Publikation: Helios-Bote Seite 15 von 34

Neues aus Darragesh

Anläßlich des jährlichen Freudenfestes der Vertreibung der Halbmondkrieger aus dem Reiche veranstaltete der Baron Estrella, Lehnsmann des Königs von Darragesh, am 20. Tage des 2. Helios im Jahre 24 n.A.III in einem Dorf ein großes Warriorball-Turnier. Gleich zu Anfang gaben sich für die Reisenden aus Heligonia einige Unstimmigkeiten mit dem Richter und dem Büttel, aber sie ließen sich zur beiderseitigen Zufriedenheit lösen. Nachdem die Zwistigkeiten unter den Dorfbewohnern endlich beigelegt waren und das Ungeziefer aus der Taverne entfernt, konnte das Turnier schließlich beginnen. Verschiedene Mannschaften hatten sich eingefunden: die Dorfmannschaften der zwei verfeindeten Familien, die „Knochen-brecher“, „ Das Chaos“, „Die Untoten“ und die heligonische Mannschaft, vertreten durch die Niederwerrner Garde mit Giselher und Sir Galavain, Fendioro la Saro aus Darian, Jander Sternenschweif, Konrath Petterson aus Betis, Issej Ibn Dan und Seillissia …und zeitweilig einem Eisengolem. Der Golem mußte unter großen Mühen und Kosten erst repariert werden, damit er bei der heligonischen Mannschaft mitmachen konnte. Moralische Unterstützung (und Wetteinsätze) kam von Magister Orwen aus Auria, dem es auch gelang, unsere Mannschaft vor den Feldschern zu bewahren, die schlimmer waren als alle Gegner. Es lief eine Wette mit dem Söldnerführermeister Arminius, daß die „Heiler“ keinen unserer Mannschaft auf den Behandlungstisch bekämen. Um den Tisch zu vernichten, wurde er mit Säure begossen und der Golem wurde darauf geworfen. Trotzdem wurde die Wette verloren, da es einen Ersatztisch gab, und weil Issej absolut nicht in einem Ameisenhaufen liegen wollte, bekamen sie ihn kurz auf den Tisch. Bevor ihm etwas amputiert werden konnte, stürmte die Mannschaft das Lager der Feldscher: es gab ein kurzes Gemetzel und eine Verwarnung vom Schiedsrichter. Schließlich stand die heligonische Mannschaft mit der des Chaos im Finale und hatte nur knapp verloren. Welch ein Glück – wie sich später herausstellte – da die zweifelhafte Belohnung, wie vermutet, darin bestand, auf einer gefährlichen Mission für Trawonien sein Leben opfern zu dürfen. Als Preis für die zweite Mannschaft gab es eine Urkunde und einen Zinnteller, die fürderhin im Hauptquartier der Niederwerrner Garde ausgestellt sind.
Zum Abschluß gab es ein großes Fest, bei dem man der Völlerei frönen konnte und das auch von dem Angriff einiger Untoter nicht gestört werden konnte.

Neues aus der Abtei Gunara, Baronie Escandra

Voller Stolz blickt Erzprimus Benedict Canesius auf seinen Schützling Edmond de la Cruz. Die ihm anvertraute Aufgabe in der Baronie Arnach erledigte er zur vollen Zufriedenheit. Da der Erzprimus nicht mehr im Besitz seiner vollen gesundheitlichen Kräfte ist und deshalb keine weiten und beschwerlichen Reisen mehr unternehmen kann übertrug er das Amt des Großinquisitors dem Abt von Dunkelstein. Daher wird öffentlich verlautbart, daß mit Wirkung ab dem 1. Tage des 3. Helios im Jahre 24 n.A.III, Edmond de la Cruz zum Großinquisitor ernannt wird.

