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Die Erste Lehre
Ein Scriptum des Nexus Corenae
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Vorwort
Werte Spieler,
Die hier vorliegende Publikation soll magischen Charakteren eine
Möglichkeit bieten, sich “wissenschaftlich” über ihr Forschungs-
und Betätigungsgebiet zu unterhalten. Dabei haben wir der Geschichte
unserer Welt einige philosophische Aspekte entlehnt und sie mit fantastischen
Elementen verwoben. Die vorliegende Theorie darf also keinesfalls als ernstgemeint
angenommen werden, zu fantastisch ist sie und zu viele verborgene Fehler
enthält sie. Sie dient wie alle anderen Publikationen nur zur Bereicherung
unserer Spielwelt und zur Ausgestaltung des Spiels.
Mit heligonischen Grüßen,
Stefan Rampp.
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Prolog
Zufürderst und bevor ich meine Ausführungen beginne, obliegt
es mir, etwas über meine Person zu bemerken. Im Arcanum bin ich unter
dem Namen Atharan bekannt, mein Titel und meine Position innerhalb des
Nexus ist Prior Magnus ex Corenis. Eine meiner Aufgaben und mein persönliches
Interesse ist es, den Magi Heligonias die Systeme unserer Gesellschaft
nahe zu bringen, sowohl die der Organisation, als auch die der arcanen
Wissenschaft, der wir unser Leben widmen. An dieser Stelle will ich
nun dem geneigten Leser versuchen, die Erste Lehre vorzustellen, die die
Mechanismen der Welt erklärt und mit der wir unsere zauberischen Komplexe
konstruieren. Sie ist universell, mit ihr ist alles auf dieser Welt erklärbar,
was aber nicht heißt, daß andere Traditionen nicht über
andere Erklärungsmodelle verfügen, die ähnlich gut funktionieren
könnten. Gerade dies stellt uns auch immer wieder vor Probleme, nämlich
andere Zauberer zu verstehen, oftmals ist eine nähere Untersuchung
erforderlich, bei der uns die Erste Lehre aber ebenfalls behilflich sein
kann.
Die Erste Lehre kann aufgeteilt werden in drei Bereiche: die sieben
essentiellen Prinzipien, die abgeleiteten Prinzipien und die Sphärenlehre.
Die essentiellen Prinzipien beschreiben die Vorgänge der Welt, wie
sich die Dinge im Universum untereinander verhalten. Die abgeleiteten
Prinzipien wurzeln in den essentiellen Prinzipien und stellen Kombinationen
dieser dar, sind aber zur schnelleren Verwendung schon formuliert.
Schließlich beschreibt die Lehre von den Sphären die Welt qualitativ
und liefert eine Art Karte der Eigenschaften der Welt.
Die Sieben Prinzipien
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Das All ist Geist, das Universum ist geistig. Allem Existierenden liegt
eine geistige Kraft zu Grunde. Alles ist eines und eines ist alles.
Die Erste Lehre besagt, daß es im Grunde nur einen einzigen “Stoff”
oder “Geist” gibt, aus dem alles besteht. Alles ist eine Abwandlung dieses
einen Geistes, alle Materialien, alles Leben und alle Magie. Diese sogenannte
Manifestation der “Prima Essentia” ist mehr oder weniger weit von ihrem
Ursprung entfernt. Diese Entfernung entscheidet über die Perfektion
der Sache und somit über ihre Qualität und ihre Position in der
Hierarchie der Manifestationen. Dieses Prinzip drückt eine große
Zusammengehörigkeit zwischen allem existierenden und nicht existierenden
aus. Alles hat einen Bezug zum Anderen, Alles ist im Grunde dasselbe und
nur im Grade verschieden.
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Wie oben so unten, wie unten so oben. Wie im Großen, so im Kleinen;
wie im Kleinen, so im Großen. In der Welt gibt es verschiedene Bereiche
und Arten des Existierenden, diese seien in der Ersten Lehre die Ebenen
genannt. So mag der Beobachter in der Natur eine Ebene der Menschen, der
Pflanzen, der Steine, der Sterne, etc. finden. Nun besagt das II. Prinzip,
daß es einen Zusammenhang zwischen diesen Ebenen gibt, und zwar in
Form von Symbolen und Entsprechungen, die sich in ihrer Ebene verhalten,
wie eine Entsprechung in einer anderen. So ist es möglich, von Bekanntem
auf Unbekanntes zu schließen und Unsichtbares zu sehen.
-
Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung. Kein Zustand
ist von Dauer und nicht konstant. Alles verändert und entwickelt sich,
was bedeutet, daß nichts wirklich stillstehen kann, vielmehr ändert
sich sein Zustand nur noch minimal und stagniert sodann.
-
Alles hat sein Paar von Gegensätzlichkeiten; Gegensätze sind
identisch in ihrer Wesensart, nur verschieden im Grad; Extreme berühren
sich; alle Wahrheiten sind nur halbe Wahrheiten. Jede Gegebenheit dieser
Welt läßt sich in zwei Gegensätzlichkeiten aufteilen, so
die Temperatur zum Beispiel in kalt und warm. Diese Erkenntnis besagt,
daß sich nichts wirklich widerspricht. Scheint es so, so muß
sich der Betrachter über die Gegensätze erheben und den Gesamtzusammenhang
suchen und einsehen.
-
Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten. Alle Dinge steigen
und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in allem, das Maß
des Schwunges nach rechts ist das Maß des Schwunges nach links. Der
tatsächliche Zustand einer Sache pendelt zwischen den im IV. Satz
erwähnten Extremen hin und her. Eine Bewegung in eine Richtung sei
eine Phase genannt, die Bewegung zum entgegengesetzten eine Gegenphase.
-
Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung ihre Ursache; alles geschieht
gesetzmäßig. Zufall ist nur ein Name für ein unbekanntes
Gesetz. Oftmals sind die Ursachen tief verborgen und es scheint sie nicht
zu geben, doch sie sind immer vorhanden. Eine umgekehrte Ursache sei eine
Wirkung.
-
Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Prinzipien,
Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen. Das männliche Prinzip
sei das der Weisung, des Impulses. Das weibliche Prinzip sei das des Empfangens,
der intuitiven Aufnahme. Beide Benennungen haben nichts Wertendes in Bezug
auf Mann und Frau als Menschen in sich. Dieser Satz sagt etwas über
die Herrschaft der Dinge untereinander aus, er wird deswegen auch der Satz
der Dominanz genannt. Hierbei dominiert der Impuls über den Empfang.
