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Provinz Celvar
Hauptstadt: Neu-Talwacht
Herrscher: Richard von Celvar
Die Provinz Celvar war seit jeher eine eher unbedeutende Provinz in
der Baronie Carajon. Außer kleine Mengen Holz der Parimaeiche konnte
diese Provinz keinerlei Exportgüter stellen und die wenigen Menschen,
die dort ansässig sind, bestritten ihren Lebensunterhalt aus dem,
was die Jagd und der Ackerbau ihnen bot. Doch Ende des Jahres 23 n.A.III
änderten sich die Umstände durch die Erforschung des Parimawaldes
und Celvar rückte von einem Tag auf den anderen in das Bewußtsein
vieler Heligonier. Nachdem König Aximistilius III den Abbau des Minerals
Ameryll anordnete, wurde die ansonsten wenig genutzte Straße vom
Parimawald nach Escandra zur belebten Handelsstraße. Die Menschen
in Celvar stellten sich schnell auf die neue Situation ein, und entlang
der Straße wurden Proviantlager, Handelskontore, Stellmachereien
und Schmieden errichtet. Die bis dahin nur von den Einheimischen besuchten
Tavernen sind nun zum Bersten voll mit Durchreisenden. Alles in allem brachte
die Ameryllstraße den Bewohnern Celvars einen enormen Wirtschaftsaufschwung
und somit eine Verbesserung der Lebensverhältnisse.
Diesen neuen Reichtum nutzte auch Freiherr Yondar von Celvar, um im
Xurl des Jahres 24 n.A.III Verschönerungen und Renovierungen an seiner
Burg Talwacht vornehmen zu lassen. Doch just inmitten dieser Arbeiten ereignete
sich ein unfaßbares und bis heute noch nicht restlos aufgeklärtes
Unglück. Eines nachts verschwand
die Burg Talwacht mit all ihren Bewohnern spurlos. Wahrlich schwer
zu glauben, aber jeder Zweifler kann sich selbst davon überzeugen,
daß der Ort, an dem Burg Talwacht einstmals stand leer ist und kein
Mauerrest, kein Stein mehr von deren einstmaliger Existenz zeugt. Außer
Jostan und Richard von Celvar befanden sich zum Zeitpunkt des Verschwindens
alle Familienmitglieder auf der Burg und waren lange, wie die Burg selbst
unauffindbar. Jostan, der jüngste Sproß der Familie sollte nun
das Erbe der Celvar antreten. Doch die schlimmen Ereignissen verwirrten
ihn mehr und mehr. Verbissen versuchte er die Schuldigen zu finden, doch
seine Untersuchungen führten zu keinem Ergebnis. Mit wenigen Getreuen
irrt er ziellos umher, um seinen Schwur, er werde nicht eher ruhen, bis
er seine Familie gefunden hat, zu erfüllen. Mit ihm zog damals Karr
der Jäger aus, dessen Namen im Verlauf der weiteren Ereignisse in
aller Munde war. (siehe dazu die Ausgaben 32, 33, 34 und 35 des Helios-Boten
und die Ausgabe 11 des Portals)
Dieser Umstand verpflichtet nun Richard von Celvar völlig überraschend
das schwere Erbe anzutreten. Als Neffe des Yondar von Celvar hätte
er eigentlich keinerlei Möglichkeiten gehabt jemals das Lehen zu übernehmen.
Bereits in jungen Jahren verließ er Talwacht, um am Hofe des Barons
von Carajon als Page zu dienen. Sein ganzes Streben galt der Ausbildung
zum Ritter. Vier Jahre lang war er der Knappe von Baron Herian. Im 2. Saarkamond
des Jahres 28 n. A.III erhielt er seinen Ritterschlag, worauf er nach Celvar
zurückkehrte, um die Provinz zu verwalten
Wappen
Das Wappen Celvars zeigt ein weißes Einhorn auf blauem Grund. Der
Sage nach sollen am Rande des Parimawaldes vor langer Zeit Einhörner
gelebt haben. Alte Zeichnungen und Einhornmotive auf gewebten Teppichen
belegen diese Vermutung. Es existiert auch eine Legende, die erklärt,
warum schon lange keines mehr dieser stolzen Tiere gesehen wurde. Die Holzfäller
und Jäger gingen gerne in den frühen Morgenstunden in den Wald,
um dort die schneeweißen Einhörner an den klaren Bächen
zu beobachten, wie sie ihren Durst stillten und in den Lichtungen miteinander
spielten. Die Menschen erfreuten sich an deren Anblick und wagten es nie
die Einhörner zu stören. Doch eines Tages drang die Kunde von
der Existenz der Einhörner bis nach Escandra vor und einige Gelehrte
beschlossen sie aufzuspüren.
