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Geschichte
Vor hundert Jahren entbrannte im damaligen Herzogtum Valmera ein Erbfolgekrieg.
Die Freigräfin Caliane von Sedomee war das einzige Kind des Herzogs
von Valmera und somit nach früherem Gesetz als Frau von der Erbfolge
ausgeschlossen.
Ihr Vetter Uttras, Graf von Darian, machte daher seinen Anspruch auf
den herzöglichen Thron geltend. Da die frühere Erbfolgeregelung
aber im vollständigen Gegensatz zu den Traditionen der alten Clans
in Valmera stand, konnte Caliane mit Hilfe eines Heliosbriefes eine Gesetzesänderung
erwirken und wurde daraufhin Herzogin von Valmera. Dies veranlaßte
Uttras dazu, sein vermeintliches Recht mit Waffengewalt zu erkämpfen.
Zwei Jahre tobte ein entsetzlicher Bürgerkrieg, bei dem sich die Clans
von Sedomee vollständig auf die Seite der Herzogin schlugen und gegen
ihre Verwandten in Darian kämpften. Beide Seiten erlitten große
Verluste. Erst das Einschreiten des Königs erwirkte einen Waffenstillstand.
Ein neuer Helios-Brief löste das Herzogtum Valmera auf und machte
die beiden Grafschaften voneinander unabhängig. Das angespannte Verhältnis
zwischen Sedomee und Darian hält bis zum heutigen Tage an, wobei auch
sicherlich die wesentlich bessere wirtschaftliche Situation von Sedomee
eine Rolle spielt. Während Darian seit der Teilung immer gegen Armut
und Hunger zu kämpfen hat, ist Sedomee durch eine weise und umsichtige
Regierung zu beachtlichem Wohlstand gelangt. Anders als in Darian ist hier
daher auch niemand an einer Wiedervereinigung interessiert.
Das Heerwesen
Da das Land keine inneren Unruhen hat, kann auf größere Garden
und Milizheere verzichtet werden. Lediglich eine persönliche Leibgarde
von dreißig Frauen und Männern aus den obersten Clans steht
Arana zur Verfügung. An der Grenze zu Darian jedoch sind mehrere Hundertschaften
des Landesheeres zur Abwehr von Übergriffen stationiert. Zusätzlich
gibt es eine Küstenwache an der Jolseeküste und die Flußwache
am Jolborn. Weiterhin können die Clans zur Landesverteidigung noch
eigene Truppen aufstellen. Die meisten Offiziere und Soldaten des Landesheeres
stellt der Rakesh-Clan. Zur militärischen und staatlichen Kommunikation
dient eine Kette von Signaltürmen entlang der sedomesischen Grenzen,
ergänzt durch Postenreiter.
Die Clans
Alle Bewohnerinnen und Bewohner Sedomees gehören einem Clan an. Diese
Clans entstanden direkt nach der ersten Besiedelung Heligonias. Ihr Verhältnis
untereinander spiegelt (bis auf wenige Ausnahmen) die Strukturen der ersten
Siedler wieder, die sich entschlossen, sich hier im Süden niederzulassen.
Der mächtigste von ihnen ist der Clan Sedomee, nach dem die Grafschaft
benannt ist. Außer den Sedomee gibt es noch sechs weitere Hauptclans
und über 40 kleinere, die einem der großen Clans verbunden sind.
Land, Werkstätten und Handelskontore gehören in den meisten Fällen
jeweils nicht einer einzelnen Person, sondern einem Clan. Die Clans besitzen
eigene Stadtviertel und Dörfer, sie organisieren die gesamte Versorgung
ihrer Angehörigen von der Ausbildung über die Finanzierung von
Arbeitsstätten, Straßen- und Hausbau bis zur Fürsorge für
Kranke und Alte. Jedem Clan steht ein Ältestenrat vor, in dem die
gemeinsamen Angelegenheiten geordnet und bestimmt werden. Alle Vorgänge,
die zwischen den Clans besprochen und geregelt werden müssen, sind
Sache des Clanrates und seiner Vorsitzenden Cardea von Selenai.

Religion
Die Bevölkerung Sedomees besteht ausschließlich aus Ogeden.
Von ihnen wird besonders die Göttin Poëna verehrt. Die Freigräfin
Arana ist oberste Ogeden-Priesterin der Poëna in Sedomee. Die Göttin
ist ihr besonders wohlgesonnen, da die Grundlagen des Glaubens, die Verbindung
zwischen Menschen und die Verbindung mit dem Land sehr genau genommen werden.
Die Baronie Calena ist ein Zentrum der Saarka-Verehrung.
Politik
Freigräfin Arana hat die weise und umsichtige Politik ihrer Mütter
fortgesetzt. Diplomatische Gewandtheit und gewählte Ausdrucksweise
haben ihr ein hohes Ansehen nicht nur in Sedomee, sondern in ganz Heligonia
verschafft. Der rege Handel bringt dem Land in erster Linie Reichtum ein,
jedoch sind die weiten Handelsverbindungen auch ein mächtiger außenpolitischer
Faktor, den Arana geschickt zu nutzen weiß. Trotzdem ist es den Herrscherinnen
von Sedomee nicht gelungen mit dem Nachbarn Darian Frieden zu schließen.
Jede Möglichkeit, Darian die Überlegenheit Sedomees zu demonstrieren
wird genutzt, was Neid und Mißgunst der Nachbarn verschärft.
Wirtschaft
Der Reichtum des Landes gründet auf dem florierenden Handel über
Jolborn und Jolsee und die landwirtschaftlichen Erträge. Warmes Klima
und ein erfolgreiches Bewässerungssystem machen zwei bis drei Ernten
im Jahr möglich. Marola ist Heligonias Tor zu vielen Teilen des Kontinents.
Die Lagunenstadt Jewel und die Flußstadt Jalamanra nehmen ebenfalls
wichtige Positionen ein. Rohstoffe aus allen Teilen Heligonias werden hier
am Jolborn in Empfang genommen und verteilt. Das fruchtbare Land bringt
eine besonders wichtige und nur hier vorkommende Pflanze hervor: den Papyrus.
