverständnis, wie man sich von einem Ceriden regieren
lassen kann. Zudem wird Schaden für das Land befürchtet.
Mahmuds Rat für schlechte Lebenslagen:
Findschdu Rege, Schnee un' Kälte fad, kommsch zu uns nach Darian
grad!

Liolyn Mad'Uaine von Soilach von Poena gesegnet
Vor mehr als einem Vierteljahrhundert verliebten sich zwei Vogtssöhne
Luchnars, Gisrod von Soilach und Eylhardt von Esclarmond in die gleiche
Frau, Liolyn MadUaine. Die junge Luchni ließ sich das Werben der
beiden gefallen und entschied sich damals für den stillen, langweilig
wirkenden Gisrod und gegen den fröhlichen, lebenslustigen Eylhardt
- zu dessen großer Überraschung. Überrascht, ja erzürnt
waren aber auch die MadUaine. Die Ehe galt als Skandal und Liolyn verlor
alle Rechte bei den MadUaine. Trotz einer inzwischen eingegangenen Lebensehe
blieb die Verbindung aber kinderlos und dies wurde allgemein als Zeichen
dafür gesehen, dass die Verbindung unter keinem guten Stern steht
und von den Göttern nicht gewünscht wird.
Nach 24 Jahren Ehe ist Liolyn jetzt im Alter von 46 Jahren von Poena
erstmals gesegnet. Die Poena-Sagai Soilachs überwachen aufmerksam
die Schwangerschaft, da eine Niederkunft in diesem Alter eine große
Gefahr für das Leben der Mutter darstellt.
Nicht zu vergessen ist die politische Dimension der Schwangerschaft.
Die Erb-Nachfolge in Soilach schien ungeklärt und unter den Clans
wurde das bereits als Anlaß genommen, inoffiziell über die Notwendigkeit
des Junkertums zu spekulieren, wie das Vogtwesen spotthaft genannt wird.
Die Vögte pochen auf ihre alten Rechte, die in den letzten Jahren
zunehmend aufgeweicht wurden - ein Konflikt, der zunehmende Aktualität
gewinnt und bald offen ausbrechen könnte.
Utzgan und weitere Bildung fürs Volk!
Baronin Jefferindell Karelia von Jolbenstein gab kund, ihre Hochwohlgeboren
gedenke den ehemals hochaskensteiner Dörfern Trutzwall und Torfmähren
und dem bis dato recht wenig erschlossenen Dorfe Moorfalden, städtische
Lebensqualität zu verleihen. Dem dortigen Nachwuchs solle eine Schule
errichtet werden! Fächer wie Vieh-, Weide-, und Landeskunde erzielten
bereits in Jolbenstein wirtschaftliche Erfolge. Des weiteren sei, zur Zerstreuung
des Volkes, ein neues Utzganfelde zu errichten. Dies solle ein weitere
Brücke für einen gemeinsamen Wege werden. Zur feierlichen Einweihung
möge im ersten Xurlmond ein großes Utzgan-Turnei stattfinden,
zu welchem sämtliche Jolbensteiner und Hochaskensteiner Mannschaften
geladen seien.
"Fürstentum Drachenhain, das sind deine Herrscher!"
Auch in dieser Ausgabe des Herolds, wollen wir einen regierenden Vasallen
seiner Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain, der breiten heligonischen
Öffentlichkeit vorstellig machen.
Nach Bischof Ceridian Aegidio, soll nun Abt Ditonius von Lindfurt folgen.
Bruder Pankraz von der Drachentrutz, ferner Schillwunk Radeweyd
Part II.:
Abt
Ditonius von Lindfurt
Ditonius, Abt von Lindfurt ist als Alton von Fichtenhau der zweitgeborene
Sohn von fünf Kindern. Seine Eltern Gieselmut und Anrika vom Fichtenhau,
sind eine der edlen Lindfurter Familien, die unter anderem schon immer
am Stadtgeschehen mitgewirkte.
Mit
zehn Jahren schickte ihn die Familie in das Pretorianer Kloster Richilesruh
auf der Feste Drachentrutz, um ihm eine umfassende Ausbildung zu ermöglichen.
Damals war auch einer seiner Lehrer Ceridian Aegidio, der in ihn große
Hoffnungen setzte. Als er 15 war, verstarb sein älterer Bruder, und
er sollte die Nachfolge als Erbe antreten. Er beendete noch die Lehrzeit
im Kloster und ging mit 17 Jahren zurück zu seiner Familie, und erlernte
den Handel und das Ratsgeschehen der Stadt, um später den Sitz der
von Fichtenhau im Rat zu übernehmen. Er lernte Anwara kennen, die
Tochter der Edlen von Hagenrich ebenfalls aus der Stadt Lindfurt. Kurz
bevor sie sich verloben wollten, starb Altons Mutter an einem Herzschlag.
Tief getroffen, löste er die zarte Bande zwischen ihm und Anwara.
