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Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im 1. Helios n.A.III 31
Ausgabe 47
Aufruf an alle Baumeister und
Architekten Heligonias
Wir, die Universität zu Tlamana, planen den Bau eines Zentrums zum
Austausche und zum Diskurs unter den Adeligen, Geweihten, Geistlichen
und Gelehrten Heligonias.
Für den Entwurf und die Gestaltung dieses Forums sind
sämtliche Bauermeister und Architekten des Reiches aufgerufen,
Vorschläge einzusenden, unter denen dann ausgewählt werden
soll.
Zu beachten dabei ist, dass das Gebäude sowohl für den
Aufenthalt der Abgesandten als auch den Austausch unter diesen geeignet
sein soll. Das Gebäude soll ebenso funktionell wie auch seiner
Bestimmung entsprechend gestaltet sein.
Entwürfe sind einzusenden an die Schreibstube der Universität
zu Tlamana, ein Gremium bestehend aus Baronin Leabell und ranghohen
Mitgliedern der Universität wird den Tagen des 1. Saarka im Jahre
31 n.A.III über den umzusetzenden Entwurf entscheiden..
Nähere Informationen können bei der Schreibstube der
Universität angefordert werden.
Ogedenbund trifft sich in
Wolfenfeld
In kleinem Rahmen traf sich kürzlich der Ogedenbund auf einer
Jagdhütte in Korval. Der teilweise öffentlichen Sitzung
wohnten mehrere Gäste bei, darunter auch Prinzessin Celia von
Thal. Die Thaler Abordnung schilderte die gegenwärtige Lage beim
Kampf gegen das Insektenvolk der Mantiden und bat um Unterstützung
in Form von Saatgut und Nahrungsmitteln. Sofort erklärten sich die
Mitglieder des Bundes bereit, alles Benötigte nach Sethnara zu
senden, von wo es in die Niederlormark weitergeleitet werden soll.
Magister Metabor wird den Tross begleiten, und Prinz Leomar bot seine
persönliche Hilfe im Kampf an.
Baron Krator versicherte, dass in Zusammenarbeit mit der Ostarischen
Marine der Fluss nach bestem Wissen gesichert werde und man nach
verdächtigen Personen Ausschau halte, ebenso bestätigte
Baronin Josephina, dass die Brücke von Sarniant und die
Fähren genauestens überwacht werden, um ein Übergreifen
der Mantiden nach Drachenhain zu verhindern.
Magister Metabor berichtete von der Entdeckung eines alten
Helios-Schreines in Lindfurt, worauf sich mehrere Mitglieder spontan
entschlossen, dem Fund einen Besuch abzustatten. Weitere Themen waren
der Besuch des Primus in Gaeltacht und die Gefangennahme Jagons.
Unter den Thaler Gästen war auch Lordkanzler Vergenhans, der auf
dem Adelstag einen Mitgliedsantrag gestellt hatte. Nach kurzer Beratung
wurde dem stattgegeben und Herr Vergenhans in einer kleinen Zeremonie
als neues Mitglied des Ogedenbundes aufgenommen und herzlich willkommen
geheißen.
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde schließlich ein
neuer Rat bestimmt, dem nun folgende Adelige angehören: Foranan
McDonough, Koldewaiht von Hautzensteyn, Josephina von Wolfenfeld,
Leomar von Drachenhain, Krator von Rebenhain, Beorric von Welzen und
Arana von Sedomee. Der Rat bestätigte Baronin Josephina in ihrem
Amt als Sprecherin des Bundes.
Brennus Palimpsest
Bekanntmachung im Namen seiner
Hochgeboren Fürst Bartha von Thal
In für die Niederlormark und ganz Thal schweren Stunden
möchten wir unseren herzlichsten und tiefempfundenen Dank an all
diejenigen aussprechen, die uns im Kampfe gegen die Mantiden
aufopferungsvoll ihre Hilfe gewähren, sei es durch in der
Niederlormark so dringlich benötigte Warenlieferungen,
militärische oder finanzielle Unterstützung. Wir
vermögen alle helfenden Hände nicht zu benennen, so
überwältigend ist die Bereitschaft und der Zuspruch den wir
erfahren.
Lasset uns versichern, dass wir die uns zur Verfügung gestellten
Mittel weise einsetzen werden um die Niederlormark wieder erstarken zu
lassen. Wir werden alles in unserer Macht stehende aufbieten, um
der Bedrohung der Mantiden in Thal Herr zu werden und die daraus
erwachsende Ungemach für Heligonia abzuwenden.
Gegeben zu Hochanthen am 14. Tage
des 2. Helios
Strukturreformen an der
Universität Cambrück
Wie aus der Schreibstube der in Thal liegenden freien Universität
Cambrück verlautbart wurde, hat Lordkanzler Vergenhans eine erste
durchgreifende Reform an der vor zwei Jahren gegründeten
Hochschule in Angriff genommen.
Zu den Gründen gab er selbst in einem Gespräch mit der
Redaktion bekannt, dass seine Erfahrungen in den letzten Monaten ihm
gezeigt haben, dass der ogedische Glaube wieder einen stärkeren
Halt in der Gesellschaft benötige. Es sei nicht mehr tragbar,
einfach nur zuzusehen, wie das Ceridentum in ehemalige ogedische
Hochburgen eindringe und damit das Gleichgewicht des Königreichs
ins Wanken bringe. Aus diesem Grund, so der Lordkanzler, sei die
Universität Cambrück auch in den Ogedenbund eingetreten. Doch
diese Handlung nach außen müsse eine Entsprechung im
inneruniversitären Bereich finden. "Die Studenten", so der Vater
Cambrücks, "müssen in diesen Zeiten fest an den alten Glauben
halten."
Aus diesem Grund habe er beschlossen, einen religiösen Beirat von
vier Geweihten einzurichten, die diese Aufgabe übernehmen sollten.
Ferner wird der ogedische Glaube mit sofortiger Wirkung zum Pflichtfach
für jeden Studenten der Universitas.
"Die Viere hatten und haben immer einen festen Platz in Thal. Im Herzen
dieses schönen Landes gelegen, sei Cambrück seit Urzeiten
ogedisch. Nun sei es an der Zeit, dem Glauben eine Feste zu errichten,"
bemerkte der Rektor abschließend.
Doch enthält das Reformpaket nicht nur diese Umgestaltung, sondern
betrifft weiterhin auch verwaltungstechnische Belange. Lordkanzler
Vergenhans, der in den letzten zwei Jahren sämtliche Rechtsgewalt
für die Uni innehatte, gibt große Teile dieser Befugnis an
den Dean der Hochschule ab. Dieser wird ab dem ersten Saarkamond die
Rechtstellung eines Vogtes für die Ländereien innehaben.
Damit entspricht die Universitas der Forderung einiger Heliosgeweihten,
die eine Anfrage an Cambrück gerichtet hatten, wie die
herrschaftliche Stellung des Lordkanzlers mit der Regel, dass Herrscher
keine Heliosgeweihten sein dürften, zu vereinbaren sei. Nach der
Umstellung wird Vergenhans weiterhin Oberhaupt der Universitas als
Rechtsgemeinschaft sein, doch werden die herrschaftlichen Befugnisse
auf den Dean der Universitas übergehen.
Gezeichnet Justus Grünbacher
, Chefredakteur des Unikuriers Cambrück
Am 20. Tag des 2. Helios 31
n.A.III

Ein unerwarteter Gast
Die Gefangennahme Jagon von
Hochaskensteins löste in ganz Wolfenfeld Erleichterung und
Genugtuung aus. Vermehrt wurde die allgemeine Freude noch durch ein
Geschenk, dass Jefferindell von Jolbenstein Baronin Josephina
übersandte: den Kopf des Verräters, sorgfältig
eingepackt in eine Holzkiste. Ohne Zögern griff sie nach dem
Schädel des Mannes, der seinem Bruder, dem Schlächter von
Wiesensteig, einst Zuflucht gewährt hatte. Sie dankte den
Jolbensteiner Gesandten im Namen Wolfenfelds für das kostbare
Geschenk und äußerte den Wunsch, dass alle, die damals ihren
Anteil am Untergang Wiesensteigs hatten, ihre Strafe ebenso ereilen
würde. Auch mit den falschen Tränen der Lindfurter sei noch
eine Rechnung offen. Die Kiste wurde dem Schinder übergeben, der
den Kopf Jagons am Südtor von Sarniant befestigte, wo er seitdem
das Ziel von Steinen und stinkendem Unrat ist.
Brennus Palimpsest
Unruhe in Lindfurts Straßen
Die ersten Krieger der Niederlormark -Exkursion sind mit den
Erzählungen über Mantiden über den Brazach gekommen. Die
Bewohner Lindfurts waren froh, das diese nun vernichtet worden seien.
Seit einigen Wochen kursiert aber ein Gerücht in der Stadt, dass
Mantiden überlebten. Die Phantasie der Einwohner steigert sich
zuerst stündlich. Von Knie hohen, kratzenden Kakerlaken bis
Haushohen Insekten sprechen sie. Obwohl der Schulthais Arngot von
Hagenrich beruhigend zu den Bürgern sprach, strömten die
Leute in den St. Eustasius Dom. Viele haben sich vorsorglich ein
Weihwasserbecken und ein Ceridisches Kreuz neben die Tür genagelt.
Reiche Bürger haben sich sogar ein Weihrauchschwenker gekauft,
oder beherbergen einen Mönch. Als bekannt wurde, dass die Mantiden
das Wasser scheuen, wurde zum St. Aquarius gebetet. Er hat den
Lindfurtern schon einmal den Fluss gebändigt. Damals als die Stadt
unter Wasser stand, kam er durch das Tor, betete innig, und binnen
einer Stunde hatte der Pegel sein normales Maß wieder erreicht.
