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Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im 1. Helios n.A.III 31
Ausgabe 46
Heliosverdunklung zum Jahreswechsel
Die Heliosgeweihten und Astronomiegelehrten der Uni Cambrück geben
nach
eingehendem Studium der Gestirne bekannt, dass Helios in unmittelbarer
Nähe zum Jahreswechsel in den frühen Morgenstunden des 31. Tages
der 3. Poena sein Gesicht verhüllen wird. Mit Erstrahlen des ersten
Morgenlichtes wird das Gesicht Helios' zu 84 % von Saarkas Mantel bedeckt
sein und sich allmählich wieder in seinem vollen Glanz zeigen. Bereits
am 16. Tag dieses Monats wird auch Saarka ein ähnliches Schauspiel
bieten und in den frühen Morgenstunden gleichfalls ihr Gesicht verdunkeln.
Die Gemeinschaft der ogedischen Geweihten sieht jene Konstellation der
Gestirne als gutes Omen für die Feierlichkeiten zum Reichsjubiläum
sowie auch für das kommende Jahr. Mit einer Vielzahl an Ritualen ist
allerorten zu rechnen.
Jeremias Neugründ,
Professor der Astronomie der Universitas zu Cambrück

Aturianischer Ritterschlag im Herzogtum Nurian
Grünkampp /Herzogtum Nurian/Draconia - Über ein Jahr ist es nun
her, da die Fehde zwischen den Häusern Grünkampp und Ährenfeld
ein Ende fand. Nun, da die Grenzen wieder geöffnet sind, will Baronin
Sorina von Grünkampp den Handel in ihrem Lehen zu neuer Blüte
bringen. Zu diesem Zwecke lud die Baronin in das Stammhaus ihrer Vorfahren,
um neue Handelsbeziehungen zu knüpfen.
Gerne nahm der Marchese de Britonia, Xarkson de Pammure diese Einladung
an. Zusammen mit der Baronessa de Camiano, Anna Vincenza de Lepanto, sowie
weiteren Gefolgsleuten reiste er in das schöne Herzogtum Nurian, welches
nord-östlich von Aturien liegt. So kam es, dass man am 13. Febbraio
in Hause Grünkampp eintraf.
Als besonderes "Geschenk" hatte sich der Marchese de Britonia etwas
besonderes Einfallen lassen. Als Zeichen der guten Beziehungen zwischen
Aturien und Nuriam sollte im Hause Grünkampp ein aturianischer Ritterschlag
durchgeführt werden. Am Morgen des 14. Febbraio wurde daher der Schildknappe
von Cavaliere Luca Wahid del Dragonero, Vittorio de Angelini feierlich
in den Ritterstand erhoben. Gleichzeitig wurde ihm das Lehen della Riva
da Cortona am Ufer des Poraggio verliehen. Zuvor war Cavaliere Vittorio
in die aturianische Ritterschaft aufgenommen worden.
Neben seinen beiden Geschwistern Isabella und Marcello de Angelini
war zudem seine Cousine Elea de Angelinin mit nach Nuriam gereist, um diesem
Ereigniss beizuwohnen. Ebenso waren viele ehrenwerte Gäste aus fernen
Ländern bereit, dieser Feierlichkeit die Güte ihrer Anwesenheit
zu schenken.
Diese Zeremonie stellt ein Stück aturianisches Kulturgut dar,
welches der Marchese de Britonia stolz war, im Herzogtum Nuriam den erlesenen
Gästen näherbringen zu können.
Spannungen im telnaronisch-aturianischen Verhältnis
Anlässlich der Taufe ihres Kindes luden der Prince de Satre und seine
Gemahlin zu Zeremonie, Festmahl und anschließendem Ball an ihren
Hof in Telnaron. Zwar war der Empfang der fremdländischen Adligen
zunächst durchaus freundschaftlich und die Gastge-ber nahmen die Geschenke
ihrer Gäste gerne an, doch gab eine Tischrede des Prince am folgenden
Tag Anlass zu schlimmsten Befürchtungen.
Religion als Tischgespräch
Kurz vor dem Dessert erhob sich der Herr des Hauses und hielt eine
Ansprache ob der Erscheinung des höchsten Heiligen der Ceriden, Ceridons
selbst. Ist die Religion ohnehin nicht das rechte Thema bei Tische, so
setzte der Prince diesem Fauxpas die Krone auf, indem er alle anwesenden
Gäste nicht-ceridischen Glaubens zutiefst brüskierte, ja ihnen
gar die Angst vor bevorstehender Verfolgung und gewaltsamer Bekehrung einpflanzte.
Kampf gegen Ungläubige
Stein des Anstoßes waren Ausführungen des Prince über
die Aufforderung Ceridons an alle Ceriden , das Ceridentum mit Feuer und
Schwert zu verbreiten und die Seelen aller Menschen zum Eynen zu führen,
notfalls mit Gewalt. Geradezu ein Aufruf zum Kreuzzug!
Erklärungsversuche
War diese Rede auf Heligonia gemünzt? Der Prince beteuerte dies
in einem von den Gästen geforderten klärenden Gespräch.
Es ginge in erster Linie darum, das eigene Land zu bekehren, man habe keine
Expansionspläne. Trotzdem bleibt ein bitterer Nachgeschmack und vielleicht
muss unter diesen Vorzeichen auch das Entfallen der Südhanse-Gespräch
neu bewertet werden. Zumindest verhinderte dieser Erklärungsversuch
des Prince, dass die zur Taufe angereisten Delegationen Allerlands, Duree-Carresse',
Araniens und Aturiens auf der Stelle abreisten. Die Taufe des kleinen Valerian-Baptiste
konnte nach diesen Vorkommnissen aber leider nicht mehr durchweg als freudiges
Ereignis empfunden werden.

Hohentor wird neue Hochballei der Templer zu Ankur
Wie aus dem Ordenskapitel der Templer zu Ankur zu erfahren war, wurde am
ersten Tag des Saatmondes dreiundneunzig nach der Erleuchtung im Einvernehmen
mit der herzöglich-ostarischen Familie offiziell der Hauptsitz der
Templer zu Ankur von der Ballei Wieselsteig in die Ballei Hohentor, Markgrafschaft
Norrland-Brassach, verlegt. Somit haben sich Gerüchte, die mit dem
Scheiden des alten Großmeisters Kalveram von Norrland-Brassach einhergingen,
bestätigt. Der nördlichste Besitz der Templer trägt fortan
den Namen ‚Hochballei Hohentor'. Mit dem Wechsel in der Führung des
Ordens ward auch der Posten des Landkomturs Wieselsteig neu zu besetzen:
Lehnsherr ist wie seit je her der amtierende Großmeister der Templer
zu Ankur, dato Hadebrand von Grauburg.
Großmeister Hadebrand von Grauburg ernennt neuen Großkreuzritter
Wenn man am ersten Tag des Wonnemondes dreiundneunzig nach der Erleuchtung
als Gast in einer Liegenschaft der Templer zu Ankur verweilte, konnte man
auf den Markt- oder Hauptplätzen allerorts Meldereiter sichten, die
den Mannen der Templer zu Ankur vom Rücken ihrer Pferde aus folgende
Botschaft kundtaten:
"Ob seiner uneigennützigen Verdienste für den Orden der Templer
zu Ankur und für die Heilige Ceridische Kirche ernennen wir dato den
Markgrafen Kalveram von Norrland-Brassach zum Großkreuzritter der
Templer zu Ankur. Ab dem heutigen Tage sei es ihm für alle Zeiten
gestattet, das Wappen der Templer zu Ankur als Herzschild im großen
Wappen der Markgrafschaft Norrrland-Brassach zu führen. Dies rechtfertigen
fünf aufopferungsvolle Jahre als Anführer und Gönner der
Templer zu Ankur! Gezeichnet Hadebrand von Grauburg, Großmeister
der Templer zu Ankur".

Höret, höret:
Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu
wissen
Primo:
Der Abtei Lindfurt wird ihr Lehen Lindfurt entzogen. Dies Land sei
fortan Baronie. Alter und neuer Herr von Lindfurt ist seine Hochwohlgeboren,
Baron Alton von Fichtenhau. Der Abtei Lindfurt zugehörig bleibt der
Dom und die Klosterinsel.
Secundo:
Baron Foranan McPhee wird hiermit gestattet, den Tunnel, der das Fürstentum
mit dem Herzogtum Ostarien verbinden soll, zu vollenden.
Gegeben im Fastenmond auf der Feste Drachentrutz durch
seine Durchlaucht,
Fürst Waldemar von Drachenhain!
Das Haus Rebenhain gibt bekannt!
Hiermit und allem Volke zum Gehör geben wir
Krator von Rebenhain, Baron zu Rebenhain
und
Samira von Silberlauf, Baronin zu Rebenhain
bekannt, das uns durch Poenas Segen am 29. Tag des 1. Poena ein Kind
geschenkt wurde.
Wir danken den Göttern für die Geburt eines gesunden Mädchens.
Unsere Tochter trägt den Namen
Elidan von Rebenhain.
Möge ihr mit dem Segen der Vier ein langer segensreicher Lebensweg
beschieden sein.
Sonett zur Geburt meiner Tochter
Noch nie sind Stunden so langsam verronnen,
Noch nie war erzwungnes Warten solch Pein,
Noch nie hat so lange Ersehntes begonnen,
Noch nie war so nutzlos wie heute der Wein.
Immer sonst war die Stunde zum Handeln gekommen
Immer sonst der günst´ge Moment genutzt
Immer sonst hatt die eigne Hand Gipfel erklommen
Immer sonst eignes Tun dem Schicksal getrutzt.
Heut war zu Untätigkeit ich verdammt
Solch Stund war mir bislang unbekannt.
Nach Nachricht gierten meine Ohren,
Aus dem Zimmer aus dem man mich verbannt,
Im eigenen Haus im eigenen Land
Erlöst nur Dein Schrei: denn du bist geboren.
"Der Lindfurt-Sengenberg-Konflikt"
Der dunkle Mann, den sie "Herr" nannten, stand über den Tisch vornüber
gebeugt und betrachtete mit gerunzelter Stirn die entrollte Landkarte vor
sich. Eine einzige Kerze erhellten den stickigen Höhlenraum, es roch
stechend nach Schweiß und faulem Stroh. Mit der Linken wetzte sich
der Mann, der einst reich und angesehen gewesen war, gedankenverloren im
ungepflegten Barte, so dass die groben Schuppen nur so hinabschneiten.
Mit der anderen, inzwischen ringlosen Hand, verrückte er verschiedene
Gegenstände auf dem störrigen Pergament mal dahin und mal dorthin.
Dann richtete er das Wort an seine Männer: "Nehmen wir einmal an,
Freunde. Dieser Pfefferstreuer hier, das ist Triburk. Wohingegen das zerbrochen
Tintenfass, der kleine Ort Schrankenwerk - unser neuerliches Ziel - sein
soll..." Um den dunklen Mann standen eine Handvoll ebenso vierschrötige,
wie schmutzige, Gesellen, die sichtlich angestrengt den taktischen Ausführungen
ihres Anführers lauschten. Gelegentlich nickte einer, um den dunklen
Herrn zufrieden zu stellen, insgeheim schielten sie aber hinüber,
zur alten Truhe, in der für gewöhnlich der Wein verstaut war.
"...Wenn wir uns die Einnahmen des Markttages dort sichern wollen, dann
sollten wir... Nein, das ist zu verzwickt...!" Der Herr überlegte
angestrengt, auch die anderen waren tief in Gedanken: Würde er heute
wohl wieder jedem ein Mass dieses seltsam guten Tropfen ausgeben? Seit
Tagen lechzten sie danach. Der eine, Bredgar war sein Name, schien das
Warten nicht mehr lange aushalten zu können. Er bohrte sich tief in
der Nase, dann formte sich ein schiefes Lächeln über seinen zahnlosen
Mund. Endlich war ihm, wie er meinte, eine kluge Frage eingefallen: "Äh,
Herr" er deutet mit dreckschwarzem Finger auf einen weiteren Gegenstand
auf der Tischplatte "Und ... und was ist dann das, die Feste Drachentrutz?"
der dunkle Herr schaute erst ein wenig überrascht, dann ärgerlich
auf den alten Mann: "Das ist ein Kerzenhalter. Einfach nur ein Kerzenhalter!
Ohne ihn, würden wir im selben Maße umnachtet dastehen wie Du,
Du Tölpel!" Die anderen lachten hierauf dümmlich, waren aber
froh darüber, dass der dumme Bredgar vor ihnen diese Frage gestellt
hatte. Über das derbe Schimpfen ihres Herren, erwachten nun die großen
Hunde, die unter dem Tische friedlich geruht hatten, zum Leben. Sie mochten
keine lauten Geräusche, also zwickten sie dem einen Kerl in den Hintern
und dem anderen in den Arm, so dass die beiden vor Schmerz aufschrieen.
Die Männer wehrten sich nicht, denn es waren die Hunde des Herrn,
der die Tiere noch mehr zu lieben schien, als irgend sonst etwas auf Erden.
Außerdem waren die Köter riesengroß und ebenso kräftig.
In all dem Chaos schellten plötzlich von der Ferne helle Glöcklein.
Mit einem mal war es mucksmäuschenstill in der Höhle. Erschrocken
sahen sich die Männer an. "Ist da wieder nur ein Tier an den Alarm
gekommen, oder haben wir Besuch?" fragte Bredgar in die Runde. "Schweig
und sehe nach!" herrschte sein Anführer ihn an. Der Mann gehorchte
und kehrte nie mehr zurück...
Am 9. Tag des Fastenmondes, spät in der Nacht:
Etwa fünfzig Paar schwerer Lederstiefel landen klatschend auf
dem seichten Lindfurter Flussufer. Die Sengenberger Templer bewegen sich
schnell und nahezu geräuschlos. Jeder kennt das Ziel, jeder kennt
den Weg. Der Landkomtur der drachenhainer Templer-Ballei Sengenberg, Wentorius
von Waldhort, reitet mit wallendem Umhang einsam voraus. Tiefe Zornesfalten
zeichnen sich auf seiner breiten Stirn ab.
Am 10. Tag des Fastenmondes, Frühmorgens
Bislang war der Trupp keiner Menschenseele begegnet. Nach wenigen weiteren
Meilen Wegs durchs Unterholz, treffen sie dann auf das Heerlager der Lindfurter.