Auf diesem Satz ist die Funktion der Magie begründet.
Magie
All diese Sätze beschreiben die Welt an sich, sie erklären aber
nicht das Wesen der Magie. Diese bedarf gesonderter Erklärung.
Ihr Wesen beruht vor allem anderen auf dem siebten elementaren Satz. Dieser
beschreibt die Dominanz des Impulses. Ein Magier ist nun also bemüht,
seinen Geist und seinen Willen über sein Ziel zu heben, das er manipulieren
will. In geringem Maße vermag dies ein jeder Mensch, doch sobald
dies einmal eine gewisse Schwelle, die “arcane” Schwelle, überschreitet,
ist eine Manipulation nur durch gigantische weltliche Mittel möglich,
oder aber durch Einsatz magischer Mittel. Diese darf man sich als eine
Kombination der Prinzipien vorstellen, die der Magier mit seiner Geisteskraft
erwirkt. Die so erzeugten Einflüsse und Kräfte bilden einen
“Umweg” und umgehen sozusagen die natürlichen Abläufe. Je unnatürlicher
ein Vorgang ist, desto anstrengender und komplexer ist die Kombination.
Gelehrte haben beobachtet, daß solche unnatürliche und komplexe
Vorgänge an bestimmten Orten von selbst ablaufen, was daraufhin deutet,
daß auch eine Magie-Aura existiert.
Die Ableitungen
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Von der Unerreichbarkeit der Extreme Diese Ableitung gründet
auf den vierten Satz. Zwar gibt es noch weitere Herleitungen und Begründungen,
doch sind diese recht komplex. Die Bedeutung liegt in der Natur der Extreme.
Sie besagt, daß nichts absolut ist und das reine Extrem eines Gegensatzpaares
nicht existiert. In der Natur kommen nur Formen vor, die zumindest noch
die Möglichkeit für das gegensätzliche Extrem enthalten.
-
Von der Resonanz her Ähnliches wird ähnlich behandelt.
Diese Ableitung sagt aus, daß Dinge, die sich ähnlich oder gar
identisch sind, sich ähnlich verhalten und eine enge Beziehung zueinander
haben, die der Magus in seinen Zaubern nutzen kann. Für diesen Zweck
ist die Umgekehrte Resonanz besonders wertvoll. Bei dieser Art sind die
Parteien zwar ähnlich, aber in ihrer Wirkungsrichtung verkehrt. Ein
Beispiel mag das gesprochene Wort und das hörende Ohr sein. Hier ist
die Beziehung zwischen den Parteien, die Resonanz, offensichtlich.
-
Vom Unsichtbaren und der Schuld, Nichts was wir tun, bleibt
unbeachtet. Nichts was geschieht bleibt ohne Wirkung. Ein Prinzip, das
zunächst nicht beunruhigend erscheint. Doch kehren wir zur Umgekehrten
Resonanz zurück. Lösen wir ein Ereignis gegen eine andere Person
aus, kommt die Wirkung auf uns in gleicher Art, aber umgekehrter Wirkungsrichtung
auf uns zurück. Dieses Grundprinzip nennen wir das Unsichtbare. Es
findet stets einen Weg, uns für unsere Taten zu strafen. Selten wissen
wir, in welcher Form es uns tatsächlich erreicht, aber eines ist sicher:
daß es dies tut. Es ist aus diesem Grund von höchster Wichtigkeit,
daß ein jeder Magischwirkende auf seine Taten acht gibt und diese
so gut dämpft, wie möglich. Diese Dämpfung bewirkt eine
Konzentration der Wirkung auf das Gewollte und schält Nebeneffekte
aus. Auf diese Weise werden e.g. Zuschauer ausgeschlossen und vor Wirkungen
bewahrt, die auf den Magus zurückkommen könnten. Zwar bleibt
die Hauptwirkung mitsamt der Umgekehrten Resonanz erhalten, doch wird man
dann zumindest nur für das Gewollte bestraft. Zudem wird diese Hauptwirkung
der Umgebung in einer Art angepaßt, so daß sie als sehr unwahrscheinliches
aber natürliches Ereignis erscheint. Stark gedämpfte Zauber sind
außerdem von außen kaum wahrzunehmen, da abstrahlende Energie
neutralisiert wird. Eine längere Karriere als Magus kann nur durch
Beachtung dieser Ableitung erreicht werden.
Von der Manipulation der Welt
Wie das Grundprinzip der Magie lautet, habe ich nun wohl schon angeführt,
doch fehlt eine genauere Description, wie eine definitive Manipulation
arcaner Natur vor sich gehen mag. Mittels der Prinzipien der ersten Lehre
ist der Grundstock für eine arcane Operation gelegt, doch fehlen die
Betätigungsbereiche, daß heißt also die Domänen der
Welt, die der Magus verändern mag. In der akademischen Magie der ersten
Lehre ist man dazu übergegangen, nur einige wichtige Sphären
zur Verwendung heranzuziehen und andere aus diesen abzuleiten. Ein Beispiel
mag ich dem geneigten Leser wohl an dieser Stelle geben. Nehmen wir einmal
eine hypothetische Sphäre des Griesbreis, jawohl, jenes wohlschmeckenden
Mahls der Bauern. Sicherlich vermag ein Magus, der das Verständnis
dieser zweifelsohne schmackhaften Domäne zu seinem Lebensziel erwählt
hat, mittels der sieben Prinzipien gar wunderbare Griesbreimanipulationen
durchzuführen und so die manigfaltigsten Geschmäcker und Farben
zu erzeugen, die eines Menschen Gaumen und Auge je erfahren durfte. Jedoch
ist die genannte Sphäre für den ernsthaften Forscher des Arcanums
von, mit Verlaub, unendlich geringem Wert. Ein solcher würde, so sein
Gaumen nach entsprechenden Freuden gelüstet, sich entsinnen, aus welchen
essentiellen Sphären ein Griesbrei aufgebaut sein mag, welche Domänen
in ihm anwesend sind. Nach wenigen Momenten des Sinnierens wird er vermutlich
auf eine Zusammensetzung aus den Elementarsphären des Wassers und
der Erde in irgend einer Form kommen. Diese Sphären sind in der Wissenschaft
von großer Bedeutung und jedem Magus des ersten Conventes in Blut
und Geist übergegangen und sind im Hinblick auf mögliche Betätigungsfelder
viel universeller als eine solche des genannten Griesbreis. Dennoch ist
eine Kombination zum Erreichen auch dieses ausgefallenen Gebiets möglich,
wenn vielleicht auf diese Art und Weise auch ein wenig komplizierter.
