„ Jeder Reiter braucht auch Sporen !“
Tatzelfelser Sprichwort
„ Jeder Reiter braucht auch Sporen !“
Tatzelfelser Sprichwort
Vor zwei Monden geschah es, kurz nach der luchnischen Grenze, da überfielen auf der Köttelstraße Wegelagerer den Vogt Rinus von Lukken zu Haydeck. Dieser befand sich gerade auf dem Rückweg von Tairngire nach Tatzelfels, als sich jener garstige Vorfall ereignete. Die vermummten Gestalten erschlugen die Wachen und raubten dem Vogt die Tochter sowie seine gesamte Habe. Poena-sei-Dank war gerade der Edle Ritter Cawadoc zugegen und nahm die Verfolgung auf. Nach zwei Tagen stellte er die Schurken und machte ihnen den Garaus. Unglückseligerweise war ob der schlechten Behandlung und des Schreckens der Verstand der Tochter derart getrübt, daß sie bisher nicht mehr aus ihrer Lethargie erwachte. Der Vogt konsultierte namhafte Medici und Heiler, doch niemand konnte Volpusella Linderung verschaffen oder sie von ihrem bedauernswerten Zustand befreien. Dies machte ihm wohl derart zu schaffen, daß er seinen Pflichten als Vasall des Barons in keinster Weise mehr nachkommen konnte. Baron Leomar hatte Mitleid und entließ Vogt inus aus der Vasallenpflicht, jedoch nicht ohne ihm ein deftiges Handgeld zukommen zu lassen, damit der Vogt seiner Tochter in Escandra die richtige Kur angedeihen lassen kann.
Doch der leere Platz des Vogtstuhls blieb nicht lange unbesetzt, schon am 18. Tage des 2. Saarka stand der Nachfolger fest. Der Edle Galen von Kulmenbach ist mit Wirkung desselben Datums Herr von Haydeck. Itzo ernannte Baron Leomar von Tatzelfels den fähigen Mann zum Verwalter des neuen Lehens Leomark.
Höret! Höret!
Der Baron Leomar von Tatzelfels gibt bekannt:
Man soll nicht dem Irrglauben anheimfallen, Euer Hochwohlgeboren verbiete den ceridischen Glauben. Vielmehr war’s im Ursprung so, daß die Zerrissenheit im Volke derart zunahm, daß der Friede im Land auf dem Spiele stand und somit der Baron gezwungen war einzuschreiten. Beim Vasallentage am 15. Tag des 2. Helios (Helios-Bote 6 berichtete) gab sich der Baron reformfreudig und versuchte ein recht ungewöhnlich Ding. Er übertrug seine Entscheidungsgewalt, in der Frage der Hauptreligion, zur Gänze seinen Vögten. Jene wählten einstimmig in dieser Sache das Ogedentum als Hauptreligion für Tatzelfels.
Auszug aus dem Helios-Boten 6:
Neues aus Tatzelfels: Baron Leomar … hält ..Hof !
… da das Volk nit länger gespalten leben soll. Die alten und neuen Vögte wählten bei Abstimmung einstimmig das Ogedentum als einzige Tatzelfelser Religion…
Dem Ceridentum wurde “eine Absage erteilt“ (Zitat aus Helios-Bote 6), was nichts anderes bedeutet, daß von nun an solle die ceridische Kirche bis in alle Ewigkeit in Tatzelfels mit keinerlei Mitteln mehr unterstützt werden. Trotzdem werde aber dem tatzelfelser Ceriden, ob seines Glaubens keinerlei Unbill geschehen. Würde dies doch schließlich gegen die heligonische Halsgerichtsordnung verstoßen, deshalb erwähnte dies der Baron nicht explizit, was aber zu den folgenden Unstimmigkeiten auf ceridischer, wie auf ogedischer Seite führen sollte. Nämlich erhielt der Baron zum einen ungerechtfertigte Lobbezeugungen und zum anderen herbe Nackenschläge, sprich den Kirchenbann. Dies führte zu allem Überfluß zu großer Verwirrung im Volke und der Haß, die Zerrissenheit und Spaltung zwischen den Religionsgruppen wuchs. All dies lag nicht in Baron Leomars Absicht, da er doch nur Gutes wirken wollte und dies beinahe mit seinem Leben hätte bezahlen müssen (wie im H.B.9 für jeden zu lesen ist).
Deshalb hat der Baron weder Kosten noch Mühen gescheut, um seinen ceridischen Untertanen eine neue Heimstatt zu schaffen. Er erstand ein fruchtbares Stück Acker- und Weideland, das am östlichen Jolbornufer zwischen Dunkelstein und Vjoshaven gelegen ist. Jenes Gebiet, Leomark genannt, wird den tatzelfelser Ceriden zur Besiedlung freigegeben. Er erklärt sich sogar bereit, die ersten Male Söldner aus dem bekannten Nuremburg zum sicheren Geleit der Pioniere zu beauftragen.
Jeder Ceride aus Tatzelfels sollte nun schnell nach Aarhorst eilen, um sich für den ersten großen Zug am 1. Tag des 1.Helios n.A. III 25 beim Barone Leomar vormerken zu lassen.
Das Gebiet Leomark soll vom Vogt Galen von Kulmenbach verwaltet werden, dem neuen Herrn zu Haydeck.
Es wachse und gedeihe die Leomark!
Trozzel’s guter Rebensaft
gebe jedem Manne Kraft!
