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Fliran - Bote
freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia
Im Wonnemond n.d.E.91
Ausgabe 42
  
Lob und Ehr dem Fliran! Ruhm dem Reich! Ankur ist gefallen!
Nach 5-jähriger Belagerung durch unsere ruhmreichen Legionen ist die
Rebellenhauptstadt nun endlich in die rechtmäßigen Hände
des Reiches gefallen. Wie Großfliranmarschall Arve von Tlamana-Carajon
Seiner allerdurchlauchtigsten Majestät Fliranus II. berichtete, gelang
es den Unsrigen in die Stadt einzudringen, nachdem ein Rebell, dank einer
genialen Kriegslist, dazu bewegt werden konnte, die Tore zu öffnen.
Trotz massiver Gegenwehr, konnten unsere geschulten Regimenter im Nu alle
wichtigen Punkte der Stadt besetzen und ohne große Verluste alle
verräterischen Subjekte auf dem Herzog Rolo-Platz zusammentreiben,
wo sie ihrer gerechten Strafe zugeführt wurden. Eine Umweihung des
großen Ogedischen Heiligtums wurde sogleich vorgenommen.
Leider gelang es den berüchtigten Blutsbrüdern und Rebellenanführern
Teemon von Hohenforingen, Jareck von Jolberg und Gurgoroth von Oraneck,
die gemeinsam die Stadtverteidigung organisiert hatten, durch einen unterirdischen
Gang zu fliehen. Es wird angenommen, daß sie zu Ihrem Herrn Herzog
Aftalun nach Quellstedt gereist sind, um dort weitere perfide Pläne
gegen das Reich auszuhecken.
Dennoch: halb Ostarien ist nun unser! Schon machen sich unsere prächtigen
Fliran-Ritter mit ihrem Gefolge auf nach Westen um auch hier unser Banner
in den Staub zu stecken. Mögen sie Angst und Schrecken unter den Feinden
sähen!
Reformen im Reich, Rat der Neun wieder voll beschlussfähig
Der ehrenwerte Rat der Neun zu Windenbork nimmt nach dem plötzlichen
Ablebens Lorgwons des Prächtigen nun den achtbaren Richard von Celvar
in ihren Kreis auf. Der Rat besteht nun aus den folgenden Personen. Eckwald
von Hautzensteyn, Javen Silverhorn, Kalveram vom Norrland, Finian zu Thardanus,
Wunjo von Drachenhain, Beorric von Wulfenstein, Dankward von Baldwiesen,
Richulf von Drachenberg und eben Richard von Celvar.
Noch am selben Abend wurde einvernehmlich ein reformiertes Brauereiedikt
und das Verkürzen der Sperrstunde beschlossen. Auf seine unvergleichliche
Weise hielt der Oberste Ratsherr Eckwald von Hautzensteyn hernach - mit
dem Zeremonienkelch in der Rechten - eine lange Rede an das Volk und verkündete
die Wandlungen im allgemeinen Tavernen- und Schenkenwesen.
Hohe Ehren für Kriegsherr Krator von Rebenhain
Als Auszeichnung für seine hervorragenden Taten im Kampf gegen die
ogedische Rebellenbrut, wurde Krator nun nach jewarischem Ritus geweiht.
Mit Tränen der Rührung in den Augen präsentierte er seiner
Mentorin Samira der Gleißenden ein prächtiges zusätzliches
Armpaar, die ihn nun endlich in die Lage versetzen vier Streitäxte
gleichzeitig zu schwingen. Die Ehrung geschah durch die kundige Hand des
Rasmus Flirastrasus, Erzkanzler der erleuchteten Universität zu Tlamana,
was allein schon die Wichtigkeit dieser Initiation verdeutlicht. Nicht
mehr lange und die gemeinen Feinde des Reiches werden zittern, wenn Krator
der Kampfkoloss sie in Scharen zerschmettern wird!