Nun aber zurück zu den ernsteren Seiten der Magietheorie.
Eine intensive Kenntnis der Sphären ist also von essentieller Bedeutung
zur Manipulation der Welt und zur arcanen Erzeugung irgend einer Wirkung.
Der philosophische Hintergrund zu dieser Notwendigkeit zeigt sich in der
Theorie der Resonanz, die ein Magus zu seinem Ziel haben muß, so
er es erreichen und bewirken will. Ist diese ausreichend vorhanden, so
kann er mittels der Prinzipien Konstrukte und Sequenzen von arcanen Ursachen
und Wirkungen in den entsprechenden Sphären aufstellen und durch das
Prinzip der Dominanz einem Effekt befehlen, zu geschehen.
Über die Welt an sich
Die Erste Lehre liefert mit ihren Prinzipien ein äußerst geeignetes
Konstrukt, Einzelaspekte der Welt zu beschreiben und zu charakterisieren.
Wollen wir uns jedoch an die Gesamtheit wagen, so geraten wir sehr schnell
ins Philosophische oder Hypothetische, sind wir doch gezwungen, unsere
Experimente auf Annahmen und Vermutungen zu stützen. Dennoch gelingt
es uns, ein allgemeines System und Weltbild zu erstellen auf das ein großes
Maß an Verlaß ist. Dieses System stammt ursprünglich
von Forschern des Nexus, über die tatsächlichen Entdecker und
seinen Ursprung ist jedoch nichts bekannt, außer der Vermutung, das
es über ein ähnliches Alter verfügt wie auch der Nexus selbst.
Die Primärsphäre
Wenn wir durch unser Leben schreiten, so treffen wir auf etwas, was
unser Leben maßgeblich beeinflußt, nämlich unsere Umwelt.
Unter dieser “Umwelt” verstehen wir den Komplex an Einflüssen, die
unser Leben bestimmen, also unsere Welt, den Leib Poenas. Im arcanen Sinne
nennen wir sie “die Primärsphäre”. Magisch betrachtet ist die
Primärsphäre eigentlich ein Konglomerat von Elementen und Interaktionen
und so nur schwer zu klassifizieren und zu beschreiben. Tatsächlich
findet man in der Primärsphäre Bereiche, die Berührpunkte
mit Sekundärsphären darstellen. An diesen Stellen ist eine Abgrenzung
nur schwer möglich, so daß der Übergang verschwimmt.
Die Sekundärsphären
Diese Sphären sind oftmals von hoch spezieller Natur und beinhalten
somit nur eine beschränkte Auswahl an Aspekten der Primärsphäre.
So existieren Sphären der Elemente, in denen ein entsprechendes Element
konzentriert auftritt oder zumindest vieles in dieser Umgebung prägt.
Eine frühe Theorie besagt, daß die Sekundärsphären
nur durch die Existenz der Primärsphäre bestehen können,
jedoch neigt man inzwischen dazu, sie als eigenständig anzusehen und
sie in gewissen Hinsichten durchaus mit der Primärsphäre zu vergleichen.
Auren und Übergänge
In der Primärsphäre erzeugen Ansammlungen einer bestimmten
Sache eine sogenannte Aura, das heißt ein Bereich, in dem entsprechende
Vorgänge, weltliche wie auch magische, besonders gut funktionieren.
Solche Ansammlungen werden “Aurabasis” genannt. Im Gegenteil werden widersprüchliche
Vorgänge behindert. Je größer die Ansammlung einer Sache,
desto stärker und größer die Aura. Bei einer bestimmten
Stärke, der sogenannten “Penetrationsschwelle”, kann es zu einem Kontakt
zu einer Sekundärsphäre kommen, was eine weitere Verstärkung
der Aura zur Folge hat und Übertrittsmöglichkeiten bietet. Wenn
eine solche Verbindung besteht, kann der Übergang stabil bleiben,
ohne daß die Aurabasis weiterhin vorhanden ist. Dann jedoch
ist die Verbindung äußerst zerbrechlich, so daß sie schon
durch geringe magische oder auch weltliche Schwankungen zusammenbrechen
kann. Es sei hier noch erwähnt, daß Auren auch auf magischem
Wege erzeugbar sind, ein Spezialgebiet des Nexus.
Arcane Gezeiten
Wie ich schon weiter oben erwähnt habe, existieren auch magische
Auren. Diese Auren unterstützen das Wirken von Magie, haben
darüber hinaus aber eine Besonderheit, nämlich eine arcane Gezeit,
magische Ebbe und Flut. Diese Gezeiten erstrecken sich auf die gesamte
Primärsphäre, und können durch astrologische Berechnungen
teilweise vorhergesagt werden. Weiterhin sind auch magische Ströme
entlang sogenannter Kraftlinien, bzw. von einer starken Aura zu einer schwachen,
zu beobachten. Der gelehrte Magus kann diesen Sachverhalt in seine Zaubervorhaben
einbauen und so manches möglich machen, was ihm sonst versagt bleiben
würde. Auswirkungen haben die Gezeiten außerdem auf die Verbindungen
zu Sekundärsphären, bzw. auf starke Auren. Bei “Flut” entstehen
an starken Auren möglicherweise Übertritte, bei “Ebbe” können
zerbrechliche Verbindungen zusammenbrechen.
Von den Sphären
s ist nun an der Zeit, die Sphären näher zu beschreiben und
späterhin zu klassifizieren. Was versteht man unter einer Sphäre?
Nun, auch hier ein Exampel, um die Bedeutung zu veranschaulichen.
Ein Kreis:
Bei näherer Betrachtung würden sich jedoch einige Ungenauigkeiten
finden lassen. Wahrscheinlich ist er leicht oval und die Linie besteht
keinesfalls aus nur einem Punkt in der Breite. An und für sich trifft
die Beschreibung eines vollkommenen Kreises nicht auf obige Zeichnung zu.
Dennoch erkennen wir einen Kreis. Man mag sich als ein Gedankenexperiment
nun vorstellen, daß es in der Welt der Götter einen perfekten
Kreis geben mag, der allen Kreisen ihr Wesen verleiht, so wie die Götter
dies mit uns tun. Man könnte sagen, die Idee und die Vorstellung des
perfekten Kreises, liegt in der obigen Zeichnung, sie ist in ihr anwesend.
