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Das Ceridentum
überarbeitete Version Dezember 2002
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Ein Wort zu dieser Publikation
Eine Publikation zum Ceridentum ist unserer Meinung nach nicht
ganz ohne Problematik.
Als wir 1995 begannen, uns Gedanken darüber zu machen, wie
man eine mittelalterliche Atmosphäre erschaffen kann, ohne direkt
auf historische Ereignisse zurückgreifen zu müssen und ohne
die Geschichte für uns umzuschreiben, entschieden wir uns, ein eigenes
Reich mit eigenen Religionen zu schaffen. Was ist für ein mittelalterliches
Spiel naheliegender als eine Phantasiereligion stark angelehnt an das reale
Christentum?
Jedoch wurde es diesem aus zwei Gründen ausdrücklich entfremdet.
Zum einen aus Gründen des Hintergrundes. Das Ceridentum
ist die Religion einer Minderheit in Heligonia, da es in der fiktiven
Geschichte unseres Spiellandes erst vor kurzer Zeit (noch keine 100 Jahre)
eingeführt worden ist. Es soll unseren Spielern eine besondere mittelalterliche
Atmosphäre vermitteln, soweit diese gewünscht ist, und ein Mittelalter
ohne ein Christentum ist für jeden einigermaßen geschichtlich
Bewanderten undenkbar. Dies wurde von uns am Anfang unserer Überlegung
als Faktum gesetzt.
Der zweite, hauptsächliche Grund sind die religiösen
Gefühle unserer Spieler- bzw. Leser- und Zuschauerschaft. Es ist
offensichtlich, daß das Ceridentum ein entfremdetes Christentum ist.
Dies ist keine Schwachstelle in irgendeinem Vertuschungsversuch, sondern
volle Absicht. Man soll bemerken, daß es das Christentum als Ahnen
hat, jedoch soll es jederzeit mit phantastischen Elementen daran erinnern,
daß es eben dies ist - Phantastik und Teil eines Spieles. Es wurde
von uns zu Zwecken des Spieles übernommen und soll nichts anderes
sein, keine Anleitung zu sektenartigem Glauben, keine Beleidigung der realen
Religion. Es ist unsere Überzeugung, daß es an dieser Publikation
aus obigen Gründen nichts zu vertuschen, zu leugnen oder zu schönigen
gibt, da ihr außer der spielerischen Verwendung und Erzeugung einer
Atmosphäre keine anderen Absichten zu Grunde liegen.
Wir bitten die Leser, diese Publikation auf solche Weise aufzufassen
und zu behandeln.
An dieser Stelle möchten wir noch darauf hinweisen, daß
das Ceridentum inzwischen nicht nur in Heligonia bespielt wird. Bei den
anfänglichen Überlegungen war uns diese mögliche Entwicklung
nicht in den Sinn gekommen, auch wenn sie nahe lag.
Normalerweise wäre diese Tatsache nicht erwähnenswert.
Da jedoch die Ceridentum-Ableger außerhalb Heligonias teilweise zwar
die gleichen Namen benutzen, jedoch nicht die selbe Hintergrundgeschichte,
kann dies zu Verwirrung unter den Spielern führen.
Es ist also von Vorteil, sich vorher kundig zu machen, welcher Hintergrund
dem jeweils bespielten Ceridentum unterlegt ist.
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Die Entstehung der Religion
Einstmals lebte in Heligonia ein einfacher Schriftgelehrter genannt Mentirius.
Ohne Unterlaß bereiste er unter mannigfaltigen Gefahren zahlreiche
ferne Länder. Etwa um das Jahr 62 vor Aximistilius III. begab es
sich, dass er nach langer Abwesenheit wieder in sein Heimatland zurückkehrte.
Als er den Jolborn in einem Fährboot überquerte, türmten
sich plötzlich die Wassermassen auf und drohten die Fähre zu
verschlingen und zogen sie schließlich in ihr nasses Grab. Trotz
Aufbietung all seiner Kräfte wurde er immer tiefer in das dunkle
Naß hinabgezogen.
Da sah er in der tiefen Schwärze ein Licht, und eine Stimme
sprach zu ihm: „Sei ohne Furcht, denn du bist der, den ich erwählt
habe, dein Geist wird sich verschmelzen mit dem meinen und dieser wird wandeln
unter den Menschen und künden von meinem Sein.“ Wie von unsichtbarer
Hand wurde er aus dem tiefen Schlund der Verdammnis errettet. Am Ufer sank
er darnieder und dankte seinem unbekannten Retter.
Sein weiterer Weg wurde begleitet von tiefer innerer Schwermut und
Einkehr. Eines Tages kam er zu einem mächtigen Felsen nahe Escandra,
der sich wie ein Zeigefinger drohend gen Himmel reckte. Da hörte
er wiederum eine Stimme die sprach: “Nun höre meine Worte: ziehe gen
Osten und verkünde den Menschen meinen Willen.“ Da sank er ehrfurchtsvoll
darnieder und streckte die Arme gen Himmel und sprach: “Wie ist dein Name
oh Gebieter?“ „Ich bin der Eine, der herrscht über Himmel und Erde
und nichts war vor mir und nichts wird nach mir kommen.“ Da senkte der Schriftgelehrte
sein Haupt, sein Blick fiel auf seinen Schatten und er sah das Kreuz, das
sein Körper bildete. Da sprach die Stimme: “Dies soll mein Zeichen
sein: das Kreuz.“ Da erhob er sich und sprach mit Demut: “Ja, nun weiß
ich, dass Gott denen gerne gibt, die ihn bitten. Ja, mein Gott wird mir
geben, wenn ich um nichts Unrechtes bitte. Oh Herr, bekleide mich mit dem
Gewand der Gerechtigkeit. Oh Herr, öffne mir deinen Weg und ich will
auf dich bauen bis in alle Ewigkeit.“ Da plötzlich umgab den Schriftgelehrten
ein gleißendes Licht und der Geist des Gottes drang in ihn ein.
Fortan nannte er sich Hilarius. Der Tag, an dem dies geschah, wurde Tag
der Erleuchtung geheißen. So zog er gen Osten und predigte die Worte
seines Gottes und viele Jünger schlossen sich ihm an.
Kirchengeschichte
Die darauffolgenden 2 Jahre nach jenem denkwürdigen Tag der
Erleuchtung waren eine Zeit der Wanderschaft. Die Entstehungszeit der
heiligen Texte des Hilarius, das Luxarium, welches aus den Büchern
„colloquium cum dei“, „iudicium dei“ und „voluntas dei“ besteht, wurde
von den Jüngern des Hilarius niedergeschrieben.
Im Jahre 4 nach der Erleuchtung siedelte sich Hilarius mit seinen
Jüngern in der Nähe von Escandra in einem heruntergekommenen
Gutshof nahe dem Dorf Gunara an. Zwei Jahre später jedoch wurde Hilarius
krank und verstarb nach einem langen Kampf gegen die unbekannte Krankheit.
Das darauffolgende Jahr war eine Zeit der Trauer, der Ratlosigkeit und des
Streites, ging es doch auch um die Auslegung der heiligen Texte und um
die Nachfolge des Hilarius. Lucius, ein Jünger des Hilarius, scharrte
einige Getreue um sich und zog in den Norden in die Baronie Dunkelstein
und gründete dort das erste Kloster, den Orden der Bannkreuzer. Pretorius,
ein anderer Jünger, zog mit seinen Anhängern gen Süden nach
Buchenfels in Ostarien und legte dort das Gelübte der Armut ab. Sie
nannten sich fortan Pretoriusaner und suchten ihr Heil in der Besitzlosigkeit
und Nächstenliebe. Der ehrgeizige Jünger Cruelius blieb in Gunara
und gründete den Orden der Hilariusiten. Im Jahre 12 n.d.E. (nach der
Erleuchtung), nach Jahren des Schismas und Streites beschlossen die Ordensoberen
ein gemeinsames Oberhaupt zu wählen, welches die Gemeinschaft der Ceriden
leiten sollte. Da man sich nicht auf einen der Ordensoberen einigen konnte,
erwählte man den alten Eremiten Vastus zum Patriarchen aller Ceriden
und zum Primus von Heligonia.
Die darauffolgenden 4 Jahre waren eine Zeit des Gedeihens und des
Wohlstandes. Die Zeit der Landschenkungen begann. König Aximistilius
II, auch der Gütige genannt, gab dem Superior des Ordens der Hilariusiten,
Cruelius, die Mark Gunara mit dem dazugehörigen Dorf als Lehen.
Die die Baronie Dunkelstein des Herzogtums Ostarien wurde dem jungen
Superior Lucius als unabhängiges Lehen gegeben.
Unaufhaltsam festigte sich die Gemeinschaft der Ceriden und wurde
größer und größer.
Im Jahre 77 n.d.E. entsprang aus dem Orden der Bannkreuzer ein vierter
Orden, der Orden der Templer zu Ankur.
Die Liste der Primi der Ceridischen Kirche
12 n.d.E. bis 22 n.d.E.
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Vastus I
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22 n.d.E. bis 28 n.d.E.
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Vastus Aurelius I
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28 n.d.E. bis 30 n.d.E.
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Vastus II
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30 n.d.E. bis 36 n.d.E.
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Linus Honorius I
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36 n.d.E
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Vastus III, der 3 Monate Primus
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36 n.d.E. bis 39 n.d.E.
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Arcavius I
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39 n.d.E. bis 42 n.d.E.
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Taurinius I
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42 n.d.E bis 46 n.d.E.
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Vastus Aurelius II
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46 n.d.E bis 50 n.d.E.
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Linus Honorius II
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50 n.d.E bis 53 n.d.E
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Vastus IV
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53 n.d.E. bis 55 n.d.E.
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Gessius I, der Reformer
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55 n.d.E. bis 61 n.d.E.
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Arcavius II
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61 n.d.E. bis 66 n.d.E.
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Vastus V
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66 n.d.E. bis 71 n.d.E.
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Gessius II
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71 n.d.E. bis 74 n.d.E.
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Linus Honorius III
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74 n.d.E. bis 77 n.d.E.
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Vastus VI
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77 n.d.E. bis 90 n.d.E.
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Benedikt Canesius
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seit 90 n.d.E.
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Pacellus
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Die Struktur der Ceridischen Kirche
Primus
Oberhaupt der Ceridischen Kirche in Heligonia ist der Primus. Der
Primus wird von den 9 Prälaten des heiligen Convents gewählt.
Der heilige Convent wird vom Concillium der Ceridischen Kirche einstimmig
ernannt, und wird nach der Wahl des Primus aufgelöst. Das Concillium
wird nach Bedarf vom Primus einberufen. Mitglieder sind alle Äbte
der Ceridischen Kirche. Der Primus ernennt einmal im Jahr 12 Äbte
zu Legaten, deren Aufgabe es ist, als Gesandte und Botschafter des Primus
zu fungieren.
Im Jahre 84 n.d.E. wurde das Direktorium Inquisitorium wider Hexerei
und Magicae destructivae eingeführt, deren oberster Dominus der Prälat-Großinquisitor
war. Die Inquisition stützte sich in ihrer Arbeit auf ein Traktat
eines jungen Abtes von Dunkelstein, den Dunkelsteiner Hexenhammer. Im Jahre
90 n.d.E. wurde die Inquisition in ihrer ursprünglichen Form beendet
und der Hexenhammer in einer heiligen Zeremonie verbrannt.
Weitere wichtige Ämter und Titel der Ceridischen Kirche sind
wie folgt:
Superior / Großmeister
Mit Superior werden die Ordensmeister der Hilariusiten, Pretoriusaner
und Bannkreuzer betitelt. Bei den Templern zu Ankur führt der Ordensmeister
den Titel Großmeister.
Bischof
Im Jahre 91 n.d.E. wurde das Amt des Bischofs eingeführt. Die
Bischöfe werden vom Primus ernannt und unterstehen diesem direkt.
Da sich ihr Herrschaftsbereich mit den weltlichen Lehen deckt ist die
Zusammenarbeit mit dem weltlichen Lehnsherrn und dessen Zustimmung von Nutzen.
Dabei muss der Bischof die Interessen des eigenen Ordens den Interessen der
territorialen Angelegenheiten unterordnen.
Abt / Äbtissin
Der Abt bzw. die Äbtissin sind die Vorsteher eines Klosters.
Sofern dem Kloster noch ein Lehen angegliedert ist, die Abtei, dann leitet
der Abt oder die Äbtissin dieses als Lehensnehmer. Eine große
Abtei kann in mehrere Probsteien aufgeteilt werden, diese haben dann ein
dem Abt unterstelltes Nebenkloster, das vom Probst geleitet wird.
Prior
Der Prior bzw. die Oberin ist Vertreter des Abtes und Hausoberer des
Klosters, in welchem der Prior tätig ist.
Propst
Der Propst ist Vorsteher eines Nebenklosters in einem Teil einer Abtei,
welcher Propstei genannt wird.
Kaplan
Der Kaplan ist ein Geistlicher, der für das Seelenheil einer
Adelsfamilie zuständig ist. Ihm obliegt auch die Abnahme der heiligen
Beichte.
Das Finanzwesen
Für die Deckung der laufenden Kosten wie die Instandsetzung
der Kirchen, die Betreibung der Siechen- und Leprosenhäuser, sowie
die täglichen Armenspeisungen, wurde der Ceridischen Kirche in
Ostarien der Kirchenzehnt zugesprochen. Herzog Rolo VII genehmigte der
Ceridischen Kirche per Heliosbrief einmal jährlich die Einnahme
des zehnten Teils der landwirtschaftlichen Produkte wie Vieh, Getreide
und Früchte. Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist der sogenannte
Hilariusdukaten, ein Obolus, den jeder ceridische Bürger Heligonias
zweimal im Jahr an die Kirche abzutreten hat. Die Äbte ihrerseits
können in ihren Klöstern jederzeit Sondersteuern von ihren
Pächtern, den Zinsbauern oder ihren Leibeigenen fordern. Die Ordensmeister
(Superior) können ebenfalls einmal jährlich einen bestimmten
Geldbetrag festsetzen, den die Äbte dann aufbringen müssen. Dieser
Betrag wird auch Servitie genannt. Aus diesem Grund gibt es unter den
Ceriden sehr viele wohlhabende Leute.