Die Wegbeschreibung hatte haargenau bestimmt. Mit einem Mal kommt Bewegung
in das dortige Feldlager, man hat offenbar die Templer aus Sengenberg entdeckt.
In der Morgensonne blitzt Stahl auf. Ein Trupp Reiter bewegt sich auf die
Neuankömmlinge zu, angeführt von Baron Alton von Fichtenhau,
Herr von Lindfurt. Auch Wentorius stoßt seinem Rappen in die Flanken
und löst sich aus der Gruppe Soldaten um ihn. Auf halber Strecke zwischen
den Linien, treffen Landkomtur und Baron aufeinander. Die rechte Hand wird
zum Gruß erhoben, die Gesichter sind ernst. "Ich grüße
Euch, Wentorius von Waldhort." Der Templer nickt, fragt dann: "Kommen wir
zur rechten Zeit, Baron?" nun nickt der andere: "Ja, die Rebellen scheinen
noch nichts bemerkt zu haben, obwohl wir sie seit Stunden umstellt haben."
"Dann machen wir es wie vereinbart: Das adveristische Rebellenpack, das
sich feig auf Lindfurter Grund versteckt hält, um aus der Sicherheit
heraus in Sengenberg Brand und Tod zu bringen, wird ein für alle mal
von uns beiden ausgehoben." "Ich bestehe darauf, dass wir es so halten.
Lindfurt kämpft mit euch Sengenbergern, Seit an Seit!" entgegnet Baron
Alton "Schließlich hat sich dies Lumpengesindel auf meinem Land breitgemacht.
Hätten die Ogeden von unseren Finsterwalder Dörfern mir es nicht
gesagt, die Rebellen würden sich's sicher noch jahrelang in Lindfurt
gemütlich machen und in Sengenberg auf Raubzug gehen!" "Gehen wir
es also an?" "Gehen wir es an!"...
Am 10. Tag des Fastenmondes, spät in der Nacht
Die Rebellen, die allenthalben nur "Sengenberger Adveristen" genannt
wurden, sind vernichtend geschlagen. Der Kampf war kurz und hart gewesen.
Fast zeitgleich waren Sengenberger und Lindfurter Soldaten in die Höhlen
eingedrungen, die den Schurken als Versteck dienten. Die Soldaten hatten
niedergefochten, was sich ihnen in den Weg stellte. Bald streckten die
Gegner die Waffen, der Kampf war vorüber. Neugierig verschaffte man
sich gewaltsam Zugang zu den inneren Räumlichkeiten. Dort fanden sie,
hineingestopft in schimmlige Säcke, all das, was Sengenberger in den
letzten Jahren, brutal genommen wurde. Aber noch einen weiteren interessanten
Fund machte man, tief im Innern des Berges. Auf einem Lehnstuhl, seine
Hunde um ihn, saß Jagon von Hochaskenstein. Der wahre Kopf der Bande.
Entgegen der landläufigen Meinung, hatte die Horde Schurken überhaupt
gar nichts mit dem Beridhan-Rebellen Adveri zu tun. Die Titulierung "Sengenberger
Adveristen", war also gänzlich falsch gewesen. Hinter all dem Leid
und Ärgernis steckte allein der ehemalige Baron von Hochaskenstein,
der sich nach Fürst Waldemars Richterspruch von Sarniant, eigentlich
hätte im Exil befinden müssen! Ohne sich seiner Haut zu erwehren,
ließ sich der Erzschurke in Gewahrsam nehmen und wurde eilends nach
Lindfurt gebracht. Die überlebenden Räuber hingegen und all die
gehorteten Schätze, nahmen die Sengenberger Soldaten mit sich in ihre
Ballei, von wo all das auch gekommen war.
Wentorius von Sengenberg und Alton von Lindfurt schieden nach gewonnener
Schlacht herzlich voneinander.
"Die Vögte auf die Hautzensteyn!"
Ohne Zweifel war die Einladung Baron Koldewaihts an die Vögte seines
Landes anders formuliert, doch in dieser verknappten Form hallte der Ruf
durch ganz Luchnar. Woher die Information stammte, war unwichtig. Sofort
richteten sich die Augen des Volkes auf die Burgen der Vögte und sie
wurden nicht enttäuscht. Wenige Tage später ritten alle vier
Vögte zugleich zum Regierungssitz.
Aufmerksame Beobachter hatten auf eine solches Zusammentreffen gewartet.
Das Vogttum in Luchnar liegt brach, die Clans verwalten sich selbst und
sprechen die notwendigen Dinge direkt mit dem Baron ab. Der Spottname Junker
traf selten so gut wie heute. Der Konflikt zwischen luchnischen Clans und
Vögten brach vor Monaten offen aus, beruhigte sich aber wieder und
schwelt seither unter der Oberfläche. Insgeheim wurden Wetten abgeschlossen,
ob wohl der Baron oder die Vögte zuerst offiziell reagieren würden.
Nun hat wohl der Baron den ersten Schah-Zug gemacht.
Sehr verehrter Herr Koldewaiht,
nun bin ich also wieder in Xurl-Saleenia. Sicherlich wusstet Ihr schon
lange vor mir, dass Prinz Leomar mich als Vasall aufnehmen will. Sonst
wäre sein Kurier nicht so unverhofft aufgetaucht, als ich noch das
Grenzdienstjahr in und um Kratorpolis verrichtete. Niemals hätte ich
gedacht, dass Prinz Leomar nach mir suchen lässt, nur weil er davon
hörte, dass ich die Fahne der Leomark in Xurl-Saleenia rettete. Niemals
hätte ich seinem Ansinnen widersprechen können, zumal in der
Lage, in der er sich befindet. So verzeiht mir, wenn ich denn ohne zu zögern
zustimmte und den Lehnseid leistete. Ich konnte einfach nicht anders handeln.
Prinz Leomar ließ mir mitteilen, dass er mich Samuel von Turlach,
dem Vogt der Leomark, zugeteilt habe, denn er plane den Wiederaufbau der
Siedlung Xurl-Saleenia. Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich war, diese Kunde
zu hören. Das stolze Xurl-Saleenia soll wiederaufgebaut werden! Nachdem
ich seinen Untergang miterlebt hatte, konnte ich mir nichts Schöneres
vorstellen, als bei seinem Wideraufbau zu helfen. Und so bin ich nun hier.
Allein, es fällt mir schwer zu beschreiben, was ich hier vorgefunden
habe. Mein erster Blick fiel auf vier große Erdhügel, die vor
der ehemaligen Siedlung aufgeworfen wurden, unter denen sich die verbrannten
Leichen von Freund und Feind türmen. Danach führte man mich durch
rußgeschwärzte Ruinen zum Zeughaus, dem letzten intakten Gebäude
der Stadt, in dem sich all diejenigen Menschen einquartiert haben, die
nicht nach Kratorpolis geflohen sind.
Ein ausgemergelter und um Jahre gealterter Samuel von Turlach empfing
mich, der in nichts mehr dem Manne glich, den ich von früher kannte.
Er gab sich denn auch nicht mit langen Worten ab und eröffnete mir,
dass er den Auftrag erhalten habe, zu sondieren, wie weit das Gebiet der
ehemaligen Leomark noch vom Feind besetzt ist, also der Mark noch zugehörig
ist. Hierzu benötige er gute und vor allem mutige Reiter, da man allerorten
auf den unberechenbaren Ödländer treffen könne. Prinz Leomar
und er hätten dabei insbesondere an mich gedacht, da ich meinen Mut
schon allenthalben zur Schau gestellt hätte.
Die Worte trieben mir die Röte in die Wangen. Nicht genug, dass
ich Euch bitterlich enttäuscht hatte, nun wurde mir auch noch dafür
Lob gezollt. Doch sei es, wie es sei. Prinz Leomar hat mir eine zweite
Chance gewährt, mich zu bewähren und ich werde alles dransetzen,
sie zu wahren. So wahr ich Arandis heiße. Ich hoffe, Ihr könnt
das verstehen.
Man hat mir ein Zimmer im Zeughaus zugewiesen. Es ist noch ärmlicher
als dasjenige, das ich in Kratorpolis bewohnte. Langweilte mich der Dienst
in Kratorpolis am Ende gar, so finde ich hier nur Öde und Leere. Die
Verpflegung ist jämmerlich, zu wenig, um satt zu werden und doch zu
viel, um Hungers zu sterben. Die Türen der unbewohnten Häuser
klappern im Wind, der durch die leeren Gassen pfeift. Vielleicht sind es
aber auch nur die Seelen der Erschlagenen, die hier ihr Unwesen treiben.
Mögen die Götter ihnen gnädig sein!
Samuel erlaubte mir, aus dem Haufen Krieger, der sich hier herumtreibt,
eine Handvoll auszusuchen, die mir unterstellt werden sollen. Sie alle
sind erprobte Ödland-Recken, um Jahre reifer an Erfahrung als ich
und ich bezweifle, dass sie sich mir ohne Widerstand fügen werden.
Frage ich mich doch selber, wie ich es verdient habe, ihr Anführer
zu sein. Doch komme es wie es wolle; wir werden uns schon zusammenraufen.
Dafür werden die Umstände und die Ödländer schon sorgen.
Gehabt Euch wohl, mein Freund!
Mögen die Götter Euch immer geleiten.
Arandis
Eylhardt von Esclarmond spricht klare Worte
Eylhardt von Esclarmond wird von manchen als der charismatischste der luchnischen
Vögte bezeichnet, von anderen nur als der lauteste. Bevor er sich
auf den kurzen Weg zur Feste Hautzensteyn machte, hielt er auf dem Burghof
eine Rede an seine Familie und die andern tieflandstämmigen Familien
um Esclarwehr und es war ihm offenbar gleichgültig oder sogar recht,
wenn auch jeder andere zuhörte, der gerade zugegen war. Die Kernsätze
der Rede waren folgende:
"Es gibt Männer in diesem Land - wenigstens nennen sie sich Männer
- die uns dieses Landes verweisen wollen. Wir sind in diesem Land geboren
wie sie. Wir haben eine ererbte Aufgabe, die wir über Jahrzehnte erfüllt
haben. Jetzt will man uns unserer Aufgabe und unseres Standes berauben
und uns zu Fremden im eigenen Land stempeln, die man ehrlos davonjagt.
Wir dürfen, wir werden das nicht zulassen! Denn wir nehmen niemandem
etwas weg, wie behauptet wird - im Gegenteil, uns wird etwas weggenommen.
Das widerspricht jeder Ehre und dieses Wort habe ich nun wirklich oft genug
gehört. Wenn er ein Mann von Ehre ist, muß
der Baron uns ohne Wenn und Aber wieder in unsere alten Rechte einsetzen."
Darauf ritt er davon und kein Widerwort scholl hinter ihm her.
Baron Gaeltachts zum heiligen Streiter des blinden Sehers ernannt
Mein Name ist Markwartd Welfenhaag und ich bin einer der 57 gläubigen
Ceriden im Hochland. Ich will hier Kunde bringen, von den unglaublichen
Ereignissen, die sich vor einigen Tagen in Tairngire abspielten.
So dann höret:
Schon vor einigen Wochen wurde unserem Baron Richard die Kunde überbracht,
dass der Primus der ceridischen Kirche, Pacellus, mit einer kleinen Reisegruppe
und dem blinden Seher, von dem man jetzt viel spricht, auf den Weg nach
Tairngire sei. Baron Richard ließ sofort die entsprechenden Vorbereitungen
für die Ankunft der hohen Herren treffen. Man erwartete die Reisegesellschaft
in einigen Wochen. In dieser Zeit wurde fleißig am Kloster St. Ankuin
weitergearbeitet, um den Dachstuhl noch rechtzeitig fertig zu bekommen.
Am 17. Tag des Fastenmonds war es dann soweit. Die ceridischen Würdenträger
zogen in Tairngire ein. Viele Bürger Tairngires standen auf der Straße
und beobachten die hohen Gäste auf ihrem Weg zur tairngirer Burg.
Wachen des Barons wiesen ihnen den Weg.
Dort angekommen wurden sie vom Baron Richard empfangen. Man konnte deutlich
beobachten, wie sehr sich der Baron über die Gäste freute. So
dann wurden ihnen ihre Gemächer gezeigt. Man wollte sich zum Abendmahl
wieder zusammen finden und ein kleines Fest feiern, da ja nun auch der
Fastenmond vorüber war. Am anderen Tag sollte das Kloster besichtigt
werden und ein gemeinsamer Gottesdienst den Bund beschließen.
In der Zwischenzeit war auch Cailleen Godfrey, die älteste der
drei Schwestern des Barons in der Feste angekommen. Von den Clanlords war
leider niemand erschienen.
Zur 7. Abendstunde fand man sich in der kleinen getäfelten Halle
zusammen. Nach einem fürstlichen Mahl zogen sich der Primus, Bruder
Adrian und Baron Richard in die Kaminecke zurück um die letzten Ereignisse
und die Festigung des ceridischen Glaubens in Gaeltacht zu besprechen.
Der Primus teilt seine Freunde über den Klosterbau und den Einzug
des Ceridentums im Hochland mit. Um die kleine ceridische Gemeinde, die
mittlerweile schon 57 Köpfe zählt, zu unterstützen, versprach
der Primus den Klosterbau mit finanziellen Mitteln zu beschleunigen.
Außerdem wollte er auch einige Brüder und Schwestern aus
anderen alteingesessenen Klöstern nach Gaeltacht berufen, um das ogedisch
gläubige Volk Gaeltachts zum wahren Glauben zu bekehren. Als Hilfmittel
dafür, würde er gerne eine Heilerschule in den alten Räumen
der gaeltachter Akademie sehen, in der ceridische Schwestern Armenseelsorge
betreiben können. Die Unterredung der drei dauerte bis in die späten
Abendstunden hinein und viel Wichtiges wurde beredet. Daraufhin begaben
sich die Würdenträger zu Bette, um sich am anderen Morgen zum
gemeinsamen Gottesdienst zusammen zu finden.
So ist es dann auch geschehen. Unser Primus der ceridischen Kirche,
der heilige Adrian, Baron Richard und unsere Gemeinde, unter der
natürlich auch ich mich befand, zogen in einer kleinen, aber sehr
feierlichen Prozession zum Kloster St. Ankuin. Das Kloster ist noch nicht
vollkommen vollendet, doch die kleine Kapelle trägt mittlerweile ein
Dach und auch die Holzbänke wurden rechtzeitig für die Einweihung,
die der Primus selbst übernehmen wollte, fertig gestellt.
