Die Fürstenfamilie

Die Fürstenfamilie derer von Thal hat einen sehr großen und weit verzweigten Stammbaum. Fürst Bartha, der derzeitige Herrscher, ist mit Genofeva von Amer verheiratet. Aus dieser Verbindung sind zwei Kinder hervorgegangen, Prinz Anselm und seine jüngere Schwester Prinzessin Celia.

Fürst Bartha hat in seiner Jugend so manchen Kampf um den Erhalt des Landes und den Frieden in Thal gekämpft. Seine Amtszeit begann noch vor der des Königs Helos Aximistilius III. im Jahr 3 v A III. Heute ist er ein alter und weiser Herrscher, der von einem reichen Erfahrungsschatz Gebrauch machen kann. Die Landesmutter Genofeva unterstützt vor allem die Thaler Xurl-Geweihten, die für das Wohl der ärmsten der Armen in besonderem Maße sorgen. Während Prinz Anselm die kleine Baronie Güldental regiert, ist seine Schwester die Herrin der Provinz Uhlenstein.

Zur engeren Verwandtschaft gehört noch die Linie von Prinzessin Lara von Thal, die durch Heirat die Wulfensteiner Linie in die Familie brachte. Der Baron von Welzen, Beorric von Wulfenstein, sowie sein Neffe, Sihran von Tolens, gehören dieser Linie an.

Die Familie von Amer ist seit einigen Generationen durch die Heirat von Prinzessin Sarah von Thal mit Tetzhold-Wolfhardt Amer fester Bestandteil der Familie.

 

Geschichte

Die Geschichte Thals geht zurück auf die ersten Siedler, die sich entlang der Flüsse ausbreiteten. Schon immer orientierten sich die Menschen nördlich des Brazach eher nach Jolbenstein und südlich des Stromes nach Betis, der großen Stadt im Brazachdelta, dereinst „Bethysan“ genannt, was soviel wie „die Schöne, die Große“ bedeutet.

In dieser Zeit liegen die Wurzeln des heutigen Fürstentums Thal. Der erste Fürstensitz war der Fluchtberg in Betis, schon seit langem die Stammburg des Geschlechtes derer von Thal. Zu Füßen dieser Fliehburg lag die alte Stadt, in der Handel und Handwerk florierten.

Die heligonischen Siedler breiteten sich entlang der Flüsse aus, nach Norden den Jolborn hinauf, und weiter nach Osten entlang des Brazach. Entlang dieser Flüsse verliefen - und verlaufen auch heute noch - die alten Handelsstraßen, die sich in Betis treffen und so den größten Umschlagplatz für Waren aus ganz Heligonia bilden.

Mit der Ausbreitung der Siedler entstanden entlang des Brazach nach und nach neue Ansiedlungen. In geschützter Lage an der Mündung der Camwasser im heutigen Anthan entstand so eine neue Handwerkerstadt, das heutige Hammerbach, einst Gron („Griuna“ = „der neue Bund“) genannt, wo sich Handwerker und Händler aus dem westlichen Thal und aus dem Gebiet der heutigen Grafschaft Sedomee niederließen, um von dort aus Handel mit den Gebieten im heutigen Drachenhain und weiter stromaufwärts zu treiben. Obwohl die Siedler im Osten in der Hauptstadt Betis als eigenbrötlerisch und stur galten, florierte schon binnen weniger Jahre das Geschäft in den neuen Ostgebieten, und die junge Stadt Gron erlebte ihre erste Blütezeit. Mit der Erschließung der Ostgebiete entstand auch eine befestigte Zoll- und Verteidigungsanlage, die im Gebiet des heutigen Roggenhain lag.