Die Zeichnung wiederum hat “Anteil” am göttlichen Kreis, sie ist eine
Manifestation in unserer Welt, der sogenannten Primärsphäre.
Von einem jeden Ding und von einem jeden Wesen mag man sich nun vorstellen,
daß es ein solches “göttliches” Exemplar gibt, das in all den
irdischen Manifestationen anwesend ist.
Im übertragenen Sinne wäre das göttliche Exemplar die
“Sekundärsphäre” der entsprechenden Sache, der perfekte Kreis
also die Sekundärsphäre der Kreise, die sich in der Zeichnung
auf der Primärsphäre manifestiert. Alle Manifestationen einer
Sache auf unserer Welt bilden folglich eine Teilmenge der entsprechenden
Sekundärsphäre.
Nun mag man denken, daß die Sphären nur in unseren Gedanken
existieren, doch “Das All ist Geist, das Universum ist geistig”.
Alles ist nur eine Ausprägung, ein “Gedanke” der ersten Ursache, der
Prima Essentia, des All-Einen. So führt dies dazu, daß allein
durch unseren Gedanken an die Sphären, diese schon wirklich geworden
sind, schlußendlich der Unterschied zwischen gedanklich und wirklich
nur im Grade liegt, was gerade wir Magier sehr gut verstehen sollten.
Nachdem ich die Grundlagen der Sphaerologie nun also erklärt habe,
möchte ich nun zur allgemein üblichen Klassifizierung schreiten.
Die Sphären der Elemente
Zuoberst stehen die Sphären der vier Elemente Erde, Wasser, Feuer,
Luft in ihren verschiedenen Ausprägungen. Diese bedürfen wohl
kaum einer Erklärung, da ihre Manifestationen alltäglich ersichtlich
sind. Schwieriger zu klassifizieren sind dabei Vermischungen. Oftmals hilft
hierbei die alchemistische Operation der “Solve”, der “Aufspaltung”, die
zeigt, welche Bestandteile enthalten sind. So ist Stahl eine Mischung aús
den Sphären Erde und Feuer. Alles läßt sich auf diese Weise
qualitativ beschreiben. Im weiteren führe ich einige Beispiele an.
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Erde: Feste Dinge, materiell, wie auch allegorisch gesehen.
Schwerfälligkeit, Trägheit, aufgehaltene Zersetzung.
-
Wasser: Flexibilität in verschiedenen Formen, Anschmiegsamkeit,
Empfänglichkeit, unfaßliche Natur.
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Luft: Aufstrebendes, in die Höhe Tragendes, Spirituelles,
Geistiges. Philosophie und Wissen. Düfte.
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Feuer: Energie, Form und Struktur, Aggressivität, Beeinflussung,
Meisterschaft und Herrschaft.
Manche Magi erweitern dieses Spektrum an Elementen um Leben und Tod, manchmal
auch um die Magie selbst. Solche Einteilungen sind Spezialfälle, aber
im Sinne der Ersten Lehre durchaus denkbar.
Die Sphären der Planeten
Im Himmel über Heligonia eröffnet sich dem kundigen Auge
die Präsenz von sieben Planeten, die dort ihre Bahnen beschreiben.
Wie wir aus der ogedischen Mythologie wissen, sind alle Lichter am Himmel
Seelen, die von ihrem irdischen Dasein in ein jenseitiges übergetreten
sind. Man kann jedoch erkennen, daß sich nur sieben davon bewegen,
die anderen verharren in Ruhe oder sind so weit entfernt, daß wir
ihre Bewegungen nicht zu sehen vermögen. Viele Vermutungen gehen dahin,
daß der Himmel schon so voll ist von verstorbenen Seelen, daß
sie nunmehr in weiter Entfernung ihren Platz finden. Diese Überlegungen
legen nahe, daß die sieben Planeten die Seelen von denen sein müssen,
die als erste auf dieser Welt verstorben sind, dort schon immer waren oder
ob ihrer Bedeutung für uns so nahe herangerückt sind. Unter ihnen
befindet sich die Sonne, also Helios selbst, der um sich herum die sechs
anderen geschart hat. Jedem dieser Planeten ist nun eine Bedeutungsdomäne
zugeordnet, von der gesagt wird, daß sie vom jeweiligen Planeten
beherrscht wird. Diese Domäne zieht sich durch alle Ebenen der Hierarchie,
auch durch die der Metalle, die hier als Beispiele angegeben ist, so diese
doch oft für Amulette und Talismane genutzt wird. Alle sieben zusammen
ergeben ein komplettes System von Dömanen, die die Welt und die in
ihr vorgehenden Dinge beschreiben. Es ist für den Magus also von größtem
Nutzen, diese zu kennen. Jedoch sind die Prinzipien von mysteriöser
und erleuchteter Art und können dadurch nur schwer einfach beschrieben
werden. Es obliegt einem jeden Magus selbst während seiner Karriere
einen immer tieferen Einblick zu gewinnen, weswegen hier insbesondere Anwendungs-
und Herrschaftsgebiete der einzelnen Domänen angegeben sind.
Im Folgenden sind die Planeten mit zwei Namen betitelt, als erstes
der Name, der von Mitgliedern des Arcanums genutzt wird und nicht unbedingt
den Allgemeinbezeichnungen des einfachen Volkes gleicht. Als zweites ein
irdischer Planet, der dem heligonischen am ehesten zu vergleichen ist.
-
Harun/ Saturn: Schützt vor bösen Einflüssen
menschlicher oder dämonischer Herkunft, besonders vor negativen Gewalten,
die dem Saturn unterstehen. Verleiht Ausdauer, Standhaftigkeit, Sicherheit
und Macht. Fördert Konzentration und arcane Studien. Steigert
die arcane Kraft. Gibt unseren Unternehmungen Dauer. Bringt Erfolg bei
Gesuchen bei älteren Personen. Prinzip der Kontinuität
und der Stagnation. Blei
-
Serhan/Jupiter: Verleiht Reichtum, Ehren, Ruhm, Einfluß.
Sichert Frieden und Eintracht. Fördert Religiosität, Rechtsempfinden
und Gewissenhaftigkeit. Gibt Glück in gerichtlichen Angelegenheiten,
sowie Hilfe und Förderungen durch Höhergestellte.
