Publikation: Helios-Bote Seite 3 von 34

Tumult am Jaruner Wintermarkt

In der kalten Jahreszeit werden auf dem Wintermarkt in Jarun, der Hauptstadt der Baronie Güldental, an den Marktständen und in den Gaststuben auch warme Getränke verkauft. Sowohl Händler, als auch den Marktbesuchern, hilft ein warmer Trunk sich gegen Schnee und Kälte zu wappnen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Gewürzwein. Der Wein wird erwärmt und mit Kräutern und Gewürzen wird der Geschmack des Weines für den Gaumen noch angenehmer gemacht.
Der Wintermarkt ist dafür bekannt, dass es auf ihm etwas ruhiger zugeht, als in den warmen Monaten. Saarkas Hauch scheint auch die hitzigsten Gemüter zu besänftigen. Um so mehr Aufmerksamkeit zog ein leidenschaftlich geführtes Gespräch am Gewürzweinstand von Meister Sinatmiz auf sich, welches drohte in eine offene Schlägerei auszuarten. Nur durch das beherzte Eingreifen mehrerer Marktleute, konnten die Kontrahenten zurückgehalten werden. Ein Marktbesucher hatte Meister Sinatmiz beschuldigt, dass seine Gewürzweinbecher zu klein seien. Sie würden nicht die für den Jaruner Markt übliche Menge an Gewürzwein fassen. Aufgefallen sei ihm dies, nachdem er den Gewürzwein aus dem Becher des Beschuldigten in sein eigenes Gefäß umgeschüttet hatte. Meister Sinatmiz, nannte den Beschuldiger einen Trottel mit zittriger Hand, der einen Gutteil des Gewürzweins verschüttet habe. Der Meister sah sich in seinem guten Ruf geschädigt und wollte auf den vermeintlichen Verleumder losgehen, nachdem dieser, trotz mehrfacher Aufforderung, die Anschuldigung nicht zurücknahm. So wurden beide Männer, die sich lauthals wüste Beschimpfung zuriefen, von jeweils kräftigen Burschen an den Armen gehalten, damit sie sich nicht an die Gurgel gehen konnten. Zum Glück oder Unglück, je nachdem wie man es sehen mochte, war der Gewürzweinstand in der Nähe des Holzmarktes, auf dem die Bauern und Forstleute Balken, Bretter und Brennholz feil boten. Auf dem Schneidermarkt hätte wahrscheinlich niemand die beiden so lange aufhalten können, bis die Marktaufsicht eintraf.
Am Heliostempel des Jaruner Marktes sind die gültigen Eichungen angebracht, damit Einjeder sich danach richte:
Eine prinzliche Elle
Ein prinzlicher Fuß
Ein prinzlicher Schluck
Drei prinzliche Schluck
Ein prinzlicher Becher
Ein prinzlicher Eimer
Wie sich durch Nachmessen herausstellte, genügten die von Meister Sinatmiz verwendete Tonbecher wirklich nicht den Eichungen. Die Marktaufsicht stellte für den Gewürzwein Stand Unterschank fest. Die Eichstriche in den Trinkgefäßen waren einen halben prinzlichen Finger zu niedrig angebracht.
Mit dieser Tatsache konfrontiert beschuldigte Meister Sinatmiz seinen Tonbecher-Lieferanten aus Darian. Dieser müsse ihm minderwertige Becher geliefert haben. Da dies die Marktaufsicht nicht zufrieden stellte, wurde der Jaruner Heliosgeweihte um Amtshilfe gebeten. In Lichte Helios gab Meister Sinatmiz zu, wissentlich Krüge mit geringerer Füllmenge gekauft zu haben, um an den teuren Kräutern und Gewürzen zu sparen.
Die Marktaufsicht verurteilte Meister Sinatmiz darauf hin, zur Sühne, für einen Tag und eine Nacht lang den Gewürzwein, in korrekt geeichten Hohlgefäßen, an Bedürftige zum „Vergeltens-die-Viere-Tarif“ auszuschenken. Und zur Strafe darf er auf fünf Jahre und fünf Tage keinen Stand auf dem Jaruner Markt mehr betreiben. Für die Bedürftigen der Stadt war es einer der schönsten Wintermärkte seit Langem.