Valmera und Brassache - bahnt sich da eine Liaison edelsten Geblüts
an?
Der bekannte Charmeur Ritter Daron de Brassache lässt alle Geheimnisse
fahren und macht nun in aller Öffentlichkeit Herzogin Arana von Sedomee
den Hof. Überschattet wurde das letzte Rendevouz unter Zedernzweigen
von erneuten Anschlägen der darianischen Rebellen auf das herzögliche
Casino von Lasogaz, was vermutlich dem Konto der Aufständischen unter
Dedekien zuzurechnen ist. Hilfsbereit wie wir ihn kennen, bot sich der
graumelierte Herzensbrecher sogleich an, für seine Angebetete zum
Unruheherd zu reisen und dort erbarmungslose Vergeltung zu üben. Allerdings
riet der Mentor des Daron, Hadebrand von Grauburg, dringlich von solchem
Vorgehen abzusehen, da es dem Wohle des fliranischen Reiches zuträglicher
sei, wenn Daron, sich in erster Linie um das Heil der Herzogin kümmere.
Syria Jaldis tritt endlich Erbe der Prophetin an
Nach entbehrungsreichen Jahren des Studiums an der Erleuchteten Universität
zu Tlamana hat die Erwählte nun endlich die höchsten Weihen Flirans
errungen. Ausgemergelt und dem Tode näher, als dem Leben, wandelte
sie mit verklärtem Blick zur Flirankathedrale von Escandra, wo seine
Majestät Fliranus II. ihren Status als neue Prophetin feierlich bestätigte,
indem er huldvoll sein Szepter auf ihr edles Haupt legte. Endlich dürfen
die 12 Folianten der Erleuchtung wieder geöffnet werden. Syria Jaldis
ist somit die vierte Prophetin seit der Erleuchtung der großen Ewaria
vor 91 Jahren. Lob und Ehr dem Fliran!
Gesunder Nachwuchs im Großherzogtum Beridhan
Jubelstürme erschallten im Land, als die Nachricht von der erfolgreichen
Niederkunft der großherzoglichen Konkubine Celia von Thal verkündet
wurde. Ein prächtiger Sohn ist es, der nun die Anzahl der Sprösslinge
Großherzogs Xavion auf 23 anwachsen läßt. Aus diesem freudigen
Anlaß wurden sogleich prächtige Gladiatorenspiele in der Blutarena
von Beridheim abgehalten, zu denen Xavion noch das folgende Gesetz gab:
Derjenige - ob Mann oder Frau, arm oder reich - der den heutigen Tag durch
niedere Arbeiten beschmutzt, soll unverzüglich vom Leben zum Tode
befördert werden.
Lob und Ehr dem Fliran!
Drachenhainer Mentor lässt in Ankuraffäre Milde walten
Gräfin Richilles, das Täublein, von Drachenhain bittet ihren
Mentor Temoell Wigander um Nachsicht, ob ihres letztmaligen Affronts in
aller Öffentlichkeit. Zum Allgemeinwohl nach ihrem schlechten Betragen,
gibt die Gräfin zwei Dutzend ihrer liebsten Leibeigenen in die Zitadelle.
Folglich war ihr missverständlicher Ausspruch, ob des Verbleibs Ankurs
in den Händen des Feindes, ein Versehen und muss richtiggestellt werden:
Selbstredend war es nur eine Frage der Zeit, bis die Unsrigen den Sieg
davontrugen und die elenden Widerständler aus dem schönen Ankur
gejagt hatten. Voller Nachsicht beließ es ihr Mentor bei der Aufforderung,
künftig mehr auf ihre ungelenken Äußerungen acht zu geben.
Stabilisierende Maßnahmen in Thal eingeleitet
Für Ordnung im Sinne des Reiches sorgte wieder einmal Fliranmeister
Vergenhans. Diesmal wurde der Sonderbeauftragte mit der Klärung der
Thaler Wirrnisse beauftragt, deren Ursache bekanntermaßen in der
geistigen Umnachtung Fürst Anselms zu finden war.