Beitritt in die Ceridische Kirche
Das Ceridentum ermöglicht es jedem, zu seiner Religion überzutreten.
Alter und Geschlecht sind hierbei keine Hindernisse. Im Falle eines
Beitritts wird dies durch eine Zeremonie, die Taufe, spirituell und
offiziell besiegelt.
Der Weg zum ceridischen Geistlichen
Postulat
Das Postulat ist die erste Phase der Einführung in das Ordensleben.
Das Postulat dauert ein halbes Jahr, danach wechselt man in das Noviziat
und erhält das Ordenskleid (Habit).
Noviziat
Das einjährige Noviziat ist eine Zeit der intensiven Prüfung.
Der Novize oder die Novizin legen nach diesem Jahr das Gelübde ab
und binden sich fest an den Orden.
Profess
Der Weg zum Kleriker der Ceridischen Kirche wird mit der Profess
abgeschlossen. Bei einem feierlichen Gottesdienst gelobt der Geistliche
dem Einen für die Zeit seines Lebens die bedingungslose Gefolgschaft.
Danach wählt man den Weg, dem Einen zu dienen. Entweder man fügt
sich in die Gemeinschaft eines Klosters ein, oder übernimmt die
Seelsorge einer ceridischen Gemeinde. Dazu wird man von seinen Brüdern
berufen, jedoch ist zweiteres nur Männern vorbehalten. Ein weitere
wichtige Aufgabe ist die Missionierung. Einige Geistliche entscheiden sich
für eine militärische Laufbahn bei der Heiligen Miliz, die eine
weitere Ausbildung in Gunara im Nebenkloster St. Honorius erfordert.
Besondere Fähigkeiten eines Geistlichen
„So nun ein Ort aber sicher sein und das Licht unseres Gottes über
ihm scheinen soll, so soll ein Kleriker diesen im Sinne des Einen weihen.
Er wird sodann gegen die Daimonen und derlei Art gefeit sein und diese
werden vor ihm zurückschrecken, weil sie die furchtbare Rache unseres
Gottes fürchten.“ - Hilarius über den Akt des Weihens und Segnens.
Ceridische Geistliche verfügen über die Macht, einen Ort
oder einen Gegenstand zu segnen oder zu weihen. Beobachtungen zeigen, dass
diese im gewissen Maße gegen Magie und magische Kreaturen und Dinge
gefeit sind. Dies reicht von immanenter Abneigung und Unwohlsein seitens
der magischen Kreatur oder Zauberers bis hin zur völligen Abstoßung
und Aufhebung von Magie. Diese Eigenschaft der Immunität gegenüber
Magie ist auch bei ceridischen Klerikern selbst zu finden.
Regeltechnische Erklärung:
Ceridische Geistliche besitzen nach ihrer Profess eine permanente
Immunität gegenüber jeglicher Art der Magie. Diese ist von der
Mächtigkeit und Erfahrenheit des Klerikers abhängig, beträgt
aber mindestens 10. Nimmt ein solcher Kleriker eine Weihe an einem Ort
vor, so kann er diesen bis zur gleichen Stärke antimagisch machen.
Dabei gilt: je größer der geweihte Bereich ist, desto geringer
ist die Stärke der Weihung. In jedem Fall ist eine Weihung mit der
SL abzusprechen.
Gebete und andere rein ceridische Rituale sind regeltechnisch als
wirkungslos zu betrachten. Jedoch wird dies im Falle der Kleriker durch
entsprechende Fertigkeiten, wie ausgesprochenes medizinisches Wissen,
etc. überdeckt und ersetzt. |
Das Militärwesen
In den ersten Jahren der Missionierung wagten sich cerdische Geistliche
immer wieder in Gebiete, in denen sie Gefahren ausgesetzt waren, die
sie an Leib und Leben bedrohten. Schon Vastus I erkannte, dass er seine
Brüder und Schwestern nicht ohne Schutz den Wagnissen aussetzen
konnte. Damit war die Idee zur Gründung einer militärischen
Einrichtung geboren und Vastus I stellte ein kleines Söldnerheer
auf.
Im Jahre 52 n.d.E unter Primus Vastus IV trat Prinz Vinzenz von
Ostarien, der Oheim des verstorbenen Herzog Uriel II, in den Hilariusiten-Orden
ein und bewirkte damit ein epochales Ereignis, demzufolge große
Schenkungen dem Orden zuflossen. Seinem Bespiel folgend verzeichnete die
Ceridische Kirche einen starken Zuwachs von Ordensbrüdern. Vinzenz
von Ostarien, später der „Aufrechte“ genannt, wollte seinen Status
als Ritter nicht aufgeben und sein Schwert in die Dienste der Kirche stellen.
Da die Heilige Miliz zum damaligen Zeitpunkt ausschließlich aus weltlichen
Söldnern bestand, die teilweise nicht einmal Ceriden waren, setzte
er eine Umstrukturierung durch. Er gab der Gemeinschaft Ordensregeln,
die in ihrer Form noch heute gültig sind. In dem Bestreben
Rittertum und Ceridentum zu vereinen, wurden fortan führende Milizionäre
nur noch aus den Orden berufen. Nach der Profess konnten sich junge Geistliche
zu einer weiteren Ausbildung im Kloster St. Honorius, ein Nebenkloster
der Abtei Gunara melden. So entstand eine Gemeinschaft kämpfender
Rittermönche, deren Hauptzweck neben dem Schutz der Geistlichen und
der Pilger auch der Schutz der heiligen Stätten und Reliquien ist.
Die strenge und solide Ausbildung macht die Heilige Miliz zu einem
sehr effektiven Verband und erweist sich seither als wertvolle Stütze
innerhalb der Ceridischen Kirche.
Die Milizionäre werden neben der Waffenführung auch in
anderen Handwerken ausgebildet, wie zum Beispiel als Waffenschmiede. Sämtliche
Rüstungen und Waffen werden in St. Honorius selbst gefertigt.
Die enge Bindung an den Primus zeigt sich vor allen daran, dass
dieser immer der Oberbefehlshaber ist. Ihm folgen der Prätor
(vergleichbar einem hohen Offizier), der Centurio (vergleichbar
einem niederen Offizier), der Weibel (entspricht einem Unteroffizier)
und schließlich der einfache Milizionär (entspricht
dem Soldaten). Wobei letztere auch Ceriden ohne Profess sein können,
die in der Heiligen Miliz dem Einen dienen wollen.
Hilarium und Luxarium
Als Hilarius nach Ligonii kam, hatte er eine Sammlung von Texten
und Schriften bei sich, die er vermutlich selbst während seiner
Wanderungen zusammengetragen hat. Woher die Texte selbst stammen, ist
unbekannt. Sie bilden jedoch die Basis des ceridischen Glaubens. Diese
Sammlung wird das „Hilarium“ genannt.
Ein zweites religiöses Werk ist das Luxarium, in dem Texte
zusammengefaßt sind, die sich mit der Interpretation und Weiterentwicklung
der ceridischen Lehre befassen. Diese Texte sind von Hilarius’ Jüngern
niedergeschrieben worden, jedoch wird von vielen vermutet, dass sie
eventuell von Hilarius selbst stammen und nach seiner Lebenszeit von
unbekannten Verfassern hier gesammelt worden sind. Möglich ist jedoch
auch, dass diese Geschichte der Sammlung nur einen höheren Wert
geben soll.
Der Glaube
Die Ceriden glauben an den einen einzig wahren Gott der Götter,
der Gott der aus seiner ihm ureigenen Kraft und Weisheit die Erdenscheibe
schuf. So hat sich der Mensch, der als Sünder geboren wird, auf
der Erde zu bewähren, um nach seinem Tode im göttlichen caelum
endlose Glückseligkeit und immerwährenden Frieden zu finden.
Die unbeugsamen Sünder jedoch werden hinab geschleudert werden in
den Pfuhl des Leidens, die Hölle, in dem der verfluchte Engel der
Finsternis haust und herrscht, Bozephalus, der ewige Widersacher, der
am Tage Arag von den 3 Erwählten endgültig besiegt wird und
dessen Macht von da an für immer gebrochen sein wird.
Die Lehre
Nun aber ist es nicht die Geschichte einer
Religion, die sie charakterisiert, sondern ihre Glaubenssätze und
Prinzipien. Wohl entscheidet sie über das Ansehen und ihre Position
in der Welt, doch ist die Lehre das Innerste und Heiligste, das eine Umsetzung
und damit eine Geschichte überhaupt erst ermöglicht. Es sei
nun erzählt von der ceridischen Sichtweise der Welt.
(zurück)
Vom Beginn der Welt
Am Anfang war die Welt öd und leer und von Dunkelheit erfüllt.
Und in der Mitte dieses Nichts war der Gott, der keinen Namen braucht,
weil er alles ist. 40 Jahrtausende blieb es so und Er rührte sich
nicht. Da aber entschied Er, dass die Welt sich ändern sollte und
siehe, Er begann die Creation. Primo teilte Er die allumfassende Welt in
Licht und Dunkelheit und so begann nicht nur der erste Morgen des ersten
Tages, sondern auch der Morgen unserer Welt. Secundo aber führte Er
die Teilung fort und Er erschuf die Spaltung von Himmel und Erde. Er sah,
dass so aber noch nichts leben konnte und er ließ die Fluten tertio
zurückweichen, so dass das Trockene aus dem Meer des Wassers ragte.
Damit die Welt jedoch nicht leer bleibe und Leben sein konnte, legte Er
die ersten Samen der ersten Bäume, Büsche und Kräuter sowohl
in die trockene als auch in die feuchte Erde. Und das Licht tat das Seinige
und Blumen und Blüten wuchsen überall. Damit diese selbst und
die Welt an sich sich verändern konnte, setzte Er Zeichen in die Himmel
des Tages und der Nacht. Die Beherrscherin des Tages nannte Er Sonne und
den Herrscher der Nacht Mond. Doch weil der Mond schwächer war als
die Sonne gab er diesem Helferlein, die Sterne, die der Welt Zeichen und
Zeiten setzen sollten. Quinto begann Er die Creation des hohen Lebendigen
und ließ Fische und die Lebewesen des Meeres entstehen. So war das
Wasser gefüllt mit allerlei Getier. Und auch die Luft belebte Er mit
Getier und so waren die Vögel entstanden, die nun ihre Kreise über
dem Trockenen und dem Wasser zogen. Sexto beschloß Er, dass auch das
Land bevölkert sein soll mit Lebendigkeiten und Er erschuf die Tiere
der Wälder, Wiesen und Steppen, die sich ernährten von den Gräsern
des Bodens. Sie bevölkerten die ganze Welt und nichts blieb unbevölkert.
Er sah aber, dass sich so auf der Erde ein großes Chaos bildete,
denn es gab keine Herrscher, die Ordnung bringen konnten, wie Er dies ins
Nichts gebracht hatte. Er beschloß, sich einen Diener zu erschaffen,
der seinerseits die Welt beherrschen sollte. Damit er dies vermochte, erschuf
Er ihn gleich sich selbst. Der erste Mensch war geboren. Dieser Erste regierte
nun vom Innersten der Welt aus also über die Tiere und die Pflanzen
und über ihm stand nur der Gott selbst. Bald aber fühlte sich
der Erste einsam und in ihm wuchs der Drang, ebenfalls jemanden zu schaffen,
der ihm gleich war. Jedoch fehlte ihm die Macht dazu, sie war dem Gott vorbehalten.
Dieser jedoch beschloß den Ersten zu teilen, gleich wie Er dies mit
der Welt getan hatte und so entstand die Frau zum ersten Manne. Und der
Erste war nun nicht mehr einsam. Septimo betrachtete Er sein Werk und gab
der Welt den Schlüssel zur Vervollkommnung. Schließlich ruhte
Er und ließ den ersten Menschen die Herrschaft über die Erde.
Vom Reich des Lichts
Hilarius lehrt uns, dass als der Gott die Welt in Himmel und Erde
aufspaltete, Er ein Volk von Dienern erschuf, die Ihm bei der Creation
zur Hand gehen sollten. Diese Diener sind von großer Macht, sind
sie doch Teil des Einen und von Ihm mit Werkzeugen und Kräften ausgestattet,
die Welt zu formen. Hilarius überlieferte uns die Namen dieser Wesen.
In ihrer Gesamtheit sind sie genannt die Engel oder die Streiter des Himmels,
des caelums. Jeder von ihnen hat einen eigenen Namen, bei dem er und seine
Kräfte angerufen werden können und bei dem Er sie zu Hilfe ruft.
Sie sind in einer Hierarchie von Rängen aufgeteilt und in diesen in
Bereiche der Aufgaben, je nach dem Willen des Einen. Man sagt sie wohnen
in lichten Palästen aus Diamanten, mit Wänden aus Silber und Böden
aus Gold. Dort thronen sie um den Gott herum und inmitten den Gärten
des Paradieses.
Vom Reich der Dunkelheit
Als das Reich der zukünftigen Sterblichen erschaffen worden
war und Er den Menschen die Herrschaft über die Welt übertragen
hatte gab es in den Reihen der herrlichen Engel einige Neider. Sie waren
der Meinung, dass sie dazu bestimmt seien und nicht die ohnmächtigen
Menschen. Unter diesen war einer mit dem größten Neid und dem
größten Haß auf die Menschen, ein Engel von großer
Macht. Von den Menschen wird er mit mannigfaltigen Namen bezeichnet,
jedoch nicht mit seinem wahren, will man doch unter allen Umständen
vermeiden, ihn zu rufen. Daimon, Bozephalus, Teufel, Fürst der Dunkelheit
und der Hölle sind nur einige davon. So begab sich Daimon aus Bosheit
und Neid zur ersten Frau und verführte diese, indem er ihr in täuschender
und tierischer Gestalt einen verborgenen Teil des innersten Gartens zeigte.
Was sie dort erblickte, erfüllte ihren Geist mit Weisheit und Schrecken.
Schnell eilte sie zu ihrem Mann, um ihm ihren Fund zu zeigen. Auch dieser
war vom Schrecken der Weisheit geblendet. Als der Gott ohne Namen sah,
was die Ersten getan hatten, sprach Er: „Zufrieden solltet ihr sein, mit
dem was ich euch gab. Statt dessen laßt ihr euch verführen und
strebt so nach mehr. Ich will euch strafen mit diesem Streben nach mehr.