Der ansässige Abt Manegold sprach die Begrüßungsworte
an die Gemeinde. Besonders geehrt fühlte sich der Klostervorsteher,
dass sogar der Primus selbst gekommen war, um das Kloster offiziell einzuweihen.
Nach einem gemeinsamen Gebet, trat Pacellus in den Alter und erzählte
von Mentirius Auftrag und dessen ersten Taten, die heligonischen Bürger
zum wahren Glauben zu bekehren. Er zog ein Gleichnis zwischen Mentirius
und Gaeltacht, da ja nun auch endlich, Fürst Waldemar und Baron Richard
sei Dank, der ceridische Glaube ins Hochland getragen wird. Bei einem kraftvollen
Laudate dominum schritt Pacellus durch die Kapelle und weihte den Klostergrund
mit Weihrauch und heiligen Worten. Bruder Adrian saß mit einigen
anderen ceridischen Würdenträgern zur rechten des Primus und
lauschte andächtig dem Gottesdienst. Der Baron stand auf der linken
Seite, zusammen mit den Bürgern der Stadt. Nach der Weihe begab sich
der blinde Adrian in den Alter um eine Geschichte aus dem Leben des Heiligen
Ankuin zu erzählen.
So sprach er dann: "So wie Ankuin damals den wahren Glauben in Heligonia
lehrte, so findet auch hier der Glauben seinen Beginn. Viel Streit und
Kampf hat es gegeben, bis wir mit der Geduld unseres Glaubens den wahren
Weg bestreiten können. Manch scharfe Klinge des Wortes war von Nöten,
sicherer Stand und treuer Glauben an den Einen. Möge uns der Eine
immer das rechte Licht weisen."
Das Gebet des Lebens folgte, in dem alle Anwesenden den Einen ehrten.
Eigentlich wäre nun der Primus wieder an der Reihe gewesen, um sein
Schlusslaudatio zu halten, als Bruder Adrian unerwartet seine Stimme
erhob: "Der Eine hat verkündet, unter uns weilt der heilige Streiter,
durch ein Zeichen soll er offenbar werden."
In dem Moment fiel ein Lichtstrahl durch die unvollendete Mauer in
Form eines Schwertkreuzes, dessen Spitze auf den Baron Richard fiel und
mit dessen Haupte das Licht verschmolz. Ganz seltsam sah auch der Adrian
aus, wie vom Einen erleuchtet, denn des Schwertes Heft verschmolz mit Adrians
Haupt. Seine sonst so starren Augen, waren von einem hellen Leuchten erfüllt,
das sehr viel Wärme ausstrahlte. Wie gebannt schauten alle Gläubigen
auf den blinden Seher und auf unseren Baron, denn so etwas hatten sie noch
nie erlebt. Richard wusste gar nicht wie ihm geschah, als der blinde
Seher so gleich verkündete: "Der Eine weist mir den rechten Weg, doch
soll ich diese Reise nicht alleine gehen, Richard wird mein heiliger Streiter
sein. Er wird mich beschützen, mein Augenlicht sein und den richtigen
Weg finden. So ist es der Wille des Einen."
Die Spannung war bis dahin zum Zerreißen gestiegen, doch die besonnen
und eindringlichen Worte des Primus war es verdankt, dass die Gläubigen
in der Kapelle die Ruhe bewahrten. Pacellus richtete sein Wort an Baron
Richard und fragte ihn, ob er die Aufgabe, die ihm der Eine aufgetragen
hatte, annehme. Aus tiefem Glauben bejahte der Baron die Frage und die
Freude ward groß unter den Anwesenden.
Daraufhin zogen sich der Primus und Richard in ein Gemach in die Burg
zurück, um sich zu besprechen. Noch vor der Abendszeit preschte ein
Depeschenreiter aus der Burg in Richtung Süden zur Drachentrutz und
trug wohl eine wichtige Nachricht. Was wohl Richard an Fürst Waldemar
geschrieben hatte? Kurz darauf waren weitere Hufschläge durch die
Straßen zu vernehmen, die sich in Richtung Etain und Föhrengrund
entfernten. Ich vermute, dass diese Reiter zu den Schwestern des
Barons ritten, da diese bereits am anderen frühen Morgen in Tairngire
eintrafen.
Voll erfüllter Freunde ging ich nach Hause und erzählte meinen
Nachbarn, was für einen heiligen Baron wir in Gaeltacht haben und
begann diesen Artikel zu schreiben, um dieses wichtige Ereignis allen kund
zu tun.
Höre Volk Gaeltachts !
Höre Volk Heligonias !
Ich heiße Eiric und will euch sagen, was in Gaeltacht wirklich geschah!
Bei uns geht es ja in letzter Zeit ziemlich rund, wenn man die Sache
mit den Ceriden betrachtet. Erst passieren seltsame Dinge und der Angus
verlässt uns. Dann regiert wieder ein alteingesessener Gaeltachter.
Das unser Land nun wieder Gaeltacht heißt, find ich gut, denn das
führt uns zu unseren Wurzeln zurück. Das aber unser neuer Lord
ein Ceride ist, das führt uns irgendwoanders hin ! Nämlich dahin,
wo der Pfeffer wächst. Das ist nämlich dort, wo kein Mensch sein
will !
Und dann setzt er als eines seiner ersten Zeichen gleich so ein Ceridenhaus
hin. Lob und Preis sei dem Einen, jaja, er dankt es den seinen. Ach, wie
ich diese Wörter hasse ! In meiner Nachbarschaft ist gleich so ein
Ceride, so einer, der vor 20 Jahren zu uns aus dem Tiefland gekommen ist.
Schön fand er es bei uns, gastfreundlich und ehrlich, so schön,
dass er gleich geblieben ist. Früher war er oft bei den Saarkadiensten
dabei, doch jetzt steht er immer bei der Schar der Abtrünnigen.
Ganz besonders schlimm war das am 17. Tage des 2. Poena, gepriesen sei
sie, die Herrin!
Schon lang vorher hab ich vernommen, dass der oberste Pfaffe von denen
zu uns kommt. Erst wollt´ ich ja lachen, doch dann hab´ ich
dem Gunweyn sein ernsthaftes Gesicht bemerkt und mir ist der Kloß
im Halse stecken geblieben, so richtig fest.
An dem Tag nämlich kam der Pacellus in Tairngire an, so richtig
in seiner weißen Pfaffenrobe. Alle Leut´ standen rum und haben
beobachtet, was der wohl bei uns anstellen wollt.
Unser Lord Richard hat ihn dann in der Burg empfangen. Wie das so ab
lief weiß ich nicht. Aber dafür gibt's ja den Boten. Und was
da nicht drinsteht, bekommt ja jeder entweder durch die Gerüchteküche
mit oder kann es offiziell und schwarz-auf-weiß im Pergament lesen.
Ich auf jeden Fall war Abends im O´Sheas, ´ne Runde Dunkles
süffeln. So voll wie sonst war es ja nicht - sondern viel voller.
Einer hat gewusst, dass der Oberpfaffe am nächsten Morgen einen Gottesdienst
abhalten wollte und da haben wir dann alle beschlossen hinzugehen und uns
das anzuschauen.
Am nächsten Tage ist dann der große Auflauf gewesen, denn
wir Gaeltachter halten zusammen !
Alle waren da und haben dem Haufen Ceriden zugeschaut, wie sie zusammen
mit unserem Lord zum Schandfleck gezogen sind. Die sind dann in das Haus
rein und einige Burgwachen haben davor Wache gehalten. Dann hat da noch
die Glocke geklungen, gleich 57 mal.
Wir draußen haben die ganze Zeit gewartet und einige haben wohl
auch was von drinnen mitbekommen. Denn als die wieder aus´m Schandfleck
heraus kamen, da ging die Runde, dass der Richard jetzt der Aufpasser von
dem Blinden geworden sei.
Dazu will ich jetzt aber gar nichts mehr sagen. Aber uns war voll klar,
dass jetzt was geschehen musste. Irgendwie hat sich dann alles zum Quellhügel
hin bewegt. Der liegt außerhalb unserer Stadt und ist schon seit
jeher ein heiliges Kleinod. War eigentlich klar, dass wir gläubig
Ogeden da hingehen.
Um den Quellhügel war dann auch die ganze Stadt versammelt und
oben stand die Siirie Godfrey mit 3 anderen Geweihten. Die hat dann abgewartet,
bis alle da waren. Ja, bis alle da waren, nicht etwas still oder so. Denn
aufmerksam und schweigend waren wir alle - die ganze Zeit.
Und dann hat sie angefangen und die Geschichte erzählt, wie Helios
auf seinem Sonnendrachen Creldinor durch das All geritten ist und Poena
traf. Und wie die Beiden Xurl und Saarka gebaren und dann, wie wir Menschen
entstanden. Und dann haben sich alle hingekniet und den Großen Hymnus
gesungen Und dann hat Siirie uns aufgerufen stark in unserem Glauben zu
sein, so stark, wie noch nie zuvor. Und wir haben gerufen, geschrien: "Für
Gaeltacht, für die Götter!". Dann hat sie den Segen über
uns gesprochen. Einige Stunden später war ich dann wieder im O´Sheas,
aber losgelassen hat mich der Götterdienst noch nicht. Das habe ich
auch bei den anderen bemerkt. Denn wir mussten gar nicht mehr über
die Ceriden und den Richard reden.
An das Volke Gaeltachts,
An die ceridischen Gläubigen,
An das Volk Heligonias,
vor einigen Tagen hat sich der Eine dem blinden Seher Adrian bei seiner
Reise mit Primus Pacellus in Gaeltacht offenbart und Uns, Richard Godfrey
von Gaeltacht, in einem Gottesdienst als Streiter des heiligen Adrians
ernannt.
Um diese heilige Aufgabe zu erfüllen und dem Einen zu dienen, werden
Wir fortan, an Bruder Adrians Seite stehen, ihn beschützen und ihn
auf seiner heiligen Mission begleiten.
Damit die Staatsgeschäfte Gaeltachts weitergeführt werden
und der Aufschwung der Baronie anhält, setzten Wir, mit Graf Waldemars
Einverständnis, meine älteste Schwester Caileen Godfrey, Freifrau
von Volksstein, als Verwalterin Gaeltachts ein. Sie wird ab sofort in meinem
Namen die Führung der Baronie mit allen Rechten und Pflichten übernehmen
und das Volk führen, so lange Wir in heiliger Mission unterwegs sind.
Der Eine möge über uns alle wachen!
Gezeichnet, am 7. des Wonnemond 30 nach Ax. III
Richard Godfrey von Streitberg
Baron Gaeltachts
Drachentrutzer Ritter
Dank sei Poena - Ein Kind bringt der Mutter die Aussöhnung.
Vor einem Vierteljahrhundert entschied sich Liolyn MadUaine, Gisrod von
Soilach zu heiraten, der damals noch nicht Vogt war. Die Ehe war eine Skandal
und Liolyn verlor alle Rechte bei ihrem Clan.
Mit fast 47 Jahren hat die Luchnerin nun erstmals einem Kind das Leben
geschenkt. Trotz aller Gefahren einer Geburt in solchem Alter verlief die
Geburt, die von der Poena-Sagai Soilachs überwacht wurde, völlig
problemlos und Mutter und Tochter sind wohlauf. Das kleine Mädchen
erhielt den Namen Ylvi Dora MadUaine von Soilach. Der Name wirkt etwas
holprig und trägt an seiner politischen Bedeutung, doch soll der Vogt
selbst hierzu trocken kommentiert haben: "Man wird sehen, was davon übrig
bleibt."
Flarn Flirhan MadUaine, der Ceann Cuath der MadUaine besuchte mit mehreren
Mitgliedern von Liolyns Familie die Burg von Soilach und verlieh dem kleinen
Mädchen die vollen Clansrechte. Gleichzeitig bezeichnete er den einstigen
Ausstoß Liolyns als Fehler und setzte auch sie wieder in ihre Rechte
ein. Eine richtige luchnische Feier, wie zur Geburt eines Kindes üblich,
fand zwar nicht statt, dennoch gilt die Aussöhnung als wichtige Geste
im Konflikt zwischen Vögten und Clans.
Hoher Besuch zu hohen Anlässen in Lindfurt
Am 29. Tag des Fastenmondes traf das Oberhaupt der Ceridischen Kirche,
seine Heiligkeit Primus Pacellus, auf seiner Reise durch das Drachenhainer
Land nach Gaeltacht nun zuletzt in der Baronie Lindfurt ein.
Viele Gründe hatten ihn hergeführt. Nachdem Pacellus am Ceridenconzil
Ditonius, Abt von Lindfurt, wegen dessen Eheschließung all seiner
Ämter enthoben hatte, wurde der Kirche von Fürst Waldemar das
Lehen Lindfurt entzogen. In der Folge machte seine Durchlaucht dann ausgerechnet
den ehemaligen Abt Ditonius und jetzigen Alton von Fichtenhau, zum Baron
zu Lindfurt. Die Klosterabtei, die dieser als Abt Ditonius zuvor geleitet
hatte, blieb seitdem führungslos. Es stand also die ein oder andere
Aussprache an. Des weiteren wurden die langjährigen Restaurierungs-
und Erweiterungsarbeiten am Dom der Stadt Lindfurt endlich abgeschlossen.
Einer Wiedereröffnung, nebst einer neuen Weihung, stünde im Grunde
nichts mehr im Wege, jedoch hat die Abtei der Stadt - wie erwähnt
- seit Monden weder Abt, noch Prior, um diese zu vollziehen... Außerdem
war da ja noch eine sehr persönliche Bitte: Nachdem Primus Pacellus
die Ehe des Ditonius mit der Edlen Anwara von Hagenrich für nichtig
erklärte, haben diese bislang verzweifelt versucht, einen Priester
für die erneute Trauung zu finden. Pater Randelfried, der das erstemal
die Ehe schloss, ist seit dem Winter spurlos verschwunden. Alle Kleriker
haben seither abgewunken, und Drachenhains Bischof, Ceridian Aegidio, liegt
noch auf dem Krankenlager. Nun haben Alton und Anwara die Bitte an den
Primus selbst herangetragen, der auch versprach, höchstpersönlich
für eine erneute Eheschließung Sorge zu tragen...
