Publikation: Helios-Bote Seite 10 von 34

Das Tourney von Allerland

Dem Ruf des Königs von Allerland, an der diesjährigen Tourney teilzunehmen, kamen viele Krieger von Rang und Namen nach. So waren die Länder Allerland, Galladoorn, Heligonia, Hohensolms, Kirson, Trawonien, Vallconnan und viele mehr hier vertreten. Auf Geheiß unseres geliebten und weisen Königs Helos Aximistilius III nahm Lord Angus McPhee, Baron von Tagil, als Abgesandter Heligonias an dieser Tourney teil. Dass in dem Reiche Allerland nicht alles eitel Sonnenschein ist, wurde schon bei der offiziellen Begrüßung offenbar. So wurde ein in Ungnade gefallener Ritter gemaßregelt, die düstere Erscheinung der Kirsoner Garde bemerkt, die Baroness von Terwan ob ihrem Status als Frau und der damit einhergehenden Kleiderordnung, welche eine Plattenrüstung für Frauen ausschließt, belehrt und einige diplomatische Freundlichkeiten, deren Mittelpunkt die allerländische Rolle im trawonischen Grenzkrieg mit dem Dunklen Reichen war, mit der trawonischen Abordnung ausgetauscht. Die erste Audienz wurde dem Gesandten Heligonias gewährt. Im Zuge dieses Gesprächs wurde die Aufnahme, sowohl diplomatischer wie auch wirtschaftlicher Verbindungen beschlossen.

Am nächsten Morgen trafen sich kurz nach Sonnenaufgang die Recken und Edlen aller Herren Länder auf dem Turnierplatz. Die edlen Damen, deren vieler zugegen waren, strahlten in ihrem Liebreiz mit Helios um die Wette. Sie erwählten den König von Allerland zu ihrem Damenritter, dessen Aufgabe es ist, edel für einen verwundeten Kämpen weiterzufechten und so den Geist des Rittertums zu repräsentieren. Als Turnierkönig wurde der Hofmarschall von Allerland bestimmt. Den Anfang der Tourney bildete der Bohurt, in welchem in jeder Ritter mit einem Sandsack bewaffnet und auf einem Beine hüpfend seine Gegner, also alle anderen, zu Fall bringen suchte. Dies war fürwahr ein Gaudium, welches das noch schläfrige Blut erhitzte und die Gemüter Helios zum Lachen brachte, der mit seinen Strahlen die Morgennebel vertrieb. Die Damen verteilten nun ihre Gunstbänder an diejenigen, welche sich hier besonders hervorgetan hatten.

So traten nun die Kämpen in Gruppen zu den einzelnen Disziplinen an. Es wurden der Pfeile zehn auf eine 20 Schritt entfernte Scheibe mit dem Bogen geschossen, von denen die besten 7 gewertet wurden. Das Lanzenstechen fand in der Mitte des Platzes statt. Hier standen sich die Recken auf Holzwippen gegenüber und warfen die Lanzen auf eine Entfernung von sieben Schritt. Das Schild mußte nach zwei Treffer abgelegt werden. Nach zwei Treffern der gegnerischen Wippe, dem „Pferd“, galt jeder weitere als Körpertreffer gegen den Werfenden und nach zwei Körpertreffern ward der Gegner besiegt. Am anderen Ende des Platzes fanden Zweikämpfe mit Schwert und Schild statt. Hier ward der Gegner nach drei Körpertreffern besiegt. Obwohl die Waffe des Barons von Tagil die Doppelblattaxt ist, konnte er sich in allen drei Disziplinen für den zweiten Durchgang qualifizieren, bevor ihn sein Turnierglück verließ. Den Sieg im Bogenschießen trug der Graf von Greifenstein davon. Als Preis waren zehn neue Pfeile ausgesetzt, die vom königlichen Schäfter gefertigt waren. Die stählerne Lanzenspitze, welcher der Preis des Lanzenstechens war, erhielt Sir Geoffrey. Chevallier Raimond du Roche Noir zu Kirson erhielt als Sieger des Zweikampfes ein neues Schwert aus der Hand des Königs, welches er galanterweise an seinen Rivalen im Endkampf verschenkte. Er wurde auch durch die Wahl der edlen Damen zum Gesamtsieger der Tourney ernannt und erhielt ein Paar güldene Sporen. Das Knappenturnier, bei dem im Bogenschießen und im Sauspießwerfen gefochten wurde, gewann in beiden Disziplinen der Knappe des Grafen von Greifenstein.