Es war das Horn, das jene Gelehrten begehrten und um jeden Preis haben
wollten. Wußten sie doch von alten Aufzeichnungen, daß diesem
enorme magische Kräfte zugeschrieben werden. Nur ein wenig Pulver
des Hornes kann jedes Gift neutralisieren, und dies ist nur die geringste
Eigenschaft, die es besitzen soll. So brachen drei Gelehrte nach Celvar
auf und ließen sich von den Einheimischen eine Lichtung zeigen, an
der sich die Einhörner aufzuhal-ten pflegten. Als sie der wunderbaren
Tiere ansichtig wurden, fackelte in den Augen der Gelehrten die nackte
Gier. Nur eines dieser Hörner würde sie reicher und mächtiger
als Fürsten machen und so zögerten sie nicht lange ihren Jägern
den Schießbefehl zu erteilen. Es folgte ein wirres Durcheinander
und fast allen Einhörnern gelang die Flucht. Bis auf eines, das den
Tod fand. Eilig wurde ihm das Horn entfernt und der Kadaver im Wald verscharrt.
Als die Einwohner Celvar von dem Tod des Einhorns erfuhren waren sie zornig
und traurig. Sie erzählten, daß seit jenem Tage auch kein Einhorn
mehr gesehen wurde. Doch selbst wenn sie heute noch die wunderschönen
Tiere beobachten können, dann würden sie es sicherlich keinem
mehr erzählen.
Hauptstadt
Da die Burg Talwacht nicht mehr existiert, und Neu-Talwacht sich
noch im Bau befindet, ist momentan die Stadt Bergwacht der Verwaltungssitz
Celvars.

Geographie
Die Provinz Celvar liegt im nördlichen Teil der Baronie Carajon. Die
gesamte Nordgrenze Celvars verläuft entlang des Parimawaldes und ist
daher auch dicht bewaldet. Nur regelmäßiges Abholzen gewährt
den Einwohnern, daß die Waldgrenze weiter vorstößt.
Nordwestlich der Provinz befindet sich das Tal der Parimaschnapper.
Diese äußergewöhnlichen, fleischfressenden Pflanzen können
mannshoch werden und ihre Ableger sondern ein ätzendes Sekret ab.
Daher wird dieses Tal von den Menschen gemieden und jeder Bewohner Celvars
hütet sich vor diesem Schreckensort. Zur Zeit sind Pflanzenkundige
damit beschäftigt den Parimaschnapper zu studieren. Im Süden
des Landes ist eine Hügelregion, die an manchen Stellen in größere
Berge aufweist. Der Ort Murbach liegt zwischen der großen und der
kleinen Mur, die in den Mursee fließen. Westlich des Sees wird momentan
Neu-Talwacht erbaut und wie die vorherige Burg wird auch sie wieder die
Hauptstadt der Provinz sein. Wenn man der Ameryllstraße von Talwacht
nach Osten folgt, so erreicht man die befestigte Stadt Bergwacht. Von dort
aus verläuft die Straße in das Dorf Stiegendorf, die der
letzte Ort vor der Baronie Escandra ist.
Wirtschaft, Handel, Steuern und Finanzen
Da König Aximistilius III den Abbau des Ameryll zunächst förderte,
war die Haupteinnahmequelle Celvars die Zölle, die die Händler
zu entrichten hatten. Diese wurden dazu verwandt die Ameryllstraße
auszubauen und zu befestigen, damit diese auch den den Monden der Saarka
passierbar wird. Der mit dem Amerylltransport verbundene Zustrom von Händlern
und Arbeitern verschaffte der Provinz einen noch nie dagewesenen wirtschaftlichen
Aufschwung. Da der Bau der neuen Burg Talwacht Unsummen verschlingt, wurden
die Zölle für durchfahrende Händler erhöht. Aufgrund
der Angriffe der Ödländer in den Saarkamonden des Jahres 25 n.A.III
(siehe Bericht im Helios Boten Ausgabe 18) flohen die Menschen in den Süden
der Povinz und der Ameryllhandel geriet ins Stocken.