Nach der letzten fehlgeleiteten Handlung des Fürsten, bei der
Reichsverräter ihrem verdienten Schicksal entrinnen konnten, war das
Maß nun endgültig voll. Auch schon früher bestach Anselm
durch diverse Entgleisungen, die jedesmal der rechtmäßigen Ordnung
zum Nachteil gereichten. Beispielhaft zu nennen wäre hier die versehentliche
Nahrungslieferung an das Rebellenlager Al Safani durch nicht authorisierte
Händler.
Da diese Zustände jenseits aller Vernunft waren, trat Vergenhans
nun endlich auf den Plan und leitet von jetzt an die Neustrukturierung
der Thaler Herrschaftsverhältnisse. Anselm von Thal ist derzeit auf
dem Weg zur heiligen Prophetin Syria, die sich seiner annehmen und ihn
zu seiner wahren Bestimmung führen wird. Lob und Ehr dem Fliran!
Tour des fliranischen Reiches dauert weiterhin an
Nach den letzten Zwischenfällen konnten zwei Mannschaften ihre Spitzenreiterposition
ausbauen. Durch die Auslöschung des Welzener Teams schied ein weiterer
Konkurrent überraschend aus. Zur Stunde dauert die Bergung der zerschundenen
Leichname aus den Trümmern der eingestürzten hohen Legonsbrücke
über den Brazach an. Demnach verwiesen die "Büttelmänner"
und die Mannschaft "Jawares Peitschenknall" die restlichen Teilnehmer auf
die Plätze.
Es bleibt spannend, ob sich die gute Bewaffnung der Kutsche aus dem
Norden, oder die infernale Schläue des Jolbrucker Teams am Ende durchsetzen
wird.
Zur Zeit bewegen sich die Fuhrwerke nach Bewältigung der staubigen
Parimaebene mit gewaltiger Geschwindigkeit quer durch die Nordprovinzen
und werden wohl bald vor dem Flirantempel zu Vjoshaven einfahren.
Preisabsprache für das Jahr 92 n.d.E.
Wie jedes Jahr kamen auch heuer die Mitglieder der Fliranischen Handelsgilde
in ihrer Doppelmetropole Betis-Lindfurt zusammen, um die Leitpreise für
Lebensmittel und Genussgüter festzulegen. Anwesend waren die Häuser
Schwartz, Franpani, Corvese, sowie die Gebrüder Gurk und Söhne.
Mit leichten Erhöhungen der Lebenshaltungskosten ist nun wohl zu rechnen,
vor allem Traubenblut aus Rebenhain wird wohl künftig nicht mehr unter
dem doppelten Betrag zu haben sein. Dies alles dient einer stabilen Wirtschaft
und dem Wettbewerbsvorteil gegenüber ausländischen Reichen und
finanziert außerdem den Nachschub im Krieg gegen die Telnaroner Piraten,
welche derzeit eine Bedrohung unseres Pfefferhandels darstellen.
Frühlingsfest in Tabruk
Tamara und Leabell von Tlamana-Carajon, Schwestern unseres geliebten Großfliranmarschalls,
luden heuer die Edle Josephina von Drachenhain, sowie deren Cousin Leomar,
samt lustigem Gefolge, zum traditionellen Tändeln unterm Birnenbaum.
Gerade hatte man erst das Kufenfest von Seranhest begangen und alle waren
verständlicher Weise noch recht müde und so gar nicht zum Feiern
zumute. Doch Mentor Herian, wies die Prinzessinnen an, dass der Tradition
unbedingt genügen werden solle.