Warum solle er diesmal nicht die gottlosen Kreaturen der Verdammnis im
Brazach ertrinken lassen.
Als Alton von Fichtenhau, Baron zu Lindfurt mit seiner Gemahlin Anwara
von Hagenrich, und seiner Nichte Euna von Fichtenhau vom Adelstag Heim
kehrten, fanden sie eine Stadt in Aufregung vor. Nach kurzer Beratung
mit den Schulthais, sprach er vom Neuen Hof, der Stadtresidenz des
Barons, zum Volk.
" Bürger und Bewohner Lindfurts!
Auf dem Adelstag in Oraneck wurde ebenfalls über die Mantiden
gesprochen. Ob diese Kreaturen der Finsternis bereits die Niederlormark
verlassen haben ist unklar. Die Teilnehmer der Exkursion haben in der
Stadt von den Mantiden berichtet. Sicher wurde zu der Wahrheit auch
Heldenruhm beigefügt. Angst und Übertreibung der Lindfurter
hat zusätzliches bewirkt.
Noch haben wir aber keine Gefahr zu befürchten, denn diese
Ausgeburten des Daimon haben vermutlich noch nicht einmal die weit
entferne Niederlormark verlassen. Ich habe trotzdem die Hafenwacht
angewiesen Schiffe aus Thal oder dem Süden bei der Löschung
der Waren zu
überprüfen. Sobald ich zuverlässige Nachricht erhalte,
dass diese Mantiden-Kreaturen am Brazach stehen, werde ich
entsprechende Maßnahmen für den Schutz der Stadt und der
Baronie anordnen.
Bürger und Volk von Lindfurt, ihr habt also keinen Grund,
verängstigt zu sein. Betet für unsere Brüder und
Schwestern in der fernen Niederlormark, und auch im übrigen Thal.
Betet auch dafür, dass dieser Fluch von uns Heligoniern genommen
werde."
Beruhigt von den Worten ihres Barons Alton von Fichtenhau kehrten die
Bewohner zu ihrer Arbeit zurück. Kurze Zeit später ritten
Boten mit der Rede an das Volk in die Baronie aus, um sie in den
Städten und Dörfern kund zu tun.
6. im Mond der Erleuchtung, Jahr
94 n.d.E.
Kielbert Minzer, Schreiber des Stadtgeschehens
Expeditionsbericht vom Donnertal
Eine fremdländische Geschichte, die man derzeit, wenn man etwas
Glück hat, in den Tavernen Rebenhains und Jolbensteins hören
kann. Voller seltsamer Wesen und Begebenheiten, die zeigen, wie seltsam
die Welt außerhalb der bekannten Grenzen zu sein vermag:
Im Norden der Mittellande im Donnertal wurden vor kurzer Zeit neue
Siedlungsgebiete erschlossen, und das Land dort sollte urbar gemacht
werden. Eine Sache von solcher Dimension weckte natürlich das
Interesse der Ritter von Schwert und Pflug zu Rebenhain. Im Zuge der
noch recht jungen Waffenbruderschaft zu dem freien Ritterorden des
Lichts zu Jolbenstein, beschloss man, eine Abordnung von beiden Orden
dorthin zu entsenden.
Die Reise selbst zu den Siedlungsgebieten erwies sich, wie schon
erwartet, als nicht ganz ungefährlich. Immer wieder wurde die
Abordnung von kleineren Gruppen Orks angegriffen, welche jedoch keine
größere Gefahr darstellen.
Im Donnertal schließlich musste man feststellen, das die Orks
auch dort das Befestigte Lager angriffen, in dem sich die Abordnung
zusammen mit anderen Gruppen niedergelassen hatte. Im Laufe des ersten
Abends kamen jedoch auch andere Ureinwohner des Donnertales, ein
Bergvolk, das sich durch eine bemerkenswerte Ohrform von Menschen
unterschied, ins Lager. Dieses Bergvolk schien den Bewohnern des Lagers
friedlich und freundlich gesinnt, und man konnte erfahren, dass sie im
Krieg mit den Orks lagen. Die heligonische Abgesandschaft wachte die
ganze Nacht über das Lager, und musste in der Nacht noch
häufiger die Orken davon abhalten das Lager zu stürmen.
Am nächsten Tag setzten die Orks ihre Angriffe fort und es kam an
diesem Tag immer wieder zu Scharmützeln zwischen den Orks und den
Lagerbewohnern.
Im Wald fanden die heligonischen Ritter ein paar merkwürdige
Flaschen. Als die Männer diese Flaschen untersuchten, kam es trotz
äußerster Vorsicht beim Untersuchen dazu, dass die
Ginessenz, die sich in einer der Flaschen befand, einen der Ritter
unter einen Bann stellte. Doch als aufrechte Ogeden wussten die Ritter
was zu tun war um diesen Bann zu brechen. Die Männer machten ein
Opferritual für die Viere, damit diese in ihrer großen
Allmacht den Bann von dem Ritter nehmen mochten. Die Götter
erwiesen sich als gnädig und zerschlugen den Bann.
Es begab sich, dass das Bergvolk einen jungen Mann aus dem Lager mit in
die Berge nahm. Als er nicht zurückkehrte ging man zum Bergvolk
hin um nach ihm zu sehen, doch das Bergvolk versicherte, dass dem
jungen Mann wohl nichts passiert sei, und er sich wahrscheinlich nur
irgendwo herumtreibe. Später stellte sich jedoch heraus, das der
älteste des Bergvolkes, eine Art Schamane, den jungen Mann einem
Monster zum Fraß vorgeworfen hatte. Der Älteste hatte seine
Männer mit einem Gift sich gefügig gemacht, und diente so mit
seinem ganzen Volk einem Blutdämon, der in einer Paralleldimension
drauf wartete freigelassen zu werden.
Als es schon fast Abend war an diesem Tag, kam nun das Bergvolk und
griff unter dem Einfluss des Ältesten das Lager an. In ihren
Reihen war auch das Monster welches den jungen Mann gefressen hatte,
eine Hydra mit drei Köpfen. Ein blutiger Kampf entbrannte, selbst
als die Hydra besiegt war, kämpfte das Bergvolk weiter, und nur
mit dem Segen der Viere konnte die Schlacht gewonnen werden. Doch
trotzt der gewonnenen Schlacht war der Blutdämon schon so
mächtig geworden, dass man damit rechnen musste, dass er in unsere
Welt hinüber kommen würde.
Der Abend und die Nacht über, kam es immer wieder zu Angriffen der
Orks, und auch Untote griffen nun an. Ein untoter Nekromant der dem
Blutdämon diente, sandte seine Schergen aus, um das Lager
anzugreifen, jedoch waren es nie genug, um dem Lager ernstlichen
Schaden zufügen zu können.
Am nächsten Morgen zeigte sich der Nekromant, und man konnte ihm
mit viel Geschick den gar ausmachen.
Doch kaum war diese Gefahr gebannt, da fiel der Blutdämon,
über das Lager her, mit einer Meute schwächerer Dämonen.
Auch in diesem Kampf waren die Viere bei den ogedischen Rittern aus
Heligonia, und der Dämon konnte wieder in seine Dimension
zurückgeschmettert werden.
Wenn man jetzt noch Einigkeit mit den Ork erringen kann, ist das Land
bereit dazu besiedelt zu werden.
notiert von Hagenberk
Dumdrösel, der kein Amt aber gute Ohren hat
Werter Herr Koldewaiht,
da ich aufgrund einer Verletzung in Xurl-Saleenia festgehalten werde,
finde ich endlich genügend Zeit, um Euch zu berichten, wie es mir
geht. Wie ich Euch in meinem letzten Schreiben bereits mitteilte, hat
mich Prinz Leomar in seine Dienste genommen, um die Grenzen der Leomark
für ihn zu sichern. Also will ich Euch kurz berichten, was ich in
der Zwischenzeit getan habe.
Zunächst haben wir die südlichen Gebieten der Leomark auf der
Suche nach Ödländern durchforscht, sichteten in der Ferne
jedoch nur ein einziges Mal Staubaufwehungen, die auf einen Trupp
hätten schließen lassen. Die Motte an den Grenzen zum
Ödland fanden wir zerstört und verlassen. Nur die verwesten
Leichen der erschlagenen Wachmannschaften entdeckten wir in ihrem
Innern, allesamt Opfer eines Kampfes. Wie bestatteten sie in allen
Ehren.
Die Anlagen zeigten ein wahres Bild der Verwüstung, kein Stein
stand mehr auf dem anderen, als hätten die Ödländer den
gesamten Bau systematisch durchsucht. Wertgegenstände, wie Schmuck
und Waffen wurden dabei jedoch liegen gelassen. Es will mir scheinen,
dass die Ödländer überall nach ihrem Heiligtum suchten,
weshalb sie auch Xurl-Saleenia vernichteten. All diese viele Toten
für einen einfachen Trog! Ach, hätten wir doch nur
früher geahnt, was sie von uns wollten, hätten wir uns doch
nur mit ihnen verständigen können ...
Doch genug davon. Will ich Euch doch nicht mit meinen
Schuldgefühlen belästigen. Nur die Träume, wisst Ihr,
sie verlassen mich nicht: die Todessschreie der Kameraden, das Blut und
der Gestank nach verbranntem Fleisch, als Xurl-Saleenia fiel. Ich lerne
damit zu leben. Wundere ich mich doch nur, weshalb ich je weiter wir
uns von Xurl-Saleenia entfernten stattdessen immer öfter von einem
Mann in rotem Wappenrock träumte, der mir den Rücken zudreht.
Er kommt mir bekannt vor, aber ich weiß nicht woher. Ein
Atemholen für mich im gewohnten Reigen der Alpträume. Mag die
Zeit auch jenes Rätsel lüften.
