Publikation: Helios-Bote Seite 22 von 34

Einmal eins und einmal zwei

Einmal eins und einmal zwei –
Früher eins und jetzt entzwei,
Sedomee und Darian:
so fängt die Geschichte an.

Einmal zwei und einmal drei –
heia, welche Streiterei!
Dort in Heligonias Süden
zanken Schwestern sich mit Brüdern.

Einmal drei und einmal vier –
Neid und Hass und große Gier.
Frieden gibt es niemals nicht,
bis Heliosbrief ein Machtwort spricht.

Einmal vier und einmal fünf –
hier der Neid und dort die Münz‘.
Auch wenn man sich vertragen könnte,
nimmt die Streiterei kein Ende.

Einmal fünf und einmal sechs –
ich stehl dir was und ich versteck’s.
Auch wenn man von Eintracht spricht:
leiden kann ich dich doch nicht.

Einmal sechs und einmal sieben –
jemand kommt und machet Frieden
einmal sieben und einmal acht –
wo Freundschaft ist wird viel gelacht,
wo Feinde sind, nimm dich in acht.

Einmal acht und einmal neun –
Valmera wird bald wieder Ein.
Einmal neun und einmal zehn –
wer’s nicht glaubt, der muss jetzt geh’n.

 

Neulich im Gasthaus „Zum geprellten Zecher“

In der kleinen, aber geschichtsträchtigen darianischen Ortschaft Ravani, sehr nahe der sedomeesischen Grenze betreibt unsere Familie seit vielen Generationen das gepflegte Gasthaus „Zum geprellten Zecher“. Eines schönen Tages, als angenehme Frische der Poenamonde bereits in die sengende Hitze der Heliosmonde umschlägt, lässt uns Vetterchen das ganze Haus putzen. Es ist nicht etwa so, dass wir unser Gasthaus nie putzen, aber eben nie einfach so unterm Jahr. Ich frage natürlich: „Vetterchen, warum lässt Du uns das Haus putzen, wo sich doch noch nicht einmal richtiger Schmutz angesammelt hat?“ Die Antwort kam prompt und ohne spannende Vorgeschichte: „Wir bekommen morgen hohen Besuch aus Darbor und Marola. – Keine weiteren Fragen jetzt, gehe zum Fluss, hole Wasser und fange an zu schrubben.“ Was haben wir unser eigentlich schon schönes Gasthaus noch prächtiger gemacht, denn solch hohe Gäste hatten wir noch nie.

Pünktlich zur Mittagsstunde treffen dann die beiden Delegationen aus Sedomee und Darian ein. Mit ernster Miene schütteln sich die prächtig gekleideten Damen und Herren die Hände. Vetterchen weist ihnen eine separate Gaststube zu, damit die Verhandlungen ungestört ablaufen können. Ich war so neugierig und wollte unbedingt die Bedienung der Delegation übernehmen. Aber Vetterchen meinte, dass sie keine Störung dulden werden. Zwei Stunden lauschte ich angestrengt, um etwas interessantes zu vernehmen, doch es war nichts zu hören. Plötzlich vernahmen wir fröhliches Lachen aus der Gaststube. Zwischen dem angeregten Gespräch war sogar liebliche Musik zu hören. Jetzt durfte ich die Gaststube betreten, denn der Schreiber aus Sedomee bestellte einen Schlauch Wein nach dem anderen. Die Gesellschaft war schon recht ausgelassen und ging dann zum Abendessen über. Viele Stunden dauerte die Feier noch an und wir konnten erst im Morgengrauen zu Bett gehen.

Am nächsten Morgen verabschieden sie die beiden Delegationen voneinander mit einer herzlichen Umarmung, nachdem sie einen gemeinsamen Götterdienst abgehalten hatten. Der sedomeesische Schreiber drückte Vetterchen und mir noch ein ordentliches Trinkgeld in die Hand. Völlig verblüffte blickten wir den beiden Gruppen noch eine Weile nach, die sich immer wieder zum Abschied zuwinkten, bis sie aus unserem Blickfeld verschwanden. Die einen setzten wieder über den Fluss in Richtung Sedomee über und die anderen zogen gen Süden.

Wir haben uns noch tagelang gefragt, ob es denn an unserem sauberen Haus lag, an unserem schmackhaften Essen oder an unserem betörenden Wein, dass sich die beiden Delegationen so gut verstanden hatten. Vetterchen meinte: „Sie kamen als Feinde und gingen als Freunde.“ So beschlossen wir die weisen Worte unseres Vetterchens auf ein Brett zu schreiben und es in die Gaststube zu hängen, als Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag. Obgleich sich bei mir schon wieder Zweifel regen, ob das mit der Freundschaft für unser Geschäft so gut ist. Das wird uns aber die Zukunft zeigen, jetzt müssen wir erst mal das Trinkgeld gut anlegen.