Akademie der schönen fliranischen Künste in Marola eröffnet
neue Ausstellung
Nachdem die letztmalige Dauerschau des begnadeten Kunstwaffenschmieds Kapitän
Georg am Armi solch großen Zuspruch erfuhr, erweiterte die zuständige
Leiterin Talimee das Museumsprogramm um großartige Kunstwerke aus
heiligem Fliran. Die lebensgroße Statue unseres geliebten Königs
aus reinstem Fliran bildet den Höhepunkt dieser Galerie. Gefertigt
wurde dieses Meisterwerk von den überaus begabten Ordensbrüdern
Mentirius und Aspitanius, deren andere Werke, beispielsweise das bekannte
Standbild "Fliran straft die Vier" ebenfalls zu sehen eine Reise wert sind.
Vermählung zwischen den Häusern Tolens und Jolbenstein steht
kurz bevor
Nachdem der junge Baron Sihran von Tolens erfolglos durch Flucht seiner
Heirat entgehen wollte - der Fliran-Bote berichtete - wurde der Edle nun
mit sanfter Gewalt seiner Mentorin, Fendra von Aueneck, unter die segnenden
Hände des Ordenspriesters Ansgar von Berath gebracht. Auch Gräfin
Karelia Jefferindell von Jolbenstein-Hardtenwarts versteinertes Gesicht
sprach nicht gerade von einer Liebesverbindung. Jedoch werde sich dies,
den Worten Mentorin Fendra nach, "...schon mit der Zeit geben, schließlich
gibt es wichtigere Dinge!"
Neues von den fliranischen Inseln:
Baron Gerrio von Zerkenau neuer Yagiburer Fechtmeister
Der edle Ritter avanciert somit zum erfolgreichsten Schwertkämpen
der Stadt. Mittlererweise gewann der Einäugige das dreißigste
Schaukämpfen nach Noten. Besonders die geschickten Finten und Paraden
taten es dem Publikum an. Selbst Fürst Argast ließ sich diesen
Festakt nicht entgehen.
Yagiburer Grundstückspreise steigen in unermessliche Höhen
Darum geht man derzeit den gewagten Vorschlägen der beiden bekannten
Baumeister x und y nach, die bereits seit Jahren die Erweiterung der Nordstadt
auf Planken über das Meer in Richtung Festland einforderten. Es heißt,
insgeheim spiele man gar mit dem Gedanken, dass der Stadt vielleicht in
einigen Jahrzehnten, der Brückenschlag nach Marola, oder Egur gelänge.
Neuer Bestseller von Rolvanus Esgadran
Am 15. Tage des Wonnemonats hat Rolvanus Esgadran in einer Autorenlesung
seinen neuen Bestseller 'Die Magie des Flirans im Alltagsgebrauch' einem
begeisterten Punblikum vorgestellt. Schon Stunden vor der Öffnung
der Escandrischen Bibliothekspforten bildete sich eine lange Menschenschlange,
um an diesem besonderen Er eignis leibhaftig teilhaben zu können.
Die Lesung mußte wiederholt wegen heftig, aufbrausenden Begeisterungsstürmen
unterbrochen werden, und auch nach der dritten Zugabe eines weiteren Textabschnitts
wollte das Publikum keine Ruhe geben. Schlußendlich mußten
anwesende Fliran-Ritter regelnd eingreifen, um das mittlerweile hysterische
Publikum von Rolvanus zu trennen. Auch bis zum heutigen Tage wollte der
Strom an Depeschen von Fans nicht abreißen, die sich ein originales
Autogramm von Rolvanus in seinem neuen Meisterwerk wünschen. Die Druckerei
und Verwaltung der escandrischen Bibliothek arbeitet auf Hochtouren, um
diesen Wünschen nachzukommen. Rolvanus bittet ferner um Geduld: ein
jeder bekommt selbstverständlich ein Exemplar des neuen Meisterwerks.

© Copyright Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés & Marc Hermann
Berichte von Axel Baune, Julia Fischer, Bettina Hiller, Benjamin Rampp,
Andreas Reicke und Andreas Riedlinger
   
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