Danach führte uns unsere Erkundungsritte in den Norden. Nach zwei
Tagen schon stießen wir hier auf einen niedergemetzelten Trupp
der Ödländer. Wilde Tiere müssen die Wilden gejagt und
angegriffen haben. Doch selbst der widerborstige Wilbert, ein
erfahrener Wildgänger und Pelzjäger konnte auf dem steinigen
Boden keine Spur entdecken. Dieser Wilbert ist ein Meister seines
Faches, wenn er sich auch zusehends als Last erwies, da er einen Teil
der Männer gegen mich aufzuhetzen versuchte. Doch das ist eine
andere Geschichte, die sich inzwischen erledigt hat.
Ein paar Tage später entdeckte Wilbert eine Wildspur, zu
groß für einen Wolf aber zu klein für einen Bären.
Wieder ein paar Tage später fanden wir erneut einen Trupp
niedergemachter Ödländer. Wieder schien der Verursacher jenes
unbekannte Tier gewesen zu sein. Angesichts dieser Erkenntnis konnte
ich die Angst in den Gesichtern und dem Verhalten meiner Männer
lesen. Ich muss gestehen, dass auch mir klamm ums Herz wurde, wollte
ich doch nicht, dass erneut Männer unter meinem Kommando den Tod
fanden. Ich habe daraufhin veranlasst, dass des nächtens die
Wachen verstärkt wurden. Wilbert lachte mich aus: Ich sei ein
Feigling, da ich nicht versuchte, das Raubtier zu erlegen. Ich
schwöre Euch, Herr Koldewaiht, es war das erste mal in meinem
Leben, dass ich einen Mann fast nieder geschlagen habe. Wie ich es
geschafft habe, ihm ruhig die Stirn zu bieten und die Hatz zu
verbieten, ist mir bis heute ein Rätsel.
Dann hörten wir des Nachts ein großes Tier ums Lager
huschen. Um der Panik Herr zu werden, ließ ich die Männer
daraufhin zu viert Wache halten, doch nichts geschah. Wenn uns auch
alle am nächsten Tag das Gefühl beschlich, dass wir
beobachtet und verfolgt wurden. Aber selbst Wilbert konnte keine Spuren
entdecken. Wir erreichten bald darauf den Platz, an den die
Ödländern ihren unseligen Trog gestellt hatten. Als
hätten die Götter mir noch einmal meine Schuld vor Augen
halten wollen, wiewohl es nicht nötig ist, denn meine Träume
sorgen dafür, dass ich es nie vergessen werde. Seltsam genug nur
war, dass wir den Trog dort unbewacht fanden. Müsste darin doch
eigentlich das von der Sonne verdorrte Fleisch entleibter
Ödländer liegen. Mehr noch: Wie kann es sein, dass der
Gegenstand, der Hunderten von guten Männern das Leben kostete,
verlassen in der Öde liegt! War etwa alles nur eine Laune dieser
Wilden? Wollten sie uns etwa nur zum Narren halten?
Götter, wie ich sie in diesem Moment hasste, für das, was sie
uns angetan hatten. Gnade ihnen, wenn ich jemals wieder einen von ihnen
zu sehen bekomme! Er wird mit seinem Blute dafür bezahlen
müssen, so wie wir damals mit dem unseren für ihre Laune
bezahlen mussten. Das schwöre ich Euch!
Allein, das Vergnügen wurde mir nicht beschert. Nur das
Gefühl verfolgt zu werden, wurde ab diesem Zeitpunkt immer
stärker. Dann sah ich das Biest, nein, ich ahnte es, erspürte
es, ein Schatten, halb Löwe halb Wolf, verfolgte uns, um uns zu
töten. Ich befahl den Männern daraufhin, künftig
zusammen zu bleiben. Ihren Gesichtern konnte ich entnehmen, dass dies
den meisten nur recht war. Doch am übernächsten Morgen war
Wilbert samt seinem Pferd verschwunden. Nachdem ich seine
Parteigänger befragt hatte, die mit ihm zusammen die letzte Wache
hielten, spuckte einer von ihnen vor mir aus und höhnte, da ich
nicht Manns genug sei, die Bestie zu stellen, sei Wilbert losgeritten,
um dies an meiner Stelle zu erledigen.
Ich schäme mich nicht, Euch zu gestehen, dass ich dem Mann in
meinem Zorn eine Ohrfeige versetzte. Waren wir doch nun gezwungen
aufgrund Wilberts Disziplinlosigkeit und des Verrats seiner Freunde an
diesem gefährlichen Ort zu verharren, um auf den Missetäter
zu warten! Ich hieß dem Trupp, sich zum Kampf bereit zu machen,
um für alle Fälle gerüstet zu sein. Doch als Wilbert am
Nachmittag immer noch nicht aufgetaucht war, sah ich mich gezwungen,
die Suche nach ihm aufzunehmen. Ich konnte ihn nicht im Stich lassen,
war er doch trotz allem meiner Obhut anvertraut.
Die Männer zu einem kampfbereiten Haufen angeordnet, verließ
ich sie daraufhin und fand Wilbert wenige Meilen entfernt. Sein Pferd
hatte ihn abgeworfen, wobei er sich zwei offene Brüche an beiden
Beinen zugezogen hatte. Ich gestehe, dass ich nicht sonderlich
zimperlich mit ihm umging, als ich seine Knochen einrenkte und die
Wunden verband. Doch zeigte er sich im Gegenzug auch wenig dankbar
für seine Rettung. Vielmehr höhnte er, dass es nur widrige
Umstände gewesen seien, die ihn daran hinderten, der Bestie den
Garaus zu machen. Und nicht Feigheit - wie bei mir. Sein Pferd sei an
allem schuld, es müsse etwas gewittert haben, als er gerade eine
Mahlzeit aus seiner Satteltasche zu sich nehmen wollte. Götter,
ich schlage keinen Verletzten, aber hier war ich nahe davor.
Sein Anblick schien jedoch seine Anhänger zur Vernunft gebracht zu
haben. Als ich mit ihm auf meinem Pferd zu den Männern
zurückkehrte, hörte ich von ihnen keine Widerworte mehr.
Egal, wie laut Wilbert auch tönte, sie schnitten ihn auf dem
Rückweg nach Xurl-Saleenia und waren endlich willens meinen
Befehlen Folge zu leisten. So wunderten sie sich zwar, muckten aber
nicht, als ich in den folgenden Nächten je ein Drittel der Truppe
kampfbereit Wache halten ließ. Ich wusste, dass die Bestie uns
nicht entkommen lassen würde.
Wenige Tage bevor wir Xurl-Saleenia erreichten, war es dann soweit. Ich
erwachte, weil ich ihr Kommen spürte. Noch während ich nach
meinem Schwert griff, rief ich Alarm und eilte der Stelle in unserem
Rund entgegen, wo ich sie in meinen Träumen auftauchen sah.
Verdutzte Blicke empfingen mich, als ich den Männern befahl, ihre
Bögen und Armbrüste anzulegen. Dann stürmte die Bestie
auch schon auf uns zu. Ein Dutzend Geschosse trafen sie, steigerten ihr
Grollen zu einem wütenden Fauchen, bevor sie mit der Wucht einer
Sturmramme in meinen Trupp hineinfegte. Blut regnete auf mich nieder,
Todesschreie gellten in meinen Ohren. Es schien mir mit einem Mal, als
ob das Schicksal mich verhöhnte. Ein unbändiger Zorn
erfüllte mich, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich schrie, was
es war, weiß ich nicht mehr, und stürzte mich auf die
Bestie, fühlte, wie sie mich mit ihren Krallen traf, dann versank
alles in einem blutigen Nebel.
Ich kam erst wieder zu mir, als meine Männer die Überreste
der toten Bestie von mir herunterzogen. Eine seltsame Scheu lag in
ihren Augen, keiner wagte mit mir über das zu reden, was geschehen
war. Ich selber habe keine Erinnerung daran, gleichgültig wie sehr
ich mich auch noch immer darum bemühe - der blutige Nebel
hüllt alle Bilder in ein schauriges Licht und lässt keine
genaue Betrachtung zu. Allein ich wage es auch nicht, einen meiner
Männer danach zu fragen, hieße dies doch, zuzugeben, dass
ich es nicht weiß.
Dann zogen wir die traurige Bilanz: ein Drittel meiner Männer war
gefallen, ein weiteres Drittel schwer verletzt, der Rest nur leicht.
Nur Wilbert war ungeschoren davongekommen. Ich selber war aufgrund
diverser tiefer Kratz- und Bisswunden nicht in der Lage, alleine zu
gehen, wenn ich mich angesichts der Situation, aus der mich meine
Männer bargen, auch wunderte, dass ich überhaupt noch lebte.
Eine Untersuchung des Untiers zeigte uns, dass es sich um einen
verwilderten Kampfhund der Ödländer handeln musste, fanden
wir doch ein zerrissenes Geschirr von ödländischer Machart
auf seinem Rücken.
Die Leichen unserer toten Kameraden auf die Rücken der Pferde
gebunden, kehrten wir mit dem Kadaver mehr tot als lebendig in die
Siedlung zurück, wo wir angesichts der Bestie wie Helden empfangen
wurden. Nachdem ich Samuel von Turlach meinen Bereicht erstattet hatte,
bat ich ihn, Wilbert in die Küche zu versetzen, sobald seine
Verletzungen ausgeheilt sind. Ich bin nicht willens, ihn weiterhin zu
meinen Männern zu zählen. Den Rest ließ ich ob ihres
Mutes im Kampf gegen die Bestie belobigen.
Sobald ich endlich wieder ein paar Schritte ohne einen Stock machen
kann, werde wir unsere Erkundungstrupps wieder aufnehmen. Meine
Männer sind mir seit dem Vorfall blind ergeben. Selbst diejenigen,
die neu hinzugekommen sind, um die Verluste auszugleichen, die wir
erlitten haben, begegnen mir mit einer gewissen Scheu, fast möchte
ich sie Ehrfrucht nennen. Die Zeit mag zeigen, was es damit auf sich
hat.
