Publikation: Helios-Bote Seite 25 von 34

Der Handelsprophet

Tageskurse

Aurazith 1 heligonische Unze       2 Dukaten
Brennholz 1m3                      9 Groschen
Pferd                             50 Dukaten
Pferdewagen                       55 Dukaten

Der Anstieg der Brennholzkosten ist auf die Vorhersagen eines frühen harten Winters zurückzuführen. Allgemein stiegen in letzter Zeit vor allem die Kosten für Lasttiere und Wägen, da viele Lasttiere nach Südnuremburg und Ostdracconia verkauft wurden.

Stadtgeschehen (HB83)

Seit einigen Monden scheinen wieder gehäuft Menschen aus Süd-Nuremburg ihre Hoffnung auf eine Flucht nach Betis zu setzen, indem sie sich über Flöße auf dem Jolborn bis in die freie Reichsstadt treiben lassen. Die armen Seelen wurden anfangs von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt noch fürsorglich aufgenommen, doch inzwischen häufen sich Stimmen, welche die hohe Anzahl an Bettlern in den Gassen auf ebenjene Flüchtenden zurückführen und vom Stadtrat schnelle Maßnahmen verlangen. Um etwaigen Unruhen vorzubeugen hat dieser deshalb beschlossen, die Tore für Neuankömmlinge aus Süd-Nuremburg bis auf Weiteres geschlossen zu halten, was wiederum von anderer Seite der Bürgerschaft scharf kritisiert wird. Die Flüchtenden aus Süd-Nuremburg scheinen angesichts dieser Maßnahmen nun ihr Glück auf der anderen Seite des Jolborn, in Borngart, zu versuchen.

Die unverzichtbare Liste des guten Geschmacks

Was sich schickt:
• Gemeinsames Zugegensein
• Tiefland-hochländische Lehen
• Düfte von „Die Alte Parfumerie“
• Lehrjahre im Hochland
• Das Herzog-Uriel-II-Atoll!

Und was nicht:
• Fluchten von Hauptverdächtigen
• Bündnisse zwischen Staatsfeinden
• Reliquienentwendungen
• Wohlgeordnete Zustände der Anarchie
• Risse, die durch die Gesellschaft gehen

Politische Korrektheit oder der Begriff Artir

Politische Korrektheit kann eine Qual sein.
Bei Entstehung gewisser Konstellationen im Hochland war klar, dass es für neue Begriffe Doppelbenennungen geben muss, Namen, die in beiden Sprachen unterschiedlich lauten, Dies galt insbesondere für Namen neuer Orte (heligonisch Kastelmond – luchnisch Caistlmond) oder Titel. So wird die Freifrau mit dem bisher nicht existierende Ceart Caraid übertragen, was aber nicht freie Frau, sondern eher aufrechte Freundin bedeutet.. und an dieser Stelle gehen die Ausführungen eigentlich schon zu weit.
Denn das Problem ist in der gesprochenen Sprache gering. Rede ich Luchnisch, sage ich Ruadhmora, spreche ich heligonisch, sage ich Rotmark und verwende Ruadmora allenfalls, wenn ich meinem hochländischen Gesprächspartner gegenüber besonders höflich sein will.
Wenn ich schreibe, kommen aber die Fragen – trete ich meinem luchnischen Leser, den ich nicht kenne, zu nahe, wenn ich in einem Text über sein Land meine Namensgebung benutze? Formal wäre das zwar korrekt, die fremde Form inkorrekt. Aber wie ist es moralisch zu lesen? Soll ich beide Formen verwenden und riskieren, dass ich spätestens nach dem zweiten Satz über Braunfriedensmoor / Holemsithmondh den Leser ganz verliere?
Deshalb sind wir sehr froh darüber, dass, wer auch immer es entschieden hat, dem neuen Lehen Luchnars nur ein Name gegeben wurde, ein kurzer dazu: Artir. Auf Luchnisch hat das eine tiefe Bedeutung: Unser Land (und das können nun Tieflandhochländer und Hochlandhochländer interpretieren, wie sie wollen). Auf Heligonisch klingt es nur nett. Das muss ausreichen, und wir sind sehr froh darüber, dass es offenbar tatsächlich allen Hochländern reicht.
Mit Konflikten im Hochland reicht es nämlich schon lange.
Mit der Länge dieses Artikels vermutlich auch.

