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| Die nördliche Grenze des Herzogtums Ostarien bildet
ein karger Gebirgszug, der einen schier undurchdringlichen Wall gegen die
Ödlande ist. Wann immer Siedler es wagten diesen zu überqueren,
verschwanden ihre Spuren ins Leere und sie wurden nie mehr gesehen. Erst
im Jahre 23 n.A.III wurde am Rande der Ödlande die Ballei Feuerbach
gegründet und damit begonnen die Burg Calterac zu errichten. Doch
trotz enormer Anstrengungen gelang es nicht die Burg fertigzustellen, denn
nächtliche Überfälle machten dies immer wieder zunichte.
Ungefähr zur gleichen Zeit suchten schreckliche Vorfälle die
Baronie Brassach heim. Gebäude wurden gebrandschatzt oder vernichtet,
die Menschen und das Vieh erschlagen. Damals kannte noch keiner den unberechenbaren
Feind mit dem das Königreich am Beginn des Jahres 24 n.A.III konfrontiert
wurde. Man erinnerte sich an alte Aufzeichnungen aus der Zeit als Lanera,
die Schutzpatronin der Kriegerinnen und Krieger, gegen riesige Monster
kämpfte, die Menschensiedlungen im Norden Heligonias angriffen, zerstörten
und die Bewohner allesamt abschlachteten. Die Legende berichtet weiter,
daß Lanera auszog, um gegen sie zu kämpfen. Nördlich des
Herzogtums Ostarien folgte Lanera der Spur des Grauens und stieß
schließlich auf einen schrecklichen Gegner. Sie standen einer wilden
Horde humanoider Monster gegenüber, die doppelt so groß wie
Menschen waren. Sie trugen keine Kleider, denn ihr Körper war dicht
behaart. Beim Anblick in das grobe Gesicht dieser Wesen stockte den Kämpfern
der Atem, den zwei riesige Reißzähne ragten aus ihren Mäulern.
Wovon sich die Bestien ernähren, war nicht schwer zu erraten, denn
als Schmuck trugen sie menschliche Schädel und Gebeine. Lanera erflehte
den Schutz und den Segen ihrer Göttin und führte ihre Kämpfer
in die Schlacht. Viele ihrer tapferen Anhängerinnen und Anhänger
mußten ihr Leben lassen und wurden von den Monstern grausam erschlagen.
Doch die Ausdauer und Geschicklichkeit ließ die Menschen nach vielen
Stunden erbitterten Kampfes siegen.
Einen weiteren Hinweis auf die Existenz der Ödländer liefert
eine alte Erzählung aus dem Reisetagebuch von Crambolan Riefenborg,
aufgezeichnet in den Jahren 399 bis 393 v.A.III. Diese wurde seither eher
als unglaubwürdig abgetan, da Crambolan nach der Rückkehr aus
dem Norden nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war:
Hier noch ein Eintrag des Büttels von Eiswalden in sein Berichtsbuch
im Jahre 278 v.A.III:
Mit ihnen brachen Baron Daron von Brassach, Baron Sirium Silverhorn von Drackensteig, Baron Teemon von Teemooranien und Baron Angus McPhee von Tagil auf. In den Ausläufern des Parimawaldes entschied man sich zu lagern. Nach einer durch einen Überfall jäh unterbrochenen Nacht und einigen Scharmützeln mit Späheinheiten einer neuen Streitmacht, die fortan als Ödländer zu identifizieren sei, ward am Morgen des sechsundzwanzigsten Tages Baron Teemon als vermißt gemeldet. Wenige Stunden später, die Sonne erreichte ihren höchsten Stand, wurde Baron Daron bei der wiederholten Verteidigung des kleinen Lagers in einen heftigen Kampf mit einer anstürmenden Horde wilder Ödlandkrieger verwickelt. Mit seiner persönlichen Leibgarde und angeheuerten Söldnern verteidigte der alte Herr aus Brassach das bescheidene Lager, welches nun von starken Kämpfern der Ödländer bedrängt wurde. Trotz der Erfahrung der tapferen Mannen und der lobenswerten Aufopferung der Söldner gelang es einem gewaltigen Ödländer bis zum Baron vorzudringen und ihm einen Stoß mit einem Dolch in den Hals zu versetzen. Das an der Klinge haftende Gift war so stark, daß kein Heilversuch Erfolg zeigen wollte. Wenige Minuten nach dem bösen Hieb verschied Baron Daron. Die folgenden Stunden mit ständigen Angriffen des Feindes wurden zu einer echten Prüfung der Standhaften. In der dunklen Nacht zum Heliostag erreichte das Kampfgeschehen seinen Höhepunkt: Die verbliebenen tapferen Mannen leisteten einem angreifenden Ödlandtroß heftigsten Widerstand, so daß das schier Unmögliche gelangt. Der Troß wurde erfolgreich zurückgeschlagen. Durch die Kenntnis einer nachrückenden größeren und mächtigeren Streitmacht alarmiert, entschieden sich die Überlebenden allerdings diesen fürwahr schrecklichen Ort zu verlassen, um weiter südlich Schutz zu suchen. In den darauffolgenden Monden jagte eine Schreckensnachricht die andere. Die nördlichen Teile der Baronie Brassach und der Abtei Dunkelstein fielen nach erbitterten Kämpfen an die Ödländer. Da anfangs noch die Meinung vorherrschte, daß es sich lediglich um marodierende Räuberbanden handelt, glaubte Ostarien dieses Problem allein lösen zu können. Dies änderte sich jedoch im Xurl des Jahres 25 n.A.III, als Baron Teemon von Teemooranien die Gelegenheit nutzte durch seine Unabhängigkeitserklärung das geschwächte Herzogtum in einen weiteren Krieg zu verwickeln. Herzogin Walluma wandte sich an den König mit der Bitte ihr im Kampf gegen die Ödländer und den untreuen Vasallen beizustehen. König Helos Aximistilius III leitete sofort die erforderlichen Schritte ein. Noch immer ist nicht klar, welche Absicht hinter der Invasion steckt
und wie stark die Streitkräfte der Ödländer sind. Selbst
ihre Herkunft ist ein Geheimnis. Es bleibt abzuwarten, ob und wie das Königreich
mit dieser Bedrohung fertig wird.
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