Publikation: Helios-Bote Seite 20 von 34

“Aogmoltr Scheiß isch älleweil no Scheiß“ – Angemalter Kot ist immer noch Kot.

Nachricht der Kobolde – Wahrheit oder Fantasie

In den Gebieten der Baronie Beraht ist vor allem der Glaube an die Existenz von Kobolden stark vertreten. So sagt eine alte Verhaltensregel: “Klopfe jedes Mal wenn du eine Tür oder ein Fenster öffnest an den Holzrahmen, auf daß kein Geist oder Kobold durch die Öffnung in dein Haus schlüpfen kann.”
Die Menschen erzählen sich, Kobolde hausen in den Tiefen der Dunklen Wälder, vor allem in alten, verlassenen Ruinen. Manche der Kobolde helfen angeblich Saarka beim Verbreiten von Frost und Hagel. Vor allem die harten Saarke-Monde des Jahres 29 n.A.III, die den Anfang des dreijährigen Mantidenkrieges markieren, sahen manche als Beweis an, das Kobolde existieren und die Göttin des Frostes mit ihnen zusammenarbeitet.
Seit Ansgar von Beraht als neuer Baron eingesetzt wurde und er die Weihen der Saarka erhalten hat, ist es ruhiger geworden. Die Winter-Monde sind milde ausgefallen und der alte Glaube an die Kobolde wieder aus dem Alltag der Bevölkerung verschwunden. Einzig an kalten Abenden am Kamin erzählt man sich vielerorts immer noch noch Geschichten über die vermeintlichen Fabelwesen.
Dieser Tage munkelt man allerdings über eine Warnung der Kobolde, die angeblich an den Hof von Fahlberg gerichtet sein soll. Bei einem öffentlichen Auftritt auf dem Marktplatz ebendort versuchte der Baron von Beraht das Gerücht zu zerstreuen, was ihm aber nicht gut gelang. Sollte es tatsächlich wahr sein, dass die als mystische Kinderfantasie abgetanen Alben wirklich existieren? Und sollte es darüber hinaus ebenso wahr sein, dass sie eine Botschaft an die Menschen der Baronie gerichtet haben? Und wenn das alles wahr sein sollte: was hat der Baron von Beraht zu verheimlichen?
Mögen die Götter unsere Gebete erhören und Schaden von unserem Land abwenden.

Neue Freundschaft sorgt für Unbehagen

Die Märkte des Landes waren seit jeher die beliebtesten Plätze, um über die Geschehnisse aus Nah und Fern auf dem Laufenden zu bleiben. Barden und Bänkelsänger geben dort allzu gern ihre Neuigkeiten in Form von Liedern und Geschichten zum Besten.
In den letzten Monden nahm ein Thema in den Dichtungen und Erzählungen einen auffällig großen Raum ein: das Verhältnis zwischen dem Fürstentum Thal und dem südlichste Teil des heligonischen Festlandes, der Grafschaft Sedomee.
Die „Moritat der Gebrüder Schindelgruber“ ist derzeit die beliebteste dieser Geschichten. Sie erzählt von jungen Thaler Holzhändlern, die sich einer Sedomeesischen Karawane anschlossen und auf ihren gemeinsamen Reisen allerlei Abenteuer erlebten.
Doch was steckt hinter dieser kurzweiligen Lyrik? Was ist der Kern dieses neuen Miteinanders? Nahezu der gesamte Thaler Adel bestätigt, in Sedomee einen Freund an seiner Seite zu haben.
Unter den Besuchern der Märkte mischt sich allerdings zunehmend Unbehagen. Droht dem Fürstentum eine Gefahr, die das Volk noch nicht kennt? Warum ist die Freundschaft zu Sedomee plötzlich so wichtig? Vor allem Fürst Bartha ist permanent bemüht, dahingehende Sorgen zu zerstreuen oder sogar wegzuwischen. Konkrete Gefahren für das Land sehe er nicht, ließ er jüngst verlautbaren.
Mögen die Götter unsere Gebete erhören und weiterhin ihren Segen über unser Land ausbreiten.

Prinz Anselm von Thal ist Schirmherr des Jaruner Eis-Festes

Die bekannte Künstlerin Subra Ymeda hat sich für dieses Jahr eine besondere Attraktion einfallen lassen.
„Das tristen Grau dieser Jahreszeit, das kalte Wetter und die langen dunklen Nächte nagen an der Seele der Menschen. Viele verkriechen sich in ihren Häusern und haben kaum Kontakt zu anderen Menschen, als ihrer engsten Familie und Nachbarn. Dem möchte ich mit Licht, Freude und Geselligkeit entgegenwirken“, sagte Ymeda. Sie selbst ist dafür ein leuchtendes Vorbild und trägt über ihren Elchslederstiefeln warme Wollüberzieher in hellem weiß mit eingewebten, roten geometrischen Mustern. Der in verschiedenen Tannen-Grüntönen changierende Rock wird mit dazu passendem Oberteil und Pullover ergänzt, der eingewebte Muster von Schneeflocken, Thaler Elchen und Eiszapfen zeigt. Ein dicker Schal in warmen Orangefarben zog während unseres Gespräches die Blicke der Passanten auf sich.