Begeistert wurde alsdann Primus Pacellus in der Baronie empfangen, und
viel Volk strömte aus allen Ecken des Landes in die Hauptstadt. Mit
Seiner Heiligkeit reiste auch ein bislang unbekannter Kleriker, mit Namen
Pater Salvianus, aus Gaeltacht an. Gleich am ersten Tag nach seiner Ankunft
- noch bevor sich Primus und Baron einander die Aufwartung machten - begab
sich Pacellus auf die Klosterinsel und setzte dort feierlich den Pater
als neuen Abt der Klosterabtei ein. Seit Frostmond war die klösterliche
Gemeinschaft ja ohne jedwede Führung geblieben. Zwar hat man nach
dem Entzug des "Baroniestatus" viel an Einfluss eingebüsst, doch ist
die Abtei, als Halter des St. Eustasius Doms und der Klosterinsel, alles
andere als unbedeutend. Nach dieser Einsetzung beschloss man auch, die
Klosterabtei, dem Stadtheiligen St. Aquarius zu weihen. Abt Salvianus,
der lange Jahre als Pater im Buchenfelser Mutterhaus der Pretoriusaner
gewirkt hatte, vollführte die Weihen feierlich. Wie sich der neue
mit dem ehemalige Abt verstehen wird, bleibt abzuwarten.
Danach kam es zur Begegnung zwischen Primus und Baron. Entgegen den
Befürchtungen vieler, fand das Zusammentreffen in ruhigem und freundlichem
Tone statt. Ausführlich ließen sich der Primus und der frischgebackene
Abt Salvianus, vom Baron und dem Domherrn, Pater Linius, den fertiggestellten
St. Eustasius Dom, zeigen. Der Baron wies seine Heiligkeit besonders auf
die neuen Querschiffe hin, die mittels der leichten Betiser Bauweise -
aber doch im Lindfurter Stile - errichtet, hinzugekommen waren.
Tags darauf reisten dann die ersten Hochzeitsgäste an. Aus der
Markgrafschaft liefen die stolzen Schiffe "Norrland-Brassach", einem Schiff
der Anitra-Klasse, sowie der "Daron von Brassach", einem Schiff der Herzog
Uriel-Klasse, in den Lindfurter Hafen ein. Von Bord gingen huldvoll Markgraf
Kalveram von Norrland-Brassach und Gemahlin Lenia, Baron Hagen von Grauburg
und Gemahlin Sophia, Baron Gilbert von Dachsrode, Benedikt Honorius, dem
Bischof von Norrland-Brassach, sowie der Großmeister der Templer
zu Ankur, Hadebrand von Grauburg. Mit allen Ehren empfingen der Baron und
seine Braut den Hochadel der Markgrafschaft und hießen ihre Gäste
aufs herzlichste Willkommen. In großem Trosse reiste wenige Stunden
später Fürst Waldemar mit edlem Gefolge von der Drachentrutz
an. Äbtissin Salome von Richilesruh begleitete ihn, an ihrer Seite
schritt demutsvoll Schwester Idone, die in ihrem weltlichen Leben, Tyra
von Hagenrich, also der Edlen Anwara leibliche Schwester, gewesen war.
Nachdem seine Durchlaucht Baron Alton kräftig beide Hände geschüttelt
und die Anwara innig geherzt hatte, nutzen der Herr von Drachenhain und
seine Heiligkeit, Primus Pacellus, bald die Gelegenheit, um hinter verschlossenen
Türe über den Einen und die Welt und Drachenhain zu reden. Manche
wollen Fürst Waldemar laut Schimpfen hören haben, doch wurde
von einem Streite der beiden, nichts verlautbart...
Nicht zuletzt hatten sich auch der Doge von Betis, Vincent Battista
Corvese und dessen Vater, Niccolo Corvese, auf den Weg über den Brazach
gemacht, um an den Festlichkeiten teilzunehmen. Mit ehrlichen Juhu-Rufen
wurden die hohen Herren von den Lindfurter Bürgern begrüßt.
Auch aus Sengenberg kamen Baron Wentorius von Waldhort, nebst vier Templern
herbei. Aus Hochaskenstein gab sich Abt Erlind, begleitet von zwei Mönchen,
die Ehre. Mit sich trug der ehrwürdige Vater auf einem Ochsenkarren
eine große Kiste, aus der es wahrhaftig balsamisch roch. Die Baronie
Rebenhain entsandte den edlen Ritter Trajan von Sarras. Als Vertrauter
des Baron Krators, nahm er - trotz des Festtages - Baron Alton für
einen kurzen Augenblick zur Seite. Man sei über die Vortäuschung
eines Konfliktes mit Sengenberg (der HB berichtet: der "Lindfurt-Sengenberg-Konflikt")
alles andere als glücklich gewesen, dennoch entsenden Baron Krator
und Baronin Samira die besten Wünsche zur Vermählung. Die armen
Lindfurter wussten also gar nicht mehr wohin sie schauen sollten, bei all
den hohen Herrschaften.
Am Abend fand dann feierlich die heilige Neuweihe des Domes statt,
bei dem Primus Pacellus, unterstützt von Abt Erlind, aus dem Hilarium
las. Zuvor war das Geschenk der Abtei Hochaskenstein überreicht worden,
Unmengen von Weihrauch. Sofort entfachte man das edle Rauchwerk und Pater
Linius ließ das große, von der Decke schwingendes Weihrauchgefäß,
durch den Raum pendeln.
Am darauffolgenden Nachmittag, am 1. Wonnemond also, war es dann soweit.
Die Hochzeitsgesellschaft trat aus der neuen Stadtresidenz, gegenüber
des Doms, und wurden vom Volk begeistert begrüßt. Aus der ganzen
Baronie waren die Leute hergekommen, um hierbei teilzunehmen. Der große
Dom mit seinen beiden prunkvollen Querschiffen, war bis auf den letzen
Platz besetzt, so dass viele draußen vor den Eingangsportalen stehen
bleiben mussten. Zur Überraschung aller, führte aber nicht der
Primus die Hochzeitsmesse, sondern der neue Abt der Lindfurter Klosterabtei,
Salvianus von St. Aquarius. Der ehrwürdige Vater tat dies aber in
solch freundlicher und gefälliger Weise, das die Gesichter der Lindfurter,
die sich anfangs noch zornig anschauten, bald entspannten. Nachdem sich
die Brautleute im Beisein aller Gäste das endgültige Jawort gaben,
stimmte das Wunderkind Bonifazio ein "Ave Hilario" an. Nach der Trauung
wurde das Brautpaar stürmisch vom Volk vor der Kirche begrüßt,
und nach altem Brauch mit Flachskörnern beworfen. Viele Gratulanten
traten noch auf dem Platz vor, um ihre Glückwünsche und die Geschenke
zu überbringen. Besonders angetan waren Anwara von Hagenrich, Gemahlin
des Barons von Lindfurt und Baron Alton von Fichtenhau, von einer Gabe,
die ihnen die Bewohner des größtenteils ogedischen Finsterwaldes,
an der Grenze zu Jolbenstein gelegen, darreichten. Nach alter Sitte brachten
sie dem jungen Paar einen buntgeschmückten Weidenkorb, wie er in Lindfurt
üblicherweise für Kinderwiegen gebräuchlich ist... Aber
auch der reichverzierte Dolch und der aurazithene Handspiegel vom Fürsten
Waldemar, wurden sehr bestaunt. Dann erwiesen in einer gelungene Parade
die Lindfurter Kämpfer in blauen Waffenröcken und dem Schlachtruf
" Alles Im Ruder!" auf den Lippen, dem Brautpaar ihre Ehrerbietung. Schließlich
zog sich die Gesellschaft zurück, um den Tag noch mit verschiedenen
Darbietungen des Drachenhainer Jagdchors und einem Theaterstück der
bekannten Gruppe Campagnio Gelosi die Hochzeitsfeierlichkeiten abzurunden.
Als Höhepunkt sang dann noch das Wunderkind einige Stücke aus
seiner neuen Arie. Unterdessen feierten die Bewohner in den Straßen
und auf dem Markt- und Domplatz mit Musik und Darbietungen den ganzen Tag
und die gesamte Nacht hindurch.
Am nächsten Tag reisten die ersten Gäste ab. Fürst Waldemar
blieb noch einige Tage länger, um mit Baron Alton und Baron Wentorius
noch einmal über die jüngsten Begebenheiten zwischen den beiden
Baronien zu sprechen.
Gegeben am 15. Tag des Wonnemondes im Jahr 31 n. A.III
Sandbard Redborn, Schreiber der Baronie Lindfurt
Die Baronie Lindfurt gibt gekannt:
Baron Alton von Fichtenhau und die Edle Anwara von Hagenrich
haben sich am
Maccalustag, den 1. Wonnemondes im Jahr 93 nach der Erleuchtung
das Eheversprechen gegeben.
Die Trauung fand im St.Eustasius Dom der Stadt Lindfurt statt.
Möge der Eine seine schützende Hand über diesen Bund
halten.
Gegeben am 15. Tag des Wonnemondes
Sandbart Redborn, Schreiber der Baronie Lindfurt
Streit um neue Aufgaben der Vögte
Das mit Spannung erwartete Treffen der Vögte Luchnars, Eylhardt von
Esclarmond, Gisrod von Soilach, Danrrad von Tuachall und Simuniel von Turlach
mit Baron Koldewaiht von Hautzensteyn hat im Streit geendet. Eylhardt von
Esclarmond und Danrrad von Tuachall verließen im Zorn die Burg. Gisrod
von Soilach hatte es verständlicherweise sehr eilig, nach Hause zu
kommen zu seiner Frau Liolyn und zu seiner neugeborenen Tochter. Nur Simuniel
von Turlach verblieb noch auf der Feste.
Hauptthema des Gesprächs war ein Vorschlag des Barons, wie die
Aufgaben der Vögte zukünftig aussehen könnten. Auf die Forderungen
insbesondere Eylhardts von Esclarmond, den Status Quo wieder herzustellen,
ging er offenbar nicht ein und war auch nicht bereit, den Sinn des Vorschlags
an sich zu diskutieren, sondern lediglich seine Umsetzung. Doch kam es
offenbar gar nicht zu einer eigentlichen Diskussion. Eylhardt von Esclarmond
und Danrrad von Tuachall gaben heftige Widerworte und lehnten den Plan
rundweg ab. Gisrod von Soilach war mit dem Kopf bei seinem Kind und Simuniel
von Turlach sagte wenig. Nach weniger als einer Stunde war das Gespräch
beendet.
Damit sich der geneigte Leser selbst eine Meinung machen kann, seien
hier die zentralen Punkte des "neuen" luchnischen Vogttums genannt, wie
es nach der Vorstellung des Barons aussehen soll.
-
Die de facto bereits eingetretene Änderung der letzten Jahre wird
offiziell: Der direkte Kontakt zwischen Baron und Clans wird der politische
Weg der Zukunft sein.
-
Der amtierende Vogt wird seine Aufgaben weiter wahrnehmen, jedoch zusammen
mit dem entsprechenden Ceann Cuath (Clansoberhaupt) oder einem Vertreter
von ihm. Zum Ausgleich werden die in den vergangenen Jahren zunehmend an
den Vögten vorbeigeschleusten Informationen wieder zu diesen gelangen.
-
Die Vogteien werden beibehalten, jedoch die Grenzen den einstigen, nie
ganz festgelegten Clansgebieten bzw den Siedlungsgebieten der Clans angepasst.
-
Neue zusätzliche Aufgabe der Vögte wird alles, was den Kontakt
nach außen betrifft, also insbesondere Handel und Verkehr.
-
Die Nachfolger der amtierenden Vögte werden im Wesentlichen andere
Aufgaben erhalten. Im Zuge der notwendigen Öffnung nach außen
benötigt Luchnar Botschafter, die das Land nach außen vertreten.
Dies kann nicht ein bloßes Fortschicken bedeuten, wodurch sie dem
Land entfremdet würden, vielmehr müssen sie sogar mehr in das
Geschehen des Landes eingebunden werden. Die Kinder der Vögte sollen
deshalb mindestens zwei Jahre ihre Heimatburg, ihr Heimatnioch verlassen
und in der Familie des CeannCuath leben, bevor sie, mit hoch- und tiefländischer
Kultur ausgestattet, ihre Botschafteraufgabe wahrnehmen.
Die Meinungen der Beteiligten zur geplanten Neuordnung in Luchnar - Der
Heliosbote hakt nach
Die geplante Neuausrichtung des luchnischen Vogttums hat hohe Wellen
geschlagen. Unter teils widrigen Umständen gelang es unserem Berichterstatter,
von jedem der Hauptbeteiligten einen Kommentar zu erhalten.
Vogt Eylhardt von Esclarmond: "Der Vorschlag ist ein Witz. Der
einzig ehrenhafte Weg ist es, uns unsere Kompetenzen komplett zurückzugeben.
Dann weiß jeder, woran er ist. Es ist noch lange nicht vorbei und
es kann böse enden - auch für das Land."
Vogt Gisrod von Soilach: "Was soll ich sagen? Meine Tochter hat Soilach-Blut
und MadUaine-Blut in den Adern. Poena sei gelobt. Sie wird ihren Weg finden."
Vogt Danrrad von Tuachall: "Ich bin bitter enttäuscht und kann
das so nicht akzeptieren. Natürlich kann die Zusammenarbeit mit den
Clans verbessert werden und das wird auch gelingen, aber niemals auf diesem
Weg."
Vogt Simuniel von Turlach: "Ich bin jetzt seit über 35 Jahren
Vogt und wenn ich hinzufüge, was ich von meinem Vater und Großvater
erfahren habe, komme ich zu dem Schluß, dass das Beständigste
der Wandel ist. Es ist mir seit langem klar, dass es zu einer Änderung
kommen würde und jetzt ist es eben soweit."
Baron Koldewaiht von Hautzensteyn: "Das Vogttum in seiner heutigen
Form stammt aus der Zeit des Dòrchiu, also der Clanskriege und das
ist bald 80 Jahre her. Mein Plan sichert den Vögten und ihren Familien
die dauerhafte Existenz im Hochland und weiter eine eigene Rolle. Mehr
können sie nicht erwarten. Es gibt keine Alternativen."