Alle Waffenschmiede waren nach Pogelsweiler geladen, um am 15. und 16. Tage der 3. Saarka am großen Wettkampf teilzunehmen Als Preis für die beste Klinge winkte der goldene Amboß. Sieger des Wettbewerbs war Schmied Lewran aus der Baronie Anthan. Er und vier weitere Schmiede beschlossen, daß sie sich in Rebenhain ansiedeln wollen, da Land und Bevölkerung ihnen sehr zusagen
Ein weiteres Handelskontor des freundlichen und bekannten Wein- und Fischhändlers Trozzel Kwaksalber hat in diesen Tagen in Waldroden eröffnet. Baron Sihran von Tolens gewährte dem überaus geschäftstüchtigen Händel Zollfreiheit, da Trozzel sich bereit erklärte das schmackhafte „Tolenser Breschtlings-Gselz“ in seinen anderen Niederlassungen anzupreisen. Trozzel lädt alle interessierten Bürger zu einer Weinprobe am 1. Tage der 2. Poëna in sein Geschäft in der Waldrodener Hafengasse ein.
In Zusammenhang mit der Einrichtung des Fährbetriebes zwischen der norrländischen Stadt Den-Cadain auf der Flussinsel Karan und der Stadt Jevo am West-Ufer des Brazach und dem somit verbundenen Ausbau des Südhafens von Den-Cadain werden noch fähige Baumeister und Arbeiter benötigt. Vor allem Baumeister, die sich in der Kunst des Pfahlbaus im Flussbett verstehen, sind dringend gegen vorzügliche Bezahlung gesucht.
Entsprechende Interessenten sind gebeten, schnellstmöglich in Den-Cadain vorstellig zu werden. Die Bezahlung, so Kalveram vom Norrland, ist überdurchschnittlich. Unterkünfte werden für die Zeit der Arbeit kostenlos zur Verfügung gestellt.
Um den Schutz der neuen Fährverbindung zu sichern, soll weiterhin die Feste Norrgart ausgebaut werden. Burgbauer und Schanzmeister möchten ihre Arbeitskraft gegen wohlwollende Bezahlung zur Verfügung stellen.
Um den Handel mit den Nachbarn zu erleichtern, plant man in der Baronie Brassach und der Provinz Norrland die Errichtung eines Last-Fährbetriebes zwischen der Stadt Jevo am westlichen Ufer des Brazach und der norrländischen Stadt Den-Cadain. Entsprechende Verträge wurden zum Jahresende von Daron von Brassach, Baron von Brassach, und Kalveram vom Norrland, Landmeister der Templer und Ritter von Ligonii, im Namen des Königs unterzeichnet.
Mit diesem Projekt wird die Reisezeit für Lastgüter zwischen Ligonii und Ostarien um gut drei Tage verkürzt. Insbesondere wird die Brazfurt, die zu Hochwasser-Zeiten nur mit großem Risiko passierbar ist, entlastet.
Die Finanzierung erfolgt mittels Gelder und Dienstleistungen, die die Baronie Brassach bereitstellt und durch Finanzmittel und Arbeitskräfte, die vom Norrland gestellt werden. Weiterhin beteiligt sich die ceridische Kirche mit einem nicht unbedeutenden Posten an der Verwirklichung des Projektes. Für diese äußerst großzügige Geste wurde der ceridischen Kirche eine Gewinnbeteiligung eingeräumt.
Für die Benutzung der Fährverbindung ist eine angemessene Fährgebühr, der Übersetzlohn, zu entrichten. Auskünften aus beiden Herrschaftshäusern zufolge, ist diese Gebühr, gemessen am Gewinn der Händler, verschwindend gering.
Wie aus dem Lager der Händler zu hören ist, sind sowohl ostarische als auch ligoniische Händler über dieses vorteilhafte Bauvorhaben erfreut, insbesondere Händler, die frische landwirtschaftliche Erzeugnisse exportieren.
Ihr alle liebt die lieblichen Hügel, die schöne, fruchtbare Landschaft unserer Heimat und unseren Herrn den Herzog, der uns bisher beschützt und uns dieses Glück beschert hat, von ganzem Herzen. Doch in dieser Zeit, in der seltsame Inseln aus dem Meer steigen, ganze Burgen verschwinden und selbst innerhalb unserer Grenzen Uneinigkeit und Mißgunst herrschen, reicht es nicht aus, wenn man auf seinen Ländereien sitzt und versucht durch Gefeilsche mit seinen Nachbarn den größten Profit herauszuschlagen. Denn wenn Sorglosigkeit und Selbstgefälligkeit in Ostarien zu den vorherrschenden Tugenden geworden sind, dann wird das Herzogtum untergehen und damit die Sicherheit von ganz Heligonia, dessen wichtigste Grenzen von uns geschützt werden.
Darum fordere ich, Jareck von Jolberg, Euch auf: Wenn Ihr für das Wohl des Reiches seid, bekennt Euch offen zu Seiner Majestät dem König und zu Seiner Durchlaucht dem Herzog und legt alle Zwistigkeiten bei, seien sie nun wirtschaftlicher oder religiöser Art. Heligonia braucht ein einiges, starkes Ostarien.
Denn wenn wir Augen und Ohren offenhalten, können wir feindliche Absichten frühzeitig erkennen und uns ihnen geschlossen und tapfer entgegenstellen! Zum Zeichen meines guten Willens und zur Bekräftigung meines Lehnseides schwöre ich noch einmal auf Helios, meinem Herzog und dem Reich auf ewig treu zu sein.
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