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Prolog
"Was ist die Welt?" fragte Echem. "Sie ist der Traum der Unendlichkeit,
der Gedanke des Nicht-Seienden, sie ist die Vielheit der Null durch die
Eins," antwortete Joryn. "Ich verstehe deine Worte nicht, sie sind verwirrend
und in Geheimnis gekleidet!"
"Ja, wahrlich, das sind sie, und das müssen sie sein, verborgen
vor den Augen der Blinden"
"Aber Herr, wären sie es nicht, so würden die Blinden
sie dennoch nicht erkennen können"
"Du hast Recht und Unrecht. Nicht erkennen könnten sie die
Wahrheit, aber sehen dennoch, entsteht aus ihr doch das Augenlicht selbst.
Und was sie sehen würden, triebe sie in Irrtum und Wahnsinn, denn
Verstehen ist ihnen nicht gegeben."
"Bin ich, Echem, dein Schüler, denn blind?"
"Ja, auch du bist blind, doch will ich dir das Sehen lehren und
dir das rechte Augenlicht schenken."
"Was also bedeuten deine Worte? Was ist die Welt?"
"Die Welt ist das, das die Unendlichkeit umgibt. In ihrer Mitte
ruht das Nicht-Seiende, die Null, das Unbewegte oder der in vielen Legenden
erwähnte Äon. Wie die vielen Namen besagen, so ist er die nicht
existierende Existenz. Und Äon dachte die Einheit, das Alles, und
dieses dachte die Zweiheit Helios und Poëna"
Echem darauf: "Wie aber kann der Äon die Welt bewirken, so
er doch nichtig ist?"
Joryn: "Seine Natur ist die des Nicht-Existenten, des Bewegers,
der selbst unbewegt ist, denn das Nichts kann keine Bewegung enthalten,
wie seine Natur dies befiehlt. Die Natur der Welt aber ist eine Seiende
und eine Bewegte, die dem Äon, dem Nichts unterliegt. Dies entsteht
aus dem Gegensatz der beiden Dinge, von denen ich erzähle. Denn der
Beweger muß größer sein als das Bewegte und gegensätzlich
in der Natur."
Echem: "Ja, das muß er!"
Der geneigte Leser mag verwirrt sein ob des vorangehenden Absatzes,
und wahrlich, dies ist kaum zu vermeiden. Die Worte stammen aus einem uralten
heligonischen Epos namens "Myardus", das in Kreisen des Arcanums und vor
allem des Nexus gerne zitiert wird. Es gibt wohl kaum einen Lehrling, der
nicht schon irgendeine Passage auswendig lernen oder interpretieren mußte.
Das Original ist in einer Sprache gehalten, die die eher konservativen
Mitglieder unserer Kunst in ihren Zaubern verwenden, weswegen auch die
Übersetzung dieses Epos eine beliebte Übung für Anfänger
der Kunst darstellt. Das Alter und die Herkunft von Myardus sind unbekannt
und waren immer wieder Streitgespräche anerkannter Gelehrter wert.
Joryn nun gilt als der Begründer des Nexus Corenae und Echem als sein
erster und größter Lehrling.
Warum aber erzähle ich dies Euch, werter Leser? Nun ich wählte
es nicht in der Erwartung, daß ihr es verstehen würdet, ohne
euren Geist beschämen zu wollen, sondern in der Absicht, den Orden
des Nexus Corenae mittels seiner eigenen Worte zu beschreiben. In diesem
Abschnitt sind einige Dinge zu finden, die geradezu charakteristisch für
den Nexus Corenae sind.
Zunächst die Sprache und Ausdrucksweise, die kaum verständlich
sein dürften, so man nicht lange Zeit mit dem Text verbringt oder
schon Vorkenntnisse aufweisen kann. Dabei gilt dieser Teil als einer der
einfachsten, in anderen wird eine noch viel bedeutungsvollere und ebenso
unverständlichere Sprache verwendet. Dies ist keine Besonderheit nur
dieses Textes, sondern ist in arcanen Schriften des Nexus weit verbreitet.
Die Antwort auf das Warum findet sich in obigem Text. Durch die Verwendung
einer solch kryptischen Sprache soll verhindert werden, daß Uneingeweihten
der Inhalt der Schriften zugänglich wird. Denn diese, so glaubt man,
würden die Wahrheit, die in den Texten liegt, gefährlich mißdeuten
und zum Schaden aller verwenden. Dabei handelt es sich nicht nur um mögliche
Unfälle und Mißgeschicke, sondern auch, und es kann nicht oft
genug gewarnt werden, um die ewige Schuld, das Verderbnis des Unsichtbaren.
Verbergen sich nun wirklich solch unglaubliche Geheimnisse und Wahrheiten
in den Schriften und nicht zuletzt auch in den Köpfen der Nexusmagier?
Nun, dies wahrlich beantworten könnten sicherlich nur sie selbst.
Viel klarer kommt hier aber die Mentalität des Nexus zum Ausdruck.
Ungeachtet des tatsächlichen Inhalts ihrer Schriften erklärt
diese besondere symbolische Ausdrucksweise sie zu etwas Höherem, das
nicht für Gewöhnliche bestimmt ist. Der Nexus grenzt sich so
ganz klar von anderen Gelehrten und auch himmelhoch vom weltlichen Volk
ab, indem er sie als unmündig erklärt, zumindest in solchen Belangen.
Genau dies ist ein besonders hervorstechendes Merkmal des Ordens, seine
abgehobene Arroganz, seine Überheblichkeit. Es mag sein, daß
jene Eigenschaft für den Unwissenden unbegründet erscheint, doch
sollte man nie vergessen, daß vielleicht doch eine gewisse Berechtigung
besteht.
Wie versteht sich ein Nexusmagier nun selbst, wie seine Magie und wie
sein Verhältnis zur Welt, von der er so viel Innerstes zu wissen glaubt?
Noch einmal lasse ich den Myardus sprechen:
Echem: "Nun hast du mir gekündet von der Unendlichkeit der Welt.
Wer aber bin ich? Bin ich doch nur gering und unbedeutend? Bin ich nur
das Bewegte?"
Joryn: "Ja, du bist das Bewegte!"
Echem: "Wie aber soll ich etwas bewirken, wie bewegen?"
Joryn: "Ist das Werk, das du vollbringen willst, nicht das Bewegte
und das Körperliche?"
Echem: "Ja, das ist es."
Joryn: "Muß das Bewegende selbst nicht gegensätzlich
sein?"
Echem: "Ja, das muß es."
Joryn: "Muß es denn nicht körperlos-geistig und in seinen
Grenzen unbewegt sein?"
Echem: "Ja, das muß es."
Joryn: "Was also ist in dir von solcher Art?"
Echem: "Es ist mein Geist, Herr."
Diese Passage zeigt, wie sich der Nexusmagier in der Welt positioniert
fühlt. Nicht wie ein Weltlicher, der soeben die Unendlichkeit der
Welt erahnt hat, und nun vor seiner Ahnung erzittert, nicht verloren, klein
und unbedeutend, nein, vielmehr akzeptiert er seine Position, ist sich
aber dennoch bewußt, daß er nichts anderes ist, als ein Abbild
des Äon, wie alles Kleine ein Abbild des Großen ist. Der Äon
schuf die Welt durch seine befehlenden Gedanken, und genau dies versucht
der Nexusmagus ebenfalls zu tun: selbst unerschütterlich und fest
zu sein und seine Umwelt durch den Willen zu kontrollieren. Unbewegt muß
ein Magus sein, so steht es im Myardus. Gemeint ist, daß der Magier
gefestigt und Herr seiner selbst sein muß, und dies gilt um so mehr,
je mächtiger seine Magie sein soll. Wie sonst soll er seine Umwelt
befehligen, wenn er sich selbst nicht einmal kontrollieren kann? Daraus
resultiert eine Schulung zum festen Willen und - dadurch eigentlich schon
erzwungen - zur ungebeugten Arroganz. Ein solcher Magus wird nur schwerlich
einmal einsehen können, daß er vielleicht falsch liegen mag.
Eher wird er standhaft bleiben und das Urteil des Zweiflers ins Wanken
bringen. Eine solche Schulung resultiert in einer gewissen Vergeistigung,
doch versuchen die Lehrmeister solches zu relativieren und zu dämpfen,
ist der Körper doch die Hülle, in welcher der Geist wohnt.
Bei aller Eigenständigkeit und Festigkeit des Magus wird im Nexus
aber dennoch immer auf die Wahrung der Form und der Hierarchie geachtet.
Ein Ausbrechen aus dieser Struktur oder ein Aufstreben gegen die eigenen
Meister gilt als nicht akzeptabel und wird strengstens sanktioniert.
Geschichte
Die Geschichte des Nexus Corenae reicht weit zurück bis in die Nebel
der Gründungszeit Heligonias. Zu dieser Zeit, also vor 500 bis 700
Jahren, nahm der Orden seine Gestalt an, die wir heute von ihm kennen.
Allerdings gibt es Gelehrtenmeinungen, die besagen, daß seine Wurzeln
noch älter sein sollen, ja sogar im sogenannten alten Arcanum liegen
sollen, der legendäre Vorgänger der heutigen magischen Gesellschaft.
Wie diese jedoch beschaffen war und wie daraus der heutige Nexus hervorging,
liegt im Bereich der Märchen. Ebenfalls als sagenhaft kann die Gründung
durch Joryn und seinen Lehrling Echem gelten, die im Epos Myardus erwähnt
ist. Es wird vermutet, daß diese in der chaotischen Zeit der Gründung
Heligonias gelebt haben und dem damaligen König Corenus I zur Seite
gestanden haben sollen. Betrachtet man nun das Wesen des heutigen Nexus
Corenae ein wenig eingehender, so findet man Spuren eines langen und alten
Werdeganges. So sind die klassischen Werke des Nexus, wie der Myardus selbst,
in einer Sprache gehalten, die heute nur noch von wenigen Magi gesprochen
wird, das Haretin. Es ist nicht bekannt, daß diese Sprache je irgendwo
tatsächlich als lebendig gegolten hat, weder in Heligonia, noch im
Ausland. Auch der Verhaltenscodex, die Gesetze des Nexus und sein theoretischer
Unterbau der Ersten Lehre sind augenscheinlich über lange Zeiten konserviert
worden, wobei auch deren Ursprung unbekannt ist oder allemal nur dem Gründer
Joryn zugeschrieben werden.
Ob dieser verborgenen Geschichte präsentiere ich dem geneigten
Leser nun vielmehr eine Zusammenfassung, die in der Gelehrtenwelt als einigermaßen
gesichert gelten mag.
Es scheint sicher, daß schon in den grauen Zeiten der Reichsgründung
Menschen existierten, die über arcane Kräfte verfügten.
Nur verständlich scheint es uns, daß diese ihren Mitmenschen
Angst und Neid zu entlocken vermochten. Einzelne Schriftstücke berichten
von Streit und Mißgunst die teils blutig eskalierten. Noch wenig
erwähnt ist die Schuld, das Unsichtbare, wohl weniger wegen eines
hypothetischen geringeren Auftretens, sondern vielmehr ob der Unwissenheit
der Magi zu dieser Zeit. Aus Gründen, die uns als die Wurzeln der
Heimlichkeit überliefert sind, schlossen sich Magiekundige zusammen,
um sich gegenseitig schützen zu können. Die Wurzeln seien noch
einmal namentlich genannt: Tradition, Macht, Schutz und zuletzt das Unsichtbare
(siehe hierzu auch die Publikation "Das Arcanum"). Letztere findet in dieser
Bezeichnung zum ersten Mal bei Joryn im Myardus Erwähnung.
Aus diesen Zweck- und Schutzverbänden bildeten sich wohl die ersten
Formen des neuen Arcanums und dadurch auch der Nexus Corenae. Wie schon
erwähnt, muß die Existenz eines präheliotischen "alten"
Arcanums in das Reich der Legenden verbannt werden. Als sicher kann jedoch
gelten, das der Nexus schon früh eng mit dem Königshaus, damals
mit seiner allerdurchlauchtigsten Majestät Corenus I, kooperiert und
es nach Kräften unterstützt hat. So schreibt man ihm eine nicht
geringe Rolle in der Einigung der einzelnen Gründungsparteien unter
Corenus I zu. Diese Zusammenarbeit hat sich bis heute gehalten und gefestigt.
In vielen Fällen fungiert der Nexus als arcane Exekutive des Königshauses.
Aufgrund dessen wurde dem Orden der Vorsitz und die Organisation des I.
Conventes übertragen, der sich ebenfalls unter Corenus I und, so die
Legenden wahr sind, unter Joryn und Echem formiert hat. Dadurch erhielt
die arcane Gesellschaft eine weitgehende Autonomie, mit der nur dann interferiert
wurde, wenn ein Konflikt zwischen weltlicher und arcaner Seite bestand.
Seit diesen Gründungszeiten wuchs der Orden beständig und mehrte
sein Wissen. Über lange Zeit danach ist noch weniger bekannt als über
die legendenbehaftete Gündung. Diese Spanne, gemeinhin als die dunkle
Periode bekannt, enthält wohl weitgehend die Vorkommnisse um den vierten
Orden des I. Conventes, Jorena, über den an und für sich nichts
außer seinem Namen bekannt geblieben ist. Möglicherweise hat
er auch nie existiert oder es handelte sich nicht um einen magischen Orden.
Diese Periode reicht bis in die Zeit um 150 v. A III, als das ehemalige
Herzogtum Beridhan aufstrebte und sich schließlich von Heligonia
lossagte. Die Rolle des Nexus bei diesem Konflikt ist nicht klar, zumal
die Gefahr, die von Beridhan ausging, damals erst sehr spät erkannt
wurde. Es gilt als gesichert, daß der Orden reges Interesse an den
magischen Apparati des legendären Alchemisten Vahrim zeigte. Nachdem
der Konflikt beendet wurde, unterzog der Nexus die Apparati einer eingehenden
Untersuchung, die nicht nur viele Einsichten in Vahrims Schaffen lieferten
sondern auch zu einem ausgeprägten Mißtrauen gegenüber
dem Ordo Mechanicus führte. Der Nexus Corenae war einer der Hauptankläger
in der Verhandlung gegen den Ordo Mechanicus, deren Resultat es war, daß
Magie solcher Art, die ihre Energie aus Lebewesen bezog, geächtet
wurde.
In neuerer Zeit sah sich der Nexus des öfteren gezwungen in Vorgänge
einzugreifen, die sich auf der weltlichen Seite der Gesellschaft abspielten,
deren Bedeutung aber bis ins Arcanum reichte. Erwähnt seien hier der
erneute Konflikt um Burg Tatzelfels, ehemals Beridhan, bei der die Apparati
des Vahrim im Geheimen wieder in Betrieb genommen wurden, die Entdeckung
des Amerylls und die Geschehnisse um die Phiarae, das Verschwinden der
Burg Talwacht und der Angriff der Ödländer auf Burg Fhein. Auch
im Konflikt um Teemoranien konnte der Nexus nicht mehr unbeteiligt bleiben,
was zu einer ungeheuren Entdeckung geführt hat: Baron Teemon selbst
war schon im Vorfeld des Konfliktes von Ödländern entführt
worden, die sodann einen "Vertreter" an seine Stelle einsetzten, welcher
alsbald den Konflikt heraufbeschwor. Erst jetzt konnte dies aufgedeckt
werden, der wahre Teemon ist wohl, so er noch lebt, in den Ödlanden
zu vermuten.
Organisation
Auch die Organisation des Nexus Corenae wird, wie weltliche Strukturen,
von Heliosbriefen geregelt. Der höchste Heliosbrief des Arcanums liegt
wie ein jeder anderer bei seiner allerdurchlauchtigsten Majestät,
dem König. Dieser übertrug ihn in einer Zeit, als das Arcanum
noch jung war, dem Erzmagus, dem höchsten Mitglied des Arcanums. Die
Identität des Erzmagus blieb damals vor den Augen der Öffentlichkeit
verborgen und so verhält es sich noch bis heute. Es kann also nicht
gesagt werden ob und wie dieser Brief von einem Erzmagus zum nächsten
weitergereicht wird.