Das Al’Palaver von Darwena

Der Saaroko rüttelte an den blanken Zeltwänden wie ein unduldsam ausgesperrter Gast. Jene, die im großen schwarzen Zelt des Grafen Dedekien in den hinteren Reihen saßen – sei es weil sie erst seit kurzem ihr Amt inne hatten oder weil sie die Ältesten nur unbedeutenderer Örtlichkeiten waren – hatten ihre liebe Not. Gegen den eisigen Griff der Göttin hielten sie sich die weichen Buraifelle einfach an Rücken und Nacken, anstatt darauf zu sitzen, kauerten so jedoch im unbequemen Wüstensand. Wider den knallenden Lärm der Planen und der damit verbundenen Schwierigkeit, keinerlei Anteil am Verbaal’dowern im inneren Kreis haben zu können, half nur wildes Gestikulieren und laute Zwischenrufe, auf dass das Gesagte über mehrere Münder von innen nach außen und zurück echotet wurde. Die Stunden verstrichen wie im Fluge, die erhitzten Gesichter der Anwesenden – allesamt namhafte und huldvolle Amt- und Würdenträger der großen Grafschaft – glühten rot, die Augen leuchteten fiebrig und ein jeder plapperte aus vollem Halse wild durcheinander. Nach draußen drang der ungeheuerliche Lärm nur mäßig gedämpft, dunkelste Nacht war über die windumtoste Shayed-Wüste hereingebrochen und der sternenklare Himmel lag, gleich einem noch größeren Zeltdach, still über allem.

Es war der Tag des Al’Palavers zu welchem Graf Dedekien die Mächtigsten, Wichtigsten und Namhaftesten in die Mitte seines Reiches nach Darwena geladen hatte. Seine Hochgeboren war zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen, einem hohen Beamten oblag es die Ratsversammlung ungefähr in Kenntnis zu setzen. Jedoch nicht eben erfolgreich, wie Geschrei und Gezeter erahnen ließ. Als der Tumult am größten war und die Männer anfingen, sich gegenseitig an den krausen Bärten zu ziehen, glitten mit einem Mal zwei Zeltplanen zur Seite und eröffneten der Menge den Blick auf eine bis dato verborgen gebliebene Nische des übergroßen Zeltes. Helles Lampenlicht drang daraus hervor, so leuchtend, dass die Menschen sich zunächst die geblendeten Augen bedecken mussten. Alsdann gewahrten sie ihren Herrn Dedekien auf einem erhöhten Steinsessel, es muss Alabaster gewesen sein. Prachtvoll war seine Hochgeboren anzuschauen. Zu seinen Füßen knieten auf edlen Fellen, laszive aurazithumhängte Schönheiten beiderlei Geschlechts. Die vielberingte rechte Hand des Grafen strich sanft über die Stirn eines schläfrig dreinschauenden Wüstentigers. Gewandet war der Erste Darianer in reinstem weiß; nur Samt und Seide, sowie edelste Nordpelze bedeckten seine Haut. Da herrschte mit einem Mal absolute Stille im Zelt, keiner der Anwesenden wagte nur zu atmen. Wie in Trance ließen sie von ihrem bisherigen Tun ab und starrten wie gebannt auf jene Lichtgestalt, die ihr heliosgegebener Herr und Meister war. Dieser saß nur da und schaute huldvoll reglos auf die Seinen. Sein Antlitz glich in diesem Augenblick einer jener aus Stein gehauenen Büsten. Einzig die geölten Spitzen seines prächtigen Schnurrbartes bebten – ein sicheres Zeichen des übergroßen Unwillens des großen Herrschers. Also senken die Anwesenden vor dem sich abzeichnenden Grollen die Häupter, zogen vorsorglich das Genick ein und schämten sich für ihr soeben noch an den Tag gelegtes schlechtes Benehmen. Allein, es kam ganz anders, der Graf schwieg weiter, die Stille nahm zunehmend schmerzhafte Qualität an und die Menschen darbten sichtlich. Da setzte sich seine Hochgeboren in einer fließenden Bewegung auf, hob die Arme und was er nun zu verkünden hatte, fiel wie warmer Heliosregen auf seine Untergebenen herab:

„GELIEBTES VOLK!“
Jäher Jubel toste auf und brandete in Wellen durch das Zelt. Hüte, Turbane, Feze und andere Kopfbedeckungen flogen wie wilde Vogelschwärme durch die Luft, bis die Menge einvernehmlich mit einem vielstimmigen:
„GELIEBTER HERRSCHER!“ die traditionelle Antwort fand, worauf wieder Stille herrschte, um die weiteren Worte des Grafen zu hören.