Das Festmahl, welches in vier Gängen serviert wurde, die Ehrungen der Sieger und die Interludi der Gaukler schafften ein wohliges Hochgefühl, welches jedoch jäh ein Ende fand, als der Schwarze Ritter, welcher den ehemaligen Großmeister des Reiches in Gefangenschaft hielt, seine unverschämten Forderungen verkünden ließ. Fast alle Anwesenden des Festbanketts kamen, teils mit schnell angelegter Rüstung, zum anderen Ende des Turnierplatzes, um den Kampf Sir Goeffrey mit dem Schwarzen Ritter, welcher einen Bihänder wie ein Kurzschwert schwang, beizuwohnen. Es wäre schlecht um die allerländischen Kämpen gestanden, hätten nicht die Ritter der anderen Reiche, entgegen der Weisung des Königs von Allerland, eingegriffen. Doch so mußte sich der Schwarze Ritter zurückziehen. Der ehemalige Großmeister des Reiches und das Reichsschwert befinden sich nun endlich nach einem Jahr wieder im Besitz der Krone.

Für Heligonia ward dieses Tourney ein großer Erfolg, da hier die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Königreich Allerland, zum Fürstentum Hohensolms, zum Königreich Galladoorn und zum Königreich Trawonien aufgenommen wurde. Möge Heligonia in Frieden und im Lichte Helios, wie Poenas Leib blühen und gedeihen, immerdar.

Heftige Konflikte im Herzogtum Ostarien

Während es in den meisten Ländern Heligonias derzeit recht ruhig zugeht und Meinungs-verschiedenheiten politisch gelöst werden können, scheint sich in Ostarien die Lage zuzuspitzen. Nicht nur der Glaubenskonflikt, sondern auch wirtschaftliche Interessen scheinen diese Unstimmigkeiten weiter voranzutreiben. Herzog Uriel II liegt nach wie vor von seiner Krankheit gezeichnet darnieder, und kann daher nur bedingt eingreifen oder ein Machtwort sprechen. Prinz Aftalun von Ostarien, Baron der Erzmark, verfolgt nicht wie sein Vater eine Politik der eisernen Faust und läßt daher die Barone Ostariens gewähren. Hier nun die Berichte der aktuellsten Geschehnisse in Ostarien:

Hohenforinger Fischerboot versenkt

Baron Vetzul Valorius hatte im letzten Mond des Xurl ohne ersichtlichen Grund ein Fischerboot aus Nordemaran versenken lassen. Bis auf einen Augenzeugen kamen alle Insassen des Bootes ums Leben. Diesem Vorfall gehen jahrelange Zwistigkeiten um die Fischereirechte im Emaran-See voraus. Immer wieder drangen die lodenburgischen Fischern in die Hoheitsgewässer Hohenforingens ein, um dort ihre Netze auszuwerfen. Als Gegenmaßnahme verstärkte Hohenforingen die Grenzpatrouillen. Jedoch ließ sich die Bevölkerung von Lodenburg davon nicht abschrecken, da das wirtschaftlich sehr schlecht gestellte Volk durch die illegale Fischerei im Emaran-See ihr Überleben sichert. Baron Vetzul Valorius gab  den Drängen seiner Berater nicht nach, die Jagd- und Fischrechte bleiben weiterhin dem Baron vorbehalten. Die hohenforinger Bevölkerung hingegen legte Baron Teemon eine Petition vor, in der gefordert wird, den Lodenburgern ihre Grenze aufzuzeigen, auf daß der Reichtum Hohenforingens ungeschmält bleibe.

Ballei Feuerbach überfallen

Ein böses Erwachen, im wahrsten Sinne des Wortes, hatte der Landcomtur Rogolan von Falkenberg, als er am frühen Morgen des letzten Tages des 3. Xurl die neuerbauten Mauern von Burg Calterac, schwer beschädigt vorfand. Die in letzter Zeit sich wiederholenden Sabotageakte auf die Burg geben jedoch keinen Hinweis auf den Verursacher. Die Aufbaumaßnahmen gestalten sich somit als überaus langwieriges Vorhaben. Der Abt von Dunkelstein, Edmond de la Cruz, versicherte Rogolan von Falkenberg Hilfe, die jedoch erst eintreffen wird, wenn er wieder über eine genügend Waffenknechten verfügt. Derzeit befinden sich eine große Anzahl derselben im Süden.