Die Handwerker der sedomesischen Clans verstehen sich in einzigartiger
Weise darauf, diese Pflanze zu hochwertigem Schreibpapier zu verarbeiten.
Dies wird im Gegenzug zu den benötigten Holzimporten an andere Länder
Heligonias geliefert. Handelsunternehmungen im größeren Stile
sind eine Domäne des Agnat-Clans und der zu ihm gehörenden kleineren
Familien. Die Außenhandelsbeziehungen verwaltet im Namen der Freigräfin
die Handelsmeisterin Freifrau Renai von Agnat. Da Sedomee schon sehr lang
besiedelt ist, gibt es ein dichtes Straßennetz, für dessen Pflege
jeweils die Clans zuständig sind, in deren Gebiet sie liegen.
Gesetzgebung
Grundlage des sedomesischen Rechts ist die heligonische Halsgerichtsordnung,
die vom Clangerichtshof zu Marola (vormals: Valmerianischer Clangerichtshof)
mit einer ganzen Reihe von Kommentaren, Ergänzungen und Präzedenzfällen
im Archiv der Rechtsprechung" ergänzt und verdeutlicht wurde.
Das entscheidende Kriterium des Rechts in Sedomee ist die Wiedergutmachung.
Todesurteile werden sehr selten verhängt, aber hohe Ausgleichszahlungen
und Zwangsarbeit sind häufig ausgesprochene Strafen. Für die
Einwohner Sedomees gilt die Ausweisung allerdings als schlimmste und grausamste
Strafe, weil sie den Verlust der Clanzugehörigkeit beinhaltet.
Die niedere Gerichtsbarkeit wird von den Notabeln der Clans ausgeführt,
die hohe Gerichtsbarkeit obliegt der Freigräfin und den Baroninnen,
die auch die obersten Richterinnen am Clangerichtshof sind.
Brauchtum
Alljährlich in den Monden der Poëna tritt nach der Schneeschmelze
in den Drachenzinnen der Jolborn über seine Ufer. Am ersten Tag der
Poëna wird daher ein großes Dankfest gefeiert. Überall
im Land werden blumengeschmückte Altäre errichtet und Boote mit
Opfergaben dem Jolborn übergeben. Ein weiterer hoher Festtag ist das
sedomesische Unabhängigkeitsfest an der Helioswende, die mit großen
Feuern am 21. Tag des ersten Helios gefeiert wird. Zusätzlich gibt
es noch eine größere Zahl von Festtagen, die jeweils in einer
Baronie oder einem Clan begangen werden. Feste haben in Sedomee nicht nur
kulturelle, sondern auch wirtschaftliche Bedeutung. Gemäß alter
Tradition gibt es ein dichtes Geflecht von gegenseitigen Verpflichtungen
zu Geschenken und Unterstützung, das zu einem ständigen Austausch
von Waren und Arbeitsleistungen führt. In dieser Festkultur liegt
auch ein Grund für den hohen Stellenwert, den Künstlerinnen und
Künstler in Sedomee einnehmen - sie geben den Feiern Glanz und Ansehen.
Gäste
Sedomee war seit der ersten Besiedelung stets ein viel besuchtes
Land. Fremde kamen über die Jolsee und aus dem Inland und brachten
andere Kultur und unbekannte Gewohnheiten mit. Da die Menschen von Sedomee
viel von diesen Reisenden profitierten, hat die Gastfreundschaft zentrale
Bedeutung. Wer ins Landesinnere reisen oder länger als eine Woche
in Sedomee bleiben möchte, benötigt die Einladung eines der Clans.
So haben sich die Clans zur Aufgabe gemacht, alle diese Fremden gemäß
ihrer Profession zu empfangen und zu betreuen. Händlerinnen und Händler
werden so zumeist Gäste des Agnat-Clans, Ritterinnen oder Krieger
bewirtet das Haus Rakesh und um Künstlerinnen und Artisten werden
sich verschiedene Clans bemühen. Die Gäste können sich dann
auf vielfältige Unterstützung und Beratung durch ihre Gastgeberinnen
und Gastgeber verlassen.
Landschaftsbild und Klima
Während der Monde der Poëna und des Helios regnet es in Sedomee
überaus selten. Daher ist das Landesinnere heiß, trocken und
von Natur aus unfruchtbar. Erst die komplexen Bewässerungsanlagen
haben dazu geführt, daß mit Ausnahme des Steppengebietes in
der Mitte Sedomees überall Landwirtschaft betrieben werden kann. Die
Ufer des Jolborn und dessen Delta sind durch die jährliche Überschwemmung
sehr fruchtbar. Dort können alle Arten von Getreide und Gemüse
gepflanzt werden Die sedomesischen Wälder bestehen hauptsächlich
aus Maulbeerbäumen und Ölbaumgewächsen, in Calena gibt es
außerdem Zedernhaine. Alle Bäume gelten als heilig und dürfen
nur mit Zustimmung der örtlichen Ogedenpriesterschaft in Ausnahmefällen
geschlagen werden. Dies hat die letzten Wälder Sedomees vor der Rodung
bewahrt, alles Bauholz wird aus anderen Gebieten importiert.

Tierwelt
Ebenso unterschiedlich wie das Landschaftsbild stellt sich auch die Tierwelt
dar. Im Jolborn-Delta finden sich in feuchten Wiesen zahlreiche Froscharten
und Wasservögel. In den versteppten Ebenen des Landesinneren ist wie
in Darian das Wildkaninchen und die Wildziege zu Hause. Die Ölbaum-
und Maulbeerbaumwälder beheimaten vielfältige Echsenarten. Besonders
zu erwähnen ist noch der Maulbeerbaumspinner. Dieser Schmetterling
legt seine Eier an den Blättern des Maulbeerbaumes ab. Nach der Verpuppung
der Larven wird aus den Kokons kostbare Seide gewonnen. Im Landesinneren
züchten nomadische Familien Kamele und Esel, die ursprünglich
aus der Fremde eingeführt worden sind, nun aber zum vertrauten Bild
des Landes gehören.