Zinn
-
Terfial/Mars: Stärkt Mut und Tatkraft. Verleiht Sieg
in Kampf und Streit, Macht über den Gegner, Erfolg bei Gericht und
mit Gesuchen. Günstig für alle Marsunterstellte (Krieger, Gardisten,
Ritter, ...). Prinzip der Aktivität und der
Agressivität. Eisen
-
Helios/Sonne: Gibt Ansehen, Beliebtheit, Einfluß, Macht,
Ehren. Fördert die Wunschverwirklichung. Schenkt Glück
und langes Leben. Prinzip
der Herrschaft und der Majestät. Gold
-
Jholin/Venus: Verleiht Anmut, macht liebenswürdig, bewirkt
Liebe, erregt Gegenliebe, fördert künstlerisches Schaffen. Besonders
geeingnet für Schauspieler, Tänzer, Maler, Steinschleifer, Künstler
und ähnliche Professionen. Prinzip der Weiblichkeit und der Inspiration.
Kupfer
-
Inir/Merkur: Fördert die Verstandestätigkeit. Gut
für Rede, Schrift, Studien, Reisen. Begünstigt besonders Kaufleute,
Reisende, Barden und andere mehr. Er soll auch bei Anrufung
von Geistern gute Dinge leisten. Prinzip der Creation und der Destruction.
Quecksilber, Neusilber
-
Saarka/Mond: Schützt vor Gefahren des Wassers und vor
nächtlichen Angriffen. Weckt hellsehende und andere mediumsartige
Fähigkeiten. Begünstigt Wechsel und Veränderungen.
Prinzip der Intuition, des Wechsels und der ewigen und manigfaltigen Möglichkeiten.
Silber
Die Sphären des Lebens
Wie von dem Studium der Medizin gemeinhin bekannt ist, läßt
sich der menschliche Körper in vier Domänen aufteilen, nämlich
die der Körpersäfte, die auch unsere Medizin verwendet.
Wir wissen, daß diese den Menschen und sein Gemüt beeinflussen
und quasi sein komplettes Wesen ausmachen. Ob dieser Vollkommenheit der
Qualifizierung läßt sich alles, was mit dem Menschen zu tun
hat und sich unmittelbar auf ihn bezieht mit diesen Sphären beschreiben.
Die Summe dieser Sphären ist nun die eigentliche Sphäre des Lebens.
-
Blut (Sanguis): Der Lebensgeist per se. Das Blutsystem und
verwandte Organe, wie auch auf geistiger Ebene der innere Antrieb und der
Lebenswille gehören hierher. Außerdem fallen die Integrität
der Körperteile hierunter. Verletzungen in Form von Wunden, wie auch
Motivationslosigkeit sind typische Sanguis-Krankheiten.
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Gelbe Galle: Diese Sphäre enthält die hochaktiven
Teile des Organismus, seine Kraft und beeinflußt somit maßgeblich
den inneren Antrieb und seine Motivation. Krankheiten, die auf ein Mißverhältnis
und ein Übergewicht dieser Sphäre schließen lassen sind
Jähzorn und Aggressivität.
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Schwarze Galle: Die passiven, empfangenden und ungeordneten
Teile des Menschen passen in dieses Prinzip, der Schlaf und die grundlegenden
Bestandteile sind ebenfalls hier zu finden. Eine Störung kann Verwirrung,
Schlaflosigkeit und schlechte Heilung auslösen.
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Schleim: Das Verdauungssystem ist Teil dieser Sphäre.
Verstimmungen und Dominanz des Schleims führen außerdem oft
zu Schwerfälligkeit und Zögern.
Körper und Geist
In der Magie der Heilung und der Beeinflussung sind diese beiden Sphären
von großer Wichtigkeit. Im Grunde handelt es sich um nur eine Sphäre,
die in zwei gegensätzliche Domänen aufgespalten ist. Da die Grenze
hierbei verschwommen ist, lassen sich so die Wechselwirkungen von Körper
und Geist erklären. Prinzipiell ist die Domäne des Geistes der
Bereich der nicht-stofflichen Ideen und spiritueller Prinzipien, wohingegen
die Domäne des Körpers alle Manifestationen und Erstarrungen
eben dieser Prinzipien einschließt.
Die arcane Sphäre
Auf der Grundlage der arcanen Ursachen, die seit Anfang der Zeit in der
Welt vorkommen, existiert eine Sphäre der Magie, in der ausschließlich
magische Gegebenheiten auftreten. Diese ist an sich mit den Elementarsphären
vergleichbar, stellt aber per definitionem etwas unnatürliches dar.
So ausgestattet ist sie das Heim verschiedenster Wesenheiten und Tatsachen,
die nur durch Magie existieren. Jede arcane Sache hinterläßt
hier ein mehr oder weniger ausgeprägtes Abbild, daß zum Teil
sogar ein Eigenleben besitzen kann. In der Primärsphäre manifestiert
sich diese Sphäre als magische Orte und Linien der Kraft, die so manchem
Eingeweihten bekannt sind. Ein Magus vermag mit einiger Kunstfertigkeit
diese Flüsse für sich zu nutzen und so eigene Kraft zu sparen.
Eine jede Manifestation der arcanen Sphäre kann aber mit einer Färbung
behaftet sein, die aus der Umgebung entspringt und dem Magus Schaden bringen
mag, so dieser nicht vorbereitet und geschützt ist.
Die verschiedenen bewohnten Sphären
Ganz wesentlich unterscheiden sich die bewohnten Sphären von den bisher
genannten, doch eher philosophischen Sphären dadurch, daß sie
auch für den Menschen (vergleichsweise) einfach zu betreten sind,
vorausgesetzt man hat die nötigen Mittel. Es scheint, als seien diese
Sphären eher eine Mischung der essentielleren, weswegen es auch in
den Reihen der menschlichen Magier kaum Zauber gibt, die auf sie als Basis
gestützt sind. Die Bewohner zeigen jedoch erwartungsgemäß
eine hohe Resonanz.
Die Sphäre der Feen
Die Feenwelt entzieht sich jeder exakten menschlichen Beschreibung. Das
einzige, was man über sie feststellen kann, ist, daß nichts
feststeht. Und dieses Prinzip des Wechsels findet sich überall, in
den geographischen Gegebenheiten, die jeder Kartographie spotten, wie auch
in den zeitlichen Abläufen, in denen nicht immer notwendigerweise
die Vergangenheit vor der Gegenwart kommen muß. Nur wenige ernstzunehmende
Forscher haben diese Sphäre jemals bereist, um gesund und bei Sinnen
wieder zurückzukehren, und von ihr zu berichten. Vielmehr stützen
sich unsere Erkenntnisse auf Sagen, Legenden und Geschichten der Bauern.