Leserbrief von Bruder Egmont

Hochgeschätzte Mitarbeiter der Schreibstube,

gerade habe ich die Ausgabe 7 des Helios-Boten in Händen gehalten. Ein gar befremdliches Gefühl beschlich mich, als ich darob den Mittelteil des Blattes aufschlug. Nicht nur, daß Euer angeblich „freies und unabhängiges Mitteilungsblatt des Landes Heligonia“ die Ogedenkultur unter dem Volk zu verbreiten trachtet und in keiner Weise auf die Freiheit des Glaubens hinweist und damit den wahren ebensolchen unterdrückt, nein, es finden sich neulich sogar Darstellungen schamlos entblößter Körper ….

Auch wenn es sich hierbei um Abbilder von Gottheiten handeln soll, deren Existenz ohnehin angezweifelt werden muß, so ist diese öffentliche Zurschaustellung und Verbreitung von die Moral untergrabenden Illustrationen auf das schärfste anzukreiden. Es darf nicht angehen, daß die unbedarften Leser Eures Blattes durch solche Bilder derart verblendet und vom rechten Wege der Tugend hinweg geführt werden. Es ist mir sehr wohl bewußt, daß der ogedische Glaubensinhalt in einer seiner Ausprägungen solcherlei Darstellungen und die damit verbundenen und zu verurteilenden sinnenhaften Handlungen ja geradezu unterstützt, doch gibt dies nicht das Recht, die Sittsamkeit durch solch moralische Verwerflichkeit in Frage zu stellen. Der Künstler mag ja seiner Verehrung in gefälliger Form Ausdruck verleihen, doch rechtfertigt dies in keinem Falle eine solch unmanierliche Darbietung.

So verbleibe ich in der Hoffnung, daß in zukünftigen Ausgaben der Züchtigkeit wieder angemessene Beachtung geschenkt wird…

Bruder Egmont, Ostarien

Anmerkung der Redaktion: Um der Gleichbehandlung der Religionen Genüge zu tun, werden wir uns darum bemühen eine Darstellung der ceridischen Kirche ausfindig zu machen, um diese abzudrucken.

Wein-Trossel errichtet Kontor in Quellstedt

Wie nun vom Hofe des Landesherrns der Baronie Hohenforingen, Baron Teemon, bekannt wurde, wird der berühmte Weinhändler Trossel Kwaksalber demnächst ein Weinkontor in Quellstedt errichten. Es soll ungefähr die Hälfte seines Weinbestandes in Quellstedt gelagert und verkauft werden. Besonders erwähnenswert ist sein allseits beliebter Ceremonienwein, den auch Großinquisitor Edmond de la Cruz bevorzugt.

Nordemaraner Krabbenpul-Wettkampf

Auch dieses Jahr fand am 24. Tage des 3. Xurl das überall beliebte Krabbenpulen in Nordemaran statt. Aus allen Teilen des Landes Heligonia waren Mannschaften angetreten, um den heißbegehrten Preis, die goldene Krabbe, zu gewinnen.

Der Titelverteidiger war die bisher ungeschlagene Mannschaft der Fischergilde aus Nordemaran. Insgesamt waren 24 Mannschaften zu je 4 Pulern erschienen. In der ersten Runde zeigte die Mannschfaft aus Escandra, daß die Konkurrenz für die Titelverteidiger stärker geworden ist. Sie legten die beste Zeit hin. Die Nordemaraner ließen den Wettkampf recht locker angehen und gewannen ebenfalls souverän gegen ihre Gegner aus Sedomee. In den nächsten Runden zeichnete sich immer mehr ab, daß die Mannschaften aus Escandra und Nordemaran das Finale bestreiten werden. So kam es dann auch. Zuerst mussten die Escandrer als Herausforderer ins Rennen. Sie legten auch gleich ein hohes Tempo an den Tag, bekamen aber mit der Zeit immer mehr Probleme mit dieser Geschwindigkeit. Kurz vor dem Ende brach einer von ihnen total erschöpft zusammen. Die Nordemaraner zogen wie immer siegesgewiß in den Kampf. Hier sah man nun ihre absolute Überlegenheit gegenüber den anderen Mannschaften. Sie absolvierten ihre Aufgabe schneller als ihre Gegner und wurden so auch diesmal wieder „die Herren der Krabben“.

