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Helios - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im 2. Saarka n.A.III 31
Ausgabe 49
Königliche Ritter ausgesandt
Seine Majestät König Aximistilius Tertius entsandte vier Reichsritter und Helios-Ritter in die Fürstentümer Drachenhain und Thal, deren Aufgabe es ist sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen
Als Reichsritter haben das Recht an sämtlichen Audienzen und Beratungen verschiedener Institutionen als Repräsentanten des Königs teilzunehmen. Sie müssen bei allen Adeligen Heligonias vorgelassen und angehört werden und dürfen auf den Willen des Königs hinweisen. Zu den wichtigsten Aufgaben der Reichsritter gehört das Einschreiten bei reichsfeindlichen Tendenzen. Da wohl Hinweise auf solche vorliegen hat der König die Ritter Finian Sonnenklinge von Thardanus, Maligor von Thardanus, Raphael von Sarmad und Weitbrecht von Embarson beauftragt, dies zu prüfen.
Sobald die Untersuchungen der Ritter beendet sind, werden diese an den Hof nach Escandra zurückkehren, um dort einen umfassenden Bericht abzulegen.
Bericht des Boten Siegbert vom See, freundlich zur Verfügung gestellt von seiner Hochgeboren Prinz Leomar von Drachenhainy
"Meine Herrschaft, ich möchte Euch hiermit meinen Bericht abgeben. Ich möchte um Nachsicht bitten, sollte er nicht vollständig sein, denn als ich auf dem drei Ulmen Hof ankam herrschte allerorts Aufregung freudiger Art. Ich suchte sofort die Geweihte Vreda auf,um ihr meine Botschaft zu bermitteln. Auch sie trug in ihrem Gesicht die Zeichen freudiger Entzückung (wie alle Anwesenden, vorallem die Geweihten). Ich erkundigte mich runherum, was denn geschehen sei. Leider bekam ich kaum zusammenhängende Erzählungen, da es immer wieder auf ein "Sie waren hier" und "ich habe Sie gesehen, es war wunderbar" zu hören bekam. Ich versuche mich dennoch einer Rekonstruktion. Am Tage der Ankunft der Gäste ging man gemeinsam zum Saarkaschrein, um das neue Ale zu weihen. Auf dem Rückweg wurden die Gäste und die Geweihten von Übeltätern angegriffen. Diese hatten es auf Vreda abgesehen und bekamen sie in ihre Gewalt. Dem mutigen Einschreiten der Gäste ist es wohl zu verdanken, daß die Übeltäter sie nicht verschleppten. Am Abend wurdeder Bardenwettstreit eingeläutet.
Es gab drei Kathegorien: Ein fröhlicher Beitrag, ein nachdenklicher Beitrag und die Improvisation. Der Wettstreit begann mit dem fröhlichen Beitrag. Danach erklang, laut Aussagen, in verschiedenen Räumen Musik. Und zwar immer wieder ein Flötenstück, das einigen nicht mehr aus den Ohren wollte. Die Bardin Findabaer machte sich daran, die Melodie aufzuschreiben (wohl im Auftrag des Ciaran Pfauenstich). Am nächsten Tag ergaben sich große Verwirrungen, da auch der Lehrling Ciarans hinter dem Lied her war (er wollte seinen Meister überflügeln). Dazu hatte angebliche Fachmänner angeworben.Diese sorgten für Aufruhr, da sie eine erste Rate für ihre Dienste mehrmals einfordern wollten und Stein und Bein behaupteten, Salirin (das ist der Lehrling) hätte noch nicht bezahlt. Dieser hatte das aber getan. Viel schlimmer war jedoch, daß am späten Nachmittag bis an die Zähne bewaffnete Herren in das Haus einmarschierten, Vreda schnappten und ihr Gift einflößten!! Diese Personen wollten erst eine Götterstatue und dann alle viere haben! Es befanden sich also vier Götterstatuen der selben Art auf dem Drei Ulmen Hof. Zum Glück weigerten sich die Gäste und Herren des Hauses auf diese Forderungen einzugehen. Danach zückten diese unverschämten Herren Heliosbriefe, die sie als