Verfeinertes Rauchkraut in Jolbenstein
Wie jegliche Kunst geschmackvollen Genusses angesehen ist in Jolbenstein,
stehen auch Verarbeitung und Vertreib von Rauchwaren in der Baronie in
edler Blüte. So mag es auch das Herz jeden Liebhabers der noblen Tabakpflanze
in Frohlocken versetzen, doch nicht erstaunen, dass es einem Jolbrucker
Gartenbauer gelungen ist, zwey des vortrefflichsten Rassen zu verkreuzen
zu einem neuen Gewächs, dessen Blätter jegliche Erwartungen übertreffen
und in aller Munde sind. Angesichts der erlesenen Güte der neuen Sorte
und des vollendeten Wohlgefühls, den ihr Genuß gewährt,
gab Baronin Jefferindell Karelia von Jolbenstein huldvoll dem Begehren
des Erzeugers statt, die Rauchwaren nach Ihrer Hochwohlgeboren selbst zu
benennen.
Fest verschoben
Aufgrund unvorhergesehener Ereignisse muss das Fest in Sarniant verschoben
werden. Seine Durchlaucht Fürst Waldemar haben angekündigt, der
Stadt Sarniant und damit ganz Wolfenfeld ein Privileg zukommen zu lassen.
Da dies in angemessenem Rahmen und auch in Anwesenheit des Fürsten
gefeiert werden soll, wird die geplante ogedische Feier auf das diesjährige
Stadtfest im 3. Helios verschoben, so dass es auch umso prächtiger
und eindrucksvoller stattfinden könne! Die bereits gemeldeten Gäste
werden umgehend benachrichtigt.
Im Namen der Baronin,
Rhyged von Relony, Major Domus
Diebstahl im Brassachdelta auf Ceridenhochzeit
Süß lag noch der Geschmack von Hefegebäck anlässlich
der lindfurter Hochzeit auf den Zungen der weitgereisten Hochherrschaften,
als die erwartungsvolle Stille im Dom jäh zerrissen wurde. statt Primus
Pacellus erhob sich der tags zuvor eingesetzte Abt. Salvianus. um die Trauung
zu vollziehen. So mancher erholte sich nur langsam von diesem Schock, auch
Anwara konnte ihr Erstaunen nicht verstecken. Nichts desto trotz blieb
kein Auge trocken, als sich das schmucke Paar wenig später schmachtend
mit zartem Kusse die Ehe besiegelte. In der neuen Residenz schmetterte
der Drachenheiner Jagdcor seine besten Lieder. Eine Lieferung bester filigran
kreierter Süßigkeiten aus Betis trug zur Freude und Wohlgelingen
bei. So mancher Besucher wunderte sich über die einheitlichen Anwaralocken
an zahlreichen edlen Frauengesichtern, die zur Symphatiebekundung getragen
wurde. Noch lange nach dem Trauungsakt schwärmten die Geladenen vom
prachtvollen Dom und dem von Betis ehrenvoll gestifteten Bilde, gemalt
von Massimiliano Conti, auf dem der Kniefall Hilarius vor dem Lichte des
Einen zu betrachten ist. Hierbei genoss man den landestypischen Minzgrog
an einer der vielen Teestände. Und wer sich danach noch ein wenig
Brassacher Luft um die Nase wehen wollte, bestaunte Schiffe des Markgrafen
von Norland-Brassach im neuen Hafen oder wagte sich gar auf eine der feuchtfröhlichen
Hafenrundfahrten, um einen Gesamtblick auf die so mondän prachtvoll
gesegnete Neustadt zu werfen. Beachtung fanden auch die waghalsigen Seilakrobatiken
(so manchen Drahtseilakt hatte der Abt Ditonius ja schon selbst gar vorzüglich
gemeistert) die zwischen den großen Linden des Stadtplatzes dargeboten
wurden. Wen wunderte es da nicht, als die doch so liebevoll ausgesuchten
Geschenke nicht mehr an ihrem Platze gefunden wurden. Ein reichverzierter
aurazithener Handspiegel und ein noch prunkvollerer Dolch, beides Geschenke
unseres allergnädigsten Fürsten sind seit dem nicht mehr gesehen
worden. So verlor das hochumjubelte Paar also nicht nur seine Unschuld
sondern ... verfiel auch den Kunststücken des fahrenden Volkes. Eine
solche verachtenswürdige Tat verurteilte das Volk aufs äußerste,
aber eine Spur ist schon aufgenommen. Nun denn da blieb ja noch das überraschende
Präsent der Ogeden in den ortsansässigen Dörfern. Ein Weidenkorb
gefüllt mit gar reichlichen Dingen wie Kräuter Rauchwerk und
seltenes Gewächs. So bleibt noch manchem und hoffentlich auch Jedem
dieses rauschende Fest lange im Gedächtnis.
Tratschmunde Tuscher
Freie Schreiberin des "Goldenen Lindfurter Minzblatts"
Ausschreibung
Das Ostarische Amt zur Förderung des Fischereiwesens (OAzFF) gibt
bekannt:
Zur Erhöhung des Fischertrages des Emaransees steht zur Planung,
Schwimmplattformen zur Befestigung von Zuchtnetzen im See auszubringen.
Die Pläne, Kostenrahmen und Stückzahlen sind in den Amtsstuben
des oben genannten Amtes in Ankur, Schustergasse oder in Lodenstadt, Hafenmeisterei
einzusehen. Der Bauauftrag wird ohne weitere Nachverhandlungen an den günstigsten
Anbieter vergeben. Wert gelegt wird vor allem auf kurze Lieferfristen und
hohe Traglast der Plattformen. Angebote sind abzugeben bis zum ersten Tag
des Heumondes im Jahre 94 n.d.E. bei genannten Stellen. Im Rahmen der Amtshilfe
steht bei Fragen zur genauen Ausführung der technische Dienst in Lodenstadt,
Marinestützpunkt zur Ansprache bereit.
Lang lebe Herzog Angilbert I. !
Am Scheideweg
Obwohl die feine Gesellschaft Ankurs meist in Kutschen oder nach Betiser
Vorbild in Sänften von einem Ende der Stadt zum anderen reisen, hatte
es sich Notger vom Eschenholz nicht nehmen lassen begleitet von nur zwei
Gefolgsleuten auf seinem besten Roß durch die Straßen zum Herzog-Raimund-Platz
zu reiten. Bei diesem Gang würde er sich nicht zu verstecken haben.
Es war seine Entscheidung und er war sich absolut sicher, daß es
die richtige war. Vor dem Portal des Schlosses Flurensteig stieg der entschlossen
dreinblickende Mann von seinem Pferd. Sein Adjutant wechselte ein paar
Worte mit einer der schmucken Torwachen, die sogleich mit festem Schritt
davoneilte, um die Ankunft bekannt zu geben. Während die Gruppe wartete,
strich sich Notger nachdenklich durch den braunen Bart. Jetzt plötzlich,
im Angesicht herzöglicher Macht, überkamen ihn leise Zweifel.
Wie würde sie reagieren? Würde er durch sein Handeln unwiderrufbaren
Schaden anrichten? War es nicht doch Feigheit oder die Kapitulation vor
der harten Realität? Schon oft hatte er sich diese Fragen gestellt
und hatte doch für sich nur eine Antwort gefunden.
Noch einmal ließ Notger die letzten Jahre in seinem Kopf vorüber
ziehen: Kämpfe und Schlachten gegen die Ödländer, blutige
Siege; dann die große Aufgabe ein Land wieder aufzubauen, dessen
Bevölkerung durch grausame und verräterische Barone enttäuscht
worden war; die Heirat mit seiner jungen Frau, kurzes Glück und dann
die Wende. Die Frau stirbt an einer Fehlgeburt, am ersten so ersehnten
Kind. Das Volk murrt, sieht ihn als Fremden an. Die Ernten sind schlechter
als in den Vorjahren. Notger zweifelt an seinen Fähigkeiten, hadert
mit seinem Schicksal. Im Volk wird gemunkelt, dass ein Fluch auf dem Land
liege, seit damals, seit dem Bluttag. Erst wenn sich einer der Herren in
seinem Leben und Wirken als wahrhaft Gläubiger erweisen würde,
dann würde das Unrecht gesühnt sein und eine neue Zeit des Friedens
und des Wohlstandes könne einkehren. Notger sucht Rat bei den Mönchen,
beginnt zu beten, zu fasten, sich zu kasteien. Er vernachlässigt dabei
die Amtsgeschäfte, was alles nicht besser macht. Doch ein Anderer
öffnet ihm durch sein Handeln die Augen und plötzlich weiß
Notger was zu tun ist und so macht er sich, nachdem er seine Aufgabe vorrübergehend
an seine Berater übergeben hat, auf den Weg nach Ankur, um seine Entscheidung
kund zu tun.
Ja, es war die richtige, denn es ist für das Land das Beste.
Mittlerweile war ein elegant gekleideter Sekretär herbeigeeilt,
der Notger vielmals für das lange Warten um Verzeihung bat und ihn
außerdem aufforderte, ihm zu folgen, denn die Regentin hätte
sich die Zeit genommen, ihn sofort zu empfangen. Sie stiegen die breiten
Treppen des Schlosses empor, schritten durch hohe großflügelige
Türen und gelangten schließlich in ein geräumiges Schreibzimmer
mit Blick auf den Herzog-Raimund-Platz. Die Regentin, gekleidet in ein
hochgeschlossenes schwarzes Kleid, saß an einem Schreibtisch und
blickte streng auf ein Schriftstück, welches vor ihr zwischen weiteren
zahlreichen Pergamenten lag. Als sich der Sekretär vorsichtig räusperte,
legte sie es zur Seite, erhob sich und blickte Notger nachdenklich an.
"Willkommen in Ankur Baron. Ihr seht so aus, als hättet Ihr eine
Entscheidung getroffen. Wenn Ihr eine Erfrischung möchtet, so sagt
Unserem Sekretär hier Bescheid. Doch möchten Wir Euch nicht davon
abhalten Euer Anliegen vorzubringen, es scheint Euch auf der Seele zu brennen."
Notger erschrak etwas, fühlte sich ertappt. Sogleich aber faßte
er sich wieder: "Euer Erlaucht, ich will nicht lange herumreden. Ich habe
dem Land mit dem mich Seine Erlaucht belehnt hat wie meine Vorgänger
nur Unglück gebracht. Ebenso war mir und meiner Familie nur Unglück
durch das Land beschieden. Darum beschritt ich den einzigen Weg, den ich
dafür geeignet hielt, um vergangenes Unrecht wieder gut zu machen,
ich suchte meinen Frieden beim Einen. Doch erst Markgraf Kalveram öffnete
mir die Augen. Er war es, der erkannte, dass man sich entweder mit ganzem
Herzen den weltlichen oder den geistlichen Aufgaben widmen sollte, die
einem in dieser Welt bestimmt sind. Ich jedoch möchte den Weg in die
andere Richtung gehen als er es tat. Meine Absicht ist es darum dem Orden
der Templer zu Ankur beizutreten. Darum möchte ich," Notger beugte
ein Knie vor Walluma von Ostarien, "so Ihr gestattet, Oraneck an den Herzog
zurückgeben. Ich bitte Seine Erlaucht und Euch mich von meinen Lehenseid
zu entbinden und diesen Heliosbrief zurückzunehmen!"
"Steht auf Notger vom Eschenholz! Wir sehen, Ihr habt diese Entscheidung
nicht leichten Herzens getroffen, und habt reiflich darüber nachgedacht.
Daß Ihr gewissenhaft das Wohl Eures Lehens im Sinn hattet, bestätigt
Uns, daß Wir mit Euch nicht den falschen zum Baron zu Oraneck machten.
Jedoch scheint der Eine Euch eine andere Aufgabe zugedacht zu haben. Wir
gewähren Euch darum die Rückgabe Eures Lehens. Wir wünschen
jedoch, daß Ihr erst das Amt niederlegt, wenn Wir einen Nachfolger
gefunden haben, was jedoch schnell vonstatten gehen sollte."
Nachdem die Regentin ihn noch mit einigen freundlichen Worten bedacht
hatte, machte der ehemalige Baron zu Oraneck dem jungen Herzog seine Aufwartung
und eilte dann mit leichtem Herzen zu seinen Begleitern, um ihnen den Verlauf
der Unterredung mitzuteilen. Der weitere Weg würde ihn zur Hochballei
Hohentor führen. ...
Lodenstadt
Seit kurzer Zeit ist auf dem Flottenstützpunkt der Emaranseeflotte
seltsame Betriebsamkeit zu verzeichnen. Der bereits vorhandene Bretterzaun
wurde im Bereich der Werft zum Teil deutlich erhöht. Ob die dafür
angegebenen Sicherheitslücken ein adäquater Grund darstellen,
bleibt stark zu bezweifeln. War der Zaun doch sicher genug, um vor einigen
Jahren den Bau der HUK abzuschirmen, die seitdem auf dem See kreuzt. Auch
die Ankunft von mehreren Werftarbeitern aus Jolberg und Ankur und die Lieferung
größerer Mengen besten Bornbuchenholzes geben Anlass zu gewissen
Vermutungen. Der Atachée für Öffentlichkeitsarbeit des
Marinestützpunkts jedoch war zu einer Stellungnahme bereit. Es wurde
nur durch einen Boten die Nachricht überbracht, dass der Grund für
den Aufwand die turnusmäßige Überholung der Schiffe sei.
An der Wahrheit dieser Aussage darf aber gezweifelt werden. Immerhin kreuzt
die Flotte ausschließlich im Süßwasser und keines der
Schiffe ist übermäßig alt.
Weiterreichende Recherchen, sowohl über Kontakte zur Gilde der
Emaranseefischer als auch durch Befragung der Hafenarbeiter brachte keine
weitere Klarheit.
Sicher ist, dass die Anhäufung von Material und Arbeitern im Lodenstädter
Marinestützpunkt - so dies denn fortgesetzt wird - ausreichen würde,
ein oder sogar mehrere neue Schiffe zu fertigen. Warum allerdings solch
strenge Geheimhaltung betrieben wird, ist und bleibt ein Rätsel.