Gleich den Strukturen der hohen Ebenen sind die der niederen geformt
und so wurde für den Aufbau des übrigen Arcanums, wie auch des
Nexus selbst, eine ähnliche Form gewählt. Der Erzmagus vergibt
Heliosbriefe an die Obersten der Convente und diese wiederum an die Obersten
der einzelnen Orden innerhalb der Convente. In der Freiheit dieser Personen
steht es nun wiederum, wie sie den ihnen übertragenen Orden formen
wollen.
An der Spitze des Nexus Corenae steht einer der mächtigsten Magi
Heligonias: der Primus. Seine Macht beruht nicht nur auf seinem Wissen
und seinen arcanen Fähigkeiten, die er zweifelsohne besitzt, sondern
auch und vor allem auf seinem politischen Einfluß. Eine Geste von
ihm genügt, um nicht nur die magischen Ströme, sondern auch die
Ränke der weltlichen in Aufruhr zu versetzen. Seine hervorragenden
Beziehungen zum Königshaus sind nicht nur Gerücht oder Ausgeburt
der Phantasie. Nicht selten hört man, daß er sich am königlichen
Hof aufhalten soll, wenngleich er auch nur seltenst persönlich dort
gesehen wird. Wenn der unbedarfte Zuschauer doch einmal Zeuge des Besuchs
des Primus ist, dann wird er dieses Schauspiel wohl sein Leben lang nicht
vergessen. Der Primus selbst ist in reich mit arcanen Symbolen geschmückte
Gewänder gehüllt. Sein Gesicht ist nicht zu sehen, denn es ist
von einer Maske verhüllt, die aus Aurazith und kostbaren Steinen gearbeitet
ist. In den Händen trägt er einen langen Stab, an dessen Spitze
ebenfalls arcane Symbole prangen. Niemals jedoch ist der Primus allein
anzutreffen. Bei einem Besuch des Königshauses wird er von Dienern,
Lehrlingen und Wächtern begleitet, die ihn wie ein Schwarm von Geistern
umschwirren. Man munkelt, daß unter seiner Schar auch unsichtbare
Geister und übernatürliche Wesen sein sollen, die ihn auch im
Schlaf bewachen und ihn so nie ungeschützt lassen.
Weniger mysteriös und verhüllt, aber nicht viel weniger mächtig
ist der Secundus. Er ist die Vertrauensperson und die rechte Hand des Primus.
Seine Aufgabe ist es, den Willen des Primus weiterzugeben und dafür
zu sorgen, daß er ausgeführt wird. Auch er wird von einem immensen
Hofstaat umgeben und verfügt ebenfalls, so man Gerüchten glauben
darf, über unsichtbare Begleiter. Der Secundus verhüllt sein
Gesicht nicht, er dient vielmehr als Vermittler zwischen dem Primus und
Bittstellern, wie auch als Vertreter des Primus. Da seine Identität
bekannt ist, wird er auch am ehesten Ziel eines Angriffs werden können.
Dieser Effekt ist vom Nexus durchaus gewollt, manche sagen, daß der
Secundus noch strenger aber ungesehener bewacht wird, so daß ein
Angriff gegen die Oberen alles andere als eine Schwachstelle treffen wird:
den Secundus. Andere wiederum sagen, daß auch dieses nur ein Gerücht
sei, welches vom Nexus selbst in Umlauf gebracht worden ist. Eine andere
Bezeichnung des Secundus ist "Imago", was übersetzt soviel wie "Bild"
bedeutet. Dieser Name trägt der Natur des Secundus Rechnung, der das
"sichtbare", unverhüllte Bild des Primus ist, der diesen "symbolisch"
vertritt.
Direkt dem Primus und Secundus unterstehen die Oberen der Fakultäten
und Institutionen des Nexus Corenae. Diese werden besetzt durch die Träger
des Titels "Prior magnus". Je Fakultät oder Institution existiert
nur ein Prior magnus, dieser hat seinen Sitz für gewöhnlich im
Zirkel von Escandra, wogegen die Oberen anderer Zirkel den Titel "Prior"
tragen und dem jeweiligen Prior magnus unterstellt sind. Der Prior magnus
leitet eine Fakultät und regiert über alle Niederlassungen in
Heligonia dieser Ausrichtung. Alle Träger dieses Titels werden als
"Concilium magnum" zusammengefaßt und haben gegenüber dem Primus
und Secundus beratende Funktion und dienen diesen als Exekutive.
Auch in Escandra gibt es den Prior einer Fakultät, der ähnliche
Aufgaben wie ein Prior außerhalb der Hauptstadt innehat. Jene hohen
Ränge werden auch als "die hohe Domäne" bezeichnet, und deren
Versammlung als "Hoher Rat". Unterhalb des Priors finden sich die niedereren
Ränge, die von der Mehrzahl der Mitglieder bekleidet werden, die sogenannte
"niedere Domäne". Dieser Bereich wird angeführt von den Hochmagistern,
erfahrene und bewährte Mitglieder einer Fakultät, sodann folgen
die Magister, das Gros der sich nicht mehr in der Lehre befindlichen Magi,
sowie der Stand der Lehrlinge. Die Mitglieder der niederen Domäne
bis auf die Lehrlinge treten zu politischen und Verwaltungszwecken zum
"Niederen Rat" zusammen. Unter den Lehrlingen unterscheidet man weiterhin
die Novicen, die frisch aufgenommen wurden und sich nun in ihrem ersten
Jahr befinden, sowie die Neophyten, die das erste Jahr schon hinter sich
gebracht haben und sich nunmehr auch den mehr praktischen Seiten zuwenden.
Fakultäten
Der Nexus Corenae kennt verschiedene Fakultäten. Neben anderen kleineren
Gruppierungen sind dies die verschiedenen Seiten des Ordens, gleich denen
eines kostbaren Diamanten. Jede Seite erstrahlt in ihrem eigenen Glanz
und verfolgt eigene Ziele und Aufgaben, obgleich sie dennoch stets Teil
des Ganzen bleiben. Jede Fakultät wird von einem Prior Magnus angeführt,
der die Seinen wie ein Herzog regiert. In der Reinheit von Facetten sind
die Fakultäten nur in Escandra so voneinander getrennt, außerhalb
trifft man eher Zirkel, in denen verschiedene Fakultäten ihren Zielen
folgen. Diese werden dennoch von einem einzigen Prior geführt - Eines
ist Alles. Dies führt nicht selten zu Spannungen und zu Konflikten
in der Verantwortlichkeit der Mitglieder. Doch diese Gegensätzlichkeiten
zu vereinen, ist Aufgabe des Priors, denn die Erste Lehre sagt, daß
Gegensätze keine sind und vereint werden können und müssen,
um ein höheres Ziel zu erreichen. Einzelne Niederlassungen einzelner
Fakultäten existieren dennoch, meist zu einem bestimmten Zweck oder
Ziel, das diese Gruppierung verfolgt. So unterhalten die Sphaerologen mehrere
Zirkel, die sich der Erforschung der heligonischen Auren widmen.
Die Verhältnisse der Fakultäten untereinander sind sehr unterschiedlich
und wenig beständig. Nach außen hin tritt der Orden zwar geeint
auf, innerhalb wird er von den Konflikten einer alten Organisation erschüttert.
Schon oft kam es in der Vergangenheit vor, daß der Primus selbst
einschreiten mußte, um die Ordnung zu wahren oder wiederherzustellen.
Im Folgenden sollen die derzeitigen Zustände Erwähnung finden.
Die Fakultät der Analytiker
Echem: Was aber ist Verstehen?
Joryn: Es ist die Gleichsetzung eines Teils seiner Selbst mit der
Sache. Noch vielmehr ist es die Gleichsetzung der Sache mit einem Teil
seiner Selbst. Es ist Endpunkt im Sinne der Sechs, Identität mit dem
Ungleichen.
Echem: Gibt es ein unendliches Verstehen?
Joryn: Ja und Nein, Echem. Das unendliche Verstehen ist die Einheit
mit Allem. Es ist Identität mit der Unendlichkeit, denn Eines ist
Alles und Alles ist Eines. Doch siehe, der Unterschied ist gleich dem Ausmaß
des Verstehens, und es ist ewig. Begreifst du dies, Echem?
Echem: Ja, Herr, ich verstehe.
Joryn: Nein, du lügst. Aber du mußt lügen, denn
die Wahrheit ist unendlich. Sie ist inmitten von allem und dadurch unerreichbar.
Echem: Wie aber kann ich begreifen? Wie die Wahrheit ahnen?
Joryn: Du mußt das Begreifen verstehen und das Verstehen begreifen.
Siehe, diese sind geteilt in drei Elemente: Ordnung, Betrachtung, Erklärung.
Diese Elemente mußt du meistern und damit den Stoff der Wahrheit
untersuchen.
Echem: Was ist der Stoff der Wahrheit?
Joryn: Der Stoff der Wahrheit ist die Sechs, der Anfang des Endes
und das Ende des Anfangs, der Anfang des Anfangs und das Ende des Endes.
Denn Alles ist Eines und Eines ist Alles.
Joryn: Du mußt aber wissen, daß du nicht vollkommen
wissen kannst. Die Elemente sind unterhalb der Ewigkeit, ihnen entweicht
das Unendliche. Dies sind die Grenzen.
- Myardus
Stellung im Orden
Die Analytiker haben ihren Schwerpunkt darauf gelegt, komplexe Situationen
in ihren inneren Zusammenhängen zu verstehen. Dies erlaubt ab einer
gewissen Stufe, die Situationen zu verändern. Jedoch überlassen
die Analytiker dies meist anderen. Im Nexus haben sie eine zentral Stellung,
bestimmen sie doch maßgeblich die Haltungen und Vorgehensweisen des
Ordens. Kaum etwas wird bestimmt, ohne diese Fakultät um Rat gefragt
zu haben. Die Ausführung der erstellten Pläne liegt aber mehr
auf Seiten der anderen Fakultäten. Es gibt Gerüchte, daß
sie nicht nur den Orden beraten, sondern auch das Königshaus selbst.
Sei es in Fragen der Außenpolitik oder auch bei Vorgehensweisen innerhalb
des Landes, die Fakultät analysiert die Situation und gibt den Regierenden
Ratschläge. Es ist nicht ganz klar, inwieweit die Berater des Königs
Mitglied dieser Fakultät sind. Diese Unwissenheit auf Seiten dritter
beruht nicht zuletzt auf der Tradition der Heimlichkeit, die nicht unwesentlich
von dieser Fakultät gestärkt wurde, denn Heimlichkeit bedeutet
Macht.
Wendet man sich als Privatperson an die Analytiker, so bedarf es einer
immensen Überzeugungskraft und guter Gründe, damit die Fakultät
solchen Außenstehenden hilft. Geld und Kostbarkeiten sind dabei nur
selten unter diesen. Es soll aber hin und wieder auch vorkommen, daß
sie helfen, ohne etwas zu fordern oder sogar von sich aus Hilfe anbieten.
Es darf jedoch angenommen werden, daß dies aus nicht weniger guten
Gründen geschieht als die Hilfe, die sie dem Königshaus und dem
Orden leisten. Nicht immer mag dies schlussendlich im Sinne des Ratsuchenden
sein.
Philosophie
Alles ist begründet auf die Erste Lehre, davon aber ist das VI.
Prinzip das wichtigste: alles Tote und alles Lebende läßt sich
unterteilen in Ursachen und Wirkungen. Es gibt nichts, was spontan oder
zufällig wäre, alles ist Ausdruck des einen Gesetzes. So läßt
sich also alles beschreiben und analysieren, hat man nur das rechte Wissen.
Erscheint etwas unverständlich und zufällig, so ist dies kein
Widerspruch zu unserem Modell, sondern es zeigt uns, daß wir noch
nicht genügend verstehen, weitere Forschungen sind dann unerlässlich.
Demzufolge läßt sich jede Situation unterteilen in Ursachen
und Wirkungen. So kann man sie verstehen, vorhersagen und schließlich
manipulieren und bestimmen. Zu diesem Zweck hat die Fakultät der Analytiker
ein eigenes System an Symbolen und Diagrammen erstellt, das Analyticum,
mit dem sich Situationen in formalisierter Weise beschreiben lassen und
so schnell zeigen, wo die Wissenslücken sind und welches Verständnis
noch fehlt, um sie zu manipulieren. Im Zirkel von Escandra existieren in
den Gebäuden der Fakultät ganze Hallen, deren Wände übersäht
sind mit Diagrammen und Zeichnungen dieser Art.
Organisation
Die Organisation dieser Fakultät gliedert sich ähnlich, um
nicht zu sagen identisch, der des Gesamtordens. Ein Aufstieg in höhere
Ränge setzt ein tiefes Verständnis für die Welt und einen
scharfen Geist voraus. Um dies zu prüfen, gibt es Rätsel, sogenannte
Enigmen, komplexe Situationen, die in Büchern beschrieben oder sogar
in den Katakomben der Fakultät aufbewahrt und aufgebaut sind. Sie
sind den Mitgliedern der entsprechenden Stufe zugänglich und können
von diesen analysiert werden. Gelingt es einem Anwärter, ein solches
Enigma zu lösen, dann hat er sich damit qualifiziert, in einen höheren
Rang aufzusteigen. Dies bleibt jedoch schlussendlich eine politische Entscheidung.
Natürlich ist ein Mitglied dazu verpflichtet, die Lösungen geheim
zu halten.
Die Mitglieder
Die Mitglieder dieser Fakultät erscheinen auf eine seltsame Art
und Weise nicht als Gelehrte, sondern viel mehr als Philosophen, die die
Welt betrachten und versuchen, sie zu verstehen. Auch sie verbringen viel
Zeit mit dem Studium von Büchern, allerdings ist es ihr Anliegen,
die Welt durch Betrachtung und eigene Untersuchung zu verstehen, denn nur
so könnte man sie beeinflussen. Das Gewicht liegt auf "könnte",
denn es genügt ihnen in vielen Fällen, die Dinge zu verstehen
und das Manipulieren anderen zu überlassen oder das Wissen zu haben,
daß sie sie beeinflussen könnten, wenn sie nur wollten. In den
Dingen ihrer Umgebung sehen sie stets mehr als andere, und einfache Sachen
können sie stundenlang faszinieren. Alles ist Eines und Eines ist
Alles. Demnach kann alles alles andere beeinflussen und es ist damit notwendig,
so viel wie möglich zu erforschen und zu begreifen. Die Mitglieder
sind damit mehr mit ihren Forschungen als mit Politik beschäftigt,
nicht selten geraten sie dadurch zum Werkzeug und begreifen ihre eigene
Lage nicht, eine Situation voller Ironie. Viele Situationen sind äußerst
komplex, und so geschieht es, daß die Analytiker Stunden und Tage
über der Ergründung eines solchen Umstandes verbringen.
Neue Lehrlinge dieser Fakultät stammen meist von den Universitäten
und dort im Wesentlichen von den Fakultäten der Architekten oder Händler.
Anwärter auf eine Mitgliedschaft sollten eine Begabung für Mathematik
und Logik mitbringen, aber auch eine ausgeprägte Intuition kann hilfreich
sein. Schließlich muß man sich auch für (scheinbar) einfache
Dinge begeistern können.
Die Fakultät der Materialisten
"Die Ordnung der Welt beruht auf den göttlichen Harmonien und
Proportionen, die mit der Eins ihren Ursprung nehmen. Sie gilt überall
und auf jeder Ebene, in jedem Ding und jedem Menschen und jedem Tier. Auch
in den Dingen, die nicht sind, sind sie dennoch gegenwärtig. Willst
du sie begreifen, dann kenne die Zahlen 1, 4, 7 und 12, denn sie sind die
Essenz der Harmonie. Missachte aber auch die anderen Verhältnisse
und Gesetze nicht, die ich im Kanon der Proportionen niedergelegt habe,
denn dies bedeutet Verstehen des Ewigen und auch Macht, das unter dem Ewigen
zu dominieren und zu manipulieren. Lerne die Stadt der Mitte zu erbauen,
nimm dir dort deine Wohnstatt und friste so dein Leben."