Als Bruder Ditonius betrat er die Pretorius Abtei in der Baronie Buchenfels
in Ostarien. Cheridian Aegidio selbst bat den Abt in Buchenfels, ihn
im Auge zu behalten, dem jungen Mann von dem er so viel hielt. Eine schlichte
Kutte wie sie den Pretorianern eigen ist, kannte er schon damals nicht,
so wurde er sehr schnell als Pfau des Klosters tituliert. Ihm die Entsagung
allen Materiellen zu lehren, und ihm die Möglichkeit zu geben sich
zu bewähren, schickten sie ihn in die nördlichsten Gebiete Heligonias
als einfachen Missionar. Hier konnte er das Wirken der heiligen Inquisition
sehen. Die Ausmerzung alles Anzweifelbaren ließ ihn zum tiefen Gegner
werden. Mit 24 Jahren wurde Ditonius Priester und bekam den Auftrag im
Norden Ostariens eine neue Gemeinde zu Gründen. Vor sechs Jahren wurde
er in die Pretorius Abtei zurück gerufen, und auf den Vorschlag von
Ceridian Aegidio zum Prior der Abtei in Jolbruck ernannt. Schon zu dieser
Zeit hatte er manche Stimme gegen sich, denn seine stets liberale und offene
Haltung in Glaubensfragen war vielen ein Dorn im Auge. Als Prior wählte
er statt der Schlichten Pretorianerkutte die Verzierte aus gutem Tuch,
sein Lebenswandel war demütig, aber nicht so bescheiden, wie es viele
in seinem Orden gerne gesehen hätten. Einen Freund fand er im Prior
Lupus aus Lindfurt, der in vielem ähnlich dachte wie Ditonius. Prior
Lupus war aber nicht der einzige Grund weswegen er gerne nach Lindfurt
kam, der Stadt seiner Heimat. Das Band zu Anwara von Hagenrich war nicht
abgerissen, und so besuchte er sie wann immer er in der Stadt war.
Durch den Jolbrucker Markttagkrieg wurde die Baronie Jolbenstein geteilt.
St.Aluin, Hochaskenstein und Lindfurt wurden eigenständig. Fürst
Waldemar brauchte für die schwierige Aufgabe, die verfehdeten Lindfurter
zu Einigen einen Mann der Kirche, mit weltlichem Geschick eine Handelsstadt
und die Ländereien zu führen. Wieder war es Ceridian Aegidio,
der Fürst Waldemar von Drachenhain von dem Jungen tatkräftigen
Mann berichtete. So fiel die Entscheidung auf ihn, weil er als Linfurter
nicht nur die Problematiken des eigentlich reichen Landesteils kennt, sondern
auch deren Verursacher für die andauernde Misswirtschaft. So fiel
die Wahl auf ihn, er wurde als Abt von Lindfurt eingesetzt.
Abt Ditonius beauftragte während der Anfangszeit seinen Freund
und Vertreter Prior Lupus an den Geschehnissen in und außerhalb der
Abtei Lindfurt für ihn einzutreten. Grundlegend änderte er die
Struktur seiner Abtei. Die verstrittenen Stadtfamilien im Stadtrat entmachtete
er, um Bestechungen und Beschlussunfähigkeit Einhalt zu Gebieten.
Er bezog die Kammern des Handwerks mit ein und besetzte 8 von 25 Sitze
an Männer der Kirche. Den Dombau trieb er unermüdlich fort, und
die Hafenanlagen ließ er verbessern. Eine Kapelle am Hafen ließ
er errichten, um jedem Matrosen, Andacht während des kurzen Landgangs
zu ermöglichen. Die Hohen Familien der Stadt Lindfurt, wie die Großgrundbesitzer
auf dem Land mahnte er zu dem Einen gefälligen Verhalten gegenüber
den Pachtbauern und Untergebenen. Um die Gemeinden auf dem nassen Land
am Brazach vor verfaulender Ernte zu bewahren, ließ er Flachssaat
verteilen, die Pflanze des Leinen. Armen- und Baderhäuser zur Speisung
und Wundversorgung sowie Schulen für die alten Handwerkskünste,
der Tuch und Stoffveredelung, und der Reet und Weidenflechtkunst richtete
er ein. Die Preistreiberei stellte er durch eine Sonderabgabe ein. Schließlich
brachten die neuen Wege in der Herstellung und Verarbeitung der Landesprodukte
den Handel und das Leben wieder in Gang.
Als vor einem Jahr Prior Lupus ermordet wurde, verlor er nicht nur
einen Stellvertreter und treuen Freund, sondern auch einen Mann, der hinter
ihm stand. Von Mitbrüdern, den Pretorianern, die ihn schon lange als
reichen, dem Pomp huldigenden Cheriden sahen, bekam er heftige Worte zu
hören. Auch die Ausschließung aus dem Orden wurde von einem
Prior gefordert. So musste er im vergangenen Jahr selbst beim Bischof vorstellig
werden. Nur seinen strengen Glaubensansichten verdankt er es, dass er nicht
aus dem Orden entlassen wurde. So vermittelnd er in Glaubensfragen ist,
so kompromisslos ist er Ansicht zu Arcanem und der Magie.
"Der Eine ist der Schöpfer überhaupt, und hat den Menschen
erwählt. Seit dem Fall muss sich das Menschengeschlecht seiner würdig
erweisen. Die Liebe des Einen ist aber grenzenlos zu denen, die Ihn
lieben und preisen. Ihm sind seine Kinder gleich, ob Bettler oder Edelmann,
Priester oder Bauer. Der eine hält entweder seine schützende
Hand über dich, oder Er verwehrt sie dir, auf das du wieder auf den
Weg des Einen findest. Dem Einen zu Dienen, bedeutet nicht, dich selbst
zu kasteien, sondern deine Seele und Geist dem Einen zu öffnen. Der
Eine sieht dir stets ins Herz, und erkennt deine Liebe zu Ihm. Die Liebe
des Einen ist uns gewiss, sofern wir Ihn lieben und Ehren, jeder auf seine
Weise. Denn nicht nur die Tat ist dem Einen gefällig, sondern auch
die Liebe darin. Denn die Form der Regel kann die Verehrungen und Liebesbezeugungen
hohl erscheinen lassen. Doch preise Ihn nicht des Preisens willen, sondern
seiner selbst willen. Wird die Liebe, die Verehrung und das Gebet Selbstzweck,
begeben wir uns auf einen falschen Pfad, an dessen Ende uns die Lichtlosigkeit
erwartet. Doch vor falschen Wegen müssen wir uns hüten. Der Eine
selbst stellt uns die Prüfung, doch der Daimon legt die Falle aus.
Deshalb müssen wir diesen, und alles von ihm kommende von uns weisen.