Neuigkeiten aus Arnach

Im Poëna häuften sich in der Baronie Arnach die Berichte über wahrlich seltsame Begebenheiten. Vieh verendete und die Früchte der Felder verdarben ohne sichtlichen Grund. Eine natürliche Erklärung wurde bald ausgeschlossen. Aus diesem Grund entsandte unser geliebter König Helos Aximistilius III und seine Heiligkeit Erzprimus Benedict Canesius, Abt von Gunara und Oberhaupt der ceridischen Kirche, den Inquisitor Edmond de la Cruz, Abt von Dunkelstein, in die Baronie Arnach, um sich ein Urteil zu bilden.
Nun erreichte eine Botschaft die königliche Schreibstube, in der Edmond de la Cruz über das Ergebnis seiner Nachforschungen berichtet. Wie bereits vermutet liegt hier seiner Meinung nach eindeutig ein Fall von Hexerey und Zauberey vor. Als ursächlich für dieses Übel entlarvte er die Weibsperson Jalina Birkenlund. Anfänglich sei sie noch etwas verstockt gewesen, jedoch mit Hilfe seines Folterknechtes Jerg gelang es dem Inquisitor die Hexe in ipso torturae acta zu überführen. Gemäß den Richtlinien des „Dunkelsteiner Hexenhammers“ wurde ihrem sündigen Leib das Haupt abgeschlagen, um sie vom Leben in den Tod zu bringen und anschließend wurde zur Errettung ihrer Seele ihr Körper verbrannt. Dies geschah in aller Öffentlichkeit als warnendes Beispiel. Der Abt von Dunkelstein stellte nach ihrem Tode keine weiteren mysteriösen Vorfälle mehr fest.

Neuigkeiten aus Escandra

Endlich konnte der berüchtigte Wegelagerer und Dieb Savan aus Al-Safani dingfest gemacht werden. Auf seinem Weg in den Parima-Wald wurde der Händler Pervai Amer aus Betis seines Helios-Briefes beraubt, der ihn den Ankauf des Amerylls erlaubt. Savan gab vor, Eigentümer des Briefes zu sein und es gelang ihm große Mengen des Amerylls unrechtmäßig zu erwerben. Mit Hilfe einiger im Parima-Wald anwesenden tapferen Recken konnte Pervai Amer den Dieb Savan stellen.

Neuigkeiten aus Steinsberg

Depesche aus Steinsberg: wie zu erfahren war, wurde kürzlich „Willi der Gaukler“, Hofnarr in der Baronie Tatzelfels, von der allerländischen Magiergilde zu Steinsberg als Mitglied aufgenommen.

Neuigkeiten aus Thal

Seiner Hochwohlgeboren, Beorric von Wulfenstein, Baron von Welzen, gelang es anläßlich einer großen Treibjagd einen gigantischen Hirsch mit einem ausladenden Geweih zu erlegen. Das Geweih wurde seiner Majestät als Geschenk zugesandt.

