Publikation: Helios-Bote Seite 24 von 34

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt:

  • ehrliche Übereinkünfte
  • Kindergeburten
  • die geplante Volkszählung
  • Musik und Tanz
  • ordentliche Flottenmanöver

Und was nicht:

  • falsche Versprechungen
  • Kindesentführungen
  • geplante Auswanderung
  • Nächtliche Belästigung

Der Handelsprophet

Tageskurse
Aurazith                          1 heligonische Unze 1 Dukaten und 8 Groschen
Ein Bündel Rosshaar   5 Kreuzer
Söldnerlohn                   1 Tag 6 Groschen und 1 Kreuzer
Langschwert                  28 Dukaten
Schweinedarm              1 Kreuzer

Der Aurazithpreis steigt noch immer leicht. Der Preis von Söldnerlöhnen und Waffen verteuert sich ebenfalls weiterhin, Grund dafür ist der anhaltende Konflikt mit Stueren.

Freude in Tlamana, Prinzessin Lenia geboren

Am 28. Tag des 1.Helios im Jahre 38 n.A.III erfüllte in aller Frühe das poenagesegnete Schreien eines neugeborenen Kindes die Mauern des altehrwürdigen Mirainer Schlosses. Eilends wurde der junge Prinz Halmar Arwel und Prinzessin Alessia Velana geweckt, damit sie ihr kleines Schwesterlein Lenia Orwyn Sarava begrüßen und zärtlich in ihre Mitte nehmen mögen. Fünf weitere Tage sollte es dauern, da stieß der überglückliche Vater, Fürst Leomar von Drachenhain, zu seiner Familie und ließ, wie unsere rasch genesene Landesmutter Baronin Leabell, alle Staatsgeschäfte ob der Feierlichkeit für einige Tage ruhen.
Auch in den Straßen der Städte sowie in den Häusern des tlamanischen Landvolkes freuten die Menschen sich landauf, landab und priesen die große Gunst der Götter.

Höret, höret!

Hiermit sei es kundgetan, dass es unserem Herrn und König, Helos Aximistilius III. gefällt, nach 12 Jahren einen neuen Census im Reiche Heligonia durchführen zu lassen. Auf dass er weiß, wer in seinem Land lebt und so die Steuern schätzen lassen kann. Ein jeder, der von Stand ist und über Untertanen herrscht, hat aus diesem Grunde Steuerlisten zu erstellen.
Auf jenen seien alle Städte, Ortschaften und Weiler zu verzeichnen, alle Plätze die rechtschaffene Leute ihr Heim nennen. Und sind Zelte und Karavanen die Heimat, so ist auch das festzuhalten. Des Weiteren ist die Zahl der Bewohner, sowie deren Berufe und Einkünfte festzuhalten. Auf das alle Bewohner bekannt werden, die da sind im Land und die Gewerbe treiben.
Zu guter Letzt ist zu vermerken, welche Art, Güte und Menge von Waren in jedem Teil des Landes hergestellt wird und welche Gewinne damit gemacht werden. Zwei Abschriften der Listen sind zu erstellen, wovon die erste an den eigenen Lehensherren, die zweite an meiner selbst oder einen meiner Stellvertreter zu übergeben ist. So ist dem unmittelbaren Herren und auch dem König bekannt, wer sein Untertan ist. Es ist die Pflicht aller, die Listen zu erstellen haben, diese bis zum letzten Tag des 2. Saakra im Jahre
38 n.A. III fertig zu stellen und einzureichen. Respekt und Ehre sei allen, die da rechtschaffen ihre Pflicht tun, denn sie sind gute Untertanen und der König blickt wohlwollend auf sie. Schimpf und Schande aber jenen, die da versuchen ihren Herren und König zu übervorteilen.

Nächster Helios-Bote

Wie üblich werden wir euch wie für den Boten 84 wieder etwa einen Monat vor Erscheinen informieren. Es ist weiterhin jederzeit möglich, dass ihr uns einen Botenbericht für den kommenden Boten zusendet. Wenn es sich um besonders dringliche Nachrichten handelt, werden wir sie gern vorab online zur Verfügung stellen.

Ich hab´ mal in Darbor ´nen Dreimaster g´sehn

1. Ich hab´ mal in Darbor ´nen Dreimaster g´sehn
To my hooda, To my hooda
Die Masten so schief wie dem Skipper sein Been
To my ho da, hooda, ho.

Ref: Fahr, Schifflein fahr, bis nach Corenia
der Graf gab bekannt:
da gibt’s neues Land
An den Ufern von Modestia

2. Das Deck war ´ne Wuhling, voll Dreck und voll Schmier
To my hooda, To my hooda
Das war der Mannschaft ihr größtes Pläsier
To my ho da, hooda, ho.

3. Die Kombüs‘ voller Läus, die Kajüt´ voller Dreck
To my hooda, To my hooda
Und der der Schiffszwieback lief von allein schon weg
To my ho da, hooda, ho.

4. Das Salzfleisch war grün und die Maden im Speck
To my hooda, To my hooda
Und der Maat soff den Rum ganz alleine schnell weg
To my ho da, hooda, ho.

5. Und wollten sie segeln, ich sag es ja nur
To my hooda, To my hooda
ging´s drei Faden vor und vier dann retour
To my ho da, hooda, ho.

