Publikation: Helios-Bote Seite 18 von 34

Der Handelsprophet (HB 85)

Tageskurse
Erlesene Kräuter       1 kg     9 Groschen
Parfum                                     3 Dukaten
Seidenstoff -Reste                 6 Groschen
Nesselstoff -Reste                 4 Groschen

Erneut ist zu beobachten, dass kleine Seidenstoff – und Nesselstoff -Reste wieder sehr begehrt sind. Diese werden zu Schals umfunktioniert, um sie als Geruchsschutz um Hals und Mund zu tragen. Auch Parfum und duftende Kräuter sind zur Zeit sehr beliebt.

Stadtgeschehen (HB 85)

Dem Stadtrat von Betis wurde ein spezielles Problem zugetragen, Die mit der Entsorgung der Toten beauftragten Knechte kommen offensichtlich nicht mehr ihren Pflichten nach. Dies führt dazu, dass in und um die Stadt herum immer wieder Leichenfunde angezeigt wurden. Vor allem die Kanälen werden vermehrt durch Leichen und Tierkadaver verschmutzt. Ebenso hat die Belegung des städtischen Gefängnisses ihre Aufnahmekapazität weit überschritten, da keine Hinrichtungen mehr stattfinden können. Herbeigerufene Henker erscheinen nicht mehr und vernachlässigen ihre Pflicht. Verstorbene in Siechen- und Armenhäusern werden ebenfalls nicht mehr zum Begräbnis abgeholt.
„Ein unzumutbarer Zustand, der sofort behoben werden muss!“ fordert der Patrizier

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks (HB 85)

Was sich schickt:

  • Originelle Modekunst
  • Heilkräuter und Streukräuter
  • Düfte von „Die Alte Parfumerie“ !!
  • wiederaufgetauchte Haustiere
  • Sauberes Wasser

Und was nicht:

  • Kopieren von Kunst und Mode
  • Das Berühren von Leichen
  • Leichen in den Kanal werfen
  • Gebell in den Morgenstunden
  • sich nicht regelmäßig zu waschen

Bedenkliche Kunde aus dem Bruderland

Mit Entsetzen erreichte uns in Sedomee die Kunde vom Einsturz des Bergwerks im Schlangenkamm und selbstverständlich wurden von den aufmerksamen und mitfühlenden Clansfrauen nahe der Grenze auf der Stelle einige Helferinnen und Helfer zur Unglücksstelle entsandt in einem Akt vorbildlicher nachbarschaftlicher Unterstützung.
– Jedoch! Mit ungleich größerem Entsetzen mussten wir Graf Dedekiens augenscheinlich verwirrten Erguss im Heliosboten 84 zur Kenntnis nehmen!
In aller Öffentlichkeit erdreistet er sich, den König aufs Ärgste zu beleidigen und eine ominöse Armee von persönlichen Widersachern heraufzubeschwören. Zu diesem Zwecke die Schuldtürme zu öffnen und deren Insassen angeblich dazu anzuhalten, die öffentliche Sicherheit zu ordnen, kann bestenfalls als unklug bezeichnet werden. Auch ein noch so stark vorgegebener Schmerz ob der Opfer des Unglücks kann hier schwerlich als Entschuldigung herhalten.
Im Namen aller sedomeesischen Landsfrauen und -männer mahnen wir zur Besonnenheit, zur Königstreue und dazu, das Unglück in Darian vollständig aufzuklären, sowie jegliches aufrührerische Verhalten mit größter Wachsamkeit wahrzunehmen und mit angemessener Handlung zu bedenken. Wir erinnern daran, dass die bestehende Gesamtlage, der sich den Göttern sei Dank allerlei kluge und mutige Köpfe mit beherzter Hingabe widmen, den wohlwollenden Zusammenhalt innerhalb des Königreichs, den wir in jahrelanger Vertrauensarbeit geknüpft haben, zur unbedingten Voraussetzung macht für unser aller Wohlergehen. So möge sich Graf Dedekien ein Beispiel an den vorbildlichen heligonischen Nachbarn im Norden und Süden nehmen.

Bardenakademie zu Gaberon, Escandra, Ligonii

im 2. Saarka im Jahr 52 n.A.III

Erstens
Kareema Shivasani von Shamanka in Sedomee veranlasst hiermit die Stiftung einer Patenschaft für die Ausbildung in den traditionellen Künsten und Tanz (keine Improvisation!), aufdass einem jungen Talent mit unzureichenden Mitteln die Ausbildung an der Akademie zuteil werden möge.
Bewerbungen für dieses Stipendium sind innerhalb eines Helioslaufes direkt an die Akademie zu richten, wo von kompetenter Seite eine Vorauswahl getroffen werden wird. Die endgültige Auswahl einer geeigneten Kandidatin oder eines Kandidaten und die anschließende Verleihung des Stipendiums wird in zwölf Moneten Frau Kareema höchst selbst vor Ort vornehmen.