„Geliebtes Volk!“ Wieder wollten Begeisterungsstürme anschwellen, doch Dedekien unterband dies mit dem gestrengen Heben der linken gezupften Augenbraue und so ward es wieder still.

„Geliebtes Volk! Lasst mich von den alten Zeiten sprechen. Von einer wahren Geschichte, die seinerzeit in aller Munde war und von Feuer zu Feuer getragen wurde. Damals lebte an dieser Stätten ein junger, aufstrebender Prinz, der vollkommen arglos im Herzen und vom unerschrockenen Mute eines jungen Löwen war. Jener Prinz beschloss in seiner jugendlichen Ungezügeltheit, den Göttern der Wüste zu trotzen und allein, ohne jedwede Wegzehrung, in die Wüste zu ziehen. Denn große Dürre hatte ihm in den Seinen seit Monden stark zugesetzt und das Land austrocknen lassen wie einen einhundert Jahre alten Buraifladen. Bevor er den ersten Schritt in die niederhöllische Hitze tat, traten seinen Verwandten eng an ihn heran und wollten den Prinzen von seinem Vorhaben abhalten, denn sie liebten ihren Anverwandten sehr. Zuerst stellte sich ihm der Bruder in den Weg und sagte: „Sohn meiner Mutter, Blut von meinem Blut, was willst du dort hinaus in die tödliche Dürre, warum hast du abgeschlossen mit deinem Leben?“ Da antwortete der Prinz: „Ich gehe suchen und werde finden, was am sehnlichsten wir benötigen, halte mich nicht auf!“ Da wandte sich der Bruder ab und schlug sich mit den Fäusten auf die Brust, das es krachte, denn er wähnte ihn nie wieder zu sehen. Alsdann trat die Mutter herbei und greinte: „Kind, mein Kind, warum willst du im Sandmeer ertrinken, was suchst du zu finden, was deucht dir so wertvoll?“ „Liebe Mutter“ antwortete da der Prinz, „in deinem Auge sehe ich keine einzige Träne, so geschunden ist dein Leib von Dürre, was ich suche? Du kannst es erraten.“ Da zerfurchte sich das Weib ihr Antlitz gramerfüllt mit spitzen Nägeln und schrie ihren Schmerz den Göttern zu. Letztlich legte der Vater unserem Prinzen beide Hände auf die Schultern und hielt ihn fest im Blick: „Was ist dein Begehr und Wille, Frucht meiner Lenden, was soll werden mit dir in den mörderischen Dünen und was mit uns, da dein Tod unsere Herzen ersterben lassen wird? Lohnt dein Ziel über alle Maßen?“ „Vater, guter Vater, Wasser suche ich zu finden und hernach zu euch zu bringen, damit das Darben ein Ende hat und wir leben wie einst in meiner Kindheit, da kühle, sprudelnde Quellen unsere Füße reichhaft umspülte.“ Da gab der Vater dem Sohn neben seinem Segen drei Dattelkerne sowie einen Schlauch, gefüllt mit dem letzten Xurltrunk des Tages. Also begab sich der Prinz auf die gefährliche Wanderung durch die Shayed-Wüste und vor lauter Mut und Zuversicht, gab es in seinem Herzen kein Raum für Furcht und Argwohn. Sieben mal sieben Tage zog er erfolglos umher, der Schlauch war schnell getrunken, die Dattelkerne vom vielen Lutschen letztlich so dünn wie Spinnenhaar. Die Kleider lagen in Lumpen auf seinem Körper, seine Haut glich gegerbtem Leder und quälender Durst marterte seinen Körper und seine Seele. Dennoch kamen ihm Umkehr oder Aufgabe nicht in den Sinn. Als am fünfzigsten Tag seine Füße festen Grund betraten, wollte er dies zunächst kaum glauben, wähnte sich von Sinnen oder bereits auf Gwons tröstenden Schwingen. Doch als der feste Grund sich mit einem Mal zu Schlamm und letztlich zu dem kühlen Nass einer großen Oase wandelte, da dankte er den Göttern und war voller Freude und Stolz über sich selbst. Er tauchte seinen Kopf in das Wasser, trank und trank bis sein Durst gestillt war. In Gedenken an seine Verwandten zu Hause machte sich nun sogleich daran, den leeren Lederschlauch seines Vaters mit der süßen Flüssigkeit zu füllen. Als er erkannte, dass dies kaum den Durst aller stillen würde, zog er seine Stiefel aus und füllte diese ebenfalls. Damit immer noch nicht zufrieden, fertigte er aus den Lumpen, die einst seine Kleider gewesen waren weitere Behältnisse an und füllte diese ebenfalls. So vollkommen nackt doch schwer bepackt, lief er schleunigst nach Hause, ohne auch nur einen Tropfen verschüttet zu haben. Bei den Seinen angekommen, staunten diese nicht schlecht. Das mitgebrachte Wasser wurde an alle verteilt und bevor die Familie sich aufmachte, ihre Zelte an der entdeckten Oase neu aufzuschlagen, feierten sie gemeinsam ein großes Fest des Stolzes und der Dankbarkeit für ihren heldenmütigen Prinzen… So die Geschichte.“

