Hauptstadt: Gyldencron

Wappen und Zeichen der stuerener Hauptstadt, sind die zwei einander berührende Dreiecke. Ob hier ein Stundenglas oder die beiden großen Bergen des Herzogtumes verewigt wurden, weiß heute niemand mehr mit Sicherheit zu sagen. Beide Auslegungen existieren, beide klingen schlüssig.

Die Stuerener

Die Bewohner des Herzogtums Stueren – dem in sich ruhenden Reich – betrachten ihr Land als heilig und vom Schicksal begünstigt. Mehr als einmal drängten fremde Heerscharen in ihre Heimat, schafften es jedoch nie, die endgültige Herrschaft zu erlangen. Ihre eigenen Ahnen entrissen die Macht einstmals langlebigen und zauberkräftigen Dämonen, von denen sie unterdrückt wurden. In ihrer Sagenwelt existieren noch heute zahlreiche dieser Dämonen und Albe, die eine beständige Gefahr darstellen. Fremden Wesen und Völkerschaften des Auslandes bereiten ihnen Angst und Sorge, da Prophezeiungen besagen, dass die Banner der Dämonen von Ländern jenseits des Flusses, einmal wieder in die Mitte des Herzogtums getragen werden würden. Dann werde das Schicksal der Stuerener Herrschaft wahrlich auf Messers Schneide stehen!
Aus diesem Grund ziehen die Stuerener es vor, stets für sich allein zu bleiben. Es herrscht ein übergroßes Misstrauen gegen Völker und Eindringlinge von außen – die Antwort auf eine solche Infiltration ist Kampf, nicht Kommunikation. Der Krieg der Heligonier, also der Drachenhainer und Ostarier, ist für die Stuerener vollkommen unbegreiflich. Es heißt, einzelne Machthaber, wie der Fürst von Drachenhain und seine Großmutter Aurelia, würde sich auf die Abstammung einer inzwischen verblichenen stuerener Herrscherlinie berufen – vollkommener Wahnsinn also! Bislang gelang es den unsterblichen Stuerener Kriegsherren (z.B. der Blaue Wächter, oder der Rote Jäger) nicht, die Aggressoren gänzlich aus dem Land zu treiben, doch glücklicher Weise konzentrieren sich deren Truppenbewegungen auf die unbedeutenden und öden Peripherien wie die Wildermark, die Daemonenhaut und die weitegehend abtrünnigen Neun Städte.
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Die Neun Freien Städte

Zu Zeiten des Krieges der Stuerener wider die Borharcôner, gelang es neun Städten, sich von der Herrschaft des Herzogtums Stueren loszusagen. Teils geschah dies unter Anwendung von Gewalt, meist aber dank horrenden Mengen Goldes. Man muss dazu wissen, um das Land stand es zu jenen Tagen nicht eben gut. Die Bilchländer gewannen im Krieg mehr und mehr an Boden und gleichsam fehlte es bang an Mitteln und Truppen. Die Städte offerierten beides, sollte man sie in die Freiheit ziehen lassen und drohten andernfalls mit zusätzlichen Unruhen aus bislang unverhoffter Richtung. Da des Herzogs Heer und Vasallen gegen die Bilchländischen mehr als gebunden waren, entließ man die mächtigsten Städte gnädig – und mit offen ausgestreckter Hand – aus der Reichszugehörigkeit. Weniger starke der heutigen Neun, sagten sich einseitig los, befanden sich aber noch über Jahrzehnte im Befreiungskrieg gegen Stueren. Heute gehören diese Auseinandersetzungen zwischen jenen Ansiedlungen und dem Reich zwar der Geschichte an, grün ist man sich seither aber beileibe nicht.
Jede der Neun Freien Städte besitzt also für sich alle Rechte der öffentlichen Gewalt: Selbstbesteuerung, Heerbann, Gerichtshoheit, etc. Die Städte sind dem Herzog weder Steuern noch Gefolgszwang schuldig, dürfen also nicht verpfändet und können auch nicht zur Verteidigung des Landes herangezogen werden.
Dennoch unterhielt das Herzogtum noch bis zum Kriegsausbruch mit der Allianz zu vielen der neun Städte mehr oder minder ausgeprägte Beziehungen. So wickelte das Haus Stueren z.B. über einzelne – enger verbundene Städte – allen Fernhandel ab.
Die Städte heißen Ferenmünde, Ranelöch, Necmund, Clingenheim, St. Ralgard, Herdn, Necfurt, Orecha und Laurenat. Weitere Informationen hier.