Aufruf und Einladung

Verehrte Freunde Luchnar im ganzen Reiche und darüber hinaus,

wie in diesem Boten auch an anderer Stelle bekannt gemacht wird, ist das neue Lehen in Luchnar endlich offiziell ausgerufen worden.
Hierzu wird es weitere Feierlichkeiten geben und zwar am 17. Tage des 1. Poenamondes im kommenden Frühjahr.
Es ist den Einladenden durchaus bewusst, dass sowohl Ausrufung als auch Feierlichkeiten für Luchnar höchstrangig, für das Hochland interessant, für Drachenhain schon nachrangig und für den Rest der Welt weitestgehend irrelevant sind.
Dennoch legen der Baron von Luchnar, Koldewaiht von Hautzensteyn und die neue Freifrau / Ceart Caraid Eylwine von Esclarmond Wert darauf, dass jeder, der teilnehmen möchte, in Kastelmond / Caistlmond willkommen ist.
Adlige und andere höhergestellte Persönlichkeiten – gerne auch alle anderen – bitten wir, ihre Teilnahme formell oder informell anzumelden.

Das neue Lehen in Luchnar – endlich offiziell!

Die offizielle Ausrufung des neuen Lehens in der Baronie Luchnar hat endlich stattgefunden. Wie angekündigt wurde von Seiten der Druidh und Sagai des Landes das Erntedankfest Arán als passender Anlass auserkoren. Der Zeitpunkt dieses Festes ist allerdings vom Ablauf der Ernte abhängig. Ein festes Datum konnte deshalb nicht festgelegt werden.

Die Feier wurde deshalb aufgeteilt in eine offizielle Verkündung durch die Verantwortlichen in Luchnar am letzten Tage dreitägiger Feierlichkeiten, so dass jeder Bewohner des Landes, der die Wegstrecke zurückzulegen vermag, daran teilhaben kann. Im Frühjahr wird es einen weiteren Festakt geben mit Gästen aus ganz Drachenhain und anderen Teilen Heligonias, bei der voraussichtlich auch Fürst Leomar von Drachenhain, Foranan McDonough, Baron von Flaitney und Cailleen McGodfrey, Baronin von Gaeltacht anwesend sein werden.

Als Tag der letzten Ernte wurde der 27. Tag des 1. Xurl bestimmt. Maßgeblich war natürlich die Ernte im neuen Lehen, diese wurde aber so eingeholt, dass auch die Ernte in den anderen Teilen Luchnars abgeschlossen war.

So begannen sich am 28.Tag die Bewohner des Lehens und nach und nach immer mehr Gäste aus den Clangebieten in Kastelmond / Caistlmond, dem Hauptort des Lehens zu sammeln. Auf dem Dorfanger wurde ein großes Feuer entzündet. Speisen und Getränken standen auf Tafeln rund um den Anger und im Saal des Landhauses der Freifrau. In und um Kastelmond gab es aber viele weitere Möglichkeiten sich an kleineren Lagern aus Strohballen oder Fellen zusammenzufinden.

Die ersten beiden Tage des Erntedankes waren weitgehend frei von offiziellem Programm. Man aß und trank miteinander, unterhielt sich, sang alte und neuere, luchnische und tiefländische Lieder. An manchen Tischen wurde gespielt, auf freien Flächen kleinere Wettkämpfe und freundschaftliche Gefechte durchgeführt und vor dem Dorfe mehrere Utzganpartien bestritten, bei den die Mannschaften unabhängig von Zugehörigkeit und Herkunft bunt zusammenfanden. Abends rückte man am Feuer zusammen, erzählte sich Geschichten und Trivialitäten und sang und zechte bis tief in die Nacht.

