Publikation: Helios-Bote Seite 7 von 34

Hast Du beim Tagwerk gar kein Glück,

trink Schädelspalter,

der bringt verbrauchte Energie sofort zurück

Neues aus Jolberg

Aus Jolberg erreichten uns Berichte von seltsamen Vorkommnissen auf dem Jolborn. Einer unserer Schreiber unterhielt sich am 23.Tage des 3.Saarka mit einem Jolberger Flußfischer Namens Turwald Langnase, den er zufällig beim Umtrunk im „Gespaltenen Schädel“ in der Stadt Jolberg traf. Turwald erzählte, er habe am zwanzigsten Tag des Monats, als er von einer Tagesfahrt zurückkehrte, etwas südlich von Jolberg, plötzlich sehr lautes Geheule und Gedröhne gehört, so daß er fast den Kahn auf Grund gesetzt hätte. Dieses soll sich mehrmals in unregelmäßigen Abständen wiederholt und einmal ganz aus der Nähe, einmal von weiter flußabwärts gekommen sein. „Es klang wie ein garstiges Untier“, so die Worte des Mannes. Danach habe er schleunigst das Weite gesucht, aber in der Stadt wollte niemand etwas gehört haben. „Das glaubt mir doch sowieso wieder niemand ! ‚Was der Bock nicht sieht, das rammt er nicht vom Felsen ‚, wie meine Großmutter immer sagte.“ Nach dieser Kostprobe jolberger Sprüchekunst schenkte sich Herr Langnase  noch einmal ein und spaltete sich gründlich den Schädel.

Diplomatische Verhandlungen mit dem Königreich Dracconia aufgenommen

Die Hofschreiberin Talimee reiste im 2. Mond der Saarka eigens nach dem Königreich Tor’tull. um dort einen Unterhändler des dracconianischen Königs Bogomil XIII, Don Garcia, zu treffen und die Verhandlungen zwischen demselben und dem Großinquisitor Edmond de la Cruz zu protokollieren. Gegenstand dieses außerordentlich wichtigen Gesprächs war eine Landüberschreibung von Seiten Dracconias an den Abt von Dunkelstein. Nach intensiven Verhandlungen zeigte sich Don Garcia bereit König Bogomil XIII einen Vorvertrag zu unterbreiten, der besagt, daß Edmond de la Cruz einen größeren Landstreifen westlich des Jolborns erhalten soll, das „Fürstbistum Friedland“ heißen soll. Der ebenfalls anwesende Graf Dedekien von Darian erhielt ebenfalls eine Zusage über einen Landbesitz auf dracconianischem Boden. Ein ausführlicher Bericht über den endgültigen Erfolg der Verhandlungen und die genaue Lage der Ländereien wird in einer der nächsten Ausgaben des Helios-Boten bekannt gegeben.

Brauchst du Geld zum Burgen bauen,

kannst du van der Brugg vertrauen!

Bekanntmachung!

Die Familie van der Brugg gibt hiermit die Erweiterung ihres Handelshauses bekannt.

Ab sofort wird als zusätzlicher Geschäftszweig das Anlagen- und Geldverleihgeschäft aufgenommen. Weitere Informationen stehen Euch in unserem Hauptsitz in Guldenstein, Grafschaft Darian zur Verfügung.

Leserbrief an die Schreibstube

Brief der Elora von Niederfranken betreffs des Artikels von Baron Teemon von Hohenforingen im Helios-Boten Nr. 9:

In seiner Bekanntmachung beantragt oben genannter Baron unter anderem eine Änderung der Halsgerichtsordnung, die ich auf Schärfste kritisieren muß. Es steht der ceridischen Kirche in keinem Falle zu, Verbrecher zur Strafe zur Arbeit im Dienste ihrer Kirche heranzuziehen, da sie weder Staatskirche ist, noch sonst irgend eine Vormachtstellung vor den anderen Glauben im Land besitzt. Eine Stattgebung der beantragten Änderung würde aber eine solche Bevorzugung bedeuten und sollte deshalb auf jeden Fall verhindert werden. In Kapitel 2 Artikel 7 beantrage ich stattdessen, daß der Dienst an der jeweils, im Wohnort des Delinquenten, mächtigsten Kirche zu leisten sei, bzw. bei einer anderen allgemeinnützigen Organisation.

 

Anmerkung der Redaktion: Baron Teemon hat in seinem Überschwang sicherlich vergessen, daß noch lange nicht ganz Heligonia von den Ceriden regiert wird und hat somit einen für ihn hoffnungsvollen Ausblick in die Zukunft gewagt.

Proklamation

Wir, die Baronin Angharad Elanor von Emarania, geben dem Volke von Emarania Folgendes bekannt:

Die Herrschaft der helio-ceridischen Sekte ist zu Ende. Die Baronie Emarania wird vom heutigen Tage an wieder dem rechten Glauben nachfolgen. Der Wille des Einen und Wahren Gottes hat es so bestimmt.

Die Sektierer sind aus unserem Lande vertrieben worden und werden niemals nach Emarania zurückkehren. Ihre Klöster werden aufgelöst und der Besitz fällt an das Volk zurück. Kein Schatten des Sektierertums soll auf Emarania zurückbleiben!