Bevollmächtigte Fürst Waldemars auswiesen um die Statuen in ihre Gewalt zu bringen. Doch die Geweihten ließen sich nicht hereinlegen.Diese Personen wurden glücklicher Weise überwältigt und Vreda durch die Geweiten und die anwesenden Barden geheilt. Ansonsten wurde der Bardenwettstreit fortgesetzt. Nach dem nachdenklichen Teil kam die Improvisation. Am Abend hatten sie das Lied, das im Hause erklang, zusammengesetzt. Es gab jedoch eine Warnung des Komponisten (Waroniel selbst), es nicht zu spielen. Die Geweihten fragten die Götter um Rat und es wurde ihnen mitgeteilt, daß sie es spielen sollten. Nachdem sie den ersten Teil gespielt hatten, machte sich das Lied offenbar selbständig. Es erklang mit erstaunlicher Macht im Hause. Nachdem es sich einmal gespielt hatte, stand in einem Raum ein Ei. Aus diesen stieg das Lied in körperlicher Form. Und danach passierte das, was alle in höchste Verzückung noch am Tage meiner Ankunft versetzte: Die Viere erschienen und sprachen mit einer Stimme zu den Anwesenden. Sie nahmen das Lied mit sich. Ein wahres Wunder!
Was es sich genau mit den angeblichen Fachmännern des Lehrlings auf sich hatte, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Einige sprachen von der personifizierten Schuld - was es sein mag blieb mir verschlossen. Und was es sich genau mit den Männern auf sich hatte, die sich als Gesandte Fürst Waldemars ausgaben, konnte ich auch nicht erfahren. Solltet Ihr weitere Informationen wünschen, dann würde ich untertänigst vorschlagen, die anwesenden Geweihten, wie zum Beispiel den Heliosgeweihten Metabor zu befragen."
Siegbert vom See
Der Vergleich im Hochaskensteinkonflikt
Die Leser des Heliosboten erinnern sich vielleicht noch an den Bericht in der letzten Ausgabe über das Zusammentreffen des Abtes Erlind mit dem Vogt Rasekorn im Dorf Sichelfeld. In den heutigen Tagen, da das Land in Unruhe ist und man allenthalben Gerüchte über Krieg vernehmen muss, erscheinen jene Ereignisse als das Geschehen einer vergangenen Zeit, in der man noch Willens war, religiösen Streit gütlich beizulegen.
Denn tatsächlich kam es genau dazu, wie erst jetzt bekannt wurde, da der Vogt - kaum vom Zuge zurück - bereits wieder Störenweiler verlassen hat, um erneut in den Krieg zu ziehen, wie manche munkeln. Zuvor jedoch wurde offenbar, was Abt Erlind und Rasekorn vom Schinderteich besprachen, als sie sich im Sommer unter so ungünstigen Vorzeichen trafen. Demnach wird das Saarkaheiligtum in Hochaskenstein bestehen bleiben können und unter Aufsicht einer Geweihten aus Jolbenstein stehen. Für das Auskommen des Schreins sorgen mehrere Gehöfte des Dorfes, die dem Vogt offenbar verkauft worden sind. Im Gegenzug soll in Störenweiler eine kleine Kapelle auf Kosten des Abtes entstehen. Zu diesem Zweck führte der Vogt zwei ceridische Geistliche mit sich nach Störenweiler.
Es scheint uns heute kaum mehr vorstellbar, dass es zu einer solch gütlichen Einigung zwischen zwei so verschiedenen Männern von Adel kommen konnte. Wie lange allerdings unter den gegebenen Umständen dieser Ausgleich bestand haben mag, das wissen die Viere.
Berichtet von Kanzleischreiber Wolfher im 2. Saarka im Jahre 31 n. A. III.
Foranan McDonough wegen Hochverrats eingekerkert
Grau wie Stahl der Himmel, unbefleckt der weiße Schnee rings um die Feste, die Drachentrutz genannt, als sich ein einsamer Reiter in frühen Morgenstunden daran macht, seinen Lehnsherren zu sprechen. In Feh und Samet gekleidet, die Stirn glatt und kühn den Torwachen entgegengestreckt, verlangt er Einlass. Sein Name: Baron Foranan McDonough von Flaitney.
