Landgang in Dedekistan erfolgt ohne Probleme, wir treffen Magister Falsam, der uns ins Landesinnere zu einem vorbereiteten Lager am Waldrand bringen soll. Leider ist es aufgrund eines heftigen Regenschauers schon dunkel, als wir endlich in die Ausläufer des Waldes gelangen, was unserem einheimischen Führer die Gelegenheit gibt, einfach zu verschwinden. Falsam erzählt, die „Ureinwohner“, die vor fünf Jahren von den Darianern angetroffen wurden, seien nichts weiter als Schiffbrüchige gewesen, die sich schon längere Zeit auf der Insel durchgeschlagen hätten. Wir stehen also im nachtschwarzen Wald, und das ist umso ärgerlicher, weil Falsam eindringlich vor dem Flirren und Schimmern gewarnt hat, das auch hier die Risse zu anderen Orten und Zeiten anzeigt. Tatsächlich finden wir nach einiger Zeit zu einem solchen Riss, um den eine Menge Leute stehen. Da die Welt ein Dorf ist, handelt es sich um den Clan O’Brian samt Kendril und einigen Seeleuten, die es auf das Kopfgeld von Aroben abgesehen haben. Sie schwärmen von den 1000 Dukaten, und niemand hat große Lust, sie über den Irrtum aufzuklären, dass es eigentlich 10.000 sind. Auch diese Gruppe wurde von ihrem Führer im Stich gelassen. Mit Falsams Hilfe gelangen wir schließlich doch noch zum vorbereiteten Lager und richten uns häuslich ein. Da kommen die wirklichen Ureinwohner ins Lager, es stellt sich bald heraus, dass es sich um Kernländer handelt, die sich hier Angyagi nennen. Wie und wann sie hergekommen sind, bleibt vorerst ein Rätsel. Ihr Schamane heißt Ulsar, der ja erstaunlicherweise eigentlich einer ihrer Götter ist. Die es nach ihrer Aussage inzwischen nicht mehr gibt, übrig sei nur noch Yag, die Große Urmutter. Und man versteht ihre Sprache erst, wenn man wahlweise einen Pilz gegessen oder an einer Kröte geleckt hat. Aber das nur für die Volkskundler am Rande.
Ulsar weist uns eindringlich darauf hin, erst die Blyska um Erlaubnis zu fragen, bevor man den Wald betritt. Er kann sie für uns herbeirufen, und tatsächlich erscheinen nach kurzer Zeit drei elbenartige Wesen, die sich auch so benehmen. Ihre Aussage ist klar: Wir können uns den Weg in den Wald erkaufen, wenn wir genügend Ameryll herbeischaffen.
Während ich im Zelt meine Aufzeichnungen in Ordnung bringe, stürmt ein Gruppe Schwarzgekleideter zum Lagerfeuer und zerrt Magister Falsam mit sich. Das geht so rasch und geplant vor sich, dass auch unsere aufgestellten Wachen viel zu spät reagieren und die Aktion so schnell wie ein Spuk vorbei ist. Es beginnt wieder zu regnen, und eine Verfolgung der Spuren scheint aussichtslos.
Kurz darauf erreicht ein darianisches Paar unser Lager, das auf der Flucht vor den Schwarzgekleideten ist. Sie erzählen, dass sie aus einem benachbarten Ameryllsammler-Lager kommen, das überfallen wurde, und die dortigen Nexus-Magier ebenfalls entführt wurden. Außerdem beschreiben sie ein Banner: Rabe und Bär. Aroben ist also vor uns angekommen! Und er hat eine ganze Kiste voller Ameryll mitgenommen. Was hat er vor? Besorgt gehe ich zu Bett.
Am nächsten Morgen brechen also verschiedene Trupps auf, um Ameryll zu sammeln. Dabei wird auch eine Notiz gefunden, eindeutig in Arobens charakteristischer Handschrift: Jemand wird angewiesen, weiterhin Informationen über uns zu liefern. Haben wir einen Verräter im Lager? Außerdem ist die Rede von einem Apparatus, der ihm erlaubt, die Nähe der Blyska zu erkennen und sie zum umgehen.