Des weiteren werden alle  Städte und Plätze ihre traditionellen Namen zurückerhalten, besonders Unsere geliebte Hauptstadt  soll von nun an wieder Wasserau heißen.

Wir fordern die Bevölkerung von Emarania auf, zu den einzelnen Schultheißen zu gehen, um vor ihnen dem helio-ceridischen Glauben abzuschwören und sich zugleich zählen zu lassen. Welcher Bürger diesem Aufrufe nicht Folge leistet, wird bestraft.

Es soll jedoch jedem Bürger gestattet sein, zu wählen, ob er dem Wahren Ceridischen oder dem ogedischen Glauben folgen will. Die ogedischen Heiligtümer werden unangetastet bleiben.

Die bereits ausgehobenen , erfolgreichen Befreiungstruppen werden derzeit an die nördliche Grenze unseres Heimatlandes entsandt, um Uns vor Übergriffen zu schützen. Die Bevölkerung wird angehalten, Unsere tapferen Krieger in jeder notwendigen Weise zu unterstützen!

Wir versprechen unsererseits Unserem geliebten Volke, daß Wir all unsere Kraft einsetzen werden in dem Bestreben, unsere Heimat wieder zu ihrer alten Blüte und Größe zu führen, wie es einst Unser so hinterhältig verraten und ermordete Vater, Baron Winfried von Emarania, begonnen hatte.

In diesem Sinne bitten Wir das Volk von Emarania, uns dieselbe Liebe und Unterstützung zuteil werden zu lassen, die es auch Unserem Vater entgegengebracht hat.

Der Friede und der Segen des Einzigen, Wahren Gottes soll mit dem Volke von Emarania sein!

Machtwechsel in der Baronie Emarania

Nachdem in der Baronie Emarania vor 15 Jahre ein Machtwechsel stattfand, hat nun die Tochter des damaligen Barons Winfried, Angharad Elanor erfolgreich den Thron ihrer Familie zurückerobert.

Neuer Lehnsherr in der Provinz Celvar

Wie bereits berichtet verschwand die Burg Talwacht spurlos und mit ihr alle Familienmitglieder des Hauses Celvar, bis auf  Jostan, den jüngsten Sproß der Familie, der eigentlich auch das Erbe  antreten sollte. Doch die schlimmen Ereignissen verwirrten ihn mehr und mehr. Verbissen versuchte er die Schuldigen zu finden, doch seine Untersuchungen führten zu keinem Ergebnis. Mit wenigen Getreuen irrt er ziellos umher, um seinen Schwur, er werde nicht eher ruhen, bis er seine Familie gefunden hat, zu erfüllen.

Dieser Umstand verpflichtet nun Richard von Celvar völlig überraschend das schwere Erbe anzutreten.  Bereits in jungen Jahren verließ der Neffe des Yondar von Celvar Talwacht, um am Hofe des Barons von Carajon als Page zu dienen. Sein ganzes Streben gilt seither der Ausbildung zum Ritter. Derzeit ist er der Knappe von Baron Herian. Sobald er seinen Ritterschlag erhalten hat, wird er nach Celvar zurückkehren, um die Provinz zu verwalten.

Ein heligonisches Ritterlied

Auf meinen langen Wanderungen quer durch alle heligonischen Lande hörte ich von einem alten Recken, den ich in einer dunklen Ecke eines kleinen, heruntergekommenen Wirtshauses traf, unten stehendes Lied. Es ist im Laufe der letzten Jahrzehnte in Vergessenheit geraten, was der alte Ritter sehr beklagte. Hiermit sei es den edlen Streitern Heligonias wieder in Erinnerung gerufen, auf dass noch so mancher Becher goldenen Rebenhainer Weines auf unsere geliebte Heimat geleert werden möge.

 

Ritterklänge

 

Drei Klänge sind’s, sie tönen hold und rein

  voll Harmonie durch unser Ritterleben,

  drei Klänge sind’s, die uns wie goldner Wein

  zu frohem Schlag das freie Herz erheben;

  sie will ich preisen noch mit grauem Haar,

  bis mich der Tod ins Dunkel zieht hernieder:

  der Schwerter Klang, der Gläser Klang, den Klang der Lieder,

  sie will ich preisen nun und immerdar!

  Der Schwerter Klang, der Gläser Klang, den Klang der Lieder,

  sie will ich preisen nun und immerdar!

 

 

Des Schwertes Klang, es tönt so scharf und kühn,

  für Ritterehre blitzet seine Klinge;

  beim Gläserklang so froh die Herzen glühn,

  trägt sie empor des Weines Geisterschwinge.

  Der Lieder Klang hebt sich zum Himmel auf,

  im Preis des Edlen, Guten, Hohen, Schönen;

  |: der Freiheit Lied, der Liebe Lied, es soll ertönen

  mit goldnem Schall durch unsern Lebenslauf. 😐

 

 

Drei Klänge sind’s von ganz besondrer Art,

  sie dünken uns die herrlichsten von allen,

  darum, ihr Ritter, lasset froh geschart

  das Jubellied zu ihrem Ruhm erschallen!

  Auf, nehmt das Glas mit goldnem Wein zur Hand

  und ruft es laut nach alter Ritterweise:

  Das Schwert zum Schutz, das Glas aufs Wohl,

  das Lied zum Preise

  fürs schöne, große Heligonia!

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