Als Graf Dedekien mit seiner Erzählung geendet hatte ließ er den Blick über die Menge schweifen, schaute teils in nachdenkliche und teils in verwirrte Gesichter. „Was ich euch mit dieser Geschichte, die sich natürlich getreulich so zugetragen hat, sagen möchte fragt ihr euch? Nun, auch wir, das Volk Darians, leben in Zeiten großer Dürre. Doch wie soeben von meinem Beamten zu erfahren war, ist die Oase, die uns und unsere Kinder zu tränken und zu nähren vermag, nicht fern. Lasst uns aufbrechen in eine neue Zeit der fetten und freudigen Jahre. Hierzu ist, wie ihr gehört habt, nur eines wichtig: gebt mir, was ihr erübrigen könnt, gebt mir euren letzten Dattelkern und ich führe euch, wie einst der Prinz, aus der öden Wüste in eine wundervolle Oase des süßen Nasses. Und wer nicht mit uns ziehen kann, der soll bei unserer Rückkehr erhalten, was wir nur irgend tragen konnten. Auf, auf in die Oase!“ …

Wie eine erhabene Karawane wanderte zu dieser Stunde bereits schaukelnd die Morgenröte am Horizont heran, mit sich führend, die kostbaren Waren eines neuen Tages, die da heißen Heil, Trauer und Hoffnung. Auch der Hall des frenetischen Jubels aus dem Zeltinneren vermochte es nicht, diesen Neuankömmling zu vertreiben.

Einige Überlegungen zum Wechsel der Herrschaft in der Freigrafschaft Sedomee und zur Annäherung an den Erbfeind Darian

Unsere verehrte Freigräfin Arana von Sedomee und Apurien wird auf Wunsch des Königs ihre schöne Grafschaft verlassen und gen Escandra ziehen. Nun wird niemand die Weisheit des Königs in Zweifel ziehen noch die Eignung Aranas von Sedomee für ihr neues Amt als Hohe Richterin. Dennoch möge es erlaubt sein, sich zu fragen, ob nun des Königs Entscheidung wie ein gestoßener Dominostein die Kaskade der folgenden Ereignisse auslöste oder ob sich hier mehrere Ursachen und Anlässe wechselseitig durchdringen.

Der Verzicht auf den Herrschaftsanspruch nach glänzender Regentschaft in der Blüte der Jahre wie bei Arana von Sedomee hat beste Tradition in der Freigrafschaft. Starrherzige und entscheidungsunfähige Greise mögen in anderen Landen an ihrem Throne haften wie der Geruch nach Weihrauch an ihren Predigern; nicht so in Sedomee. Wenn ein solcher Wechsel geplant war, so kann der Zeitpunkt als günstig bezeichnet werden. Denn auch der absolute Verzicht auf die Herrschaft in der Bevorzugung, dem Ruf der Göttin zu folgen hat Tradition und wenn die Tochter der Freigräfin, Larissa von Sedomee nun diesen vernahm, ist es besser, die jüngere Schwester Amira Kaela rasch zu etablieren, bevor diese selbst, bald auch schon Großmutter, einem Alter näher rückt, da ihre eigene Tochter eine Kandidatin für Herrschaft wäre.

Auch die bedeutenden Änderungen im Verhältnis zu Darian, die sich anzubahnen scheinen, mögen die Etablierung eines neuen Gesichts ratsam erscheinen lassen. Wer kann sich vorstellen, wie Arana von Sedomee einem selbstgerechten Manne wie Dedekien von Darian Schritte entgegen geht, die noch vor Jahresfrist undenkbar schienen und die keine offensichtliche Not gebietet? Amira Kaela von Sedomee mag dies sicher leichter tun, ohne deshalb Sedomees feste und wichtige Grundsätze aufzugeben. Eine solche Annäherung könnte noch leichter fallen, wenn Darians Gesicht weniger das des eigengefälligen Grinsens wäre – der Nachbar aus der Wüste möge sich dies überlegen, wenn seine Vorschläge ernst gemeint sind.