Verlaßt den innersten Garten, das Paradies und geht hinaus in die
Welt. Eure Herrschaft sei verloren, sie zu erreichen sollt ihr erstreben.
Geht!“ Dies also ist der Fall der Menschen. Sodann wandte Er sich Daimon
zu: „Auch du sollst gehen! Voller Neid und Haß bist du, deswegen
verbanne ich dich und die deinen aus dem Licht in die Tiefen der Hölle!“
Dies also ist der Fall Daimons und seiner Getreuen, die nach ihm Dämonen
oder Teufel genannt werden. In der Hölle errichtete Daimon ein Hierarchie
der Teufel, nach dem Bild der Engelsheere, doch mit verdrehten Idealen
und Eigenschaften, die die Beherrschung der Welt und die Zerstörung
Seiner Werke zum Ziel hatte. Die Menschheit dient ihnen als Werkzeug und
als Objekte der leichten Verführung.
Vom Menschen und seiner Position
Nach der Ausstoßung und Verbannung waren die Menschen verdammt,
Baumeister ihres eigenen Glückes zu sein. Weit waren sie vom Paradies
entfernt und wenig war ihnen vom schrecklichen Licht der Weisheit in Gedanken
geblieben. Erstreben mußten sie nun alles, doch erhielten sie nur
Geringes. Der Eine strafte sie mit der Sterblichkeit und der Gerechtigkeit
des eigenen Schicksals. In einem jeden liegt der Samen, sowohl des Guten,
als auch des Bösen. Es liegt am Menschen selbst beide durch seine Taten
in der sterblichen Welt in selbstentschiedenem Maße zur Blüte
zu treiben, als dass die Pflanze des menschlichen Lebens nach dem Tode von
dem Gott im Limbus gerichtet wird, um zu sehen, ob die Seele des caelums
würdig ist. Der Sterbliche steht also zwischen dem Einen und Daimon und
ist selbst Lenker, auf dem das Gewicht seines eigenen Schicksals lastet. So
muß er den Verführungen Daimons und seiner Teufel widerstehen und
dem Himmel nach den göttlichen Tugenden entgegenstreben und sich von
den daimonischen Sünden abkehren.
Vom Jenseits
Der Mensch ist kreiert in zwei Teilen: dem Körper und der
Seele. Der Körper bindet die Seele an die Welt der Sterblichen,
dieser ist zum Vergehen verurteilt, jedoch seine Seele verfügt über
Unsterblichkeit. Es ist die Prüfung der Menschen durch die Welt, ihren
Wert zu beweisen, damit sie nach ihrem Tode in Ewigkeit in den Gärten
des Himmels oder den Schlünden der Hölle verweilen sollen.
Hilarius sagt, dass der Mensch sich im diesseitigen, vergänglichen
Leben bewähren muß, um im jenseitigen die ewig guten Werte zu
erhalten und vor den Toren des Palastes der Herrlichen zu leben. So muß
also größte Wichtigkeit auf das Leben nach dem Tod gelegt werden
und die sterbliche Welt nur im Licht der Prüfung erstrahlen.
Von den Tugenden und den Sünden
Unser Leben in der sterblichen Welt ist also auf das Ziel des ewigen
Lebens im Garten des Paradieses im Jenseits ausgerichtet. Es stellt
sich also die Frage nach Anleitungen und Hilfen, die uns sagen können,
wie wir unser Leben führen sollen. Hilarius schreibt von den sieben
göttlichen Tugenden und den sieben daimonischen Sünden. Wenn
wir es erreichen unser Leben an den Tugenden auszurichten und die Sünden
zu meiden, so ist das Paradies uns sicher.
Es seien aufgezählt die sieben Tugenden:
Großzügigkeit
Fleiß
Mäßigung
Bescheidenheit
Barmherzigkeit
Treue
Demut
Es seien aufgezählt die sieben Sünden:
Gier
Trägheit
Völlerei
Neid
Rache
Wollust
Hochmut
Von den göttlichen Gesetzen
Weitere Anleitung über ein ceridisches Leben geben uns die
göttlichen Gesetze, die uns Hilarius überliefert hat und gewährleisten
sollen, dass wir die Sünden vermeiden und die Tugenden vermehren
können. Es ist gesagt, dass die Gesetze göttlichen Ursprungs
sind, dass sie also von dem Gott ohne Namen kommen und uns durch einen
Propheten verkündet worden sind. Sie betreffen im Hauptsächlichen
das menschliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Hier seien sie
nun aufgeführt:
1. Der Gott ohne Namen sei der einzige Gott.
2. Vertraue auf sein Wort, mache dir kein Bild von Ihm oder seinen
Dingen.
3. Ehre den Gott und mißbrauche seine Lehre nicht.
4. Ehre deine Herkunft, deine Eltern und deine Wohltäter.
5. Töte nicht.
6. Sei einem Eheversprechen treu.
7. Stehle kein fremdes Eigentum.
8. Lüge nicht.
9. Begehre nicht den Schrecken der Weisheit.
10. Meide die Sünden.
11. Gehorche den Tugenden.
12. Erstrebe die Erleuchtung.
Von den drei Prinzipien
Die ceridische Theologie ist gekennzeichnet durch drei Grundprinzipien,
die beschreiben, wie der Mensch zu Erleuchtung und göttlicher Weisheit
kommt. Diese sind: Höchste Wahrheit, Manifestation und damit Erreichbarkeit
der Wahrheit und schließlich Erleuchtung.
Das erste Prinzip sagt aus, dass es eine höchste Wahrheit gibt,
die unsere Welt ausmacht und weswegen sie überhaupt existiert. Diese
höchste Weisheit wird von den Ceriden Gott genannt. Nach ihrer Lehre
strebt der Mensch in seinem Leben diese Weisheit an, das heißt er
versucht dem Gott nahe zu kommen.
Das zweite Prinzip vermittelt den Weg des Höchsten zum Menschen.
Es sagt aus, dass ein jeder das Vermögen hat, dieses Ziel zu erreichen
und dass es somit am Einzelnen liegt, ob er es anstreben will oder nicht,
denn der Gott bietet jedem die Möglichkeit.
Das dritte und letzte Prinzip erklärt, dass wenn ein Suchender
die Weisheit anstrebt, ein kleiner Teil dieser schon in ihm vorhanden
ist. Schon die Frage enthält einen Teil der Antwort. Mit Ausdauer
und Weiterentwicklung im Sinne der ceridischen Lehre kann der Mensch schließlich
die Erleuchtung erlangen.
Die Frau im Ceridentum
Und Daimon sprach zur Frau: „Ich werde dir zeigen und geben die
große Herrlichkeit und Mächtigkeit, die euch der Gott verwehrt.
Folge mir und nimm diese Gabe an.“ Und die Frau folgte ihm.
Auf diese Stelle in Hilarius’ Schriften stützt sich die Stellung
der Frau im Ceridentum und der Umgang mit allem Weiblichen. Die Frau
gilt als schuldig am Fall der Menschen, da sie sich von Daimon verführen
ließ und den Mann mit in den Abgrund riß. Die Kirche ist
deshalb der Meinung, dass die Frau dem Manne zwar nicht unbedingt unterstellt
ist, dass jedoch eine Erbschuld ob dieser Tat auf ihr lastet und sie so
keinen gleichen Stand verdient hat. Alles Weibliche gilt als sündig
und unrein und muß vom frommen Priester gemieden werden. Auch das
Volk soll sich möglichst fern vom Weibe halten und ihr nur in der
Ehe nahe kommen, zu dem Zwecke, dass der Mensch die Welt auch weiter regieren
kann, indem er Nachkommen hat, und so Seinen Willen erfüllen kann.
Jedoch ist den Angehörigen des Klerus verboten, eine Frau zu ehelichen,
da sie sich so Seinem Zorn aussetzen würden und nicht mehr rein wären.
Außerdem würde so das Erbe der Kirche an Weltliche und deren
Nachkommen verloren und die Institution damit geschädigt.
Obwohl die Frau einen solch tiefen Stand hat, gibt es dennoch auch
weibliche Geistliche in der Ceridischen Kirche. Diese Nonnen haben ihrem
Leben das Ziel gesetzt, die Erbsünde zu büßen, allem Sündigen
fern zu bleiben und nur Ihm zu dienen, indem sie sich in ein Kloster begeben
oder als Nonne in einem Siechenhaus den Armen und Kranken helfen.
In der Gesellschaft des Ceridentums wird die Frau oft von offiziellen
Anlässen, die religiöser Art sind, ausgeschlossen. So ist es
in vielen Gemeinden Brauch, dass Männer und Frauen in den Kirchen
getrennte Sitzreihen zugewiesen bekommen und letztere die schlechteren
Plätze einnehmen. Auch ist ihnen die Seelsorge einer ceridischen Gemeinde
verwehrt. Einen Ersatz dafür können sie nur erhalten, wenn sie
sich entscheiden, eine Nonne zu werden. Ein Nonnenkloster wird von einer
Äbtissin geleitet.
Im weltlichen Bereich wirkt sich die Erbsünde nicht wesentlich
aus, jedoch traut man den Frauen prinzipiell weniger zu und gewährt
ihnen weniger Vorteile und Rechte.
Zeremonien
Das Ceridentum kennt eine Anzahl von Zeremonien, die die einzelnen
Teile der Lehre im Alltag umsetzen. Sie dienen außerdem dazu,
besonders wichtige Punkte im Leben eines Menschen im Sinne der Ceridischen
Kirche zu kennzeichnen. Hier seien die wichtigsten nun aufgezählt.
Taufe
Mit der Taufe wird das neue Mitglied in die Ceridische Kirche aufgenommen.
Oft wird diese Zeremonie schon kurz nach der Geburt eines Kindes durchgeführt,
da man so vermeiden will, dass ein Kind ungetauft, also ohne schützende
Hand des Einen im Leben wandelt oder gar stirbt, was ob der hohen Säuglingssterblichkeit
nicht ungewöhnlich ist. Bei der Taufe wird der Täufling in
vom Kleriker geweihtes Wasser getaucht oder mit diesem benetzt. Er erhält
sodann einen neuen Namen, der zu seinem Ruf- und Hauptnamen innerhalb
der Ceridischen Kirche wird.
Die Bestätigung
Die Bestätigung wird im 14. Lebensjahr durchgeführt.
Ihr geht ein von einem Geistlichen geleitetes Studium der Schriften des
Hilarius voraus, bei dem wichtige Stellen des Hilariums und des Luxariums
auswendig gelernt werden. Die eigentliche Zeremonie fragt dieses Wissen
ab und nimmt den Ceriden als vollwertiges Mitglied in die Gemeinde auf.
Hiermit soll die oftmals von den Eltern getroffene Entscheidung der Taufe
vom Betroffenen selbst bestätigt werden. Erst nach dieser Zeremonie
wird der Ceride zum Mahl der Erleuchtung zugelassen.
Schritt zur Erleuchtung
Diese Zeremonie versinnbildlicht die Erleuchtung des Menschen durch
die ceridische Lehre. Die Teilnehmer zünden hierzu eine Kerze an,
welche die Weisheit symbolisieren soll, die der Mensch im Leben selbst durch
die Kirche anstrebt.
Beichte
Vor jeder Zeremonie wie auch in oft regelmäßigen Abständen
nach eigenem Ansporn, sucht der Ceride einen Geistlichen auf. Mit diesem
führt er ein privates Gespräch, das geheim gehalten wird, die
Beichte. In diesem Gespräch erzählt er von seinen begangenen
Sünden. Der Geistliche bürdet ihm sodann eine Buße auf,
die ihn von der Schuld befreien soll, den Sündenablaß.
Krankensalbung
Im Falle einer schweren Krankheit wird oft ein ceridischer Geistlicher
gerufen, der den Kranken salben und für ihn beten soll. Man erhofft
sich, so eine Genesung erwirken zu können. Im Falle eines Sterbenden
wird diese Zeremonie ebenfalls durchgeführt, weniger, um zur Heilung
beizutragen, sondern vielmehr, um dem Sterbenden den Weg ins Jenseits
zu ermöglichen und zu erleichtern. Hierbei wird ihm eine letzte Beichte
zuteil.
Ehe
Mit dieser Zeremonie schließen ein Mann und eine Frau den
Bund der Ehe. Die Ceridische Kirche kennt keine Scheidung, das heißt
eine Ehe dauert ein Leben lang. Das Ritual selbst wird durch einen Kleriker
durchgeführt, der den Partnern die Rechte und Pflichten aufzählt,
und auch nach Einsprüchen Dritter fragt. Erst nachdem solche Einsprüche
geklärt sind, kann die Ehe geschlossen werden. Der Geistliche verbindet
die Partner, indem diese Ringe tauschen und sich küssen. Mancherorts
tritt an die Stelle der Ringe ein geflochtenes Band, mit dem die Partner
während der Zeremonie aneinander „gefesselt“ werden, indem sie sich
an der Hand fassen und das Band herum geschlungen wird.
Symbol
Die Ceridische Kirche hat sich das gleichschenklige Kreuz im Ring
als Zeichen ihrer Religion erwählt. Der Kreis steht für die
Welt in ihren Ausprägungen und das gleichschenklige Kreuz für die
Macht des Gottes ohne Namen, die auf der ganzen Welt, in allen vier Himmelsrichtungen
von gleich großer Macht ist.
Allgemeine Beziehungen
Adel und weltliche Politik
Ganz im Gegensatz zum Ogedentum sieht das Ceridentum in der weltlichen
Politik ein wichtiges Betätigungsfeld und den Adel als potentielle
Gläubige und Fürsprecher. Dies hat seinen Ursprung sicherlich
in der anfänglichen Finanzierung dieser Religion, waren die Ceriden
doch zu Anfang ihrer Zeit in Heligonia auf Schenkungen und Unterstützungen
reicher und adliger Persönlichkeiten angewiesen. Schon immer befleißigt
sich der Klerus in der weltlichen Politik und ist zumindest im Norden
Heligonias und insbesondere in Ostarien ein wichtiger Machtfaktor.