Diese berichten in vielen Fällen von Eintrittsstellen innerhalb von
Wäldern und Hügeln, die von Feen auf unserer Welt bewohnt werden.
Man hört von so manchem jungen Burschen, der nichtsahnend in ein Fest
dieses Volkes stolperte und sich dort selbst vergaß.
Eine gesicherte Manifestation der Feenwelt in der Primärsphäre
ist der Parimawald. Gerade hier lassen sich der Feensphäre sehr ähnliche
Phänomene beobachten. Beschrieben wurden schon temporäre und
geographische Verhältnisse, die auf ein Netzwerk von kleinen, kammerartigen
Sphären schließen lassen. Doch auch die Verbindungen unter ihnen
sind auf äußerste instabil. Das “Portal” berichtete. Siehe
hierzu auch die Ereignisse rund um die Phiarae und die Mysterienrollen.
Die Sphäre der Dämonen
Am Anfang der Zeit war die Welt dunkel und leer. So jedenfalls wird es
in den alten Geschichten erzählt. Wahrheit ist jedoch, daß hier
im vermeintlichen Nichts ein Volk lebte, das uns völlig unverständlich
erscheint. Noch nicht einmal ihre Gestalt kann unser Verstand fassen. Ihr
Name ist nicht bekannt, in den Legenden werden sie aber die Dämonen
genannt. Das Ceridentum hält sie für die Diener des leibhaftigen
Daimons und schreibt ihnen greuliche Taten zu. Tatsächlich kann auch
von unserer arcanen Seite berichtet werden, daß sie der Menschheit
nicht eben freundlich zugetan sind. Manche, die der Kunst der Beschwörung
huldigen, sind Opfer ihres Zorns geworden, da sie nicht fähig waren,
das Gerufene zu bändigen. Woher die Dämonen nun tatsächlich
stammen, ist unbekannt. Es ist jedoch Tatsache, daß sie in einer
Sphäre jenseits der Primärsphäre ihre Heimat haben. Man
erzählt sich, daß dort eine dunkle Schwärze herrschen soll,
die von riesigen Gesteinsbrocken durchzogen werden. Auf diesen Inseln im
Chaos stehen riesige Städte, die vom Grauen bewohnt sind. Unser Verstand
vermag die dämonischen Eindrücke nicht vollständig erfassen,
weswegen sich der Verstand nicht selten in den Wahnsinn flüchtet.
Ein jeder Magus sei gewarnt, seine Kräfte in diese unmenschliche,
alles verneinende Richtung zu lenken, zumal auch seine Majestät der
König den Umgang mit dieser schwarzen Kunst engstens reglementiert.
Die göttlichen Sphären
Die ogedischen Götter sind fester Bestanteil der Primärsphäre,
doch, so sagt die Legende, bewohnen sie selbst ein eigenes Konglomerat
von Sphären, von denen wir nur die äußersten Ausläufer
kennen: den Sternenhimmel mit den Seelen der Verstorbenen, Gwons Himmel.
Jenseits der Sterne liegen die herrlichen Reiche der Göttlichkeit,
doch vermag es niemand, in diese Bereiche vorzudringen, zu groß und
mächtig sind die Barrieren, die als der göttliche Wall bekannt
sind. Ein jeder, der hierhin vordringen will, muß ein würdiges
Leben gelebt haben und sodann einen Tod sterben, der ihn in die Klauen
Gwons überantwortet. Nur dieser kann den Wall passieren und die Wächter
besänftigen. Die Seelen derjenigen, die dem Unglück und der Tragik
zum Opfer gefallen sind, werden im Jenseits von Saarka empfangen. Es scheint,
daß an dieser Stelle der Wall durchlässiger ist, da der ein
oder andere aber eher wenig glaubwürdige Bericht einer Reise dorthin
bekannt ist. Trotz allem sind auch hier die Schutzmaßnahmen überwältigend
stark.
Die Geister, der Limbus
In seltenen Fällen geschieht es, daß eine Seele noch in den
irdischen Domänen verbleibt, weil sie aus einem Zwang heraus noch
nicht zu gehen vermag. Dies kann eine Bindung an eine Person oder Aufgabe
sein, die der Seele keine Ruhe läßt. Im schlimmeren Falle handelt
es sich um Seelen, die von Gwon und sogar Saarka selbst verstoßen
worden sind und nun auf ewig in diesem beklagenswerten Zustand verharren.
Oftmals sind diese Geister verzweifelt, traurig und voller Haß auf
sich selbst und alles um sie herum. Auf dieser Grundlage existiert eine
Zwischenwelt, die man als den Limbus zu betiteln gewohnt ist. Der Limbus
ist stark an die Primärsphäre gebunden und erscheint als gräßliche
Abstraktion im einen oder anderen Maße. Nicht selten fließt
der Limbus mit der arcanen Sphäre zusammen und erhält dadurch
weitere Stabilität. Allerdings darf dieser Bereich nicht mit dem Jenseits
verwechselt werden, das hinter dem göttlichen Wall und im Sternenhimmel
seinen Platz hat. Ein Nekromant vermag nur mit den Seelen im Limbus zu
sprechen, nicht aber mit denen im eigentlichen Jenseits.
Die spekulativen ceridischen Sphären
Gleichwie die ogedischen Sphären existieren, könnten auch ceridische
ihren Platz im Gesamtgefüge haben. Jedoch ist es noch keinem arcanen
Wissenschaftler gelungen, eine solche ausfindig zu machen. Dies liegt sicherlich
an mehreren Gründen. Zum ersten ist der Glaube des Ceridentums
noch recht jung und hat der Wissenschaft wenig Möglichkeit gegeben,
ihn zu erforschen. Zum Zweiten stellt die antimagische Tendenz des Glaubens
der Ceriden ein Hindernis dar, diesen mit Magie zu erforschen. Sehr wahrscheinlich
ist auch die spekulative ceridische Sphäre von gegenmagischer Natur,
was einen versteckenden Effekt bewirken würde. In diesem Gebiet hat
die Wissenschaft noch viel zu forschen und verbleibt für den Moment
im Hypothetischen.