Diese überraschende Annäherung gilt es noch näher zu hinterfragen, insbesondere, da sie nicht langsam und tastend geschieht, sondern sehr schnell sehr viel erreichen will. Sind dies die neuen Leitlinien von Amira Kaelas Politik? Dies scheint sehr weitreichend, wo sie ihr Amt doch eben erst übernimmt und kann eigentlich, da sie nicht im vollen Galopp der Erfahrung politischer Jahrzehnte in Marola einreitet, nicht einzige Ursache sein. Oder wird die Geschwindigkeit von Dedekien von Darian bestimmt? Der Graf aus dem Norden greift nach neuen Lehen jenseits der Meere und mag den Frieden an den heimatlichen Grenzen gewahrt haben wollen. Doch droht ihm von der neuen Freigräfin, eine Meisterin der schönen Künste und nicht der des Krieges solche Unbill? Einige blumige Versprechungen und kleinere Gesten wären viel eher nach der Manier des Cersansohnes. Und der bloße Wunsch nach den Münzen für ferne Expeditionen ist in anderen Gegenden Heligonias erfolgsversprechender und weniger zinsenlastig als bei unseren aus Erfahrung und mit Recht misstrauischen Kämmererinnen.
Gibt es also in einer der Grafschaften ein noch unbekanntes Problem, eine drohende Krisis, die zwingt, die Hand rasch und weit auszustrecken? Sollte dem so sein, muss man sich zunächst die geplanten Vereinbarungen und Projekte anschauen, soweit sie bereits offenbart sind. Da stößt man auf den Wunsch Darians, mit unserer Unterstützung in den Ogedenbund einzutreten, auf die – nach Jahrzehnten des Streites – bereitwillige Rückgabe alter Originaldokumente, die der Universität zu Marola gestohlen wurden und in Darbor lagern und gar auf das Angebot der Ausweitung der sedomeesischen Pflege der urogedischen Riten und Bräuche auf den Nordteil des alten Valmera, wo sie einst ebenso galten. Letzter Punkt wäre dem doch eher pekuniär geprägten Glauben des Grafen früher ferner gelegen als ein Nech-Burai fliegen kann.

Sedomee würde also zu Recht seine Sichtweise der Welten deutlich weniger ändern als Darian, was zu dem Schlusse verleiten mag, dass es der entfremdete Vetter aus der Wüste ist, welcher unter uns nicht bekanntem Drucke steht und deshalb bereit ist, bisher undenkbare Zugeständnisse zu machen. Vielleicht aber spiegelt er auch nur eine Fata Morgana auf, als Teil einer ganz großen, perfiden Täuschung.

Oder aber all die Dominosteine fallen durch eine Kraft, die tief unter allem wirkt, was wir erörtern und die wir Uneingeweihten und vielleicht selbst die Mächtigen nicht oder nur vage erahnen.

Arana von Sedomee reicht die Insignien ihrer Herrschaft weiter

Den Göttern hat es gefallen, dass es am Hofe zu Marola in naher Zukunft eine neue Freigräfin geben wird.

Ihre Hochgeboren Arana von Sedomee, langjährige Herrin über Sedomee und Apurien und Erwählte der Göttin wird nach dreiundzwanzig Jahren ihre Ämter niederlegen. Somit folgt sie dem Wunsche des Königs, der sie an seinen Hof berufen hat, um Heligonia als hohe Richterin zu dienen. Gen Escandra begleiten werden sie zwei ihrer langjährigen Vertrauten, ihre Hochwohlgeboren Valeria Baronin zu Calena, Schwester der Erwählten sowie beider Cousine, ihre Hochwohlgeboren Nadyma Baronin zu Sebur, welche ihre Regentschaft ebenfalls niederlegen werden.

Die Tochter der Freigräfin, Larissa von Sedomee, selbst eine Erwählte der Göttin und einst als Nachfolgerin ausersehen, ist Poënas Rufe gefolgt und wird sich als Nachfolgerin ihrer Großmutter Mariama von Sedomee ganz der Leitung Heiligtums von Hagiapolis widmen, somit auf die weltliche Herrschaft über die Grafschaft verzichten.

Die neue Regentin wird nach den Willen Seiner allerdurchlauchtigsten Majestät Helos Aximistilius III und in Einvernehmen mit dem Wunsche der Freigräfin selbst wieder aus der Familie von Sedomee stammen. Ausersehen wurde Amira Kaela von Sedomee, die jüngere Schwester von Arana und Valeria von Sedomee. Bisher residierte sie auf einen Gut in der Nähe Marolas und leitete die Weiterentwicklung der musischen Künste am Minnehof der Freigräfin Arana, weshalb ihr in Sedomee klangvoller Name bisher kaum über die Landesgrenzen hinaus bekannt sein dürfte.

Amira Kaela ist wie ihre ganze Familie den Göttern eng verbunden, selbst aber keine Geweihte. Ihre Tochter aus einer frühen Poëna-Ehe wurde hingegen vor kurzem zur Geweihten Poënas berufen.

Nicht mehr über die Vervollkommnung der Künste, sondern über die Geschicke der Grafschaft zu wachen sieht Amira Kaela als überraschende Fügung der Götter, doch fühlt sie sich durch das Vertrauen des Königs und ihres Clans sehr geehrt und freut sich auf ihre neue Herausforderung.

