Publikation: Helios-Bote Seite 6 von 34

Edmond de la Cruz in seiner Rede über Lord Angus Mc Phee anläßlich der Feierlichen Weihe des Doms zu Quellstett

nun hat sich die Schlange erhoben, und zeigt uns ihr scheußliches Haupt. Die Schlange der Finsternis. Sie hat wohl schon ihr Maul geöffnet, bereit ihren verderbten Atem ihn die Welt zu schleudern und ihr Atem ist Zwietracht und ihre Begleiter sind Haß, Krieg und Tod. Doch Wir, Edmond de la Cruz, werden uns Dir in den Weg stellen, Schlange, Wir erliegen nicht deinen Verlockungen. Du schmückst Dich mit einem Titel und nennst Dich Führer. Wir aber nennen Dich Verführer. Du predigst Frieden und Nächstenliebe und ermahnst die Menschen sie mögen ihr Haupt neigen und Demut zeigen vor den Göttern. Doch in Wirklichkeit dienst Du weder den Göttern, noch dem einzig wahren Gott, du dienst nur Dir selbst. Doch Du wirst untergehen Schlange. Denn Gottes Strafe ist Dir gewiß. Denn wehe dem Mörder der vorsätzlich tötet, denn er soll sterben und wehe denen, die unbeschnittenen Herzens sind, denn das Bewußtsein ihrer Sünden wird sie am jüngsten Tage Peinigen.

Oh, Du befleckter Du Heuchler, Du Lehrer der Zwietracht, warum hast Du die Kirchen unseres Gottes entweiht, warum schmähst Du seinen Namen? Nur, weil Du vor der Welt gerühmt werden willst. Ja, weshalb baust Du deine geheimen Greuel auf, um Gewinn zu erzielen.

Euch, Angus McPhee, Schlange der Finsternis ist die Verdammnis gewiß, denn sehet das Schwert der Rache hängt über Euch; und die Zeit kommt bald, wann ER das Blut der Heiligen an euch rächen wird, denn er wird ihr Wehklagen nicht länger mit anhören.

Verräter im Ogedenbund

Aus zuverlässiger Quelle war erfahren, daß eine Botschaft mit brisantem Inhalt auf dem Weg von Drachenhain nach Ostarien abgefangen wurde. Inhalt dieses Schreibens waren eindeutig geheime Absprachen des neugegründeten Ogedenbundes. Der Verfasser dieser verräterischen Schrift, der offensichtlich engsten Kontakt mit dem Bund pflegt, konnte jedoch nicht ausfindig gemacht werden.

Neuer Baron in Buchenfels eingesetzt

Ein Eilbote aus Brazenberg überbrachte ein Schreiben der Herzogin Walluma von Ostarien an den König, in der sie die Einsetzung eines neuen Barons in der Baronie Buchenfels mitteilt. Sie begründet die Absetzung des alten Barons Alnach damit, daß dieser weder bereit, noch in der Lage war, die politischen Verhältnisse in der Baronie richtig einzuschätzen. Um die Bevölkerung Buchenfels vor weiteren Schaden durch den unfähigen Herrscher zu bewahren, entzog die Herzogin diesem den Helios-Brief. Damit in Buchenfels wieder Ruhe und Ordnung einkehren kann, hat Herzogin Walluma mit sofortiger Wirkung den Freiherren Calon zum Baron von Buchenfels ernannt. Desweiteren sprach die Herzogin Baron Teemon für seine Verdienste eine Provinz in Buchenfels zu, die nun der Baronie Teemooranien angegliedert ist.

Baronin Richilda von Drachenberg von der Gemeinschaft der Saarkani ausgeschlossen

Wie uns die Hochgeweihte der Saarka, Saleena, mitteilte, machten es die jüngsten Ereignisse in Drachenberg notwendig, die Baronin Richilda von ihrer Würde als Saarka-Hochgeweihte zu entbinden. Diese Entscheidung traf die Schwesternschaft nach einer Zwiesprache mit der Göttin. Als Gründe werden angeführt, daß Baronin Richilda den Tempelbau von Götzen unterstützt und sich von den vier Göttern abgewandt hat. Ob die Fäulnis der Rübenernte und andere dunkle Geschehnisse in der Baronie Drachenberg damit zusammenhängen ist nicht bekannt.