Im Lauf der Zeit wurde die Vormachtstellung im Osten Thals weiter gefestigt, und auch im Binnenland und die kleineren Flüsse hinauf entstanden Ansiedlungen und Städte. Der Handelsweg von Gron Richtung Südosten nach Darian wurde erschlossen. Aus dieser Zeit datieren auch die alte Handelsstadt Sethnara, altheligonisch „Siadnaer“, „Tor zum Süden“, genannt, und die Feste Beraht, die seit alter Zeit wichtige Stützpunkte auf dem Handelsweg darstellen.

Unter der Herrschaft von Fürst Rarl von Thal wurde auf dem Berg über der Stadt Gron ein neuer Fürstensitz erbaut, der als repräsentativer Sommersitz der Fürstenfamilie derer von Thal und Ausgangspunkt für Reisen in die neuen Ostgebiete Thals dienen sollte. Er erhielt den Namen Hochanthen, in der alten Sprache „hoyn an tahen“, „die Hohe (Burg) des (Landes) Thal“. Offiziell gegründet wurde dieser neue Fürstensitz von Fürst Rarl von Thal, doch erdacht, geplant und gebaut von dessen Bruder Prinz Hehnloon von Thal, einem Schöngeist und Künstler, auf den sich auch heute noch die besten Künstler des Heligonischen Königreiches berufen.

Der neue Fürstensitz wurde als Symbol der neuen Macht im Osten Thals großzügig und mit großem Prunk ausgestattet und übertraf die alte Fliehburg in Betis bei weitem in Glanz und Bequemlichkeit. Weitere Faktoren wie die Zunahme des Einflusses der Thaler Ostgebiete, die dadurch günstigere zentrale Lage des neuen Hauptsitzes und nicht zuletzt mangelnder Platz für Neubauten auf dem begrenzten Terrain der alten Fliehburg in Betis sowie zunehmende Unbequemlichkeit der alten Festung festigten die Stellung Hochanthens als Hauptstadt Thals.

In der Folgezeit wurde die Fliehburg in Betis immer weniger als Sitz von Fürsten oder deren Statthaltern benutzt. Bequemere und zentraler gelegene Stadthäuser wurden der alten Festung vorgezogen, so dass heute auf dem Tafelberg selbst nur noch Bergfried und Fürstenpalais stehen. Stallungen, Zeughaus, Wachhäuser und andere Gebäude sind am Fuße des Berges mit der Stadt verwachsen und dienen nun anderen Zwecken.

Betis schließlich wurde in späterer Zeit zur freien Reichsstadt erhoben und untersteht seither direkt dem König. Die alten Beziehungen zu Welzen und Hochanthen bestehen jedoch noch immer und werden bis in heutige Zeit gepflegt.

In der jüngeren Geschichte Thals ergaben sich folgende Veränderungen des Territoriums:

Im Jahre 22. n. A. III  wurde einem Vertrag zwischen Fürst Bartha von Thal und Graf Waldemar von Drachenhain zufolge der sogenannte „Baronietausch“ beschlossen, in dessen Rahmen die bis dato zu Thal gehörende Baronie Beridhan (das heutige Tatzelfels) an Drachenhain abgetreten wurde, wofür Thal im Gegenzug die Drachenhainer Baronie Güldental erhielt.

Im Jahr 25 n. A. III gingen aus der Teilung der (Alt-)Lormark die neue Baronie Lormark und die Niederlormark als eigenständige Baronien hervor.

Im Jahr 27 n. A. III wurde ferner auf dem Gebiet der Baronie Anthan die freie und reichsständige Universität zu Cambrück gegründet.

Im Jahr 32 n. A. III wurde zur besseren Behebung der Folgeschäden des Mantidenkrieges die Niederlormark  in zwei Protektorate geteilt. Cornelius von Langenau, Freiherr von Niedereck wurde der Verweser der Nordprovinzen. Ansgar von Beraht, Freiherr von Hochwalden wurde als Verwalter der Südprovinzen eingesetzt. Nachdem die letzte Mantide in der Niederlormark endgültig zur Strecke gebracht werden konnte, wurden die beiden Provinzen zu Baronien umgewandelt.