Wer die Nachfolge in den Baronien Calena und Sebur antreten soll, wird die zukünftige Gräfin in den kommenden Monden bekannt geben. Für eine Zeit des gefälligen Überganges werden Nadyma von Sebur und Sedomee und Valeria von Calena und Sedomee noch die Geschicke ihrer Baronien lenken.

Xurl-Heiligtum bei Burg Rothenfels neu errichtet

Nur wenige Neuigkeiten über die ruhige Provinz Rothenberg in der Baronie Tolens erreichten uns, seit Reichsritter Hermann als verschollen gilt. Der tapfere Recke nahm am Ödlandfeldzug im Jahre 28 n. A. III zur Befreiung der Leomark und Kratorpolis teil. Inzwischen gilt als gesichert, dass Reichsritter Hermann sein Leben für das Königreich gelassen hat.
Seit nunmehr 10 Jahren wird Rothenberg von Rhupert Allmendinger kommissarisch verwaltet. Baron Sihran von Tolens hatte zu keiner Zeit Grund zu Beanstandungen, er erhielt die Abgaben pünktlich und auch sonst gab es in der Provinz weder Klagen noch Beschwerden. Der treue Verwalter bat den Baron nur in einer Sache um eine Gefälligkeit: sein einziges Kind Eythne möge Aufnahme in der Akademie der Schönen Künste zu Betis finden. Dies gewährte ihm der Baron nicht nur gerne, sondern er stellte Eythne auch einige Räume seines Stadthauses in Betis als Wohnung zur Verfügung. Nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Studium kehrte sie im ersten Xurlmond des vergangen Jahres nach Rothenberg zurück, um ihren inzwischen greisen Vater zu unterstützen. Um ein göttergefälliges Leben zu führen, weihte Eythne ihr Leben dem Gott Xurl. Mit großem Engagement unterstütze sie die Xurl-Geweihten, um den Schrein von Ghangol wieder zu neuem Leben zu erwecken. Ebenso errichtete sie das Xurl-Heiligtum bei der Burg Rothenfels neu.
Im letzten Mond kehrte sie von ihrer Reise vom Schlangenkamm zurück, wo sie nach Tradition der Xurl-Geweihten die Höhle der Leyra aufsuchte. Eilends begab sie sich danach an den Hof des Barons, um dort eine Audienz zu erlangen.
Dieser entsandte sie nun nach Escandra, um im Hause des Reichsritters von Sarmand an seiner Statt präsent zu sein.

Wer soll da überhaupt wohnen?

Es gibt ja jetzt ein neues Tiefländer-Lehen in Luchnar und wir und die MadRuadh haben einen Teils unseres Landes abtreten müssen , so dass auf jeden gleich viel kommt wie auf einen echten Hochländer und das ist ganz schön viel. Ich hab mich jetzt mal ein bisschen umgehört und gerechnet und frage mich: Ist das überhaupt gerecht ausgerechnet?
Also: Vor ein paar Jahren gab es so 120, 130 von ihnen, vielleicht 40 oder 45 in Esclarmond, 25 oder 30 in Turlach und Tuachall, 20 auf der Feste Hautzensteyn und 15 in Soilach. Ein paar wenige sind im Krieg mit Fürst Waldemar geblieben und Vogt Eylhardt hat gut drei Handvoll aus Esclarmond und eine Handvoll aus Turlach und Tuachall mitgenommen. Dann kommen noch manche nicht aus dem Tiefland zurück wie Samuel und Lukas von Turlach und so weiter – also was ich meine ist: In Esclarmond, Turlach, Tuachall und auf der Feste leben jeweils zwanzig von ihnen oder wenig mehr, in Soilach vielleicht fünfzehn. Von der Feste Hautzensteyn und von Soilach, wo Vogt Gisrod ja eine von uns geheiratet hat wird kaum einer kommen. Aus Turlach und Tuachall werden die Vogtsfamilien auch nicht kommen und ein paar von Eylhardts Brut bleiben bestimmt in der Esclarwehr, um uns zu ärgern, und ein paar Helfer, die nicht mit dem Vogt verwandt sind, werden noch im warmen Nest bleiben. Es bleiben also vielleicht 35 Leute übrig, oder wenn man die auf Esclarmond dazurechnet, deren neues Dorf liegt ja nur ein paar Meilen weg und die müssen sicher mithelfen, knapp 50, wenn man großzügig rechnet.
Jetzt mal ehrlich, auch die Tiefländer: Das ist zu wenig. Wie sollen die ein Lehen gründen? Wie sollen die die Vogtssitze ernähren? Die sollen ja für alle aufkommen, auch für die, die in den Vogtshäusern nichts arbeiten, was man essen kann und dann haben sie noch nicht die allerbesten Gebiete, weder für Schafe noch für Korn und Gemüse.
Das kann gar nicht klappen und wir werdens bezahlen müssen.

