Wie uns die Hochgeweihte der Saarka, Saleena, mitteilte, machten es die jüngsten Ereignisse in Drachenberg notwendig, die Baronin Richilda von ihrer Würde als Saarka-Hochgeweihte zu entbinden. Diese Entscheidung traf die Schwesternschaft nach einer Zwiesprache mit der Göttin. Als Gründe werden angeführt, daß Baronin Richilda den Tempelbau von Götzen unterstützt und sich von den vier Göttern abgewandt hat. Ob die Fäulnis der Rübenernte und andere dunkle Geschehnisse in der Baronie Drachenberg damit zusammenhängen ist nicht bekannt.
Publikation: Helios-Bote Seite 6 von 34
Dem Volke von Emarania wird kundgetan:
- Wir berufen für den letzten Tag dieses Mondes eine Heerschau für ganz Emarania ein. Ein jeder waffenfähige Mann möge sich in Waffen im nächsten Orte melden. Offiziere der Garde werden zugegen sein und die Inspektion durchführen. Eine solche Heerschau soll ab sofort am letzten Tage des 1. Poena und am letzten Tage des 2. Xurl stattfinden.
- Wir danken den Bogenschützen aus Drachenhain für ihre Unterstützung bei der Befreiung von Emarania und entlassen zwei der drei Banner aus unseren Diensten. Das dritte Banner hat sich bereiterklärt bei der Ausbildung von Bogenschützen behilflich zu sein.
- Ferner danken Wir Baron Leomar von Tatzelfels für die Entsendung von 25 Mann zur Unterstützung Unserer Garde.
Grundsteinlegung
Am 10. Tage des 1. Poena Mondes wurde in der Hauptstadt Wasserau der Grundstein zu einer ceridischen Kathedrale gelegt. Baumeister aus ganz Heligonia haben die Möglichkeit am Bau des Gotteshauses mitzuwirken. Wer daran interessiert ist, möge sich an die Baronin Angharad Elanor wenden.
Brückenbau
In den letzten des 3. Saarka wurde eine provisorische Brücke fertiggestellt, die Wasserau mit Schloß Seeburg verbindet. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden den alten Damm wieder herzustellen.
Brand
Beim Brand einer Schmiede in Wasserau konnte durch das vorbildlich Meldesystem über die Glockentürme der Stadt und das beherzte und rasche Eingreifen der Brandwehrtruppe ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden. Die Schmiede brannte jedoch bis auf die Grundmauern nieder.
Hafenerweiterung
Der Stadtrat von Oberau hat der Renovierung und Erweiterung des Fischereihafens darselbst zugestimmt. Die Frage der Finanzierung ist noch nicht geklärt.
Grenzbefestigung
An der Grenze zur Baronie Soltran wurde mit dem Bau eines Wachturmes begonnen, dem laut einer gut unterrichteten Quelle weitere folgen sollen. Die Türme sollen die alten Wehrburgen ersetzen, die während des Befreiungskrieges zerstört wurden. Geplant sind Wachtürme an allen Grenzen des Landes.
Quelle entdeckt
Nahe Vorberg, am Fuße des Gebirges, ist eine Quelle entdeckt worden, die dort erst seit kurzem sprudelt. Die Bevölkerung am Vorberg hielt hier spontan einen Dankgottesdienst ab.
Aus dem Schloß
Gerüchten zufolge trainiert Baronin Angharad Elanor täglich mit ihrer Garde Schwertkampf und Bogenschießen. Sie soll beachtliche Fortschritte gemacht haben.
- Von Teemooranien aus wird in Zukunft in Ostarien kein Krieg mehr ausgehen.
- Der Tag der Gründung Teemooraniens wird zum nationalen Feiertag erklärt.
- Ogeden dürfen von nun an offen ihrer Religion nachgehen. Sie werden aber nicht vom Staat gefördert.