Das Ogedentum
In den Beziehungen zum Ogedentum ist ein Faktor maßgeblich:
das königliche Gebot zur religiösen Toleranz. Würde dieses
nicht bestehen, so hätte sich das Ceridentum sehr wahrscheinlich aggressiver
entwickelt und würde mit Gewalt missionieren. Jedoch ist zu bedenken,
dass die Vorfahren der heutigen Ceriden ebenfalls Heligonier und damit
Ogeden waren, d.h. ihre religiösen Überzeugungen sind in der
breiten Masse des Klerus selten fanatisch und strikt und das Verständnis
für andere Religionen ist größer als in den Führungsschichten.
Zudem ist das Ceridentum die Religion einer - wenn auch ansehnlichen - Minderheit
und hat keinesfalls genügend Macht und Einfluß, um sich mit
der führenden Religion einen Machtkampf zu liefern. Aus Gründen
der Toleranz verfolgen die ceridischen Geistlichen außerhalb ihrer
Gebiete also eine Politik des Respektes gegenüber dem Ogedentum. In
Zentren des Glaubens begegnet man dem Ogedentum mit Geringschätzung
und Missionierungsversuchen.
Arcanum und Magie
Die arcanen Kräfte stellen für einen gläubigen Ceriden
eine Manifestation der göttlichen Kräfte dar, den Schrecken
der Weisheit. Als solche sind sie aber dem Gott vorbehalten und nicht dazu
bestimmt, von Menschen als Werkzeug benutzt zu werden. Außerdem sieht
man sich nicht in der Lage dazu, zu unterscheiden, welche Arten der Magie
von der lichten Seite und welche von der dunklen Seite rühren, denn
Versteck, Täuschung und Intrige sind Meisterdisziplinen der Gefolgschaft
Daimons. So ist Magie also möglicherweise teuflischer Akt oder im
besten Fall Gotteslästerung. Von dieser Ansicht ist das Verhältnis
der Ceridischen Kirche zu Magiern und dem Arcanum selbst geprägt. Im
Sinne des Ceridentums sind arcane Künstler geblendete Sünder,
wenn nicht sogar Schlimmeres, die bekämpft werden müssen. Das
einfache ceridische Volk fürchtet und haßt sie ausnahmslos, da
es von der Angst besessen ist, von diesen verführt und verzaubert zu
werden. Auch hier jedoch ist die Politik der Kirche dazu gezwungen, mehr
oder weniger Toleranz zu üben, da die magische Gesellschaft des Arcanums
über Heliosbriefe verfügt, die sie legitimiert. Ein Angriff auf
das Arcanum wäre damit ein Verstoß gegen einen Heliosbrief und
somit gegen eine königliche Anordnung.
Das einfache Volk
Das einfache Volk der Bauern und Bürger stellt die Basis des
Ceridentums dar. Nur durch den Glauben und den Zugehörigkeitswillen
dieser kann eine Religion wie das Ceridentum überhaupt bestehen. Dieses
Faktum ist dem Klerus durchaus bewußt, zumal viele Geistliche aus
dem einfachen Volk kommen. Jedoch ist eine weitere Einstellung erkennbar,
eine arrogantere und beherrschendere, die bei höheren Klerikern verbreitet
ist. Diese sind der Meinung, dass sie als Geistliche auserwählt sind
und näher an ihrem Gott sind. Sie erwarten deshalb, besonders ihrer
Position entsprechend behandelt zu werden. Das einfache Volk ist hier
nur die breite und unwissende Masse, die den Klerikern zu dienen hat.
Die Inquisition
Die Inquisition war sechs Jahre lang „die gepanzerte Faust Gottes“,
wie sie damals von Ceriden bezeichnet wurde. Ihre Hauptaufgabe war die
Untersuchung von ceridischen und Angelegenheiten im Auftrag des Königs,
des Primus oder des Großinquisitors. Der Primus verfügte hierzu
über einen direkten Heliosbrief vom König und hatte diesen an
den Großinquisitor weitergegeben. Die Inquisition hatte damit das
Recht, ihre Untersuchungen in jeder Baronie, ungeachtet der dort vorherrrschenden
Religion, durchzuführen. Als Grundlage diente die königliche
Halsgerichtsordnung, insbesondere aber der Dunkelsteiner Hexenhammer, der
Untersuchungen und Befragungen in zauberischen Angelegenheiten regelte. Er
erlaubte in extremeren Fällen auch die hochnotpeinliche Befragung,
d.h. Folter, zur Findung der Wahrheit. Der tatsächliche Nutzen der
Inquisition war die Bekämpfung bösartiger Magie und innerer Angelegenheiten
der Ceridischen Kirche. Es mag vorkommen, dass diese Mittel in manchen
Fällen zur Beseitigung politischer Gegner eingesetzt wurde. Mit nur
zwölf Inquisitoren war diese Institution über Heligonia verteilt
nur vergleichsweise schwach. Ihr Einsatz war dadurch auf begründeten
Verdacht und folgende Konzentration auf eine solche Angelegenheit beschränkt.
Jedoch verliehen ihr die ihr zur Verfügung stehenden Truppen, z.B. die
Heilige Miliz, eine größere Macht als die zwölf Inquisitoren
darstellen konnten.
Nachdem im Jahre 90 n.d.E. Primus Canesius verstarb, ging der Heliosbrief
zurück an den König. Der neue Primus, Pacellus, war schon
lange ein Gegner der Inquisition, da sie nicht mehr nur zu den eigentlichen,
innerceridischen Angelegenheiten, genutzt wurde. Darum beantragte er vorerst
keine Erneuerung des Heliosbriefes. Er veranlaßte sogar eine zeremonielle
Verbrennung des Dunkelsteiner Hexenhammers, der teils sehr grausamen Methoden
zur Befragung beinhaltete. Bis zu einer Neustrukturierung der Regelungen
wurde die Inquisition eingestellt.
Die politischen Ziele des Ceridentums
Eines der Ziele des Ceridentums ist durch die Lehre begründet
die Missionierung. Jedoch ist den geistigen Führern dieser Religion
auch klar, dass dies mit Gewalt nicht erreichbar ist. Zum einen sprechen
die heligonischen Gesetze dagegen, zum anderen wird eine Religion nur durch
die freiwillige Konvertierung wirklich verinnerlicht.
Zwar haben alle vier Orden diesbezüglich das gleiche Ziel,
gehen jedoch unterschiedliche Wege. So versuchen die Bannkreuzer ihre
Macht durch ihren finanziellen Reichtum zu mehren, die Hilariusiten dagegen
verbreiten das Wissen über die Lehre, um es Gewillten zu ermöglichen,
der Religion beizutreten. Die Pretoriusaner möchten durch ihren Dienst
an den Bedürftigen die Schar der Anhänger mehren. In den Ödland-Kriegen
der vergangenen Jahre haben sich die Templer zu Ankur besonders hervorgetan,
was ihnen unter der Bevölkerung und dem Adel Heligonias große
Hochachtung einbrachte. Zudem profitierte der Orden durch die umsichtige
Führung des Markgrafen Kalveram von Norrland-Brassach.
Weiterhin streben besonders die Bannkreuzer die Unabhängigkeit
von weltlichen Lehensherren an. Weite Teile der Hilarisiten unterstützen
sie in ihren Bemühungen, da die Lehenspflicht oft im Widerspruch
mit den Interessen der Kirche steht. Die Abteien Gunara und Dunkelstein
unterstehen direkt dem König und sind daher auch nur diesem lehenspflichtig.
Alle anderen Abteien oder Balleien sind dem jeweiligen Landesherrn unterstellt
und stetig auf dessen Gunst angewiesen.
Cruelius trug nach dem Tod des Hilarius seine Niederschriften zusammen
und verfasste die noch heute gültigen Regeln. Die einzelnen Orden haben
zwar diese im Laufe der Zeit noch erweitert oder konkreter ausgeführt,
jedoch basieren sie immer auf diesen Grundregeln. Selbstverständlich
wurden bei den später gegründeten Frauenklöstern die entsprechenden
Anpassungen vorgenommen.
Einmal pro Woche sollen diese Regeln vorgelesen werden. Sie sind wie
ein Spiegel: Ihr könnt darin sehen, ob ihr etwas vernachlässigt
oder vergesst. Euch, die ihr eine Klostergemeinschaft bildet, tragen wir
auf, folgendes in eurem Leben zu verwirklichen:
Die klösterliche Gemeinschaft
- Zufürderst sollt ihr einmütig zusammenwohnend, wie
ein Herz und eine Seele auf dem Weg zum Einen sein.
- Bei euch darf von persönlichem Eigentum keine Rede sein.
Sorgt im Gegenteil dafür, dass euch alles gemeinsam gehört. Euer
Oberer soll jeden mit Nahrung und Kleidung versorgen. Nicht, dass er jedem
Einzelnen gleich viel geben müsste, denn im Hinblick auf die Gesundheit
seid ihr nicht alle gleich, vielmehr soll jedem Bruder gegeben werden, was
er persönlich nötig hat. So lest ihr ja im Hilarium: Sie hatten
alles gemeinsam, und jedem wurde so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.
- Die in der Welt etwas besaßen, als sie ins Kloster eingetreten
sind, sollen Wert darauf legen, dass dies der Gemeinschaft übertragen
wird. Die aber nichts besaßen, sollen im Kloster nicht das suchen,
was sie sich draußen auch nicht leisten konnten. Dennoch soll man
ihrer Mittellosigkeit entgegenkommen und ihnen alles geben, was sie nötig
haben. Sie dürfen sich aber nicht schon deshalb glücklich schätzen,
weil sie jetzt Nahrung und Kleidung bekommen, und das in einem Maß,
wie sie es draußen nicht hätten erreichen können.
- Andererseits dürfen jene, die in der Welt etwas zu sein
schienen, nicht verächtlich auf ihre Brüder herabsehen, die aus
ärmlichen Verhältnissen in diese heilige Gemeinschaft eingetreten
sind. Denn während jede andere Fehlhaltung ihren Ausdruck nur in bösen
Taten findet, trachtet der Hochmut darüber hinaus auch nach den guten
Werken, um sie zunichte zu machen.
- Lebt also alle wie ein Herz und eine Seele zusammen und ehrt
gegenseitig in euch den Einen; denn jeder von euch ist sein Haus geworden.
Das gemeinsame Gebet
- Lasst nicht nach im Beten zu den festgesetzten Stunden und
Zeiten.
- Der Gebetsraum darf zu nichts anderem gebraucht werden als
wozu er bestimmt ist; denn er trägt seinen Namen nicht ohne Grund.
Die Kanonischen Stunden nach Ordensregeln des heiligen Hilarius
- Mette (der Nachtgottesdienst) findet einmal wöchentlich
am Hilariustag zwischen Mitternacht und 1.00 Uhr statt.
- Laudes (das Morgenlob) findet je nach Jahreszeit zwischen
4.30 Uhr und 7.00 Uhr statt, so dass der Gottesdienst in der Morgendämmerung
beginnt und bei Sonnenaufgang endet.
- Meridia (Mittagsgebet) ist um 12.00 Uhr mittags, im Anschluss
daran wird das Mittagsmahl eingenommen.
- Die Vesper (der Abendgottesdienst) beginnt bei Einbruch
der Dämmerung, danach wird das Abendmahl eingenommen.
- Komplet (das Nachtgebet) wird entweder gemeinsam oder
von jedem Gläubigen für sich vor dem Schlafengehen gesprochen.
Das leibliche Wohl
- Bezwingt euren Leib durch Fasten und Enthaltung von
Speise und Trank, soweit es eure Gesundheit zulässt. Wer es nicht
ohne Nahrung bis zur Hauptmahlzeit, die gegen Abend eingenommen wird, aushalten
kann, darf vorher etwas essen und trinken, jedoch nur zur Stunde der sonst
üblichen Mittagsmahlzeit. Wer aber krank ist, darf jederzeit etwas
zu sich nehmen.
- Hört vom Beginn bis zum Ende der Mahlzeit aufmerksam
der üblichen Lesung zu, ohne euch dabei lauthals zu äußern
oder gegen die Worte zu protestieren. Denn ihr sollt nicht nur mit dem Mund
euren Hunger stillen, sondern auch eure Ohren sollen hungern nach dem Wort
des Einen.
Die gemeinsame Verantwortung füreinander
- Seid nicht aufwändig gekleidet. Sucht nicht,
durch eure Kleidung Gefallen zu erwecken, sondern durch eure Lebensführung.
- Wenn ihr ausgeht, dann macht euch gemeinsam auf den
Weg, und wenn ihr an den Ort gekommen seid, wo ihr hingehen wolltet, dann
bleibt zusammen.
- Euer Gehen und Stehen, euer ganzes Verhalten darf
bei niemandem Anstoß erregen, sondern muss mit eurem heiligen Lebensstand
in Einklang stehen.
- Wenn ihr eine Frau seht, lasst euren Blick nicht lüstern
auf ihr ruhen. Wenn ihr ausgeht, kann euch natürlich niemand verwehren,
Frauen zu sehen, wohl aber ist es schuldhaft, eine Frau zu begehren oder
von ihr begehrt werden zu wollen. Denn nicht nur die Gebärden der Zuneigung,
sondern auch die Augen erregen in Mann und Frau die Begierde zueinander.
Behauptet also nicht, euer Herz sei rein, wenn eure Augen unrein sind, denn
das Auge ist der Bote des Herzens. Und wenn man sich gegenseitig seine unkeuschen
Absichten zu erkennen gibt, auch ohne Worte, nur indem man nach der anderen
Ausschau hält, und wenn man an der zueinander entbrannten Leidenschaft
Gefallen findet, dann ist – selbst wenn man sich nicht in den Armen
liegt – von der echten Reinheit, nämlich der Reinheit des Herzens, schon
keine Rede mehr. Wenn ihr also in der Kirche zusammen seid oder überall
sonst, wo ihr auch mit Frauen zusammenkommt, dann fühlt euch gegenseitig
für eure Reinheit verantwortlich.
- Wenn ihr nun diesen lüsternen Blick, von dem
ich spreche, bei einem Mitbruder bemerkt, dann ermahnt ihn sogleich, damit
er sein Verhalten so schnell wie möglich bessert und das schon begonnene
Unheil nicht noch schlimmer wird.
- Sieht man aber nach einer solchen Ermahnung oder auch
sonst, dass dieser Bruder doch wieder dasselbe tut, dann soll jeder, der
das merkt, dessen Herz als verwundet betrachten und um Heilung bemüht
sein.