Baronie Apurien
Das Wappen der Baronie
Da Apurien traditionell der Sitz des Sedomeeclans und schon zu Zeiten des
valmeranischen Herzogtums das Stammland der Gräfinnen und Grafen von
Sedomee war, führt Apurien das gleiche Wappen wie die Grafschaft,
einen goldenen Jungfrauenadler auf grünem Grund.
Geschichte und Regierung Apuriens
Die Freigräfin von Sedomee residiert in Marola und führt den
Titel der Baronin von Apurien. Als ältester besiedelter Landstrich
Heligonias verfügt Apurien über eine Reihe historischer Bauwerke
und die älteste Universität Heligonias in der Hauptstadt Marola.
Apurien steht in alter Tradition getreu zum Clan Sedomee und unterstützte
auch während des valmeranischen Erbfolgekrieges nachdrücklich
die Position der Herzogin Caliane. Die Gründung der Clans geht auf
die ersten Siedler zurück, die sich entschlossen, an der Küste
seßhaft zu werden. Zunächst war wohl das gesamte Gebiet des
späteren Herzogtums Valmera in den Händen der Clans, deren feste
Struktur damals dem Schutz und Erhalt der Gesellschaftsordnung in einem
Gebiet diente, das von vielen Fremden besucht und durchreist wurde. Diese
Ordnung erwies sich als geeignet, um dem Land bis heute Sicherheit
und Stabilität zu erhalten.
Die jetzige Freigräfin Arana trat ihre Herrschaft über Sedomee
und damit auch über Apurien im Jahre 15 n.A.III an, als ihre Mutter
Mariama von Sedomee und Apurien beschloß, ihr Leben ganz der Leitung
des Heiligtums von Hagiapolis zu weihen. Aranas Tochter Larissa von Sedomee
wird dereinst ihre Nachfolge antreten.
Wirtschaft
In Apurien und Calena liegen die einzigen Anbaugebiete der Papyrospflanze
in Heligonia. Aus ihr werden hochwertige Papyri für die Schreibstuben,
Heiligtümer und Universitäten des gesamten Reiches hergestellt.
Die Handwerkskultur nimmt einen hohen Stellenwert ein, Rohstoffe aus
Übersee werden zu einem großen Teil über Apurien in Heligonia
eingeführt und auch dort veredelt. Marola ist dabei Zentrum des Hochseehandels,
Jewel im Jolborndelta ist Umschlagplatz für die meisten Waren, die
aus den nördlicheren Teilen Heligonias ausgeführt werden. Das
schon sehr lange besiedelte Apurien hat ein dichtes Straßennetz.
Für Pflege und Ausbau der Straßen sind jeweils die Clans zuständig,
in deren Gebiet sie liegen. An der langen Jolseeküste sind Seefischfang
und Salzgewinnung für die Bewohner Apuriens wichtige Einkommensquellen.
Landesverteidigung
Die Leibwache der Freigräfin umfaßt 30 Frauen und Männer
aus den angesehensten Familien der gesamten Grafschaft. Alle sind Absolventen
der Rakeshakademie in Sebur und schwören der Freigräfin persönlich
einen besonderen Treueeid. Aus ihren Reihen werden die hohen Offiziere
der bewaffneten Truppen der einzelnen Clans berufen. Der größte
Teil der apurischen Einheiten sind die Küstenwache und die Flußwachen
an der Grenze zu Dracconia. Ihre Ausrüstung sind ebenso hochseetaugliche
Langschiffe wie schnelle, stark bewaffnete Küstenboote.
Religion
Alle Clans in Apurien verstehen sich als Gemeinschaft getreuer Ogeden,
die mit einer Vielzahl religiöser Feste die Treue zu den Göttern
bekräftigen. Jedes große Ereignis verlangt die Anwesenheit und
Beteiligung ogedischer Geweihter. Die Baronin ist traditionell Hochgeweihte
der Poëna. In Sedomee besteht nach wie vor die alte marolanische Ausrichtung
des Ogedentums. Freigräfin Arana legt größten Wert auf
die Bewahrung des ogedischen Glaubens in seiner ursprünglichen Form.
Das höchste religiöse Fest ist das Poënafest am ersten Tag
des ersten Poënamondes. Hier vollzieht die Hochgeweihte Arana den
Großen Ritus der Göttin und segnet die Felder und Gewässer
Sedomees, um dem Land das Wohlwollen der Göttin und die Fruchtbarkeit
zu erhalten.
Die Stadt Marola
Die Hafenstadt Marola gilt als die älteste Stadt Heligonias. Vor ungefähr
700 Jahren ließen sich dort die ersten Siedler nieder, die über
die Jolsee ins Land kamen. Hier befindet sich auch der Palast der Freigräfin
von Sedomee und das Hauptgebäude der sedomesischen Staatskanzlei.
Ein wichtiges kulturelles Zentrum Apuriens ist der Minnehof der Freigräfin
Arana. Dort treffen sich Frauen und Männer aus ganz Heligonia zu Turnieren
und kunstreichem Wettstreit. Poesie, Literatur, Philosophie und Musik werden
hier als göttingefällige Künste gepflegt und weiterentwickelt.
Der Clangerichtshof unter dem Vorsitz der Freigräfin tagt im Varonea-Palast,
einem altheligonischen Trutzbauwerk, das direkt neben der Staatskanzlei
liegt. Große Teile Marolas verfügen über befestigte Straßen.
Es gibt ein Kanalisationssystem und ein Netz von Brunnenanlagen, das über
die gesamte Stadt verteilt ist. Das Stadtbild prägen Steingebäude
und das weitläufige Hafengebiet. Dort steht auch der große Valmeranische
Feuerturm, der selbst weit entfernten Schiffen sicher den Weg in den Hafen
weist. In Marola liegen die Stammhäuser der mächtigen Clans von
Sedomee, Sefardi und Agnat. Auch alle anderen großen Clans besitzen
eigene Niederlassungen oder sogar ganze Stadtviertel. Jeder der größeren
Clans legt in den Clanhäusern Zeugnis von der Kunstfertigkeit und
den besonderen Talenten seiner Angehörigen ab, es gibt dort eigene
Theater, Tanzsäle und Ausstellungsräume.