Verfolgen wir aber dieses, handeln wir nicht dem Einen gefällig, den
der Daimon versteckt sich in der Hölle selbst. Und eilen wir, ihn
zu fassen und auszumerzen, befinden wir uns bereits in des Daimons Reich.
Ihn aber zu besiegen ist keines anderen Aufgabe als die des Einen."
In den nächsten Monden wird Abt Ditonius ein neuer Prior zur Seite
gestellt. Nicht nur die Führung der Abtei Lindfurt und die Position
als Abt nimmt ihn sehr in Anspruch, sondern die zusätzliche Leitung
der Abtei in der Stadt Lindfurt hat er sich aufgebürdet. In seltenen
Stunden, in denen er einmal nicht bei seinen Aufgaben sitzt, oder zum Einen
betet, sieht man ihn an dem Hafen Lindfurts, oder in den nahegelegenen
Auen der Stadt mit Freunden, oder Anwara von Hagenrich.
An die hochgeschätzten Damen und Herren des Helios-Boten,
nicht zuletzt ist es Uns dieser Tage sehr wichtig, der heligonischen Öffentlichkeit
- insbesondere der Drachenhains - über Unser Befinden und Unsere weiteren
Pläne Auskunft zu geben. Lange überlegten Wir, welche Form hierfür
wohl die geeignetste wäre. Schließlich befanden Wir das Offenlegen
eines kürzlich entsandten Brief, als am günstigsten.
Der damalige Empfänger soll hier selbstredend ungenannt bleiben.
Ferner hoffen Wir inständig, dass er Uns diese "Zweckentfremdung"
nachsehen wird, schließlich dient dieses Vorgehen einem höheren
Zwecke!
Die Vier mit uns allen,
Prinz Leomar von Drachenhain,
zu Tabruk, im Helios
Tabruk, am 5. Tag des I. Helios n.A.III 30
An (...)
Lieber Freund,
Dank für Deinen Brief. Deine harschen Worte machen mich zum einen
froh, denn sie beweisen mir Dein Interesse an meiner Person und dem Geschehenen
der letzten Monde. (...)
Andererseits macht mich Dein Schreiben aber auch traurig, spüre
ich mich doch gerade von Dir reichlich missverstanden. Wahrlich bin ich
mir mehr als bewusst, dass für meine und Baron Krators Sache unzählige
brave Menschen den Tod fanden, gar zu Krüppeln wurden, oder ob der
Grausamkeiten stark an der Seele erkrankten, dessen kannst Du gewiss sein!
Wenn ich mir jedoch, wie von Dir geraten, das Banner der Leomark ansehe,
dann schaue ich mitnichten ein löchriges, zerlumptes Symbol des Versagens.
Nein, ganz im Gegenteil erkenne ich die prächtige Standarte unbeugsamer
und tapferer Heligonier wider seine Feinde, und außerdem sehe ich
mein Schuldpfand, das ich noch einzulösen habe! Handelte ich anders,
würde ich die gefallenen Kameraden verraten, würde ich den endgültigen
Sieg der Ödländer über uns erklärt! Gerade die Tatsache,
dass ich an jenem Zug - aufgrund des Nebels - nicht teilhaben durfte, macht
meinen Rückstand an jenem geleisteten Blutzoll noch größer!
Ja, ich will die Siedlung, die einst Xurl-Saleenia war, wiederaufbauen,
und falls es soweit kommt, den ödländischen Händen entreißen.
Inzwischen hat sich der Rauch über den Ruinen der Leomark verzogen,
es wird wahrlich Zeit für mich, meinen schuldigen Teil zu erstatten,
damit das Land dort nicht untergehe und damit es meinen geflüchteten
Untertanen wieder einmal eine Heimstatt bietet. Ich weiß, dass ich
mir mit meiner Hartnäckigkeit keine Freunde machen werde - Deine Stimme
habe ich dazu bereits gehört - aber ich kann und ich will mich vor
meiner Verantwortung nicht entziehen! Dir mag es pathetisch und schwülstig
vorkommen, aber als ich das Banner der Leomark in den Händen hielt,
schwor ich mir, dass all die armen, braven Mägde und Mannen nicht
umsonst gestorben sein dürfen - ich würde ihrer spotten, täte
ich das Land im Norden fahren lassen!
Inzwischen ist - der Götter Dank - auch meine Gesundheit vollständig
wiederhergestellt, ich fühle mich vor Kraft so strotzend und so voller
Tatendrang, wie noch nie in meinem Leben. Seitdem wir uns am Adelstage
sahen, habe ich durch meine Züge gegen die darianischen Schmuggler
an der Tlamanischen Grenze, recht viel Reichtümer gewonnen, denn wie
die Gesetzte dort besagen, darf der Jäger das Erbeutete behalten.
So dass ich bald imstande sein werde, meine Pläne allein in die Tat
umzusetzen...
Mein ernstliches und endgültiges Ziel - wir sprachen beim Adelstag
darüber - habe ich jedoch nicht aus dem Auge verloren. Ganz im Gegenteil,
scheint mir der Rückgewinn und Wiederaufbau der Leomark, ein wichtiger
Schritt in Richtung Fürstenthron zu sein!
(...)
Dein Leomar
Weihrauch im KreuzFeuer
Das hat Heligonia noch nicht gesehen - Ceriden, die ihre eigenen Güter
in Flammen setzen! Den überaus fähigen Mannen von Baronin Jefferindell
Karelia von Jolbenstein ist es durch rückwirkende Forschungen gelungen,
einen Skandal aufzudecken.
Am Anfang standen mehrere Jolbrucker Edle und gar die OfH unter Verdacht.
Doch was aufgedeckt wurde, sollte über religiöse Missgunst weit
hinausgehen.