Weitere Möglichkeiten
Theoretisch existieren neben den genannten Sphären noch mehr und auch
bewohnte Gebiete. Jedoch sind diese aber von geringer Bedeutung und deswegen
oft keine Betrachtung wert. In anderen Fällen sind sie noch nicht
entdeckt oder entziehen sich dem Reisenden durch verschiedene Hindernisse,
wie dies am Beispiel des Ceridentums deutlich gemacht wurde. Auch weitere
Primärsphären sind theoretisch denkbar und in arcanen Kreisen
heftig umstritten.
Von der Hierarchie der Welt
Seit jeher definieren die arcanen Wissenschaftler eine Hierarchie der Dinge.
Sie beschreibt die Herrschaft einer Sache über eine andere, was in
magischen Komplexen genutzt werden kann. Außerdem ist sie von nicht
zu unterschätzendem moralischen Wert, der uns unser Ziel aufzeigen
sollte. Im arcanen Sinne ist sie zudem bedeutsam, wenn man den Satz der
Allegorie auf sie anwendet und so Entsprechungen finden kann. Die hier
aufgelisteten “Ebenen der Hierarchie” sind als Philosophie anzusehen und
sind zudem nur schwer voneinander abgrenzbar.
Die Ebene des Toten
Minerale, Stein, tote Materie
Die Ebene des Belebten
Pflanzen
Tiere
Menschen und Menschenähnliche
Die Ebene des Geistigen
Emotionen
Gedanken
Geistiges
Überweltliche Prinzipien
Die Ebene der Götter
Götter und göttergleiche Wesen
Das Eine
Von den Wirkungen der arcanen Kunst auf den Magus selbst
So man die arcane Kunst betreibet und dies auf längere Zeit tut, wird
der Magus gleichwie er die Magie beeinflußt von ihr selbst bestimmt.
Die Verbindung zwischen Magus und Magie ist so eine zweiseitige und vielfach
sind die Auswirkungen.
Primo zeigt die Anwendung von Magie Wirkung auf das Verhalten und den
Geist des Magiers allein durch seine eigene Motivation. Es ist kaum möglich,
daß e.g. ein Nekromant nicht morbide oder ein Dämonologe nicht
wahnsinnig wird, wenn diese sich doch so sehr mit ihren Themen beschäftigen.
Grundlage ist hier kaum etwas übernatürliches, sondern etwas
völlig normales, das einem jeden widerfährt, so er sich mit etwas
intensiv beschäftigt.
Secundo wirkt die arcane Anwendung direkt auf Körper und Geist,
so der Schutz nicht ausreichend ist. So mancher Magus erscheint älter
und schwächer, als er nach seiner natürlichen Konstitution sein
sollte. Die arcanen Ursachen haben arcane Folgen und diese beschränken
sich nicht nur auf das Ziel, sondern beeinflussen ebenfalls den Anwender.
Dies muß nicht negativ sein, so berichten viele, die Heilungsmagie
bewirken, von einer ausgesprochen robusten Gesundheit, Seher haben Wahrträume
und Auramagier spüren Auren fast selbstverständlich, ja sind
von einer eigenen umgeben. Auf der anderen Seite finden sich von bösen
Mächten verfolgte Dämonologen, deren Geist sich selbst im Laufe
der Zeit in etwas unaussprechliches verwandelt, Nekromanten, deren Fleisch
verwest und Kämpfer, die unter schrecklichen Schmerzen leiden.
Tertio lockt große Magie große Gegenwirkungen. Dies ist
die Schuld die sich jeder auflädt, wenn er sich magischer Ströme
bedient. Alles, was man verursacht, wird als Folge wieder auf einen zurückkommen,
wie ein Rufen, das gegen eine Felswand prallt. Wahrlich wird es jedoch
greulicher, wenn die verursachten Umstände gar zu sehr der Natur widersprechen
und sie das Gefüge zu sehr und ungedämpft stören. Dann nämlich
erwacht das Unsichtbare, das niemand kennt, und rächt den Verstoß.
Ein solcher Magus wird sich von üblen Dingen verfolgt sehen. Dies
kann mannigfaltige Formen annehmen, seien es Wegelagerer, Brände,
Alpträume, schreckliche Wesenheiten, die Krankheit der Zersetzung
oder schlichtweg den spontanen Tod und das plötzliche Existenzende.
Was eintritt, ist niemals vorhersehbar, dies ist das Unsichtbare, die Auslöschung
ohne Namen, das formlose Ende, die Schuld, die beglichen wird, um das Gefüge
zu wahren. Seid deswegen eurer Taten gewahr und ergreifet die rechten
Maßnahmen des Schutzes und der Dämpfung. Das Unsichtbare vergibt
niemals und nicht in Ewigkeit.
Von der Möglichkeit, einen Zauber kraftvoller zu machen
Nun ist es in manchen Fällen vonnöten, daß ein Zauber schnell
und kraftvoll wirkt, der Erfinder aber nicht die notwendige Macht besitzt.
Es gibt dennoch verschiedene Möglichkeiten, das Gewünschte durch
einen Zauber zu erwirken.
Primo, kann bei der Konstruktion eines solchen Spruches ein Gutteil
des Komplexes auf Komponenten verlagert werden, was zwar zu einem hohen
Verschleiß und damit verbundenen hohen finanziellen Kosten führt,
jedoch den Machtaufwand beträchtlich senken kann. Dieser Zauber wird
im Allgemeinen auch nicht sehr schnell auszuführen sein, da er mehr
Zeit benötigt.
Secundo kann man auf eine Isolierung verzichten, die bei regulären
Zaubern bis zum fünften Teil der Macht benötigen kann. Solche
Konstrukte wirken äußerst stark auf Körper und Geist, wie
ich dies weiter oben beschrieben habe. Zudem kann er das Unsichtbare locken,
wenn gewisse Schwellen überschritten werden und er dann nicht gedämpft
ist. Ein regulärer Spruch verfügt selten über eine integrierte
Dämpfung, jedoch über eine Isolierung. Es wird von jedem Anwender
genügend Verantwortung erwartet, selbst für die Dämpfung
zu sorgen. Von diesem Weg ist im Allgemeinen abzuraten, da er den Magus
früher oder später schwerstens in Mitleidenschaft ziehen wird.
Tertio ist es möglich, vorhandene Auren mit in den Zauber zu beziehen
und die Magie der Umgebung zu nutzen. Jedoch wird ein solches Konstrukt
äußerst abhängig von der Umwelt - im Grade der Ausnutzung
der Auren.