Die Universität zu Marola
Diese Institution gehört zum Herzen Sedomees. Sie besteht in unterschiedlicher
Gestalt seit der ersten Besiedelung und wird von dem alteingesessenen Sefardi-Clan
unterhalten. Sie steht unter der Leitung der Freifrau Kalenopis von Sefardi.
Ohne Zweifel ist es eine (durchaus kostspielige) Ehre, dort unterrichtet
zu werden. Angesehene Gelehrte aus ganz Heligonia vermitteln die unterschiedlichsten
Fächer. Einen hohen Stellenwert nehmen neben den klassischen Universitätsfächern
auch die praktischen Studien ein. Viehzucht, Schiffbau und Bewässerungskunst
sind Lehrfächer, deren Ergebnisse in ganz Sedomee besichtigt werden
können. So wird eine Studentin oder ein Student der Universität
nicht überrascht sein, immer wieder ein Trimester bei einem Wüstenbewässerungsprojekt
oder in den Musterstallungen des Sefardi-Clans zu verbringen, um die praktischen
Fertigkeiten zu vervollkommnen.
Über die Studiengebühren hinaus verfügt die Universität
auch über die Gelder, die mit Auftragsarbeiten verdient werden, und
unterhält beispielsweise - in Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei
- eine umfangreiche Bibliothek mit alten und neuen Schriften. Schon allein
der Zugang zu diesem Archiv macht einen Lehrauftrag in Marola für
die Gelehrten des Landes außerordentlich erstrebenswert, zumal er
mit Ehre und großzügigen Vergütungen verbunden ist.
Die Stadt Jewel
Am Rande des Jolborndeltas liegt die alte Handelsstadt Jewel. Von hier
aus wird ein großer Teil des heligonischen Außenhandels abgewickelt,
denn Jewel kontrolliert den einzigen Flußarm des Jolborn-Deltas,
der auch von größeren Schiffen befahren werden kann. Hier sind
auch die Grenztruppen Apuriens für die dracconische Grenze stationiert.
Diese Lage führte dazu, daß Jewel seit der Zeit der valmeranischen
Herzöge stark befestigt und gut bewacht wurde. Bis heute ist es keinem
Piratenangriff und keiner fremden Macht gelungen, die hohen Kalksteinmauern
zu überwinden. Dies wird von der Lage Jewels begünstigt, das
von den geschicktesten Architekten des Sefardi-Clans hoch auf den Uferfelsen
angelegt wurde. Den Schutz durch die schroffe Uferlandschaft ergänzen
auch die gefährlichen Strömungen und Felsen am Ostarm des Deltas,
die Schiffe nur mit Hilfe der bewährten Lotsen aus der Familie der
Selenai-Arean unbeschadet passieren können. Sie führen die Schiffe
sicher in den Hafen, wo sie bereits von den zahlreichen Handelsniederlassungen
erwartet werden. Der Selenai-Clan hat hier seinen Hauptsitz und stellt
die beiden Stadtkommandanten, die Geschwister Khenja und Loran von Selenai.
Sie residieren im Palast der Stadtregierung. Die Zitadelle, die am höchsten
Punkt Jewels liegt, ist der Sitz der Coronis und damit die Vertretung der
Sedomesischen Staatskanzlei. Ebenso haben alle anderen großen Clans
hier ihre Niederlassungen, um Handel zu treiben, ihren Handwerken nachzugehen
und Kontakte zu fremdländischen Reisenden aufzunehmen. Für die
Sicherheit der Stadt sorgt auch hier der Rakesh-Clan.
Baronie Sebur
Baroniewappen
Das Wappen der Baronie zeigt einen grünen Skarabäus auf goldenem
Grund.
Herrscherinnenfamilie
Die derzeitige Baronin, Nadyma von Sedomee, wurde am 7. Tag des 1. Poëna
im Jahr 8 v.A.III als erste Tochter der Nalana von Sedomee, der Schwester
der damaligen Freigräfin Mariama, geboren. Ihr Vater Ann´dra
von Rakesh gehört dem für die Landesverteidigung zuständigen
Rakesh-Clan an, der seine Stammlande in Sebur hat. Von ihrer Mutter
erbte sie ihre Berufung zum Heilen und erwarb den Titel einer Magistra
der Heilkünste der Universität zu Marola. Nadyma von Sedomee
regiert die Baronie seit dem Jahr 17 n. A. III. Im Jahr ihrer Amtsübernahme
ging sie eine Poëna-Ehe mit Marc von Sedomee ein, der am 3. Tag des
3. Saarka 18. n. A III der Vater ihrer ältesten Tochter Dylena wurde.
Im Jahre 20 n. A. III gebar sie ihre zweite Tochter Marisela aus der Verbindung
mit Rafael von Selenai. Seit dem Jahr 23 n. A. III führt sie eine
fortgesetzte Poëna-Ehe mit Faridah von Rakesh, einer Ritterin aus
dem Clan ihres Vaters.
Wirtschaft
Fast der gesamte Baumbestand Seburs wächst in den Maulbeerplantagen.
Aus ihnen wird der Seidenbedarf Sedomees gedeckt und der Überschuß
dieser kostbaren Ware wird in zum Teil weit entfernte Länder ausgeführt.
Dabei produziert der Clan Bindar-Dimara daraus edle Stoffe, die teilweise
noch mit Fäden aus Edelmetallen zu Brokat verwoben werden, Kleidung
und farbenprächtige Teppiche mit geometrischen und floralen Mustern.
Aufgrund der Seltenheit und aufwendigen Verarbeitung werden diese Erzeugnisse
mit Aurazit aufgewogen. Am 13. Tag des 2. Heliosmondes wird in ganz Sebur
das Seidenfest gefeiert, bei dem in kostbare Gewänder gekleidete Menschen
die Geweihten in großen Prozessionen zu den Segnungen der Maulbeerbäume
geleiten. Anschließend wird überall bis spät in die Nacht
ausgelassen mit Gesang, valmeranischem Tanz und reichhaltigem Essen gefeiert.