Nun schließe ich, da mein Magen mich daran erinnert, dass er
gefüllt werden möchte und ich werde mich mit meinen
Krücken in den Hauptsaal begeben, wo wir allabendlich gemeinsam
das Mahl einnehmen.
Gehabt Euch wohl, mein teurer
Freund!
Euer Arandis
Bischof Ceridian Aegidio dem Krankenlager entstiegen -
dennoch große Not im Bistum Drachenhain!
Wenn am 20. Tag des Heumondes ein St. Aluiner Mönchlein so etwa
zur neunten Stund in der Früh seine Klosterabtei verlassen und
sich erst am Abend desselben Tages wieder dort eingefunden haben
sollte, dann wird sich der Arme bei seiner Heimkehr wahrlich eingehend
am Kopfe gekratzt und entweder an seinem eigenen Verstand oder dem all
seiner Brüder gezweifelt haben. Mir selbst war das Glück -
oder vielleicht besser das Unglück - beschieden, an diesem
wegweisendem Tag für das Ceridentum in Drachenhain, die geweihten
Mauern von St. Aluin nicht verlassen zu haben und somit Zeuge von all
dem was da war gewesen zu sein. Ich will nun offen - und ohne etwas zu
verschweigen oder zu beschönigen - sprechen:
Es war etwa die achte Stunde am Morgen, als aus dem Zimmer des
schwerkranken Bischofs von Drachenhain, ein noch junger Bruder
herausgestürmt kam und mich, der ich auf meinem Schemel schlief, -
blind vor Freude - einfach über den Haufen rannte. Weder ein Wort
der Entschuldigung, noch des Bedauern kam über seine Lippen. Da
geriet ich in großen Zorn, packte den Mann an seiner Kutte und
erkundigte mich, was denn um des Einen Willen nur mit ihm Tölpel
los sei. Er schien aber einfach durch mich hindurchzublicken und
wiederholte immerfort nur den einen Satz: "Er spricht wieder, der
Bischof spricht wieder!" Ich gestehe, ob dieser Antwort blieb auch mir
zunächst die Spucke weg. Schnell ließ ich den Jungen los und
gab meinem Meister im Nebenraume Bescheid. Während der andere
seine erfreuliche Kunde unter seine ebenso frohlockenden Mitbruder
brachte, sahen wir hurtig nach dem Bischof, der doch seit seinem
Schlaganfalle - Monde ist es nun her - nicht mehr ein einziges Wort
gesprochen hatte. Auf dem Weg in die Kammer schoss mir dann auch so
allerlei durch den Kopf: Waren es die Kräuter des Meisters, die
Wechselbäder oder diese kleine Missgestalten von Lunschblutegel
der Baronin von Jolbenstein die Ursache für diese überaus
rasche Gesundung gewesen. Im Zimmer bewahrheitete sich nicht nur die
Aussage des Mönches - als "man" nämlich unser Kommen mit
einem erfreuten "Guten Morgen!" quittierte - sondern mehr noch sahen
wir Bischof Ceridian Aegidio auf seinen eigenen Beinen stehend, sich
den langgewordenen Bart scheren. Man kann ermessen, wie überrascht
und froh mein Meister und ich in diesem Augenblicke waren, wenn man nur
weiß, dass es vor wenigen Tagen noch um das nackte Überleben
unseres Patienten ging. Weinend lagen wir uns in den Armen, bis nach
wenigen Augenblicken mit gestrenger Miene schon der Prior Vitus
hereinkam. Im Konvent hatte sich die freudige Nachricht offenbar gleich
einem Lauffeuer verbreitet und selbst den betenden Vitus erreicht, der
sich zur Stunde eigentlich allein und in Askese in seiner Kammer
befunden haben musste. Mit schneidenden Worten wies er uns beide an zu
gehen, um sofort die anderen Mitglieder des Bischofsrates
herbeizuholen. Ich nehme an, es ist den vergangenen Stunden und Tagen
der großen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zuzuschreiben,
dass der Prior sich nicht sichtbar erfreute, sondern nur handelte.
Waren doch restlos alle Menschen unter diesem Klosterdache gewahr
geworden, weil Sorgen sich Vitus um die Frage Bischofsnachfolge machte.
Grad so, als wäre er allein für Gedeih und Verderb des
Bistums verantwortlich. Also eilten die anderen vier hohen Herren
schnell herbei. Dem Bischof indessen verlangte es nach einer ganzen
Platte deftiger Wurstspezialitäten, einem Krug Rotwein und einem
Kratzstock - was uns allen zu diesem Zeitpunkt nur allzu
verständlich vorkam. Da man unter den Räten große Sorge
um die so plötzlich wiedererstarkte Gesundheit des Bischofs
machte, hieß man meinen Meister und mich die Kammer nicht mehr zu
verlassen. So wurden wir unverhofft Zeuge der nun folgenden
Ratssitzung, die für uns alle sicherlich auf ewig im
Gedächtnis haften bleiben wird! Mit allem gebührenden Respekt
traten Vitus und die anderen - unter ihnen Pater Zussmond, Pater
Riccardus und Pater Ankbert - an den Bischof heran und befragten ihn
eindringlich nach seinen Vorstellung um seine Nachfolge. Ceridian
Aegidio zeigte sich bei diesem Thema anfangs wie gewohnt wortkarg und
zierte sich, dann aber schien er ebenso die Notwendigkeit einer klaren
Aussage einzusehen und sprach im Brustton der Überzeugung die
folgenden Worte: "Ditonius, der soll es einmal sein!". Anfangs wurde
vielen der Anwesenden die Tragweite dieser Worte offenbar nicht klar,
sie versuchten dem Bischof die Geschehnisse der letzten Monde in
Erinnerung zu rufen. Doch das einzige, was dieser dazu zu sagen hatte,
war ein gelangweiltes: "Ach wirklich, wie sonderbar!" Ansonsten schien
der Bischof nicht wirklich beteiligt. Letztlich dämmerte es auch
dem letzten: Bischof Ceridian Aegidio war senil geworden!
Haplo Havalan, Medicusgeselle des
Meisters Bertil Fottoli
Vorbereitungen für die Wiederweihung des Heliosschreins
in Jolbruck
Die Bäcker schwitzen vor glühenden Backöfen, die Fischer
angeln Tag wie Nacht mit den erlesensten Ködern und zarte
Hände wischen den Staub von Flaschen, deren Inhalt vor Jahrzehnten
gekeltert wurde...
All dies nur, weil vor einigen Monden in der Academia Elionera ein
uralter Heliosschrein gefunden wurde - offenbar eines von vier
wichtigen Heiligtümern, die unter der Herrschaft Fürst
Waldemars oder bereits davor in Vergessenheit gerieten. Baronin
Jefferindell Karelia hat bereits vor Monden verfügt, dass der Fund
mit einer prächtigen Eröffnungsfeier gebührend
gewürdigt wird. Die Festivitäten stehen nun unmittelbar bevor
und es werden hochrangige Gäste erwartet, darunter mehrere
Hochgeweihte und Drachenhainer Barone.
Kopf hoch, Hochaskensteiner - und
ein letztes Mal nach Wolfenfeld
Der ehemalige Baron Jagon von Hochaskenstein wurde Ende vergangenen
Jahres als Führer einer Rebellenbande in Lindfurt aufgegriffen.
Baron Alton von Fichtenhau, vormals Abt Ditonius und immer noch
Herrscher von Lindfurt, übergab den Erzschurken Baronin
Jefferindell Karelia von Jolbenstein zur freien Verfügung, da er
ihr mit seinen Übergriffen auf Jolbenstein den meisten Schimpf
angetan habe.
Nun hat die Baronin eine Entscheidung getroffen. Hoch zu Roß
blicken die Augen Jagons nach Wolfenfeld, wo der Sippenfrevel mit dem
Überfall seines Vetters auf das Dorf Wiesensteig begann. Mit
Freude wurde der Hochaskensteiner von Josephina von Drachenhain
empfangen. Auch Alton von Fichtenhau begrüßte die
Entscheidung der Baron von Jolbenstein.
Der Körper Jagons verblieb in der Baronie Jolbenstein. Nachdem man
ihn mit dem Schwert vom Kopf abgetrennt hatte, wurde er vor den Toren
Jolbrucks verbrannt.
Dies zur Warnung!
Seit einigen Jahren scheinen die Drachenhainer vergessen zu haben, wer
sie einmal gewesen sind. Viele kennen ihre ogedischen Wurzeln nicht
mehr, oder verleugnen sie. Ihnen voran der alte Herrscher, der
selbstgefällig auf seinem Thron schläft. Viele der alten,
geweihten Orte werden nur noch selten von Gläubigen besucht und
mit der Zeit verschwinden sie im Dickicht der Zeit. Doch ist dies nicht
das Schlimmste was den geheiligten Plätzen widerfahren kann, denn
die Mystik bleibt trotz allem erhalten. Weitaus erschreckender ist die
Tatsache, dass sich immer wieder ceridische Bauten auf den alt
angestammten heiligen Orten breit machen.
An dieser Stelle möchte ich meiner Empörung Luft machen, denn
allerorts hinterlassen die Anhänger des Ketzerglaubens ihre
Zeichen. Sie entweihen Poënas Leib und verwüsten ihre
Schönheit. Der Pilgerzug, angeführt von einem blinden
Eiferer, durchstreift das Land wie ein Heuschreckenschwarm, der
unablässig anschwillt. Seit der Zug des Verderbens den ersten
Schritt nach Drachenhain gesetzt hat, beobachte ich ihn und mein Zorn
gegen sie wächst unablässig.