Die zukünftige Freifrau oder Ceart Caraid des Lehens, Eylwine von Esclarmond hatte sich bis um den Mittag des zweiten Tages zwanglos unter den Feiernden bewegt und die neuen Gäste begrüßt, die auch an diesem Tag zahlreich eintrafen, sogar einzelne aus den naheliegenden Nachbargebieten, vor allem von der Drachentrutz, aus Flaitney und aus Wolfenfeld. Nun trat sie vor die Menge und verkündete, allen Interessierten das neue Lehen noch etwa näher zu zeigen. Drei Wanderungen waren organisiert – je nach Lust und Fußfertigkeit rund um Kastelmond, bis Rotmark und durch die Ausläufer der Moorgebiete oder bis nach Braunfriedensmoor tief im Lehen. Eine große Zahl der Gäste nutzte eine der Möglicheiten und bis die letzten wieder in Castelmond anlangten, brach schon die Nacht herein.

An diesem Abend wurde verkostet, was das Jahr an edlen Tropfen beschert hatte – Bier, Brände und Or-Ban aus den verschiedenen Gegenden Luchnars. Manch einer bereute am nächsten Morgen, nicht doch die eine oder andere Runde ausgelassen zu haben.

Um die Mittagszeit des dritten Tages versammelten sich Druidh und Sagai an einem Ort, der ein gutes Wegstück von Kastelmond entfernt war, auf einer Weide, die an die äußersten Ausläufer des Moores und an einen Wald grenzte. An diesem Grenzpunkt lag ein Cairn, eine Verbindung zur Anderwelt und die Druidh hatten die Weide für geeignet befunden. Natürlich waren sämtliche Druidh und Sagai des neuen Lehens anwesend, dazu manche aus den Clangebieten und einige Geweihte aus dem Osten Flaitneys, der an das neue Lehen grenzt. Sie bereiteten das Land auf den Wandel vor, der klein, aber weit mehr als politisch war.

In den folgenden beiden Stunden sammelte sich nach und nach auch die Festgesellschaft am Rande der Weide und gegen die zweite Stunde war auch der letzte größere Schwung an Gästen eingetroffen. Nur wenige waren in Kastelmond zurückgeblieben, die für den Weg zu gebrechlich waren oder die sich in den beiden vorherigen Nächten zu sehr verausgabt hatten.
Der dem Cairn zugehörige Druidh sprach zunächst einen Segen über den Ort, dann die anderen Druidh und Sagai über das Lehen, Luchnar, das Hochland, Drachenhain und ganz Heligonia. Schließlich wurden gute Botschaften zu den Sternen und mit Behutsamkeit in die Anderswelt gesandt. Die Stunde der Ausrufung war gekommen. Die Festgesellschaft betrat die Weide.

Als erstes sprach der Baron des Landes, Koldewaiht von Hautzensteyn. Er schlug den geschichtlichen Bogen zurück zum Dòrchiu, dem Bruderkrieg im Hochland vor bald hundert Jahren, der die Tiefländer letztlich erst nach Luchnar gebracht hatte, schilderte die wechselhafte Geschichte des Clans- und Vogtswesens über die Jahrzehnte und wie das System, das einst den Zwist überwunden hatte, neuen Zwist hervorrief und letztlich in etwas Neues münden musste.

Als nächstes sprachen nacheinander die Clansoberhäupter Gwarra Tekindra MadGlas, Gallory Lland MadRuadh und Flarn Flirhan MadUaine. Sie schilderten in teils sehr persönlichen Worten das Verhältnis der Clans und der Tiefländer zueinander während ihrer Zeit als Ceann und Ceanna Cuath, die jeweils mehr als 20 Jahre umspannte. Gwarra Tekindra brachte es in ihren Schlusssätzen wohl auf den Punkt: Sie konnte die Tieflandstämmigen als Hochlandbewohner annehmen, als sie begriff, dass das Land selbst sie angenommen hatte.

Zuletzt sprach Eylwine von Esclarmond, die neue Ceart Caraid. Die bittere Vorgeschichte von Teilen ihrer Familie mit den Clans streifte sie nur kurz und schilderte ihre Liebe zu dieser Gegend und wie das Lehen in den letzten Jahren mit Hilfe vieler aufgebaut worden war. Sie schloss mit den Worten: Und so rufe ich Dich, unser Land und Teil unseres Landes, bei Deinem neuen Namen: Artir!