"Hurtig seid Ihr geritten Baron Foranan. Es freut uns, dass Ihr so flink dem Rufe Eures Lehnsherren Folge leistet! Habt Ihr unseren Befehl erfüllt und allen Schurken, die unseren Männern Schaden zufügten ihrer gerechten Strafe zugeführt? Was ist mit den vier Statuen, wann werden sie zu uns gesandt? Und zuerst sagt, was sich schändliches zugetragen hat, auf dem Drei-Ulmenhof, in Eurem Flaitneyer Land!"
Wir schreiben den 18. Tag des Frostmondes im Jahre 94 n.d.E. - Im Drachenhainer Wappensaal ist es eisig kalt, als der Baron von Flaitney, ohne Verzug zum Fürsten Waldemar vorgelassen wird. Seine Durchlaucht sitzt in Pelz gehüllt auf seinem hohen Stuhl, den Blick scharf und entschlossen auf seinen Vasall gerichtet. Im hinteren Teil der Halle sitzt scheinbar unbeteiligt Kanzler Giselher, mit einigen Schriftstücken beschäftigt.
Baron Foranan gibt zu verstehen. Erstens: Er selbst war nicht anwesend, aber nach mehreren unabhängigen Berichten, hätten die Leute Waldemars gegen mehrere Punkte der Halsgerichtsordnung verstoßen, womit ihr Heliosbrief unwirksam wurde. Als sich die Männer Waldemars sich dann auch noch mit Waffengewalt weigerten, sich der Gerichtsbarkeit zu beugen, kam es zu einem Kampf, bei dem seine Männer ums Leben kamen. Zweitens: Die Bestrafung kann er nicht anordnen, da die momentane Sachlage so liegt, dass der Tanay und die anderen im Recht waren. Drittens: Die Statuen werden nicht in die Drachentrutz geschickt, da der Wille der Götter etwas anderes vorsieht. Sollte Fürst Waldemar selbst etwas in die Wege leiten, um die Statuen von dort, wo die Götter sie wollen, zu entwenden, würde er sich auch gegen den König, der ja der oberste Ogede ist, wenden. Foranan versichert ihm, dass er die Statuen notfalls mit seinem eigenen Leben verteidigen werde. Viertens: Er möchte ohne Verzögerung die Saarkageweihte Saleena sehen, um sich von ihrem momentanen Zustand ein Bild machen zu können.
Sobald Foranan seine Rede beendet hat, entgegnet der Fürst mit kalter Stimme. Erstens: Soweit er, Waldemar, wisse, ginge der Heliosbrief der Getöteten nicht weniger weit in seiner Machtbefugnis als der eines Barons. Ferner sei es ihm, dem Fürsten, zu überlassen, wann ein Heliosbrief formal korrekt sei und wann nicht. Und zu allem komme hinzu, dass man die Männer nicht hätte töten müssen, man hätte sie auch gefangen nehmen und einen Boten zu ihm, dem Fürsten, senden können. Allzuweit seien die Wege ja nicht... Zweitens: Ein Baron sollte wissen, dass es dem Fürsten, seinem Lehnsherrn, dem er den Vasalleneid geschworen habe, zu überlassen sei, darüber zu befinden, wann ein derartiges Verbrechen wie Hochverrat zu ahnden sei und wann nicht. Oder sei er da anderer Meinung? Drittens: Wenn der Baron auf faulen Budenzauber, initiiert durch den ungeduldigen Thronfolger, hereinfalle, sei das gewiss seine Sache, wenn er aber einen Befehl des Fürsten missachte, so sei dies Hochverrat. Ferner habe Foranan nicht darüber zu befinden, was des Königs Meinung in dieser Sache sei. Des weiteren wisse er, Waldemar, um die Pläne seines Sohnes und werde die geeigneten Maßnahmen ergreifen. Viertens: Was nun die Bitte angehe, Saleena zu sehen, so könne ihr entsprochen werden. Allerdings müsse sich der Baron hier und jetzt entscheiden, ob er seinen Eid erfüllen, oder sich gegen den Fürst stellen mag! Letzteres würde dazu führen, dass ihn von Saleena nur einige Gitterstäbe trennten.