Als wir der Meinung sind, genug Ameryll gesammelt zu haben, treten wir mit den Blyska in Verhandlung. Hat Aroben auch Ameryll geliefert? Ja, und zwar in solcher Menge, dass er sogar eine Audienz bei ihren „Oberen“ bekam. Mehr ist nicht zu erfahren. Sie erlauben uns ebenfalls, den Wald zu betreten, und: Als ich ihnen die Notiz Arobens zeige, müssen sie erkennen, von ihm hintergangen worden zu sein. Sie sind nämlich besorgt darüber, dass er sich inzwischen in der „Halle der Echos“ verschanzt hat. Wir kommen zu einem Geschäft: Helft ihr uns, helfen wir euch! Sie bringen uns daraufhin eine Art Wegweiser, mit dem wir uns angeblich durch die „Echos“ im Wald bewegen können. Vermutlich meinen sie die Risse. Schamane Ulsar nimmt ihn an sich und wir brechen auf.
Kurz danach treffen wir auch schon auf das erste „Echo“: Nach einiger Verwirrung erkennen wir eine Szene, die wir vor zwei Jahren in einem Weiler in Dracconia erlebten. Die Dorfbewohner schienen unter einem Bann zu stehen. Als wir sie davon befreiten, verloren alle ihr Leben, eine schlimme Sache. Doch offenbar sollten wir hier die Möglichkeit erhalten, es besser zu machen. Nach einem ersten, wiederum gescheiterten Versuch bricht Martin Dorn zusammen. Auch andere, die dabei waren, verlieren massiv an Kraft. Mit jeder weiteren Version einer Lösung des Dilemmas werden die Betroffenen schwächer, bis es uns endlich gelingt, den Tod der Dorfbewohner abzuwenden.
Schon bald darauf treffen wir auf weitere „Echos“, immer wieder Erinnerungen von Anwesenden, die an einer Aufgabe gescheitert sind oder sich falsch entschieden haben. Und wir erkennen: Jeder Versuch kostet diejenigen, die sich erinnern, weitere Lebenskraft. Zahlreiche Echos gilt es zu meistern, und wir geraten dabei immer weiter zurück in die Vergangenheit. Die Erinnerungen verblassen immer mehr, die Betroffenen werden immer weniger, bis es sich nur noch um einmal gehörte Geschichten handelt. Als es dunkel wird, kommen wir immer mehr in Sagen und Erzählungen und können uns nur noch auf unser Gefühl verlassen.
Erstaunlich ist eine Erinnerung, die nur die Gelehrten zu deuten wissen: Die Flucht des Scherbenmanns zur Zerbrochenen Stadt soll verhindert werden, was dadurch gelingt, dass wir ihm uns einig entgegenstellen und er das Portal nicht erreicht. Gerade hier oder wenn Gwon oder Rabe mitmischen, haben wir jedoch das unbestimmte Gefühl, mehr als unsere Erinnerung zu revidieren. Verändern wir etwa gerade die Vergangenheit?
Außerdem gelingt es uns wiederum nicht, zu verhindern, dass Aroben durch Rabes Betrug „Gwons letzte Rast“ verlässt, da niemand weiß, was dort wirklich passiert ist. In einer Erinnerung treffen wir wieder auf Rabe, der sich erbittert darüber beschwert, dass alle nur von ihm wollen, aber niemals danken. Er wünscht sich, ebenfalls in Schreinen verehrt zu werden. Offenbar wurde ihm das von Aroben nach dessen Machtübernahme zugesagt. Ritter Martin Dorn ergreift die Gelegenheit, mit ihm zu verhandeln, und sagt seinerseits Unterstützung zu. Ob Rabe darauf eingeht, ist nicht ganz klar. So lange Aroben die Hilfe Rabes hat, ist er kaum zu besiegen, wir müssen beide voneinander trennen. Wenn es jemandem gelingen sollte, Aroben zu töten, müsste unbedingt Gwon als erster zur Stelle sein, der ihn sicher vor Helios bringt. Da zaubert Ritterin Mirabella eine Feder Gwons hervor, die sie seit Jahren mit sich herumträgt! Manchmal sind einem die Götter gewogen… die Reise durchs Labyrinth der Echos geht weiter.