- Will er nicht auf deine Ermahnung hören, dann
soll man zunächst den Oberen zu einem Gespräch unter vier Augen
hinzurufen, um dadurch die anderen noch herauszuhalten. Bessert er sich daraufhin
noch nicht, dann soll er nach dem Urteil des Oberen zu seiner Besserung
hart bestraft werden.
Die Beilegung von Konflikten
- Seid nie untereinander zerstritten. Sollte es doch
einmal zum Streit kommen dann macht so schnell wie möglich Schluss
damit. Sonst wächst der Zorn zum Hass.
- Wenn du einen Bruder verletzt hast, indem du ihn
ausgeschimpft, verwünscht oder zu Unrecht schwer beschuldigt hast, dann
denk daran, das Unheil, das du angerichtet hast, so schnell wie möglich
durch deine Entschuldigung wiedergutzumachen; und der Bruder, der verletzt
wurde, soll dir seinerseits ohne große Umstände verzeihen.
- Eure Liebe zueinander darf nicht in der Selbstsucht
stecken bleiben; sie muss sich vielmehr vom Geist des Einen leiten lassen.
Führen und Dienen
- Gehorcht eurem Oberen so wie einem Vater, aber
auch mit dem gebührenden Respekt, der ihm aufgrund seines Amtes zusteht;
andernfalls verfehlt ihr euch gegen den Einen in ihm.
- Es ist in erster Linie Aufgabe des Oberen, dafür
zu sorgen, dass man alles, was hier gesagt ist, auch verwirklicht und dass
man Übertretungen nicht achtlos übergeht. Es ist seine Aufgabe,
auf fehlerhaftes Verhalten hinzuweisen und für Besserung zu sorgen.
- Euer Oberer soll sich nicht deshalb glücklich
schätzen, weil er kraft seines Amtes gebieten, sondern weil er dem
Einen dienen kann. Aufgrund eurer Hochachtung soll er unter euch herausgehoben
sein, doch aufgrund seiner Verantwortlichkeit vor dem Einen soll er sich
als der Geringste von euch einschätzen. Allen soll er durch gute Werke
ein Beispiel geben. Er soll diejenigen, die ihre Arbeit vernachlässigen,
zurechtweisen, den Ängstlichen Mut machen, sich der Schwachen annehmen,
mit allen Geduld haben. Er selber soll die Richtlinien der Gemeinschaft in
Ehren halten und auch bei den anderen auf Beachtung drängen. Wiewohl
beides in gleicher Weise nötig ist, soll er mehr darauf bedacht sein,
von euch geliebt als gefürchtet zu werden.
Der Orden der Hilariusiten
Das Ordenswappen
Das Wappen der Hilariusiten zeigt symbolisch das aufgeschlagene Hilarium
und das liegende Luxarium in gelber Farbe auf silbernem Grund.
Die Ordensgründung
Cruelius blieb mit seinen Getreuen in Gunara und gründete den
Orden der Hilariusiten. Noch zu Lebzeiten Hilarius sammelte er alle Schriften,
die im Zusammenhang mit dem Ceridentum stehen. Nachdem Hilarius verstarb
machte er sich daran dessen Erlebnisse und Worte im Luxarium niederzuschreiben.
Viele Jahre verbrachte Cruelius mit der Auslegung des Hilariums, die er
seinen Anhängern vermachte. Zahlreiche Geschichten, Gleichnisse und
vor allem die Ordensgrundregeln gehen auf ihn zurück.
Der Ordenshabit
Im Orden der Hilariusiten gibt es die wenigsten Zwänge in der
farblichen Kombination des Habit. Es hat sich gewährt, dass man die
Farbkombination seiner Arbeit anpasst. So wird eine Nonne, die im Hospitz
oder in der Küche arbeitet eher weiß tragen, ein Mönch,
der auf dem Feld arbeitet bevorzugt eine dunkle Kutte. Je nach der Farbe
des Unterkleides trägt man den Überwurf in einer Kontrastfarbe.
Wählt man zum Beispiel ein dunkelblaues, schwarzes, graues oder braunes
Unterkleid, dann fällt der Überwurf weiß oder hellbeige
aus.
Die Ordensgrundsätze
Die Hilariusiten verbreiten das Wissen über die Lehre, um es
Gewillten zu ermöglichen, der Religion beizutreten. Daher suchen
sie stetig in den alten Schriften nach neuen Erkenntnissen und forschen
unermüdlich nach verschollenen Texten oder Hinweisen des Hilarius
und seinen Weggefährten
Ihr Streben gilt außerdem der Pflege der ceridischen Kunst und
Wissenschaft. Hierzu zählt neben dem Sammeln von Schriften vor allem
die Musik. Um dem Einen zu gefallen und von ihm erhört zu werden, wird
seit den Tagen des heiligen Cruelius die Messe von Gesang begleitet, in
manchen Klöstern sogar gänzlich gesungen. Immer neue Melodien und
Texte entstehen in den Klöstern und werden von den schönsten Stimmen
im Chor vorgetragen.
Verbreitung des Ordens
Die Hilariusiten sind der stärkste Orden im Hinblick auf die
territoriale Verbreitung und die Anzahl der Ordensangehörigen. Dies
mag auch darin gründen, dass die Hilariusiten bisher als einziger
Orden Frauenklöster unterhalten. In größeren Abteien ist
dies ein eigenes Kloster mit einer Äbtissin als Vorsteherin. Bei kleineren
Gemeinschaften gliedert sich das Kloster in das Männer- und das Frauendormitorium.
Dem Abt, bzw. der Äbtissin ist dann neben dem Prior die Oberin zur
Seite gestellt.
Neben der Abtei Gunara, den Domklöstern in Escandra, Ankur und
Betis, befinden sich mehrere Klöster in Ligonii, Ostarien und Drachenhain.
Besonders zu erwähnen ist das Kloster Gregorsruh in der Baronie Carajon,
in dem die Offenbarung stattfand.
Die Ordensgeschichte
Die Hilariusiten erheben für sich den Anspruch, dass sie aufgrund
der genauen Auslegung der Schriften, die Lehre des Ceridentums nach den
genauen Vorstellungen des Religionsgründers leben.
Das Zentrum des Ceridentums ist zugleich das der Hilarisiten. Von
der Abtei Gunara aus werden seit Gründung die Geschicke der Kirche
gelenkt. Viele der Primi, wie auch der jetzige und sein Vorgänger,
entstammen dem Orden und waren zugleich Abt von Gunara.
Der Orden der Pretoriusaner
Das Ordenswappen
Das Ordenswappen zeigt die gelbe Pretoriusflasche auf silbernem Grund.
Die Ordensgrundsätze
Die Pretoriusaner lehnen jeglichen weltlichen Besitz, sowie politischen
Einfluss kategorisch ab. Mit ihrem karitativen Wirken verbreiten sie das
Ceridentum auf ihre ganz besondere, selbstlose Weise. Unter dem Leitspruch
des Ordens "Beten und Arbeiten" verbringen sie ein asketisches Leben. Erwirtschaftetes
Gut kommt stets Armen und Bedürftigen zu gute. In jedem der Pretoriusaner-Klöster
ist ein Siechenhaus eingerichtet, in dem Kranke unentgeltlich versorgt
werden. Die tägliche Armenspeisung hat dem Orden ein hohes Ansehen
in der Bevölkerung verschafft.
Besonders in der Bekämpfung von Krankheiten konnte der Orden beachtliche
Erkenntnisse gewinnen. Hierzu gehören die Wasserheilkunde ebenso
wie die innere und äußere Anwendung von Kräutern. Zahlreiche
herrlich bebilderte Werke über Pflanzenkunde wurde von Pretoriusanern
verfasst.
Die Ordensgründung
Pretorius war der Sohn eines reichen Kaufmanns aus Ankur. Schon in
jungen Jahren ward ihm das Glück zuteil die Bekanntschaft des Hilarius
zu machen. All sein Streben galt von nun an der Verbreitung des noch jungen
ceridischen Glaubens und der Betreuung der kleinen Anhängerschar.
Pretorius verstand es die Menschen mit der Kraft seiner Worte zu bannen
und sein Meister Hiliarius war mehr als zufrieden mit ihm Nachdem
der Kirchenvater viel zu jung verstorben war, verabschiedete sich Pretorius
von seinen Glaubensbrüdern, zog gen Süden und ließ sich
unweit der Stadt Wälsung in der Baronie Buchenfels nieder.
Als Geistlicher dieser kleinen Stadt entfaltete er, teils durch seinen
ganz hervorragenden Eifer und sein gutes Beispiel eine wunderbare Tätigkeit.
Er leuchtete in seinem edlen Tugendleben und trug durch seine Liebe zu
den Armen und sein offenes Ohr für die Nöte des Volkes wesentlich
zur Bekehrung der Baronie bei. Mit großen Eifer baute er eine Kapelle
für den Einen und schuf so einen Ort der Besinnung und Einkehr für
seine Gemeinde. Es war Pretorius eine Freude die weite Ausbreitung und
das segensreiche Wirken seines Werkes zu sehen. Die Botschaft erreichte
auch reiche Bauern und Handwerkern, die dem Bau und der Ausgestaltung der
Kapelle Zeit und Mittel widmeten. Im Laufe der Jahre erreichte die Ausstattung
eine solche Pracht, wie sie nur in höchsten Häusern anzutreffen
ist. Der größte Schatz des Pretorius war jedoch ein Gegenstand
aus dem Besitz des Hilarius,. Aurazith und Edelsteine zierten nun den heiligen
Gegenstand und dessen Schrein, der viele Gläubige herbeizog,
die ihn bewunderten und ihr Gebet davor verrichteten.
Im Jahre 15 nach der Erleuchtung brach eine schreckliche Hungersnot
über das Land herein. Ein harter Winter und starke Regenfälle
führten zu Missernten und die Menschen darbten. Händler
aus dem Süden priesen ihre Waren zu überhöhten Preisen an,
so dass die Ärmsten schon bald kein Geld mehr hatten, um ausreichend
Nahrung zu kaufen. Schon kündigte sich die kalte Jahreszeit an und
Pretorius war sich gewiss, dass viele seiner Anhänger diese nicht überleben
würden, wenn nicht ein Wunder geschieht. Und so begab es sich, dass
an einem frostigen Tage in Händler aus Betis des Weges kam. Seine
Wagen waren schwer beladen mit Getreide, getrockneten Früchten und
Salzfleisch. Der Händler wusste um die Not der Leute und forderte kein
Geld für seine Güter, sondern erbat sich den Gegenstand des heiligen
Hilarius. Er schwor diesen in Ehren zu halten, da er selbst schon viel
Gutes über das Wirken des Einen gehört hatte. Pretorius überlegte
nicht lange, denn was bedeutet all der Reichtum, wenn es um das Leben seiner
Mitmenschen geht. Wer sollte dann noch mit ihm beten, wenn alle verhungern?
Das konnte nicht der Wille des Einen sein, dass sein Haus voller Aurazith
glänzt, die Gläubigen aber Not erleiden. Von nun an schwor er
sich ein Leben in völliger Armut und der Entbehrung allen irdischen
Besitzes zu führen. Er tauschte all seine Wertsachen gegen Brot für
die Armen ein.
Sein strenges Leben zog allmählich gleichgesinnte Männer
an und so entstand eine klösterliche Gemeinde bei der Kirche mitsamt
einem Armenhaus und einem Hospitz. Hier empfingen die Armen Pflege und Unterkunft
und ihr Geist wurde von dem Einen erhellt.
Wie das Leben, so ward auch der Tod des Pretorius erbaulich. Er verstarb
während der Frühmesse mit einem seligen Lächeln auf den
Lippen. Seine Anhänger begruben ihn neben seiner Kirche und setzten
sein Lebenswerk fort.
Abschrift aus dem Werk des Vastus II
"Lebensbilder großer Heiliger"
Die Verbreitung des Ordens
Neben dem Hauptkloster des Ordens St. Pretorius in der Baronie Buchenfels
unterhält der Orden in Ostarien noch ein Kloster in den Abteien
Canice. In der Markgrafschaft Norrland-Brassach befinden sich das Domkloster
von Tarnam und das Kloster St. Pertacus. Das Kloster Bergstedt ist die
einzige Niederlassung der Pretoriusaner im Herzogtum Ligonii. Jedoch hat
der Orden im Fürstentum Drachenhain gerade in den letzten Jahren eine
enorme Verbreitung erfahren. Neben den Abteien Lindfurt und St. Aluin gibt
es noch die Klöster St. Markwart und Hirschenau.
Das Ordenshabit
Die Pretoriusaner haben gemäß ihren strengen Ordensregeln
ihr Gewand einfach gewählt. Dunkle, meist braune, grobgewebte Kutten
mit Kapuze, die von einem Gürtel oder einem Seil zusammengehalten
werden. Nicht zwingend notwendig, aber in den kälteren Regionen sehr
nützlich ist ein Überwurf, der aus zwei fast bis zum Boden reichenden
Tüchern auf Rücken und Brust besteht.
Der Orden der Bannkreuzer
Das Ordenswappen
Der Orden der Bannkreuzer wird durch ein rotes Pfeilkreuz auf schwarzem
Grund repräsentiert. Bei höheren Ordensrängen können
die Farben des Wappens variieren.
Der Ordenshabit
Der Bannkreuzer trägt eine weiße Robe mit schwarzem
Überwurf und rotem Pfeilkreuz. Die Kapuze kann an der weißen
Robe angenäht oder aber als schwarze Gugel getragen werden.
Die Ordensgründung
Als Lucius die Abtei Gunara verließ, hatte er den festen
Vorsatz, dem Ceridentum ein solides Fundament zu schaffen. Sein Ziel
war ein Orden, der über ausreichend Land und Mittel verfügt,
um Einfluss auf die Politik nehmen zu können.
Lucius gründete im Jahre 7 n.d.E. mit der Erlaubnis von Herzog
Rolo VII von Ostarien und Baron Rodgert in dessen Baronie Dunkelstein
ein Kloster nahe der Stadt Dunkelnau.
Bereits im Jahre 17 n.d.E. hatte Lucius erreicht, dass die ehemalige
ostarische Baronie Dunkelstein ihm als Lehen gegeben wurde, nachdem Baron
Rodgert verstorben war. Die Baronie wurde in eine Abtei umgewandelt, die
Vogteien in Propsteien. Näheres findet sich in der Geschichte der
Abtei Dunkelstein.