Der Wüstenboden wird durch die an der Universität zu Marola entwickelte
Bewässerungstechnik, die effektivste Heligonias, fruchtbar gemacht
und bringt in bis zu zwei jährlichen Ernteperioden Getreide, Datteln,
Nüsse, Oliven und Feigen hervor. Früchte und das meiste Gemüse
bezieht Sebur aus den anderen Baronien. In den versteppten Gebieten
des Nordwestens wird teilnomadische Viehzucht (hauptsächlich Ziegen)
betrieben. Dort züchtet der Sefardi-Clan außerdem edle und ausdauernde
Pferde, die aufgrund des heißen und trockenen Klimas genügsam
und widerstandsfähig sind. Sie zeichnen sich durch Gelehrigkeit, Mut
und große Treue aus und es sind viele, zum Teil jahrhundertealte
Lieder und Geschichten über sie erhalten. Diese Pferde bleiben fast
ausschließlich in Sedomee, nur selten werden sie zur Veredelung auswärtiger
Rassen ausgeführt. In der Hauptstadt Zysar befindet sich die
einzige Werft Sedomees für den Hochseeschiffbau. Dort werden die Schiffe
der gräflichen Flotte und der Handelshäuser gebaut und instand
gehalten. Aufgrund der Holzknappheit in Sedomee muß das Holz für
den Bau fast vollständig importiert werden. An der Küste betreiben
die Einwohner Fischfang und Salzgewinnung, in den Riffen vor Zysar werden
in geringem Umfang Perlen gefunden. Die Stadt Al'Khemilla ist Anlaufstelle
für Kranke , da dort alle Arten der Heilkunst besonders gefördert
werden. Außerdem werden von dort getrocknete Heilkräuter und
aus Pflanzen gewonnene Essenzen geliefert. Gut ausgebaute Straßen,
vor allem entlang der Küste und der Grenze zu Darian, verbinden Sebur
mit den beiden anderen Baronien Sedomees. An diesen Straßen befinden
sich zahlreiche Relaisstationen und Unterkünfte für Händler
und andere Reisende.
Landesverteidigung
Sebur hat viel gemeinsame Grenze mit Darian. Daher ging Nadymas Mutter
Nalana von Sebur und Sedomee eine Verbindung mit einem Mann des Rakesh-Clans
ein, um die Beziehungen zwischen dem kämpferisch ausgerichteten Clan
und der Grenzbaronie Sebur zu stärken. Bei der Gründung Sedomees
übernahm der Rakesh-Clan die alte traditionsreiche Kampfakademie zu
Sebur, wo heute alle hochrangigen Kämpferinnen und Kämpfer von
Sedomee (Offiziere, Adelige) ihre Ausbildung erhalten. Sebur war schon
seit Beginn kämpferisch orientiert, wobei natürlich auch die
Seefahrt eine bedeutende Rolle spielt. Entlang der Grenze zu Darian und
an der Küste stehen in kurzen Abständen Türme, die der schnellen
Nachrichtenübermittlung mittels Flaggen und Signalfeuern dienen. Sie
sind oft auch Bestandteil der Raststationen und Ansiedlungen entlang der
Grenzstraße. In vielen Türmen stehen zudem Katapulte mit (an
der Küste auch brennbaren) Geschossen. Obgleich Sebur mit gelegentlichen
Grenzüberschreitungen von darianischer Seite leicht fertig wird, legt
es doch keinerlei Wert auf kriegerische Auseinandersetzungen, wie aus folgenden
gutgemeinten Ratschlägen der Baronin Nadyma an übermütige
darianische Angreifer deutlich wird: "Aber Jungs, geht doch nach Hause,
setzt euch ans Feuer, eßt etwas Gutes und laßt es euch wohlergehen,
sei es mit Frau oder Mann. Ihr könnt das Leben doch wahrlich mehr
genießen, als mit diesem unsinnigen und unangenehmen Zeitvertreib."
Religion
Beide Göttinnen werden in Sebur gleichermaßen verehrt. Baronin
Nadyma ist eine starke Verfechterin des ogedischen Glaubens und Förderin
der Heilkünste. Ihre Mutter Nalana von Sedomee ist die Vorsitzende
der Congregatio der Heilkundigen, die jährlich im dritten Saarkamond
in der Oasenstadt Al'Khemilla zusammentritt. Dort befinden sich deshalb
auch Heiligtümer aller Vier Götter, in denen besonders die verschiedenen
Aspekte der Heilkunst gefördert werden. Die Stadt Hagiapolis mit dem
Heiligtum der Zwei Göttinnen liegt an der Grenze der drei Baronien
auf dem Boden Seburs. Die derzeitige Hochgeweihte dort ist die frühere
Freigräfin Mariama von Sedomee.
Die Stadt Zysar
Erste Siedler bauten den Hafen im Schutz von Riffen, die an dieser Stelle
vor der Küste liegen. Zum Teil wurden diese in die Befestigungen mit
einbezogen. Die Einfahrt in den Hafen ist wegen der nahe der schmalen
Fahrrinne liegenden Untiefen und scharfkantigen Felsen nur mit ortskundigen
Lotsen gefahrlos möglich. Um Überfällen von Land her vorzubeugen,
wurden auch die dem Land zugewandten Teile der Stadt, zuerst mit Lehmwällen,
befestigt. Die Mauern wurden über die Jahrhunderte hindurch immer
weiter ausgebaut, wobei später hauptsächlich Steine aus den Bergen
des südlichen Schlangenkammes auf dem Seeweg aus dem Norden Valmeras
heran transportiert wurden. Heute ist Zysar, besonders im Süden entlang
der Küste, längst aus seinen Mauern herausgewachsen. Die Stadt
ist das Zentrum des Seehandels der Baronie, was auch den zahlreichen Menschen
zugute kommt, die sich besonders hier dem Schiffbau widmen. Von allen
großen Städten Sedomees liegt Zysar dem Gebirge am nächsten,
wodurch sich die besonders große Anzahl von Steinbauwerken in der
Stadt begründet. Auch die Bewässerungsanlagen, die von Brunnen
und Zisternen aus die Bevölkerung versorgen, sind größtenteils
aus diesem Stein gebaut. Ihre Instandhaltung und der ständige Ausbau
ist, wie überall in Sedomee, besondere Aufgabe des Sefardi-Clans,
der daraus nicht unbeträchtliche Einkünfte bezieht. Zysar ist
auch Zentrum der Fertigung kunstvoller Geschirre aus feinem, weißen
Ton, der nicht weit entfernt im Hinterland gefördert wird. Er wird
in einem besonderen Verfahren mit anderen Zutaten gebrannt und mit leuchtenden
Glasuren bemalt, deren Zusammensetzung das Geheimnis der jeweiligen Töpferfamilien
ist. So entstehen Teller, Becher und Krüge, die die Zierde jeder edlen
Tafel sind. Jedes dritte Jahr am 20. Tag des 1. Xurl, dem Vortag des Festes
der Tag- und Nachtgleiche, versammeln sich die besten Kriegerinnen und
Krieger der Grafschaft und aus anderen Teilen Heligonias in Zysar zum traditionellen
Herzogin-Caliane-Turnier, um sich in Mut und Geschicklichkeit zu messen.