Vielleicht drei oder vier Anwesende wissen noch das grauenhafte Zirpen und Klacken sofort den Mantiden zuzuordnen, weshalb wir deren Angriff glücklicherweise schnell abwehren können. In einem weiteren Echo taucht eine Wache aus dem unheimlichen „Fliranstett“ auf und verteilt Steckbriefe der Nexus-Magister, darunter aber auch einen von Adveri. Während ich noch darauf hinweise, dass da jemand einen argen Fehler in seiner Erinnerung hat, erscheint eine Art Alchemistenkammer. Es dauert ein paar Augenblicke, bis ich die Szene erkenne, die ich so oft in der Akte Beridhan gelesen habe: Der Tod Arobens, verursacht durch den Barden Lukan. Wir helfen diesem, die brennende Tür zuzuhalten und erleben den einstigen, dramatischen Tod Arobens. Während wir noch über das Erlebte reden, erfolgt ein Angriff, den nahezu alle zuerst für ein weiteres Echo halten: Der Anführer sieht aus wie Aroben, den ich in Corenia gesehen habe, auch die Kleidung passt. Das ist die Gelegenheit: Ich lande einen ordentlichen Bauchtreffer, doch er trinkt etwas (Heiltrank? Essenz?) und flüchtet in die Dunkelheit. Wir nehmen die Verfolgung auf, er wird nach kurzer Zeit gestellt und von mehreren Schwerthieben niedergestreckt. Seine letzten Worte sind „Aroben wird ewig leben“. Ich ziehe die Feder heraus und rufe Gwon. Dieser erscheint tatsächlich vor mir und sagt „Ich nehme ihn gerne mit. Aber das ist nicht Aroben. Das ist Adveri.“
Wie konnte das passieren? Wir waren so nahe dran. Wo ist Aroben? Es ist zum Verzweifeln!
Recht unerwartet taucht Magister Falsam wieder auf: Nachdem seine Bewacher fort waren, konnte er sich selbst befreien. Er zeigt uns Zeichnungen, die er von der Hafenmole in Dedekistan gemacht hat: Neben der bereits bekannten Flöte und dem Amulett ist dort ein Geweihtenstab eingraviert, bei dem es sich um den „Echo-Stab“ handeln soll. Nach Aussage der Blyska hat ihn Aroben aus der Halle der Echos gestohlen, die voller alter Artefakte ist. Die Nexus-Magier bitten uns, das Aussehen des Stabes vorerst geheim zu halten, weshalb ich ihn hier nicht weiter beschreiben werde.
Nun gilt es, Aroben zu finden, der noch nicht weit sein kann. Magister Quendan nimmt dazu eine Probe von Adveris Blut und stellt die Resonanz zu Aroben fest, da die beiden ja verwandt waren. Magister Falsam führt uns sicher durch Wald, am Ende sehen wir ein Schimmern vor uns. Ich schleiche ein Stück vorwärts und sehe einen Riss. Davor steht ein junger Mann, der mit dem geraubten Echo-Stab auf den Boden stößt und zunehmend verzweifelt wiederholt „Ich erinnere mich an den Riss in Corenia“. Schnell wird er entwaffnet und der Stab gesichert. Zu meiner Verblüffung handelt es sich um den deutlich verjüngten Aroben, der ruhig lächelnd sein Schicksal erwartet. Offenbar zählt er immer noch auf Rabes Gunst. Letztlich stehen Martin Dorn und ich vor der Entscheidung, wer von uns der Sache ein Ende macht. Martin betet und setzt das „Auge des Helios“ ein, und das Amulett richtet mit Helios Kraft den Mörder und Verräter mit gleißendem Strahl. Etwa ein Dutzend Zeugen wohnen dem Urteil bei. Ich stelle ordnungsgemäß Arobens Tod fest und nehme sein Rabenbanner an mich.
Zeitgleich tauchen Rabe und Gwon auf, doch wider Erwarten gibt es keinen Streit: Beide nehmen Arobens Seele in ihre Mitte. Bevor sie verschwinden, kann ich Rabe noch deutlich sagen hören: „Sei mein Gast!“ Nach reiflicher Überlegung denke ich, dass er damit nicht Aroben gemeint hat (und die ganze Gaukelei wieder von vorne beginnt), sondern Gwon, was auf ein Versöhnungsangebot schließen lässt. Dies mögen aber die Geweihten verifizieren. Was Arobens Verjüngung angeht, sind die Gelehrten der Meinung, dass er mithilfe des Echo-Stabes unsere Erinnerungen bewusst hervorgerufen hat, um unsere Lebensenergie für diese Verwandlung zu nutzen. Das würde auch Adveris letzten Satz erklären, da Aroben zeitlebens vom Wunsch nach Unsterblichkeit besessen war.
Leider ist es bereits spät in der Nacht, als ich den anderen Teil meines Auftrages erfüllen kann: die offizielle Landnahme der nördlichen Hälfte Redonias inklusive des zentralen Waldes für das Herzogtum Ostarien. Eine handvoll Zeugen findet sich noch bereit, dem urkundlichen Akt beizuwohnen. Ich verlese die vorgeschriebenen Worte und heiße die Flagge des Herzogtums. Ritter Martin Dorn vom Orden des Lichts bezeugt mit seiner Unterschrift die ordnungsgemäße Durchführung.
Lang lebe Herzog Angilbert I.!