- Mit der Gründung Teemooraniens sind alle Zollfreiheiten ersteinmal aufgehoben. Die einzelnen Händler haben persönlich beim Baron vorzusprechen, wenn sie Vergütungrn haben wollen.
- Nordemaran steht von nun an nicht mehr unter der Quellstedter Gerichtsbarkeit, sondern bekommt einen eigenen Sheriffsposten. Jeder junge Adelige, der Mut und Ehrgeiz hat, kann sich um den neuen Sheriffsposten bewerben. Desweiteren stehen noch Sheriffposten in allen Städten der Provinz Loden-burg zur Verfügung. Ausnahme sind die Städte Lodenstadt und Kreuzstadt.
- Die alte Stadtmauern von Quellstedt wird abgerissen, damit die Steine für den Dombau verwendet werden können und die Stadt sich ausbreiten kann. Der Bau einer neuen größeren Stadtmauer erfolgt, sobald der Dom zur Hälfte fertig ist.
- Der Ehlerwald darf nur noch von Baumfällern unter größter Vorsicht betreten werden. Zum Schutz der Männer werden Soldaten abgestellt. Dies gilt solange, bis die Geschehnisse im Wald aufgeklärt und beseitigt worden sind.
- Lodenstadt bleibt auch weiterhin die Hauptgarnissionsstadt Teemooraniens. Zudem wird die Flotte des Reiches dort ihren Hauptstützpunkt haben. Ein weiterer Stützpunkt liegt in Quellstedt.
- Heliosceriden haben in Teemooranien keine Einreiseerlaubnis, außer sie konver-tieren zum Ceridentum.
- Um die Bevölkerung gleichmäßig in Teemooranien zu verteilen, wird in der Provinz Hohenforingen Land zur Besiedlung freigegeben. Vor allem im Osten und Süden stehen Flächen zur Verfügung.
Inzwischen werdet Ihr alle die Nachricht erhalten haben, daß in Emarania die helioceridischen Sektierer vertrieben und vernichtet worden sind und Wir, Angharad Elanor von Emarania, den unserer Familie zustehenden Platz im Gedenken an Unseren ermordeten Vater wieder eingenommen haben. Doch erfüllt Uns mit Betrübnis und Sorge, was um Uns herum in Unserer gemeinsamen Heimat Ostarien geschieht. Zwistigkeit um des Glaubens willen – was in keines Gottes Sinne sein kann! – Machtgier, Haß und Unversöhnlichkeit haben sich in unser Land geschlichen wie ein Verräter in der Nacht.
Meine Brüder, nur ein einiges und starkes Ostarien kann seinen Platz in Heligonia und in der Geschichte einnehmen. Wenn wir uns gegenseitig bekämpfen, werden wir schwächer und eines Tages vernichtet werden, oder einfach nur aus eigener Schwäche vergehen wie Schnee in der Poena-Sonne.
Wollt ihr das, meine ostarischen Brüder?
Wollt ihr zum Gespöt anderer Reiche werden, dekadent und schwach? Wollt ihr nur noch in Liedern und Sagen am Rande erwähnt werden, oder wollt ihr Geschichte schreiben? Wollt ihr Krieg? So vergeßt nicht, daß seine Gefährten Tod, Hunger und Elend auch nicht weichen, wenn der Krieg, der ihr Herr ist, das Land verlassen hat!
Oder wollt ihr Frieden, fruchtbare Felder, Handel, zufriedene Völker und glückliche Kinder? Dann, ihr Herren Ostariens, hängt die Schwerter an die Wand und setzt euch an einen Tisch. Vergeßt nicht, daß wir alle nicht vornehmlich unseren Interessen, sondern unserem Herrn, dem Herzog dienen und nicht zuletzt dem König und dem Reich.