Zweitens
Die Freigräfin Amira Kaela von Sedomee bittet den Kanzler der Akademie um die Richtigstellung diverser Ungenauigkeiten im Vortrag des Gastdozenten Salech ben Anwar nur Eddin.
In diesem Zusammenhang veranlasst ihre Hochgeboren die Entsendung von Gastdozentinnen der Universität zu Marola mit dem Ziel, das Wissen über die valmerianische Kultur im Interesse der qualitätvollen Lehre in Gaberon zu festigen.

Drittens
Die Freigräfin möchte, bezugnehmend auf Punkt 2, anregen, die Gastdozenten – insbesondere so es sich um “fahrende” Barden handelt – mögen vor Antritt ihrer Tätigkeit etwas sorgfältiger hinsichtlich ihrer Eignung an der ehrenwerten Akademie zu lehren, geprüft werden, auf dass der gute Ruf der Akademie gerade in ihren noch jungen Jahren keinen Schaden nehme.

Viertens
Die Universität zu Marola und die Akademie zu Gaberon veranlassen einen Austausch geeigneter Studenten respektive Scholasten. Es sollen weiterhin auch Gastdozenten aus Gaberon die Möglichkeit gegeben werden, die Lehre in Marola oder an der Rakesh Akademie zu bereichern.

Tharlisburger Templer auf die Drachentrutz bestellt

Per Eildepesche ging im Moment der letztendlichen Niederschrift die irritierende Kunde ein, Fürst Leomar habe Ritter Herse von Gundelan, Landkomtur der jungen Ballei Tharlisburg, sowie den Großteil dessen Templer, eilends zu sich auf die Feste berufen. Zu welchem Behuf dies geschehen ist – aus Bedrohungslage oder ernsthafter Unterredung – war nicht übermittelt und zur Stunde auch noch von keiner Seite kommentiert worden.

Gehaltenes Wort

Eine Zusammenkunft in ungewöhnlicher Runde konnten Beobachter an einem späten Nachmittag im Poënamond beobachten, welche sich im Kanzlerturm auf der Drachentrutz aufhielten. Dass sich Fürst Leomar und sein Kanzler Giselher zu einer Unterredung einfinden, ist hier mit Nichten ungewöhnlich. Beim Anblick der nächsten, äußerst ungewöhnlichen, Gäste merkten einige Zaungäste mit fragendem Blicke verwundert auf und rätselten ob der Besucher. Ich aber sage hier mit Gewissheit, dass dies niemand anderes als Baronin Alenka Sophie nebst ihrem Kanzler waren. Das Gespräch selbst fand höchst selbstverständlich hinter verschlossener Türe statt. Wohl aber war zu erkennen, dass die hohen Herrschaften zu Beginn mit strenger, teils grimmiger Miene dreinblickten, eben diese beim Verlassen zu etwas spätere Stund entspannt und zufrieden, gar gelöst wirkten. Ein aufgeschnappter, allerdings keiner Person zuzuordnendem Satz, lud fürderhin zu Spekulationen ein: „Das Haus Mühlenheim bekommt, wie ehedem entschieden, einen angemessenen und gedeihlichen Ort.“

Ansprache des Grafen Dedekien

Die glühende Hitze der Heliosmonde sorgt seit Tagen für menschenleere Gassen und schon beinahe unheimliche Stille in der Grafschaft Darian. Auf lange, heiße Tage folgen warme Nächte, die für ordentliche, darianische Feiern zu kurz sind. In den wenigen, erträglichen Stunden wird selbstverständlich gearbeitet, denn die Geschäfte müssen ihren Gang gehen. Einzig für die sehnlichst erwartete Rede des verehrte Landesherrn unterbrechen die Kinder der schönsten Stadt ihr Nachtwerk, um den süßen Worten ihres geliebten Grafen zu lauschen.
Im Augenblick, da Helios seine letzten Strahlen über den Horizont ergießt und Saarka in ihrer vollen Pracht aufsteigt, erscheint Graf Dedekien auf dem Balkon. Getaucht in wunderbarem Licht, löst sein Erscheinen einen Sturm der Begeisterung aus.
Fanfaren und Trommeln erklingen, worauf die Masse den Jubel weiter ansteigen lässt.
Ein Gong ertönt und Graf Dedekien gebietet Schweigen, indem er seine Arme gen Himmel reckt:

„Mein geliebtes Volk! Wir dürfen heute endlich Unser geheimes Wissen mit euch teilen.“
Graf Dedekien hielt kurz inne, um seinem Volk einen Moment der Spannung zu gönnen. Nachdem das erwartungsvolle Raunen der Masse abklang, hob er erneut an:

„Unsere tapferen Seeleute bereisen seit Jahren die Jolsee und drangen dabei immer weiter in den Süden vor. Diese Pioniere unter Unserer Flagge fanden eine Insel, die ihnen auf ihrer gefährlichen Reise Schutz und Nahrung bot. Doch dies allein war den Entdeckern nicht genug, vielmehr erforschten sie die Insel und freundeten sich mit den Einheimischen an. Dem immer noch nicht genug, machten sie eine sensationelle Entdeckung.“