Einer unbekannt bleibenden Quelle nachgehend, entdeckten Jolbrucker
Wachgardisten unter der Führung von Vogt Valadur Hengist im Hafen
der Stadt in einem verlassenen Bootshaus ein, um Abt Erlind von Hochaskenstein
zu zitieren, "von Daimon beeinflusstes Nest". Unter den im Hauptraum gefundenen
Dingen fanden sich Weihrauchspuren und einige Papyrosrollen, die Belastendes
innehielten; Hinweise auf den Täter und den Grund ihrer Tat. Offenbar
wurde der Anschlag von intoleranten Ceriden verübt, die das ohnehin
angespannte Verhältnis zwischen Ceriden und Ogeden im südlichen
Drachenhain weiter zerrütten wollten, indem sie versuchten, den Ogeden
Jolbensteins die Schuld in die Schnabelschuhe zu schieben. Abt Erlind von
Hochaskenstein und Baronin Jefferindell Karelia von Jolbenstein empörten
sich ob der Tat und waren sich einig: Falls hinter dem Frevel eine ganze
Organisation stünde, sei diese genau so zu verabscheuen wie die OfH.
Abt Erlind entschuldigte sich bei der Baronin für seine Glaubensgenossen
und geißelte die Handlungen als höchst unceridisch.
Nere Bachkiesel, unabhängiges Blatt Quintett, Jolbruck
Die Abtei Lindfurt gibt gekannt:
Ditonius Abt von Lindfurt und die Edle Anwara von Hagenrich
haben sich am
Hilariustag, den 15.Reifemond im Jahr 93 nach der Erleuchtung
das Eheversprechen gegeben.
Die Trauung fand in der Hauskapelle nur im engsten Vertrautenkreis statt.
Pater Randelfried des Klosters Lindfurt hat die Trauung vollzogen.
Möge der Eine seine schützende Hand über diesen Bund
halten.
Sandbart Redborn, Schreiber der Abtei Lindfurt

Höret, höret:
Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu
wissen:
Primo: Die Hochschule zu Jolbruck, "Academica Elionera" soll nach dem
Willen seiner Durchlaucht binnen kurzen einer weitreichenden Reform unterzogen
werden. Gespräche hierzu werden mit Baronin Jefferindel Karelia von
Jolbenstein und Truchseß Koldewaiht von Hautzensteyn, Baron von Luchnar,
in den nächsten Wochen in Jolbruck erfolgen. So wird sich die Hochschule
hernach auch Studenten von außerhalb öffnen. Auch die Fakultäten
sollen um ein vielfaches erweitert werden, auf dass sich in erbaulicher
Weise der Drachenhainer Geist durch großzügige Förderung
der Wissenschaft, des Handwerks und der Künste entfalte, zu Diensten
des heutigen und morgigen Heligonias"!
Secundo: Baron Krator von Rebenhain wird zur Sühne für den
von ihm mitverschuldeten Tod der Baronin Angharad Elanor von Emarania,
Blutzoll an deren arme Kinderlein zahlen, bis diese einmal 20 Jahre alt
sind!
Dies alles gegeben im Reifemond auf der Feste Drachentrutz
durch seine allergnädigste Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain!
Emarania erneut unter herzöglicher Verwaltung
Nachdem die Rebenhainer sich aufgrund der haushohen Übermacht der
herzöglichen Truppen unter Obrist Luidewig von Neuwittach gezwungen
sahen, die Seeburg zu räumen und in ihre Heimat zurückzukehren,
galt es die Dinge im Lande erneut zu ordnen, wie es in den letzen Jahren
schon so oft in der Baronie Emarania geschehen war. Nachdem das Land einst
an die ceridische Sekte der Helioceriden gefallen war, eroberte die jüngst
gefallene Angharad Elanor von Emarania ihr Land für ihre Familie zurück.
Danach fiel die Baronie jedoch aufgrund von Angharads Heirat mit Teemon
von Hohenforingen an Teemoranien. Nachdem Teemoranien von königlichen
und Drachenhainer Truppen befreit und an Ostarien zurückgeführt
worden war, wurde die Verwaltung zuerst von den siegreichen Reichsrittern,
dann von Prinz Leomar von Drachenhain und schließlich von herzöglichen
Beamten ausgeübt. Nach der Freisprechung Angharad Elanors von Emarania
vor dem königlichen Gerichtshof wurde die im Volk beliebte Adlige
wieder als Baronin eingesetzt, mußte sich aber bis zu ihrem überraschenden
Tod bei allen politischen Handlungen vor herzöglichen Beobachtern
verantworten.
Die Bischöfe von Drachenhain und Ostarien, die sich zum Zeitpunkt
der Rebenhainer Eskapaden im Dom zu Wasserau aufhielten, um Gespräche
abzuhalten und dann von Baron Krator auf unhöfliche Weise fortgeschickt
worden waren, beschlossen nach ihrer Rückkehr den Leichnam Angharad
Elanors zur Drachentrutz zu begleiten, wo sie als Ziehtochter von Fürst
Waldemar von Drachenhain in der Familiengruft Richilesruh nach einer goßen
Trauerfeier beigesetzt werden wird. Auf der Drachentrutz sollen dann schließlich
die Gespräche der hochrangigen Kirchenmänner fortgesetzt werden.
Zurück ließ die Verstorbene zwei Kinder, Zwillinge, von
ungefähr fünf Jahren namens Jareck (Der Baron zu Jolberg konnte
Angharad Elanor von Emarania einst nicht davon abhalten, ihrer freundschaftlichen
Beziehung durch Namensgebung Ausdruck zu verleihen.) und Leoni. Der
Sohn wurde sogleich von Regentin Walluma als Erbe der Baronie anerkannt
und gemeinsam mit seiner Schwester nach Ankur überstellt, wo das Zwillingspaar
bis zur Regierungsfähigkeit am herzöglichen Hofe erzogen werden
wird.