Burg Brassach, 3. Rhyanatag des 3. Saarka 24 n.A.III
Offener Brief an die Hochwohlgeborenen Baroninnen und Barone von Ostarien:
Hochwohlgeborene Herrscher Ostariens,
Hochwohlgeborener Baron Jareck von Jolberg,
die Gunst der Stunde treibt mich dazu, Ihnen diese Zeilen zu schreiben. Mit Unwollen nehmen auch wir zur Kenntnis, dasz immer mehr Konflikte in Ostarien gären. Und dasz jetzt gar Klingen und Schilder erhoben wurden, behagt uns keinesfalls. Vorbei anscheinend die Zeiten, als die „eiserne Faust“ Herzog Uriel II. mit seiner Güte und Weisheit zwischen Streitenden vermittelte und richtete. Seine Krankheit möge ihn zur Zeit entschuldigen.
Allerdings sollten doch gerade die edlen Hochwohlgeborenen in einer Zeit der Unpäszlichkeit des Herzogs zum Wohle Ostariens und seiner Bewohner handeln. Aber handeln wirklich alle aus ehrbaren Motiven?
Wir wollen uns ein Bild der Lage machen und entsenden einen Emissär in jede einzelne Baronie des Herzogtumes. Dem Emissär sei mit Wohlwollen zu begegnen und die Situation sachlich zu schilden, so sei er doch ein persönlich Vertrauter meines Hofes. Ein Angriff gegen den Emissär sei ein Angriff auf meine Personität.
Sollten es die Baroninnen und Barone wünschen, mir in einem Brief die Situation persönlich zu schildern, so findet dies unser Wohlwollen. Gerne sind wir bereit, ein Treffen zur Klärung der Miszverständisse und Vorfälle auszurichten. Es liegt an Ihnen, Hochwohlgeborene Ostariens.
Sei es auch selbstverständlich, aber wenn Ihr es wünscht, Euer Hochwohlgeboren, Baron Jareck von Jolberg, so seid Euch gewisz, dasz sich die Baronie Brassach und meine Personität treu zum König, zur Herzöglichen Familie und zum Reiche bekennen.
Gott mit Euch und Euren Mannen.
Dies sind meine Worte.
Tief unter der Festungsanlage des Königssitzes in Escandra befindet sich die sagenumwobene Schmiede. In der die Heliosklingen gefertigt werden. Hier unter Tage fertigt der Schmiedemeister Asgorimm seine prächtigen Klingen, die jeden Heliosgardist bei seiner Arbeit im Auftrag des Königs und mit ihm auch von Helios, unterstützt. Diese edlen Klingen und der blaugoldene Waffenrock zeichnen die Heliosgardisten aus.
Dort, tief unter der Erdoberfläche, arbeitet Asgorimm mit seinen 12 Helfern. Sie verarbeiten edelsten heligonischen Stahl zu den hervorragenden Klingen die, wie Gerüchte besagen, unzerbrechlich sind und im Kampf durch Helios Hand geführt werden. Niemand hat Zutritt zu diesen Werkstätten. Schon der erste König von Heligonia erteilte den 13 Zwergen den Auftrag die Schwerter für ihn zu schmieden. Seit dieser Zeit sind die unterirdischen Werkstätten nur über einen Lastenaufzug mit der oberen Welt verbunden. Hiermit erhalten sie alle Materialien die sie benötigen, sowie ihre Verpflegung. Im Austausch dazu übergeben sie die edlen Waffen in die Hände des Königs.
Man findet in ganz Heligonia keine ebenbürtigen Rohstoffe, wie sie für die Erschaffung dieser Meisterstücke verwendet werden. Der Stahl für die Schmiede wird jeweils ein Jahr lang vom besten Hüttenmeister geliefert. Jedes Jahr am zweiten Tag des zweiten Helios gibt es einen großen Wettbewerb, an dem die besten Hüttenmeister ihren Stahl vor den Augen des Königs präsentieren. Unter den vielen Teilnehmern wird schließlich durch ein Götterurteil des obersten Heliospriesters der Beste auserwählt. Er erhält die Lizenz , die ihn dazu berechtigt für ein Jahr seinen Stahl an die Schmiede von Asgorimm zu liefern. Jeder Hüttenmeister der es einmal geschafft hat diese Lizens verliehen zu bekommen ist ein sehr geschätzter Mann, dessen Geschäfte wohl nie wieder schlecht laufen werden.