Bekanntmachung

Dem Volke von Emarania wird kundgetan:

  1. Wir berufen für den letzten Tag dieses Mondes eine Heerschau für ganz Emarania ein. Ein jeder waffenfähige Mann möge sich in Waffen im nächsten Orte melden. Offiziere der Garde werden zugegen sein und die Inspektion durchführen. Eine solche Heerschau soll ab sofort am letzten Tage des 1. Poena und am letzten Tage des 2. Xurl stattfinden.
  2. Wir danken den Bogenschützen aus Drachenhain für ihre Unterstützung bei der Befreiung von Emarania und entlassen zwei der drei Banner aus unseren Diensten. Das dritte Banner hat sich bereiterklärt bei der Ausbildung von Bogenschützen behilflich zu sein.
  3. Ferner danken Wir Baron Leomar von Tatzelfels für die Entsendung von 25 Mann zur Unterstützung Unserer Garde.

Neues aus der Baronie Emarania

Grundsteinlegung

Am 10. Tage des 1. Poena Mondes wurde in der Hauptstadt Wasserau der Grundstein zu einer ceridischen Kathedrale gelegt. Baumeister aus ganz Heligonia haben die Möglichkeit am Bau des Gotteshauses mitzuwirken. Wer daran interessiert ist, möge sich an die Baronin Angharad Elanor wenden.

Brückenbau

In den letzten des 3. Saarka wurde eine provisorische Brücke fertiggestellt, die Wasserau mit Schloß Seeburg verbindet. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden den alten Damm wieder herzustellen.

Brand

Beim Brand einer Schmiede in Wasserau konnte durch das vorbildlich Meldesystem über die Glockentürme der Stadt und das beherzte und rasche Eingreifen der Brandwehrtruppe ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden. Die Schmiede brannte jedoch bis auf die Grundmauern nieder.

Hafenerweiterung

Der Stadtrat von Oberau hat der Renovierung und Erweiterung des Fischereihafens darselbst zugestimmt. Die Frage der Finanzierung ist noch nicht geklärt.

Grenzbefestigung

An der Grenze zur Baronie Soltran wurde mit dem Bau eines Wachturmes begonnen, dem laut einer gut unterrichteten Quelle weitere folgen sollen. Die Türme sollen die alten Wehrburgen ersetzen, die während des Befreiungskrieges zerstört wurden. Geplant sind Wachtürme an allen Grenzen des Landes.

Quelle entdeckt

Nahe Vorberg, am Fuße des Gebirges, ist eine Quelle entdeckt worden, die dort erst seit kurzem sprudelt. Die Bevölkerung am Vorberg hielt hier spontan einen Dankgottesdienst ab.

Aus dem Schloß

Gerüchten zufolge trainiert Baronin Angharad Elanor täglich mit ihrer Garde Schwertkampf und Bogenschießen. Sie soll beachtliche Fortschritte gemacht haben.

Proklamation !

  1. Von Teemooranien aus wird in Zukunft in Ostarien kein Krieg mehr ausgehen.
  2. Der Tag der Gründung Teemooraniens wird zum nationalen Feiertag erklärt.
  3. Ogeden dürfen von nun an offen ihrer Religion nachgehen. Sie werden aber nicht vom Staat gefördert.
  4. Mit der Gründung Teemooraniens sind alle Zollfreiheiten ersteinmal aufgehoben. Die einzelnen Händler haben persönlich beim Baron vorzusprechen, wenn sie Vergütungrn haben wollen.
  5. Nordemaran steht von nun an nicht mehr unter der Quellstedter Gerichtsbarkeit, sondern bekommt einen eigenen Sheriffsposten. Jeder junge Adelige, der Mut und Ehrgeiz hat, kann sich um den neuen Sheriffsposten bewerben. Desweiteren stehen noch Sheriffposten in allen Städten der Provinz Loden-burg zur Verfügung. Ausnahme sind die Städte Lodenstadt und Kreuzstadt.
  6. Die alte Stadtmauern von Quellstedt wird abgerissen, damit die Steine für den Dombau verwendet werden können und die Stadt sich ausbreiten kann. Der Bau einer neuen größeren Stadtmauer erfolgt, sobald der Dom zur Hälfte fertig ist.
  7. Der Ehlerwald darf nur noch von Baumfällern unter größter Vorsicht betreten werden. Zum Schutz der Männer werden Soldaten abgestellt. Dies gilt solange, bis die Geschehnisse im Wald aufgeklärt und beseitigt worden sind.
  8. Lodenstadt bleibt auch weiterhin die Hauptgarnissionsstadt Teemooraniens. Zudem wird die Flotte des Reiches dort ihren Hauptstützpunkt haben. Ein weiterer Stützpunkt liegt in Quellstedt.
  9. Heliosceriden haben in Teemooranien keine Einreiseerlaubnis, außer sie konver-tieren zum Ceridentum.
  10. Um die Bevölkerung gleichmäßig in Teemooranien zu verteilen, wird in der Provinz Hohenforingen Land zur Besiedlung freigegeben. Vor allem im Osten und Süden stehen Flächen zur Verfügung.