Die kindische Sitte der Pilger, ihr Ketzerzeichen, ihre Namen und das
Datum ihrer flüchtigen Anwesenheit in Bäume zu ritzen,
verärgert mich nicht nur, sondern beleidigt mich zudem. So konnten
sie ihre Hände nicht von der alten Eiche lassen, die mir und
meinem Schwestern seit Generationen als Ritualplatz dient. Der Zorn der
Göttin möge auf sie herabfahren, schrie ich mit geballten
Fäusten in den Himmel. Ein Zeichen Saarkas ließ nicht lange
auf sich warten: Sturmböen fuhren durch ihre Reihen, aus heiterem
Himmel tauchten heftige Winde auf, die eisigen Regen mit sich brachten.
Die Unseligen suchten auch noch Schutz unter dem von ihnen geschundenen
heiligen Baum! Erschrocken stoben sie auseinander, als die Zweige
brachen und der Stamm mit aller Wucht auf sie herniederfuhr. Einer von
ihnen trug den verdienten Tod davon und wurde von den anderen mit einem
schrecklich jämmerlichen Gesang betrauert, als sie sich
ängstlich davonschlichen.
Ich blickte noch einmal vom Hügel aus auf sie hinab, dankte der
Göttin für ihr Zeichen und ging weiter meiner Wege. Ich
fühlte die Kraft Saarkas stärker als je zuvor und wusste, was
ich nun zu tun habe: ich werde in Drachenhain umherziehen und meine
Schwestern um mich sammeln. Keiner der verblendeten Anhänger des
Ketzergottes wird es je wieder wagen eines unserer Heiligtümer
auch nur zu berühren!
Die Göttin sei mit Euch!
Saleena
Eylhardt von Esclarmond verschwunden!
Beim Gipfeltreffen zwischen den Vögten und dem Baron Luchnars, war
Eylhardt der erbittertste Widersacher des Barons. Nur eine Woche
hernach wurde er zum letzten Mal gesehen und ist nun seit zwei Monden
nicht mehr aufgetaucht. Seine Familie schweigt sich gegenüber
Fragen beharrlich aus, wirkte aber zu keiner Zeit besorgt, so dass
allgemein von einer bewussten Abwesenheit ausgegangen wird. Auch
Eylfred von Esclarmond, als Botschafter Koldewaihts von Hautzensteyn
auf der Drachentrutz am ehesten auf Seiten des Barons anzuordnen,
wusste keine Klärung zu bringen.
Einige Clansangehörige mutmaßen, dass von Esclarmond einen
Waffengang plant und forderten, die Präsenz der "Herde", die das
Land schützt, an den Grenzen zu verstärken. Die Ceann Cuath
hielten sich aber in der Öffentlichkeit bedeckt.
Danrrad von Tuachall, ebenfalls Gegner des Barons unter den
Vögten, gab an, nichts über Eylhardts Aufenthalt und
Pläne zu wissen. Von Koldewaiht von Hautzensteyn selbst war kein
Kommentar zu erhalten.
Ylvi Dora MadUaine von Soilach bei ihrem Clan
Im Alter von gut zwei Monden unternahm die kleine Tochter von Liolyn
MadUaine und Gisrod von Soilach erstmals mit ihrer Mutter eine Reise
ins tiefe Clansgebiet ihrer Vorfahren mütterlicherseits. Nach dem
Willen ihrer Eltern und ihres Landesherrn soll Ylvi Dora für die
Zukunft Luchnars und die Rolle der Tieflandabkömmlinge stehen und
diese Reise ist ein weiteres Zeichen dafür, dass dieses Vorhaben
gelingen kann.
Freude im ganzen Hochland über Abberufung Richards von
Streitberg
In Gaeltacht herrschte überwiegend laute Freude über den
"Aufstieg" des Barons unter die Streiter des Einen und den damit
verbundenen Abstieg aus dem Hochland. Dem folgte ein Echo im gesamten
Hochland. In Luchnar feierten die Clans an den Abendfeuern lauthals die
Rückkehr Gaeltachts unter die echten Hochlandbaronien. Dieser
griffige Ausdruck ist zwar einerseits nicht ganz passend und
andererseits verfrüht, jedoch bläst dem Ceridentum ohne die
schützenden Hand Richards sicher ein noch härterer Wind
entgegen.
Lodenstadt
Die in diesen Zeiten des Friedens
in Ostarien befremdlichen Geschehnisse auf dem Marinestützpunkt
der Emaranseeflotte gehen weiter. Nach der bereits berichteten
Erhöhung des Schutzzaunes wurden nun im ganzen Hafenviertel die
Wachen der ostarischen Marine deutlich verstärkt und speziell in
der Nähe der Flottenwerft bleibt seit längerem keiner, ob
Bürger oder Beamter, unbeobachtet. Auch die Baustofftransporte,
die bereits in den Frühlingsmonden deutlich zunahmen, brachen
nicht ab. Trotz alle dem ist noch immer nicht klar, was aus all dem
guten Holz entstehen soll, dementiert die Admiralität doch, dass
die Emeranseeflotte aufgestockt werden soll. Mehr noch, alle
offiziellen Stellen der ostarischen Marine in Lodenstadt beteuern immer
wieder, dass im Flottenhafen alles so wäre wie immer. Doch fragt
sich der mitdenkende Leser, wer denn nun das Falsche berichte. Die
Sprecher der Marine oder die eigenen Augen. Offensichtlichstes alles
Beispiele: Im letzten Mond waren immer wieder Schussversuche mit
Schiffsgeschützen zu beobachten. Es war aber nicht so, dass die
vor Anker liegenden Schiffe ihre Bewaffnung auf Übungsziele im See
richteten, wie es früher öfter der Fall war. Die Pfeile und
Brandgeschosse wurde aus einem Bereich innerhalb der Werft abgefeuert
und dienten bei weitem nicht immer der Zielübung. Oft flogen die
Geschosse weit in den See hinaus, als wollte man die Reichweite der
Geschütze testen. Und diese war geradezu erschreckend groß.
Eine Anfrage besorgter Lodenstädter Bürger ob der
Vorgänge wurde bis heute nicht beantwortet und der Verzug der
Antwort wiederum wurde mit verloren gegangenen Formularen
begründet. Und das Mitten in Ostarien! Doch ungewöhnliche
Vorgänge erfordern auch ungewöhnliche Maßnahmen und so
fand sich in einer finsteren Hafenkaschemme ein ostarischer Seesoldat,
der nach ungezählten Krügen Grog bereit war, über die
Vorgänge zu sprechen. Die meisten Beschreibungen von
Seeungeheuern, komischen ausländischen Seeleuten und Piraten aus
Quellstedt und Telnaron dürfen wohl ins Reich des Seemannsgarnes
geschoben werden. Doch ein Name tauchte immer wieder auf: "Projekt
Utzgolf". Der wackere Trinker konnte nicht viel dazu berichten, nur
soviel, dass sich im Marinehafen wohl immer wieder Nicht-Ostarier
herumtreiben, die mit dem Projekt zu tun hätten und dass es sich
um ein gewaltiges Wasserfahrzeug handeln soll. Deutlich
größer, als es die Docks zu fassen vermögen. Wie dieses
Ungetüm aber erbaut werden soll und um was es sich genau handeln
solle, das wusste unser nicht genannter Freund nicht zu sagen. Es
bleibt also abzuwarten und zu beobachten, was die nächsten Monde
bringen mögen.

Euer Hochgeboren, werter Fürst Bartha,
ich schreibe Euch hier nicht nur in meinem Namen, sondern spreche auch
für die Anwesenden Herren, den geschätzten Kilian Weizenkeim,
Hauptmann der Garde zu Anthan und auch für seine Hochgeboren,
Hektor von Eichenstein, Baron der Lormark.
Ich möchte euch denn nun vom Kriegszug in der Niederlormark
berichten, so wie sich die Geschehnisse aus meinen Augen zutrugen. Und
auch wenn das Wort Kriegszug hart gewählt ist und wie eine
gewaltsame Eroberung klingt, so ist es doch das rechte Wort, denn es
war eine gewaltsame Eroberung.
Nach den Berichten des Ansgar von Berath, die Euch ja wohl bekannt
sind, befahlt ihr sowohl Baron Hektor, nebst Hauptmann Weizenkeim und
auch meine Person auf Burg Ipptalblick. Es gibt aus jener Zeit wohl
auch nichts, was ich euch berichten könnte, was ihr auch nicht
schon wüsstet. Und so soll denn meine Beschreibung auch erst mit
dem Abmarsch unserer Truppen aus der Burg beginnen.
Unser Ziel war Hirschenbach. Die Stadt war der letzte bekannte
Aufenthaltsort der Barons der Niederlormark, Friedrich von Illmenau und
eben in jener Stadt wollten wir uns auch mit dem Zug treffen, der von
Beorric von Wulfenstein und Sihran von Tolens angeführt wurde.
Lange wurde der Zug geplant und es wollte auch alles wohl geplant
werden. Aus politischer Sicht war es vordringlichstes Ziel, ein
Lebenszeichen des Barons zu finden. Gleichzeitig musste aber auch die
Not der Bevölkerung gelindert werden und zu guter letzt mussten so
viele Güter mitgeführt werden, um die Teilnehmer des Zuges
voll und ganz zu versorgen. Mit Hilfe aus dem Lande konnten wir nicht
rechnen. Über alle dem drohte aber auch noch die Bedrohung durch
die Mantiden. Keiner wusste, ob diese Wesen nur auf Burg Ipptalblick
beheimatet waren, oder ob sie mehrere Nester hatten. Da der Zug aber
von erfahrenen Recken geführt wurde, war die Entscheidung schnell
gefunden. Der Zug sollte hauptsächlich eine Streitmacht sein.