Viermal rief sie den Namen und viermal wiederholte ihn die Menge. Kurz herrschte Stille. Dann strich plötzlich ein Wind über die Weide, im Wald rauschte es in den Wipfeln, aus dem Moor stieg Nebel empor und in der Ferne war ein Ächzen zu vernehmen.

Druidh und Sagai, die um die Weide gesessen hatten, erhoben sich und schritten langsam davon, in Richtung ihrer Cairns, ihrer Haine und Wohnstätten, um die enge, intensive Verbindung mit dem Land, die sie zuvor gewoben hatten, wieder zu lösen. Der Wind legte sich, die Menge fand zur Sprache zurück und begab sich, plaudernd oder sinnierend, in kleinen und großen Gruppen zurück nach Kastelmond. Er herrschte Einigkeit, dass ein guter Name gefunden war – Artir, übersetzt „Unser Land“.

Die Alten, die zurückgeblieben waren, hatten den vorbereiteten Holzstoß auf dem Anger angefeuert und mehrere Ballen auf einer Tafel geöffnet. In ihnen lagerte der Großteil der Jahresernte an Eithill, dem seltenen und kostbaren luchnischen Pfeifentabak, der nun unter den Gästen verteilt wurde. Etliche steckten sich eine Pfeife an oder labten sich an den neuen Speisen und Getränke, die vom Sitz der Ceart Caraid herbeigetragen wurden. Mancher nutzte aber auch die Gelegenheit, sich zu bedanken und zu verabschieden, insbesondere diejenigen, die noch einen weiten Weg vor sich hatten.

So schrumpfte die Menge über den Rest des Tages allmählich wieder, wie sie zuvor gewachsen war, bei Schmaus und Trank, Sang und Spiel, am Feuer und auf den Lagern. Die Stimmung war heiter, etwas ruhiger und besinnlicher als zuvor, doch wieder wurde für die, die geblieben waren, der erste Abend und die erste Nacht in Artir fröhlich und lang, unter guten Sternen und mit dem Segen aus anderen Welten.


Als Chronistin dieses geschichtsträchtigen Erntedankfests möchte ich mir einige Anmerkungen erlauben. Es war mir seit langem klar, dass ich vermutlich für den Heliosboten und ganz sicher für mich an der Ausrufung des Lehens teilnehmen würde und ich habe mich ebenso lange mit der Problematik dieser Gründung beschäftigt. In manchem Jahr rief allein die Erwähnung des Themas nur Desinteresse, Spott oder genervtes Kopfschütteln hervor.
Aus heutiger Sicht ist es aber hervorragend, dass es so lange gedauert hat. In der Vergangenheit hätte dies eine gespaltene Feier sein können, mit Anspannung auf beiden Seiten und dem Risiko, dass irgendein Vogtsbengel oder Clansbock, vielleicht auch eine Clanszibbe einen Eklat anzettelt, eine Rauferei provoziert oder Schlimmeres.

Mittlerweile ist das Lehen ohne eine offiziellen Ausrufung oder einen Namen fast vollständig aufgebaut. Viele Clansangehörige haben es besucht, Handelsverbindungen sind entstanden, Freundschaften. Die mittlere Generation beider Teile spricht die Sprache des anderen fließend, die jüngere in der Regel sogar akzentfrei. Es muss nicht mehr zusammengezwungen werden, was nicht recht zusammen will – es ist tatsächlich etwas zum Gutteil zusammengewachsen und wird dies weiter tun. Das Land ist ganz und heil.
Es war außerdem richtig, zwei Feiern zu planen. Die Luchner mussten diese Wunde zunächst für sich selbst schließen, sich auf sich konzentrieren, um erst in einem zweiten Schritt sich nach außen zu öffnen, auf hochrangige und der Hochlandsprachen unkundige Gäste zu achten und ein auch heligonisches Fest zu feiern. Hier, an Arán mussten keine Rücksichten genommen werden. In ihren Reden wechselten Baron und Freifrau je nach Thematik zwischen den Sprachen, die Clansoberhäupter und Druidh sprachen ausschließlich Luchnisch, die anderen Geweihten nur selten Heligonisch oder das Flaitneyer Idiom – alles eine Unhöflichkeit bei einer Vielzahl an tiefländischen Gästen, hier eine Selbstverständlichkeit.