Bis dahin sollen nun wieder einmal von der Regentin ernannte Verwalter
die Herrschaft über Emarania ausüben. Bisher wurde noch nicht
verlautbart, wen Ihre Erlaucht für dieses verantwortungsvolle Amt
zu ernennen gedenkt. Fest steht, daß die Zukunft Emaranias in Form
der Erben Angharad Elanors bei Regentin Walluma in besten Händen liegt.
Notorische Reichsfeinde aus Ostarien verwiesen!
Wie Nepomuk Tressler, Kommandant der "Kaiserschreck", unlängst auf
Patrouille im westlichen Emaransee, seinem Vorgesetzten in Lodenstadt berichtete,
sichtete er im Morgengrauen des 31. Tags des Wonnemonds einige Ruderboote
in Ufernähe, die er mit seinem Schiff sogleich ansteuerte und abfing.
Es stellte sich heraus, daß es sich um einige als ewig gestrige Teemonsympathisanten
bekannte Familien aus Emarania handelte, welche die unruhige Situation
im Lande nutzen wollten um bei Nacht und Nebel zu ihren Gesinnungsgenossen
nach Quellstedt zu fliehen. Jedoch hatten sie gegen eine widrige Strömung
zu kämpfen, und es gelang ihnen nicht, rechtzeitig vor Sonnenaufgang
das Ziel zu erreichen. Da den Personen jedoch keine Schuld nachzuweisen
war, beschloß Tressler, die Boote bis Quellstedt zu eskortieren,
auf das sichergestellt sei, daß die gefährlichen Subjekte sich
nicht doch noch umentschieden, wieder auf Ostarischem Boden an Land zu
gehen, sondern tatsächlich ihr Treiben in der freien Reichsstadt fortsetzten,
wo sie für niemanden mehr eine Gefahr darstellten.
Allen anderen Behauptungen zum Trotz gab es, den Grenzpatrouillen in
Hohenforingen, Soltran und Lodenburg zufolge, ansonsten keine weiteren
Fälle von Landflucht, da sich die Rebenhainer, wie versprochen, bislang
nicht in unerträglicher Weise am Emaranischen Volk vergangen hätten.
Einziger Vorfall sei ein Rebenhainer Soldat gewesen, der einem Emaranischen
Bengel eine Ohrfeige verabreichte, da der ihm die Zunge herausstreckte.
Zurechtstellung
Das Herzöglich-Ostarische Amt für Qualitätskontrolle (HOAfQK)
hat unlängst zum Einsammeln der Restposten des Alten Arnacher Arsenals
(AAA) aufgefordert. Insbesondere die Gerätschaften aus der Manufaktur
des verschollenen Maurice von Arnach seien unverzüglich einzusammeln.
Die verfügende Instanz hat diese Weisung mutmaßlich ohne
besseres Wissen ergehen lassen. Das AAA wurde nämlich schon vor längerem
dem eigens gegründeten "Nachlaßverwaltungsamt" (NVA) in Arnstein
anheimgestellt. Auf einen Erlaß der Baronin Liska von Arnach hin
wurde in Zusammenarbeit mit der Arnacher Hofinstanz für Qualitätssicherung
(AHoi f. QS) die Langzeitlagerung (LaLa) des Arsenals evaluiert und die
Lagerungsqualität durch äußerst komplizierte und umfangreiche
Sicherheitsvorschriften gesichert.
Da sich das NVA und die AHoi f. QS einig sind, daß die LaLa im
HOAfQK nicht die ausnehmend hohe Arnacher Sicherheitsqualität aufweist,
wurde die Abgabe der AAA ausgesetzt. Kurz angemerkt soll an dieser Stelle
noch eine Rechtsgrundlage sein, derzufolge Weisungen ohne besseres Wissen
anfechtbar und Weisungen gegen besseres Wissen sogar nichtig sind (III.
herzögl.-ost. Weisungsgesetzb., § 733/6). Dies nur zur Information.
Anfechtungen sind binnen eines Monats in Arnstein einzureichen.
Lang lebe Herzog Angilbert der I.!
Ganzgar Stubenrauch, Bürokratiebeauftragter ihrer
Hochwohlgeboren, Baronin Liska von Arnach
Entronnen aus dem Rachen des Todes
Aus Emarania zurückgekehrt berichtet
Heliosbotenberichterstatter Lorenz Lodengrün
Der zweite Poena war angebrochen in Emarania und die Lage war unübersichtlich.
Die Rebenhainer hatten sich in Wasserau und auf der Seeburg festgesetzt.
Baron Krator führte sich wie der neue Herr Emaranias auf: Er wolle
nicht abziehen, bis der letzte Kreuzer emaranischer Schulden auf dem Wege
von Recht und Ordnung - also durch Steuern - abbezahlt worden sei. Er sei
nunmehr der rechtmäßige Verwalter des Landes und werde nach
ordentlichem Brauch und Rechte solange die Steuern verwalten, bis die Schulden
abbezahlt seien.
Von vornherein vertrat Obrist von Neuwittach die Position der Herzöglichen:
Mit dem Tode der Baronin ist die Fehde erloschen, die Rebenhainer haben
in Emarania nichts mehr verloren. Es dauerte einige Zeit, bis dies dann
auch von Regentin Walluma so bestätigt wurde - Trotzdem beharrte der
Baron von Rebenhain auf seiner Position. Er errechnete derweil die Dauer
seiner Verwaltungszeit der Baronie und kam dabei auf mehrere Jahre. Die
Verhandlungen wurden immer hitziger. Inzwischen brachten die Rebenhainer
größere Mengen an Vorräten nach Wasserau und auf die Seeburg.
Am 29. Tag des 2. Poena war es dann soweit: Späher berichteten
vom Anmarsch des herzöglichen Heeres. Die Rebenhainer in Wasserau
wurden ebenfalls zur Seeburg in Marsch gesetzt, nicht ohne jedoch vorher
nochmals in der Stadt den Anspruch des Barons auf Stadt und Land zu verkünden.