Dieses Turnier wurde zum ersten Mal im Jahre 76 v. A. III von der damaligen
Herzogin Valmeras anläßlich ihrer Amtsübernahme abgehalten
und sollte von da an jährlich stattfinden. Da dies durch den Bürgerkrieg
in den zwei darauffolgenden Jahren nicht möglich war, wurde beim zweiten
Turnier im Jahre 73 v. A. III jedoch ein dreijähriger Turnus festgelegt.
Es war stets ein besonderes Bestreben der Angehörigen des Rakesh-Clans,
möglichst viele Siege in diesem Wettstreit zu erringen.

Eine weitere Herausforderung ist das alljährliche Rennen der besten
und ausdauerndsten Sefardi-Pferde. Es führt von Zysar aus etwa 250
Meilen durch das heiße und trockene Landesinnere nach Jalamanra in
der
Baronie Calena, dann 400 Meilen in die Hauptstadt Marola und zuletzt wieder
die 150 Meilen an der Küste entlang zurück nach Zysar. Das Rennen
beginnt am Morgen des 10. Tages des 3. Poëna und das beste Pferd wird
oft schon am Abend oder in der Nacht des 3. Renntages über die Ziellinie
geritten. Pferde, die das Ziel erreichen, sind die wertvollsten Zuchttiere
und daher wird sehr darauf geachtet, daß sie nicht nur schnell, sondern
auch in guter Verfassung ankommen. Wer aber ein Rennpferd zuschanden reitet,
wird von der Teilnahme an weiteren Wettbewerben ausgeschlossen. Wer nach
Zysar reist, sollte es nicht versäumen, das Opernhaus zu besuchen.
In dem eindrucksvollen, 200 Jahre alten Bau an der Ostseite des Marktplatzes
finden zu großen Festlichkeiten Aufführungen der Rakesh-Oper
statt. Dabei handelt es sich um eine Mischform aus Schauspiel, Tanz, Gesang
und inszenierten Gefechten, in der meist kriegerische Ruhmestaten
aus der Geschichte des Landes dargestellt werden. An besonderen Feiertagen
ist es für die Obersten des Clans Ehrensache, selbst Rollen in diesen
Darbietungen zu übernehmen. Die oft archaischen und tongewaltigen
Musikstücke und Arien sind dann nicht unbedingt für zarte Ohren
geeignet, die Kampfszenen aber zeigen besonders große Perfektion
und Anmut.
Die Stadt Al'Khemilla
Al'Khemilla, die von den Göttern besonders gesegnete Oase inmitten
der wüstenähnlichen Steppe im Landesinneren, ist ein grünes
Kleinod. Schon von weitem fällt den Reisenden das satte Grün
der Palmen und Büsche und das leuchtende Weiß der gekalkten
Lehmbauten mit ihren Kuppeldächern ins Auge. An einer großen
natürlichen Wasserstelle gelegen, wächst in Al'Khemilla eine
Vielzahl verschiedenster Pflanzenarten. Zusätzlich zu den einheimischen
Dattelpalmen und Feigenbäumen wurden vielerlei Haine, Obstplantagen
und Gärten angelegt. Darunter befindet sich der Poëna-Hain, ein
traditionsreicher botanischer Garten mit Gewächsen aus ganz Heligonia
und als besonderem Schwerpunkt der umfassendsten Heilkräuterpflanzung
des Reiches. Dort werden mit zum Teil großem Aufwand fast alle bekannten
Pflanzen mit den unterschiedlichsten Heilwirkungen gezogen. Betreut wird
dieser Garten von einem Kollegium aus Gelehrten der Universität Marola,
Geweihten der Vier Götter und erfahrenen Heilkundigen. Die Universität
unterhält dort eine Sammlung von Schriften zur Heilkunst. Der Poëna-Hain
steht unter der besonderen Obhut der früheren Baronin Nalana von Sedomee,
die in dieser Position auch die Vorsitzende der Congregatio der Heilkundigen
ist. Diese versammelt sich jährlich im III. Saarkamond in Al'Khemilla,
um dort Erkenntnisse auszutauschen, Versuche anzustellen und den Göttern
zu huldigen. Ein spezieller Bereich des Haines birgt die Pflanzen der Saarka.
Um sie zur Heilung zu nutzen, bedarf es großer Kunstfertigkeit und
Sorgfalt, da nicht wenige von ihnen die Kraft haben, schon in kleinen Mengen
den Menschen großen Schaden zu bringen. In der Stadt gibt es außerdem
ein Heiligtum des Xurl mit einem großen Badehaus, in dem ebenfalls
die Heilanwendung des Wassers im Vordergrund steht, sowie die Halle des
Helios, in deren Bezirk Gemütskranke und Verwirrte die Reinheit ihres
Geistes und damit Heilung finden. Al'Khemilla liegt an der Straße
nach Jewel, etwa 90 Meilen direkt von der Küste und 100 Meilen von
Zysar entfernt. Dort befinden sich daher auch Lagerhäuser und Handelsstationen,
und dreimal wöchentlich wird Markt gehalten.