- "Interpretationen", Pseudo-Echem
Stellung im Orden
Ihre Hauptaugenmerk, die Manifestationen der materiellen Ebene, macht
diese Fakultät für viele Magi außerhalb des Nexus interessant
und auch so mancher Lehrling wünscht sich während seiner Ausbildung
an einer anderen Fakultät, sich doch lieber für eine Karriere
als Materialist entschieden zu haben. Es wirkt auf Außenstehende
einfach faszinierender, wenn man mit seiner Magie alltägliche Umstände
und Dinge manipulieren kann, als in Sphären zu operieren, von denen
ein Unbeteiligter noch nie auch nur das Kleinste gehört hat. Auch
entspricht das Bild des Materialisten auch viel eher den gloriosen Zauberern
der Legenden, die mit Feuer und Schwert die erzbösen Dämonen
dieser Weltschale vernichten. Innerhalb des Nexus Corenae jedoch gilt genau
das Gegenteil: ein Mitglied dieser Fakultät zu sein, gilt als politisch
gesehen eher ungünstig, obwohl dies sicherlich nur ein ungeschriebenes
Gesetz ist. Solche, verglichen mit den anderen Fakultäten, eher "handfeste"
Magie ist weit unterhalb der Würde eines Magus, der doch von Dingen
weiß, von deren Existenz normale Sterbliche nicht einmal träumen.
Objekte demnach zu verändern, ist zu profan und zu weltlich im Nutzen,
als daß diese arcane Spielart als "ernste" Magie gewertet werden
könnte. Dennoch ist diese Fakultät die größte des
Ordens und kann sich auch keinesfalls über einen Rückgang der
Lehrlingszahlen beklagen, in der Tat sind sie die höchsten ihres Ordens.
Jedoch aber gelten die Materialisten auch als die härtesten Prüfer,
denn den Adepten ist jedes Mittel recht, Träumer und "Legendeneiferer"
zu vergraulen und nicht bis zur Magisterwürde vorankommen zu lassen.
Es ist ein stetiger Kampf um ihren Ruf, manchmal hat man sogar den Eindruck,
daß es ihnen nur um diesen geht und nicht um ein höheres politisches
oder arcanes Ziel.
Philosophie
Die Materialisten beschäftigen sich mit der Struktur von Materialien,
Objekten und - eher selten - von Lebewesen. Jedoch analysieren sie diese
nicht nur, sondern verändern und erschaffen sie auch. Liegt die Betonung
bei den Analytikern auf dem Verstehen, so wendet diese Fakultät sich
besonders dem Gebrauch und der Anwendung zu. Philosophische Basis ist das
Buch "Interpretationen des Myardus" von Pseudo-Echem, ein Werk, das versucht,
die Texte des Myardus zu deuten und eigene Aussagen zu treffen. Der Autor
nennt sich selbst "Echem" in Anlehnung an den Original-Myardus, jedoch
darf bezweifelt werden, daß es sich hierbei um eben diesen handelt.
Vermutlich zeichnet sich eine andere Person, vielleicht sogar mehrere an
der Zahl, verantwortlich, die ihrem Werk durch den Namen "Echem" mehr Bedeutung
sichern wollte. Wenn es so war, dann ist dieses Vorhaben gelungen, zumindest
für Teile des Buches. Für diese Fakultät ist insbesondere
der "Kanon der Proportionen" und der Text über "die Stadt der Mitte"
von besonderer Bedeutung und Symbolik. Beide Texte beschäftigen sich
mit geometrischen und mathematischen Proportionen und Strukturen, die,
so Pseudo-Echem, auf alle Dinge "dieser weltlich Schalen" anwendbar sind
und die perfekten, göttlichen Harmonien schildern. Ein jeder naturgeschaffene
Gegenstand, ein jedes Wesen und jedes andere Ding sei nach dieser Ästhetik
geschaffen. Die Materialisten nutzen dieses Wissen nun, um Strukturen ihrer
Experimente und Zauber zu verstehen und zu formen. So entsteht ein stabiles
Etwas mit Eigenschaften gemäß der Zahlen.
Wie der geneigte Leser feststellen mag, handelt es sich bei der arcan-philosophischen
Basis der Materialisten keineswegs um ein profanes System, das einen Bauern
in einen legendären Magus zu verwandeln vermag. Tatsächlich ist
es allein ihr Ruf, der ihnen Unrecht tut.
Organisation
Auch diese Fakultät wird sehr stark von ihren hohen Rängen
dominiert, jedoch ist es schwieriger, aufzusteigen. Die Struktur richtet
sich nach den Prinzipien der "Stadt der Mitte", die von den Obersten ausgelegt
wird und so die Position des Einzelnen in der Gesamtorganisation vorschreibt.
Die hohe und auch die niedere Domäne ist so konstruiert, daß
sie diesem Diagramm entspricht. Dies führt dazu, daß die Fakultät
außer so manchem Blickwinkel so erscheint, als werde sie von allen
Magi gemeinsam regiert und vermittelt so ein besonders ehrliches Gemeinschaftsgefühl,
doch dies täuscht. In Wirklichkeit legt die "Stadt der Mitte" enge
Fesseln um die Fakultät und die politischen Möglichkeiten in
ihr. Nur wenn man ganz bestimmte Eigenschaften besitzt, die je nach Position
anders sind, kommt man überhaupt für einen Posten in Frage. Diese
allem unterliegende Struktur und deren Interpretation ist allerdings nur
den Obersten zugänglich, denn "nur ein Vogel, der über den Dingen
schwebt, mag den Plan der Welt überblicken". Als niederes Mitglied
ist man daher geradezu darauf angewiesen, daß einen das Schicksal
schon in die richtige Position bringt, um in der Fakultät voranzukommen.
Die Mitglieder
Wie schon erwähnt, hat diese Fakultät die höchste Zahl
an neuen Lehrlingen im Jahr. Jedoch ist die Zahl der Magister und der höheren
Ränge verhältnismäßig klein. Dies liegt an den harten
Prüfungen und der inhärenten Struktur der "Stadt der Mitte",
welche die Essenz der Materialisten darzustellen scheint. Mit der "Schicksalshaftigkeit"
der Fakultät wissen die Mitglieder in verschiedenster Weise umzugehen:
manche fügen sich und resignieren, in der Annahme, daß das,
was passieren soll, es schon auch tun wird zur rechten Zeit. Andere probieren
fast systematisch alles durch, nur um vielleicht zufällig das richtige
zu finden, was sie zum Aufstieg befähigt. Viele der letzteren Art
sind flatterhaft und halten nicht lange bei ihren derzeitigen Vorhaben
aus. Vielleicht disqualifiziert sie ja gerade das von einer brillanten
Karriere.
Auf der anderen Seite wiederum ist es ein fast sicheres Zeichen für
die Bestimmung, einmal ein hohes Mitglied zu werden, wenn die Fakultät
einen Lehrling aussucht und zu sich holt. Dann nämlich scheint man
in die Struktur in der rechten Proportion zu passen. Solche Personen entstammen
meist der Kunst, der Geologie und der Alchemie, aber auch Musiker und Mathematiker
sind zu finden. Eher selten, aber dennoch vorkommend unter diesen Erwählten,
sind auch Handwerker und deren Kinder.
Die Fakultät der Sphaerologen
"Joryn: Nichts ist, das losgelöst von allem anderen existiert.
Alles ist Eines und Eines ist Alles. Daher ist einem jeden Ding zum Teil
ein anderes. Auch die unsichtbaren sind derart.
Echem: Wie aber kann ich das Unsichtbare sehen?
Joryn: Es sind die Taten, nach denen ein Mensch beurteilt wird.
Und auch hier sind es die Taten. Siehe die Wellen, die miteinander tanzen,
siehe, wie sie am Ufer zergehen. So solltest du es sehen.
Echem: In der Tat urteilt der Weise über die Taten, doch muß
er nicht auch den Täter erkennen? Ist nicht er von Bedeutung?
Joryn: Ja, das ist er. Denn ohne ihn sind die Taten nicht. Er ist
der Same des Baumes, ohne ihn kein Baum, doch der Baum erschafft neue Früchte
und damit neue Samen. So ist es hier, so ist es in der Unendlichkeit in
beiderlei Richtung."
- Myardus
Stellung im Orden
Die Sphaerologen sind durch ihre Philosophie das bindende Glied zwischen
Materialisten und Analytikern. So wie die Auren der Dinge dieser Welt in
das Sein der Weltenschale hineingeworfen werden, so vermitteln sie zwischen
den beiden anderen Fakultäten, denn sie wissen, daß auch das
Materielle nur ein Spiegelbild des Kosmos ist, und daher ebenfalls seine
Gültigkeit neben der geistigen Kunst inne hat. Wie oben so unten und
wie unten so oben.
Ob ihrer speziellen Projekte, wie die Kartographierung der arcanen
Auren Heligonias, kommt diese Fakultät eher in Kontakt mit der weltlichen
Seite. Oftmals ist es nötig, mit Adligen zu verhandeln, wenn es darum
geht, ein bestimmtes Waldstück oder ein besonderes Gebiet einer Baronie
zu untersuchen und dort mehrere Monate zu verbringen, und das zudem mit
seltsam obskuren Machenschaften, nur um eine dortige Aura zu untersuchen.
Durch diese Erfahrung haben sich die Sphaerologen die Stellung von Vermittlern
und Botschaftern verdient, so daß, wenn es notwendig sein sollte,
einen Gesandten auf einen Gelehrtenkonvent oder einen Adelstag zu schicken,
diese Fakultät die Pflicht übernimmt. In ihrer Ausbildung studieren
die Lehrlinge nicht nur arcane und mystische Sphären, sondern auch
durchaus weltliche, denn diese sind nur im Grade unterschiedlich. Sie setzten
diese Erfahrung natürlich in ihren eigenen Kontext, gewinnen so aber
Fertigkeiten, die im Umgang mit Menschen durchaus nützlich sein können.
Sie bestimmen die Pläne des Ordens zwar nicht gerade - wenn dies jemand
tut, dann sind es die Analytiker - aber sie nehmen doch einen nicht unerheblichen
Einfluß.
Philosophie
Ein jedes Ding, Lebewesen und arcane Struktur hat Ursachen, die in
Wechselwirkung mit der Umgebung treten und dort ihre Wirkungen entfalten.
Die Sache entwickelt einen Mantel aus Wirkungen, eine Corona der Kräfte,
etwas, das diese Fakultät einen "Aura" nennt. Nun bestehen Dinge an
sich aus ähnlichen Ursachen und Wirkungen, beschrieben durch das VI.
Prinzip der Ersten Lehre. Dies ist ihr Äther, ihre Urmasse, die sie
ausmachen. Ebenso verhalten sich nun die Kräfte in den Auren, was
darin resultiert, daß sie eine eigene Identität bilden, das
heißt der Mantel des Dinges wird zu einem eigenen Ding, mit wiederum
eigener Aura, deren Stärke aber als geringer einzustufen ist. Einer
Spirale gleich, windet sich dieser Vorgang bis in die Unendlichkeit, die
nur in der Ewigkeit erreicht wird. Gleiches gilt aber auch in umgekehrter
Richtung. Durch die Analyse einer Aura ist es möglich, das Erzeugende
eben dieser zu finden und beschreiben zu können. Das erzeugende Ding
kann wiederum als eine Aura einer anderen Sache gesehen werden und so fort.
Auch in dieser Richtung ist das erste nur in der Ewigkeit zu finden.
Organisation
Auch diese Fakultät richtet sich in ihrer Organisation nach der
Struktur des Ordens an sich. Die hohe Domäne wird als die Aura des
Kernes an obersten Magi gesehen, die an der Spitze der Fakultät stehen.
Gleich ihrer Philosophie ist diese Spitze in Verborgenheit gekleidet, ebenso
wie das Erste, das sich in der Mitte aller Auren des Kosmos befinden soll.
Die hohe Domäne steht demnach unter der Kontrolle dieser Mitte, verfügt
jedoch durchaus über eigene Freiheiten, zumindest nehmen die Mitglieder
dies an. Ein Aufstieg in der Hierarchie der Sphaerologen beruht stark auf
der Beobachtung dieser aurengleichen Strukturen innerhalb der Fakultät
und auf der Erkennung des einen Dinges, das die Auren wirft, in diesem
Falle also der entsprechend mächtigen Personen.
Die Mitglieder
In dieser Fakultät legen die Obersten, die die neuen Lehrlinge
auswählen, sehr viel Wert auf die Familie, aus der die Anwärter
stammen. Dies wurzelt in einer Auslegung ihrer Wissenschaft, die besagt,
daß Kinder die Auren ihrer Eltern seien. Dieses Bild impliziert,
daß die Fähigkeiten der Kinder sich von denen der Eltern ableiten.
Es ist allerdings auch anerkannt, daß die Rolle von Eltern auch von
anderen Personen, wie Lehrern, Priestern oder auch Magiern, eingenommen
werden kann. Auf diese Weise wird die Aura, also das Kind, beeinflußt.
Gerade in dieser Fakultät gibt es daher recht viele Familien, die
schon über Generationen hinweg Mitglieder der Fakultät stellen.
Andere Fakultäten und Institutionen
Die Fakultät der Sternkunde
Diese Fakultät wurde erst vor kurzer Zeit auf Antrag von Rasmus
Adastrasus, Magus am Hof von Baron Krator von Rebenhain, in Escandra gegründet.
Aufgabe und Ziel ist die Ergründung sowohl der Geometrie der Sterne,
als auch deren symbolischer Bedeutung entsprechend der Prinzipien der Ersten
Lehre. Zur Zeit befindet sich die Fakultät noch im Aufbau, da Magister
Adastrasus zur Zeit in die Gründung einer Universität in Tlamana
involviert ist. Dennoch darf der geneigte Leser nicht der Meinung verfallen,
daß dieses Gebiet und damit auch die Fakultät der Bedeutungslosigkeit
versprochen ist. Gerade die Sterne haben große Bedeutung in der weltlichen,
wie arcanen Wissenschaft. Es sei nur die Navigation auf weltlicher Seite
und die Kunst der Divination und die Macht der Sterne als Einflüsse
auf das magische Wirken genannt. Erst im Laufe der Zeit, wird dieser Stein
seine Qualität als Schmuck des Ordens zeigen.
Die Sucher
Das Aufgabengebiet der Sucher besteht im wesentlichen aus der Suche
nach neuen Talenten, die im Nexus zu Magistern ausgebildet werden können.
Ihre Reihen bestehen aus Mitgliedern aller Fakultäten, was versichern
soll, daß jeder Begabte der geeigneten Gruppierung zugeführt
werden kann. Dieses Prinzip ist sicherlich löblich, jedoch bietet
es nur allzu oft Anlaß für politische Auseinandersetzungen,
wenn es darum geht, ein besonderes Talent für sich zu beanspruchen,
oder einen unbeliebten Lehrling nicht annehmen zu müssen.
Keineswegs darf ein Bild der Sucher entstehen, das sie als gutmütige
Fürsorger darstellt, die talentierten jungen Menschen zu einer ruhmreichen
Karriere verhelfen. Tatsächlich ist dies sogar ein eher kleineres
Teilgebiet ihrer Pflichten. Nicht jeder potentiell Magiebegabte hat auch
die nötigen Qualitäten, es einmal zu einem Magus zu bringen.
In vielen ist die Kraft zu schwach. Gerade solche Menschen sind schwer
zu entdecken, können aber eine große Gefahr darstellen, da sie
durch ihre unkontrollierte Magie das Unsichtbare herausfordern könnten.