Hochwohlgeborene Barone Ostariens!

Inzwischen werdet Ihr alle die Nachricht erhalten haben, daß in Emarania die helioceridischen Sektierer vertrieben und vernichtet worden sind und Wir, Angharad Elanor von Emarania, den unserer Familie zustehenden Platz im Gedenken an Unseren ermordeten Vater wieder eingenommen haben. Doch erfüllt Uns mit Betrübnis und Sorge, was um Uns herum in Unserer gemeinsamen Heimat Ostarien geschieht. Zwistigkeit um des Glaubens willen – was in keines Gottes Sinne sein kann! – Machtgier, Haß und Unversöhnlichkeit haben sich in unser Land geschlichen wie ein Verräter in der Nacht.

Meine Brüder, nur ein einiges und starkes Ostarien kann seinen Platz in Heligonia und in der Geschichte einnehmen. Wenn wir uns gegenseitig bekämpfen, werden wir schwächer und eines Tages vernichtet werden, oder einfach nur aus eigener Schwäche vergehen wie Schnee in der Poena-Sonne.

Wollt ihr das, meine ostarischen Brüder?

Wollt ihr zum Gespöt anderer Reiche werden, dekadent und schwach? Wollt ihr nur noch in Liedern und Sagen am Rande erwähnt werden, oder wollt ihr Geschichte schreiben? Wollt ihr Krieg? So vergeßt nicht, daß seine Gefährten Tod, Hunger und Elend auch nicht weichen, wenn der Krieg, der ihr Herr ist, das Land verlassen hat!

Oder wollt ihr Frieden, fruchtbare Felder, Handel, zufriedene Völker und glückliche Kinder? Dann, ihr Herren Ostariens, hängt die Schwerter an die Wand und setzt euch an einen Tisch. Vergeßt nicht, daß wir alle nicht vornehmlich unseren Interessen, sondern unserem Herrn, dem Herzog dienen und nicht zuletzt dem König und dem Reich.

Aufruf zur Besonnenheit

Burg Brassach, 3. Rhyanatag des 3. Saarka 24 n.A.III

Offener Brief an die Hochwohlgeborenen Baroninnen und Barone von Ostarien:

Hochwohlgeborene Herrscher Ostariens,

Hochwohlgeborener Baron Jareck von Jolberg,

die Gunst der Stunde treibt mich dazu, Ihnen diese Zeilen zu schreiben. Mit Unwollen nehmen auch wir zur Kenntnis, dasz immer mehr Konflikte in Ostarien gären. Und dasz jetzt gar Klingen und Schilder erhoben wurden, behagt uns keinesfalls. Vorbei anscheinend die Zeiten, als die „eiserne Faust“ Herzog Uriel II. mit seiner Güte und Weisheit zwischen Streitenden vermittelte und richtete. Seine Krankheit möge ihn zur Zeit entschuldigen.

Allerdings sollten doch gerade die edlen Hochwohlgeborenen in einer Zeit der Unpäszlichkeit des Herzogs zum Wohle Ostariens und seiner Bewohner handeln. Aber handeln wirklich alle aus ehrbaren Motiven?