Bedrohung im Zwergenloch beseitigt

Vor kurzem wurden der Regierung der Baronie Jolbenstein seltsame Vorgänge im Zwergenloch gemeldet. Diese schickte daraufhin einen Trupp aus, um diese Sache zu untersuchen. Dieser Trupp setzte sich zusammen aus drei Mitgliedern der Wölfe, sowie einem Bekannten derselben, und als Vertretung der Regierung Tar vom Drachenclan. Als die Helden am Eingang der Senke angekommen waren, sahen sie sich den ersten Problemen gegenübergestellt. Das Gebiet war mit Runen und einem magischen Wächter gesichert. Als die Gruppe schließlich eingedrungen war, stellte sich das Problem als ein „Runenmeister“ dar, welcher dieses Gebiet nach einigen magischen Gegenständen durchsuchte. Dank der Hilfe eines Geistes konnte dieser „Runenmeister“ jedoch verbannt werden und das Zwergenloch wieder für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Besonders zu erwähnen sei noch der große Mut des Waldläufers der Gruppe, welcher einen großen Beitrag zur Erfüllung dieser Aufgabe geleistet hat.

Letzte Meldung: Insel in der Jolsee südlich von Marola gesichtet!

Halluzuination oder Tatsache?

 

Besatzung eines Fischerbootes der Fischfangflotte aus Sedomee sichtet seither unbekannte Insel. Große Verwirrung der Gelehrten der Universität Marola, da sich in diesen Gewässern bislang keine Insel befand.

Trossel-Wein und schöne Weiber

sind die besten Zeitvertreiber!

Stellenangebot

Der bekannte Rebenhainer Weinhändler Trossel Kwaksalber aus Pogelsweiler sucht für sein Handelskontor eine zuverlässige Kontorsführerin- bzw. führer. Voraussetzung für die Besetzung dieser hoch dotierten Stellung sind: Kenntnisse in der Weinkunde, sowie im Rechnen, Schreiben und der Buchführung. Geboten werden außerdem ein sicherer Arbeitsplatz und Wohnraum in der Nähe.

Proklamation

Wir, Teemon, Baron von Hohenforingen, geben folgendes bekannt:

  • Die jährliche militärische Grundausbildung wird von einer Woche auf vier Wochen im Jahr erweitert.
  • Das stehende Heer soll auf 1000 Waffenknechte erweitert werden. Freiwillige melden sich bei der Militärkommandantur in Teemburg. Richtarbeitende oder nichtsesshafte Hohenforinger müssen sich dort melden, ansonsten haben sie kein Anrecht auf eine warme Mahlzeit und Unterkunft in den Wintermonaten.
  • Jeder Händler, der in Hohenforingen ein Handelskontor errichtet, braucht keine Zölle in Hohenforingen zahlen.
  • Nach dem Dahinscheiden unseres Sheriffs Lorent von Vliss bei der Jagd, ist sein Posten als Sheriff von Vliss unbesetzt. Wer als Adliger den Mut hat, sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen, kann sich direkt an unseren Kanzler Sir Gunter wenden. Voraussetzung ist ein Adelstitel und die Annahme des ceridischen Glaubens, sowie ein Treueschwur auf unsere Person.
  • Fanatische Orden und Gilden, die nicht den Segen der ceridischen Kirche haben, dürfen von diesem Tage an nicht in Hohenforingen ein- bzw. durchreisen.
    (Anmerkung der Redaktion: Wir wollen doch hoffen, dass Ihr damit nicht auch die Ogeden meint!)
  • Die Bevölkerung Hohenforingens ist in den letzten Wochen auf 16 000 Menschen angestiegen. Die meisten davon haben sich in Quellstedt niedergelassen. Für das nächste Jahr wird mit einem weiteren gewaltigen Anstieg der Bevölkerung gerechnet.
  • Jede Familie mit mehr als fünf Kindern bekommt fünf Dukaten für jedes weitere Kind als einmalige Zahlung.

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