Gerüchte über die Größe des herannahenden herzöglichen
Heeres, desweiteren über soltraner und hohenforinger Haufen überschlugen
sich.
Zuletzt aber saß ich mit den Rebenhainern zusammengepfercht auf
der Seeburg und schon bald ergossen sich die Heerhaufen Ostariens auf die
Ebene vor der Burg, auf dem Wasser Schiffe mit dem Banner Ostariens: Wir
waren eingeschlossen und belagert.
Mit einer derartigen Reaktion Ostariens hatte der Baron wohl nicht
gerechnet. Er zeigte sich schon nach kurzer Zeit bereit zu unterhandeln.
Das genaue Ergebnis der Unterhandlungen ist mir nicht bekannt. Das Ergebnis
war der Abzug der Rebenhainer. Ob dabei auch Dukaten den Besitzer gewechselt
haben weiß ich nicht. Bevor ich endlich mit den Abziehenden die Burg
verlassen konnte, hielt der Baron noch eine Ansprache an seine Soldaten.
Er dankte ihnen für den langen treuen Dienst. Er erklärte sich
zum Sieger in dieser Angelegenheit und versprach ihnen - so die Götter
es wollten - eine Zeit der Ruhe, die in der Heimat folgen sollte. Zum Schluß
ließ er an seine Leute pro Kopf einen Siegesdukaten austeilen.
Beim Abzug durch die Reihen der herzöglichen konnte ich einen
Blick auf sein Gesicht erhaschen: Es war in Versteinerung erstarrt.
In Kürze
Oraneck:
Nachdem der Flußkrebs unter der Herrschaft Baron Gurgoroths in
Oraneck selten geworden war, scheint das sensible und schmackhafte Geschöpf
nun erneut den Sprung vom Brazach in den Kendlon geschaft zu haben. Einer
Untersuchung des Ankurer Naturforschers Riemolds von Biberau zufolge
kann sich Oraneck auf kulinarisch ergiebige Zeiten einstellen, was besonders
nach den in den letzten Jahren schlechter laufenden Salzgeschäften
hoch willkommen wäre. Jedoch warnt der Experte vor Überfischung
aufgrund von zu großer Euphorie. Das Tier müsse schließlich
erst einmal Zeit haben, sich rundum heimisch zu fühlen. Am besten,
so Bieberau, solle das Flußkrebsgeschäft allein in die Hände
einiger weniger Händler und Spezialitätenrestaurants, nach dem
Vorbild des gleichnamigen Hotels in Sarniant, gegeben werden. Er selbst
sähe sich auf jeden Fall schon als künftiger Stammkunde. Besonders
Meerettich-Sahne-Sauce könne er als Feinschmecker zu Flußkrebsgerichten
empfehlen.
Tristenberg:
Nach einer Rekord-Roggenernte sieht sich Baron Tyron von Stein nun
in der Lage, größere Mengen Getreide an Interessenten in ganz
Heligonia zu verkaufen. Diese Ankündigung führte jedoch sogleich
zu einem leichten Fall des Roggenpreises im ganzen Reich.
Ankur:
Bei einer außerplanmässigen und unangekündigten Aktenverlagerungsaktion
in Korridor 723 der Ankurer Schustergasse 11, machten die eifrigen Amtsdiener
beim Verrücken eines alten Aktenschrankes in einer Fensternische einen
sensationellen Fund: Hinter drei lange verschollenen alten Aktenordnern
mit Abrechnungen zur Netzflächensteuer Herzog Rolos I. fand sich ein
auf die Zeit von vor 400 Jahren datiertes, unvollständig bestücktes
Stempelrondell. Es handelt sich dabei um den bislang ältesten Beleg
für Aktivitäten der Ankurer Bürokratie auf dem Gelände
Schustergasse.

Erneut Erdbeden in Thal
Sethnara den 26. Tag des 1. Helios
In den frühen Mogenstunden wurden die Bewohner in der Nähe
der Camspitze durch ein dumpfes Grollen geweckt. Kurz danach begann für
kurze Dauer der Erdboden zu zittern. Angsterfüllt rannten die Menschen
auf die Straße und schauten zur Camspitze. War Camdragon an allem
Schuld ? Bricht nun das Unglück über Thal herein ?
Aufruf zur Expedition
Hiermit ergeht die Bitte an die Gelehrten des Landes, sich binnen drei
Wochen in der Feste Beraht in Hochwalden einzufinden. Es soll eine Expedition
zur Camspitze gestartet werden, um die Gründe für das Beben der
Erde um die Camspitze herauszufinden.
Ich weiß um die Gefahren, welche von dem Drachen ausgehen, der
in der Camspitze wohnt. Doch womöglich ist er nicht der Grund für
das Beben der Erde.
Ein spezieller Aufruf ergeht an Baron Foranan McDonough aus Flaitney.
Ihr seid mit der Kunde um die Drachen wohl am besten vertraut.
Gegeben am 26. Tag des 1. Helios
Ansgar von Beraht, Freiherr von Hochwalden
Eis-Drache verlässt Berg / Expedition Abgesagt
Sethnara den 30. Tag des 3 Helios
Die Expedition zur Camspitze, zu welcher zahlreiche Teilnehmer angereist
waren und welche am 16. Tag des 2. Helios beginnen sollte, wurde zu aller
Überraschung kurzfristig abgesagt. Der Grund hierfür ist der
Eis-Drache selber.
In der Nacht vor dem Expeditionsbeginn verließ der Drache allem
Anschein nach zum ersten Mal seine selbstgewählte Behausung, die Camspitze.
So wie von einigen Bauern berichteten, habe er einige Male den Berg und
die nähere Umgebung überflogen. In den frühen Morgenstunden
brachen daraufhin in Sethnara kleiner Unruhen aus, die von der Panik einiger
Bürger herrührten. Freiherr Ansgar von Beraht gelang es aber
schnell die Situation zu beruhigen.