Jolfisch-Fest in Darian

Auch in diesem Jahr wurde das allseits beliebte Jolfisch-Fest in Darian in der gewohnten Pracht gefeiert. Graf Dedekien hielt eine Rede auf dem großen Marktplatz von Darbor. Er ermahnte seine Untertanen die Steuern rechtzeitig zu entrichten und begnadigte zahlreiche Kerkerinsaßen. Das fahrende Volk der Sreghewar bot seine Kunststücke dar, bevor es sich aufmacht die Monde der Poëna und des Helios wieder durch ganz Heligonia zu ziehen. Anschließend fand ein großer Markttag statt, bei dem die zahlreichen darianer Händler ihre exotische Warenvielfalt darboten. Es wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, gegessen und Glücksspiele abgehalten. Die Poëna- und Xurl-Priesterinnen und Priester hatten am nächsten Tag alle Hände voll zu tun, um die Bevölkerung von den Folgen des Festes zu heilen.

Leidet Ihr an den Folgen des Rauchkrauts?

Dreckschwartelodem, gelbe Haut, beengte Brust, Husten, gar Lungensucht?

Kommt in das Heiligtum des Xurl

zu Sarniant!

Atmet gesunde Kräuterdämpfe! Labt Euch am berühmten Heilwasser! Genießt die zuvorkommende Behandlung! Bewährte Vertreibung von Gicht, Zipperlein und anderen Knochenwehdam mit Moor- und Schwitzbädern, Massagen und Umschlägen. Beste Heilerfolge auch bei Trollwarzen!

Auf nach Sarniant!

 

Am Neujahrstag großes Fest mit Neuweihe des Schreins.

Baronin Richildas Hofgelehrte Tepharea verschwunden

Zuerst schien es sich nur um ein Gerücht zu handeln, doch dann berichteten Augenzeugen, daß die Gelehrte Tepharea  im Reiche Dysterthor von anderen ihres Standes durch Zauberey in das Dunkle Reich gesandt wurde. Dies geschah offensichtlich ohne die Zustimmung Tephareas, doch es wird angenommen, daß sich die Mitglieder der Academica Nocturna ihrer annehmen werden.

Baronin Richilda von Drachenberg zum Ceridentum konvertiert

Anfangs waren es nur vage Gerüchte, die sich nun jedoch zu bestätigen scheinen. Baronin Richilda hat sich vom Ogedentum abgewendet und will fortan ein Mitglied der ceridischen Kirche sein.

Die Reaktion Graf Waldemars von Drachenhain war zwar zuerst sehr positiv auf den plötzlichen Sinneswandel der Baronin. Doch zeigt er sich nun, nach noch nicht näher bekannten Ereignissen in Drachenberg, eher verhalten. So sollen die Hilfslieferungen, die zwei Baronien dem Volke von Drachenberg zukommen ließen, spurlos verschwunden sein. Weiterhin sollen üble Mächte in Drachenberg ihr Unwesen treiben. Auch zeigte sich Graf Waldemar entsetzt über den Umstand, daß in Drachenberg offensichtlich Anarchie herrscht. Verschiedene aufrührerische Elemente hätten versucht die Macht an sich zu reißen und Baronin Richilda sei dieser Situation nicht gewachsen gewesen. Daher ordnete der Graf von Drachenhain an, daß 300 Mann seiner in Jolbruck stationierten Truppen gen Drachenberg ziehen, um dort für Ruhe und Ordnung sorgen. Auf diesem Wege möchte Graf Waldemar nochmals daran erinnern, daß im Falle eines Machtwechsels in Drachenberg nur er zu entscheiden hat, wer  die Regierungsgeschäfte in seinem Lehen leitet!

Neues aus Emarania

Kathedralenbau: Der Kathedralenbau zu Wasserau schreitet zügig voran. Baumeister aus ganz Heligonia sind eingetroffen, um dieses Monument des ceridischen Glaubens zu errichten. Überschattet wird der Bau durch den tragischen Tod zweier Bauarbeiter, die in betrunkenem Zustand von einem Gerüst fielen.

 

Hafenerweiterung in Oberau:  Der Rat von  Wasserau   hat    der Stadt Oberau für die Erweiterung des Fischereihafens 8000 Dukaten zugesagt. Damit kann sofort mit dem Bau begonnen werden.