Es ist nun die Pflicht der Sucher, solche Gefahrenquellen zu finden und
sie zu beseitigen, indem sie diese zum Orden bringen, wo sie eventuell
doch ausgebildet werden können oder aber zu "Stillen" gemacht werden.
Bei dieser Pflicht haben die Begabten keine Wahl, auch wenn sie sich sträuben
haben die Sucher die Verpflichtung und auch die Mittel, sich um das Problem
in angemessener Form zu kümmern. Ein jeder Magus kennt das Maß
der Angemessenheit, wenn es um das Unsichtbare geht.
Eine weitere Aufgabe ist das Überbringen von Nachrichten. Ganz
Heligonia wird von den Suchern abgedeckt. In Windeseile werden Botschaften
überbracht, die teilweise von höchster Bedeutung für politische
wie arcane Angelegenheiten sein können. Dieser Dienst ist einer der
angesehensten, denn Wissen ist Macht und Nachrichten sollen von aurazithener
Farbe sein.
Die Ritterschaft
Auf den ersten Blick scheint diese Institution des Nexus den Begriff
des Rittertums ad absurdum zu führen, denn die arcanen Künste
und die des Schwertes stehen sich gegenüber wie Tag und Nacht. Doch
sich zu verteidigen und seine Ziele im geeigneten Augenblick mit Waffengewalt
zu verteidigen oder auch durchzusetzen, ist nicht nur ein Anliegen des
Adels, sondern auch des Arcanums. Es handelt sich bei diesen Bewaffneten
jedoch nicht nur um Gardisten oder gar Söldner, sondern um Streiter,
die dem Codex des Nexus Corenae verpflichtet sind. Sie sind dem Orden absolut
loyal und sehen den Nexus als ihre Familie an, denn gleichwie die Lehrlinge
der arcanen Wissenschaften, verbringen auch die jungen Pagen ihre Kindheit
schon beim Orden mit der entsprechenden Ausbildung. Solche Anwärter
werden ebenfalls von den Suchern rekrutiert oder aber entstammen den Reihen
der Lehrlinge, die jedoch wegen mangelnder Begabung zu "Stillen" gemacht
wurden. Letztere sind jedoch aufgrund der hohen körperlichen Anforderungen
nur gering an der Zahl. Hin und wieder unterbreiten die Sucher oder die
Ritterschaft selbst einem weltlichen Krieger das Angebot, der Ritterschaft
des Nexus beizutreten. Dies kann ihm sodann eine vielversprechende Karriere
bieten, die ihn aber mit Dingen in Kontakt bringen wird, von denen er noch
nie gehört hat.
Zur Ausbildung der Ritter gehört neben dem Kampf und den Grundlagen
der klassischen Wissenschaften auch das Gebiet der arcanen Künste,
allerdings natürlich nur die theoretische Seite, denn wenn eine Person
genügend Talent zeigt, dann erfährt sie eine Ausbildung zum Magus,
und nicht zu einem Ritter, denn dies würde als Verschwendung gewertet,
zumal diese Teilung der Interessen nur zu Unvollkommenheit auf beiderlei
Seiten führen würde. Gerüchte um Feuerball-schleudernde
Krieger im Plattenpanzer müssen mit Bestimmtheit ins Reich der Märchen
verbannt werden, auch wenn manche der Ritter arcane Hilfe empfangen, wenn
dies ihr Auftrag erfordert.
Weitere Legenden ranken sich um das eigentliche Auftragsgebiet der
Ritter. Der Schutz der Magi sowohl in den Niederlassungen, als auch auf
Expeditionen und anderen Reisen, bilden sicherlich den Hauptteil. Auch
Aufgaben diplomatischer Natur, wenn diese nicht den Kern des Nexus betreffen,
werden von der Ritterschaft wahrgenommen. Böse Zungen behaupten, daß
sie die Interessen des Nexus auch mit Gewalt durchsetzen, wenn es verlangt
wird. Dazu ist zu sagen, daß die Ritter zumindest die notwendige
Loyalität besitzen, die erforderlich wäre. Vermutlich kümmern
sie sich tatsächlich um Probleme, die den Orden betreffen und lösen
diese, denn in ihrem Codex steht die Ehre nach der Loyalität.
Nach außen, unbeteiligten gegenüber, wirken die Ritter oft
geheimnisvoll, wenn nicht sogar unheimlich, denn sie haben einen Schwur
der Verschwiegenheit den Orden betreffend geleistet. Nur wenige Mitglieder
der weltlichen Seiten wissen von ihrer Existenz, doch so ist es auch mit
vielen Teilen des Arcanums.
Die Geister
Noch ein wenig obskurer ist diese Institution, wenn man die Geister
so nennen will. Es handelt sich hier eigentlich nur um eine Sammlung von
Gerüchten, die nur durch ihre Zahl und ihr gemeinsames Thema die Existenz
nahelegen. Es heißt, wenn es innerhalb des Ordens zu gravierenden
Problemen kommt, oder wenn außerhalb etwas geschieht, das die Stratageme
des Nexus stark gefährdet, dann kümmern sich die Geister um diese
Angelegenheit. Ihr Name rührt daher, daß niemand nachweisen
kann, daß sie existieren, und außerdem daher, daß sie
ihr Werk ungesehen verrichten, mit Mitteln, deren Natur oftmals rätselhaft
ist. Der innerhalb des Nexus bekannteste Geist ist eine Gestalt namens
"Gwon", so bezeichnen ihn zumindest Gerüchte. Er soll die Seelen der
Feinde des Nexus, innere wie äußere, ins Jenseits tragen, gleich
dem Göttervogel der Ogeden. Vermutlich aber ist er und wohl auch die
Geister nur eine Erfindung phantasierender Lehrlinge, die eine Nacht zu
lange in den Studierzimmern zugebracht haben.
Der akademische Zirkel
Die Universität von Escandra ist zwar eigenständig, kooperiert
aber häufig und gerne mit dem Orden. Als Tempel des Wissens und des
Lernens, stellt die Hochschule einen wahren Quell an neuen jungen Gelehrten
und Talenten dar, so daß der Orden sie nicht unbeachtet und unbetreut
lassen will. Zu diesem Zweck existiert nun der akademische Zirkel. Innerhalb
der Universität gilt der Zirkel als die zwölfte Fakultät,
oder auch als die Fakultät der "hohen geheimen Kunst". Ausgewählten
Studenten gewährt der Zirkel eine Einführung in die arcane Wissenschaft
und damit vor allem in den Nexus - und nur diesem Orden. Zunächst
erfolgt die Lehre durch eigene Magister, die aber selbst Mitglied des Nexus
sind. Sodann werden sie als Lehrlinge in den Orden übernommen, besuchen
aber zur Tarnung noch weiter die Universität. Manche von ihnen behalten
ihren Lehrmeister, der sie ausgesucht hat, für den ganzen Weg der
Ausbildung.
Projekte
Die Projekte unterscheiden sich von den Fakultäten insofern, daß
sie keine festen Einrichtungen des Ordens, sondern von begrenzter Dauer
und oftmals als Kooperation der Fakultäten gedacht sind. So zumindest
steht es in den Statuten des Nexus. Tatsächlich haben es manche Projekte
inzwischen zu einem stattlichen Alter gebracht und sind zu Dauereinrichtungen
geworden, die wohl auch in nächster Zeit fortgeführt werden.
Auch die Absicht, Kooperationen zu erreichen, ist nur bedingt umgesetzt
worden. Tatsächlich beteiligen sich oft mehrere Institutionen, dann
aber meist unter der Kontrolle einer der Fakultäten. Nicht selten
nehmen Lehrlinge am Ende ihrer Ausbildung an einem Projekt teil, wo sie
dann auch ihr Traktat verfassen. Im Folgenden nun eine kurzer Auswahl:
Das Projekt "Aurakartographie"
Es handelt sich hier hauptsächlich um ein Projekt der Sphaerologen,
die schon seit Jahrzehnten damit beschäftigt sind, ihre großes
Ziel zu erreichen: die Kartographierung aller bedeutenden Auren Heligonias.
Nun mag es dem geneigten Leser nur als Frage der Zeit erscheinen, daß
dieses Projekt abgeschlossen wird. Jedoch verändern sich die Auren
stetig und nur wenige tun dies nach Regeln und festen Gesetzen. Dieses
Faktum, wie auch die Schwierigkeit der Analyse an sich wird wohl jedem
Magiekundler bekannt sein. Das Projekt beschäftigt eine große,
im Vergleich mit anderen Vorhaben, geradezu riesige Anzahl an Magi und
auch an weltlichen Helfern, lassen sich die Analysen doch nicht im heimischen
Labor durchführen. Vielmehr sind aufwendige Reisen und Verhandlungen
mit den entsprechenden Lehensherren der interessanten Gebiete nötig,
noch bevor auch nur die kleinste arcane Strahlung untersucht werden kann.
Dieser Aufwand hat dem Projekt einen Ruf beschert, der jeden Schlimmstes
ahnen läßt, der ihm zugeteilt wird. Bei denen, die es nicht
besser wissen, bedeutet hierher versetzt zu werden, eine Strafe abbüßen
zu müssen. Und bei manchen, die es besser wissen, verhält es
sich ebenso.
Projekt "Daimon"
Diese Gruppe erforscht die Sphären der Dämonen, ihre Bewohner,
sowie die zweifelhafte Kunst, sie zu beschwören. Zwar bewegt sich
dieses Projekt an der Grenze zur Illegalität, jedoch erachtet der
Nexus es als wichtig, auch diesen Bereich der arcanen Kunst zu verstehen,
um auf Bedrohungen dieser Art richtig reagieren zu können. Böse
Zungen behaupten, daß der Orden die Dämonologie auch zu Macht-
und Gebrauchszwecken erforscht, um die Wesenheiten in ihren Plänen
zu nutzen. Dies jedoch muß entschieden zurückgewiesen werden,
stellen Akte dieser Kunst doch erhebliche Faktoren der Gefahr durch das
Unsichtbare dar.
Projekt "Praestigiae"
Praestigiae erforscht die Gegebenheiten, die das Ameryll und die Phiarae
betreffen. Vieles hat sich in jüngster Vergangenheit zugetragen, was
nach Meinung des Nexus einer Erforschung und Überprüfung bedarf.
Um dies besser koordinieren zu können und um die verschiedenen Ressourcen
der Fakultäten und Institutionen zu nutzen, wurde das Projekt "Praestigiae"
erschaffen. Man munkelt, daß es dieser Gruppe zu verdanken sei, daß
der Handel mit dem Ameryll verboten wurde, auf Anregung gewisser heligonischer
Adliger.
Projekt "Echem"
Aufgabe dieses Projektes ist es, neue Verfahren zu entwickeln, wie
das Anliegen der Heimlichkeit umgesetzt werden kann. Zu diesen Entwicklungen
gehören Geheimschriften und kryptographische Systeme, wie auch Taktiken
und Werkzeuge, die Botschaften verschlüsseln und Absichten verschleiern
können. Geführt wird dieses Projekt hauptsächlich von den
Mitgliedern der Analytiker-Fakultät.
Projekt "Sententia" und Projekt "Silentium"
Nichts soll an dieser Stelle gesagt werden.

Werdegang eines Nexusmagiers
Finden von Begabten
Der Nexus verfügt über die sogenannten Sucher, einer Gruppe
von Magiern, die durch Heligonia ziehen und nach möglichen Anwärtern
für eine Mitgliedschaft suchen. Sie verfügen über Kontaktleute
in den bedeutendsten Universitäten, die sie wissen lassen, wenn sie
einen vielversprechenden Kandidaten gefunden haben. Ein solcher Kandidat
wird nur selten gefragt, ob er eine Mitgliedschaft anstrebt, wenn er nicht
schon eine Ausbildung zum Magus durchschritten hat. Letztere werden geprüft
und bei ausreichender Qualifikation wird ihnen eine Mitgliedschaft angeboten.
Bei talentierten Kindern verläuft die Aufnahme in den Nexus Corenae
anders. Solche Kandidaten sind in einem Alter zwischen 8 und 10 Jahren.
Auch die Eltern werden nur selten darüber aufgeklärt, was mit
ihrem Kind geschehen wird. Oftmals wird ihnen vorgegaukelt, daß das
Kind von einem Adligen dazu bestimmt wurde, eine spezielle Stellung einzunehmen,
und nun darauf vorbereitet werden muß. Hin und wieder soll es auch
vorkommen, daß das Kind einfach entführt wird, wenn die Eltern
sich gegen die Sucher wehren.
Das erste Jahr
In einem Zirkel des Nexus angekommen, erwartet das Kind eine Ausbildung,
die sich zunächst um die weltlichen Fertigkeiten kümmert. Erst
muß ein ausreichendes Wissen über Schrift, Mathematik und die
klassischen Wissenschaften erworben werden. Bei Kandidaten, die von einer
Universität kommen geschieht dies für gewöhnlich im ersten
Jahr, jedoch kann diese Zeit bei jungen Kindern auch ein Jahr überschreiten,
man spricht im Nexus dann aber immer noch vom "ersten Jahr". Lehrlinge
in diesem Stadium der Ausbildung werden "Novicen" genannt.
Das Urteil
Diese Zeit dient auch der weitergehenden Beurteilung des Bewerbers
und entscheidet darüber, ob die Ausbildung über das erste Jahr
hinausreicht. Selbst wenn diese Entscheidung negativ ausfällt, wird
sichergestellt, daß die latenten arcanen Kräfte ruhig gestellt
werden. Dies geschieht in einem magischen Ritual, welches das Kind zu einem
sogenannten "Stillen" macht, d.h. zu einem Menschen, dessen latente magische
Kräfte durch arcanen Zwang unterdrückt werden. Am Ende des ersten
Jahres treten die Lehrer zusammen und beraten über die Zukunft des
Kindes. In diesem Gespräch wird auch über die Zugehörigkeit
zu einer Fakultät entschieden. Nicht selten steht dies inoffiziell
aber schon vor der ersten Lehrstunde fest, manchmal lange bevor das Kind
sein Elternhaus überhaupt verlassen hat.
Die praktische Ausbildung
Es folgen die ersten praktischen Unterweisungen, die dem nun "Neophyten"
genannten Lehrling die Anwendung der arcanen Talente ermöglicht. Dieser
Teil der Ausbildung wird durch einen einzigen Magus übernommen, der
aber mehrere Neophyten haben kann. Die Lehre wird an der Fakultät
des Lehrmeisters durchgeführt, der mindestens den Rang eines Magisters
bekleiden muß. Wenn der Lehrmeister durch die Lande zieht, weil seine
Forschungen oder ein Auftrag dies erfordern, dann kann der Neophyt den
Magus auch begleiten. Findet sich für einen Neophyten kein Lehrmeister,
dann beschließt der niedere Rat, wer die Lehre übernehmen muß.
Dieser Teil der Ausbildung nimmt einiges an Zeit in Anspruch, wobei sieben
bis zehn Jahre gebräuchlich sind. Der Grund ist die Mannigfaltigkeit
und Vielzahl der Lehrlingsränge, die alle durchschritten werden müssen,
um schließlich den Status eines Magisters zu erhalten. Diese Ränge
oder besser Abschnitte sind nach den sieben Planeten benannt. Ein jeder
Abschnitt beschäftigt sich mit anderen Lehrinhalten, die jedoch aufeinander
aufbauen. Der Ablauf der praktischen Ausbildung und die Abfolge der einzelnen
Stadien ist streng reglementiert und folgt der weiter unten beschriebenen
Reihenfolge. Ein einzelner Abschnitt benötigt etwa ein Jahr an Lehre,
möglicherweise auch länger. Der Lehrling beschließt, wann
seine Fertigkeiten ausreichend sind, die Prüfung zu versuchen. Ist
er dieser Meinung, dann tritt er an seinen Meister heran und bittet um
diese Chance zum Beweis seiner Fähigkeiten. Dies ist der Idealfall,
tatsächlich jedoch hat ein Lehrmeister gewisse Vorstellungen der Zeitpunkte
von Prüfungen, und man wird sich schwer tun, diesen Meinungen zu widersprechen.