„Der Winter hat auch seine schönen Seiten“, erklärt die Künstlerin. „Man muss sie nur suchen. Deswegen haben wir auf dem Jaruner Marktplatz dieses Jahr das Eisfest ganz besonders gestaltet. Es gibt heiße Getränke und Waffeln. Einige Wirtshäuser haben Buden aufgestellt, die von mir individuell gestaltet wurden. Die Thaler Zimmerleute sind unter meiner Anleitung in ihrer Schnitzkunst über sich hinausgewachsen. So sind die Verzierungen in Anlehnung an die Figurensprache der Vjoshavener geschaffen worden. Bunte Tiergestalten wechseln mit Knoten und Verschlingungen in allen Formen ab. Natürlich haben wir sie etwas freundlicher gestaltet, als die Originale. Wir wollen die Menschen ja einladen und nicht verschrecken. Es gibt eine Eisbahn, die um den ganzen Markt führt und so für ausreichend Bewegung und Wärme sorgt. Nach Einbruch der Dunkelheit erleuchten wir den Platz mit Fackeln. Die Menschen sollen sich wohlfühlen und für ein paar Stunden die Härte des Winters vergessenen. Es freut mich besonders, dass es mir gelungen ist, den Prinz selbst als Schirmherrn des Eisfestes zu gewinnen. Die Eröffnungsfeier mit Feuerjonglage und Akrobaten war einzigartig. Ich wünsche allen Besuchern des Jaruner Eisfestes ein unvergessliches Erlebnis und einen baldigen Frühling.“

Der Handelsprophet

Tageskurse

Aurazith 1 heligonische Unze   3 Dukaten
Brennholz 1 m3 15 Groschen
Seidenstoff 1 m2 2 Dukaten
gefärbte Schafwolle 500 g 7 Groschen
gefärbte Alpakawolle   500 g 1 Dukaten
gefärbte Buraiwolle 500 g 1 Kreuzer

Das Brennholz ist auch dieses Jahr wieder teurer geworden. Importe aus anderen Ländern bleiben schwierig. Der Wert von Seidenstoff schwankt stark, wohingegen der Preis für gefärbte Wolle kaum zu bremsen ist, abgesehen von Buraiwolle – was wohl am beissenden Aroma liegt.

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt:
• Hochzeiten im Freundeskreis
• Crelldinorschuppen am Nachthimmel
• Männer in Strumpfhosen
• Reisen ins Ödland Kernland
• Schattentheater aus Dunkelstein

Und was nicht:
• Unterirdische Akademien
• Crelldinorschuppen im Vorgarten
• Brökhelfieber
• Reisen nach Zorkhan

Unruhe im Hafen von Veitsburg

„Unfassbar!“ schallt es über den Kai, kurz nachdem das Admiralsschiff den Hafen von Veitsburg verlassen hatte. Völlig außer sich schritt Kapitän Xurlsen Kielholer an Bord der Brassach auf und ab. „Wie kann er nur?!“
Sein erster Offizier versuchte ihn zu beruhigen. „Frau Marinehauptmann hatte die Lage im Griff. Außerdem war Adminal Hinrich …“
„Es war pures Glück, dass der Admiral rechtzeitig zugegen war!“ fiel ihm der Kapitän ins Wort und wandte sich um. „Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn er nicht geplant hätte, dem Hauptmanöver beizuwohnen, um sich selbst ein Bild von der Schlagkraft unserer Expeditionsflottille zu machen.“ Schimpfend und fluchend setzte er seine Runde an Deck fort, ohne dass deutliche Worte zu vernehmen waren.
Auf dem Anleger begannen Matrosen und Hafenarbeiter zu tuscheln. Niemand wusste genau, was vorgefallen war. Es war lediglich bekannt, dass das Landungsunternehmen der Expeditionsflottille zum Manöver auf den Marinetruppenübungsplatz Veitsburg-Nord in Garstfeld abgerückt war. Dann tauchte ein Leutnant in Begleitung etlicher Amtspersonen auf, um nach einer kurzen Visite an Bord der Brassach nur mit einer Handvoll Begleiter im Schlepptau wieder zu verschwinden. Die Mehrzahl der Amtspersonen verblieb scheinbar auf der Brassach.
Nur wenige Minuten später legte das Admiralsschiff von Hinrich von Harkenberg in Veitsburg an. Man sah den Kommandant der Ostarischen Kolonialflotte eiligen Schrittes an Bord der Brassach gehen, ohne sich Zeit für die sonst üblichen Sitten und Gebräuche beim Betreten eines Schiffes zu nehmen. Am späten Nachmittag sah man den Admiral, ebenso eiligen Schrittes, von Bord gehen, sein Gesicht schwer in Sorge.
Am Abend kehrte der Admiral wieder zurück. Eine Last schien von ihm abgefallen zu sein. Kapitän Kielholer wechselte einige kurze Worte auf dem Anleger mit ihm, bevor Hinrich von Harkenberg sein Schiff bestieg und den Befehl zum Ablegen gab.
„Was immer es war,“ meinte ein Hafenarbeiter zu seinem Kollegen, „es schien glimpflich ausgegangen zu sein.“
„Du sagst es.“ antwortete er. „Hoffentlich können wir weiterhin auf unsere Expeditionsflottille zählen. Schließlich mehrt sie durch ihre großen Abenteuer das Wohl und Ansehen unseres Herzogtums. Du kennst ja selbst die Lieder, die in den Tavernen über sie gesungen werden.“
„Da sagst Du etwas. Komm, lass uns ein den ‚Goldenen Anker‘ gehen, und ein Glas zu ihren Ehren trinken.“