 

Ein schwarzer Tag für das Haus derer von Rebenhain

Der 5. Tag des 2. Helios wird dem Baron von Rebenhain sicher noch lange unauslöschlich als einer der schwärzesten Tage in Erinnerung bleiben: Eine größere Gruppe aus dem Haushalt des Barons kehrte durch die Gassen von Pogelsweiler in die Freudenfeste zurück, als sie kurz vor ihrem Ziel plötzlich aus dem Hinterhalt überfallen wurde. Trotz tapferer Gegenwehr war das Durcheinander in den engen Straßen groß, zumal auch viel gemeines Volk unterwegs war. So konnten die Angreifer zu den Kindern von Baron Krator und Baronin Samira durch dringen, die sich in dieser Gruppe befanden. Sie schnappten sich den kleinen Crispianus Perigrin von Rebenhain und flohen. Neben Wut und Entsetzen hinterließen sie mehrere Tote und Verletzte: 5 Rebenhainer Wachen, die Borharcônerin Kelene , Beschützerin des Borharcônerkindes Meorte, und der Leomarker Elfenkrieger Fenair, welcher seit den Ereignissen auf der Burg Hadriansblick als ständiger Leibwächter die Kinder des Barons beschützte, zahlten mit ihrem Leben, weitere Wachen und die Leomarkerin Miríel wurden schwer verwundet.
Einer der Angreifer konnte lebend gefasst werden, im Verhör war jedoch nur zu erfahren, dass der Angriff von Stuerener Seite ausging. Es ist unklar, ob der Sohn des Barons tatsächlich das eigentliche Opfer sein sollte, oder ob der Angriff vielmehr ein Versuch war, den Borharcônerjungen Meorte, welcher sich ebenfalls in der Gruppe befand, in Stuerener Hände zu bekommen.
Trotz sofortiger Suche nach den feigen Entführern gelang diesen die Flucht Richtung Norden. Jedoch verlor sich deren Spur noch vor der Ostarischen Grenze. Mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Schiffen und Booten wurde der Jolborn abgeriegelt um ein Übersetzen zu verhindern, es wurden Boten an Fürst Leomar von Drachenhain, die Ostarischen Bündnispartner und an Baronin Samira, die sich derzeit in der Baronie Leomark aufhält, geschickt, und weitere Suchmannschaften ausgesandt.
Es bleibt nun zu hoffen, dass diese Maßnahmen zum gewünschten Ziel führen und der kleine Crispianus Perigrin schnell und sicher wieder nach Hause zurückkehren kann.

Feuer und anderes Übel

Nach dem Frühjahrshochwasser des Jolborn wurden in Kratorpolitanien und in der Leomark Heerlager eingerichtet. Soldaten, Verpflegung und Material wurden in den Häfen eingeschifft und nach Norden gebracht. In den beiden nördlichen Ländereien wurden eine große Anzahl von Booten und Flößen hergestellt und für das Übersetzten bereit gemacht.
Die Vorbereitungen für die Invasion waren beinahe abgeschlossen, als eine unbekannte Krankheit in mehreren Heerlagern um sich griff. Die Heiler bekammen nach einiger Zeit die Seuche in den Griff. Als die Möglichkeit für den Angriff wieder in greifbare Nähe rückte, kam den Jolborn hinab neues Übel von Stuerener Seite auf die Heligonier zu: Eine große Anzahl Brander drohte die Boote und Flöße zu zerstören, die für das Übersetzten des Heeres benötigt wurden…
Die Bilanz der Brander-Nacht war für die Heligonische Seite ernüchternd: Trotz großen Einsatzes und vehementer Gegenwehr wurde insbesondere im Kratorpolitanischen Bereich ein Großteil der Boote und Flöße vernichtet. Eine Invasion musste weiter verschoben werden, bis neue Übersetzungsmöglichkeiten geschaffen worden sein würden.