Ein Augenzeugenbericht
Die Menschen drängten sich dicht an dicht auf dem Vorplatz der Festung
von Yllmar, wo der neue Baron von Oraneck seine ersten öffentlichen
Worte an sein Volk richten würde. Nicht etwa, dass das bevorstehende
Ereignis für die meisten von ihnen neu oder einzigartig wäre
- in den letzten zwei Jahrzehnten hatte die Herrschaft der Baronie bereits
dreimal gewechselt. Vielmehr war es der Name der Familie des neuen Barons,
der die Leute zum Aufhorchen brachte, schließlich hatte der letzte
Herrscher aus dem Geschlecht derer von Oraneck Furcht, Leid und die Schrecken
des Bluttages über das Land gebracht. Viel Zeit war seither vergangen,
aber das Bild des schwarzen Barons Gurgoroth von Oraneck war immer noch
in den Erinnerungen der Erwachsenen und in den Schauermärchen der
Kinder erhalten geblieben. Würde sein Nachfahre in seine Fußstapfen
treten?
Ich selbst stand mitten in der Menge und hatte alle Mühe mir einen
guten Blick auf den Balkon zu bewahren, auf dem der neugekürte Herr
des Landes gleich erscheinen würde. Natürlich wusste ich mehr,
als die meisten auf dem Platz, schließlich bin ich nicht umsonst
zweiter amtlicher Justiziar der Marzipanmanufaktur Lubeck zu Yllmar. Somit
war mir bereits bekannt, dass es sich bei dem neuen Baron im Grunde nicht
um einen direkten Nachfahren Gurgoroths handelte sondern vielmehr um dessen
Großcousin - erbrechtlich ein interessanter Fall, was im vorliegenden
Falle einer Lehensvergabe durch die Regentin aber irrelevant war.
Selbstverständlich hatte ich mich auch über die Vita des
Barons informiert: Nach dem Ableben des Gurgoroth unter den gegebenen unschönen
Begleitumständen hatte man sich entschieden, dessen Geschlecht für
ausgestorben zu erklären und das Lehen Oraneck anderweitig zu vergeben.
Tatsächlich existierte aber noch ein Sproß derer von Oraneck,
nämlich der besagte Enkel des Bruders des Vaters namens Vito Tiberius
Magnus von Oraneck. Jener war von seinen Eltern schon als Kind nach Escandra
entsandt worden und erhielt dort Ausbildung und Erziehung von seinem Lehrmeister
und späteren Vormund Jeremias Uhlenbicht. Während der Amtszeit
der Barone Shirkon Sherendil und Notger vom Eschenholz blieb er in Escandra
weit ab der Querelen und der unseligen Teemonswirrungen. Nach dem überraschenden
Rücktritt des Notger vom Eschenholz hatte es viel Spekulation um dessen
Nachfolge gegeben - ja, es hatte sogar Gerüchte gegeben, Oraneck solle
an Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain gegeben werden, nun wo ihr Bruder
schon Emarania führt. Doch die Regentin hatte anders entschieden und
nun den neuen Baron aus der alten Familie berufen.
Zudem munkelte man vieles auf den Märkten, in den Waschstuben
und in den Ämtern. Es ging das Wort um, ein Fluch läge auf dem
Land, der alle seine Herrscher mit Ungemach strafte, seitdem der üble
Gurgoroth durch Shirkon Sherendil ersetzt wurde. Fürwahr, keinem der
beiden Barone die Gurgoroth folgten war ein Stammhalter geboren worden
und Notger von Eschenholz verlor gar sein Weib im Kindbett. Auch im Lande
selbst schien es nicht recht vorwärts zu gehen, die Erträge auf
den Feldern waren eher schlecht und nur langsam waren die Wirren aus dem
Teemooranienproblem überwunden worden. Erst in jüngster Zeit
hatte die Nachricht für Unruhe gesorgt, der Prior der Abtei wäre
durch ein Zeichen des Einen als früherer Scherge und Meuchler Teemons
entlarvt worden - ein entsetzlicher Verrat! Nein, es war keine leichte
Zeit für die Baronie gewesen. Manche sagten, die Herrschaft eines
weiteren Vertreters des Geschlechts derer von Oraneck könnte den Fluch
brechen andere hingegen fürchteten die Rückkehr des Gurgoroth.
Wie ich noch meinen Gedanken nachhing, ging ein Raunen durch die Menge.
Auf den Balkon war ein Mann getreten, in edler Kleidung, recht groß
gewachsen mit dunkelblonden kurzgeschnittenen Haaren. Flankiert wurde er
von zwei Soldaten, auf deren Waffenröcken das Wappen prangte, das
auch seit den Morgenstunden auf den Bannern über der Burg zu sehen
war:
Alle Hälse der Menge reckten sich. War er das? Irgendwie hatte
man ihn sich anders vorgestellt, den Erben des "schwarzen Barons". Der
Mann auf dem Balkon blickte über die unruhige Menge und gab ein Handzeichen.
Unmittelbar darauf erscholl von den Türmen der Feste eine laute Fanfare
und die Menschen auf dem Platz verstummten als der Baron seine Stimme erhob.
"Wertes Volk, geschätzte Reisende", begann er, "große Freude
erfüllte mich, als man mir die Nachricht zutrug, ich solle das Erbe
meiner Familie antreten und die Baronie Oraneck als Lehen erhalten - Freude
und ein Gefühl der Verantwortung." An dieser Stelle machte er eine
kurze Pause und fuhr dann mit den üblichen Formalitäten fort,
indem er seine Legitimation vortrug, seinen Eid auf das Land verkündete.
Das Volk auf dem Platz horchte erst wieder auf, als er dazu ansetzte
seine angetraute Gattin vorzustellen, Isabella, Tochter des legendären
Farlon von Kendeley und Schwester des Freiherren Kalmund von Kendeley.
Durch alle Wirrungen der vergangenen Jahre war es das Geschlecht derer
von Kendeley, das durchwegs die Verehrung und Achtung des Volkes auf sich
vereinigen konnte und es gab nicht wenige Stimmen, die dafür votiert
hatten, den Freiherren von Kendeley zum neuen Baron zu berufen. Die Verbindung
der Geschlechter derer von Oraneck und derer von Kendeley war auch aus
dem Grunde pikant, dass der Kopf des Großvaters von Isabella, Lonar
von Kendeley dereinst zu denen gehörten, deren Köpfe am Bluttag
von Gurgoroth auf die Burgmauern der Feste Yllmar gespießt wurden.
Fürwahr, das klang nach einer Vermählung, die eher dem Hintergrund
der Politik als jenem der liebevollen Zuneigung entsprungen sein mochte.
Andererseits bestätigten mir einige Quellen aus dem Gefolge der neuen
Baronin, zwischen ihr und Baron Vito Tiberius Magnus wäre schon lange
vor der Vergabe des Lehens das Flämmchen der Liebe entbrannt und auch
die Hochzeit der beiden habe vor dem Rücktritt des Notger vom Eschenholz
stattgefunden. Nun, wie dem auch immer sei - der Auftritt der neuen Baronin
war das erste Mal, dass die anwesende Menge tatsächlich jubelte. Unter
dem abklingenden Jubel des Volkes fuhr schließlich der Baron fort
mit seiner Ansprache.
Nun, es wäre wohl zu viel verlangt, die gesamte Rede hier wiederzugeben
- und überflüssig zudem. Schließlich liegt, wie ein jeder
Ostarier weiss, eine komplette Mitschrift in den Amtsstuben von Yllmar,
Kendeley und Alvan sowie in der ostarischen Zentralstelle für oranecker
Angelegenheiten in der Schustergasse in Ankur zur Einsicht bereit. Trotzdem
möchte ich einige Dinge anmerken, die mir ... nun ... anmerkenswert
erscheinen.
Zum einen hieß der Baron die Maßnahmen seiner Vorgänger
Notger vom Eschenholz und Shirkon Sherendil gut, was die Bestrebungen anging,
die Wirtschaft des Landes und die Akademie zu Yllmar zu fördern. Weiterhin
versprach er, die begonnenen Unternehmungen, wie die Einführung der
Mehrfelderwirtschaft und die damit verbundenen Abgabenermäßigungen
fortzuführen. Wenngleich diese Ankündigung vom Volk eher begrüßt
wurde, regte sich bald schon die Unruhe, als der Aufruf an alle ogedischen
Geweihten Oranecks erging, einen der Ihren auszuwählen, der dem Baron
fortan als "Stimme und Ohr" der Ogeden des Landes dienen sollte. Während
das Volk noch über den Sinn dieser Ankündigung rätselte,
erschollen noch einmal die Fanfaren von den Türmen der Feste. Ein
letztes Mal erhob der neugekürte Landesherr die Stimme: "Als ich heute
das Wort an euch richtete, Bürger von Oraneck, sprach ich von Freude
und Verantwortung. So der Eine es will, sollen diese beiden Begriffe beispielhaft
stehen für die Zeit, die nun kommen mag. Möge die Zukunft das
Geschlecht derer von Oraneck und die Menschen, die in deren Baronie leben
mit dem Band der gegenseitigen Treue verbunden sehen, in der Ordnung, welche
nach göttlichem Willen gegeben ist."
In diesem Moment öffnete sich das Tor der Feste und gab den Weg
frei in den Vorhof der Burg, wo auf Holzböcken und Bohlen Platten
und Töpfe mit Speisen standen und hinter denen mehrere Fässer
aufgeschichtet waren. Während der Herold noch offiziell den Feiertag
ausrief, strömte die Menge schon in die Burg, um diesen entsprechend
zu begehen und zu begießen. Nur einige ältere blieben zurück,
darunter auch ich, zögernd, den Burghof zu betreten, auf dem dereinst
so viele Menschen ihr Leben lassen mussten - auf Geheiß des Gurgoroth
von Oraneck. Schließlich aber machte auch ich mich auf, schließlich
geschahen die Schrecken des Bluttages vor langer Zeit - in einer anderen
Zeit? Ich will es glauben, es erhoffen - möge die Zeit des Fluches
ein Ende gefunden haben!
Gilbert Bronfenbrenner, Zweiter Justiziar der Yllmarer
Marzipanmanufaktur Lubeck
Hinter verschlossenen Türen
"Heuchler! Verräter! Lügner!" Vito Tiberius Magnus war offenbar
erzürnt. "... und wenn der Eine ihn nicht mit so überragender
Unfähigkeit geschlagen hätte, müsste ich ihn auch noch als
Mörder bezeichnen!" Mit langen Schritten durchmaß der Baron
immer wieder den Raum, in dessen einer Ecke zwei Schreiber saßen
und in dessen anderer Ecke ein ausgemergelt wirkender Mann in einer etwas
zerlumpten braunen Kutte stand, bewacht von drei pflichtbewusst dreinschauenden
Soldaten.
"Aber versteht doch ..." hob matt der Mann in der Kutte an. "Schweig!"
Der Baron fuhr herum und ging mit vor Zorn funkelnden Augen langsam auf
ihn zu. "Versteht er vielleicht nicht, auf was er da herumgetrampelt ist?
Welche Grenzen er überschritten hat? Welche unberührbaren Werte
er befleckt hat? Begreift er nicht, wie tief sein Verrat reicht? Nun gut!
Ich will es ihm noch einmal erläutern!" Baron Vito wandte sich ab
und der Zorn in seiner Stimme wich kalter Verachtung.
"Erhoben über das gemeine Volk und nur untertan dem Baron, dem
Herzoghaus und dem König wurde er hineingeboren in das Geschlecht
derer von Kalleron durch keinen anderen Verdienst als die Gnade des Einen.
Alsdenn schuldet er Treue und Verantwortung dem Baron, dem Herzogshaus,
dem König und nicht zuletzt dem Einen. Nun begibt es sich aber, dass
seine Familie zu seinen Lebzeiten ein Hort des Verrates und der Ruchlosigkeit
ist und sich gegen Baron, Herzog und König verschwört." Hier
machte der Baron eine Pause, blickte zum Fenster der Festung hinaus auf
das draussen ausgelassen feiernde Volk, machte eine abwinkende Geste und
fuhr fort.
"Doch wer bin ich, dass ich ihm die Frevel seiner Familie vorwerfen
kann? Nein, ich will ihn nur für seine eigenen Vergehen richten -
es gibt ausreichend davon. Beginnen mag ich, mit seinem Schweigen. Hat
er nicht gesehen, welch Unrecht seine Brüder an ihren Lehnsherren
taten? Nein? Hat er dann vielleicht nicht gesehen, was sie dem ihnen treu
ergebenen Vogt Tannenberg angetan hatten? Sehr wohl hatte er das - seine
Taten sprechen eine deutlichere Sprache als es seine heuchlerische Zunge
jemals vermöchte! Er hatte also die Untaten seiner Familie bezeugt
- doch er tat nichts um sie aufzuhalten. Nun, ich will gnädig sein
und ihm sein junges Alter und sein irregeleitetes Gefühl der Pflicht
gegenüber seiner Familie zugute halten." Die Stimme des Barons wurde
ruhig.
"Er tat also nichts und schwieg und sah zu, wie die Lüge ihre
Früchte trug, während die anderen Verräter ihr gerechtes
Schicksal ereilte. Als er voll an Jahren war, trat er ein als Bruder in
das Kloster des heiligen Cyrius und tauschte sein Gewand gegen die Ordenstracht
ein. Eine Geste der Buße? Ein Versuch die auf sich geladene Schuld
vor den Einen zu tragen? Wie gerne würde ich das glauben! Allein,
seine Taten sprechen wider diese These. So begab es sich, dass sich seine
Wege kreuzten mit einer, die ihn in seinem wahren Wesen erkannte, mit einer,
die Schande, Schuld und Verrat seiner Familie bezeugen konnte! Und was
tat er? Er, der die Tracht derer trug, die ihr Leben dem Einen und den
Seinen gewidmet haben?"
Mit einem Mal kehrte die Wut in die Worte des Barons zurück: "Er
vollendete seinen Verrat an allen, denen er Ehre und Respekt zollen sollte
und versuchte, sie - die ihn erkannt hatte, die ebenfalls ihr Leben dem
Einen verschrieben hatte, die durch seinesgleichen ihre Familie verloren
hatte - er versuchte sie zu ermorden! Und was fällt ihm als Entgegnung
auf diesen Vorwurf ein? Er weist alle Schuld von sich, sie sei ja noch
am Leben! Ihm fällt nichts besseres ein, als sich zu erdreisten die
glückliche Fügung durch die Hand des Einen, die ihr den Tod ersparte,
auch noch für seine eigenen Ausflüchte zu missbrauchen! Weiss
er, welches Urteil er verdient? ..."