6. Und kommst du nach Darbor, so heuer nicht an
To my hooda, To my hooda
Sonst landest du auf diesem schrecklichen Kahn
To my ho da, hooda, ho.

Seebärensprüche

Der Mensch denkt, der Fluss lenkt

Die Wahrheit liegt hinterm Horizont

Was die Fische nicht fressen würden, lass liegen

Du kanns dich mit allen anlegen, aber nich mitn Smutje

Watte in Hafen nich kriegs, brauchse nich

Wer vorangeht, fliegt als erstes ins Wasser

Die Käptn is die Schlaueste inne Stadt
Der Steuermann is der Schlaueste in Hafen
Aber ich bin der Schlaueste aufn Schiff!

Seemannsliebchen

In jedem Hafen, so ist’s Brauch
Ein Seemann hat sein Liebchen
Ob Maat, Matrose, Smutje auch
Er segelt in der Welt umher
und sie erwartet, Blick aufs Meer
Ihr flottes Seemannsbübchen!

Im ersten Hafen meiner Fahrt
Da wartet schon mein Liebchen
Sie ist von gar adretter Art
Ein langes Kleid, kokett geschnürt
Ein blonder Dutt, der mich verführt…
Hier kommt Dein hübsches Bübchen!

Im nächsten Hafen meiner Fahrt
Da wartet schon mein Liebchen
Sie ist von recht robuster Art
Mit festen Armen packt sie an
Kein Kniff, kein Griff, den sie nicht kann…
Hier kommt Dein starkes Bübchen!

Im nächsten Hafen meiner Fahrt
Da wartet schon mein Liebchen
Sie ist von sehr gewitzter Art
Ob Handel, Scherz, Gelehrsamkeit
Ihr Sinn gräbt tief, ihr Rat trägt weit…
Hier kommt Dein schlaues Bübchen!

Im letzten Hafen meiner Fahrt
Da wartet schon mein Liebchen
Sie ist von zugewandter Art
Die Haut so zart, die Lippen weich
Setzt sich auf meinen Schoß sogleich…
Hier kommt Dein schmiegsam Bübchen!

Doch… nenn ich nur ein Fährboot mein
Ich armes Seemannsbübchen
und schippere tagaus, tagein
nur zwischen Pier und Hafen
und abends heim zu Schlafen
Da wartet schon mein Liebchen
Mein Hübsches, Starkes, Schlaues, Schmiegsames
Mein Liebchen!

Kielholergeschichten Folge 55: Der nicht ganz abgeschlossene Reisebericht

Joost van Goov nahm die Pütz und stülpte sie dem ollen Piet über den kahlen Kopf, der daraufhin, wie ein Thaler Göckele laut krakeelend im Kreis stolzierte. Während dessen nahm die Backbordwache in der Kuhl Aufstellung und ließ im perfekten Harmoniegesang den Ödländerchor aus Wolfgrimm Aramantus Mordsharts Oper Teemon, Kaiser von Teemooranien erschallen. Zur gleichen Zeit begann die Steuerbordwache das Großsegel zu bügeln, während der Stückmeister und der Bootsmann mit Belegnägeln jonglierten. Unbemerkt lief das Schiff auf eine Sandbank auf. Von dem Ruck umgeworfen, purzelten alle Seeleute auf Deck durcheinander. Kielholer erhob sich als erster wieder. „Bei Xurls Harnschlag! Joost Van Goov!“ stöhnte Kielholer, „Kannst Du nicht den Kurs ändern lassen, wie jeder andere auch?“

Kielholergeschichten Folge 3478: Landurlaub

Kapitän Xurlsen Kielholer wagte nicht, sich umzudrehen… zu groß war die Gefahr, dass der Flamingo, welchen er auf seinem Kopf balancierte, das Gleichgewicht verlor und sich über sein Offizierspatent zu seinen Füßen ergießen würde. „Warum nur“, dachte Kielholer „habe ich mich auf diese verdammte Wette eingelassen? Und warum nur“, so dachte Kielholer weiter “muss ausgerechnet jetzt ein Bote mit einer Nachricht der Admiralität auftauchen?“. Doch ein echter Held kennt immer einen Ausweg! „Legen sie den Schrieb dort hinten auf das tlamanische Möbel. Nehmen sie sich noch einen Keks und gute Heimfahrt!“ Kaum war der Kurier nach einem zackigen Salut verschwunden, ließ Kielholer den Flamingo mit einer mühelosen Bewegung seines Nackens um sich selbst rotierend in die Lüfte steigen, während sich der Inhalt in seine Kehle ergoss, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen den Boden benetzte. „Ah, das tut gut, bei der Hitz!“ rief Kielholer, fing das Glas mit der Ferse auf und schlenzte es mit gekonnter Finesse in den Trog für Schmutzgeschirr zu den restlichen Sachen. Nächste Woche würde der olle Piet kommen und den Abwasch machen. Ein tolles Leben, ein toller Landurlaub, eine tolle Jungesellenbude. Dann nahm er sich den Brief von der Chaise Longue (ein Geschenk einer wohlhabenden und einflussreichen Verehrerin) und informierte sich über sein nächstes Abenteuer.

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