Aber die heligonische Feier wird kommen. Auch Drachenhain, auch ganz Heligonia möge ganz und heil bleiben oder werden.
Auf Artir!

„Nicht zu scherzen!“

Für gewöhnlich interessierten sich die DarborerInnen eher weniger für die amtlichen Aushänge am Redonsbrunnen. Doch dieses Mal sorgte der in großen Lettern geschriebene Aufruf für Diskussionsstoff. Ein überraschtes Murmeln und zustimmendes Nicken war zu vernehmen, denn der Appell des Großwesirs rannte offene Türen ein:

„Werte BürgerInnen Darbors – Wir brauchen Euch! In den letzten Monden verschwand ein vertrauter Anblick aus den Gassen unserer geliebten Stadt. Das Bettelvolk hat sich gänzlich zurückgezogen. Dies kann nur darauf zurückgeführt werden, dass so viel für alle da ist, dass keiner mehr gewillt ist, seinen Lebensunterhalt zu erbetteln. Erst jetzt begreifen wir, was wir verloren haben. Wohin mit unserer Mildtätigkeit? Der Verlust von sozialen Kontakten, wenn wir einsam durch das Hafenviertel streifen, ohne ausgeraubt zu werden. Die exzellente Unterhaltung, wenn uns ein Gestrandeter eine traurige Geschichte erzählte. Die körperliche Nähe, wenn sich Krüppel an unsere Beine festklammerten, um ein Stück Brot zu ergattern.

Jeder ist aufgerufen, diesem Missstand ein Ende zu bereiten. Daher bieten Wir euch die Gelegenheit ein Stück darianer Kultur uns unsere Stadt zurückzubringen. Ein jeder, der sich der Tradition der Bettler und Schnorrer verpflichtet fühlt, kann für einige Stunden diese Rolle übernehmen. Entsprechende Kleidung, ein rostiges Messer und eine Bettelschale werden gestellt, ebenso erfolgt eine kurze Einweisung in das Gewerbe.

Nach erfolgreich erledigtem Einsatz wird eine Aufwandsentschädigung ausbezahlt. So zögert nicht, liebe BürgerInnen und meldet euch zum freiwilligen Dienst beim Hintereingang des Palastes, linke Tür mit der Aufschrift „Kulturamt“.

Möge sich das Volk am Segen des „Füllhorns“ laben – Imposante Rede Graf Dedekiens an sein Volk

Am heutigen Tage pulsiert das Leben mehr denn je in der schönsten Stadt des Königreichs. Im Hafen herrscht emsiges Treiben, müssen doch die reich beladenen Schiffe aus den Südlanden gelöscht werden. Doch noch ein weiteres aufregendes Ereignis führt dazu, dass sich die Menschen durch die engen Gassen in Richtung Palast drängen. Endlich ist der Tag gekommen, den die Darianer stets mit unbändiger Freude herbeisehnen. Heute wird der geliebte Landesherr das Wort an seine Untertanen richten, die sich bereits in beschwingter Erwartung auf dem Platz vor dem Palast eingefunden haben. Schließlich galt es nicht nur die Worte des verehrten Gebieters zu vernehmen, vielmehr möchte jeder noch einen Platz ergattern, der auch einen Blick auf den vergötterten Herrscher gestattet.

Der ohrenbetäubende Lärm der Menschenmasse erstarb augenblicklich, als Graf Dedekien auf seinen Balkon trat. Doch dann zerriss der Sturm der Begeisterung die nur kurz anhaltende Stille.

Sichtlich gerührt ließ der Landesvater seine Kinder für eine Weile gewähren, bis er seine Hand erhob, um Schweigen zu gebieten.