Eine zweite Expedition in das Herzogtum Stueren

Der Tod Olidir Dämmertraums traf uns alle tief. Vor allem da vollkommen unklar war, was sein Selbst zerstört und ihn letztlich umgebracht hatte. Dass Elfen im Kampf fallen, das kommt in diesen Zeiten leider allzu häufig vor. Dass einer unserer Brüder aber sein Selbst verliert, ohne erkennbare äußere Verletzungen, das hatte man noch nie gehört. Die Bestattungszeremonie des Olidir Dämmertraums war tief bewegend und von so viel Trauer geprägt, dass man meinen konnte, selbst der Wind, das Wasser, die Erde und die Sonne wollten nicht aufhören zu klagen.
Nur wenige Tage später berief Baronin Samira den Rat der Weisen ein. Nach dem Bericht der Kundschafter, der uns leider nur wenige Antworten auf den Tod Olidirs gab, wurde lange und ausfürlich beraten, wie wir nun weiter vorgehen sollten.
Baronin Samira beschloss letztlich, einen zweiten Trupp los zu schicken, um dieser seltsamen Senke und dieser noch viel seltsameren Präsenz auf den Grund zu gehen. Und wenn irgend möglich erhofften wir uns Antworten auf die Frage nach Olidirs Tod. Um besser gerüstet zu sein, wurden einige Gelehrte, besonders zu nennen die Itsui Teleria und der Heiler Mallion ausgewählt. Zu meinem eigenen Erstaunen wurde ich ebenfalls von der Baronin in die Gruppe berufen.
Wir machten uns also auf und nahmen, den Erzählungen der anderen folgend, den Weg ins Herzogtum Stueren. Ungefähr zwei Tagesreisen westlich des Jolborn trafen wir dann auf die Senke. Zunächst sahen wir lediglich eine Senke, bewachsen mit hohem Steppengras und einer sonderlich anmutenden Steinformation in der Mitte. Doch wie die Gruppe vor uns auch schon spürten wir just in dem Moment als wir die Senke betraten die Anwesenheit einer Präsenz, die sich mit menschlichen Worten kaum beschreiben lässt. Die Istui Teleria versuchte vorsichtig Kontakt mit dieser Präsenz aufzunehmen. Konzentriert und angespannt saß sie bei den Steinen, während wir anderen ein wenig besorgt einen gewissen Abstand zu ihr wahrten. Je länger sie dort saß, desto heftiger begann der Wind zu wehen, ja wuchs sich zu einem regelrechten Sturm aus. Aus den Erzählungen der ersten Truppe waren wir durchaus vorgewarnt. Je mehr der Sturm zunahm umso stärker machte sich das nagende Gefühl drohender Gefahr unter uns breit. Da Telerias Versuch mit der Präsenz Kontakt aufzunehmen bislang nicht von Erfolg gekrönt war und da wir uns nur allzu gut an den Leichnam Olidirs erinnerten, beschlossen wir, dass die Gefahr zu groß wurde und zwangen Teleria, aufzuhören. Und kaum dass wir die Senke verlassen hatten, legte sich der Sturm. Teleria jedoch war sehr geschwächt. In einem fort murmelte sie die uns allen nur allzu gut bekannten Worte „Fisch und Fleisch unter einem Dach, das haben wir schon einmal gesehen. Neuer Streit, alter Krieg, die Erde ist durstig, das haben wir schon einmal gesehen. Faust wider Faust, Finger dazu, einen wischt der Regen fort, das haben wir schon einmal gesehen. Die Zeichen der Vergeltung, könnt Ihr sie erkennen? Dies alles mussten wir erblicken, wollen die Augen nun schließen für immerdar.“ Nein, diese Worte die wir damals am Fluss hörten, als wir dem Wind lauschten; diese Worte werden wir wohl nie vergessen. Auf unsere ungestümen Fragen hin murmelte Teleria nur immer wieder „Es war keine Absicht.“ Und dann brach sie zusammen. Wir konnten sie nicht mehr erreichen. Auch der Heiler Mallion, der uns auf unserer Reise begleitete konnte ihr nicht helfen. Und wieder konnten wir keine äußeren Verwundungen erkennen.
Hastig traten wir den langen Heimweg nach Xurl-Salenia an. Immer in der Hoffnung, die dortigen Itsui und Heiler könnten Teleria besser helfen als wir es vermochten. Viel langsamer als uns lieb war kamen wir voran, doch nach drei langen Tagen erreichten wir das Ufer des Jolborn. In der ganzen Zeit kam Teleria nicht ein einziges Mal zu sich. Ihr Körper hatte jegliche Spannung verloren, ihre Augen blickten in weite Ferne an einen Ort, den wohl keiner von uns je finden kann. Es schien, als sei sie nicht mehr Teil dieser Welt. Wir spürten nicht einmal ihre Anwesenheit und wäre die Trage nicht gewesen, man hätte meinen können sie sei gar nicht da.
Mit bangem Warten verbrachten wir die Tage in Xurl-Salenia. Die Heiler und Istui gaben sich alle Mühe. Doch all ihre Rituale konnten Teleria nicht zurück holen. Ihr Geist ist vollkommen zerrüttet und es scheint, als habe sie jeden Kontakt zu Wind, Wasser, Erde und Sonne verloren. Wir können ihr Selbst nicht mehr spüren.
Hiermit endet mein Bericht. Was auch immer dort im Herzogtum Stueren in der Senke mit dem hohen Steppengras und der sonderlich anmutenden Steinformation ist, welcher Natur auch immer diese Präsenz ist, sie ist mächtig und wir können sie nicht begreifen.

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