Die Kohle zur Verarbeitung des Stahls wird aus dem Kohleflöz, das sich unter der Stadt befindet, gefördert. Bei der Verbrennung der Kohle wird noch ein ganz besonderes Kraut beigemengt, das eine ganz und gar gold-gelbe Flamme entfacht.
Unter diesen Bedingungen schmieden die Zwerge Klingen von ungeahnter Stärke und Schnelligkeit. Und wenn am ersten Tag des ersten Helios die Sonne über der Stadt auftaucht, erkennt man im fahlen Licht des Morgens die Rußfahnen aus den Schloten der Schmiede, denn an diesem Tag bekommen die Klingen, die im Laufe des ganzen Jahres geschaffen wurden, ihre „Feuertaufe“. Deshalb begrüßen die Heliosgardisten jeden Morgen, mit ihren Klingen in der Hand und mit einem Dank an Helios.
Hast Du beim Tagwerk gar kein Glück,
trink Schädelspalter,
der bringt verbrauchte Energie sofort zurück
Aus Jolberg erreichten uns Berichte von seltsamen Vorkommnissen auf dem Jolborn. Einer unserer Schreiber unterhielt sich am 23.Tage des 3.Saarka mit einem Jolberger Flußfischer Namens Turwald Langnase, den er zufällig beim Umtrunk im „Gespaltenen Schädel“ in der Stadt Jolberg traf. Turwald erzählte, er habe am zwanzigsten Tag des Monats, als er von einer Tagesfahrt zurückkehrte, etwas südlich von Jolberg, plötzlich sehr lautes Geheule und Gedröhne gehört, so daß er fast den Kahn auf Grund gesetzt hätte. Dieses soll sich mehrmals in unregelmäßigen Abständen wiederholt und einmal ganz aus der Nähe, einmal von weiter flußabwärts gekommen sein. „Es klang wie ein garstiges Untier“, so die Worte des Mannes. Danach habe er schleunigst das Weite gesucht, aber in der Stadt wollte niemand etwas gehört haben. „Das glaubt mir doch sowieso wieder niemand ! ‚Was der Bock nicht sieht, das rammt er nicht vom Felsen ‚, wie meine Großmutter immer sagte.“ Nach dieser Kostprobe jolberger Sprüchekunst schenkte sich Herr Langnase noch einmal ein und spaltete sich gründlich den Schädel.
Die Hofschreiberin Talimee reiste im 2. Mond der Saarka eigens nach dem Königreich Tor’tull. um dort einen Unterhändler des dracconianischen Königs Bogomil XIII, Don Garcia, zu treffen und die Verhandlungen zwischen demselben und dem Großinquisitor Edmond de la Cruz zu protokollieren. Gegenstand dieses außerordentlich wichtigen Gesprächs war eine Landüberschreibung von Seiten Dracconias an den Abt von Dunkelstein. Nach intensiven Verhandlungen zeigte sich Don Garcia bereit König Bogomil XIII einen Vorvertrag zu unterbreiten, der besagt, daß Edmond de la Cruz einen größeren Landstreifen westlich des Jolborns erhalten soll, das „Fürstbistum Friedland“ heißen soll. Der ebenfalls anwesende Graf Dedekien von Darian erhielt ebenfalls eine Zusage über einen Landbesitz auf dracconianischem Boden. Ein ausführlicher Bericht über den endgültigen Erfolg der Verhandlungen und die genaue Lage der Ländereien wird in einer der nächsten Ausgaben des Helios-Boten bekannt gegeben.















