Dieser köstliche Kuchen ist im ganzen Reich bekannt und beliebt. Er wird von allen Ständen und in allen Landesteilen gleichermaßen geschätzt. Liebevoll wird er allerorts nur knapp „Hasenfuß“ genannt. Zwar gibt es regionale Abweichungen in der Zusammensetzung der Rezeptur, doch eines haben alle Hasenfüße gemein: sie können sowohl warm als auch kalt gegessen werden und eignen sich daher vorzüglich als Reiseproviant. Vor allem, wenn wenig Zeit zum Essen bleibt, ist der nahrhafte Kuchen genau die richtige Kost: Er sättigt schnell und nachhaltig, ohne die Laufgeschwindigkeit zu beeinträchtigen. Bärlauch und Knoblauchsrauke zaubern ein unaufdringliches Aroma, das die gesellschaftlichen Aktivitäten nicht einschränkt. Liebhaber der fleischlosen Kost können den Hasenfuß sorglos genießen, da sich keinerlei häsische Spuren im Kuchen befinden. Der Hasenfuß-Kuchen ist an die Bedürfnisse des hastigen Lebensstils von Glücksrittern ebenso angepasst wie an die auf der Flucht befindlicher Spitzbuben. Während der thaler Hasenfuß eher sanften Rahmkäse enthält, bevorzugt der luchnische Hasenfuß gut gelagerten Schafskäse. Auch der darianische Hasenfuß weicht vom traditionellen Rezept ab, da er statt normaler Milch vergorene Buraimilch enthält. Für die Söldnervariante wird der Milchanteil durch Schnaps ersetzt, so entsteht selbst beim Rückzug noch das wärmende Gefühl des Mutes.
Für den Teig:
- 300 g Mehl
- 20 g Hefe
- 150 g lauwarme Milch
- 50 g Butter
- 1 Prise Zucker
- 1 Teelöffel Salz
Die Milch in einem kleinen Topf erwärmen und die 50 g Butter darin zerlassen. Das gesamte Mehl in die Rührschüssel sieben, in der Mitte eine Grube machen und die Hefe hineinbröseln. Etwas von der warmen Milch mit der zerlassenen Butter über die Hefe schütten. Dann noch eine Prise Zucker dazu, etwas umrühren und den Teig für 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis er kleine Bläschen bildet. Anschließend wird der Teig nochmal kräftig geknetet, bis er geschmeidig ist und sich leicht von der Rührschüssel löst.
Für den Belag:
- 6 große Kartoffeln
- 3 Eier
- 50 g Butter
- 100 g Milch
- 250 g Sauerrahm
- 100 g geriebener Schlangenkammkäse
- 1 Bund Bärlauch und Knoblauchsrauke
- 1 Teelöffel Salz
- 1 Prise Pfeffer
Kartoffeln weich kochen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Milch zusammen mit der Butter erwärmen und mit den zerdrückten Kartoffeln verrühren. Nun werden die Eier verquirlt und mit dem Sauerrahm verrührt. Diese Masse wird unter die erkaltete Kartoffelmasse gehoben. Die Kräuter reinigen, fein schneiden und mit einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Fertigstellung
Den Hefeteig auswellen und eine gefettete Backform damit auslegen. Den Belag auf den Teig geben. Den geriebenen Käse darüber verteilen. Für ungefähr 1 Stunde goldbraun backen.
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