Es liegt außerdem am Lehrmeister, wie viele Versuche er zuläßt,
bis er den Lehrling aufgibt. Dann muß dieser innerhalb eines Jahres
einen neuen Meister finden. Gelingt ihm dies nicht, so wird er zu einem
"Stillen" gemacht und fristet sein Leben, ohne seine arcanen Fertigkeiten
nutzen zu können. Man könnte nun annehmen, daß solche versucht
sind, den illegalen Orden zuzusprechen und ihre Karriere dort weiterzuführen.
Interessanterweise gibt es dafür jedoch kaum ein Beispiel. Nach Durchlaufen
aller sieben Abschnitte steht die letzte große Prüfung an: der
Dialog.
Die Phasen der praktischen Ausbildung
Die Ausbildung des Lehrlings stellt zunächst die Eigenschaften
und den Wissensstand fest, um diesen dann zu perfektionieren und auf ein
Niveau zu bringen, auf dem die Wirkung von Magie mit der notwendigen Zuverlässigkeit
möglich ist. Die Auslegung der Planeten erfolgt von Eingeweihten ein
wenig anders, als dies bei Sterndeutern ansonsten der Fall ist. Dies wird
vom Orden so begründet, daß die Ursache in einem anderen Blickwinkel
auf die Planeten liegt. Ähnlich geheimnisvoll sind die Phasen der
Ausbildung, die mit ihnen assoziiert werden.
|
I. Harun
Im Zeichen des Harun bereitet sich der Lehrling auf seine lange Ausbildung
vor. Er versucht zunächst ein Bild von sich selbst zu gewinnen, so
wie er sich sieht. Dies schließt eine Summierung seines bisherigen
Lebens und seiner derzeitigen Einstellungen und Wünsche mit ein. |
|
II. Inir
Unter Inir beginnt der Lehrling seine Reinigung, denn zunächst
muß er falsche Vorstellungen verlieren und sich von hinderlichen
Eigenschaften befreien. Diese werden im zweiten Jahr richtiggehend vernichtet,
um eine Grundlage für den Neuaufbau zu schaffen. Es ist die Phase
der Niedergeschlagenheit, der Traurigkeit und der Depression, welche die
Lehrlinge durchstehen müssen. Vielen fällt es schwer, die Vergangenheit
loszulassen, obwohl so mancher nur wenige Jahre an Lebenszeit zählen
kann. |
|
III. Serhan
Serhan bezeichnet die dunkelste Phase der Ausbildung, denn alles, was
der Lehrling einmal als wahr angesehen hat, wurde ihm genommen und große
Stellen der Leere sind zurückgeblieben. Es ist nicht einfach, diese
Phase zu überwinden oder sie auch nur zu ertragen. Jedoch ist sie
auch der Wendepunkt der Ausbildung. Wer ihn passiert und alles bisherige
überstanden hat, sieht von da an den Aufstieg zum Magister vor sich. |
|
IV. Terfial
Dies ist der Beginn der eigentlichen Ausbildung. Vorher dienten die
Maßnahmen nur der Tilgung und Berichtigung falscher Annahmen und
Meinungen. Nun aber erfährt der Lehrling erste Einblicke in die arcanen
Geheimnisse. Er erlernt grundlegende Prinzipien, die ihm nützlich
sein werden, wenn sein Geist der Wahrheit der Ersten Lehre begegnet. |
|
V. Saarka
Saarka ist die Göttin des Frostes, aber auch des Mondes. Die übelsten
Momente der Ausbildung sind nun endgültig überstanden. In dieser
Phase erhält der Lehrling einen Ausblick auf das, was er war, was
er nun ist und was er eines Tages sein wird. Er sammelt seine Kräfte,
um die letzten beiden Stufen zu erklimmen. |
|
VI. Jholin
Der Lehrling erfährt Einblick in die inneren Zusammenhänge
der Ersten Lehre, auch wenn diese noch schwer verständlich sind. Er
erlangt Kräfte, die ihm immer mehr die Beeinflussung der arcanen Ströme
gestatten. Erst jetzt wird es ihm gelingen, einen Zauber völlig selbständig
zu wirken, ohne daß die Auren optimiert wurden. |
|
VII. Helios
Dies ist schließlich das letzte Jahr der Ausbildung. Es ist von
der wissenschaftlichen Seite gesehen das schwerste Jahr, moralisch jedoch
das Beste. Es bildet den Gegensatz zur Phase des Serhan und bereitet den
Lehrling auf den Dialog vor. Nun endlich erlangt er das Verständnis,
das notwendig ist, um wahre Magie wirken zu können. |
Das Traktat
Bevor der Lehrling zum Dialog zugelassen wird, muß er ein Traktat
über ein von ihm gewähltes Thema verfassen. Das Traktat muß
sich mit den arcanen Künsten beschäftigen und soll dem Nexus
neue Einblicke von frischen Talenten bescheren. Je nach Schwierigkeit und
Erfolg des Traktats mag es nicht unerheblich zum Ruf des angehenden Magisters
beitragen. Außerdem ist es Gegenstand des Dialogs, d.h. Fragen werden
zum behandelten Thema gestellt und oft scharf hinterfragt. Der Lehrling
benötigt unterschiedlich lang Zeit zum Verfassen, es ist keine Dauer
festgelegt, da allein das Ergebnis zählt. Hat er es abgeschlossen,
dann legt er es seinem Lehrmeister zur Prüfung vor und erwartet dessen
Zustimmung zur Durchführung des Dialogs.
Der Dialog
Am Ende der praktischen Ausbildung steht der "Dialog". Ähnlich
dem Zwiegespräch zwischen Joryn und Echem besteht diese Prüfung
aus einem Gespräch zwischen Lehrer und Lehrling vor einem Gremium
des Niederen Rates. Der Dialog beinhaltet Themen philosophischer, arcan-theoretischer
bis hin zu praktischer Natur, wie auch die Inhalte des vom Lehrling verfassten
Traktates. Es gibt keine Regeln, was diese Themenauswahl angeht. Der Lehrer
entscheidet, jedoch muß das Gremium über das Bestehen entscheiden.
Werden zu leichte Themen und Fragen gewählt, dann mag es sein, daß
das Gremium den Lehrling nicht bestehen läßt. Im Falle des Versagens
kann die Prüfung wiederholt werden, zu einem Zeitpunkt, der vom Lehrer
bestimmt wird. Es gibt keine limitierte Anzahl von Versuchen, allerdings,
kann man den Nexus bis zum Bestehen dieser Prüfung nicht verlassen.
So mancher fristet daher sein Leben als ewiger Schüler. Dieses Vorgehen
soll gewährleisten, daß nur ausgebildete Magi in die freie Welt
entlassen werden und so keine Gefahr darstellen, verglichen mit der Unausgegorenheit
eines Lehrlings. Oft kam es schon vor, daß ein solcher Schüler
versucht hat, den Nexus zu verlassen, indem er flüchtete und sich
versteckte. In diesem Fall werden die Sucher hinzugezogen, die nicht ruhen
werden, bis sie den Flüchtling gefunden haben. Den Gescheiterten zu
einem "Stillen" zu machen, ist in dieser Phase keine Option mehr, die der
Nexus anbietet.
Die Initiation
Die Initiation ist das Ritual, mit dem der Lehrling in den Stand eines
Magisters aufgenommen und damit zu einem vollen Mitglied des Nexus Corenae
wird. Ähnlich einem jungen Ritteranwärter muß der Initiant
die Nacht und den Tag vor der Zeremonie in Reinheit, Fasten, Schweigen
und Kontemplation verbringen. Er wird dazu in einem mit Symbolen geschmückten
Raum eingesperrt, der eigens dafür hergerichtet wurde. Dies ist nun
schon der erste Teil des Rituals, er stellt noch einmal den ersten der
sieben Planeten und Phasen der Ausbildung dar. Die Befreiung aus dem Zimmer
durch den Lehrmeister führt die Zeremonie fort und übergibt dessen
Verlauf an die Folge Terfial, Saarka, Jholin und schließlich Helios.
In der Phase des Helios schließlich erhält der Initiant seine
Insignien: die Schärpe, das Amulett, den Stab und den Dolch. Nach
dieser Zeremonie, die unter den Augen der Fakultäten und Institutionen
durchgeführt wird, folgt ein Fest, das den restlichen Abend und die
Nacht dauert. Der Zeitpunkt der Initiation, nachdem der Dialog bestanden
wurde, ist nicht willkürlich, sondern wird durch Beobachtung der Sterne
und darauf folgenden, rätselhaften Berechnungen bestimmt.
Ein Magister sein
Mit dem Aufstieg in den Rang eines Magisters gewinnt man plötzlich
ein ungewohntes Maß an Freiheit. Nicht länger ist man verpflichtet,
die meiste Zeit in einer Niederlassung des Ordens zu Verbringen, sondern
darf selbst wählen, wo man sein Wirken fortführen will, sei dies
eine andere Niederlassung, ein eigenes Heim oder gar irgendwo auf einer
Reise durch die Lande. Nichtsdestotrotz verlangt der Nexus weiterhin Loyalität.
Dies drückt sich so aus, daß die Mitglieder Berichte ihrer Forschungen
und Reisen an den Orden schicken müssen, was allerdings nicht nur
eine leidige Pflicht ist, sondern den Wissensschatz des Nexus vermehrt,
auf den Mitglieder zugreifen dürfen. Wählt man eine Position
in der Peripherie des Ordens, wo man kaum irgendwelche Pflichten hat, so
vermag man mit Leichtigkeit ein gutes und beschauliches Leben führen.
Für manche jedoch wäre dies der Tod durch Langeweile, wie sie
es ausdrücken. Solche streben höhere Ränge im Orden an,
die mehr Wissen und mehr Macht bedeuten. Sich in der Nähe einer wichtigen
Niederlassung zu befinden oder aber zumindest häufigen Kontakt zu
pflegen, ist dann ein probates Werkzeug, um nicht zu sagen, eine Notwendigkeit.
Besonders der Aufenthalt in solchen Niederlassungen bringt viele Pflichten
mit sich, jedoch beschert einem dies auch ein reichhaltiges Angebot, sein
Wissen und sein politisches Ansehen zu mehren.
Aufstieg in die hohe Domäne
Der Aufstieg im Nexus ist beschwerlich und mühsam. Jeder Rang
achtet peinlich auf seine Rechte und auf die Pflichten seiner Untergebenen.
Die Regeln werden genau beachtet, wenn es darum geht, sich zu schützen
und allzu Eifrige in ihre Grenzen zu verweisen. Dennoch besitzen die hohen
Ränge eine nicht zu unterschätzende Anziehungskraft, denn sie
versprechen Macht und Wissen über sagenhafte Dinge. Jede Fakultät
hat eigene Vorstellungen darüber, wer wann aufsteigen sollte, und
was diese Person dafür tun muß. Oft spielt dabei das politische
Geschick eine größere Rolle als das magische Können und
nicht Viele schrecken auch vor unlauteren Mitteln nicht zurück, obgleich
dies sicherlich nicht das offiziell Empfohlene ist, denn Verbrechen werden
auch im Orden bestraft. Man kennt den Wert von Ordnung und Tradition und
verachtet eine Verletzung dieser Werte. Überwindung des Gesetzes durch
das Gesetz gilt als die Taktik der Wahl, um höhere Weihen zu erreichen.
Erscheinung eines Nexusmagiers
Die Insignien
Ein jeder Nexusmagier verfügt über Symbole, die seine Stellung
innerhalb des Ordens angeben und die auch auf seine Macht und seine Ausrichtung
hinweisen. Diese Zeichen gelten als Repräsentanten der persönlichen
Ehre und werden aufs Beste geschützt und bewahrt. Je nach Anlaß
werden sie getragen oder verborgen. So gilt im Nexus ein Verbergen eines
Teils der Insignien als Ausdruck der Höflichkeit und der Bescheidenheit,
aber auch der möglichen Gefahr, da es auf diese Weise schwer fällt,
sein Gegenüber einzuschätzen. Andererseits würde das Verlangen
auf Offenlegung der Insignien als Beleidigung gelten. Gerade hohe Magi
des Nexus verbergen ihre Insignien weitgehend und vertrauen zu Recht darauf,
daß sie erkannt werden und ihr Ruf ihnen vorauseilt.
Eine der Insignien ist die Schärpe, ein Band von zwei Fingern
Breite und von einer solchen Länge, daß sie um den Hals gelegt
zu beiden Seiten bis zum Gürtel reicht. Sie ist reich bemalt, bestickt
oder anderweitig mit Symbolen verziert, die über Stand und Macht des
Trägers Auskunft geben. Die Schärpe enthält die meisten
Informationen über den Träger, weswegen sie nur selten getragen
wird. Manche Magi verzieren die Schärpe mit abnehmbaren Metallplättchen,
die dann die Symbole tragen. Solche Schärpen sind recht beliebt, da
man den Grad der Offenlegung so selbst bestimmen kann.
Ein weiteres beliebtes Zeichen des Standes ist das Amulett. Ein solches
ist aus verschiedensten Metallen in unterschiedlicher Aufmachung gefertigt,
doch so unterschiedlich sie doch alle sind, ein jedes trägt das Zeichen
des Heimatzirkels des Magus. Das Amulett gibt also nur ein Minimum an Information
und kennzeichnet den Magus als Gelehrten der arcanen Kunst für solche,
die wissen, worauf der Blick ihrer Augen fallen muß, nicht jedoch
für Unbedarfte, die den Magus wohl nur fälschlich behandeln würden.
Auch an Stäben gibt es die verschiedensten Sorten. Alle sind mit
Symbolen und Zeichen verziert, die jedoch nur zum Teil etwas über
den Magus selbst aussagen, sondern auch vielmehr magisch-rituellen Zwecken
dienen. Je nach Magus kann der Stab auch die Funktion einer Waffe übernehmen,
sehr beliebt bei Magi, die weit und oft reisen und sich so auch ohne die
arcane Kunst zur Wehr setzen können. Ausführungen, die weniger
für solche Zwecke geeignet sind, sind aus Kristall und anderen kost-
wie wunderbaren Materialien gefertigt. Nicht selten trägt der Stab
an der Spitze eine Skulptur oder auch eine Klinge oder einen Beutel als
Verzierung und dienliches Konstrukt.
Schließlich bleibt der Dolch zu erwähnen. Seine Klinge,
wie auch sein Griff sind gewöhnlich aus kostbaren Materialien geformt
und sind mit Zeichen und Symbolen reich verziert. Auch diese dienen wie
die Zeichen des Stabes nur teilweise der Repräsentation. Weit im Vordergrund
liegt die Bedeutung des Dolches als Waffe und Ritualgegenstand, obgleich
er niemals als schnödes Esswerkzeug eingesetzt werden würde.
...
außerhalb des Arcanums:
Das Äußere eines Mitglieds des Nexus ist auf ein Höchstes
von seiner Umgebung abhängig. So wird er außerhalb des Ordens
getreu den Traditionen der Heimlichkeit nur selten seine wahre Natur zu
erkennen geben. Entschließt er sich doch einmal dazu, so dient dies
fast ausnahmslos einem Zweck, sei es um Autorität auszustrahlen oder
sich anderen Jüngern der arcanen Künste zu erkennen zu geben.
Meist wählt ein Magus in der weltlichen Öffentlichkeit die Erscheinungsform
eines Gelehrten oder nach persönlicher Möglichkeit und Neigung
auch die eines Künstlers. Auf diese Weise werden dem Magus seltsame
Handlungen und Utensilien leichter verziehen. An Insignien trägt ein
solcher Magus meist höchstens Amulett, Dolch oder Stab offen an sich,
jedoch fast nie die Schärpe. Auch dies trägt dazu bei, das der
Jünger der arcanen Kunst von Unbedarften nicht erkannt und gefürchtet
wird, denn die Furcht ist nur denen ein Freund, die sie mit Plan und Sinn
einsetzen, nicht aber denen, die sie unkontrolliert in ihre Wildheit entlassen.