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Das Volk der Borharcôner
Geographie und Lebensraum

Die Borharcôner leben hauptsächlich in den nördlichen und östlichen stuerener Provinzen, namens Bilchland (Gebirge) und Wilderland (Gras- und Auenlandschaft).

„Borharcôner – Bilchländer“

Niemals würden sich die Borharcôner „Bilchländer“ nennen, da es sich hierbei um eine demütigende Verballhornung ihres Volkesnamens, ersonnen von den verfeindete Stuerener, handelt. Der Name zielt auf ihren Pelztribut gegenüber den Stuerenern, da „Bilche“ Pelze von Kleintiere sind.
Benutzen die Fremden in ihrem Beisein diesen Ausdruck, reagieren die Borharcôner, gemäß ihres Naturells, unterschiedlich. Die einen prüfen, ob böse Absicht dahinter steckt und stellen das Versehen einmal richtig, andere reagieren sofort verbal aggressiv oder ziehen gar drohend die Waffe.
Übersetzt bedeutet Borharcôner „Fliegende Falken“.

Geschichte

Die Borharcôner kamen einst als kämpferischer Eindringlinge und wurden im Verlauf der Geschichte „Knechtvasallen“ der Stuerener. Sie sind dem Herzog tribut- aber nicht lehnspflichtig (sie liefern edle Pelze als Tribut, und leisten Straf-Minenarbeit).
Damals, vor über hundert Jahren, kurz nachdem die Sorebramorer (Angehörige der Kriegerkaste) fielen, kam es zur „Nacht der Fesselschnitte“. Die Pferde der Bilchländer wurden mit großem Aufwand zusammengetrieben und in einer einzigen Schlachtnacht ermordet. Fortan war den Borharcôner das Halten dieser Tiere bei Strafe verboten.

Das Leben

Borharcôner wurden nach der Niederlage gegen die Stuerener zu deren Knechtvasallen und streifen sommers größtenteils als umherziehende Viehzüchter oder Jäger durch die weiten Graslandschaften und zerklüfteten Gebirge. Winters kehren sie zum jeweiligen „Stammeshorst“ dem Naal zurück. Nur die Niederen, die Bauern und Unfreie, betreiben Ackerbau.
Es gibt eine gemeinsame Hauptstadt, namens Gösta, wo sich im Winter die meisten Mitglieder der Stämme treffen um Handel zu treiben, Besprechungen und auch Gerichte abhalten. Im Sommer leben die Borharcôner in Zelten, haben sich also nach Jahren der Blüte wieder ihrem Nomadendasein zugewandt.
Es gibt Gafai, das aus dem Borharcônischen übersetzt so viel bedeutet wie „Dach wechselnder Bewohner“. Es handelt sich also um seltene befestigte und andauernde „Niederlassungen“, die von umschließenden Holzpalisaden geschützt werden. Die Behausungen ähneln den nordischen Langhäuser. Die Wohnstatt teilt man sich auf engstem Raum mit den Stalltieren. Unter ihnen gibt es manchmal auch freie Sesshafte, die einem Handwerk nachgehen. Diverse spezielle Riten und Schwüre eines archaischen Gastrechtes gewährleisten die Ordnung vor Ort, Verstöße gegen die althergebrachten Gesetze führen nicht selten zum Tode oder zur Brandmarkung des Frevlers, als Atudi, also „Ruheloser“.

Die stuerener Minen

Das Herzogtum hält im Bilchland (im Norden) nahe der Minen, einige Festungsgarnisonen als geschützte Stütz- und Beobachtungspunkte. Die stuerener Gerichtsbarkeit bevorzugt für Aufständische und andere Verbrecher statt anderer Strafen gerne Minenarbeit. Der Abbau von Edelmetallen und vor allem Salz, fordert im Herzogtum viele, viele Menschenleben. Trotz der hohen Präsenz an stuerener Soldaten, leben vor allem in den Bergen Rebellen und Räuber.

Struktur

Die vier Stämme (Maroncu, Hegalro, Lenmeri, Korlkei) setzen sich jeweils aus mehreren unterschiedlichen Sippen zusammen. Die vier Stammesführer, Parane genannt, verwalten das Land und weisen den Sippen Gebiete zu. Die Sippenanführer nennt man Toruz. Der von den Sippen beanspruchen Lebensraum (Weiden und Jagdgründe), wird eifersüchtig gehütet, kann in den Jahren aber auch von Sippe zu Sippe wechseln. Dies wird unter den Paranen alljährlich in der Hauptstadt Gösta beim großen Sonsol (Palaver) entschieden.
Durch die Geschehnisse auf dem Grenzgeschichten-Con 2008 entwickelte sich aus der Sippe der Brarao, die zum Stamme der Maroncu gehörten ein eigener Stamm, der aber von den anderen Stämmen nur zum Teil anerkannt ist. Die Kigiongóra (Stamm der Drachen), wie sie sich inzwischen nennen leben im Exil in der Leomark.