Der Orden brachte später sogar einen vierten Orden hervor,
den Orden der Templer zu Ankur.
Die Ordensgrundsätze
Der Ordensgründer Lucius führte die Bannkreuzer in wirtschaftliche
Unabhängigkeit und prägte den Orden in seinen Zielen, das
Ceridentum selbstbewusst zu vertreten. Durch seine Verbundenheit zum
Herzoghaus, das noch zu Lebzeiten des Lucius dem Ceridentum beitrat,
gelang ihm dieses Vorhaben vorbildlich. Das Bestreben der Hilariusiten
die Schriften des Luxariums und des Hilariums eingehend zu studieren,
oder das der Pretoriusaner, die sich der Nächstenliebe und der Armut
verschrieben haben, teilen die Bannkreuzer seit jeher nicht. Ihr Interesse
gilt dem Machtzuwachs und der Verbreitung des Ordens und damit dem Ceridentum.
Dies beinhaltet auch die Verdrängung des Ogedentums.
Die Ordensgeschichte
Im Hauptsitz des Ordens, der Abtei Dunkelstein, wurden schon in
den ersten Jahren nach der Lehensübernahme Ogedenschreine in ceridische
Gebetsstätten umgewandelt, ogedische Feiertage abgeschafft und der
Vastusianische Kalender eingeführt.
Ihre Ablehnung gegen Magie unterstrichen die Bannkreuzer deutlich,
als die Inquisition ins Leben gerufen wurde. Ihren Anspruch auf die Richtigkeit
ihrer Denkweise begründen die Bannkreuzer mit dem Werk des Lucius,
der gezeigt hat, dass der Glaube im Zeichen des Ceridenkreuzes Magie bannt.
Den bisherigen Höhepunkt erreichte der Orden unter der Führung
von Abt und Superior Edmond de la Cruz.
Seinem Nachfolger, Flavius van Orb, sind durch den neuen Primus,
den Hilariusiten Pacellus, die Hände mehr gebunden als zuvor unter
dem Primus Canesius, der den Bannkreuzern näher stand.
Eben dieser Umstand bedeutete für die Bannkreuzer auch den
Verlust der Befehlsgewalt über die Heilige Miliz.
Nicht zuletzt durch das einstweilige Abschaffen der Inquisition
wurde den Bannkreuzern ihr Einfluss geschmälert.
Verbreitung des Ordens
Die Abtei Dunkelstein ist nach wie vor das Hauptgebiet der Bannkreuzer.
Daneben gibt es in Ostarien die Klöster Hornberg, Kreuztal,
Hurtenau und St. Elvorix, sowie das Domkloster in Quellstett.
Das einzige Kloster der Bannkreuzer,
das sich außerhalb Ostariens und Dunkelsteins befindet ist das Kloster
Murbach in der Baronie Carajon.
Die Abtei Dunkelstein
Hauptstadt: Dunkelnau
Herrscher: Flavius van Orb, Abt von Dunkelstein
Wappen
Das Wappenschild
Das Dunkelsteiner Wappen vereinigt das Pfeilkreuz als Zeichen der
Bannkreuzer mit dem Orb der Familie van Orb, umringt von einem Flammenkranz.
Orden
Dunkelstein ist der Hauptsitz des Ordens der Bannkreuzer.
Das Kloster Dunkelstein wurde im Jahre 7 n.d.E. (nach der
Erleuchtung, d.h. 56 v.A.III) von dem jungen Abt Lucius gegründet.
Geographie
Die Abtei Dunkelstein liegt nordwestlich von Ostariens. Im Westen
fließt der breite Fluss Jolborn. Nördlich erstreckt sich Dunkelstein
inzwischen weit in das Ödlandgebirge hinein. Die Landschaft reicht
von grünen Vorgebirgslandschaften bis zu felsigen Gebirgshöhen
mit tiefen Tälern. Den Horizont prägen in ganz Dunkelstein die
weißen Gipfel des Gebirges.
Am südlichen Ufer des Feldbaches erstrecken sich durch fast
ganz Dunkelstein hindurch die weitgehend wieder abgetragenen Überreste
eines niedrigen Erdwalles, der im Jahre 88 n.d.E. von den Ostariern unter
Jareck von Jolberg als Verteidigungslinie gegen die Ödländer
errichtet worden war.
Herrschaftsform
Die Abtei Dunkelstein ist in vier Propsteien und die Ballei Feuerbach
unterteilt. Die Propste, sowie der Landkomtur der Ballei Feuerbach sind
dem Abt als Vasallen lehenspflichtig.
Propstei Heiligenfelden
In der Propstei Heiligenfelden befindet sich das Nebenkloster Heiligenfelden.
Hier werden auch heute noch die Prozessakten der heiligen Inquisition,
sowie kunstvoll gearbeitete Folianten und Bücher aufbewahrt. Propst
Marcellus wacht eifersüchtig über die ihm anvertrauten Kostbarkeiten.
Der zwischen Kloster und Jolborn liegende Jolforst brannte während
der Schlacht von Heiligenfelden (88 n.d.E.), durch ein von den Ödländern
gelegtes Feuer fast vollständig ab und erholte sich in den darauffolgenden
Jahren nur langsam.
Propstei Dunkelnau
Dunkelnau ist die Hauptstadt der Abtei, mit dem Hauptkloster Dunkelstein.
Verwaltet wird dieses von Propst Jahrius dem Einfältigen. Das Kloster
ist ebenso Wohnsitz des Abtes und des Prior. Das Kloster beherbergt
unter anderem die berühmte Dunkelsteiner Bierflaschensammlung.
In der Stadt Dunkelnau befinden sich zum einen die berühmte Brauerei
Haulaner, sowie die berühmte St. Inocentius Kirche.
Propstei Hirschfurt
Die Propstei Hirschfurt ist ein besonders waldreiches Gebiet in
dem die Äbte von Dunkelstein ihr Jagdschloss Bärenruhe haben.
Die Stadt Hirschfurt hat sich um das Nebenkloster des Ordens, St. Stephanus,
gebildet. Im Kloster selbst wird der Wandteppich des heiligen Hilarius verwahrt,
ein Teppich, der aus dem Gewande des heiligen Hilarius, dem Begründer
der heiligen Ceridischen Kirche gefertigt wurde.
Propstei Bornstein
Die Propstei Bornstein gilt auch als die Kornkammer der Abtei.
Auf den Feldern der Propstei werden bis zu 9 verschiedene Getreidearten
angebaut. Die Stadt Eiswalden gilt als Kleinod der Abtei.
In Jolbingen wurde von 89 n.d.E. an der Hafen zu einem großen
Versorgungshafen ausgebaut, dem letzten Versorgungshafen vor den Ödlanden.
Ballei Feuerbach
Diese Ballei wurde im Jahre 86 n.d.E. gegründet. Hauptsitz
ist die Burg Calterac. Calterac ist eine Grenzfeste, nördlich davon
schließt sich das Ödland an. Die Grenzfeste schwebt in ständiger
Gefahr, von den Ödländern angegriffen zu werden.
Wirtschaft
Besondere Wirtschaftsgüter der Abtei Dunkelstein sind unter
anderem das Dunkelsteiner Bier mit sechs verschiedenen Sorten. Auch
gibt es diverse Erzminen und Granitbergwerke. Die Monopole liegen allesamt
beim Abt.
Steuern
Der Abt von Dunkelstein erhält sowohl die Lehenssteuern, als
auch die Kirchenabgaben der Propsteien. Da beide Einnahmen in den Orden
fließen, können die zu zahlenden Steuern niedriger gehalten
werden als in den ceridischen Gebieten außerhalb von Dunkelstein.
Marktplatzgebühren
Die Marktplatzgebühren werden von den Propsten selbst festgelegt
und fallen in Abhängigkeit vom Reichtum der einzelnen Dörfer
und Städte unterschiedlich aus.
Wegezölle
Um den Ausbau von Handelsstraßen zu finanzieren, wurden in
Dunkelstein für die großen Straßen Wegezölle eingerichtet.
Um diese Wegezölle bequem einzutreiben, wurde eine Siegeltafel eingeführt.
Auf der Siegeltafel wird beim Erwerb eingetragen, bis wann sie gültig
ist, nämlich ein Jahr lang ab dem Tag des Erwerbs. Der jährliche
Wegezoll beträgt 5 Groschen. An jedes Last- oder Reittier muss
eine Siegeltafel gut sichtbar angebracht sein. Wird eine Handelsstraße
ohne gültige Siegeltafel benutzt, so hat der Besitzer der Tiere für
jedes Tier eine Strafe von 3 Dukaten zu zahlen.
Brauchtum
Die typischen ogedischen Feiertage wurden allesamt durch einen
Erlass des Abtes Lucius abgeschafft. Dafür werden die üblichen
ceridischen Feiertage zelebriert.
Am Tag der Erleuchtung beginnt eine Wallfahrt von Dunkelstein nach
Gunara.
Desweiteren wird das Dunkelsteiner Wiesenfest gefeiert, ein Fest,
bei dem der Abt es sich nicht nehmen lässt, das größte
Fass Nordheligonias anzustechen.
Heerwesen
Dunkelstein selbst verfügt über eine kleine, schlagkräftige
Truppe, die jedoch nicht aus Geistlichen besteht, wie es bei der Heiligen
Miliz üblich ist. Die Truppen bestehen vielmehr aus Stadtwachen,
Söldnern oder ceridischen Rittern mit schwerer Bewaffnung
und Rüstung, die bei Bedarf zusammengezogen werden.
Klosterwesen
Im Hauptkloster Dunkelstein leben etwa 100 Mönche. Vorsteher
des Klosters ist der Abt, ihm zur Seite steht der Prior, welcher der Vertreter
des Abtes ist. Ihm obliegt die Verwaltung des Klosters.
Gesetzgebung
Die Gesetzesgrundlage stellt die Königlich Heligonische Halsgerichtsordnung
dar.
Geschichte
Als Lucius die Abtei Gunara verließ, hatte er den festen
Vorsatz, dem Ceridentum ein solides Fundament zu schaffen. Sein Ziel
war ein Orden, der über ausreichend Land und Mittel verfügt,
um Einfluss auf die Politik nehmen zu können.
Seine Reise führte ihn zunächst nach Ankur, wo er beim
damals jungen Herzog Rolo VII, dem Vater von Herzog Uriel II, vorsprach.
Er machte diesen mit der Lehre des Ceridentums bekannt und stieß
bei dem aufgeschlossenen Herzog auf ein offenes Ohr. Lucius und Rolo verbrachten
so manche Nacht in freundschaftlichem Disput.
Durch seine geschickte Redekunst erreichte Lucius, dass Herzog Rolo
und der damalige Baron von Dunkelstein, Rodgert, ihm genehmigten, im
Jahre 7 n.d.E. in der Baronie Dunkelstein in einem Gutshaus des Barons
ein Kloster einzurichten. Lucius, der nun von Ankur in die Nähe von
Dunkelnau gezogen war und dort mit einigen Anhängern schon rasch eine
kleine ceridische Gemeinschaft aufgebaut hatte, besuchte nun Baron Rodgert
regelmäßig in Dunkelnau, um ihm den ceridischen Glauben zu
lehren. Im Jahre 13. n.d.E. hatte Lucius den Baron schließlich soweit
überzeugt, dass dieser zum Ceridentum konvertierte. Der Sohn des
Barons, Hagen von Dunkelstein, war mit der Konvertierung nicht einverstanden
und verschwand nach einem Streit aus der väterlichen Burg.
Es vergingen zwei Jahre, in denen Lucius das Kloster ausbaute und
mit seinen geistigen Brüdern das Land missionierte.
Doch zu Beginn des Jahres 16 n.d.E. verstarb Baron Rodgert im Klosterhospital
an den Folgen einer Rückenverletzung. Er war auf dem Weg von Dunkelnau
nach Kloster Dunkelstein vom Pferd gestürzt. Die Ordensbrüder
des Klosters hatten Baron Rodgert ins Hospital bringen lassen und Lucius
selbst kümmerte sich um ihn. Einige Tage lang hing sein Leben an einem
dünnen Faden und schließlich verließen ihn trotz der sorgsamen
Verpflegung der Klosterbrüder die Kräfte.
Bald schon entbrannte in der Baronie ein Streit um die Nachfolge
des Barons, denn Herzog Rolo VII übergab auf Fürsprache von
Lucius dem jungen ceridischen Vogt Eckart das Lehen.
Hagen jedoch beharrte auf sein Recht, als Sohn das Erbe seines Vaters
anzutreten, wie es im Adel normalerweise üblich ist.
So kam es in Dunkelstein immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen
zwischen den verfeindeten Parteien. Die Lage spitzte sich zu, als Hagen,
der alle geheimen Gänge und Türen der Burg seines Vaters kannte,
dort eindrang und Eckart in einem Zweikampf tötete. Er ließ
in der ganzen Baronie verkünden, dass er der neue Baron sei, keine
Ceriden dulde und diese zur Not mit Gewalt in die Knie zwänge. Damit
hatte Hagen endgültig Hochverrat begangen. Nun sah sich der Herzog
gezwungen, selbst einzugreifen und so zog er gen Norden in die Baronie Dunkelstein,
um in einer Schlacht gegen Hagen und seine Mannen anzutreten. Lucius schloss
sich Herzog Rolo VII an, um ihm mit seinem Glauben und seinem Rat zur Seite
zu stehen, wie er dem Herzog versicherte.
Auf dem Weg zur Burg strömten ihnen Flüchtlinge entgegen,
der Rauch verbrannter ceridischer Höfe war am Horizont zu sehen.
Die Zahl der Verwundeten und Toten war groß. Was jedoch weitaus
schlimmer war als die Verwüstungen, war die Hoffnungslosigkeit, denn
Hagen von Dunkelstein hatte einen mächtigen Zauberer an seiner Seite,
den er nach seiner Rückkehr nach Dunkelstein mitgebracht hatte. In
dieser schweren Lage sprach Lucius dem Herzog Mut zu und versprach, ihm
nicht von seiner Seite zu weichen.