Ein Klopfen an der Türe unterbrach den Wütenden. Die Türe
öffnete sich einen Spalt und herein blickte eine junge Frau in Dienstbotenkleidung:
"Verzeiht mein störendes Eindringen, euer Hochwohlgeboren, aber dort
draussen steht Abt Benignus und wünscht dringlich mit Euch und dem
Prior zu sprechen ..." Die Haltung des Barons entspannte sich und er wurde
ruhiger. "Natürlich. Ich hatte mir bereits gedacht, dass er sich sogar
um das Wohl dieses Verräters sorgen würde. Schickt ihn herein,
er ist mir willkommen." Eilends verschwand die Dienstmagd und durch die
Türe trat der alte ehrwürdige Abt Justizianus Benignus, das Oberhaupt
der oranecker Ceriden.
"Möge der Eine Euch wohl leiten, Baron Vito Tiberius Magnus, und
möge sein Segen auf Eurer Herrschaft ruhen." begann er "Wie mir zugetragen
wurde und wie ich bereits vernehmen konnte, seid Ihr gerade dabei über
einen der Meinen zu richten, meinen Prior Avinus." Der Alte machte eine
Pause, blickte kurz zu dem Angeklagten hinüber und sah den Baron dann
erwartungsvoll und ernst an. "Seid auch Ihr mir gegrüßt, ehrwürdiger
Vater Abt. Ich muss sagen, es grämt mich sehr, dass unsere erste Begegnung
seit meiner Taufe unter solch unangenehmen und wenig erfreulichen Umständen
statt finden muss. Seid vor allem versichert - die Untaten dieses Mannes
werfen in keiner Weise einen Schatten auf das von Euch geleitete Kloster.
Insofern richte ich also über diesen und nicht über die Euren."
Mit alter aber fester Stimme erwiderte der Alte: "Seht, Baron, wenn
ein Hirte eines der Schafe aus seiner Herde fehlgeleitet und auf fremdem
Grund grasen sieht, wird er dann zusehen, wie es die Hunde des Nachbarn
reissen? Ich sage Euch, er wird versuchen, das Schaf zurückzuholen
und hoffen, dass der Nachbar sieht, dass es ihm keinen wahren Schaden angerichtet
hat. Sagt mir, Euer Hochwohlgeboren, sagt mir, wem Bruder Anvinus ein bleibendes
Leid zugefüget hat? Wohl waren seine Wege irregeleitet. Wohl hatte
der Daimon seinen Blick für den rechten Weg getrübt. Doch
könnt Ihr diesen Sünder richten für Untaten die geschahen,
weil seine Anverwandten, sein Geschlecht Übles taten, Baron Vito aus
dem Hause derer von Oraneck? Daher wende ich mich an Euch als den ceridischen
Herrscher dieses Landes - lasset Milde walten und übergebt Bruder
Anvinus der Gerichtsbarkeit und Obhut der Glaubensgemeinschaft. Belastet
Eure Seele nicht mit einem blutigen Urteil über einen - wenn auch
irregeleiteteten - Künder der Wahrheit des Einen. Ich gelobe Euch,
er wird auch von den Unsrigen wohl verwahrt und wohl gerichtet sein."
In die Miene des Barons trat ein Ausdruck von Bedauern und er schwieg
kurz, als die Worte des Abtes verklangen. Dann antwortete er mit entschlossener
Stimme an: "Ehrwürdiger Vater, ich gebe viel auf Euer Wort und Euren
Ratschlag wird mein Ohr stets offen finden. Jedoch wurde dieser da" er
zeigte auf den Angeklagten "meiner weltlichen Gerichtsbarkeit überantwortet
vom Concilium der Ceriden. Dort auf dem Tisch liegt eine entsprechende
Botschaft, gezeichnet mit dem Siegel seiner Heiligkeit Pacellus. Fürderhin,
wenngleich der Richtspruch über die arme Seele des Bruders Anvinus
nur dem Einen und der ceridischen Kirche obliegen mag, so ist dieser Mann
dort ein Bürger Oranecks und untersteht als solcher dem dort geltenden
Recht - ob nun Ceride, Ogede, geweiht oder gläubig. Als solches steht
hier nicht Bruder Anvinus sondern Hariolf aus dem Geschlecht derer von
Kalleron vor seinem Gericht."
Während der Abt noch zögerte, wandte sich der Baron an den
Angeklagten: "Was ihn angeht, so hat er Glück, dass es trotz seiner
Taten noch barmherzige Menschen wie den ehrwürdigen Vater Abt gibt,
die für Ihn beten werden. Wisse er dennoch, dass mein Urteil aufgrund
des mir übertragenen Amtes und der damit einhergehenden Verantwortung
sich nicht ob der Fürsprache wandeln darf und soll. So vernehme er
nun seinen Richtspruch: Er hat den Verrat seiner Familie an deren Lehnsherren
und den Mord an mehreren Unschuldigen und Mitschuldigen geduldet, jedoch
nicht verschuldet. Zudem sei ihm zur Last gelegt, dass er versuchte, eine
Unschuldige zu töten, um seine eigene Schuld nicht eingestehen zu
müssen. Nach den Gepflogenheiten dieses Landes und dem Adelsstand
seiner Familie steht ihm für seine Taten nur eine Strafe zu: der Tod
durch das Schwert." Sowohl der Angeklagte als auch der Abt zuckten bei
diesem Satz zusammen, doch der Baron fuhr fort: "Da der Mordversuch aber
- dem Einen sei dank - trotz Handeln und Vorsatz des Beklagten ohne Erfolg
war und da meine Herrschaft in diesem Land nicht mit vergossenem Blut begonnen
werden soll, verurteile ich ihn, Hariolf von Kalleron zu einem Leben im
Kerker dieser Festung, auf dass er seine Taten überdenken und bereuen
kann, bis dass der Eine ihn zu sich ruft." Zu den Soldaten gewandt: "Schafft
ihn fort und bewahrt ihn in der Arrestzelle in den westlichen Kasematten
auf, bis eine Kerkerzelle für ihn bereitet ist."
Mit einem ostarisch zackigen "Jawoll!" salutierte der Anführer
der Wachen und bevor der Verurteilte widersprechen konnte zerrten die drei
Bewaffneten den sich nur schwach wehrenden Mann aus dem Raum - seinem Schicksal
entgegen. Der Baron ging wieder zum Fenster und blickte auf das im Vorhof
ausgelassen feiernde Volk. "Ich bitte Euch, mein Dilemma zu verstehen.
Einerseits bin ich bestrebt, mein Leben so zu führen, wie es den Lehren
der ceridischen Kirche entspricht, andererseits bin ich als Lehnsmann der
Herzogsfamilie und Königs in der Pflicht blind zu sein gegenüber
dem Glauben derjenigen, über die ich herrsche. Es mag Euer Verständnis
finden, es mag eine Sünde sein oder auch eine gerechte Wahl, aber
ich habe mich entschlossen, zwischen meinem Glauben und meinen Pflichten
als Herr dieses Landes eine Grenze zu ziehen, die ich nicht zu überschreiten
gedenke." Schweigen erfüllte den Raum als Baron Vito geendet hatte.
"In der Tat, Ihr seid dem Herzogshaus und dem König verpflichtet,
wie alle Bewohner dieses Landes - und mehr. Als Euer Beistand und Täufer,
werter Baron Vito, möchte ich Euch raten auf Euer Gewissen zu hören
und den Pfad der ceridischen Tugenden nicht zu verlassen. Schließlich
ist das Herzogshaus stets dem wahren Glauben anhängig gewesen und
auch der König hat der ceridischen Kirche Macht und Legitimität
verliehen. Wenn Euer Ohr offen ist, wie Ihr es eben verspracht, so höret
diesen meinen Rat und wählet den Weg ein guter Herrscher und ein guter
Ceride zu sein. Nun, was mich angeht, so bin ich froh, dass Ihr ihm sein
Leben gewähret habt - ihn jedoch in den Kerker des Gurgoroth zu stecken
halte ich nicht für ein mildes Urteil. Wenn Ihr mich nun entschuldigen
wollt, Euer Hochwohlgeboren, ich würde gerne noch einige Worte mit
meinem ehemaligen Prior wechseln."
"Ehrwürdiger Vater, glaubt mir, es liegt mir weniges ferner, als
die Kerker dieser Burg wieder denen des Gurgoroth gleich werden zu
lassen und selbstverständlich sollt Ihr den Hariolf von Kalleron stets
in seinem Verlies besuchen können, wann immer Euch der Wunsch danach
steht. Lebt wohl - möge unser nächstes Treffen unter einem sonnigeren
Himmel stattfinden. Geht wann es Euch beliebt." Der Baron wandte sich um
und ein etwas erschöpftes Lächeln auf seinem Gesicht und sah
zu, wie der alte Abt ihm zunickte und den Raum verließ. Einige Momente
vergingen nachdem sich die Türe geschlossen hatte, dann straffte die
Haltung des Adeligen wieder und er begann den Schreibern Anweisungen zu
diktieren: Handwerker und Soldaten wurden geordert, die zugemauerten Kerker
wieder zu öffnen und die Gewölbe und Gänge unter der Burg
wieder gangbar zu machen, Briefe an die Lehensnehmer im Land sollten aufgesetzt
werden, um sie zur Erneuerung ihrer Lehen aufzurufen und die Rektorin der
Akademie zu Yllmar wurde geladen, eine mögliche Erweiterung der Lehrstätte
zu besprechen.
Erneut klopfte es an der Türe. Diesmal trat ein Hauptmann der
oranecker Garde ein. "Euer Hochwohlgeboren, die befohlene Hundertschaft
steht bereit. Unseren Informationen nach haben sich die Freiherren von
Kalleron auf einen ihrer Landsitze zurückgezogen, die genaue Position
ist unbekannt. Weiterhin ist der Inspektor Finkelhor vor einer halben Stunde
mit einem Adjudanten eingetroffen und zur Abreise bereit. Eure Befehle
lauten?" "Wie gehabt, Hauptmann, findet die Freiherren und setzt sie fest.
Das militärische Kommando der Truppen untersteht selbstverständlich
Euch, ich verlasse mich jedoch darauf, dass Ihr euch was das Aufspüren
und Verhören der Verräter angeht an die Weisungen des Inspektors
haltet. Viel Erfolg, Hauptmann! Weggetreten!"
Als die Türe sich mit militärisch angemessener Lautstärke
und Bestimmtheit hinter dem Hauptmann schloss, ging der Baron wieder zum
Fenster und blickte nachdenklich hinaus auf sein Volk, seine Stadt und
sein Land. Dann lächelte er, schickte die Schreiber fort und machte
sich auf den Weg hinunter zum Hof, seiner Gemahlin vom Verlauf der Dinge
zu berichten und sich dem Volk zu zeigen.

Hochanthen, den 25.Tag der 3. Poena 30 n.A.III
Stadtgründerfest in Hochanthen
Am 23. Tag der 3. Poena fand in Hochanthen das alljährliche Stadtgründerfest
statt.
Die Feierlichkeiten waren in diesem Jahr wesentlich geprägt vom
herannahenden Reichsjubiläum. Zu den traditionellen Prozessionen,
Theaterstücken und Moriskenspielen, die Legenden und Begebenheiten
der Stadt- und Alltagsgeschichte darstellen, traten Szenen der gesamtheligonischen
Mythologie, der königlichen Geschichte sowie ein buntes Spektrum heligonischer
Folklore aller Reichsteile. Ansprachen der Gildenoberhäupter blickten
auf das vergangene Jahr zurück und erinnerten an die Bedeutung und
Tradition von Hilfe und Zusammenhalt, nicht zuletzt angesichts der aktuellen
Geschehnisse im Osten Thals.
Vielerorts wurden Götterdienste abgehalten, um Dank für das
Vergangene zu zollen und den Segen der Götter für die Zukunft
zu erbitten. Die Helioshochgeweihten deuteten die Konstellation der Gestirne
als gutes Omen für die Zukunft des Reiches. Die bereits am 16. des
Monats stattgefundene Verdunklung Saarkas sei ein Symbol für das Vergehen
alles Alten, die Heliosverdunklung zum bevorstehenden Jahreswechsel, bei
der Helios wiederum aus Saarkas Schatten tritt, eine Segensverheißung
für das Kommende.
Die thaler fürstliche Familie, sonst regelmäßiger Gast
des Spektakels, war diesmal nur durch den Fürsten und die Fürstin
selbst vertreten, da sowohl Prinz Anselm als auch Prinzessin Celia derzeit
mit Aufgaben im Rahmen der Sicherung und des Wiederaufbaus der Niederlormark
betraut sind. Zum sich auch dieses Jahr wieder anschließenden Jahrmarkt,
auf dem Kunst- und Gebrauchshandwerk, Spezereien und allerlei Kurioses
feilgeboten werden, sind Händler von weit über den Grenzen Thals
hinaus angereist. Der Markt wird noch bis zum 29. des Monats dauern.
Berengar Abelaerd, Schreiber zu Hochanthen
Die Garde von Thal gibt bekannt :
Mit bestürzen erfuhren wir vom Tode des
Korporal Tronde Waldson.
Er starb in Erfüllung seiner Pflicht während der Hilfslieferung
zu Burg Iptalblick (Niederlormark).
Sein Einsatz erfüllte uns mit Stolz, wir werden ihn schmerzlich
vermissen. Sein Andenken wird stets in Ehren gehalten.
Kilian Weizenkeim
Hauptmann der Garde von Anthan
Die Ereignisse auf Burg Iptalblick
Am 3. Tag der ersten Poëna n.A.lll 30 erging vom Thaler Fürstenhaus
der Befehl, eine Hilfslieferung für die Niederlormark zusammen zu
stellen. Mit der Durchführung wurde der Freiherr von Hochwalden, Ansgar
von Beraht betraut. Die Leitung des Konvois übernahm der Thaler Korporal
Tronde Waldson.
Der Hilfskonvoi brach am 15. Tag der ersten Poëna in Hochanthen
auf. Der Weg führte über die Aximistilius-Straße in den
Norden der Niederlormark. Hier bog der Tross nach Süden ab und folgte
mehrere Tage einem schlammigen Pfad. Verlassene Höfe, leere Dörfer,
eingefallene Scheunen, verwilderte Felder soweit das Auge blickte. [...]