Die Legende von der Fee aus dem Parimawald

Vor langer Zeit lebte ein armer Fischer in Brazfurt, ein kleines Dorf nördlich von Escandra am Ufer des Brazach gelegen. Seine ärmliche Hütte befand sich nahe dem Parimawald, über den sich die Menschen die seltsamsten Geschichten erzählten. Eines Tages begab er sich in den Wald um Feuerholz zu suchen. Da erblickte er auf einer Lichtung ein seltsames Leuchten. Als er darauf zu ging wurde aus dem Leuchten ein strahlendes Licht und seine Augen waren geblendet. Wie er seine Umgebung wieder wahrnehmen konnte, lag dort auf der Lichtung eine wunderschöne Frau mit schneeweißer Haut und rabenschwarzen Haaren. Zuerst wähnte er sie tot, doch dann konnte er noch ihren schwachen Atem spüren. Er hob sie auf und trug sie nach Hause. Dort erholte sie sich dank seiner aufopfernden Pflege und in ihnen entbrannte das Feuer der Liebe. Viele Monde gingen dahin, doch sie sprach nie über ihre Herkunft und ihre Vergangenheit. Als sich der Tag der Helioswende näherte sprach sie zu ihm: „Geliebter, ich werde Dich für zwei Tage verlassen, um im Wald allein zu sein. Bitte vertraue mir und verfolge mich nicht.“ Wie versprochen kehrte sie nach zwei Tagen in die Fischerhütte zurück und sprach kein Wort darüber, was sie dort im Wald erlebt hatte. So ging das Jahr für Jahr immer zur Zeit der Helioswende. Die Jahre gingen dahin und der Fischer wurde immer älter. Die Frau jedoch behielt ihre Schönheit und Jugend. Oft fragte sich der Fischer nach ihrem Geheimnis, denn er wußte zwar, daß auch den Elfen ein längeres Leben beschieden ist, doch seine Frau war allem Anschein nach keine Elfe. Nach Jahren der Ungewissheit hielt er seine Neugier nicht mehr aus und als der Tag wiederkehrte, an dem sie wieder in den Wald ging, verfolgte er sie. Die Frau lief zu der Lichtung, an der er sie vor vielen Jahren gefunden hatte. Hinter einem Baum versteckt konnte er beobachten, wie sie seltsame Dinge in einen schönen, güldenen Kessel tat und dabei ein Lied sang. Diese Tat nahm die ganze Nacht in Anspruch.  Schon glaubte der Fischer mit einer Hexe zusammen zu sein. Doch als Helios seine ersten Strahlen vom Himmel schickte erschienen auf der Lichtung die Umrisse eines marmornen Gebäudes. Von Nebeln umspielt und in helles Licht getaucht sah er die Frau in dieses Gebäude eintreten. Augenblicke später war das Gebäude und seine Frau verschwunden. Verwirrt über dieses Erlebnis lief er nach Hause.  Wie in den Jahren zuvor kehrte seine Frau am dritten Tage zu ihm zurück. Er gestand ihr seine Neugier und berichtete was er in der Lichtung im Parimawald gesehen hatte. Da brach die Frau ihr Schweigen und erzählte dem Fischer, daß sie aus dem Feenreich gekommen ist.  Von dort wurde sie beauftragt etwas in der Menschenwelt zu suchen, das für die Feen von großer Wichtigkeit ist, was es jedoch ist dürfe sie niemals verraten. Damit gab sich der Fischer zufrieden und er genoß jedes weitere Jahr, das er mit der Fee verbringen durfte. Nach seinem Tode trug sie ihn zu Grabe und verschwand im Parimawald. Noch heute behaupten immer wieder Holzfäller und Jäger, daß ihr liebliches Lied  im Wald zu hören sei, doch sie ward nie wieder gesehen.

Das Land Heligonia

Heligonia wird von vielen Geschöpfen und Kreaturen bevölkert. Nur der untere Teil des Reiches gehört der menschlichen Rasse, die einst über die Jolsee ins Land drangen. Immer wieder gelangen abenteuerliche Geschichten und Legenden über die darüber  gelegenen Landstriche zu den Menschen vor.

Im Nord-Osten Heligonias, im Parimawald, soll eine humanoide Rasse, die sich Quez-Seletan nennt, ihr Unwesen treiben. Nur wenige Augenzeugen haben sie jemals gesehen und die Berichte über sie sind unterschiedlich und verworren.

Östlich des Parimawaldes liegt vermutlich das sagenhafte Elfenreich. Nur gelegentlich wagen sich vereinzelte Elfen bis in die Menschensiedlungen vor. Nähere Beschreibungen über deren Städte sind in keinem Archiv zu finden, denn nur Angehörigen der Waldläufer ist es gestattet die Elfenwälder zu betreten.

Am Ursprung des Jolborns, dem größten Fluß Heligonias, liegen die Drachenzinnen. Ein Paß durch das unwegsame Gebirge ermöglicht einen regen Handel mit dem Nachbarreich Nuremburg.

Der zweite große Strom des Landes ist der Brazach. Sein Quell-gebiet konnte noch nicht erforscht werden. Vermutlich liegen dort die Städte und Bingen des legendären Zwergenreiches Doromanosch.

Die Archivarin und Vorsteherin der königlichen Schreibstube, Talimee, konnte nach langen Bemühungen und unter Zugrundelegung sämtlicher brauchbarer Reiseberichte nun eine einigermaßen zuverlässige Karte Heligonias erstellen. König Helos Aximistilius III hofft nun, daß die zweite Erkundigung die vom Parimawald aus gemacht wird, endlich neue Erkenntnisse über sein Reich bringen. Die erste Expedition hat König Helos Aximistilius III bereits in seinem dritten Regierungsjahr vor zwanzig Jahren entsandt. Leider ist diese seither verschollen.  Selbst ein nachgesandter Aufklärungstrupp verschwand auf ebenso mysteriöse Weise.