Hernach scheint Fürst Waldemar nicht geneigt, sich auf weitere Debatten einlassen zu wollen, er erhebt sich von seinem Thron und geht herrschaftlich einige Schritte auf Baron Foranan zu und erwartet dessen Antwort.
"Hochverehrter Fürst, wie ich schon sagte, war es offenbar nicht möglich die vier Gardisten lebend gefangen zu nehmen. Sie wollten eher sterben, als in ihrer Sache zu versagen. Und es liegt mir keinesfalls daran meinen Lehnseid Euch gegenüber zu brechen. Aber es tut mir leid. Ich kann eure Befehle nicht entsprechen, da Morrigu und die anderen nicht gegen die Halsgerichtsordnung verstoßen haben, sehe ich keinen Grund diese Leute festzunehmen. Da der Wille der Götter für mich über allem steht, kann und werde ich euch die Statuen nicht zukommen lassen. Wenn ihr mich nun wegen Hochverrates festnehmen wollt, so tut dies. Aber Ihr solltet auch bedenken, was für Folgen ein solcher Schritt hätte!"
Mit einer einzigen Handbewegung, deutet Fürst Waldemar den anwesenden Wachen, Foranan McDonough in Eisen zu legen. Leise fügt er hinzu:
"So habt Ihr gewählt, Foranan!"
Es berichtet Ruland vom Kerbelgehr,
Schreiber des Herrn von Drachenhain
Neuer Bischof von Drachenhain erwählt
- Wie Fünfe gerade wurden
"Es ist vollbracht!" selbstzufrieden stille grienend, packt der unauffällige Mönch seine sieben Sachen und macht sich auf zu seiner nächsten Mission in die ferne heligonische Capitale, wo weit mehr von seiner feinen Kunst verlangt werden wird, als hier hinter kargen Klostermauern, wo sich aufdrängt der beißende Geruch nach altem Stroh und kalten Schweiß.
"Es ist vollbracht! Das erweiterte Kapitel hat gewählt!" Allein diese Worte waren es, die in den würdigen Gängen und Hallen des Klosters Heilig Aluin, die Bewohner in Tonsur, wie aus einer Lunge erleichtert aufatmen ließ. Seit Monden glichen sie einer wirren Schafherde ohne Hirten - denn de facto waren sie dies ja. Seit dem unsäglichen Schlaganfalle des vielgeliebten Bischofs, war dieser nie wieder ganz gesundet, nein im Gegenteile, stellte sich nach einigen Wochen allen grausam dar, dass Ceridian Aegidio senil geworden war. Im Schrecken dieser schmerzlichen Tatsache, versäumten die Verantwortlichen schnelles Handeln. Ebenso erwies sich die frühere, sehr halsstarrige Haltung des ersten Drachenhainer Bischofs keinen Nachfolger zu benennen, als großer Jammer, da nun auf die schnelle kein adäquater Kandidat zu finden war. Nach einigem Suchen waren schließlich die Äbte Erlind Hilarian von Hochaskenstein und Anandu Immianus von Jolbruck als mögliche Nachfolger für diese hohe Amt gefunden worden, jedoch schieden sich gerade an diesen beiden die ceridischen Geister. Da das bischöfliche Kapitel - bestehend aus den fünf hochehrenvollen Personen Prior Vitus von Heilig Aluin, Pater Zussmond von Prauen, Pater Riccardus di Aspargo und Pater Ankbert vom Brunnen - auch nach der zwölften Sitzung nicht zu einer einfachen Mehrheit kamen. Ihr fragt Euch, wie dies sein kann, bei der Anzahl von fünf Köpfen? Pater Ankbert, der von den Jungen und den Novizen schon ob seiner Entscheidungsunfreudigkeit, "der Zauderhafte" genannt wurde, wollte sich partout nicht auf einen der beiden genannten Bewerber einigen und wählte für sich somit die Enthaltung. Da nun eine Patt-Situation zweier gegen zwei entstand, begingen die Herren bischöflichen Kapitelmitglieder eine dreizehnte, ein vierzehnte und eine fünfzehnt heilige Zusammenkunft, bis endlich - in persona des vom Fürsten Waldemar von Drachenhain, gesandtem Bruder Pankraz - das Licht des Einen über das Kapitel kam und für einen Beschluss sorgte: Am 26. Tag des Frostmondes erwählte das bischöfliche Kapitel von Drachenhain Abt Erlind Hilarian von Hochaskenstein zum neuen Bischof des Fürstentums. Man mag es sich denken, das Zünglein an der Waage habe Bruder Pankraz ausgemacht, der per Edikt, den Willen des Fürsten im Falle einer Uneinigkeit zum Tragen brachte. Ob seine Heiligkeit der Primus und der Erwählte selbst, diese Wahl bejahen werden, weiß allein der Eine.