„Mein geliebtes Volk!
Die Götter sind Uns wohlgesonnen. Nach vielen Monden auf rauer See sind unsere Schiffe aus den Südlanden reich beladen zurückgekehrt. Noch viele Tage wird es dauern, bis Wir alle Schätze gesichtet haben und Uns ein Bild vom Umfang der Reichtums machen können. Doch soviel sei gesagt: ein jeder Unserer geliebten Untertanen soll teilhaben am Überfluss.“

Noch bevor die Menge erneut in rasende Begeisterung ausbrechen konnte, erhob Graf Dedekien seine Stimme:

„Wir haben beschlossen, dass ihr alle an den edlen Speisen und erlesenen Getränken Unserer Tafel teilhaben sollt, denn es ist mehr als genug für alle da. In der eigens für Unser Vorhaben eingerichteten Taverne „Zum Füllhorn“ werden fortan an jedem Abend die Überschüsse Unseres Mahles gereicht. Ein von Uns berufener Beamter wird dafür sorgen, dass die Verteilung über alle Maßen gerecht wird und sich alle an Unserem Segen laben können.“

Nur mit Mühe konnte der Landesvater seine Rede fortführen, da die Woge der Ergriffenheit ihn sichtlich rührte:

„In anderen Ländereien sind Armenspeisungen üblich. Diese sind eines Darianers nicht würdig. Unsere geliebten Untertanen erhalten keine Almosen, sie nehmen Platz an Unserer Tafel.“

Die Menge applaudierte, bis die Handflächen zu schmerzen begannen.

Diese Worte tragen nun die Omus in alle Winkel des Reiches, damit die Großzügigkeit des verehrten Herrschers an alle DarianerInnen verkündet wird.

Explosion in Idyllie

Am 11. Tag des 1. Xurl konnte ein lauter Knall in Tlamana vernommen werden. Unter der Landbevölkerung brach zeitweise Panik aus. „Bei Helios! Sind die Götter uns böse?“, „Oh weh! Ist Crelldinor vom Himmel gefallen?“, „Ach herrje, steigen die Trolle vom Schlangenkamm herab?“ und ähnliche Schreie konnten vernommen werden.
Baronin Leabell ahnte, woher der Knall gekommen sein mochte und ließ schnell einige Boten zur Universität Idyllie schicken. Dort erhielten diese die nun offiziell verkündete Nachricht, dass bei dem Versuch, ein neues und köstliches alkoholisches Getränk zu brauen, der Kessel explodiert sei. Die Universität habe alles unter Kontrolle, die Außenmauern würden bereits wieder erneuert werden.
Einige Bauern, deren Land rund um die Universität liegt, haben berichtet, dass tatsächlich nach dem Knall ein großes Loch in der Mauer zu sehen war, aus dem Qualm aufstieg. Unter den Bauern wird gemunkelt, dass hier vielmehr wieder mit irgendwelchem Fitzzeug experimentiert wurde. Nun hoffen sie, dass ihre Felder im nächsten Jahr nicht von irgendwelchen sonderbaren Pflanzen überwuchert werden.
Nach Angaben eines Informanten des Boten soll Baronin Leabell kurz nach dem Ereignis einen Besuch an der Universität abgehalten haben, um sich zu vergewissern, dass nichts von den kostbaren Büchern und Gegenständen, die in der Universität gelagert werden, durch die Explosion zerstört wurde. Auf Anfrage des Boten erhielten wir keine Angaben.

Spektakulärer Zwischenfall an der Ringlesmühle

– Fürstentochter wurde entführt –

Als im letzen Helios-Mond Baron Leomar von Tatzelfels seine Verlobte, Prinzessin Celia, heimführen wollte, machte er mit seinem Gefolge an der Ringlesmühle Rast. Diese Gelegenheit nutzte sein Vertrauter und Hofgelehrter die Prinzessin entführen zu lassen. Obgleich sich die Prinzessin in der Obhut der Niederwerrner Garde befand, gelang es dem Verräter die Prinzessin in eine Höhle zu verschleppen. Mit Hilfe eines Heeres von merkwürdigen Kreaturen bewachte er die Unglückliche. Dennoch gelang es einigen tapferen Recken unter großen Verlusten den Gelehrten zu töten und die Prinzessin unbeschadet an den Baron zurückzubringen.

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