Nachdem das Land gesichert wäre, könnten dann die
Hilfsgüter ohne Gefahr nachgeführt werden. Ich bitte Euer
Hochgeboren, mich nicht falsch zu verstehen. Wir hatten durchaus
Güter für die Bewohner des Landes bei uns, aber eben nur so
viel, dass die militärische Schlagkraft nicht wesentlich durch die
zusätzliche Last geschwächt war. Es wurden auch intensive
Gespräche mit jedem geführt, der auf Ipptalblick mit den
Mantiden zu tun hatte. Ein übersehenes Detail konnte hier
verheerende Folgen haben. Zudem wurde noch beschlossen, nicht direkt
nach Hirschenbach zu reiten. Auf dem Weg lag das Städtchen
Truestett, welches es zu sichern galt. Niemand wollte beim
Vorrücken eine potentielle Bastion des Feindes im Rücken
haben. Für manchen mag das alles übertrieben klingen, aber es
zeigte sich leider, dass auch all dies nötig war.
Viel Leben war auf der Festung, als wir dort waren und der Zug, den wir
lenkten war sehr stattlich zu nennen. Milizionäre, Soldaten,
Landsknechte, Schützen und Ritter, alles in allem um die 300
Männer und Frauen unter Waffen folgten uns in den Süden der
Baronie und der Tross hatte mit Sicherheit noch einmal die gleiche
Größe und die abgehaltene Heerschau war beachtlich. Von den
anwesenden Recken sollten nur so viele auf Ipptalblick bleiben, wie zur
Verteidigung der Burg notwendig war, von der aus Ansgar von Berath den
Nachschub lenkte. Und bei den stattlichen Wällen der Burg waren
nicht viele Mannen zu ihrem Schutz nötig.
Des Morgens brachen wir also auf, geradewegs auf Truestett zu. Der Ritt
dauerte nur wenige Tage, doch war es in dieser Zeit geradezu
gespenstisch still. Die Häuser und Höfe, an denen wir
vorbeikamen waren verlassen und keine Menschenseele war zu entdecken.
Ob aber die Bevölkerung den Mantiden zum Opfer gefallen war, oder
ob sie sich wie die Vogelfreien in der Nähe von Ipptalblick in die
Wälder geschlagen hatten, war nicht zu erkennen. Es war aber auch
keine Zeit, das zu ergründen, wie für so vieles das noch
geklärt werden muss.
Bald standen die Mauern des wehrhaften Städtchens. Truestett war
auf einem sanften Hügel gelegen und von einer Mauer mit
Türmen umgeben. An der höchsten Stelle des Hügels reckte
eine kleine Burganlage ihre Türme in den Himmel. Eine Stadt, wie
es so viele hat in den thaler Landen.
Ein Bote ritt vor, um sich kundig zu machen und er teilte uns bei
seiner Rückkehr vom Tor mit was er gesehen und war wir
befürchtet hatten. Das Tor stand offen, die Wachen waren wohl
genährt und genossen ihr Bier. Sie berichteten, dass das Land von
Räubern und Vogelfreien heimgesucht wurde, dass aber der Vogt und
seine 4 Beraterinnen alles in der Stadt unter Kontrolle hätten. Es
war wie auf Burg Ipptalblick. Auch Truestett war anscheinend in den
Klauen der Mantiden. Aber wir konnten wir eindringen, ohne gleich die
Klauen der Insektenwesen zu spüren zu bekommen? Wir besannen uns
darauf, dass die Mantiden in Ipptalblick anscheinend die Kranken
verschmähten und ließen aus unserem Heerhaufen Kranke und
leicht Verwundete zusammensuchen. Dieser zusammengewürfelte Trupp
sollte sich als offizielle Gesandtschaft ausgeben und von dem
mitgebrachten Hilfsgütern berichten, die in die Stadt gebracht
werden sollten. Natürlich sollten diese Herren auch die Augen
offen halten und uns von allem berichten, was sie sahen. So geschah es.
Der Trupp kehrte nach einigen Stunden zurück, allerdings kamen 3
Männer weniger, als wir aussandten. Die anderen berichteten, dass
es ihnen so gut beim Vogt und den Geweihten gefiel, dass sie in der
Stadt auf unsere Ankunft warten wollten. Der Rest der Beschreibung war
so wie erwartet. Der Vogt wurde von den 4 Geweihten umgarnt, die sich
nur kurz um die Gesandten kümmerten, aber um die nicht mehr
zurückgekommenen länger als um die anderen. Anscheinend war
ihr Leiden nicht schlimm genug gewesen, um sie vor dem bösen
Zauber der Damen zu schützen. Wie aber auch zu erwarten, wurde das
Angebot, die Lebensmittel in die Stadt zu bringen, nur zu gerne
angenommen.
Das war die Chance, die wir brauchten und der Schlachtplan war
längst ersonnen. Unser Heerhaufen setzte sich in Bewegung und
wurde bereitwillig eingelassen. Die Gier nach Nahrung war wohl
größer als die Vorsicht. Als aber unsere Nachhut am Tor war,
schlugen wir los. Die Nachhut besetzte das Tor, um einen Rückzug
ermöglichen. Außerdem wurden die Gebäude um das Tor
besetzt. So hatten wir eine Brückenkopf in der Stadt. Drei
größere Truppen drangen dann tiefer in die Stadt ein,
jeweils angeführt von Baron Hektor, Hauptmann Weizenkeim und
meiner Wenigkeit. Jeder von uns hatte neben seinem Schwert noch einen
hölzernen Knüppel, die aus den Wäldern geschnitten
worden waren. Auf Ipptalblick stellten sich die Bewohner als Schutz der
Mantiden in den Weg der Helfer. Selbiges geschah auch hier. Da wir aber
nicht gute thaler Bürger niederstrecken wollten, schlugen wie die
vom Zauber gebundenen mit den Keulen bewusstlos und fesselten sie. So
manches Leben wurde so gerettet, wenn auch auf grobe Art und Weise.
Immer weiter drangen wir vor und der Kampf wogte hin und her. Doch
unser überraschender Angriff zeigte Erfolg, der Feind hatte damit
nicht gerechnet. Und als der letzte Insektenkrieger fiel, waren kaum 3
Stunden vergangen. Doch ach, auch ein Viertel unserer Mannen war
verwundet, manche sogar Tod. Aber die Gefahr war noch immer nicht
gebannt, denn in der Stadt wurden Löcher gefunden, die Zum
unterirdischen Bau der Wesen führten. Die besten Recken wurden
zusammengerufen und man drang ein. Damit hatten die Wesen völlig
überrumpelt. Wir machten so manchen Mantiden zum Gefangenen und
die anderen fielen schnell unter unseren Klingen. Endlich fanden wir
auch die Kammer der Königin und auch ihr Widerstand war bald
gebrochen und das Wesen sank Tod dar nieder. Der Bericht, den wir nach
Ipptalblick sandten, brachte den dort anwesenden Gelehrten gute Kunde.
Der Vogt? Gefangen! Die Geweihten? Gefangen! Einige der Mantiden
selbst? Gefangen! Nur die Königin als wichtiges Objekt war tot,
aber das war bei weitem mehr als auf Ipptalblick, wo ja alles
interessante ein Fraß der Flammen wurde und die Gelehrten bei der
Erkundung der Wesen nicht weiterkamen. Hier sollten sie alles haben,
was sie brauchten.
Der Abend rückte näher. Die Mauern wurden von unseren
Soldaten besetzt, ein Lazarett war schnell eingerichtet und eine
Feldküche geöffnet. Vor wir nach Hirschenbach weiterzogen gab
es noch einiges zu tun und wir wollten unseren Männern einige Tage
Ruhe und Erholung gönnen.
Doch die Ruhe währte nicht so lange wie erhofft. Am zweiten Tag
nach der Befreiung der Stadt griff die Torwache einen völlig
entkräfteten Boten auf, der von Baron Beorric von Wulfenstein aus
Hirschenbach geschickt worden war. Anscheinend waren die Truppen der
Barone von Welzen und Tolens überrascht worden und nun in arger
Bedrängnis. Nach allem, was der Reiter erzählte, stand es
schlecht um das Schlachtenglück der beiden Herren und jedes zu
spät kommen von Hilfe würde ihren sicheren Tod bedeuten. Eine
Stunde später waren alle unverletzten Recken auf den Beinen und
unterwegs nach Hirschenbach. Es war ein Gewaltmarsch, aber keiner
beklagte sich und so kamen auch bald die Mauern von Hirschbach in
Sicht. Die Stadt war deutlich größer als Truestett. Bis hier
vor das Tor war Schlachtenlärm aus der Stadt zu hören, die
Tore aber waren geschlossen. So hielten also die lormarker
Bogenschützen die Mauer frei vom Feind, während der Rest das
Tor bestürmte. Doch es war kein windig zusammen gezimmertes
Hoftor. Es war ein schweres Eichenholztor, welches einer thaler
Stadtmauer würdig ist und wir hatten alle Mühe es zu
öffnen. Gerade jetzt, wo doch die Zeit so knapp war. Dann geschah
ein kleines Wunder. Baron Beorric hatte anscheinend von unserer
Gegenwart Kunde erhalten und ein kleiner Trupp seiner Leute war zum Tor
durchgedrungen, um die Riegel zu öffnen. Es ging alles Schlag auf
Schlag. Die Mantiden konzentrierten sich so auf die eingeschlossenen
thaler Truppen in der Stadt, dass unser Eindringen noch
überraschender war als in Truestett. Das Gefecht währte nicht
lange und auf unserer Seite war kaum ein Verlust zu beklagen. Der Preis
auf der Seite der Barone von Welzen und Tolens aber war furchtbar. Nur
einer oder zwei von Zehn hatten den Kampf überlebt. Baron Beorric
war schwer verwundet und Baron Sihran war völlig vom bösen
Zauber der Mantiden umgarnt. Die leblosen Insektenleiber waren zahllos
und schnell wurden Scheiterhäufen vor der Stadt aufgetürmt,
um das Gewürm zu verbrennen. Es wird noch lange dauern, bis die
schrecklichen Spuren des geschehenen in der Stadt getilgt sind und im
Moment kann ich noch nicht einmal ergründen, wie die beiden Barone
in diese Lage kamen. Beorric liegt noch immer im Krankenbett und Sihran
leidet noch unter den Nachwirkungen der Hexerei der Geweihten. Doch bin
ich mir sicher, dass auch sie euch bald berichten werden.