Im Jahre 26 n.A.III wurde durch einen Erlaß des Königs der
Handel und der Besitz von Ameryll verboten. (siehe Bericht im Helios-Boten
Ausgabe 24).
Seitdem ist das Holz der Parimaeichen, die am Rande des Parimawaldes
wachsen das einzige Exportgut Celvars. Das harte Holz ist ein begehrter
Rohstoff für den Haus- und Schiffsbau. Mühsam werden die mächtigen
Stämme mit Ochsenkarren bis zum Brazach befördert.
Religion
Yondar von Celvar wechselte bei seiner Amtsübernahme vom ogedischen
zum ceridischen Glauben über. Um die weitere Ausübung des ogedischen
Glaubens in Celvar zu erschweren erbaute er auf alten Ogedenhainen ceridische
Kapellen. Auch die verschwundene Burg Talwacht wurde auf einer ogedischen
Kultstätte der vier Götter errichtet. Alle Proteste der Ogedengeweihten
konnten die Entwei-hung der Heiligtümer nicht verhindern. Noch heute
kämpfen die Anhängerinnen der Saarka für eine Wiedergutmachung.
Daher lag nach dem Verschwinden von Burg Talwacht der Verdacht nahe, daß
die Saarkani Schuld an dem Unglück hätten. Doch die Beschuldigungen
erwiesen sich als haltlos, da die Saarkani sich selbst um Aufklärung
der Vorfälle bemühten. Richard von Celvar ist zwar selbst Ceride,
will aber die rücksichtslose Politik seines Onkels nicht fortsetzen.
Als Zeichen hierfür läßt er derzeit den ogedischen Schrein
bei Talwacht wieder einrichten. Weiterhin hat er veranlaßt, daß
die ogedischen Gläubigen, die immerhin die Hälfte der Bevölkerung
ausmachen, ihren Glauben frei ausüben können und keine weiteren
Ogedenheiligtümer mehr geschändet werden.
Tier- und Pflanzenwelt
Durch die Nähe zum Parimawald verfügt Celvar über eine Vielzahl
außergewöhnlicher und nur in dieser Region Heligonias heimischer
Pflanzen und Tiere.
Der schon erwähnte Parimaschnapper ist zwar die bemerkenswerteste
Pflanze, jedoch werden von den Bewohnern Celvars noch weitere nützliche
Pflanzen seit jeher genutzt. Besonders zu erwähnen sei hier das Parimamoos.
Abgesehen von der heilenden Wirkung des Mooses, liefert es einen sehr schönen,
ockerfarbenen Farbstoff. Dieser wird gerne zum Mischen von Malereifarben
und zum Stoffefärben verwendet. Die Färbergilde von Murbach weiß
diesen Farbstoff mit allerlei Beimengungen zu versehen und erzielt somit
eine breite Palette von ockergelben bis sattbraunen Farbtönen. Außerdem
ist noch die Parimamorchel und die Ameryllpflanze anzutreffen.
In der Provinz Celvar leben viele jagdbare Tiere. Wobei nur die Niederwildjagd
für die Bevölkerung freigegeben ist. Die mächtige Parimawildsau
und Rotwild dürfen eigentlich nur vom Adel gejagt werden. Da dieser
in Celvar gerade nicht zugegen ist und die enorme Vermehrung des Wilds
den Jung-baumbestand gefährdet, hat Richard von Celvar jetzt Jagdrechte
zum Verkauf angeboten.
Der Mursee ist die Heimat vieler Wasservögel. Be-sonders zahlreich
brüten hier die Wobinitaucher und Wosamaenten an den Gestaden des
Sees. Weiter im Lande trifft man häufig auf Dummwachteln, die ein
köstliches und zartes Fleisch haben. Der Fischreichtum hält sich
in Grenzen, da das Wasser sehr kalt ist und der Mursee in den Monden der
Saarka gefroren ist. Nur die Frostforelle fühlt sich hier wohl. |
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