Brazfurter Mittsommer

On bisch Du ao a daube Sau
An baisa Mo, a wiaschte Frau
Odr no sonscht an Luada
An Mittsommr, da leh mer fei
Ao mol des Bockshorn grode sei:
Heit bisch ao Du an Guada!

Dunkelsteiner Schattentheater für gepflegte Zerstreuung

Holt euch anspruchsvolle Unterhaltung in die Stube. Von nun an könnt Ihr selbst für die abendliche Zerstreuung sorgen. Das Durchfüttern untalentierter BardInnen, die eh meist ums Gesinde schleichen ist jetzt überflüssig.
Noch heute per Depesche ordern!
Jedes Schattentheater wird individuell und kunstvoll gefertigt. Die Handhabung wird vor Ort fachgerecht vermittelt. Zur Grundausstattung gehört ein Abenteuer des legendären Kapitän Kielholer. Zusätzlich kann das Repertoire mit der ogedischen Mythensaga oder den ceridischen Lebensbilder ergänzt werden. In Arbeit befindet sich das Werk über wahre Verbrechen: „Die glaubhaftesten Lügen vor darianischen Kadis“. Ein Almanach, der für umfassende Unterhaltung während der kalten Saarkamonde sorgt.
Die vielbeachtete Vorführung bei der Novitätenschau zu Lodenburg sorgte für Aufsehen und Anerkennung. Schon bald könnt Ihr stolzer Besitzer dieses einzigartigen Unterhaltungs-Apparatus sein.
Selbstverständlich wurde das Schattentheater vom Herzoglich-Ostarisches Patentamt geprüft und mit der Patentnummer 57A672-ERPO-755 versehen.
Die Zulassung ist dortig bei der Abteilung Patenterteilung, Schustergasse 127c, Zimmer 665 einzusehen. Der Amtsleiter, Amtsdirektor Hilbert von Egelbrech sowie Sachbearbeiter Amtmann Parzifal Schwertfeger-Nadelbinder werden auf Nachfrage Einsicht gewähren.
Vor Nachahmern und minderwertigen Fälschungen wird gewarnt!

Expeditionsflottille auf Abruf

Die Admiralität zu Ankur lässt vermelden, dass die 1. Herzöglich-Ostarische Expeditionsflottille weiterhin im Dienste des Ersten Seeherrn, Jareck von Jolberg, steht. Jedoch steht sie fürderhin für die Dauer von zwei Jahren auf Abruf und unter strenger Beobachung. Zu diesem Entschluss kam es nach einer eingehenden Prüfung durch eine Kommission des Amts für Interne und Externe Revision unter der Leitung von Leutnant Damiano von Nigramsfall. Unterstützt wurde er dabei unter anderem von Hilltrud von Forsberg-Nieblschütz von der Zentralabteilung für Personalwesen sowie Gilbert Glitschaal vom Kontrollreferat für Organisatorische und Operative Abläufe.
Die längst überfällige Kontrolle fand ohne vorherige Ankündigung während des laufenden Manövers des Landungsunternehmens am 28. Tag des dritten Poënamond im Jahre 49 n.A.III statt. Die Entscheidung wurde den Offizieren und der Mannschaft noch am selben Tag und im Beisein des Admiral der Ostarischen Kolonialflotte, Hinrich von Harkenberg, verkündet.

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