Boten-Teil: Betiser Tribüne Seite 1 von 4

Tageskurse HB 87

Kühlglaskugeln 1 Stück 14 Groschen
Nesselstoff (fein) 1 Elle 7 Groschen
Schattenhut-Gestelle 1 Stück 5 Groschen
Getrocknete Minzblätter 1 Bündel 3 Groschen

Der Handel floriert trotz der Hitze — oder gerade wegen ihr. Besonders begehrt sind derzeit Minzblätter und feiner Nesselstoff, da beides für die neuen Schattenhüte und Ventafumos Kühlglaskugeln benötigt wird. Einige Händler berichten sogar, dass sich die Nachfrage nach Nesselstoff verdreifacht hat.

Stadtgeschehen HB87

Die Hitze hält Betis fest im Griff. In den engen Gassen staut sich die warme Luft, und die Kanäle riechen stärker als gewöhnlich. Die Stadtwache berichtet, dass in den letzten Tagen vermehrt Beschwerden eingegangen sind: Fische springen angeblich freiwillig aus dem Wasser, um der Wärme zu entkommen, und in manchen Vierteln sollen sogar die Katzen zu faul sein, den Ratten nachzujagen.
Besonders auffällig ist eine neue Mode, die sich unter den jungen Leuten verbreitet: Schattenhüte. Diese übergroßen Kopfbedeckungen bestehen aus dünnem Nesselstoff, der über ein Holzgestell gespannt wird und so groß ist, dass man damit problemlos zwei Personen beschatten kann. Die Stadtwache beklagt jedoch, dass die Hüte in den engen Gassen ständig an Hauswänden hängen bleiben und den Verkehr behindern.
„Wenn die Hitze noch länger anhält, müssen wir vielleicht Hutbreiten regulieren“, so ein genervter Hauptmann der Wache.

Bürger des Monats HB 87

Zum Bürger des Monats wurde diesmal Meister Orellio Ventafumo, seines Zeichens Glasbläser, ernannt. Der Doge lobt seine „unermüdliche Kreativität im Angesicht der unerträglichen Hitze“, denn Ventafumo hat eine neue Erfindung vorgestellt, die in Betis bereits für Aufsehen sorgt: die Kühlglaskugel.
Diese kleinen, hohl geblasenen Kugeln werden mit einem geheimen Sud aus Minzöl, Flusswasser und „einem besonderen Hauch“ gefüllt. Laut Ventafumo genügt es, die Kugel an die Stirn zu halten, um für einige Augenblicke Erfrischung zu verspüren. Ob dies tatsächlich wirkt oder nur ein geschickter Verkaufstrick ist, darüber streiten die Bürger bereits heftig. Die Kugeln verkaufen sich jedoch wie warmes Brot, und Ventafumo plant schon eine größere Werkstatt. Einige Patrizier sollen sogar über eine „Kühlglaskugel in Familienwappenfarben“ nachdenken.

Der Handelsprophet HB87

Die Händler Betis’ blicken dieser Tage mit gespannter Neugier auf die bevorstehenden Ereignisse im Landschlösschen Valmerana in Thal. Seit bekannt wurde, dass eine Delegation aus dem fernen Darragesh erwartet wird, steigen die Preise für exotische Waren merklich. Gewürze, feine Stoffe und alles, was nach „ausländischem Luxus“ aussieht, wird derzeit zu überhöhten Preisen gehandelt. Die Kanäle der Stadt sind zwar nicht gefroren, doch der Verkehr ruht dennoch: Viele Schiffer haben sich auf den Weg Richtung Jolsee gemacht, in der Hoffnung, die Schiffe aus Darragesh zu erspähen. Die Tavernen hingegen verzeichnen regen Zulauf, denn dort wird bereits eifrig darüber spekuliert, welche Geschenke und Waren die Delegation mitbringen könnte.

Betis trifft… das Hochland

In den Genuss eines ungewöhnlichen musikalischen Leckerbissens kamen am Altjahrsabend die Gäste des Betiser Theaters. Der Absolventenjahrgang der Bardenkademie zu Gaberon hatte sich mit einigen Barden der Akademie zu Flaitney zusammengefunden, um klassische, Betis gewidmete Werke im hochländischen Stil zu interpretieren. Das zunächst erstaunte Publikum war spätestens ab der vierstimmigen a capella-Variante von Luitbert von Bebdorfens „Für Corvese“ gewonnen. Wolfgrimm Aramantus Mordsharts „Eine kleine Machtmusik“ in einer gewagten Adaption für Bassbariton, Fiddle und zwei Sackpfeifen wurde schließlich mit stehenden Ovationen honoriert. Es wird bereits diskutiert, ob dieses Experiment nicht der Ausgangspunkt für eine ganze Reihe von Konzerten mit ähnlichem Konzept sein könnte.

Gunst und Kunst

Der schmerzliche Verlust des großen ostarischen Liederschreibers und Sängers Harald Schönefonte sowie der Wunsch nach den wärmeren Poena- und Heliosmonden klingt in den beliebtesten Liedern der Saarkamonde nach.