... innerhalb des Arcanums und des Nexus:
Innerhalb des Nexus gibt sich ein Magus offener, das Amulett und oft
auch Stab und Dolch gehören zu den gewöhnlich offen gezeigten
Insignien. Teils wird die Schärpe getragen, wenn auch nicht in vollkommen
eröffneter Form. Dennoch ist ein gewisses Maß an Misstrauen
und Vorsicht immer noch zu spüren, denn auch hier ist ein Nexusmitglied
nicht völlig offen. So die Position es zulässt, ziehen es viele
vor, ihren Ruf und das leise Wort des Gerüchts für sich sprechen
zu lassen. Auf diese Weise erhalten sie Respekt gezollt, ohne, daß
sie sich selbst in irgendeiner Weise öffnen müssten.
Ziele, Motivationen, Intrigen
Die obersten Ziele und die innersten Motive des Ordens liegen weit hinter
vielen Mauern der Verschwiegenheit verborgen und sind sicherlich nur den
höchsten Eingeweihten zugänglich. Dies sieht der geneigte Leser
schon daran, daß man nicht einmal weiß, wer die Obersten überhaupt
sind, denn je weiter man in die hohe Domäne aufsteigt, desto rätselhafter
werden die Identitäten und die Verhältnisse. Zudem sind die meisten
der Mitglieder Zeit ihres Leben damit beschäftigt, aufzusteigen und
so die Gestalt der Ränge zu formen und zu verändern. Es darf
jedoch als recht sicher gelten, daß der Nexus Corenae dem König
loyal ergeben ist, ja er gilt sogar als die rechte Hand des Königs
auf Seiten des Arcanums, so wie es die Adligen auf der weltlichen Seite
sind.
Das Verhalten des Ordens wird jedoch, so kann man vereinfachend feststellen,
von zwei Zielen getrieben: Macht und Wissen. Der Nexus kann es nicht ertragen,
wenn sich etwas oder jemand seiner Kontrolle entzieht. Selbst die Tatsache,
daß die Adelsstände losgelöst vom Arcanum existieren, irritiert
ihn und nicht selten führt dies zu internen und externen Problemen.
Diese Gier, wie man es bezeichnen mag, wird ihrerseits im Zaum gehalten
durch den König allein. Würde er nicht existieren, dann wäre
der Drang befreit und die Welt würde die Gestalt nach Willen des Nexus
annehmen, so zumindest die Meinung vieler Mitglieder. Der Leser möge
dem bescheidenen Schreiberling die folgenden Worte nicht übel nehmen,
denn er versucht nur auszusprechen, was wohl schon mancherorts gedacht
wird. Was hält den Orden davon ab, seine allerdurchlauchtigste Majestät
zu beseitigen? Was hindert ihn daran, den Primus dem König nicht länger
unterzuordnen? Was erschafft diesen Respekt? Auf diese Fragen weiß
auch der Schreiberling keine Antwort, außer zu erwähnen, daß
es schon immer so gewesen ist und es wohl auch bleiben wird.
Wissen ist das zweite Ziel, das den Orden vorantreibt, die Gier, die
Welt und alle ihre Eigenschaften und Manifestationen zu verstehen. Kaum
ein Preis scheint zu hoch zu sein, um diesen Durst zu stillen. Hin und
wieder entsteht sogar der Eindruck, daß selbst die königlich-heligonische
Halsgerichtsordnung kein ausreichendes Hindernis darstellt. Andererseits
tragen die Bestrebungen in diese Richtung gewaltige Früchte, denn
die Bibliotheken und Archive des Nexus Corenae sind legendär.
Die Tradition und die Heimlichkeit sind weitere maßgebliche Eigenschaften
des Ordens. Die Tradition gewährt das Einhalten eines hohen Standards
und das Verwenden von bewährten Methoden. Es geschieht nicht leichtfertig,
daß altdahergebrachte Vorgehensweisen durch neue ersetzt werden,
weil diese "in die Mode" gekommen sind, im Gegenteil, solche Gelegenheiten
erlauben den Traditionen, sich zu bewähren und sich zu verbessern.
Aus diesem Wesenszug mag auch die Tatsache resultieren, daß es jungen
Magi, die noch nicht lange im Orden tätig gewesen sind, recht schwer
fällt, an Einfluß zu gewinnen und ihre Macht zu mehren. Der
Nexus ist ein "Bund der alten Herren", wie es böse Zungen ausdrücken.
Entweder man fügt sich in diese Struktur, oder aber man scheitert,
es gibt kaum einen Mittelweg.
Das Unsichtbare ist der Feind des Arcanums und aller anderer Menschen,
und so auch für den Nexus. Trotz ihrer recht hohen Meinung von sich
selbst, fürchtet der Orden das Unsagbare, denn auch er besitzt nur
eine schmale Auswahl an Mitteln gegen es. Unter diesen ist die Heimlichkeit
das mächtigste. Unsichtbar in den Augen des Unsichtbaren zu sein,
bedeutet Leben und Macht über die, die sichtbar sind. Hier liegt die
Zurückhaltung begründet, die der Nexus gegenüber Außenstehenden,
besonders den Weltlichen, zeigt. Es ist keine Unhöflichkeit oder Verschwörung,
die sie ihre Angelegenheiten für sich behalten lässt, sondern
Angst, markerschütternde Angst vor dem, was sie nicht kennen und kontrollieren
können. Heimlichkeit ist zu einer wahren Kunst geworden, die immer
neue Formen findet. Angefangen mit Misstrauen zieht sie sich über
die Verwendung komplizierter Verschlüsselungssysteme und einem logenartigen
Rangsystem bis hin zu speziellen Vorgehensweisen auf Reisen und Expeditionen.
Es kann als Faustregel gelten, daß der Schein stets trügt. Der,
der als Anführer zum Beispiel einer Expedition erscheint, ist mit
einiger Sicherheit recht unwichtig. Der wahre Anführer kann der Stallbursche
sein, oder die Dienstmagd, oder aber er ist gar nicht materiell vorhanden.
Dies schützt den Anführer und damit auch die ganze Struktur der
Expedition. Außerdem verleiht es Macht durch den Überraschungsmoment,
der so gewonnen wird. Diese Taktik wird im Orden das "Imago-Schema" genannt.
Es kann stellvertretend für vieles anderes als Beispiel dienen.
Beziehungen zur restlichen Welt
Adel
Der weltliche Adel stellt den Nexus Corenae vor einen Zwiespalt, ohne
es selbst so recht zu wissen. Dieser Zwiespalt besteht aus Respekt auf
der einen und Missgunst auf der anderen Seite. Der weltliche Adel ist ein
mächtiger Corpus Heligonias, er verfügt über Macht und Einfluß
und gleicht dem Nexus in nicht wenigen Aspekten. Dies ist der Grund, warum
der Orden Respekt für den Adel empfindet, denn er ist der Meinung,
daß, wenn die Adligen der arcanen Fertigkeiten mächtig wären,
sie einen ernstzunehmenden Gegner und Konkurrenten darstellen würden.
Jedoch wissen sie nichts von diesen Kräften, und das ist gut so. Dies
nun ist gleichzeitig die Ursache der Missgunst des Ordens, denn es erscheint
aus dieser Sicht unverständlich, warum so unwissende Menschen so viel
Macht haben sollten. Der Nexus ist der Meinung, daß der Adel nur
damit beschäftigt ist, seine Fehler auszubessern und zu verbergen,
denn das rechte Verständnis für die Welt hat er nicht. Im Gegenzug
ist dies aber auch die Meinung, die so mancher Adlige, der den Nexus kennt,
sein Eigen nennt.
Einfaches Volk
Mitleid ist wohl die treffendste Beschreibung der Gefühle des
Nexus dem einfachen Volk gegenüber. Er bemitleidet sie nicht wegen
eventueller Armut ihrerseits, sondern deswegen, weil die allermeisten von
ihnen wohl nie auch nur die Chance erhalten werden, einen Blick auf die
wahre Struktur der Welt zu werfen. Sie betrauern sie, weil der einfache
Mann der Straße in einer Traumwelt lebt, die er für Wirklichkeit
hält, die aber doch so wenig mit der Wahrheit zu tun hat. Nur manchmal
gelingt es dem Nexus, ein junges Talent aus der Menge zu fischen und bei
sich zur Wahrheit zu führen. Es erscheint ihm daher wie ein Geschenk
an das Volk, wenn er ein Kind von seinen Eltern weg in eine Niederlassung
des Ordens bringt.
Händler
Die Beziehung zu Händlern gleicht denen zum einfachen Volk in
recht hohem Maße, mit einem Unterschied: der Orden treibt teilweise
selbst Handel mit verschiedenen heligonischen Handelshäusern, da sie
natürlich wie jedermann Bedarf an Nahrungsmitteln und Gegenständen
des täglichen Lebens haben. Hin und wieder benötigen sie auch
Rohstoffe für ihre Experimente und Rituale, was oftmals eine wahre
Herausforderung für den Händler bedeutet, die sich für ihn
aber durchaus lohnen kann, wenn er eine solche Zutat auftreiben kann. Der
Nexus seinerseits handelt nicht im großen Stil mit eigenen Waren.
Magische Gegenstände oder auch Dienstleistungen werden nur selten
verkauft, nur Handel mit Schriftstücken, Büchern und auch Schmuckstücken
wird manchmal getrieben. Gelegentlich verkauft der Nexus selbst Rohstoffe
und Lebensmittel, allerdings ist die Quelle dessen recht unbekannt.
Ogeden
Alle, die die Wahrheit der Ersten Lehre nicht kennen, sind zu bemitleiden,
so zumindest denkt der Nexus. Unter ihnen aber sind die Ogeden und besonders
ihre Priester aber diejenigen, die einen Teil dieser Wahrheit zumindest
erahnen und sie in eigene Worte kleiden. Es gebührt ihnen daher angemessener
Respekt, denn es ist nicht einfach für solche, die keinen Einblick
in die arcanen Künste haben, die Zusammenhänge im Innersten der
Weltenschale zu begreifen. Diese Ansicht gilt im wesentlichen für
die Priester und die anderen höheren Ränge des Ogedentums. Je
weiter man die Leiter der Positionen hinabsteigt, desto eher werden auch
solche, die dort zu finden sind, verachtet oder bemitleidet, ob ihrer Blind-
und Unwissenheit.
Ceriden
Die Ceriden sind nicht nur unwissend, viele von ihnen sind auch verblendet,
doch im Gegensatz zu anderen weltlichen Gruppierungen hat das Ceridentum
einen Vorteil: es lässt sich für die Pläne des Nexus nutzen.
Viele der Würdenträger dieser Religion sind nicht frei von den
Sünden ihres Glaubens, sie lassen sich bestechen oder sind offen für
andere Dinge, die ihnen von Wert sind. So geht zum Beispiel das Gerücht,
daß der Nexus die ceridische Inquisition sogar aktiv unterstützt
hat, da diese sich gegen allzu offene Ausübung von Magie gewandt hat
und so ihren Teil zur Heimlichkeit im Arcanum beigetragen hat. Die derzeitigen
Tendenzen, die Inquisition abzuschaffen, wird jedenfalls in der hohen Domäne
nicht begrüßt, wenn man die Gerüchte glauben darf, die
einem von dort zu Ohren kommen.
Andere Magi
Mitglieder anderer Traditionen oder Orden werden vom Nexus mit Respekt
und gleichzeitig mit Argwohn betrachtet. Einerseits besitzen viele von
ihnen ähnliche Einsichten in die arcanen Strukturen der Welt wie der
Orden, andererseits macht sie aber gerade das zu Konkurrenz und zu potentiellen
Feinden. Es ist allerdings schwer, alle Anhänger der arcanen Künste,
die nicht im Orden des Nexus Mitglied sind, über einen Kamm zu scheren.
Der Orden lässt Vorsicht walten im Umgang mit anderen Magi, gewährt
aber jedem eine Chance, sein wahres Wesen zu zeigen, und zieht dann die
nötigen Konsequenzen.
Symbolik und Sprache
Die Welt des Nexus Corenae besteht aus verborgenen Geheimnissen, die sich
dem Magus stellen, damit dieser sie ergründen kann. Weithin geht die
Meinung, daß das einfache Wort zu profan ist, um die innersten Mysterien
der Welt zu offenbaren und auf Papier festzuhalten. Angemessener erscheint
dem Orden und insbesondere der Fakultät der Analytiker das Symbol
in seinen vielen Formen. Und von diesen gibt es mannigfaltige auch im Orden:
die Insignien des Magus sind geradezu überladen von solchen, wie auch
die innersten Räumlichkeiten der Zirkel. Und obwohl die Mitglieder
sich nach außen eher verbergen und tarnen, findet sich an ihnen doch
stets irgendein verstecktes Merkmal der Verbundenheit mit dem alten Herrn,
wie der Nexus Corenae manchmal genannt wird. Wie oben, so unten und wie
unten so oben und so auch hier. Im folgenden nun ein kurzer Einblick in
die Welt der nexischen Symbole.
Schlange -
Löwe -
Vogel -
Nacht -
Glas, Waage -
Stein, Mauer, Gebäude -
Wasser, Spiegel -
Wind -
Eins -
Vier -
Sieben -
Zwölf -
Unendlichkeit, Ewigkeit -
|
Ausbildung, die sieben Jahre des Lehrlings, Aufstieg zur Wahrheit
die Wahrheit, das Ziel
die Geister
das Unsichtbare
die Fakultät der Analytiker
die Fakultät der Materialisten
die Fakultät der Sphaerologen
die Geister, ungesehene Kräfte
der Ursprung, die Einheit
die vier Elemente, das Weltliche, das Stoffliche
die sieben Prinzipien, die sieben Jahre des Lehrlings, die sieben Stadien
der Wahrheit, die sieben Planeten
die Welt
die Welt, das All-Umfassende, das Ideale |
Sprache - die Erste Sprache
In den Zeremonien und den Zaubern des Nexus sind Worte von großer
Wichtigkeit. Viele empfinden die heligonische Sprache als zu profan, um
sie in arcanen Angelegenheiten zu verwenden. Gerade bei den jüngeren
Mitgliedern sind die Sprachen der Gelehrten, die an den Universitäten
verwendet werden, in Mode gekommen. Doch den Älteren, sind selbst
diese noch zu weltlich. Sie bevorzugen die sogenannte "Erste Sprache",
ein Sprache, deren Ursprung längst vergessen ist. Diese ist so kompliziert,
daß nur die versiertesten sie fließend sprechen oder auch nur
verstehen können. Allerdings ist sie auch nicht zur Kommunikation
gedacht, sondern ausschließlich zur Verwendung in der arcanen Kunst.
Wäre der Orden selbst eine Sprache, dann wäre er die "Erste Sprache",
denn sie wie er ist erfüllt von Regeln und mysteriösem Sinn,
die sich nur wenigen Eingeweihten erschließen.
Magie und Rituale
An dieser Stelle soll nur ein Eindruck der Magie des Nexus gegeben werden,
die genaueren Beschreibungen finden sich in anderen Publikationen, wie
z.B. in "Die Erste Lehre".
Die arcane Kunst des Nexus Corenae ist zufürderst eine Wissenschaft.