Bruder Eberus, Schreiber der Klosterabtei "Heilig Aluin",
am 1. Tag des Eismondes 94 n.d.E
Droht in Drachenhain ein Krieg?
Nachdem in den letzten Wochen Gerücht um Gerücht die Runde machte, verdichten sich nun offenbar die Anzeichen für kriegerische Auseinandersetzungen in Drachenhain. Zumindest lassen die Hinweise keinen anderen Schluss zu, die dem Heliosboten aus - wie üblich - gut informierter Quelle vorliegen. Demnach soll seine Durchlaucht Fürst Waldemar am 1. Tag des 2. Saarka eine Heerschau auf den Feldern unterhalb der Drachentrutz abgehalten haben, an der wohl vor allem Antrutzer Truppen beteiligt gewesen sein sollen. Gleichzeitig erzählt man sich, dass ein starkes Kontingent der Jolbensteiner Ritterschaft an der Grenze zu Rebenhain Aufstellung genommen habe und dass Ritter Benedikt höchst selbst zum Ende des 1. Saarka beim Fürsten zu Gast gewesen sei.
Gegen wen freilich die verschiedenen Truppen aufgestellt wurden, bleibt offen. Hat am Ende der Rebenhainer wieder was ausgefressen?
Wir werden weiter berichten.
Asmus Schwarzfleck,
Freier Berichterstatter des Heliosboten
Höret, höret!
Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu wissen
Primo:
dass es seiner Durchlaucht in seiner Macht gefällt, der Wahl des erweiterten St. Aluiner Kapitels zuzustimmen, der zu Folge der Ehrwürdige Vater, Abt Erlind Hilarian von nun an die Abtei St. Aluin inne haben mag und somit Bischof von Drachenhain sei, sofern dies die Zustimmung seiner Heiligkeit des Primus der ceridischen Kirche findet.
Secundo:
dass es seiner Durchlaucht angelegen ist immer gut für das Land zu sorgen, das ihm im königlichen Auftrag anvertraut ist. Daher gefällt es seiner Durchlaucht, den Edlen Ritter Aiken von Baldwiesen zum Baron von Hochaskenstein zu bestellen.
Tertio:
dass seine Durchlaucht hiermit in seiner Weisheit beschließt, dass die Abtei Hochaskenstein von nun an ein weltliche Lehen derer von Drachenhain sein möge, unbeschadet der Rechte der ceridischen Kirche und in Übereinstimmung mit dem Bischof von Drachenhain.
Quarto:
dass Foranan Mc Donough vom Clan der Burathy fortan nicht mehr Baron zu Flaitney geheißen werden soll, da er sich gegen seine Durchlaucht des Hochverrats schuldig gemacht hat. An seiner Statt soll bis auf weiteres sein Bruder Allister Mc Donough die Baronie führen.