Baronie Calena
Baroniewappen
Baronin Valeria von Calena Valeria von Sedomee, zweite Tochter der Freigräfin
Mariama von Sedomee und des Torril von Alamee, wurde als Nachfolgerin der
Baronin in den Calena-Zweig des Sedomee-Clans adoptiert. Sie fördert
damit nicht nur die enge Bindung innerhalb des Clans, sondern auch
die Bedeutung des Alamee-Clans, der in Calena als dem fruchtbarsten Land
Sedomees sein Zentrum hat. Mit dem Herrschaftsamt verbunden ist in Calena
traditionell das Amt der Hochgeweihten der Saarka. Baronin Valeria wurde
bis zu ihrem 14. Lebensjahr gemeinsam mit ihrer Schwester Arana von Sedomee,
der künftigen Freigräfin, erzogen und ausgebildet und von da
an in Calena auf ihre Herrschaftswürde vorbereitet. An der Kampfakademie
zu Rakesh wurde sie von den besten Offizierinnen Sedomees in Waffenkunst
und Strategie ausgebildet. Während ihres Studiums an der Universität
Marola erwarb sie den Titel einer Magistra. Baronin Valeria erhielt den
Heliosbrief von ihrer Vorgängerin Kalika von Sedomee im Jahre 23 n.A.III.
Die junge Baronin widmet sich der Förderung der Künste ebenso
wie der des Waffenhandwerks und setzt sich als Hochgeweihte nachdrücklich
für die Bewahrung des ogedischen Glaubens ein.
Die Baronie Calena
Calena ist die kleinste der drei Baronien, jedoch äußerst fruchtbar
durch die jährliche Jolbornschwemme und Bewässerung: Der Ackerbau
erbringt bis zu drei Ernten im Jahr. Das Flußufer ist am dichtesten
besiedelt, dort liegt die Hauptstadt Jalamanra und südlicher die Stadt
Shamanka. Entlang des Jolborn ziehen sich Äcker, Plantagen und Wälder,
im Winterhalbjahr mit gelegentlichen Regenfällen gesegnet. Die Steppen
des Hinterlandes sind heiß, trocken und niederschlagsarm.
Die Hauptstadt Jalamanra
Am schönen Jolborn gelegen, bietet die stark befestigte Handelsstadt
Jalamanra mit ihren kunstvoll gestalteten Bauwerken, Arkaden und Terassengärten
einen prächtigen Anblick. Die Wassermassen des Jolbornhochwassers
werden über ein Kanalnetz direkt in Sammelbecken geleitet, deren Wasservorräte
das ganze Jahr über der Bewässerung dienen. Das Bild der freundlichen
Stadt ist durch den prunkvollen, stets belebten Hafen, die bunten Märkte
und zahlreichen ogedischen Heiligtümer und Schreine geprägt.

Ackerbau
Angebaut werden Reis und Brotgetreide, Obst, Gemüse und Zuckerrohr,
Papyrus und Baumwolle. Calena kann mit bis zu drei Ernten im Jahr einen
beträchtlichen Überschuß produzieren, der teils in die
anderen Baronien, teils ins Ausland exportiert wird. Der Anbau liegt in
der Hand des Alamee-Clans, dessen Domäne der Ackerbau ist. Der Clan
hat seinen Hauptsitz in Jalamanra und sein Stammland entlang des fruchtbaren
Jolbornufers. Große Teile des Handels werden über den Agnat-Clan
abgewickelt, der in Jalamanra eine große Niederlassung unterhält.
In vielen kleinen Dörfern und Ansiedlungen entlang des Ufers leben
die Menschen von Ackerbau und Fischfang.
Handel
Große Bedeutung für Jalamanra und ganz Calena hat der Flußhandel.
Der Jolborn stellt den einzigen Wasserweg des nördlichen Heligonia
zum Meer dar und führt daher zu allen Jahreszeiten Handelsschiffe
nach Calena. Jalamanra ist wichtige Handelsstadt für die Einfuhr von
Waren nach Sedomee und für die Ausfuhr inländischer Erzeugnisse.
Zu ihnen gehören neben Nahrungsmitteln und Baumwollstoffen die Luxusgüter
Papyrus aus Calena und Apurien, Räucherwerk und Schnitzkunst aus Shamanka,
Seide und edle Töpferwaren aus Sebur sowie unterschiedlichste sedomesische
Kunstwerke. Entlang des gesamten Jolbornufers finden sich zahlreiche Handels-
und Versorgungsstationen, die mit ihren Gaststätten und valmeranischen
Badehäusern zur Entspannung einladen und Gelegenheit zu neuen Handelskontakten
bieten. Baronin Valeria unterhält Küstenboote mit gut ausgebildeten
Flußwachen und Lotsen zur Bewachung der Handelsstationen und zum
Geleit der Handelsschiffe durch die schwer passierbaren Untiefen und Stromschnellen
des Jolborn um Jalamanra. Die Flußwachen, Lotsen und Geleitschiffe
stellt der Bindar-Clan, dessen Domäne neben dem Handwerk auch das
Transportwesen ist. Er hat seinen Hauptsitz in Jalamanra, wo auch Angehörige
des Bindar-Clans in Begleitschutz und Orientierung ausgebildet werden.
Auch der Agnat-Clan (Handel) und der Rakesh-Clan (Landesverteidigung) haben
Niederlassungen in Jalamanra, wobei der Rakesh-Clan im Auftrag der Baronin
für die Sicherheit des Ufers und der Landesgrenzen zu Darian und Thal
sorgt.
Religion
Jalamanra ist als altes Zentrum der Saarka-Verehrung Anziehungspunkt für
Saarka-Geweihte und Gläubige aus ganz Heligonia. Hochgeweihte Valeria
selbst zelebriert hier zu den Festtagen die Hohen Rituale. In den Heiligtümern
Saarkas wird durch Weise Frauen eine altüberlieferte Tradition der
Versenkung durch Meditation und Körperübungen gelehrt. Auch Poëna-Haine
und Schreine der Götter Helios und Xurl finden sich hier.
