Die Hitze hält Betis fest im Griff. In den engen Gassen staut sich die warme Luft, und die Kanäle riechen stärker als gewöhnlich. Die Stadtwache berichtet, dass in den letzten Tagen vermehrt Beschwerden eingegangen sind: Fische springen angeblich freiwillig aus dem Wasser, um der Wärme zu entkommen, und in manchen Vierteln sollen sogar die Katzen zu faul sein, den Ratten nachzujagen.
Besonders auffällig ist eine neue Mode, die sich unter den jungen Leuten verbreitet: Schattenhüte. Diese übergroßen Kopfbedeckungen bestehen aus dünnem Nesselstoff, der über ein Holzgestell gespannt wird und so groß ist, dass man damit problemlos zwei Personen beschatten kann. Die Stadtwache beklagt jedoch, dass die Hüte in den engen Gassen ständig an Hauswänden hängen bleiben und den Verkehr behindern.
„Wenn die Hitze noch länger anhält, müssen wir vielleicht Hutbreiten regulieren“, so ein genervter Hauptmann der Wache.

Erschienen in Helios-Bote 87