 

Quelle: Die jüngst entsprungene Quelle nahe Vorberg soll magische Heilkräfte besitzen, besonders für Augenleiden und rheumatische Beschwerden. Die Baronin hat beschlossen, nahe der Quelle eine ceridische Kapelle sowie ein Xurl-Heiligtum errichten zu lassen, um das friedliche Miteinander der Religionen zu bekräftigen. Ebenso soll ein Badehaus gebaut werden.

 

Heerschau: Die erste Heerschau am letzten Tage der 1. Poëna war insgesamt vielversprechend und hat erwiesen, daß Emarania  einem Angriff durchaus gewachsen ist.

 

Helioceriden: Es wird gemutmaßt, daß sich noch vereinzelte Helioceriden in Emarania befinden, auf deren Dingfestmachung eine Belohnung von 2 Dukaten pro persona ausgesetzt wurde. Es ist dabei unerheblich, ob tot oder lebendig.

 

Aus dem Schloß: Der Gesundheitszustand des Kanzlers ihrer Hochwohlgeboren, Anselm von Rabenstein, der nach 15 Jahren Kerkerhaft während des heliocerididschen Terrorregimes endlich befreit werden konnte, hat sich soweit stabilisiert, daß er einen Teil seiner Geschäfte wieder aufnehmen konnte.

Hauptmann Valerian wurde aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten zum Nachfolger des aus Altersgründen aus dem Amt scheidenden Oberst Aurelius, dem Führer der emaranischen Garde, bestimmt und entsprechend den Bestimmungen zum Oberst befördert. Er tritt sein Amt unverzüglich an und gilt als besonders loyal, treu und diszipliniert.

Zum besseren Verständnis

Im Helios-Boten Ausgabe 11 berichteten wir von der feierlichen Weihe des Doms zu Quellstedt. Die Redaktion erhielt Zuschriften von einigen Lesern, die uns zeigten, daß der Bericht etwas mißverständlich war. Es handelte sich hier nicht um die Einweihung des Domes, sondern um die Grundsteinlegung und die Segnung der Erde durch den Großinquisitor. Die Fertigstellung des Doms zu Quellstedt bedarf natürlich noch einiger Zeit. Auf den Reaktionen über den Inhalt der Rede des Abts von Dunkelstein möchten wir hier nicht näher eingehen.

Merkt auf, Edmond de la Cruz!

Die Ogeden reichten Euch die Hand wider dem Übel und der Schwarzmagie in Heligonia, doch Ihr antwortetet mit Verleumdung, Intrige und Haß. Und eben dieser Haß wird Euch vernichten. Wir wissen wohl, daß andere Ceriden wie Unser verehrter Graf Waldemar von Drachenhain ihren Glauben nicht nur auf der Zunge tragen, um damit ihr eigenes Wohl zu mehren, sondern ihn vielmehr leben. Diesen rufen Wir zu: Wendet Euch ab von den falschen Propheten und Inquisitoren und hin zu Eurem wahren Glauben. Wir wollen Euch nicht bekehren, sondern mit Euch friedvoll in einem starken Heligonia der Zukunft entgegenschreiten. Die von Machtsucht Besessenen führen Euch in den Untergang. Aber Ogeden und Ceriden können und sollen Schulter an Schulter wie Brüder stehen wider denen, die sich an Heligonia nur bereichern wollen.

Ist’s in Eurer Rüstung gar zu heiß

Genieß ein Carajoner Speiseeis!

Proclamatio

Alle Bewohner Heligonias seien daraufhingewiesen, daß Fälschungen im Umlauf sind, welche den Zweck verfolgen die Person Seiner Hochwohlgeboren Lord Angus McPhee, Baron von Tagil, auf die schändlichste Weise zu diffamieren. Nur Proclamationes, welche das Siegel und die Unterschrift Seiner Hochwohlgeboren tragen, können als echt angesehen werden.

Alle Angriffe, verbaler oder manueller Art, auf die friedensschaffende Handelspolitik Tagils oder wider den Ogedenbund werden nicht mehr toleriert. Unsere Geduld mit denen minderen Verstandes neigt sich dem Ende zu.

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