Ich für meinen Teil werde wohl in den nächsten Wochen hier
bleiben, um den Wiederaufbau der Stadt und des Landes und auch die
Versorgung der Bevölkerung zu organisieren. Die Umgebung werde ich
weiter erkunde, um die letzten Nester der Mantiden auszuräuchern.
Und natürlich werde ich auch ein weiteres Ziel nicht aus den Augen
lassen: Den Verbleib des Barons der Niederlormark zu ergründen.
So wünsche ich euch Glück und Gesundheit.
Den Vieren zu Gruße!
Gegeben zu Hirschenbach,
am 10 Tag des 3. Poena
Cornelius von Langenau
Freiherr zu Niedereck
Hauptmann des Thaler Heeres
Auszüge aus dem Kriegstagebuch des Beorric von
Welzen über die Ereignisse in Hirschenbach
6. Tag, 2. Poena:
Depesche von Fürst Bartha in Tolens eingetroffen. Befinde mich
nach dem Ritterschlage Sihrans ebenfalls noch dort. Nachricht betrifft
Niederlormark. Sammelbefehl in Sethnara. Sihran wird eigenes Kommando
von 50 Reitern führen. Das also wird seine erster Auftrag als
Ritter sein!
8. - 10. Tag, 2. Poena:
Aufbruch nach Wulfenstein. Mit 100 Mannen leichter Reiterei Weiterreise
nach Stehnara.
Order Barthas:
Unter Führung von Prinz Anselm wird Grenze zur Baronie
Güldental und die Stadt Divergast gesichert. Prinzessin Celia soll
Hilfslieferungen in die Niederlormark von Sethnara aus sicherstellen.
Mit Sihran zusammen mit der Aufgabe betreut, Hirschenbach und Umgebung
zu sichern. Vielleicht ist auch etwas über die von Ilmenaus in
Erfahrung zu bringen. Baron Hektor von Eichenstein, Cornelius von
Langenau und Kilian von Weizenkeims Truppen sollen mit uns in
Hirschenbach zusammentreffen.
11. - 12. Tag, 2. Poena:
Weg nach Hirschenbach führt durch Waldgebiete. Reise verläuft
ruhig - viel zu ruhig, geradezu unheimlich! Die kleinen Ansiedlungen in
der Niederlormark sind verlassen, die Häuser leer und Felder nicht
bestellt.
13. Tag, 2. Poena:
Ankunft in Hirschenbach. Keine Thaler Truppen in Sicht. Befehl Barthas
lautete warten. Müssen uns also einrichten. Stadtvogt in
Vertretung derer von Ilmenaus empfängt uns in Begleitung von vier
Frauen. Frauen stellen sich als Geweihte vor. Umschwärmen den
Stadtvogt wie Motten das Licht. Was hier für Sitten herrschen!
Sihran und mir großzügige Quartiere zugewiesen. Zwei
Gebäude am Marktplatz. Beziehen sie mit jeweils 20 Mann. Rest der
Truppen lagert in der Umgebung. Erste Nachforschungen über den
Verbleib von Ilmenaus erfolglos.
Abends zum Stadtvogt eingeladen. Trotz Nahrungsknappheit in der
Niederlormark lässt er fröhlich auftischen. Dieses Bild passt
gar nicht zum bedauernswerten Zustand des Landes! Sihran scheint
großen Gefallen an den Geweihten zu finden. Spricht den ihm
dargebotenen Getränken kräftig zu. Bin selbst eher
abgestoßen von dem aufgesetzten Verhalten.
Lärm im Morgengrauen. Kampfgeräusche auf dem Marktplatz.
Unsere Truppen werden von insektenähnlichen Wesen angegriffen.
Müssen uns im Haus verbarrikadieren und tatenlos zusehen wie
unsere Mannen dahingeschlachtet werden. Kein Kontakt zu Sihran!
Versuche Boten zu den nächsten Thaler Truppen durchzuschleusen.
Können uns nicht mehr lange halten. Während eines kurzen,
heftigen Ausfalls schlüpfen Boten hinaus. Hoffentlich kommt
wenigstens einer durch...
Halten durch bis in die Nacht... wieder Angriffe... verliere bei jedem
Ansturm weitere Männer... es ist aussichtslos... habe nur noch
wenige Mannen bei mir... beginne letzte Zeilen an meine Gemahlin zu
schreiben...
Im Morgengrauen in der Ferne Truppenbewegungen. Bei den Vieren... es
sind die Thaler Truppen. Machen uns für letzten Ausfall bereit.
Stadttor muss geöffnet werden. Dem Tode ins Auge blickend und mit
letzter Kraft dringen wir vor. Erleide selbst schwere Verwundung am
Bein. Können mit Müh und Not das Tor öffnen. Thaler
Truppen stürmen herein und machen Insektenwesen nieder. Den Vieren
sei Dank... gerettet! Bis in den letzten Winkel ihrer unterirdischen
Baue werden die Wesen verfolgt. Finde Sihran wohlauf. Er scheint unter
den Nachwirkungen der Getränke der "Geweihten" zu leiden. Er wird
mit einer starken Eskorte zu einem Ogedenschrein gebracht, damit er
Ruhe und Genesung finden kann. Muss selbst erst ins Feldlazarett.
Sethnara, den 20. Tag des 2. Helios 31 n.A.III
Erste Hilfslieferungen für
die Niederlormark
In den vergangenen Wochen konnten von Sethnara aus die ersten
Hilfslieferungen mit Lebensmitteln, Herbstsaatgut und sonstigen
Hilfsgütern Anthan in Richtung der Niederlormark verlassen. Dank
der hohen Spendebereitschaft sowohl in Thal als auch in ganz Heligonia
konnte das Organisationskomitee unter der Leitung von Prinzessin Celia
von Thal, Freifrau Fendra von Aueneck und Freifrau Roxana von Beraht
eine große Menge an Hilfsgütern sammeln, die dazu dienen
soll, die Not der niederlormarker Bevölkerung zu lindern. Auch
erste Hilfskräfte, die den Wiederaufbau der Niederlormark
unterstützen sollen, begleiteten die Trosse an ihre
Bestimmungsorte, um dort bei allen anfallenden Arbeiten zur Hand zu
gehen.
Prinzessin Celia von Thal als Sprecherin des Komitees zeigte sich in
einer öffentlichen Rede in Sethnara zuversichtlich angesichts der
erfreulichen Fortschritte der Hilfsaktionen und sprach noch einmal
allen großzügigen Spendern und allen Helfern sowohl in
Sethnara als auch vor Ort in der Niederlormark ihren Dank, auch im
Namen des Fürsten und des Volkes von Thal, aus. Zudem erinnerte
sie daran, dass die derzeitigen Fortschritte nicht vergessen lassen
sollten, dass auch weiterhin die tatkräftige und
großzügige Mithilfe aus allen Teilen Heligonias
vonnöten sein wird, um nicht nur den Frieden im Kampf gegen die
noch nicht gebannte Gefahr durch die Mantiden zu erhalten, sondern auch
den dringend notwendigen Wiederaufbau der Niederlormark schnell
voranzutreiben und den Strom der grundlegenden Hilfe an Lebensmitteln
und sonstigen Hilfsgütern nicht versiegen zu lassen, bis eine
selbständige Versorgung der Bevölkerung wieder
gewährleistet sein wird.
Das Komitee zur Koordination der Hilfslieferungen wird seine Arbeit in
Sethnara bis auf Weiteres fortsetzen. Spenden sind weiterhin stets
willkommen und an das dortige Bureau zu richten, das auch gerne
jederzeit zu Auskünften bereit ist.
Tilmann Eschenburger,
Stadtschreiber zu Sethnara

Stadtrat beschließt Vorbereitungen für Pilgerzug
Der Hohe Rat der freien
Reichsstadt Betis hat in Anbetracht des erwarteten Pilgerzuges folgende
Maßnahmen beschlossen:
1. Um eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen wurde der
Führer des Pilgerzuges, Prior Adrian, zu einem Besuch beim Hohen
Rat und beim Dogen eingeladen.
2. Vor den Toren der Stadt soll ein Zeltlager mit allen benötigten
Einrichtungen für die erwarteten Menschenmassen errichtet werden,
um die Pilger dort angemessen unter-zubringen.
3. In der Stadt und an den Stadttoren werden die Ordnungskräfte
verstärkt, um weiterhin den reibungslosen Ablauf des Stadtlebens
zu garantieren.
4. Es wird kurzfristig ein Amt für "Fremden- und Pilgerverkehr"
eingerichtet, welches mit Hilfe von Informationsständen und
umherlaufenden Mitarbeitern den Pilgern die Orientierung in der Stadt
erleichtern soll.
Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks
| Was sich schickt |
Und was nicht |
Pilgerzüge
· Tlamanette
· Laientheater
· Verfeinertes Rauchkraut |
· Umstürzende Bäume
· Strategisches Unentschieden
· Diebstahl
· Die Pforten dicht machen |
Der Handelsprophet
| Tageskurse |
|
| Aurazith 1 heligonische Unze |
1 Dukaten und 5 Kreuzer |
| Einfache Unterkunft im Gasthaus |
3 Kreuzer
|
| Kerze |
5 Kreuzer
|
| Tabak (Jolbensteiner) 1 kg |
6 Groschen 7 Kreuzer
|
Tabak 1 kg
|
4 Groschen 5 Kreuzer
|
Der Aurazithkurs bleibt weiter auf hohem Niveau. In Betis und dem
näheren Umland steigen die Preise für
Gasthaus-Unterkünfte, was sich durch den in der freien Reichsstadt
erwarteten Pilgerzug erklären lässt. Der mit diesem Pilgerzug
einhergehende hohe Kerzenverbrauch für rituelle Zwecke lässt
auch für dieses Produkt den Preis klettern. Der Kurs für
Tabak aus Jol-benstein steigt nach den Berichten über dessen
vorzügliche Qualität in unbekannte Höhen. Darunter haben
selbstverständlich die Rauchkrautprodukte aus anderen Regionen in
Form eines Preisverfalls zu leiden.