Es ist fester Glaubensgrundsatz, daß jeder Magus in seiner Karriere
zunächst studieren und an sich arbeiten muß, um die Regeln zu
erlernen, nur so kann er einen Einblick in die "Wahrheit" erahnen, der
es ihm erlaubt, die Welt zu formen und zu beherrschen. Ein klarer Verstand
und Ausgeglichenheit sind zwei Eigenschaften, die unabdingbar für
einen Nexus-Magus sind. Emotionen und Leidenschaft sind ebenso nötig,
aber nur als Werkzeuge, die durch den Intellekt kontrolliert werden. Hier
beginnt sodann die Kunst, denn die Empfindungen und die Windungen des menschlichen
Wesen zu formen, bedarf einer Intuition für die wahren Formen und
Strukturen. Diese steht neben dem Intellekt, und auch nur deshalb, weil
letzterer leider nicht in der Lage ist, diese Intuition zu zähmen
und zu kommandieren. Die Magie hat nun also wenig von "Einklang mit der
Natur" und "Harmonie mit den Kräften", sondern mehr von Mathematik
und Gesetz. Dieses Gesetz ist aber ewig und nicht von Sterblichen erschaffen,
so daß eine menschliche Wissenschaft, wie nun die Mathematik, nicht
in der Lage sein kann, die Magie erschöpfend zu beschreiben. Magie
ist Wissenschaft und Kunst, nichts von den zweien, aber doch alles beide.
In diesem Bild erscheinen auch die Zauber und die Rituale des Nexus.
Sie sind durch Regeln und komplizierte Gesetze fixiert, die keinen Fehler
verzeihen und Improvisation auf der anderen Seite zu einer schwierigen
Kunst werden lassen. Symbole und Bruchstücke alter Sprachen, der Ersten
Sprache, werden benützt, auch Pülverchen und Tränke haben
ihren Anteil. Vor allem die äußeren Umstände wollen bei
Ritualen berücksichtigt werden. Auch hierfür gibt es umfangreiche
Tafeln mit den rechten Zeiten und den rechten Orten für jede Zeremonie.
All dies wirkt feierlich, förmlich und von ehernen Gesetzen gefangen.
Der Codex Arcanus
Der "Codex Arcanus" ist die arcane Entsprechung der königlichen Halsgerichtsordnung.
Er regelt den Umgang mit Recht und Unrecht auf der magischen Seite Heligonias.
Primär gelten jedoch auch hier die Gesetze der Halsgerichtsordnung,
so spielt der Einsatz von Magie bei einem Mord an sich keine besondere
Rolle, Mord ist Mord, und wird demnach nach Kapitel 1, Artikel 1 bis 3
bestraft. Vielmehr ermöglicht die Verwendung von Magie noch weitere
Verbrechen, die eigens reguliert und bestraft werden. Bevor es nun an einige
Auszüge geht, soll noch auf zwei Besonderheiten eingegangen werden:
Primo: Magie an sich ist nicht verboten, auch nicht Magie ohne Heliosbrief
zu wirken. Es kommt auf die Art und Weise an, auf die die arcanen Künste
verwendet werden. Ein Heliosbrief kann dies jedoch stark beeinflussen.
Secundo: Der Codex ist im gesamten Arcanum gültig, also nicht nur
für den Nexus Corenae, das bedeutet, für das ganze magische Heligonia,
aber auch für ausländische Magi.
Nun einige Beispiele:
"... soll vermieden werden als Wichtigstes alles Wichtigen, der Kontakt
mit dem Unsichtbaren. Demnach soll verboten sein, was das Unsagbare anlockt
und was seine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dem soll alles unterstellt
werden und jedes Mittel soll dem dienen. Das angemessene Mittel ist die
Tilgung der Gefahrenquelle, bevor das Unsagbare seinerseits die Quelle
und noch mehr tilgt."
- Artikel 1
"Kein magisch Talent soll bleiben ohne eine Unterweisung in den Kräften,
die es sein eigen nennt. Denn dies ist eine große Gefahr, eine Lockung
des Unsichtbaren. Ihr sollt demnach Anstrengungen unternehmen, um solche
zu finden und sie auszubilden, oder sie aber zumindest zu sichern."
"Magie, die in ihren Wirkungen ausschließlich wider die heligonische
Halsgerichtsordnung oder den Codex Arcanus sein kann, ist verboten und
muß demnach unterlassen und bestraft werden. Einzig die Erforschung
im Sinne des Schutzes gegen diese Art der arcanen Kunst sei zugelassen
mit Zustimmung des Erzmagus oder natürlich seiner allerdurchlauchtigsten
Majestät, dem König."
"Nun sollen hiermit verboten werden die Künste des Vahrim, die
sich beschäftigen mit der Nutzung von arcanen Kräften aus der
Essenz des Lebens. Damit soll verboten werden, nicht nur die Wirkung, sondern
auch die Lehre und Erforschung jeglicher Art dieser Magie. Begründet
ist dies durch die heligonische Halsgerichtsordnung und Artikel 1."
Der Zirkel Escandra
Der Nexus Corenae hat Niederlassungen, sogenannte Zirkel, in ganz Heligonia,
die alle mehr oder minder getarnt und für Außenstehende völlig
unauffällig erscheinen. Der größte und gleichzeitig geheimnisvollste
jedoch ist der Zirkel in Escandra. Zu ihm sollen einige Gebäude im
Stadtkern von Escandra gehören und auch einige vor den Toren der Stadt.
Diese sind entweder im Besitz der Fakultäten oder Projekte, oder aber
sie dienen als Zugang zum eigentlichen Zirkel. Solche Zugänge führen
den Besucher in das unterirdische Escandra durch meilenlange Gänge,
so zumindest erscheint es. Dann schließlich kommt man in die "Kathedrale",
den innersten Komplex des Zirkels. Sie beherbergt fast schon eine eigene
Stadt in der Stadt: Archive, Labors, dunkle Kammern und Wohnung sind hier
zu finden, selbst einige Läden haben hier einen lukrativen Standort
gefunden. Die genauen Abmessungen sind unbekannt, genauso wie die genaue
Lage. Versuche, diese zu bestimmen, haben bisher nur absurde Ergebnisse
zutage gebracht, die die Kathedrale inmitten einiger bürgerlicher
Häuser positioniert und auch einen Teil des königlichen Palastes
zu einem Teil gemacht hätten. Als sicher kann wohl nur gelten, daß
der Zirkel unzählige Verbindungen zu anderen Gebäuden in allen
Teilen der Stadt hat und extrem gut bewacht und gesichert ist. Auch die
Dämpfung soll von legendärer Stärke sein, denn sie soll
die Aufmerksamkeit des Unsichtbaren fernhalten. Für öffentliche
Anlässe, die vor allem auch Nicht-Mitglieder einschließen, besitzt
der Orden einige Häuser in der Stadt, die sowohl Räume zur Unterbringung
als auch für größere Empfänge bereitstellen.
Beispielcharaktere
Analytiker
Zitate:
"Das muß ich überdenken."
"Bevor ich mich dazu äußere, muß ich zunächst
die Situation verstehen."
"Ist euch eigentlich bewußt, daß ihr unüberlegt handelt?"
Motivationen:
Wissen erlangen und es analysieren, das steht an oberster Stelle. Ein
Situation kann nach außen noch so langweilig erscheinen, der Analytiker
findet immer noch etwas interessantes, das zu analysieren sich lohnt. Politik
kann je nach Persönlichkeit ebenfalls eine Antriebskraft sein, obgleich
diese nicht die wichtigste ist. Menschen und Schicksale interessieren ihn
nicht, weil er mitfühlend ist und ein gutes Herz hat, sondern weil
man in ihnen das Wirken der Ersten Lehre bestens erkennen kann.
Ein Beispielcharakter:
Iero Cavaan ist der Sohn des Händlerehepaares Sebastian und Lisabeth
Cavaan, die einen kleinen Handelskontor ganz in der Nähe der Markthalle
in Escandra besitzen. Iero ist das einzige Kind der beiden und so war es
ihm von seiner Familie vorgesehen, den Kontor eines Tages zu übernehmen.
Iero lernte so schon früh rechnen und schreiben, allerdings fand er
nie so recht Gefallen an der Kunst des Handels. Dennoch schickten ihn seine
Eltern bei Zeiten auf die Universität von Escandra, um die Feinheiten
des Verwaltungswesens zu studieren. Es ist nicht billig, zu studieren,
dennoch brachten die Cavaans das Geld auf. Iero dankte ihnen diese Anstrengung
mit guten Zensuren. Er bewies seinem Professor einen scharfen Geist und
logisches Denkvermögen, jedoch machte er auch kein Geheimnis daraus,
daß er vom Handel wenig hielt. Iero suchte lange nach einer Möglichkeit,
seinem Schicksal zu entgehen, und dachte darüber nach, die Universität
gegen den Willen seiner Eltern zu verlassen. Dann jedoch ergab sich eine
überraschende Wendung. Eines Abends nahm sein Professor ihn mit zu
einem Treffen mehrerer Dozenten. Es war ein seltsames Bild: die zehn Dozenten
saßen im Dunklen, man konnte ihre Anwesenheit nur erahnen. Hell erleuchtet
war dagegen nur ein Fleck in der Mitte der Runde und dort stand Iero und
im Halbschatten sein Professor. Dieser referierte über Ieros Fähigkeiten
und bezeichnete ihn als "geeignet". Als die Runde zustimmte, wußte
Iero nicht, um was es ging.
Dies war Ieros Eintritt in den Nexus Corenae. Seither fand Iero Gefallen
an seinem Studium. Vom Verwaltungswesen wechselte er zur Fakultät
der Analytiker, einer Gruppe des Ordens, die es sich zur Aufgabe gemacht
hat, Situationen, seien sie arcaner oder weltlicher Natur, auf ihre Zusammenhänge,
Ursachen und Wirkungen zu untersuchen, und dies bis zur Perfektion. Ieros
Eltern glauben noch bis zum heutigen Tag, daß ihr Sohn ein Händler
werden wird.
Iero hat seine Ausbildung noch nicht beendet, bevor er seinen Abschluß
erhält, muß er seine Abschlußarbeit beenden und sie der
Fakultät vorstellen. Sein Thema ist "Reichweite und Wirken des Unsichtbaren
im Ausland". Er untersucht demnach die Folgen der Wirkung von Magie im
Ausland.
Fertigkeiten:
Lesen und Schreiben
Handel
Mathematik
Etikette
Magietheorie
Magie:
Dämpfen
Licht
Magie spüren
Resonanz spüren
Situationsharmonik analysieren |
5
5
5
10
20 |
Materialist
Zitate:
"Nein, das ist nicht nur eine Mode!"
"Hinter meiner Kunst steckt ein tiefes und geheimes Wissen, das zu
erlernen viel Übung und einen starken Willen erfordert."
"Lasst mich einmal, ich habe die Mittel, das Problem zu lösen.
Und wenn keine Lösung möglich ist, dann habe ich auch die Mittel,
es dennoch zu entfernen!"
Motivationen:
Es gilt, die Proportionen der Welt zu erkennen und sie zu verstehen,
um sie schließlich anzuwenden und die Welt nach dem eigenen Willen
zu formen. Es geht dem Materialisten um die Anwendung seines Wissens, er
kennt kein Wissen des Wissens wegen. Das heißt jedoch nicht, daß
er ein Hitzkopf ist und nach Möglichkeiten geradezu sucht, um seine
Fähigkeiten zu benutzen. Im Gegenteil, er liebt es, komplexe Pläne
zu schmieden, nach den Proportionen der Welt, um sein Ziel zu erreichen,
das so auch ruhig etwas höher gesteckt sein darf.
Ein Beispielcharakter:
Jana Balduwin
Jana hat schon früh in ihrer Kindheit stets ein Liedlein auf den
Lippen gehabt, auch wenn diese meist traurig waren, denn sie hatte ihre
Eltern bei einem Brand verloren und lebte nun bei ihren ehemaligen Nachbarn.
Ihr musikalisches Talent war im ganzen Dorf bekannt, und so mancher verliebte
Jüngling ließ sich von ihr Ständlein verfassen. Mit sechs
Jahren wurde sie von einem Barden entdeckt, der sie von da an ausbildete
und mit auf seine Reisen nahm. Es wurde ihm aber bald klar, daß Jana
zu noch mehr in der Lage war, als Lieder zu singen. Eines Tages sah er,
wie sie aus Spielerei einen kleinen Turm aus Steinen baute, der zunächst
in sich zusammenzufallen drohte. Dann aber machte sie eine schnelle Bewegung
mit der Hand und der Turm beendete sein Schwanken und verharrte in Ruhe.
Dann aber schien ihr das Bauwerk nicht mehr zu gefallen und sie warf es
um. Der Turm brach in sich zusammen, aber die Spitze schien noch mehrere
Momente in der Luft zu schweben. Dies war nur eine der Merkwürdigkeiten,
die der Barde mit ihr erlebte. Dann aber begannen die wahren Seltsamkeiten:
ein Mann suchte sie auf, er sagte, er sei vom Theaterhaus Escandra und
suche nach neuen Talenten, er wolle Jana nach Escandra mitnehmen und ihr
dort eine professionelle Ausbildung zukommen lassen. Der Barde lehnte zunächst
ab, denn er hatte noch nie gehört, daß das Theaterhaus Talentsucher
auf die Reise durch Heligonia schickt. Der Mann war verärgert, aber
er ging wieder. Als der Barde am nächsten Morgen aufwachte, stand
die Tür ihres Zimmers ein Stück weit offen, obwohl er sie doch
am Abend abgeschlossen hatte. Er ahnte schlimmes, und in der Tat: Jana
war verschwunden.
Jana war also von Suchern nach Escandra in die Hauptniederlassung gebracht
worden, wo sie nun eine Ausbildung im Orden des Nexus erhielt, obwohl sie
zunächst keineswegs damit einverstanden war, aber eine Wahl hatte
sie nicht. Nach ihrem ersten Jahr beschloß der Nexus, sie in der
Fakultät der Materialisten weiter auszubilden, wo sie immer mehr lernte,
ihr neues Leben anzunehmen.
Fertigkeiten:
Lesen und Schreiben
Mathematik
Geschichten und Legenden
Musik
Magietheorie
Magie:
Dämpfen
Licht
Magie spüren
Freundschaft
Erstarren - Lebewesen
Erstarren - Gegenstände |
5
5
5
10
10
10 |
Sphaerologe
Zitate:
"Zeige mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist."
"Es gibt andere Wege, als den direkten."
"Schau dir erst den Fluß an, bevor du den Fisch suchst."
Motivationen:
Alles hat seinen Platz und seine Zeit in der Welt, dessen ist sich
der Sphaerologe sicher. Er lässt sich Zeit bei seinen Plänen
und betrachtet sich vor allem die Umwelt. Er sieht Möglichkeiten dadurch,
wo andere im Leben nichts sehen würden, er scheint dies fast im Gefühl
zu haben. Menschen und die weltliche Gesellschaft bereiten ihm Vergnügen
und er beobachtet deren Angelegenheit gerne und nimmt auch an ihnen teil.
Von allen Fakultätsmitgliedern ist er wohl der politisch engagierteste,
auch in der weltlichen Politik. So mancher Sphaerologe bestreitet seine
Karriere nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus Familientradition,
denn wie schon beschrieben, stellt so manche Familie Mitglieder über
Generationen hinweg.
Ein Beispielcharakter:
Marsilio Fhins Familie besitzt eine nobles Haus in Betis, doch sie
treiben keinen Handel, es ist auch nichts anderes bekannt, mit dem die
Familie ihren Reichtum verdient. Dennoch waren sie schon immer wohlhabend
und mehren ihr Vermögen stetig. Die Fhins haben außerdem beste
Beziehungen zu verschiedensten heligonischen Adelshäusern, aber dennoch
hat noch kaum jemand von ihnen gehört. Der Grund für diese Seltsamkeiten
ist, daß es sich bei den Fhins um eine der alten Sphaerologenfamilien
handelt, die hinter der weltlichen Oberfläche eine ganz eigene Macht
angehäuft haben. Hin und wieder ein arcaner Dienst, oft an der Grenze
zum Verbrechen, einen politischen Gefallen, und schon stehen namhafte Größen
in ihrer Schuld. Marsilio nun ist der jüngste Sproß und in der
Tat hat auch er das Talent. Nie war es daher eine Frage, was er einmal
mit seinem Leben anfangen würde, nie gab es auch nur eine Alternative.