Die Oase Bou Saarka
Im Steppengebiet im Zentrum Sedomees leben nomadische Familien, die Tierzucht
betreiben. Ihre Stadt und der größte Markt der Gegend ist die
Oase Bou Saarka, die für ihre Leder- und Pergamentherstellung berühmt
ist. Farbenfrohe geknüpfte Wollteppiche und weiche Decken aus Ziegenhaar
mit charakteristischen Mustern werden dort gehandelt. Ihren einzigartigen
Charme aber verdankt die Wüstenstadt mit ihren weißen Gebäuden
und verschachtelten Gassen der Tradition des valmeranischen Tanzes, der
hier seit alter Zeit von den besten Tänzerinnen und Musikerinnen gepflegt
wird.

Die berühmtesten Tänzerinnen Sedomees kommen aus der Oasenstadt
und werden engagiert, um an den Höfen für reichen Lohn Auge und
Herz zu erfreuen. Die kunstreichsten unter ihnen, Shivasani genannt, beherrschen
neben Tanz, Gesang und dem Lautenspiel auch die Dichtkunst, die Kunst des
Märchenerzählens und das edle Wissen darüber, wie Feste
auszurichten sind. Sie werden zu den großen Clanfeiern und hohen
festlichen Anlässen in die Paläste gebeten, um die Organisation
der Feierlichkeiten zu übernehmen. Da Feiern im täglichen Leben
Sedomees und für den Handel eine große Rolle spielt, genießen
diese kunstreichen Frauen im ganzen Land hohes Ansehen.
Shamanka
Shamanka, genannt die "Holzstadt", liegt südlich von Jalamanra am
Jolbornufer inmitten von Zedern- und Sandelholzwäldern. Die Häuser
sind auf Pfählen erbaut und mit reicher Schnitzkunst versehen. Hier
werden aus den duftenden Edelhölzern kunstvolle Schnitzereien angefertigt,
die die Paläste und Clanhöfe Sedomees schmücken. Sie stellen
Szenen aus dem kulturellen Leben, religiöse Bilder oder in stilisierter
Form wichtige Pflanzen des Landes dar. Besonders auch die poënagefälligen
sinnlichen Szenen erfreuen sich nicht nur in Sedomee großer Beliebtheit.
Shamanka ist die einzige Stadt der Grafschaft, in deren Gebiet aufgrund
ihrer alten Tradition und religiösen Ausrichtung der Kunst größere
Mengen von Holz geschlagen werden darf. Ein Kollegium von Priesterinnen
des Sedomee-Clans wacht darüber, welche Bäume gefällt werden.
Von ihnen werden auch die kostbaren Räucherharze gesammelt, die Shamanka
an andere Heiligtümer liefert.
Brauchtum in Calena
Das Fest der heiligen Bilder findet am 21. Tag des 1. Saarkamondes in Jalamanra
zu Ehren Saarkas als der Herrin der Nacht statt. Es ist ein traditionelles
freizügiges Fest mit Gebrauch von Traumkraut. Diese Pflanze wird von
den Tempeln ausgegeben, denen allein der Anbau obliegt. Das Fest der Jolbornschwemme
wird im 1. Poëna mit festlich geschmückten Altären und Opfergaben
an den Fluß begangen. Gefeiert wird hier Poëna als die lebenspendende
Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings. Tanzfestival in Bou
Saarka: In ganz Sedomee wird zu allen Festen getanzt.
Die anmutigen, wiegenden Bewegungen des valmeranischen Tanzes sind
in jedem Palast und auf jeder Straße zu sehen und gehören ganz
selbstverständlich zum Alltagsleben. In Bou Saarka, dem künstlerischen
Zentrum des Tanzes, findet alljährlich im 2. Poënamond ein berühmtes
Tanzfestival statt. Dort werden die unterschiedlichsten Tänze und
Stile gelehrt, ausgetauscht und nicht zuletzt einem erlesenen Publikum
vorgeführt. Baronin Valeria ist hier Ehrengast und pflegt, die besten
Tänzerinnen und Musikerinnen des drei Tage dauernden Festes im 3.
Poënamond in ihre Residenz nach Jalamanra einzuladen. Das Katzenfest
zu Jalamanra wird am 1. Tag des 2. Xurl gefeiert nach einer alten Überlieferung,
in der eine kluge Katze der Göttin Saarka und den Menschen am Jolborn
half.
Die Mondkatze
Einst schlief Gott Xurl zur Regenzeit ein, und es hörte nicht mehr
auf zu regnen. Der Jolborn schwoll an, trat über seine Ufer und begann
schließlich, die Länder an seinen Ufern zu überschwemmen.
Die Menschen klagten und riefen zu den Göttern um Hilfe. Aber Xurl
schlief fest und hörte nichts. Die Göttin Saarka hatte Mitleid
und setzte sich auf ihren Thron, um nachzudenken, was zu tun sei. Da sprang
eine weiße Tempelkatze auf ihren Schoß und sprach zu Saarka:
Vielleicht kann ich dir helfen. Setze mich auf den Mond, denn ich habe
scharfe Augen. Vom Himmel aus kann ich die ganze Welt überblicken
und den Regengott finden. So geschah es: Saarka setzte die weiße
Katze auf den Mond, und diese konnte Xurl nach langem Suchen in einer Höhle
ausmachen. Von der Göttin der Nacht gesandt, stieg die Katze auf einem
Mondstrahl auf die Erde hinunter und weckte Xurl auf, indem sie ihn an
der Nase kitzelte. Der Gott fuhr niesend auf, sah die schrecklichen Überschwemmungen
und gebot den Wassern Einhalt. Der Regen endete, die Fluten zogen sich
vom Land zurück, und bald floß der Jolborn so ruhig und würdevoll
wie zuvor. Zum Lohn für ihre Klugheit setzte Saarka die Katze auf
den Mond hinauf, von wo aus sie die ganze Welt betrachten kann. Dort können
wir Menschen das Gesicht der Mondkatze auch heute noch erkennen. Seit dieser
Zeit sind Katzen in ganz Heligonia heilige Tiere der Saarka, und Saarka
selbst verwandelt sich bei Nacht gerne in eine Katze. Calena führt
die Mondkatze Saarka zu Ehren als Wappentier. |
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