Als man Burg Iptalblick erreichte wurde man sogleich vom Burgvogt begrüßt.
Der Anblick, der sich im Thonsaal bot, überraschte sehr. "Karl der
Stattliche", wie er genannt werden wollte, räkelte sich auf seinem
Kanapee. Vier (vermeintlich) Geweihte umsorgten ihn liebevoll, fütterten
ihn mit allerlei Süßwerk, kraulten und streichelten ihn zärtlich.
[...]
Es wurde beschlossen, die Hilfsgüter nicht in der Burg zu belassen,
um sie dem Einflussbereich des Burgvogtes zu entziehen. Sie sollten schnellstmöglich
an die Bevölkerung der umliegenden Dörfer verteilt werden. Dies
sollte aber erst am nächsten Morgen geschehen, da es in der Nacht
zu gefährlich war. In den Wäldern streiften, so der Burgvogt,
Rebellen und Gesetzlose umher.
Am nächsten Tag wurden zahlreiche Entdeckungen gemacht. Es wurden
übergroße Insekteneier sowie ein riesiger Kokon gefunden; Im
Burghof wurden Zirp-Geräusche vernommen; Es verschwanden Mitglieder
des Hilfskonvois; Einige der Edlen zeigten zumal ein abnormes Verhalten.
Irgendwie schafften es die vier Frauen, die Sinne einzelner Männer
zu vernebeln. So bekamen die vier Frauen nach und nach fast den gesamten
anwesenden Adel unter ihre Kontrolle. Vorerst konnte somit nicht gegen
sie vorgegangen werden, da sie unter ihrem "Schutz" standen. [...]
Am Nachmittag wurde beschlossen, Karl den Stattlichen als Vogt abzusetzen
und die Kontrolle der Burg zu übernehmen. Man plante somit wenigstens
die Gefahr, welche vom Vogt ausging, bannen zu können. Doch kurz vor
der Stürmung der Burg wurde Vogt Karl von einem Kontrahenten im Zweikampf
erschlagen. Dieser wurde sogleich von den vier Frauen zum neuen Burgvogt
proklamiert.
Aber der Entschluss war längst gefallen. Es wurde zum Angriff
geblasen und binnen weniger Minuten war die Burg besetzt. Die Wachen wurden
unschädlich gemacht, der Burgvogt festgesetzt.
Die vier Frauen wollten sofort einen neuen Burgvogt ausrufen, doch
dies war vom Hochwaldener Freiherrn verboten worden. Aber sie forderten
vehement einen neuen Burgvogt. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen
erklärte sich Ritter Fabius, mit Erlaubnis des Hochwaldener Freiherrn,
dazu bereit und ergab sich in sein Schicksal. [...]
Einige Alchimisten und Kräuterkundige konnte in den Abendstunden
ein Antidot herstellen, welches die Beeinflussung der vier Frauen aufhob.
Nach und nach wurden die edlen Herren aus dem Einflussbereich der vier
Frauen gerettet. [...]
Währenddessen arbeitete man fieberhaft am großen Kokon.
Schließlich konnte eine Substanz entwickelt werden, mit deren Hilfe
ein Loch in die Wand geätzt wurde. Der Anblick, welchem das innere
des Kokons bot, war grauenhaft. Es schien sich um eine Brutkammer zu handeln.
Zwei übergroße Maden räkelten sich zwischen angefressenen
menschlichen Körpern und sonstigen "Nahrungsmittelresten". Hier wurden
auch die vermissten Personen gefunden werden, die meisten von ihnen zum
Glück noch lebend. [...]
Es stellte sich heraus, dass sämtliche Bewohner der Burg sogenannte
Insektoiden waren, halb Mensch halb Insekt. Die "Mantiden", wie sie fürderhin
genannt werden, setzten sich nach der Öffnung der Brutkammer schließlich
gewaltsam zur Wehr. Zahlreiche Mantiden-Krieger kamen aus diversen Kellerlöchern
hervor, um ihr Nest zu verteidigen. Es begann ein heftiger Kampf, der sich
über lange Zeit hinzog. Erst spät konnte auch der letzten Mantide
das Leben ausgehaucht, das letzte Nest ausgemerzt werden. Eine Befragung
der vier Frauen war leider nicht mehr möglich, da sie leider in den
Wirren des Kampfes getötet worden waren.
Wie diese Plage der Mantiden über die Burg kam ist ungewiss. Ob
noch weitere Landstriche der Niederlormark von diesen Mantiden befallen
sind, ist ebenso unklar. Der Verbleib und das Schicksal des Niederlormarker
Barons Friedrich von Illmenau ist weiterhin fraglich.
Freiherr Ansgar von Beraht übernahm vorläufig die Verwaltungsgeschäfte
von Burg Iptalblick. Lordkanzler Johannes Vergenhans hat in seiner Eigenschaft
als Helios-Hochgeweihter diese Maßnahme legitimiert. Burg Iptalblick
wird in Zukunft als Brückenkopf in der Niederlormark genutzt. Von
hier aus werden weitere Hilfslieferungen ergehen sowie eine Suche nach
dem Baron der Niederlormark eingeleitet. Eine Kooperation mit der hiesigen
Landbevölkerung konnte dank intensiver Bemühungen gesichert werden.
für den Thaler Hofchronist
Adebard Kornvogel
Erfreuliche Nachrichten aus Tolens und Hochwalden,
Hocherfreut wird hiermit kundgetan, dass sich Freifrau Fendra von Aueneck
in anderen Umständen befindet.
Schon lange hat die Gerüchteküche unter der Bevölkerung
in Tolens und Hochwalden gebrodelt. Es wurde gemunkelt, dass die Freifrau
und ihr Gemahl, Ansgar von Beraht, ihren ehelichen Pflichten überhaupt
nicht nachgehen könnten, da er sich - so die Bevölkerung - ständig
"herumtreibe" - zuerst auf der Camspitze und jetzt in der Niederlormark.
Doch diesen Gerüchten kann nun endlich der Garaus gemacht werden.
Mitte der 1. Poëna wurde die Freifrau immer wieder von Schwindelanfällen
und Übelkeit heimgesucht. Ihre Poëna-Geweihte konnte als Begründung
glückliche Umstände bestätigen.
Gegen den ausdrücklichen Wunsch ihrer Geweihten reiste die Schwangere
zusammen mit ihrem Bruder, Haagen von Aueneck, nach Sethnara, um dem Vater
persönlich die frohe Kunde zu übermitteln.
Umso größer war dann die Enttäuschung in Sethnara,
da nicht der Freiherr aus der Niederlormark zurückkehrte, sondern
nur ein Bote. Besondere Umstände hinderten ihn daran, wie geplant
nach Sethnara zurückzukehren.
Während der Freiherr in der Niederlormark für Ordnung sorgen
will trifft sie in Sethnara Vorbereitungen für permanente Hilflieferungen.
Unterstützung hat sie von oberster Stelle erhalten: Prinzessin Celia
von Thal und ihre Schwägerin, Roxana von Beraht und Baronin von Welzen,
sind ebenfalls zugange.
Die gesamte Bevölkerung und vor allem Freifrau Fendra von Aueneck
hofft, dass Ansgar von Beraht noch in den Heliosmonden wohlbehalten nach
Hochwalden heimkehren kann.
Jarok Felsenkunder
Schreiber aus Waldroden

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks
| Was sich schickt |
Und was nicht |
· Hohe Staatsgeschäfte
· Adelstag
· Fährboote aus Lindfurt
· Blutegel |
· Kartoffelkäfer
· Vom Schlage getroffen werden
· Flugblätter
· Mobilmachung |
Der Handelsprophet
| Tageskurse |
|
| Aurazith 1 heligonische Unze |
1 Dukaten und 4 Kreuzer |
| Chison 1 m2 |
1100 Dukaten |
| Parfum 0,1 l |
4 Dukaten |
| Gewürze 10 g |
1 Dukaten und 5 Groschen |
Der Aurazithkurs hält sich weiterhin auf hohem Niveau, was wohl auch
mit dem Chisonpreis zusammenhängt. Dieser steigt derzeit stark an,
ein Vorgang welcher direkt von der unglaubli-chen Nachfrage aufgrund des
anstehenden Adelstages in Gang gesetzt wurde. Auch die Ver-teuerung von
Parfum ist mit dem baldigen Stattfinden des gesellschaftlichen Ereignisses
schlechthin zu erklären. Gewürze, vor allem diejenigen welche
bei der Zubereitung wirklich exquisiter Back- und Zuckerwaren zur Verwendung
kommen, werden ebenfalls teurer. Dies ist ein Effekt der großen Nachfrage
nach Konfekt, wohl ursprünglich angestoßen durch einen Großauftrag
von Anwara von Hagenrich an die Zuckerbäckerei Garibaldi.
Bürger des Monats
Die Jury entschied in diesem Monat Bischof Ceridian Aegidio zum Bürger
des Monats zu ernennen, um damit, so der Wortlaut, "die Solidarität
und Verbundenheit der Betiser Bürger auszudrücken." Auf diesem
Wege wünsche die Stadt Betis dem Bischof eine schnelle Gene-sung und
alles Gute für die kommenden Wochen. Die Entscheidung der Jury wurde
allerorten mit großer Zustimmung aufgenommen.
Gunst und Kunst
Was die Heligonier am liebsten hören
Gunst und Kunst
Was die Heligonier am liebsten hören
|
1(-)
2(1)
3(4)
4(3)
5(2)
6(8)
7(5)
8(-)
9(7)
10(6)
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Die Vogelfreunde - "Kerze im Wind"
Die letzten Fernwanderer - "Es braucht nur zwei wie uns"
Johann Bar - "Verletzt"
Drachenhainer Jagdchor - "Der weisse Hirsch"
Sie könnten Giganten sein - "Am Ende der Tour"
Wunderkind Bonifazio - "Jucheisasa!"
Rebenhains Romantische Räuber - "Laß mich Deine Gugel sein
für eine Nacht!"
Leonardo - "Viva Ostaria! "
Die Unsichtbaren - "Auf der Straße nach Escandra"
Harald Schönefonte - "Eiland im Sonnenschein" |
Stadtgeschehen
Kürzlich nahm Anwara von Hagenrich an der Jungfernfahrt eines neuen
Fährbootes der Ver-bindungslinie Lindfurt-Betis, getauft auf den lieblichen
Namen "Anwara", teil und nahm dies gleich zum Anlass, der freien Reichsstadt
einen ausführlichen Besuch abzustatten. Dabei soll sie verschiedene
Einkäufe getätigt (Brautmoden von Georg am Armi, Konfekt von
Garibal-di,...) und sich zudem in das Genesungsbuch für Bischof Ceridian
Aegidio eingetragen haben.
In einer großartigen Modenschau präsentierte Georg am Armi
seine diesjährige Sommerkollektion. Diese folgt, so der Künstler,
dem Motto: "Kürzer, weniger, teurer!" Die anwesenden Modeexperten
wie auch die sonstigen Besucher waren begeistert.

Angaheym macht die Pforten dicht
Mit dem Ende der fünfjährigen "Probezeit" ziehen sich auch vermehrt
die angaheymischen Händler und Handwerker, die sich in und um Sarniant
angesiedelt hatten, in ihre Heimat zurück. Während zwar einige
Wenige sich entschlossen haben, aufgrund ihrer guten Geschäfte zu
bleiben, muss man dennoch davon ausgehen, dass es in naher Zukunft zur
Verknappung von angaheymer Waren kommen wird, so etwa bei gewissen Stahlwaren
oder dem inzwischen allseits beliebten Ischgi. Im Kontor am Sarnianter
Hafen war zu erfahren, dass die Ischgi-Vorräte unter normalen Umständen
noch bis in den Winter reichen dürften, aber nicht bekannt sei, ob
noch eine nächste Lieferung aus den Bergen eintreffe. Dies würde
für die Schädelspalter-Produktion natürlich einen unerwarteten
Aufschwung bedeuten, nicht zu sprechen von den Auswirkungen auf die gesamtheligonische
Wirtschaft. Auf die Frage, wie es denn nun mit Angaheym weitergehe, antwortete
Waffenmeister Tallrim Stabschwinger: "Schaun ma moi..."
Termine
29.05. - 01.06.03 7. Adelstag
im Jugendhaus bei Nördlingen
13.06. - 15.06.03 Arbeitstreffen
an der Hoppelmühle
25.07. - 27.07.03 Rebenhain-Einladungscon
(Vagantenlieder)
19.09. - 21.09.03 Phaenomenon
III: Romantique in der Alten Mühle bei Dinkelsbühl
12.12. -14.12.03 Helicon
26 Bardentreffen im Schloß Einsiedeln
19.03. - 21.03.04 Helicon
27 auf Burg Wildenstein
Wichtig! Redaktionsschluss für den nächsten Boten!
Der nächste Helios-Bote erscheint zum Rebenhain-Con am 25. Juli
2003.
Der Redaktionsschluss für Ausgabe 47 ist der 18. Juli 2003, damit
wir die Boten noch fertigbekommen. Artikel, die uns erst nach Redaktionsschluss
erreichen, können daher möglicherweise nicht mehr aufgenommen
werden.
Wenn genügend Artikel für ein Portal eintreffen, so wird
auch wieder die Gelehrtenzeitschrift erscheinen. Auch hier gilt der gleiche
Redaktionsschluss.
Beachtet bitte wie immer, dass auch die Regio-Spielleitungen noch Zeit
brauchen, die Artikel ihrer Regionen zu sammeln!!!
Wer einen wichtigen Artikel schon früher auf der Heligonia-Seite
veröffentlicht haben möchte, wende sich bitte an die jeweilige
Regio-Spielleitung.
© Copyright Inés & Marc Hermann Berichte
von Susanne Arbogast, Guido Brand, Arnulf Breuer, Thilo Döring, Henning
Frank, Bernhard Gehl, Steffen Heiss, Petra E. Jörns, Thomas Konrads,
Daniela Lochner, Tobias M., Simone Mehlinger, Katrin Puwalla, Benjamin
Rampp, Andreas Reicke, Julia und Andreas Riedlinger, Leif Scheuermann,
Markus Spree, Anna Ungureanu, Melanie Walker und Niki Winkler

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