Quinto:
dass seine Durchlaucht alle, die ihm mit Treu und Eid gehorsam schulden, väterlich ermahnt, dass sie von ihrem Schwur nicht entbunden werden können außer von seiner Durchlaucht selbst oder von seiner allerdurchlauchtigsten Majestät dem König. Dessen sei ein jeder eingedenk in Zeiten, in denen ein ungeduldiger Thronfolger mit billigem Budenzauber hofft, Verrat und Untreue zu säen. Seine Durchlaucht wird Ungehorsam nicht dulden.
Gegeben am 3. Tag des Eismondes des Jahres 94 n. d. E.
auf der Feste Drachentrutz
Das Herzöglich-Ostarische Amt für auswärtige Angelegenheiten gibt bekannt:
Um das Herzogtum Ostarien und seine Bevölkerung effektiv gegen die „Mantiden“ genannten Wesenheiten, welche zum ersten mal in der Niederlormark entdeckt wurden, schützen zu können, werden von nun an die Grenzkontrollen an Brazach, Jolborn und der Südgrenze erheblich verschärft werden. Eine Durchsuchung von Schiffen und anderer Fahrzeuge sowie die vollständige Aufnahme der Personalien von Grenzüberschreitern wird von nun an strikt durchgeführt werden. Es ist dadurch mit Wartezeiten an den Grenzübergängen zu rechnen. Es kann weiterhin geschehen, dass Verdachtspersonen die Einreise verweigert wird. Weiterhin werden die bisher eingesetzten Grenzgardisten mit Teilen der herzöglichen Garde aufgestockt und den Kommandanten in der Mantidenerkennung geschulte Offiziere zur Seite gestellt.
Amtsdirektor Fridolin Freiherr von Harkenberg,
Leiter des Herzöglich-Ostarischen Amtes für auswärtige Angelegenheiten
Ankur am 20. Tag des 1. Saarka im Jahre 31 n.A.III.
Verordnung über die Einhaltung des Toleranzediktes seiner allerdurchlauchtigsten Majestät König Helos Aximistilius III.
Eine Nichteinhaltung des Toleranzediktes sei hiermit innerhalb der Baronie Neuenstein zur Straftat wieder die königliche Halsgerichtsordnung unter Kapitel 2, Artikel 8 erklärt.
Zitat:
"So einer gegen Land, Stadt oder Gebiet fürsätzliche und boshafte Aufruhren des gemeinen Volks wider die Obrigkeit machet, der soll je zu Zeitten des Gebietes verwiesen oder mit der Abschlagung des Kopfes bestrafet werden.
Item mag widerrechtliches Betreten einer jeden Reynung, Gemarkung oder eines jedweden Haus und Hofes gegen den Willen des Eigenthümers als Überfarung des Gastrechtes ausgelegt und hiernach gehandelt werden."
Es werden darunter sämtliche Aktivitäten gegen sowohl ogedische als auch ceridische Schreine, Glaubenstätten und sonstige Einrichtungen aller Art als auch Angehörige des jeweiligen Glaubens und Priester beziehungsweise Geweihte im besonderen verstanden.
Darüberhinaus werden jegliche Missionierungs- und Bekehrungsversuche ausserhalb von eigenen Glaubensstätten als ebensolche Aktivitäten erachtet und sollen, als mit dem Vorsatze bedachte Taten unter Kapitel 2, Artikel 2 der Halsgerichtsordnung behandelt werden.
Zitat:
"Welchjeniger mit boswilliger Verräterei gegen seine Stadt, sein eigen Herrn oder nahegesippten Freund, so mag die Straf von pecuniärer, reuevoller oder vergeltender Form sein, je nach Maß des Richters. Wird durch einen solch Leben in gefahrvolle Umstände gebracht, so mag dies mit dem Tod durch Durchbohrung des verräterischen Herzen bestraft werden."
Ausgenommen von dieser Verodnung sind ausschließlich Priester und Geweihte. Diese sollen der jeweils zuständigen internen Gerichtsbarkeit übergeben werden. Doch sollen diese bei Zuwiederhandlung gegen diese Verordnung unter Hausarrest gestellt werden bis sie der zuständigen Gerichtsbarkeit übergeben werden können.
