|
Im Nordosten Heligonias, dort wo menschliche Siedlungen
noch nicht Fuß fassen konnten, erstrecken sich die dichten Eichenwälder
des Parimawaldes. Schon zu Beginn seiner Amtszeit hatte König Helos
Aximistilius III den Wunsch diesen Wald erkunden zu lassen und die reichen
Holzvorräte, sowie verborgene Bodenschätze für sein Reich
nutzbar zu machen. Die im Jahre 3 n.A.III entsandte Expedition kehrte
jedoch nie zurück und auch in den darauffolgenden Jahren erhielt man
keinerlei Lebenszeichen von den tapferen Frauen und Männern, die damals
aufgebrochen waren. Doch dann tauchte ein seltsames Metall namens Ameryll
auf und erweckte erneut den Wunsch des Königs Abenteurer auszusenden,
um dem Parimawald seine Geheimnisse zu entreißen.
Schon bei ihrer Ankunft stellten die Abenteurer fest, daß sie
nicht die einzigen Besucher im Parimawald sind. Eine Zigeunersippe hatte
bereits ihr Lager aufgeschlagen. Schon bald war klar, daß niemand,
der den Wald einmal betreten hatte, ihn auch wieder verlassen konnte. Verantwortlich
dafür waren die Feen, von denen man bis dahin nur Mythen und Märchen
kannte, jedoch nie einen Beweis für ihre Existenz hatte. Menschen,
die in ihren Bann geraten und sich in der Feenwelt aufhalten sind gefangen
in ihr. Wenn sie diese wieder verlassen, glauben sie nur wenige Tage dort
erlebt zu haben, jedoch waren es viele Jahre.
Ebenso erging es den Mitgliedern der ersten Expedition. Sie wähnten
sie sich in dem Glauben nur ein paar Tage im Parimawald verbracht zu haben
und waren verwirrt über die Tatsache, daß schon das Jahr 24
n.A.III ist.
Bei der Suche nach dem Ameryll wurden im Parimawald noch weitere, bis
dahin unbekannte Spezien entdeckt. Zu nennen sei hier eine humanoide Rasse
namens Quez-Seletan. Die Wilden verfügen über eine primitive
Kultur und einen kräftigen, behaarten Körperbau. Sie tragen ein
markantes Zeichen auf ihrer Stirn: ein Horn, das je nach Alter und Geschlecht
mehr oder weniger ausgeprägt ist. Gehüllt in derber Kleidung
und ausgerüstet mit primitiven Waffen machen sie einen furchteinflößenden
Eindruck.
Eine weitere aufregende Entdeckung war der heilige, dreiköpfige
Erddrachen der Quez-Seletan. Die Begegnung mit ihm stellte sich als überaus
gefährliche Angelegenheit für so manchen abenteuerlustigen Helden
dar. Schon deshalb, weil es bei den Wilden Brauch ist zur Besänftigung
des Drachens Menschenopfer darzubringen. Für die Pflanzenkundigen
bietet der Parimawald eine Vielzahl von neuen und fremden Pflanzen und
Gewächsen. Einzigartig in Heligonia ist die mächtige Parimaeiche,
deren Holz überaus hart und vielseitig verwendbar ist. An deren Stamm
wächst das Parimamoos,
welches sich hervorragend als Färbemittel von Kleidung einsetzen läßt.
Desweiteren findet man die Parimamorchel,
die Ameryllpflanze, den
Feenkuß,
die Wurzelrose, die Baumrose,
die Flußlilie und nicht
zuletzt den Parimaschnapper.
Dieser ist eine fleischfressende, bis zu 2 Fuß große Pflanze,
der man sich nur vorsichtig nähern sollte, da die Ableger um die Pflanze
herum ein wirkungsvolles Nervengift absondern. Der Parimaschnapper selbst
ist ebenfalls giftig und, wie der Name schon sagt bissig. Es wird wohl
noch einige Zeit dauern, bis diese Pflanzen, die Bewohner und der Parimawald
selbst vollständig erforscht sind.
Mehr zum Parimawald findet der neugierige Leser in den Episoden:
2. Das Feenspiel - Expedition
in den Parimawald
4. Javares Krieger
15. Die Wette - Die Suche nach Burg Talwacht
|
|