Kastensystem

Zuoberst steht der Kriegeradel (die Sorebramorer), der offiziell aber als ausgelöscht gilt.
Dann die Schamanenpriester (Arasla bzw., Arazsluk), darunter folgen Jäger nebst Hirten und zuletzt Unfreie sowie Bauern.
Da die Sorebramorer nicht mehr herrschen, werden aus der Schicht der Jäger und Hirten Parane und Toruz bestimmt, die dies an ihrer statt tun. Die Auswahl wird von den Schamanen vorgenommen, wobei dies nicht willkürlich, sondern auf Zeichen und Einflüsse der Götter geschieht.

Kriegshandwerk

Auch wenn die Sorebramorer untergegangen sind, wissen sich die Borharcôner nach wie vor zu verteidigen. Selbstbewusst nennen sie ihre Streiter Krieger, wobei freilich ein himmelweiter Unterschied zur Pracht und Kampfkraft früherer Kriegerfürsten besteht. Jede Sippe unterhält eine Anzahl tüchtiger Kämpfer.
Noch aus der Blütezeit der Borharcôner stammt das Gesetz, dass einem jeden neuen Paran eines Stammes, sieben der besten Krieger aus den untergeordneten Sippen überlassen werden. Die Auserwählten verlieren dadurch zwar ihre Sippenzugehörigkeit, doch dienen sie fortan dem Paran und damit dem gesamten Stamm. Genannt werden diese dann Diante, was so viel bedeutet wie „Eine/r der Sieben“.
Viele, vor allem arme Menschen, rüsten sich mit Knochenwaffen, wie Dolche, Spieße und mit Knochensplittern versehene Holzkeulen. Aufgrund von Außenkontakten und Kriegsbeute verfügen die Borharcôner aber durchaus auch über Metallwaffen und vereinzelt Ketten- und Plattenzeug. Die traditionelle Bewaffnung sind Speere, Lang- und Kurzschwerter, Dolche und kleine Krummbögen – jene sind meisterhaft aus Holz, Horn und Knochen gefertigt.

Erzeugnisse

Die meisten Rohprodukte werden aus der Viehwirtschaft gewonnen, z.B. Fleisch, Milch, Leder, Wolle, Knochen, Honig, Wachs. Die Borharcôner sind Meister im Konservieren von Nahrung, so kommt oft saure Milch, Käse und dergleichen auf den Tisch. Aus Fell und Leder werden hochwertige Stiefel, Köcher und die Kleidung der Menschen hergestellt. Aus der Wolle der Schafe und Ziegen werden die wichtigen Filzzelte, Kleidung (v.a. Mäntel) und Teppiche hergestellt. Bei der Jagd werden in Ermangelung an Erzen, oft Pfeilsspitzen aus Tierknochen benutzt. Weniger reiche Borharcôner verfügen über noch andere Knochenwaffen.
Auch Holz wird gerne verwendet, vor allem für Haushaltsgegenstände, da diese leicht, stoßfest und somit reisegeeignet sind. Die Borharcôner besitzen große Schnitzkunst.

Aussehen

Borharcôner tragen eher praktische, als aufwendige Kleidung [irdischer Stil: Frühmittelalter, Mischung aus gotisch (Zeit der Völkerwanderung) und skytisch]. Sie verwenden, was die Natur ihnen gibt, als Hirten und Viehzüchter als vor allem Leder und Wollstoffe. Gerne färben sie ihre Gewänder in Erdfarben, also grün, braun, rot, etc. und schmücken sich dezent mit schönen Federn, Tierknöchelchen und sehr gerne mit Glasperlen. Gegen Wind und Wetter tragen sie außerdem, die für jeden Borharcôner typische spitze Wollmütze mit Fellbesatz.
Die Borharcôner bemalen ihr Gesicht gerne mit farbigen Flächen, offensichtlich wird hier den Gesichtstätowierungen der Sorebramorer nachempfunden.
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Weiterführende Informationen zum Herzogtum Stueren im HeliWiki.