An den Burgmauern angekommen stürzte sich Herzog Rolo mit seinen
Recken in den Kampf. Lucius, nur mit einem Speer bewaffnet, an dem das
ceridische Kreuz befestigt war, folgte ihm. Der Magier des ruchlosen Hagen
schleuderte dem Herzog einen mächtigen Illusionszauber entgegen.
Vor den Augen der Streiter materialisierte sich ein grässlicher Drache,
woraufhin sie angstvoll zurückwichen. Einzig Lucius lies sich von dem
Trugbild nicht täuschen. Er drehte sich zu den zurückweichenden
Kriegern und rief ihnen zu, dass alles nur ein Blendwerk des Daimon sei.
Mit diesen Worten schritt er dem Drachen entgegen. Als er diesen mit dem
Kreuz berührte, verschwand die Illusion. Da fassten die herzöglichen
Streiter wieder Mut und stürzten sich erneut in die Schlacht, um diese
für sich zu entscheiden.
Herzog Rolo VII war Lucius, der inzwischen sein Freund geworden
war, zu großem Dank verpflichtet und schenkte dem tapferen Kleriker
diesen nördlichsten Teil seines Landes. Die Baronie Dunkelstein wurde
so zur Abtei. Doch Lucius wollte nicht als Lehensnehmer des Herzogs in
dessen Abhängigkeit stehen. Darum bat Herzog Rolo den König,
diesen Teil von Ostarien aus der Lehenspflicht seines Herzogtums zu entlassen
und unterstellte Dunkelstein so direkt dem Schutz des Königs.
Da die Macht des Kreuzes die Schrecken der Magie gebannt hatte,
nannte Lucius seinen Orden fortan die Bannkreuzer.
Die Abtei Dunkelstein war damals noch ein recht unwirtliches Land,
das jedoch mit der Kraft des Glaubens und dem Enthusiasmus des Ordensführers
gedieh und sich in den darauffolgenden Jahren stetig nach Norden ausdehnte.
Dennoch kam es zu Lebzeiten von Lucius immer wieder zu Drohungen
bis hin zu Meuchelversuchen auf den Abt. Dieser hatte in der ehemaligen
Baronie die Vogteien in Propsteien umgewandelt und dort jeweils einen seiner
Mitbrüder als Probst eingesetzt. Damit hatte er sich vor allem die
ogedischen Vögte zum Feind gemacht, denen von ihrem Landbesitz mit
etwas Glück gerade noch ein Gutshof blieb.
Im Jahre 37 n.d.E. starb Lucius an einer geheimnisvollen Krankheit.
Sein Nachfolger Bertus von Steinau machte sich ebenfalls viele Feinde,
indem er die heiligen Ogedenhaine in Dunkelstein zerstören ließ.
Im Reifemond des Jahres 43 n.d.E. wurde Abt Bertus von einer aufgebrachten
Menschenmenge, angeführt von Aradon von Hirschfurt, im Oratorium
des Klosters Dunkelstein schändlichst niedergestreckt. Aradon war
ein Nachfahr des Vogtes von Hirschfurt, der sich nach der Enteignung
durch Abt Lucius im Bärenwald versteckt und von dort aus immer wieder
Raubzüge geführt hatte. Die nachfolgenden Jahre waren eine Zeit
des Brandschatzens und Raubrittertums. Der Nachfolger von Abt Bertus,
Sangrius von Layenfeld wurde von Primus Vastus Aurelius II mit der Herstellung
der Ordnung in seiner Abtei betraut. Er vermochte es, in den nächsten
zwei Jahren das Land von Raubrittern zu säubern und die Meuchelmörder
dingfest zu machen. Die innere Verzweiflung von Abt Sangrius zu jener
Zeit drückte er in einem Brief an seinen Freund Abt Burkhardus, Abt
von Gunara, aus. Hier ein Auszug daraus:
"Ich weiß wohl, dass Ihr mich heimlich 'Abt Fingerhut' nennt,
weil der Schöpfer mir nicht die Gestalt eines Riesen gegeben hat.
Eher für die Kutte, als für die Rüstung hat der Herr meinen
Leib geschaffen, doch in welche Zeit? So reite ich gepanzert, umringt
von Bewaffneten, weil das Unrecht Überhand nimmt, das uns Anvertrauten
und die Güter unserer heiligen Kirche bedroht, denn wo ist sonst ein
Arm, der die Schwachen schirmte, seitdem die Ritter zu Räubern geworden
sind? Da sie keines weltlichen Herren Macht mehr kennen, muß selbst
ein Mann der Kirche die Waffen ergreifen, um den Seinen Recht zu schaffen.
Wir leben, Burkhardus, in einer schrecklichen, gesetzlosen Zeit."
Im Jahre 47 n.d.E. waren die letzten Raubritternester ausgehoben.
Die darauffolgenden Jahre waren eine Zeit der Blüte und des wirtschaftlichen
Gedeihens. Die Städte Dunkelnau und Eiswalden wurden mit Stadtmauern
umgeben, in der Propstei Heiligenfelden wurde ein Nebenkloster errichtet
und in der Stadt Hirschfurt das Nebenkloster St. Stephanus. Auch zu erwähnen
sei die Errichtung eines Hospitals und eines Leprosenhauses in Dunkelnau.
Abt Sangrius, der Weise, starb nach einer langen und fruchtbaren Regierungszeit
im Jahre 84 n.d.E.
Sein Nachfolger, Edmond de la Cruz, trat im Jahr 79 n.d.E. dem Orden
der Bannkreuzler bei. Aufgrund einer großzügigen Spende seines
Vaters, Fürst Waldemar von Drachenhain, wurde er vom damaligen Abt
Sangrius, gleich nachdem er die Profess ablegte zum Propst von Bornstein
ernannt. Kurz darauf im Jahre 83 n.d.E. wurde er zum Prior der Abtei
ernannt, nachdem der alte Prior Balorius einem mysteriösem
Meuchelmord zum Opfer fiel. Kaum zwei Jahre später wurde er Abt und
Superior des Ordens. Die darauffolgenden drei Jahre verbrachte er mit dem
Niederschreiben des "Dunkelsteiner Hexenhammers", worauf er im Jahre 85
n.d.E. von Primus Benedict Canesius zum Inquisitor gesalbt wurde. Der altersschwache
Primus, der aufgrund seiner Gebrechen das Amt des Großinquisitors nicht
mehr ausüben konnte, übertrug dieses im Jahre 87 n.d.E. dem Abt
Edmond de la Cruz und ehrte damit dessen außerordentlichen Leistungen
im Dienst der Ceridischen Kirche.Abt Edmond de la Cruz galt als fanatischer
Ceride, der jegliche schwarze Magie bekämpft und selbst der heilenden
Magie skeptisch gegenüber stand. Da er kurz darauf das Amt des Fürstbischofs
von Friedland an sich riss, wurde der Abtsstuhl vakant.
Ab dem Jahre 89 n.d.E. wurde Abt Flavius van Orb vom Orden in das
Amt berufen.
Die Abtei Gunara
Hauptstadt: Gunara
Herrscher: Pacellus, Abt von Gunara, Primus der Ceridischen Kirche
Wappen
Das Wappen von Gunara zeigt das Ceridische Kreuz auf violettem Grund.
Orden
Gunara ist der Hauptsitz des Ordens der Hilariusiten. Die Abtei Gunara wurde
im Jahre 16 n.d.E. von Abt Cruelius gegründet. Aufgrund der Nähe
zum Königshaus ist Gunara auch der Sitz des Primus. Dieser war jedoch
nicht immer gleichzeitig der Abt von Gunara.
Geschichte
Im Jahre 4 nach der Erleuchtung siedelte sich Hilarius, der Begründer
des ceridischen Glaubens, mit seinen Jüngern in der Nähe von Escandra
in einem heruntergekommenen Gutshof nahe dem Dorf Gunara an. Zwei Jahre
später jedoch wurde Hilarius krank und verstarb nach einem langen Kampf
gegen die unbekannte Krankheit. Der junge, ehrgeizige Jünger Cruelius
blieb in Gunara und gründete den Orden der Hilariusiten. Es wurde mit
dem Bau des Klosters und der dazugehörigen Kirche begonnen. König
Aximistilius II gab dem Superior des Ordens der Hilariusiten Cruelius im Jahre
16 n.d.E. die Mark Gunara mit dem dazugehörigen Dorf als Lehen.
Unabhängig und nur dem König unterstellt, war man von jeher freier
und unabhängiger, als in den Abteien, die einem Lehnsherrn unterstehen.
Gunara ist seit jeher der kulturelle und politische Mittelpunkt der
Ceriden. Alle Primi haben von hier aus die Geschicke der Glaubensgemeinschaft
gelenkt.
Heute leben ungefähr 1000 Hilariusiten in der Abtei Gunara und
etwa 2000 lehnspflichtige Bauern, die ausschließlich dem ceridischen
Glauben angehören. Die Abtei unterhält eine Schule, deren Bildungsideal
dem Geist der Klosterregel entspricht. In der kalten Jahreszeit werden
die Kinder der umliegenden Dörfer und Gehöfte unentgeltlich unterrichtet.
Weiterhin haben die Mönche auch die medizinische Versorgung für
die Bevölkerung übernommen. Im Klostergarten werden unzählige
Kräuter angebaut, teils um Speisen schmackhafter zu machen, teils
um Tees oder Salben gegen Krankheiten zu bereiten. Die Mönche selbst
führen ein einfaches Leben nach strengen Grundsätzen, das im
wesentlichen aus Arbeit und Gebet besteht. Doch auch die Kultur und vor
allem die Kirchengeschichte wird sehr gepflegt. In einem großen,
lichten Schreibsaal reihen sich Pulte aneinander, wo von Mönchen und
Novizen die Texte des Hilariums und des Luxariums sorgfältig abgeschrieben
und herrlich bebildert werden. Die Ordensbrüder sind in den vielfältigsten
handwerklichen Berufen ausgebildet, wie zum Beispiel Schreiner, Steinmetze
oder Aurazithschmiede, damit sie ihr Können in den Dienst des Ordens
stellen können. Dies hat zur Folge, dass die Kirche des Klosters sehr
kunstvoll gestaltet und ausgeschmückt ist.
Hinter der Kirche befindet sich der Friedhof, dessen Mittelpunkt die
Cruelius-Gruft ist. Darin werden die sterblichen Überreste der Äbte
aufbewahrt. Der Sarg des Hilarius wurde jedoch im Jahre 24 n.d.E. nach
Escandra überführt, um dort in der Krypta des Domes aufbewahrt
zu werden. Die Gebeine des heiligen Pertacus befinden sich ebenfalls auf
diesem Friedhof und ist das Ziel zahlreicher gläubiger Pilger.
Im Nebenkloster St. Honorius ist die Heilige Miliz stationiert. In
unmittelbarer Nähe zum Primus werden sie hier ausgebildet, um dann
bei Bedarf zum Schutz der Ceriden entsandt zu werden.
Im östlichen Teil der Abtei, nahe der Grenze zur Baronie Carajon
hat sich im Jahre 37 n.d.E. Hildegund von Embarson niedergelassen. Hildegund
gründete dort das erste Frauenkloster. Die Frauen lebten die ersten
Jahre nach der Gründung abgeschieden und widmeten sich ganz dem Aufbau
des Klosters und den Lehren des heiligen Hilarius. Nach Hildegunds Tod im
Jahre 68 n.d.E. übernahm Conradis die Leitung des Hilariusiten-Klosters.
Bei Amtsantritt erklärte sie den Frauen, dass die vornehmliche Aufgabe
in der Nächstenliebe zu suchen sei. Die Nonnen gründeten eine
Heimstatt und Schule für elternlose Kinder. Regelmäßig
streifen die Hilariusitinnen durch die engen Gassen der Elendsviertel von
Escandra, verteilen Almosen an die Armen und verbreiten die Lehre des Ceridentums.
Dabei treffen sie häufig auf verwahrloste und hungernde Kinder, die
im Kloster ein neues Zuhause finden. Verzweifelte werdende Mütter
wenden sich an die Nonnen, um in der Abgeschiedenheit des Klosters ihr
Kind zu gebären, um es dann in der Obhut der Frauen aufwachsen zu
lassen. Nicht selten finden die Nonnen vor ihren Klostermauern ein Neugeborenes,
das von ihnen aufgenommen wird. Diese Kinder werden ganz im Sinne der ceridischen
Kirche erzogen und oft bleiben sie auch als Erwachsene im Dienst des Klosters.
Im Jahre 72 n.d.E. erhielt der Orden von Herzogin Walluma von Ostarien ein
Stadthaus in Ankur. Dort nehmen sich die Nonnen ebenfalls notleidender Kinder
an und führen täglich eine Armenspeisung durch.
Chronik der Ceridischen Kirche
4 n.d.E
Niederlassung der Anhänger des Hilarius
in Gunara
6 n.d.E
Tod des Hilarius
16 n.d.E
Gunara wird Abtei
17 n.d.E
Dunkelstein wird Abtei
19 n.d.E.
Der Vastusianische Kalender entsteht
24 n.d.E.
Baubeginn des Doms zu Escandra
27 n.d.E.
Feierliche Überführung
der Reliquien des Hilarius nach Escandra
29 n.d.E.
Vastus II beginnt sein Werk
"Lebensbilder großer Heiliger", das bis heute fortgeführt wird
34 n.d.E.
Baubeginn des Augustinus
Doms zu Ankur
41 n.d.E.
Das Jahr der 7 mal 7 Wunder
Die Erscheinung des Hilarius spricht zum Primus
52 n.d.E
Beitritt von Prinz Vinzenz
von Ostarien
55 n.d.E.
Der Märtyrertod
des heiligen Elvorix
59 n.d.E.
Das Rededuell des
Heiligen Maccalus mit der Poënageweihten Drunilda.
61 n.d.E.
Der Märtyertod
des heiligen Pertacus
63 n.d.E.
Der schreckliche
Ermordung des Primus Gessius durch den Saarkageweihten Tragol.
66 n.d.E.
Die Heuschreckenplage
in Ostarien
68 nd.E.
Das Jahr der
Verfolgung
77 n.d.E
Gründung
der Templer von Ankur
84 n.d.E.
Die Entstehung
der Inquisition
88 n.d.E.