Die Menge hielt gespannt den Atem an, nicht das leiseste Geräusch war zu vernehmen. In diese Stille hinein erhob der Graf erneut seine Stimme:
„Ihr fragt Euch, was so wichtig war, dass selbst der König Uns nach Escandara gebeten hatte? Über 5 Jahre sind nun ins Land gezogen – lange dauerten die Forschungen der Gelehrten, um aus dem Verdacht eine Gewissheit werden zu lassen. Auf jener Insel fanden Unsere tapferen Seeleute die Beweise, dass sie einstmals ein Teil des heligonischen Reiches war. Vor hunderten von Jahren siedelten dort unsere Vorfahren, doch hinterließen uns nur Ruinen. Diese symbolträchtigen Zeugnisse sprechen eine deutliche Sprache: die glorreiche Grafschaft Darian hat die wichtigste Stätte der Vergangenheit entdeckt.
Das offene, freundliche Wesen Unserer Seeleute führte dazu, dass sie sich mit den Einheimischen anfreundeten. Gemeinsam bauten sie die ruinösen Hafenanlagen wieder auf, um weitere Schiffe Unserer Seeflotte zu empfangen. Diesem behutsamen Vorgehen haben Wir es auch zu verdanken, dass sich die Inselbewohner voller Freude Unserer Grafschaft anschlossen. Gemeinsam bewirtschaften sie nun den Handelsposten mit ebenso viel Fleiß, wie Wir es von Unserem geliebtem Volk gewohnt sind.
So wie einst der Göttervater Helios auf dem Sonnendrachen Crelldinor ritt, ebenso stolz ritten unsere tapferen Seeleute auf den Darbor-Koggen über die stürmische Jolsee.
Die Einzelheiten dieses epischen Abenteuers werden Wir für euch und alle nachfolgenden Generationen niederschreiben. Dies sei euch noch gesagt: die Insel ermöglicht einen sicheren Hafen auf dem waghalsigen Seeweg nach Modestia.
Um die Götter zu ehren, haben Wir beschlossen dem Einland den Namen „Redonia“ zu schenken!“
Nach diesen Worten ließ der geliebte Herrscher seinen Untertanen einen Moment des Nachsinnens. Aus seinem Schatten trat eine prächtig gekleidete Frau, deren Hand er in seine nahm.
„So lasset Uns diese tapfere Schildmaid begrüßen: Aleyna AyBytan, Gouverneurin von Redonia! Sie wird Unsere Interessen in der neu gegründeten Hafenstadt „Dedekistan“ wahren und in Unserem Sinne über die Insel gebieten. Sie wird am längsten Tage des Jahres eine Armada nach Redonia führen, um dort die Erschließung der Insel und deren Besiedlung voranzutreiben. Jede Frau und jeder Mann, der Teil dieser heldenhaften Fahrt sein möchte, ist herzlich willkommen.“

Die rasende Menge tobte, der Jubel schwoll zu einem Donnerbrausen an bevor sie sich eilends aufmachte die zahlreichen Schänken zu besuchen. Es wurde schnell getrunken, denn die Nacht währte nur kurz. Viele musste noch ihre Habseligkeiten packen, um dann auf einem der Schiffe nach Redonia anzuheuern.

Diebstahl einer wertvollen Flöte

In den Saarkamonden wurde eine wertvolle Flöte gestohlen. Der erste Diebstahl ereignete sich in der Bardenakademie in der Provinz Gaberon in Escandra. Dort wurde eine Flöte der Akademie entwendet, als Magister Robald Flinkfeder abends vor den Toren der Akademie ein Lied darauf spielte. Der Edle Ritter Martin Dorn war dem Magister zu Hilfe geeilt, kurz nachdem dieser niedergeschlagen und die Flöte entwendet worden war. Es handelt sich laut den Beschreibungen des Magisters um eine kleine, flache, rechteckige Flöte mit Verzierungen. Falls die Flöte irgendwo auftaucht, so ist sie unverzüglich an die lokale Obrigkeit auszuhändigen.

[Ohne Titel]

Ich wandere des Tals entlang,
viele Monde hin und her,
und suche nach dem Winter,
das Tiefland liegt ohne Schnee,
und dennoch bitterkalt
spüre ich des Winters Hand,

„Nach oben müsst ihr“,
sagen die Leut,
„ins Hochland führt Euch Euer Weg.“
„Ins Hochland?“,
fragen andere dann.
„Im Winter ist’s ein tödlicher Weg.“

Und dennoch, trotz Warnung, durchs Versprechen gelockt,
reißt es mich ins hohe Land,
und trotz Bedenken, Angst und Zittern,
wage ich den ersten Schritt,
und statt schrecklichem Gewetter,
führt mich mein Weg ins Glück.

Die Saarkazeit, so wird’s genannt,
die Zeit, die färbt das Hochland weiß,
die Zeit des Eises und der Kälte.
Ja genau, die Saarkazeit,
ist es, was mich nun hier hält.

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