Aufgrund der angespannten Sicherheitslage an der Südostgrenze Ostariens und durch gegebenen Anlass haben Wir diesen Schritt als für notwendig erachtet. Diese Verordnung wird mit Datum des morgigen Tages gültig und gilt bis auf Widerruf.
Gez.
Karolus von Neuenstein,
Baron zu Neuenstein
Prinz Leomar von Regentin des Vogtamtes enthoben!
Zunächst war unklar warum Prinz Leomar, herzöglicher Vogt von Emarania, direkt nach einem Besuch des frischgebackenen Barons zu Neuenstein in Emarania, nach Ankur reiste. Die Vermutung lag nahe, dass der Zweck der Reise eine Art Rechenschaftsbericht über die bisher ergriffenen Maßnahmen zum Wiederaufbau der gebeutelten Baronie handelte.
Doch wie wir hinterher erfahren mussten, waren es viel weitreichendere Entscheidungen, die am 27. Tag des Frostmondes im Herzogspalast zu Ankur getroffen wurden.
Bald machten Gerüchte die Runde, Emarania bekäme einen neuen Verwalter und tatsächlich wurde bald darauf offiziell bekannt gegeben, Regentin Walluma hätte den Prinzen aus dem Vogtamt entlassen, die Sicherheit Ostariens verlange es so.
Unsere Berichterstatter forschten nach weiteren Details und fanden folgendes heraus: Die Regentin hatte den Prinzen zu sich gebeten, um Stellungnahme zur Entwicklung in Drachenhain abzugeben. Weiterhin verlangte sie von ihm, als ostarischer Vasall, die absolute Neutralität gegenüber den derzeitigen und zukünftigen politischen Entwicklungen in Drachenhain. Die Antwort des Prinzen auf dieses Begehr muss dann der Grund für den Machtwechsel in Emarania gewesen sein. Wir wissen leider nicht, ob dieser Schritt gegen die Absichten des Prinzen oder in beidseitigem Einvernehmen getroffen wurde.
Sogleich wurde ein neuer Vogt für Emarania bis zur Volljährigkeit der Erben ernannt: Anselm von Rabenstein, langgedienter ehemaliger Kanzler Angharad Elanors von Emarania, Nachkomme eines alten ortsansässigen Geschlechtes, wird von nun an die Geschicke der Baronie in die Hand nehmen.
Dennoch bleiben weiterhin Fragen offen: Was wird Prinz Leomar jetzt unternehmen? Wird er sich jetzt offen gegen seinen Vater wenden? Gibt es einen Zusammenhang zu den herzöglichen Truppen, die als Grenzverstärkungen nach Buchenfels, Emarania und Soltran entsandt wurden?
Rede des Grafen Dedekien an sein Volk, gehalten am 1. Tag des 2. Saarka des 31. Jahres der glanzvollen Herrschaft unserer allerweisesten Majestät König Helos Aximistilius des III.:
"Geliebtes Volk!"
(außer sich vor Freude darüber, dass der Graf bei einem derart unbequemen Wetter seine Gemächer verlässt, um auf dem Balkon seine Worte an sie zu richten, versetzt die Menge in überschwängliches Entzücken)
"Diese Depesche erhielten Wir im 3. Heliosmond von unserem Nachbarn dem Fürsten von Thal." (Ein gespanntes Raunen geht durch die Menschenmenge, als der Graf ein Dokument hoch hält.) Da Wir Unsere Untertanen nicht mit Einzelheiten langweilen möchten, kommen Wir sogleich zum Brunnen der Oase*. Der Fürst von Thal bittet Uns zur Zusammenarbeit, da sein Land von einer Plage, namentlich als Mantiden bekannt, heimgesucht wird. Da es ihm nicht möglich ist die Mantiden davon abzuhalten die Grenze in Unser schönes Land zu überschreiten, möchten Unsere tapferen Soldaten ein waches Auge auf die Südgrenze des Fürstentums Thal haben. Sofort haben Wir unsere fähigsten Männer und Frauen entsandt, um die Region rund um die Städte Guldenstein, Hatarvani und BahrOkkem in Augenschein zu nehmen. Das Ergebnis der Untersuchungen war niederschmetternd! (Der Graf hält mit seiner Rede kurz inne, so dass das Volk vor Spannung kaum zu atmen wagt). Die Plage Thals hatte bereits die Grenze in die blühenden Regionen Unseres Landes überschritten. Mannshohe Ungeheuer mit dem Aussehen giftiger Wüstenheuschrecken fielen in die Dörfer ein, um dort alles zu fressen, was sie finden konnten. Selbst der Verzehr von Menschen ist diesen Ungeheuern ein Hochgenuss!