1 (1) Harald Schönefonte – „Eiland im Sonnenschein“
2 (-) Sturm Betis mit H. Schönefonte – „Du wirst niemals alleine gehen“
3 (-) Harald Schönefonte – „Loch im Eimer“
4 (8) Königin – „Halte mich nicht auf“
5 (6) Harald Schönefonte – „Balimena“
6 (7) Apparatüskopf – „Eiserne Faust“
7 (-) Die Mörder – „Herr Sonnenschein“
8 (10) W.A. Mordshart – „Eine Nacht in Escandra“
9 (-) Harald Schönefonte – „Leben wohl, Atoll!“
10 (9) Oha – „Komm mit mir“

Der Handelsprophet (HB 86)

Die Kanäle sind zugefroren. Die Märkte sind leer. In den Wochen um die Crelldinornacht tut sich wenig im Handel. Einzig die Tavernen sind voll und haben einen reißenden Umsatz zu verbuchen. Alles hofft darauf, dass Saarka nicht noch rauher wird.

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks (HB 86)

Was sich schickt:

  • Gefüllte Tavernen
  • Lange Nächte
  • Gefüllte Feuerholzvorräte
  • Fleißige Schreiber und Bibliothekare

Und was nicht:

  • Leere Märkte
  • Kurze Tage
  • Eiseskälte
  • Verspätete Rückmeldungen

Betiser Familienzusammenführung

Tränen der Freude und Erleichterung benetzten das gramgezeichnete Gesicht von Francesca Quintanilla, als ihr geliebter Sir Henry schwanzzuckend auf sein Frauchen zustürmte. Fast ein Jahr war der Mops nach seiner unglücklichen Rattenjagd in den Betiser Kanälen verschollen gewesen (wir berichteten), als sich nun doch noch alles zum Guten wendete.
Beteiligt am glücklichen Ausgang dieser so leidvollen Geschichte war Elisabeth Wolkenstein, vielen Betisern noch als Adjutantin des Gouverneurs vom HU2-Atoll in angenehmer Erinnerung.
Ihr war wenige Tage nach Verschwinden des Hundes in einer Thaler Schiffertaverne eine Familie mit einem außergewöhnlich schönen Rassemops begegnet. Die Gruppe befand sich auf dem Weg von Betis nach Süden und gab lediglich zur Auskunft, das Tier sei noch nicht allzu lange bei ihnen. Nach ein paar höflichen Streicheleinheiten ging man wieder getrennte Wege. Erst geraume Zeit später stieß Fr. Wolkenstein auf unseren Bericht und den schmerzlichen Verlust von Donna Quintanilla. Immer noch in gewohnter Weise um das Wohl der Betiser Bürger bemüht, forderte sie nach eigenen Angaben bis weit in den Süden des Reiches verschiedene Gefallen ein, um jene Familie wieder zu finden. Tatsächlich gelang es, die vorübergehenden Besitzer Sir Henrys ausfindig zu machen. Diese waren erstaunt über die vornehme Herkunft des Tieres und gaben an, der Hund sei ihnen nass, dreckig und verstört in einer Betiser Gasse zugelaufen. Sie hätten den zitternden Mops sofort liebevoll bei sich aufgenommen. Ein mit Preziosen geschmücktes Halsband wäre ihnen jedoch nicht aufgefallen, sonst hätten sie über die bedeutende Herkunft des Tieres sicher mehr Nachforschungen angestellt. Gegen eine kleine Aufwandsentschädigung konnte Sir Henry alsbald seine Reise in die Betiser Heimat antreten und kam dabei sogar in den Genuß einer Jolborn-Passage auf einem der schnellen Kurierschiffe der Ostarischen Marine.
Frau Wolkenstein lehnte jedoch den großzügigen Finderlohn der überglücklichen Donna Francesca bescheiden ab. Wieder einmal das Problem eines Betiser Bürgers gelöst zu haben, sei ihr Freude und Belohnung genug. Und auch wenn sie nicht mehr auf der beliebten Ferieninsel tätig sei, so verfolge sie doch die Geschicke der schönen Stadt Betis und ihrer Bewohner nach wie vor mit großem Interesse.
Inzwischen hat sich Francesca Quintanilla bereits wieder mit ihren beiden Möpsen in der Öffentlichkeit gezeigt, auch wenn sie dem Rückkehrer noch eine gewisse Schonung auferlegt hat. Denn ob Sir Henry die Aufregung und das ungewohnte Essen ohne bleibende Schäden überstanden hat, wird sich zeigen. Indes sind wir sicher, dass Donna Quintanilla nichts unversucht lassen wird, ihren geliebten Mops alle erlittenen Strapazen vergessen zu lassen.

Bürger des Monats (HB 85)

Zum Bürger des Monats wurde in diesem Monat die Händlerfamilie Rivitalizzante ernannt. Das junge, aufstrebende Händlerpärchen Benuto und Patrula Rivitalizzante, so die Jury in ihrer Begründung, trage wesentlich dazu bei, der breiten Bevölkerung zu ordentlicher Kleidung zu verhelfen. Während sich in der Vergangenheit vor allem die Motten an den Roben der Wohlhabenden erfreuten, können sich nun auch weniger Betuchte ein feines Gewand leisten. Das neueröffnete Handelshaus kauft die nicht mehr benötigten Kleidungsstücke auf, bessert sie notfalls aus und verkauft sie dann weiter. Kostenlose Abholung gehört genauso zum Service des Handelshauses wie eventuell notwendige Anpassungen. Das Unternehmen strebt bereits eine Expansion an und richtet derzeit eine Papiermühle ein. Dort sollen die nicht mehr gebrauchstüchtigen Kleidungsstücke, abgenutzte Textilien und Lumpen zu Büttenpapier verarbeitet werden.

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