Letztens bietet sich die Möglichkeit, ein magisches bis übernatürliches
Wesen zu finden, das Teile des Zaubers übernimmt, so muß man
diese selbst nicht einmal beherrschen, macht sich aber abhängig von
der Anwesenheit und Gunst dieses Wesens.
Darüber hinaus mag es noch weitere Möglichkeiten geben, dem
Geist ist kaum eine Grenze gesetzt.
Von den Dingen und deren Bedeutung - die Komponenten
Wahrlich habe ich nun die Verwendung von Komponenten beschrieben, möchte
dies aber nunmehr in der arcanen Theorie erklären. Ein Zauber ist,
wie schon erklärt, ein Komplex von magischen, also unnatürlichen
Ursachen. Diese Ursachen entstammen dem Willen und dem Talent des Magiers.
Diese zu erzeugen kostet ihn Kraft und Aufwand. Manche der notwendigen
Ursachen können teilweise oder ganz durch eine Komponente ersetzt
werden, was dem Magier seine Arbeit erleichtert. Die Begründung liegt
im Satz der Allegorie, der ja besagt, daß Dinge von einer Ebene der
Entsprechung in eine andere umgesetzt werden können. Genau dies geschieht
mit einer solchen arcanen Ursache. Statt der magischen Kraft wirkt die
Komponente als Bauteil des Komplexes. Wie es in der Natur der Sache liegt,
muß dabei auf die symbolische Bedeutung der verwendeten Komponente
geachtet werden. So kann Schwefel, als Symbol des manifestierten Feuers,
durchaus als Komponente eines Kampfzaubers oder einer Feuermanifestation
herangezogen werden, als Teil eines Divinations- also Hellsichtszaubers
ist er jedoch fehl am Platze. Dem Magus ist also anzuraten, sich die Symbolik
der Dinge anzueignen, um die rechten Komponenten zu verwenden. Ein pragmatischer
Aspekt solchen Wissens beruht auf den zur Verfügung stehenden Geldmitteln,
denn e.g. Schwefel ist teuer und ein Wissender mag eine billigere Alternative
finden. Von ganz anderer Natur ist ein weiterer Bereich, der hier jedoch
ebenfalls genannt werden muß, da er sich ähnlich auswirkt, wie
die Komponenten. Dieser ist die Umgebung des Magus an sich. So können
abgesehen von den Auren auch andere Dinge auf den Zauber Einfluß
nehmen, denn Alles ist Eins und Eins ist Alles. Ein besonderer Faktor in
dieser Hinsicht sind e.g. die Sterne, deren Konstellationen die Magie beeinflussen
können, wie auch Farben oder die Atmosphäre und Stimmung an sich,
die der Wirkende um sich herum wahrnimmt. Wahrlich ist es jedem angeraten,
auf diese Dinge zu achten.
Von der Sprache
Schon die Bezeichnung Spruch für ein arcanes Wirken impliziert die
Verwendung von Sprache. Es drängen sich also Fragen nach der Art dieser
Worte auf. Wahrlich haben meine Forschungen ergeben, daß die
Verwendung einer bestimmten Sprache irrelevant ist. Vielmehr scheint die
Art der Auswirkung von der Natur einer Komponente zu sein. Es empfiehlt
sich, nach dem Gesetz der Resonanz zumindest Worte zu wählen, die
mit dem Wirken des Zaubers zu tun haben, welche Sprache gewählt wir,
ist nicht wichtig. Legenden und Sagen berichten, daß es alte Sprachen
und spezielle Worte geben soll, die durchaus eigene Wirkungskraft besitzen,
jedoch konnte dies noch nicht nachgewiesen werden.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die gebräuchliche
Verwendung. Einige eher traditionelle Magi verwenden die alte Sprache aus
vergessenen Zeit, die sogenannte “Erste Sprache”, andere verwenden die
Sprache der weltlichen Gelehrten, die gerade bei jüngeren Magi Beliebtheit
findet. Der unkomplizierteste Weg ist sicherlich der der Verwendung des
verständlichen Wortes der allgemeinen Sprache, der ebenfalls von vielen,
eher pragmatischeren Magi beschritten wird.
Rituelle Magie
Neben der einfachen Spruchzauberei ist es einem Magus möglich, eventuell
zusammen mit anderen Magi eine magische Wirkung zu erzeugen, die nicht
im Bereich seiner Zauber liegt. Hierbei verwendet er die grundlegenden
Techniken der magischen Manipulation des Weltgefüges und sein Wissen
über die Sphären und versucht so, in kleinteiliger Feinarbeit
eine gewünschte Ursache zu erzeugen. Auch hier ist die Verwendung
von Komponenten theoretisch möglich, diese müssen aber schon
vorher bereitliegen, da der Komplex bis auf wenige Ausnahmen aufrechterhalten
bleiben muß, so daß man sich nicht vom Ritual entfernen kann.
Nehmen mehrere Magi am Ritual teil, so kann ein jeder bestimmte Teile des
Komplexes anfertigen. Es ist also anzuraten, daß die Ritualgruppe
sich schon möglichst weit im Voraus Gedanken über den Ablauf,
das Vorgehen und die Aufteilung der Arbeit macht. Gerade bei Ritualen besteht
die Gefahr, daß das Unsichtbare aufgestört wird, da mit roher
Energie unter nur mäßigen Sicherheitsvorkehrungen und limitierter
Vorsicht umgegangen wird. Es empfiehlt sich deshalb, die Technik der Dämpfung
anzuwenden.
Im Bereich der Ritualmagie finden sich verschiedenste speziellere Disziplinen,
die von verschiedenen Organisationen und Personen gelehrt werden, die es
einem e.g. ermöglichen, das Ritual zu suspendieren oder fremdartige
Magie einzubeziehen. Je mehr Teilnehmer über solche Fertigkeiten verfügen,
desto besser.
Mit diesem Abschnitt enden auch meine Ausführungen zur Ersten
Lehre. Der geneigte Leser mag nun in der Lage sein, weiterführende
Bücher zu erfassen, welche sich auf die hier dargelegten Grundsätze
des Nexus stützen. Ein Verständnis dieser Urprinzipien sollte
mit diesem Scriptum gewährleistet sein.
Athanan, Prior Magnus ex Corenis
© Copyright des Textes Stefan Rampp
und der Bilder Marc Hermann

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