Ist’s Dir am Morgen früh zum Spein,

liegt’s sicher am schlechten Wein!

 

Damit es Dir morgen besser geht,

trink Tatzelfelser Honig-Met!

Reisebericht des Kenders Aris Kacksi Nervspalter Biperfell

Ich kam gerade aus dem Düsterwald in Schandar, wo ich meinen verlorengegangen Bruder gesucht hatte.  Da traf ich am Straßenrand auf einen netten Mann namens Larius am Kila. Dieser war gerade dabei eine Mahlzeit zu bereiten und er lud mich dazu ein. Dabei erzählte er mir, daß er nach Burg Uhlenstein wolle und er noch einen Gehilfen benötige, der auf sein Gepäck aufpaßt. Ich bot ihm sofort meine Hilfe an und gemeinsam zogen wir mit seinem alten Wagen nach Burg Uhlenstein. Als wir zur achtzehnten Stund dort ankamen hatten sich wohl an die dreißig Menschen im Burghof versammelt. Zuerst begrüßte ich einen netten, rot gewandeten Herren, der sich mir als der Inquisitor Edmond de la Cruz vorstellte. Gleich erzählte ich ihm von meinen Abenteuern. Bei der Geschichte, wie ich mit einem Waldgeist gesprochen hatte, wurde er hellhörig. Bei solchem Interesse wollte ich sofort mit der Geschichte vom Feuerdämonen anfangen, doch Larius hielt mir den Mund zu. Er meinte, daß ich gerne etwas übertreibe und phantasieren würde. Das hat mich doch etwas beleidigt. Doch das verging wieder, als ein Mann mein Interesse erweckte, der mir erklären wollte was Etikette ist (wenn der wüßte, daß ich schon mal ein halbes Jahr am Hofe gelebt habe). Außerdem erzählte er mir, daß Edmond ein Schafshirte sei. Als ich mich so umsah, fiel mir auf, daß noch ein Kender in der Burg war. Sein Name war Ricky Flinkfinger und wir schlossen sofort Freundschaft. Bei einer Burgbesichtigung erzählten wir uns gegenseitig von unseren Fundstücken und Abenteuern. An der Kapelle entdeckten wir, daß das Schloß, welches die Tür vor ungebetenen Gästen schützen soll ziemlich unsicher ist. Mit wenigen Handgriffen hatten wir es geöffnet. Daraufhin schrieben wir dem Schafhirten eine Nachricht, daß er das Schloß lieber auswechseln lassen sollte, schon wegen der Diebe und Einbrecher. Im Laufe meiner Burgerkundigungen stellte ich fest, daß einige der Anwesenden schon mal meine Wege gekreuzt hatten und zwar im Düsterwald und auf dem Sand-berg im Reiche Tikon. Am Abend dann saßen wir zusammen und lauschten den wunderschönen Klängen der Barden, die im Audienzsaal aufspielten. Die Krönung des Tages waren jedoch die vier Torten, die Larius und ich für die Prinzessin von Thal und ihr Gefolge gemacht haben. Am Rande erfuhr ich noch, daß der Schafhirte eine Medizin an sich gebracht hatte, die eigentlich für dessen Bruder Leomar bestimmt war. Der Kleriker Tiberius hatte die Essenz zur Heilung von Leomars Krankheit mitgebracht, doch Edmond wollte die Medizin bei seinem Bruder gegen ein paar Ländereien eintauschen. Leomar ging nicht auf den Handel ein und muß jetzt wahrscheinlich sterben. Am nächsten Morgen saßen wir noch etwas zusammen und  die Hofalchimistin lud mich ein mit in ihrer Kutsche zu reisen. Sie fuhr auch in Richtung Düsterwald, wo ich weiter nach meinem Bruder suchen werde. Der Abschied fiel mir sehr schwer und nun sitze ich hier im Mordorsfelder Humpenkeller, eine Taverne in Synoda und schaue mich nach unvorsichtig verstauten Beuteln um.

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