So kam es, daß er schon in jungen Jahren nach Escandra ging und dort
die Ausbildung zum Sphaerologen begann. Jedoch gab es bei seiner Aufnahme
in den Orden Schwierigkeiten, denn auch die Analytiker zeigten Interesse
an Marsilio. Die Fhins zeigten sodann auch dort ihren Einfluß, denn
der erstreckt sich auch und besonders auf die Strukturen innerhalb des
Ordens, und schon konnte die Familientradition fortgesetzt werden. Bisher
gab es in Marsilios Leben noch kaum einen Moment, den er selbst und eigenständig
bestimmen durfte, und ein solcher dürfte wohl auch auf sich warten
lassen. Dies ist ihm allerdings nicht unrecht, denn sich zu fügen
heißt in diesem Fall, die Macht zu akzeptieren.
Fertigkeiten:
Lesen und Schreiben
Etikette
Diplomatie
Politik
Magietheorie
Magie:
Dämpfen
Magiefluß
Licht
Magie spüren
Aura spüren
Aura focusieren |
5
10
5
5
10
20 |

Anhang
Einige Zauber
Licht 5
Erzeugt ein kleine Lichtquelle, die zum Lesen ausreichend ist, aber
für gewöhnlich niemanden blenden kann.
Magie spüren 5
Läßt den Magus spüren, ob der untersuchte Gegenstand
oder das Lebewesen magischer Natur ist. Er erhält bis auf extreme
Fälle keine Informationen über Art und Stärke der Magie.
Aura spüren 10
Dieser Zauber vermittelt dem Magus einen Eindruck der Auren, die ihn
umgeben. Je nach Art und Stärke können dies auch solche sein,
die aus der Vergangenheit herüberreichen, wie z.B. an Plätzen
großer Schlachten oder Katastrophen. Je nach Stärke erfährt
der Magus Informationen über die Art, Größe und Stärke
der Aura.
Resonanz spüren 10
Erlaubt dem Magier zu prüfen, ob zwischen einem Ziel und mehrerer
Proben eine Ähnlichkeit/Resonanz besteht. Die Proben können Gegenstände,
Lebewesen oder abstrakte Dinge sein, wie z.B. ein Gedicht oder Lied. Der
Magier spürt, ob die Dinge zueinander passen. Ein Heiltrank hätte
z.B. Resonanz zu Heilkräutern oder zu einem Buch mit Artikeln über
Medizin. Dieser Zauber wird verwendet, um Dinge und Personen zu analysieren.
Freundschaft 10
Verzaubert einen Menschen derart, daß er für eine Stunde
den Magus als einen guten Freund behandelt. Er wird in dieser Zeit keine
feindlichen Gedanken gegen den Magus hegen, allerdings wird er nur durch
viel Überzeugungsarbeit Dinge für den Zauberer tun, die negative
Folgen für ihn haben, wie z.B. ein Geheimnis verraten, bei einem Verbrechen
behilflich sein oder sich gegen andere Freunde richten. Keinesfalls wird
er willenlos allem gehorchen oder sich gar selbst etwas antun.
Erstarren 10
Es existieren zwei Versionen dieses Zaubers: eine, die sich gegen Lebewesen
richtet und eine weitere gegen Gegenstände. Der Zauber bewirkt seinem
Namen gemäß ein Erstarren des Zieles für eine Minute, d.h.
das Lebewesen oder der Gegenstand bewegt sich nicht, bzw. lässt sich
auch nicht durch andere bewegen. Ein bezaubertes Türschloss beispielsweise
würde sich in der Minute nicht öffnen lassen.
Aura focusieren 20
Ermöglicht dem Magus, die Aura, an deren Zentrum er sich befinden
sollte, auf einen Punkt zu konzentrieren und dort ihre Wirkung zu entfalten.
Eine Aura des Leides, wie z.B. an Orten von früheren Katastrophen,
setzt am Focuspunkt dieses Leid frei und stürzt den, der sich an dem
Punkt befindet, in eben solches. Dieser Grad des Zaubers erlaubt eine einmalige
Focusierung für 10 Sekunden an einen Ort, der mit der Spitze des Zeigefingers
berührt werden muß, er darf sich auch in der Luft befinden.
Der Zauber ist auf dieser Stufe nicht gegen eine Überladung gesichert,
so daß bei zu großer Stärke der Aura, die Dämpfung
schwierig und der Magus verletzt werden kann, selbst wenn das Unsichtbare
nicht angezogen wurde.
Situationsharmonik analysieren 20
Die Fakultät der Analytiker beschreibt Situationen, deren Funktionsweise,
Ursachen und Wirkungen. Dieser Zauber ermöglicht dem Magier, zu prüfen,
ob eine von ihm aufgestellte Hypothese in die derzeitige Situation paßt,
in der er sich befindet. Als Situation wird seine Umgebung aufgefaßt,
d.h. alles, mit was er unmittelbar zu tun hat. Wenn die Hypothese zur Umgebung
paßt, dann empfindet der Magus dies als harmonisch. Wenn ein Magus
sich zum Beispiel in der Umgebung von Personen befindet und er als Hypothese
seine Auffassung von einer der Personen beschreibt, dann kann er so wahrnehmen,
ob diese Auffassung richtig ist.
Rythmomachie
Die Rythmomachie ist ein etwas absonderliches Spiel, das im Nexus und besonders
bei den Materialisten gerne gespielt wird. Es dient nicht nur dem Amusement,
sondern vor allem auch der Übung der mathematischen Fähigkeiten
der Spieler. Inhalt des Spieles sind die Zahlenverhältnisse des Kanons
der Proportionen. Um das Spiel zu verstehen ist daher ein kurzer Ausflug
in eben diesen Text notwendig. Der Kanon kennt fünf verschiedene Arten
von Proportionen, hier seien sie mit ihren moderneren Namen genannt:
Multiplices (Vielfache) Die größere Zahl enthält
die kleinere mehr als 1x ganz in sich, z.B. 4:2, 6:2
Superparticulares (Überteilige) Die größere Zahl
enthält die kleinere 1x und 1 Teil der kleineren Zahl, z.B. 4:3, 5:4
Superpartientes (Übermehrteilige) Die größere
Zahl enthält die kleinere 1x und mehrere Teile der kleineren Zahl,
z.B. 5:3, 7:4
Multiplices superparticulares (Doppelt Anderthalbfache) Die größere
Zahl enthält die kleinere 2x und 1x die Hälfte der kleineren
Zahl, z.B. 5:2, 10:4
Multiplices superpartientes (Vielfach übermehrteilige) Die
größere Zahl enthält die kleinere mehr als 1x und mehrere
Teile der kleineren Zahl. Z.B. 11:3, 13:5
Die ersten dieser drei Proportionen werden bei der Rythmomachie verwendet,
so liefern sie z.B. die Werte und die Beschriftung der Spielsteine. Diese
sind aufgeteilt in das Heer der Geraden und in das Heer der Ungeraden,
die im Spiel gegeneinander kämpfen:
Kopfzahlen der Spielsteine
|
|
Heer der Geraden
|
Heer der Ungeraden
|
| Multiplices |
I
II
|
|
|
| Superparticulares |
III
IV
|
|
|
| Superpartientes |
V
VI
|
|
15
|
45
|
91
|
153
|
|
25
|
81
|
169
|
289
|
|
|
28
|
66
|
120
|
190
|
|
49
|
121
|
225
|
361
|
|
|
Die Türme sind zwei besondere Steine, die jeweils aus unterschiedlichen
Einzelsteinen zusammengesetzt sind, d.h. aus den Werten, natürlich
nicht aus den Spielfiguren:
(1) + 4 + 9 + 16 + 25 + 36 = 91
16 + 25 + 36 + 49 + 64 = 190
Die Türme können alle Züge ausführen, die ihren einzelnen
Steinen erlaubt sind, d.h. der Spieler entscheidet sich dann jeweils für
eine Zugmöglichkeit des Turms.
Ziel des Spieles ist es nicht, möglichst viele Steine des Gegners
zu schlagen, sondern im gegnerischen Feld mit mindestens drei Steinen eine
Harmonie, d.h ein bestimmtes Zahlenverhältnis aufzubauen und zuvor
den Turm des Gegners zu rauben.
Die drei Arten von Harmonien:
I. Die arithmetische Harmonie: Die Differenz zwischen der größten
(a) und der mittleren Zahl (b) entspricht der Differenz zwischen der mittleren
und der kleinsten Zahl (c)
a - b = b - c
z.B.: 2-4-6; 3-5-7; 12-66-120
II. Die geometrische Harmonie: Die größte Zahl (a) verhält
sich zur mittleren (b) wie die mittlere zur kleinsten (c)
a : b = b : c
z.B.: 2-4-8; 2-12-72; 64-72-81
III. Die musikalische Harmonie: Die größte Zahl (a) verhält
sich zur kleinsten (c) wie die Differenz zwischen der größten
(a) und der mittleren (b) zur Differenz zwischen der mittleren und der
kleinsten
a : c = (a - b) : (b - c)
z.B.: 3-4-6; 5-8-12; 72-90-120
Die Tabellen weiter unten werden dem Anfänger sicherlich eine
gute Hilfe sein.
Die Türme dürfen in ihrer Gesamtsumme oder mit einem ihrer
Bestandteile zur Harmonieaufstellung herangezogen werden.
Kann der Spieler eine dieser Harmonien aufbauen, dann kann er einen
einfachen Sieg für sich verbuchen. Kann er zwei der Proportionen gleichzeitig
errichten, dann gewinnt er einen großen Sieg. Der größte
Sieg ist jedoch, wenn er alle drei Harmonien zu verbinden weiß.
Spielmaterial:
1 Spielbrett (16x8 Felder)
2x24 Spielsteine in 4 verschiedenen Formen: Je 8 kleine quadratische
(multiplices), 8 große quadratische (superparticulares), 7 runde
(superpartientes) und 1 Turm. Die Spielsteine tragen Ziffern, die der obigen
Tabelle zu entnehmen sind.
Spielregeln:
-
Das Heer der Geraden beginnt
-
Es wird abwechselnd gezogen. Weder eigene noch gegnerische Steine dürfen
übersprungen werden
-
Die Steine der 4 Gruppen müssen sich jeweils nach bestimmten Regeln
bewegen
-
Die multiplices ziehen in das 2. Feld, nach allen Richtungen
-
Die superparticulares ziehen in das 3. Feld, nach allen Richtungen
-
Die superpartientes ziehen in das 4. Feld, nach allen Richtungen
-
Das Schlagen gegnerischer Steine erfolgt nach folgenden Regeln:
-
Trifft durch einen gültigen Zug eine Zahl so nah auf die gleiche Zahl
des gegnerischen Heeres, daß sie im nächsten Zug das Feld der
gegnerischen Zahl erreichen würde, so kann sie diese schlagen und
rauben.
-
Treffen zwei Zahlen durch einen gültigen Zug auf eine gegnerische
Zahl, haben beide den Abstand ihnen gemäßer gültiger Züge
zu ihr, und ist die Summe der beiden Zahlen gleich der Zahl auf dem gegnerischen
Stein, so kann dieser geraubt werden. (Additionsregel)
-
Trifft eine Zahl durch einen gültigen Zug auf eine gegnerische Zahl,
und ist das Produkt aus dieser Zahl und der Anzahl der auf gerader Linie
zwischen beiden liegenden, freien Felder gleich der Zahl auf dem gegnerischen
Stein, so kann dieser von ihr geraubt werden. (Multiplikationsregel)
-
Sonderregel für die Türme: Die Türme werden geraubt, indem
mit Hilfe der gültigen Regeln ihre Basis geschlagen wird. Die Basis
errechnet sich aus der jeweils größten Quadratzahl: Für
die Zahl 91 ist es 36; für 191 ist es 64.
-
Der Spieler gewinnt, dem es als erster gelingt, den Turm des Gegners zu
schlagen und im Anschluß daran eine oder mehrere der obigen Harmonien
auf den Startfeldern des Gegners zu errichten. Dazu dürfen eigene
und gegnerische (in manchen Varianten auch geraubte) Steine verwendet werden.
Die Harmonie muß in einer Linie, seitwärts oder diagonal, aufgestellt
werden. Zwischen den beteiligten Steine dürfen keine anderen stehen.
Harmonien
Aus dem eigenen Bestand an Spielsteinen
Arithmetische Harmonien
2
2
4
4
8
8
9
9
15
20
49
|
4
9
5
20
25
36
45
81
20
42
169
|
6
16
8
36
42
64
81
153
25
64
289
|
|
Geometrische Harmonien
2
4
4
4
9
16
16
25
36
49
64
81
|
4
6
8
16
15
20
36
45
42
91
72
153
|
8
9
16
64
25
25
81
81
49
169
81
289
|
|
Musikalische Harmonien
|
Arithmetrische Harmonien
3
5
7
7
7
12
12
16
28
|
5
7
16
28
64
56
66
36
64
|
7
9
25
49
121
100
120
56
100
|
|
Geometrische Harmonien
9
9
16
16
25
36
36
49
64
81
100
|
12
30
28
36
30
66
90
56
120
90
190
|
16
100
49
81
36
121
225
64
225
100
361
|
|
Aus dem Gesamtbestand an Spielsteinen
Arithmetische Harmonien
2
2
2
2
2
2
2
3
3
3
3
3
4
4
4
4
4
4
4
5
5
5
5
6
6
6
7
7
7
7
7
8
8
8
8
8
9
9
9
12
12
12
12
12
15
15
15
16
20
20
20
28
28
30
42
42
42
49
56
72
81
91
|
3
4
5
6
7
15
16
4
5
6
9
42
5
6
8
12
16
20
30
6
7
15
25
7
9
36
8
16
28
49
64
12
25
36
49
64
12
45
81
16
66
20
56
42
20
30
120
36
25
28
42
42
64
36
49
66
81
169
64
81
153
190
|
4
6
8
12
16
28
30
5
7
9
15
81
6
8
12
20
28
36
56
7
9
25
45
8
12
66
9
25
49
91
121
16
42
64
90
120
15
81
153
20
120
28
100
72
25
45
225
56
30
36
64
56
100
42
56
90
120
289
72
90
225
289
|
|
Geometrische Harmonien
2
2
3
4
4
4
4
4
4
5
9
9
9
9
16
16
16
20
25
25
36
36
36
49
64
64
81
81
100
|
4
12
6
6
8
12
16
20
30
15
12
15
30
45
20
28
36
30
30
45
42
66
90
91
72
120
90
153
190
|
8
72
12
9
16
36
64
100
225
45
16
25
100
225
25
49
81
45
36
81
49
121
225
169
81
225
100
289
361
|
|
Musikalische Harmonien
2
3
3
4
4
5
5
6
7
8
9
9
12
15
25
30
30
72
|
3
4
5
6
7
8
9
8
12
15
15
16
15
20
45
36
45
90
|
6
6
15
12
28
20
45
12
42
120
45
72
20
30
225
45
90
120
|
|
Myrdan
Myrdan ist eine einfache Schrift, die im Nexus für magische Worte
in arcanen Werkstücken recht üblich ist. Jedes Mitglied kennt
sie und beherrscht sie mehr oder weniger flüssig, so daß sie
als Geheimschrift nur bedingt nützlich ist. Auch ist sie viel zu einfach,
um den Ansprüchen der Heimlichkeit gerecht zu werden. Jeder Buchstabe
hat auch einen gewissen Zahlenwert, der ebenfalls angegeben ist. Besonders
beliebt sind mathematische Transmutationen von Myrdan-Worten in der Fakultät
der Materialisten. Myrdan ist außerdem die Schrift in der die alten
Exemplare des Myardus verfaßt sind, es sind sozusagen die Buchstaben
der Ersten Sprache.
Chonas
Im Gegensatz zu Myrdan, läßt sich in Chonas-Zeichen nur eine
Zahl darstellen. Auch diese Notation ist im Orden recht üblich und
wird ebenfalls für magische Zwecke verwendet.

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