Bürger des Monats
In diesem Monat entschied die
Jury, den Betiser Händler Fabrizius Gutknecht, Ruhe er in Frieden,
post mortem zum Bürger des Monats zu erklären. Mit seiner
selbstlosen Tat, das ei-gene Leben für das eines anderen zu opfern
sei er ein leuchtendes Beispiel für alle Betiser Bürger.
Diese Tat, so betonte die Jury, solle einem Jeden, unabhängig vom
Glauben, zu denken geben.
Betiser Sprichwort
Suche den Schlaf, wenn Du liebst,
scheue ihn, wenn Du sprichst
und fürchte ihn, wenn Du regierst.
Gunst und Kunst
Was die Heligonier am liebsten hören
|
1 (1) Die
Vogelfreunde - "Kerze im Wind"
2 (6)
Wunderkind Bonifazio - "Jucheisasa!"
3 (2) Die letzten Fernwanderer - "Es braucht nur zwei wie
uns"
4 (-) Sie könnten Giganten sein - "Spinne"
5 (8) Leonardo - "Viva Ostaria! "
6 (5) Sie könnten Giganten sein - "Am Ende der Tour"
7 (-) Jean-Pierre - "La belle Leabell"
8 (3) Johann Bar - "Verletzt"
9 (4) Drachenhainer Jagdchor - "Der weisse Hirsch"
10(7) Rebenhains Romantische Räuber - "Laß mich
Deine Gugel sein für eine Nacht!"
|
|
Stadtgeschehen
Gerüchten zufolge plant der
Stadtrat gemeinsam mit den Baronen des Hochlandes eine Wie-derholung
der vor Jahren so erfolgreich verlaufenen Hochlandtage in Betis. Dort
sollen erneut Land und Leute, Kultur und Waren des Hochlandes
präsentiert werden. Ein Termin für dieses Spektakulum ist
allerdings noch nicht bekannt.
Spektakulärer Utzgan-Transfer: Istvan Zornefelder, der ostarische
Spieler der schlicht "die Mauer" genannt wird, steht informierten
Kreisen zufolge kurz vor einem Wechsel zu "Sturm Betis".
Verantwortliche der Mannschaft wollten sich dazu nicht
äußern, bestätigten jedoch die Absicht, sich personell
zu verstärken.

Die heilige Queste - Das nächste Ziel
Die Suche nach dem Tor der Unschuld
ist eines der bedeutendsten Ereignisse unserer Zeit. Der Eine hat uns
sein Werkzeug gesandt - der erblindete Prior Adrian. Er wird uns den
Weg weisen und das Ziel wird unser aller Lohn sein. Zu loben sei auch
der ritterliche Mut des Barons von Gaeltacht, der ohne zu zögern
sein Leben der heiligen ceridischen Kirche widmet und Bruder Adrian
begleitet. Mit ihnen pilgern nun schon viele Gläubige, Arme wie
Reiche, barfüßig und im Büßergewande, jedoch
frohen Gemütes mit einem Gebet auf den Lippen. Schon von der Ferne
kündet der Schall ihrer Lieder von ihrem Kommen.
Doch hat böses Hexenwerk die Freude des heiligen Zuges
getrübt. Nahe der Südgrenze von Gaeltacht ruhten sich die
Gläubigen im Schatten eines großen Baumes aus, als
plötzlich aus heiterem Himmel heftige Winde auftauchten, die von
eisigem Regen begleitet wurden. Alle wurden von dem Hagelkörnern
gepeinigt, außer Bruder Adrian, der von einem Schein aus Licht
umgeben war und keine nasse Stelle auf seinem Leibe hatte. Auf einem
nahen Hügel hörten die Pilger plötzlich das wahnsinnige
Schreien eines Weibes, als im gleichen Augenblick der Baum zerbarst und
auf die frommen Menschen herniederging. Fabrizius Gutknecht, ein
Händler aus Betis, stürzte sich sogleich auf den blinden,
frommen Mann, um ihn vor den schweren, herabstürzenden Ästen
zu schützen. Der Leib des Händlers war Schutz und Schild
für Bruder Adrian, der unversehrt aus einem Dickicht von
losgelösten Ästen und Teilen des Stammes geborgen wurde. Der
tapfere Fabrizius jedoch fand den Tod. Er gab sein Leben für ein
höheres Ziel und starb mit einem Lächeln auf den Lippen,
bevor er seine letzten Worte hauchte: "Bringt meinen Leichnam nachhause
... nach Betis." Bruder Adrian sprach ein Gebet für den
Märtyrer, erhob sich und sprach zu den Gläubigen: "Nehmt dies
als Zeichen des Einen. Unsere Queste soll uns nach Betis führen."
Die Pilger hoben den Toten auf, trugen ihn auf ihren Schulter und
stimmten ein Loblied auf den Einen an, um weiter ihres Weges zu ziehen.
Das böse Hexenweib indes war nicht mehr auszumachen und hatte
sich, ihrer Schandtat wohl bewusst, davongeschlichen.
Möge ein jeder, der dem heiligen Zuge begegnet den nötigen
Respekt erweisen, den Pilgern Speis und Trank reichen und einen Platz
richten, wo sie ihr Haupt betten können, um dann frisch
gestärkt weiter zu ziehen. Wer sich im Streiten versteht, der gebe
dem Zug eine Wegstrecke des Geleits. Denn merket: euer Seelenheil wird
im frommen Dienen für den Einen gewahrt und genährt.
So sei es!

Lied vom Ritter Benedikt (Gedichtet von Heinrich dem
Stettener)
Einst zogen in wildes Land,
die Ritter stolz
und fein
Und als sich ein gutes Zelt fand,
da kehrten sie gern
ein
Herr Benedikt war sehr geschickt
er füllte sich gleich das Horn
Die Ritter all in frohem Schall
sie
tranken Met und Korn
Doch bald kamen dunkle Gesellen
die wollten feindlich tun
Die Streiter mit Äxten gleich fällen
die Armbrust durft
nicht ruhn
Herr Benedikt war sehr geschickt
gern nahm er den ersten
Schuß an
Die Heilersfrau hat die Brust geflickt
darnieder lag der Mann
Herr Benedikt lag nun im Zelte
ein Nachthemd nur
trug er
Er zitterte wegen der Kälte
da kam Geschrei daher
Herr Benedikt war sehr geschickt
Er rettete Friedrich
den Wanst
Ein Schuß mit Mut trifft doppelt gut
die Feinde hatten Angst
Am nächsten frühen Tage
ging er dann in den Wald
Der Durst ihn da übel plagte
er fand ein Fläschen bald
Herr Benedikt war sehr geschickt
Er trank einen Gin bis zum Grund
Da wurd jedem Mann ein Wunsch getan ja dienen ist
gesund
Der Fluch aber war bald gebrochen
den Vieren seis gedankt
Denn schon kam Gefahr angekrochen Ein
Drache sich einfand
Herr Benedikt war sehr geschickt
er hieb die Augen entzwei
Der Drache schielt, der Feind er flieht
Der Kampf war nun vorbei
Die Ritter sie zogen bald heimwärts
ins schöne Jolbenstein
Beim Ritt sprachen sie manchen Scherz und sangen
Lieder fein:
"Herr Benedikt ist sehr geschickt
Er füllt das Horn bis
zum Rand
Er nimmt den Schuß schießt ohn Verdruss er hat einen Gin
gekannt."
Termine
19.09. -
21.09.03 Phaenomenon III: Romantique
1820 in der Alten Mühle bei Dinkelsbühl
17. 10. - 19.10.03 Phaenomenon IV -
Absinthique 1929 in Bopfingen bei Aalen
12.12. -14.12.03 Helicon 26
Bardentreffen im Schloß Einsiedeln
02.04. - 04.04.04 Helicon 27 auf Burg
Wildenstein
Wichtig! Redaktionsschluss
für den nächsten Boten!
Der nächste Helios-Bote erscheint zum Barden-Con am 12.
Dezember 2003. Der Redaktionsschluss für Ausgabe 48 ist der 31.
November 2003, damit wir die Boten noch fertigbekommen. Artikel, die
uns erst nach Redaktionsschluss erreichen, können daher
möglicherweise nicht mehr aufgenommen werden.
Wenn genügend Artikel für ein Portal eintreffen, so wird auch
wieder die Gelehrtenzeitschrift erscheinen. Auch hier gilt der gleiche
Redaktionsschluss.
Beachtet bitte wie immer, dass auch die Regio-Spielleitungen noch Zeit
brauchen, die Artikel ihrer Regionen zu sammeln!!!
Wer einen wichtigen Artikel schon früher auf der Heligonia-Seite
veröffentlicht haben möchte, wende sich bitte an die
jeweilige Regio-Spielleitung.

© Copyright Inés & Marc Hermann
Berichte von Susanne Arbogast, Jochen Brenner, Arnulf Breuer,
Thilo Döring, Kilian Frey, Marc Gebauer, Inés Hermann,
Petra E. Jörns, Daniela Lochner, Günther Merk, Katrin
Puwalla, Julia und Andreas Riedlinger, Leif Scheuermann und Anna
Ungureanu
Lied von Frank Prietz

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