(Ein Diener schafft einen toten Mantidenkörper herbei, um diesen dem Volk zur Schau zu stellen - ein Schrei des Entsetzens lässt die Palastmauern erzittern)
Jedoch wollen Wir uns nicht anstecken lassen von der Hilflosigkeit Unserer Nachbarn und so haben Wir sofort Gegenmaßnahmen ergriffen. Eine Abordnung Unserer fähigsten Gelehrten wurde begleitet von Unseren tauglichsten Kämpferinnen und Kämpfern in die befallenen Gebiete beordert, um diese von den Mantiden zu säubern. Bereits nach wenigen Wochen konnten ohne größere Verluste unter Unseren Leuten enorme Erfolge erzielt werden. Wir können voller Stolz berichten, dass Wir binnen weniger Wochen Herr über die Geißel von Thal geworden sind. Dieser Tage sind mehrere Gelehrte und Händler in BahrOkkem, um dort den wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wert der Mantiden zu prüfen. Was den einen Tod und Verderben gebracht hat, können Wir dank Unserer Weisheit dem Volke zum Wohle gereichen."
Mit einem selbstgefälligen Lächeln die jubelnde Menge betrachtend, winkt der Graf noch einmal wohlwollend, bevor er die Reiter des Kurierdienstes anweist, die Rede auf die Reise durch die Grafschaft zu schicken, wo sie in jedem noch so kleinen Dorf mit lauter Stimme von dem dortigen Omu verlesen werden.
* alte darianische Redewendung
Frost
Ein Frosthauch legt sich über's Land,
Reif färbt die Bäume weiß.
Die Rose, die noch gestern stand,
Verschwindet nun im Eis.
Ein Frosthauch, der zog durch das Land
Trotz aller Sommerglut.
Die Kluft, die durch den Zug entstand,
Entzweit das große Gut.
Manch' zarte Band' im Frost erstarrt
Und alter Groll nun widerhallt,
Derweil sie weiterzieh'n.
Bewahrt die Rose! Wenn man nicht
Den eingefror'nen Stengel bricht,
Wird sie im Frühjahr blüh'n.
Cestric van Kenn-Dallir
Termine
02.04. - 04.04.04 Helicon 27 auf Burg Wildenstein
02.07. - 04.07.04 Helicon 28 auf dem Zeltplatz Schachen/Münsingen
10.09. - 12.09.04 Phaenomenon 5
12.11. - 14.11.04 Drachenhainer Jagdgesellschaft auf der Burg Derneck
07.01. - 09.01.05 Adelstag im Schloss Einsiedel
Wichtig! Redaktionsschluss für den nächsten Boten!
Der nächste Helios-Bote erscheint zum Helicon 27 am 2. April 2004.
Der Redaktionsschluss für Ausgabe 50 ist der 20. März 2004, damit wir die Boten noch fertigbekommen. Artikel, die uns erst nach Redaktionsschluss erreichen, können daher möglicherweise nicht mehr aufgenommen werden.
Wenn genügend Artikel für ein Portal eintreffen, so wird auch wieder die Gelehrtenzeitschrift erscheinen. Auch hier gilt der gleiche Redaktionsschluss.
Beachtet bitte wie immer, dass auch die Regio-Spielleitungen noch Zeit brauchen, die Artikel ihrer Regionen zu sammeln!!!
Wer einen wichtigen Artikel schon früher auf der Heligonia-Seite veröffentlicht haben möchte, wende sich bitte an die jeweilige Regio-Spielleitung.
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