Späher, welche eiligst zum Berg geschickt wurden, gaben aber die
beruhigende Nachricht, daß sich der Drache wieder im Berg befinde.
Nach Ablauf einer Woche hat sich der Drache kein weiteres Mal vom Berg
entfernt. Dies gibt Anlass zu hoffen, daß er seine "Ausflüge"
nicht allzu oft unternimmt.
Ansgar von Beraht befindet sich derzeit bei Foranan McDonough in Flaitney,
wo man gemeinsam die dortigen Bibliotheken durchsuchen will. Man erhofft
sich, Lösungen für die baldige Vertreibung des Drachen zu finden.
Die Garde von Thal gibt bekannt :
Hiermit wird die beridhanische Rebellin,
hinlänglich bekannt als
"Die Kähe"
vom Thaler Generalstab
offiziell für tot erklärt.
Hartmut Hohlbein
Schreiber der Garde von Thal

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks
| Was sich schickt |
Und was nicht |
-Heiraten
-Kinder kriegen
-Zeitgeschichte
-Backwerk von Garibaldi und Medici |
-Tod ehrenwerter Kapitäne
-Sich unverdient im Lichte des Fernwanderei sonnen
-Fieberwahn
-Zuwiderhandlungen gegen das Herzöglich-Ostarische Amt für
Qualitätskontrolle |
Der Handelsprophet
| Tageskurse |
|
| Aurazith 1 heligonische Unze |
1 Dukaten und 5 Kreuzer |
| Rucksack |
2 Groschen und 5 Kreuzer |
| Dudelsack |
15 Dukaten und 7 Groschen |
| Tabak 1 kg |
5 Groschen und 8 Kreuzer |
Der Aurazithkurs bleibt weiter auf stabil-hohem Niveau. Die Preiserhöhung
für Rucksäcke wird von Experten auf die zunehmende Beliebtheit
von Wanderunternehmungen bei Betiser Bürgern zurückgeführt.
Diese müssen die passende Ausrüstung erst erwerben was zu einem
starken Umsatzaufschwung in diesem Produktbereich führt und damit
eine Erhöhung des Preisniveaus ermöglicht. Dudelsäcke verdanken
ihren hohen Kurs dem massiven Einsatz dieses Instrumentes vor allem bei
Hochzeiten und anderen Familienfeiern, was sich positiv auf die Verkaufszahlen
auswirkt. Der gesunkene Preis von Tabak ist wohl nur eine kurzzeitige Kursschwankung.
Stadtgeschehen
Einen regelrechten Sänftenstau richteten in der Schustergasse zwei
unbekannte Fernwanderer an, die Betis durchquerten und wegen ihrer riesigen
Rucksäcke jegliche Überholmanöver unmöglich machten.
Unbeschreibliche Tumulte ereigneten sich vor den Toren von "Maurizios
Tuchboutique" als dort die neue Stoffkollektion angeliefert wurde. Zahlreiche
Damen veranstalteten ein regelrechtes Handgemenge um möglichst schnell
an die Ware zu kommen. Zur Sicherheit aller Beteiligten musste die Stadtwache
einschreiten und die Kollektion vorübergehend konfiszieren.
Bürger des Monats
Zum Bürger des Monats wurde von der Jury diesmal "Der unbekannte Fernwanderer"
ernannt. Damit, so die Juroren, solle symbolisch die zunehmend in Vergessenheit
geratene aber nichtsdestotrotz wunderbare Institution der Fernwanderei
geehrt und jedermann dazu ermuntert werden, selbst einmal auf Wanderschaft
durch die Heligonischen Lande zu ziehen.
Gunst und Kunst
Was die Heligonier am liebsten hören
1(1)
2(2)
3(-)
4(3)
5(6)
6(4)
7(9)
8(7)
9(10)
10(5) |
Sie könnten Giganten sein - "Am Ende der Tour"
Drachenhainer Jagdchor - "Der weiße Hirsch"
Burschenschaftschor der Universität Tlamana - "Herr Magister"
Wjelkin, der Lange - "Sven Herulfsson"
Harald Schönefonte - "Eiland im Sonnenschein"
Dozenten der Akademie der schönen Künste - "Das Beste von
allem"
Rebenhains Romantische Räuber - "Laß mich Deine Gugel sein
für eine Nacht!"
Emaranseeflottenchor mit Harald Schönefonte - "Die Natter schläft
heut' Nacht"
Cestric van Kenn-Dallir - "Die Suche nach den Resonanzen"
Emaranseeflottenchor - "Meine Heimat, mein Ostarien" |

Neujahrsrede zum Jahre 30 n. A. III
Wie in jedem Jahr ist es das Amt der Omus, am ersten Heliostag die Neujahrsrede
des Grafen zu verlesen. Wie in jedem Jahr wird es auch heute wieder einen
Wettbewerb geben unter allen darianischen Orten, an denen die Rede verlesen
wird. Diejenige Zuhörerschaft, deren Beifallsbekundungen den Begeisterungsstürmen
unter dem Mittagsbalkon auf dem Redonsplatz zu Darbor am nächsten
kommen, erwartet eine kostenlose, freiwillige und ruderpflichtige Reise
zum Herzog-Uriel-II-Atoll!
Ich wünsche euch Glück!
Rede des Grafen Dedekien an sein Volk, gehalten am 1. Tag des 1. Helios
des 30. Jahres der glanzvollen Herrschaft unserer allerweisesten Majestät
König Helos Aximistilius des III.:
"Liebe Freunde!"