Märtyrertod
des heiligen Gregors
Im Rebenmond
89 n.d.E.:
Aftalun
von Ostarien wird Prior von Gunara
Am 4.Tag
des Rebenmondes 89 n.d.E
Jolbensteiner Markttagkrieg
Baron Rodar von Jolbenstein hält am Jolbrucker Markttag Rede,
worin er das Ceridentum in Jolbenstein in seinen Rechten beschneidet.
Hierauf kommt es in den nächsten Tagen, vor allem im ceridischen Süd-Westen,
zu teilweise blutigen Auseinandersetzungen. Fürst Waldemar schreitet
ein und beschließt das Land zu teilen.
Am 8.
Tag des Mondes der Besinnung 89 n.d.E
Schaffung dreier ceridischen Provinzen in Drachenhain
Hervorgehend aus dem Markttagkrieg, wird von der Baronie Jolbenstein
drei Provinzen abgespalten, die jeweils im Range einer Baronie stehen.
Es entsteht die Abtei St. Aluin, die Abtei Lindfurt und die ebenfalls ceridische
Baronie Hochaskenstein.
25. Tag des Mondes der Erleuchtung 90 n.d.E.:
Der greise Primus Benedict Canesius stirbt
Im Rebenmond 90 n.d.E.
Der Ceride Nicolo Corvese wird vom Großen Rat zum Dogen der Freien
Reichsstadt Betis gewählt.
Im Frostmond 90 n.d.E.:
Die Äbte der Hilariusiten wählen Aftalun von Ostarien auf
einem Konzil zu Gunara zum Superior der Hilariusiten. Aftalun ernennt sich
daraufhin selbst zum Abt von Gunara.
1. Tag des Saatmondes 90 n.d.E.:
Herzog Uriel II. von Ostarien stirbt, Aftalun kehrt nach Ankur zurück.
Ende des Saatmondes 90 n.d.E:
Aftalun von Ostarien verzichtet vor den versammelten Vasallen zu Gunsten
seines Sohnes Angilbert auf die Herzogswürde, um sich ganz
den geistlichen Dingen widmen zu können.
7. Tag des Wonnemondes 90 n.d.E.:
Die neun Prälaten des Heiligen Konvents wählen Aftalun von
Ostarien, Abt von Gunara und Superior der Hilariusiten, im Kloster Gregorsruh
zum neuen Primus der Heiligen Ceridischen Kirche. Aftalun nennt sich fortan
Pacellus. Benedikt Honorius vertritt den verhinderten Großmeister
der Templer zu Ankur, Kalveram von Norrland-Brassach, bei der Wahl. Abt
Ceridian Aegidio von St. Aluin und, in Vertretung seines Abtes, Prior Lupus
von Lindfurt.
Den Drachenhainer Ceriden wird vom neuen Primus, neben Betis, besondere
Unterstützung versprochen.
Es kommt zur Offenbarung von Gregorsruh und die Suche nach dem Tor
der Unschuld beginnt.
Im Reifemond 91 n.E.
Die Beichte der 1000 von Betis
Abt Ceridian Aegidio reist nach Betis und bietet den ceridischen Bürgern
der Armenviertel an, sich mit seiner Hilfe ihrer Sünden und Verfehlungen
vor dem Einen zu befreien. Die bußfertigen Bürger ergreifen
in Scharen die Gelegenheit. Der Abt nimmt, ohne zu unterbrechen, eintausend
Sündern die Beichte ab. Als Zeichen der Anerkennung wird der Abt später
von der Betiser Tribüne zum Bürger des Monats gekürt.
15. Tag des Kargmondes 91 n.d.E
Kniefall des Fürsten Waldemar
Der neue Primus besucht seinen Oheim Fürst Waldemar auf der Drachentrutz.
Während einer denkwürdigen Messe in der Kapelle des Klosters
Richilesruh, kommt es zum Kniefall des Fürsten vor dem neuen Oberhaupt
der Ceridischen Kirche. Primus Pacellus betonte seine tiefe Verbundenheit
zum Hause Drachenhain.
12.-14. Tag des Eismond 91 n.d.E.
Aus Anlaß der Feierlichkeiten zur fünfzigsten Jährung
des Bekenntnisses des "alten" Brassach zum Ceridentum findet die Ausrichtung
des Heligonischen Adelstages in Tarnam statt. Primus Pacellus, Oberhaupt
der Heiligen Ceridischen Kirche, nutzt das Ereignis zu einem Gespräch
mit dem Adel Norrland-Brassachs.
17. Tag des Eismondes 91 n.d.E.
Im Dom zu Tarnam verkündet Primus Pacellus, dass er mit Zustimmung
des Königs und des regierenden ceridischen Hochadels Bischöfe
in Ligonii, Ostarien, Drachenhain und Norrland-Brassach einsetzen werde.
Im Saatmond 91 n.d.E.:
Die Ostarische Nordland-Expedition erlangt, begleitet von einer Gesandtschaft
des Pacellus und dem blinden Einsiedler Odilo, den Schlüssel zum
Tor der Unschuld.
17. Tag des Saatmondes 91 n.d.E.
Die Zusammenkunft von Calterac: Per Handschlag besiegeln Falvius van
Orb, Abt von Dunkelstein, und Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach,
Großmeister der Templer zu Ankur, in der Ballei Feuerbach eine engere
Zusammenarbeit bei der Verteidigung der "Pforte zu Dunkelstein und Ostarien".
1. Tag des Wonnemondes 91 n.d.E
Feierliche Einsetzung der Bischöfe
In der Abtei Gunara ernennt Primus Pacellus in aller Feierlichkeit
die vier Bischöfe und enthüllt deren Fahnen. Für das Fürstentum
Drachenhain wird der Abt von St. Aluin, Ceridian Aegidio vom Orden der
Pretoriusaner, in Amt und Würden gesetzt. Benedikt Honorius,
der Hauptspittler der Templer zu Ankur und Abt zu Daronsfeste, wird Bischof
von Norrland-Brassach. Für das Herzogtum Ostarien wird der Bannkreuzer
Abt Falkonius von Regart zum Bischof ernannt. Der Hilariusit Aristius Querquetulanus,
Abt des Domklosters von Seranhest, erhält die Bischofswürde von
Ligonii.
8. Tag des Wonnemondes 91 n.d.E
Bischofsbilligung in Jolbruck
Fürst Waldemar von Drachenhain billigt vor den Augen Jolbrucker
Bürger in einer Rede die Ernennung des Abtes Ceridian Aegidio von
St. Aluin zum ersten Drachenhainer Bischof durch den Primus.
10. Tag des Wonnemondes 91 n.d.E.
Markgraf Kalveram von Norrland-Brassach billigt die Ernennung Benedikt
Honorius zum Bischof von Norrland-Brassach durch einen Kniefall bei der
Ankunft seines Glaubensbruders im Hafen von Tarnam.
11. Tag des Wonnemondes 91 n.d.E
Exkommunikation der Prinzessin von Drachenhain Syria Jaldis
Bischof Ceridian Aegidio verbannt Prinzessin Syria Jaldis, aus der
heiligen ceridischen Gemeinschaft, aufgrund ihrer mit dem Ceridentume
nicht vereinbaren Lebensweise und Taten der letzten Monde.
15. Tag des Wonnemondes 91 n.d.E.
Die Stadt Daronsfeste in der Ballei Hohentor wird Sitz des Bischofs
von Norrland-Brassach.
Im Mond der Erleuchtung 92 n.d.E.
Baronie Hochaskenstein wird in Abtei umgewandelt
Weil Baron Jagon seinem vogelfreien Vetter Kadhan - dem Schuldigen
am Massaker von Wiesensteig - heimlich Unterschlupf gewährte, wird
er für sieben Jahre aus dem Fürstentume gebannt. Die Baronie wird
in eine Abtei umgewandelt. Herr wird Erlind Hilarian.
20. Tag des Erntemondes 92 n.d.E.
Das Wunder von der Drachentrutz
Allein durch das Auflegen seiner Hand gelingt es Bischof Ceridian Aegidio
den sterbenden Prinzen Leomar von Drachenhain vom tödlichen Fieber
zu heilen und ihn aus seinem über zehn Monde währenden Schlaf
zu reißen.
26.Tag des Erntemondes 92 n.d.E.
Prior Lupus ermordet
Feige Verbrecher erdrosselt wurde der Stellvertreter des Abtes von
Lindfurt. Der Täter wurde nie gefasst.
Im Reifemond 92 n.d.E. (1. Xurl)
Der Ordensmarschall der Templer zu Ankur, Hadebrand von Grauburg, übernimmt
das Amt des Schwertführers von Drachenhain und zieht mit Fürst
Waldemar gegen die von Adveri-Anhängern besetzte Baronie Drachenberg.
4. Tag des Rebenmondes 92 n.d.E. (2. Xurl)
Andreck von Herrach, Vestalin der Templer zu Ankur, fällt im Kampf
um die Leomark und Xurl-Saleenia im Kampfgetümmel am Ufer des Jolborns.
Im Kargmond 92 n.d.E.
Tagil wird zu Gaeltacht
Nachdem der Aufrührer und ehemalige Baron Tagils, Lord Angus McPhee,
seinen Häschern entkam und heimlich das Land verließ, ordnet
der Drachentrutzer Edle, Ritter Richard Godfrey von Streitberg, kompetent
die Verhältnisse. Der Ceride und gebürtige Hochländer wird
deshalb vom Fürsten zum Baron bestallt. Streitberg benennt Tagil in
seinen ursprünglichen Namen "Gaeltacht" um.
3. Tag des Kargmondes 92 n.d.E.
Primus Pacellus spricht den im Heumond des Jahres achtundachtzig n.d.E.
im Kampf gegen die Ödländer gefallenen ostarischen Baron Daron
von Brassach "als tapferen Beschützer der Bedrängten und mutigen
Streiter für den wahren Glauben" selig.
4. Tag des Kargmondes 92 n.d.E.
Kirchweih zu Daronsfeste: Bischof Benedikt Honorius weiht die Kirche
von Daronsfeste in der Ballei Hohentor und gibt ihr den Namen "Kirche
des Seligen Darons".
Am 30. Tag des Kargmondes 92 n.d.E.
Verbot von Weihrauch in Störenweiler / Rebenhain
Für Verwirrung sorgt der Erlass des Rebenhainer Vogtes von Störenweiler,
wonach die Einfuhr von Weihrauch streng bestraft werde. Die Abtei Hochaskenstein
verliert in Folge dessen eine gesamte Schiffsladung, die Untersuchungen
zu dieser verwickelten Begebenheit dauern noch an.
Im Mond der Besinnung 92 n.d.E.
Nach dem Sieg über das aufständische Drachenberg legt Hadebrand
von Grauburg, Ordensmarschall der Templer zu Ankur, die drachenhainer
Schwertführerschaft nieder.
Im Mond der Besinnung 92 n.d.E.
Drachenberg wird Templergrund: Für die Verdienste im Kampf gegen
die Adveri-Anhänger erhält der Orden der Templer zu Ankur die
ehemalige Baronie Drachenberg als Lehen. Fortan zählt sie als Ballei
Sengenberg zu den Besitztümern des Ordens. Wentorius von Waldhort wird
Landkomtur von Sengenberg.
Am 5. Tag des Mondes der Erleuchtung 93 n.d.E.
Neues Sengenberger Kloster geweiht
Nachdem das Kloster Arial in den Unruhen von Adveri-Verschwörer
bis auf seine Grundmauern niederbrannte, wurde in der Hauptstadt Triburk
feierlich das Kloster St. Laraun geweiht.
Am 15. Tag des Reifemondes 93 n.d.E.
Skandal von Lindfurt
Abt Ditonius und Edle Anwara von Hagenrich geben sich das Eheversprechen.
Im Rebenmond 93 n.d.E.
Erste ceridische Kirche im Hochland
Zu Ehren des Einen lässt Baron Richard Godfrey die St. Ankuin-Kirche
errichten. Der Bau soll bis in zwei Jahren abgeschlossen sein.
1. Tag des Frostmondes 93 n.d.E.
Der Großmeister der Templer zu Ankur ernennt Eobert von Gasvin
posthum zum Großkreuzritter. Der einfache Ritter der Templer zu
Ankur rettete im Drachenberg-Konflikt durch Einsatz seines Lebens den
Fürsten von Drachenhain.
31. Tag des Frostmondes 93 n.d.E.
Kalveram von Norrland-Brassach tritt von seinem Posten als Führer
der Templer zu Ankur zurück. Hadebrand von Grauburg wird neuer Großmeister
des Ordens der Templer zu Ankur.
31. Tag des Frostmondes 93 n.d.E.
Die Ballei Hohentor wird neue ‚Hochballei' des Ordens der Templer zu
Ankur. Somit wird der Ordenssitz vom ostarischen Wieselsteig in das norrland-brassachische
Hohentor verlegt.
Ceridische Zeitrechnung
Seit dem
Jahre 16 n.d.E. gilt bei den Ceriden nicht mehr die ogedische Jahreszeitrechnung,
sondern der Vastusianische Kalender, welcher die Jahre ab der Erleuchtung
zählt. Das Jahr der Erleuchtung (also 0 n.d.E.) ist das Jahr 63 v.A.III
oder das Jahr 406 n.C.I (nach Corenus dem Ersten bzw. nach der Reichsgründung).
Im Jahre 91 n.d.E. (28 n.A.III) wurden vom neu gewählten Primus
Pacellus ceridische Namen für Monate und Tage eingeführt:
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Juni
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Mond der Erleuchtung |
Dezember
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Frostmond |
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Juli
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Heumond |
Januar
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Eismond |
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August
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Erntemond |
Februar
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Mond der Besinnung |
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September
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Reifemond |
März
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Saatmond |
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Oktober
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Rebenmond |
April
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Fastenmond |
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November
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Kargmond |
Mai
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Wonnemond |
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Sonntag
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Hilariustag |
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Montag
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Vastustag |
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Dienstag
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Eustasiustag |
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Mittwoch
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Gregorstag |
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Donnerstag
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Maccalustag |
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Freitag
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Pretoriustag |
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Samstag
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Gessiustag |
Zur einfachen Umrechnung in heligonische Daten hat Marc Gebauer einen
ogedischen
und einen
ceridischen
Online-Kalender geschrieben.
(c) Stefan Rampp, Anton Balluff, Inés und Marc Hermann
(c) Bild von Marc Hermann
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