Wir wollen uns ein Bild der Lage machen und entsenden einen Emissär in jede einzelne Baronie des Herzogtumes. Dem Emissär sei mit Wohlwollen zu begegnen und die Situation sachlich zu schilden, so sei er doch ein persönlich Vertrauter meines Hofes. Ein Angriff gegen den Emissär sei ein Angriff auf meine Personität.

 

Sollten es die Baroninnen und Barone wünschen, mir in einem Brief die Situation persönlich zu schildern, so findet dies unser Wohlwollen. Gerne sind wir bereit, ein Treffen zur Klärung der Miszverständisse und Vorfälle auszurichten. Es liegt an Ihnen, Hochwohlgeborene Ostariens.

Sei es auch selbstverständlich, aber wenn Ihr es wünscht, Euer Hochwohlgeboren, Baron Jareck von Jolberg, so seid Euch gewisz, dasz sich die Baronie Brassach und meine Personität treu zum König, zur Herzöglichen Familie und zum Reiche bekennen.

Gott mit Euch und Euren Mannen.

Dies sind meine Worte.

Die Heliosschmiede von Asgorimm

Tief unter der Festungsanlage des Königssitzes in Escandra befindet sich die sagenumwobene Schmiede. In der die Heliosklingen gefertigt werden. Hier unter Tage fertigt der Schmiedemeister Asgorimm seine prächtigen Klingen, die jeden Heliosgardist bei seiner Arbeit im Auftrag des Königs und mit ihm auch von Helios, unterstützt. Diese edlen Klingen und der blaugoldene Waffenrock zeichnen die Heliosgardisten aus.

Dort, tief unter der Erdoberfläche, arbeitet Asgorimm mit seinen 12 Helfern. Sie verarbeiten edelsten heligonischen Stahl zu den hervorragenden Klingen die, wie Gerüchte besagen, unzerbrechlich sind und im Kampf durch Helios Hand geführt werden. Niemand hat Zutritt zu diesen Werkstätten. Schon der erste König von Heligonia erteilte den 13 Zwergen den Auftrag die Schwerter für ihn zu schmieden. Seit dieser Zeit sind die unterirdischen Werkstätten nur über einen Lastenaufzug mit der oberen Welt verbunden. Hiermit erhalten sie alle Materialien die sie benötigen, sowie ihre Verpflegung. Im Austausch dazu übergeben sie die edlen Waffen in die Hände des Königs.

Man findet in ganz Heligonia keine ebenbürtigen Rohstoffe, wie sie für die Erschaffung dieser Meisterstücke verwendet werden. Der Stahl für die Schmiede wird jeweils ein Jahr lang vom besten Hüttenmeister geliefert. Jedes Jahr am zweiten Tag des zweiten Helios gibt es einen großen Wettbewerb, an dem die besten Hüttenmeister ihren Stahl vor den Augen des Königs präsentieren. Unter den vielen Teilnehmern wird schließlich durch ein Götterurteil des obersten Heliospriesters der Beste auserwählt. Er erhält die Lizenz , die ihn dazu berechtigt für ein Jahr seinen Stahl an die Schmiede von Asgorimm zu liefern. Jeder Hüttenmeister der es einmal geschafft hat diese Lizens verliehen zu bekommen ist ein sehr geschätzter Mann, dessen Geschäfte wohl nie wieder schlecht laufen werden.

Die Kohle zur Verarbeitung des Stahls wird aus dem Kohleflöz, das sich unter der Stadt befindet, gefördert. Bei der Verbrennung der Kohle wird noch ein ganz besonderes Kraut beigemengt, das eine ganz und gar gold-gelbe Flamme entfacht.

Unter diesen Bedingungen schmieden die Zwerge Klingen von ungeahnter Stärke und Schnelligkeit. Und wenn am ersten Tag des ersten Helios die Sonne über der Stadt auftaucht, erkennt man im fahlen Licht des Morgens die Rußfahnen aus den Schloten der Schmiede, denn an diesem Tag bekommen die Klingen, die im Laufe des ganzen Jahres geschaffen wurden, ihre „Feuertaufe“. Deshalb begrüßen die Heliosgardisten jeden Morgen, mit ihren Klingen in der Hand und mit einem Dank an Helios.  

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