(außer sich vor Freude darüber, vom Grafen derart persönlich
angesprochen zu werden, rastete die Menge diesmal bereits zu Beginn der
Rede völlig aus)
(der Graf runzelte die Stirn und überlegte, ob er vielleicht
ein wenig zu dick aufgetragen hatte)
(endlich wichen die Begeisterungsstürme erwartungsvollem Schweigen)
"Seht unsere geschäftigen Straßen, unsere blühenden
Gärten, die hellen Mauern unserer Häuser! Seht unsere prächtigen
Olivenhaine; seht die ruhigen Wellen beständig über die Jolsee
wandern und die ewigen Dünen langsam durch die Shayed-Wüste ziehen!
Über all das hat der Göttervater Helios selbst die Sonne
gestellt, auf daß sie unser Land mit ihrem Licht und ihrer Wärme
liebkose und es zur schönsten aller heligonischen Landschaften mache.
Und wie hernun unser Land zu Helios' Ruhm und zu unserer Ehre erfüllt
ist mit jenem Licht und jener Wärme, so sind auch unsere Hände
und unsere Herzen erfüllt mit Reichtum und Glück. Denn wir sind
es, denen dieses Land gegeben ist!
Ob einfach oder von edlem Stand und Herkunft, ob Seefahrergilde oder
Händlerdynastie, ob Shayedi, Ay Bytan oder Srengewar: wir alle sind
Darianer und dies Land ist uns geschenkt!"
(die Menge, vor Freude über das soeben vor Augen geführte
Glück völlig aus dem Häuschen, jubelte ausgelassen. Vereinzelt
kam es zu Rangeleien, weil manche irrtümlich glaubten, daß es
etwas geschenkt gäbe)
Doch dieses Glück ist nichts, was uns sicher ist. Es fließt
uns nicht stetig und zu allen Zeiten zu wie den Shayedi das kostbare Quellwasser
ihrer Wüstenoasen. Nein, das Glück ist eher wie ein schöner,
aber unwissender Schmetterling, der sich vielleicht auf unserer Hand niederläßt,
vielleicht aber auch auf der ausgestreckten Hand des anderen.
Und wenn wir diesen Neujahrstag als Anlaß nehmen, uns zu erinnern...
hat es sich uns nicht oft zugewandt, das Glück? Sicherlich, es ist
nicht alles so gekommen wie wir es uns erhofft haben. Doch wer weiß,
was geschehen wäre, wenn das der Fall gewesen wäre. Wären
wir dann wirklich glücklicher?
'Wer seine Träume verwirklicht, zerstört sie' - so heißt
es bei den Seeleuten. Ein weises Wort, denn Träume sind stets schöner
als die Realität.
Heute feiern wir die Vergangenheit und die Gegenwart. Mit unserem Fest
ehren wir Helios, Poëna, Xurl und Saarka, wir feiern den König
und seine dreißigjährige Herrschaft. Auf sie soll manch ein
Trinkspruch ausgebracht werden, auch auf die getreuen Lehensnehmer seiner
Majestät. Denn so wie die Sonne ein Land mit Licht und Wärme
reich macht, führen Weisheit und Gerechtigkeit des Herrschers zur
Zufriedenheit des Volkes!
Mit einem selbstgefälligen Lächeln die jubelnde Menge betrachtend,
überlegte der Graf, ob er noch mehr sagen wollte. Doch der letzte
Satz schien als Schlußformulierung ganz gut zu passen, darum wies
er die 77 Reiter des Kurierdienstes an, die Rede auf die Reise durch die
Grafschaft zu schicken, wo sie - wie jedes Jahr - in jedem noch so kleinen
Dorf mit lauter Stimme verlesen werden würde.

Puff das weiße Burai
Kehrreim:
Puff das weiße Burai
flog über's Land
und Ali stand daneben
mit Scheiße in die hohle Hand
1.
Weiße Burai scheiße
auch weiße Scheiß
wie jedes Kind in diese Land
von Muttermilch an weiß
2.
Ali geht zu Marktplatz
mit Hand voller Scheiß
und Burauscheißpreis sinket
weil alle wolle weiß
3.
Ali wohnt jetzt in ein
schöne große Schloß
und wenn du fragst wie er gemacht
antwortet er Dir bloß
4.
Burai keine Flügel
auch kein Scheiße weiß
denn weiß Scheiße Flügel braucht
jedes Kind doch weiß
5.
Fliegende Burai
lebt viele hundert Jahr
Ali längst gestorben
Burai ist noch da
6.
wo Ali ist gestorben
wächst nun ein große Wald
in ausgestreckte Knochenhand
wird Scheiße langsam kalt
aus Darian
Termine
01.11. - 03.11.02 Absinthique 2 auf dem Landschlösschen Rockenbach
03.01. - 06.01.03 Helicon 24 im Jugendhaus bei Nördlingen
21.03. - 23.03.03 Helicon 25 auf Burg Wildenstein
29.05. - 01.06.03 7. Adelstag im Jugendhaus bei Nördlingen
19.09. - 21.09.03 Helicon 26 in der Alten Mühle bei Dinkelsbühl

Wichtig! Redaktionsschluss für den nächsten Boten!
Der nächste Helios-Bote erscheint zu Helicon 24 am 03.-06.01.2003.
Der Redaktionsschluss für Ausgabe 44 ist der 19. Dezember 2002, damit
wir die Boten noch fertigbekommen (wegen der Feiertage!). Artikel, die
uns erst nach Redaktionsschluss erreichen, können daher möglicherweise
nicht mehr aufgenommen werden.

© Copyright Stefan Rampp, Inés & Marc Hermann
Berichte von Arnulf Breuer, Thilo Döring, Henning Frank, Steffen
Heiß, Bettina Hiller, Andreas Hils, Libuse Malik, Simone Mehlinger,
Heike Postler, Katrin Puwalla, Benjamin Rampp, Andreas Reicke, Julia und
Andreas Riedlinger, Eike Simon, Anna Ungureanu und Niki Winkler

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